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E_1939_Zeitung_Nr.072

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Requisition und

Requisition und Einschätzung der Motorfahrzeuge Obschon die Grundzüge der neuen im Laufe dieses Jahres erlassenen Verordnung über die Requisition und Einschätzung der Motorfahrzeuge derjenigen von 1936 entsprechen, so sind doch einige wesentliche Aenderungen unumgänglich notwendig geworden. Wir bringen deshalb unsern Lesern die neue Verordnung in extenso zur Kenntnis, weil sie gerade im gegenwärtigen Moment und unter den heutigen Umständen besonderes Interesse beansprucht. Dabei sei insbesondere auf die Tatsache aufmerksam gemacht, dass der grosse Bedarf der Armee an Motorfahrzeugen gemäss der neuen Truppenordnung in dem Sinne zu decken versucht wird, dass im MobiiLmachungsfall für den aktiven Dienst alle Motorfahrzeuge requirierbar sind, abgesehen von den wenigen Ausnahmen für das diplomatische Korps. Während bis anhin die Vorbereitung der Requisition dem Aufgabenkreis der Abteilung für leichte Truppen unterstellt war, wird deren Durchführung inskünftig sowohl für Armee, Kriegswirtschaft, passiven Luftschutz usw. von der Generalstabsabteilung an die Hand genommen. Zur Lösung dieser Aufgabe werden die Kantone herbeigezogen, indem diese auf Grund der von ihnen zu machenden Bestandsaufnahmen für den Ersatz von aus irgendwelchen Gründen ausfallenden Motorfahrzeugen zu sorgen haben. A. Requisition der Motorfahrzeuge. Art. l. Im Mobilmachungsfall für den aktiven Dienst sind sämtliche Motorfahrzeuge und Anhängewagen requirierbar. Vorbehalten bleiben die Ausnahmen gemäss .Art. 31 dieser Verordnung. I. Vorbereitung der Requisition. Art. 2. Die Generalstabsabteilung bereitet die Requisition der Motorfahrzeuge und Anhängewagen für die Bedürfnisse der Armee, der Kriegswirtschaft, des passiven Luftschutzes usw., vor. Sie trifft diese Vorbereitungen mit den hierfür interessierten Stellen. Art. 3. Die Organisation der Requisition erfolgt auf Grund der vom Bunde und von den Kantonen der Generalstabsabteilung zu machenden Angaben über den Bestand an Fahrzeugen. Die Generalstabsabteilung erlässt hierzu die nötigen Weisungen. Auf Grund dieser Angaben weist die Generalstabsabteilung die kantonalen Behörden an, wieviele und welche Marken von Personenwagen; Lastwagen, Traktoren, Spezialfahrzeugen, Anhängern und Motorrädern im Falle einer Mobilmachung für den aktiven Dienst als Transportmillel für die Armee requiriert werden müssen und auf welchen Sammelplätzen sie zu stellen sind. Die Generalstabsabteilung kann Fahrzeuge, welche mit einem Aufgebot zu belegen sind, von sich aus direkt bezeichnen. Art. 4. Die von der Generalstabsabteilung bezeichneten eidgenössischen Amtsstellen und die kantonalen Behörden erlassen die Aufgebote an die Halter von Motorfahrzeugen oder Anhängern nach den Weisungen der Generalstabsabteilung. Sie führen über die für die Requisition bestimmten Fahrzeuge Kontrolle und sorgen von sich aus unverzüglich für den Ersatz derjenigen, welche ausser Betrieb gesetzt wurden oder wegen Alter, Umbau oder Unfall nicht mehr den Bedingungen eines Armeefahrzeugs entsprechen oder welche das Kantonsgebiet verlassen haben. Sie besorgen die Aufhebung der Aufgebote derjenigen Motorfarzeuge und Anhänger, welche aus obenerwähnten Gründen zur Requisition untauglich geworden oder auf Befehl der Generalstabsabteilung von der Requisition ausgeschlossen worden sind. Sie halten die Generalstabsabteilune über alle in den Listen der zu requirierenden Motorfahrzeuge vorkommenden Mutation auf dem laufenden. Die Generalstabsäbteilung erlässt dafür die nötigen Weisungen. • Art. 5. Der Befehl zur Stellung eines Fahrzeuges wird dem Fahrzeughalter durch Aufkleben eines Aufgebotszettels auf den Fahrausweis und durch Abgabe eines Exemplars dieser Verordnung bekanntgegeben. Die Aufgebotszettel haben je nach der Verwen- F E U I L L E T O N Der Siedler. Roman von Heinrich Lämmlin. 8. Fortsetzung Vor Verlegenheit scharrt die Frau wieder im Sand und hat nicht mehr den Mut, den Herrn anzusehen. Am liebsten würde sie davonlaufen, aber sie findet keinen Grund dazu. So steht sie da, schaut zur Erde und scharrt mit den Füssen. < Deine Suppe wird kalt, Lisbeth ! > sagt der Sepp trocken. «Setz dich doch endlich und iss !» Der Sepp hat gut reden, er ist ein Mann. Die Frau wird zornig und möchte ihm sagen, dass sie jetzt nicht essen kann. Aber das kann sie nicht vor dem Fremden. So setzt sie sich doch und löffelt ihre Suppe aus. Ja, es geht wirklich; sie muss jetzt auch den Herrn nicht ansehen. Fürst tut ganz so, als sei er hier zu Hause. Er holt einen Stein herbei, beschmutzt sich dung des Fahrzeugs verschiedene Farben (rot. weiss, grün oder gelb). Die Aufhebung eines Aufgebotes ist durch den Stempelaufdruck «ungültig > mit Beifügung des Datums auf dem Aufgebotszettel kenntlich zu machen. Art. 6. Der Aufgebotszettel verpflichtet den Fahrzeughalter, sein Fahrzeug im Falle einer Mobilmachung für den aktiven Dienst zur vorgeschriebenen Zeit und auf dem ihm bezeichneten Motorfahrzeugstellungsplatz oder Korpssammelplatz zu stellen. Diejenigen Fahrzeuge, deren Fahrausweis mit einem grünen Aufgebotszettel versehen ist, sind nur auf persönlichen Marschbefehl an den Fahrzeughalter zu stellen. Art. 7. Die Generalstabsabteilung oder die von ihr bezeichneten eidgenössischen Amtsstellen veranlassen periodisch die Inspektion der mit Aufgeboten belegten Fahrzeuge, sowie die Ueberprüfung der von den kantonalen Behörden getroffenen Vorbereitungen, • * Die Fahrzeughalter sind verpflichtet, ihre Fahrzeuge unentgeltlich zur Inspektion vorzuführen. Gegenüber säumigen Fahrzeughaltern ordnet die Generalstabsabteilung oder die von ihr bezeichneten eidgenössischen Amtsstellen eine Nachinspektion an. In jedem Fall haften die Fahrzeughalter für alle Kosten, die aus ihrer Säumnis entstehen. II .Durchführung der Requisition. Art. 8. Bei ganzer oder teilweiser Pikettstellung der Armee haben die Fahrzeughalter ihre mit einem Aufgebot belegten Fahrzeuge so bereitzuhalten, dass sie diese zu jeder Zeit auf die im Marschbefehl bezeichneten Motorfahrzeug-Stellungsplätze bringen können. Sie haben ein Verzeichnis der Zubehör (Werkzeuge, Ersatzteile, Blachen, Reservebehälter, Verdunkelungsmaterial usw.) auszufertigen und mitzugeben. Das requirierte Fahrzeug muss stets mit seiner Winterausrüstung ausgestattet sein. Die mit einem Aufgebot belegten Motorfahrzeuge, welche in Reparatur sind, müssen nach Möglichkeit sofort in fahrbereiten Zustand ges'etzt werden. Die mit einem Aufgebot belegten Motorfahrzeuge, deren Fahrbewilligung vorübergehend aufgehoben ist (d, h. deren Kontrollschild vorübergehend abgegeben (Mitg.) Der Bundesrat hat am Samstag auf Grund der ihm erteilten Vollmachten eine Verordnung über die Einführung einer allgemeinen Arbeiisdienstpflicht für zivile, durch das allgemeine Landesinteresse geforderte. gßfi "•geneHniigtr^dTer's Kraft getreten ist. Diese Arbeitsdienstpflicht erstreckt sich, unter Vorbehalt bestimmter Ausnahmen und innert bestimmter Altersgrenzen, grundsätzlich auf jeden Schweizer ohne Unterschied des Geschlechts und des Berufs und hat zum Zwecke, dem Lande die Arbeitskräfte zur Verfügung zu stellen, die es im dringenden Allgemeininteresse benötigt, um die Aufrechterhaltunng des unentbehrlichen Wirtschaftslebens sicherzustellen. Mit der allgemeinen Mobilmachung sind der Wirtschaft des Landes Hunderttausende von männlichen Arbeitskräften entzogen worden. Es liegt auf der Hand, dass, sollte dieser enorme Ausfall andauern, empfindliche Störungen des Wirtschaftslebens die Folge wären, die sich bis zur Gefährdung der Landesversorgung Mag der andere merken, dass er keine grossen Reden halten will. < Wäre es nicht besser gewesen, wenn Sie sich einen Besitz gekauft hätten ? — Es gibt doch viele, die ihre Häuser verkaufen. Hier müssen Sie doch jahrelang arbeiten, wenn Sie auf einen grünen Zweig kommen wollen», setzte der Herr das Gespräch fort. Der Sepp muss antworten, ob er will oder nicht. «.Das wäre allerdings einfacher gewesen, zugegeben», sagt er. «Aber wir müssen AUTOMOBIL-REVUE MTTTWfVYPT fi RRPTEVURTTO 1C«Q "K0 72 wurde), müssen ebenfalls zur Requisition gestellt werden. Wird ein Fahrzeug endgültig aus dem Verkehr gezogen, so hat der Fahrzeughalter das kantonale Automobilbureau unverzüglich zu benachrichtigen. Art. 9. Bei ganzem oder teilweisem Aufgebot der Armee zum aktiven Dienst hat der Fahrzeughalter sein Fahrzeug gemäss den Angaben des Aufgebotszettels vollständig ausgerüstet, Betriebsstoffbehälter aufgefüllt, mit Zubehörliste und Fahrzeugausweis versehen, auf den Motorfahrzeugstellungsplatz oder Korpssammelplatz zu bringen oder durch einen Bevollmächtigten überführen zu lassen. Die Mobilmachungsbeschlüsse, sowie die Aufgebotsplakate für die Mobilmachung bestimmen über die Durchführung der Motorfahrzeugstellung. Gewisse Motorfahrzeuge und Anhänger können schon vor Erlass eines Mobilmachungsbeschlusses requiriert werden. Es geschieht dies durch Spezialbefehl. Art. tO. Die geforderten Arbeitsdienstleistungen sind ziviler Natur; es kann sich um Betätigung in Industrie und Gewerbe, in Landund Forstwirtschaft, Handel und Verkehr und ähnlichen Betrieben handeln, derejt Auf- "t"echt§rhältong * inr "Ällf em^ifiiftteresse "ttegtr* • Die Zuweisung in eine Arbeitsstelle kraft Arbeitsdienstpflicht soll auf die körperliche und berufliche Eignung des Arbeitsdienst- Pflichtigen und seine Familienverhältnisse nach Möglichkeit Rücksicht nehmen. Für den einzelnen Pflichtigen wird die Arbeitsdienstpflicht praktisch wirksam durch ein generelles Aufgebot oder durch persönliche Einberufung, oder aber auch dadurch, dass der gesamte Betrieb, in dem er arbeitet, der Arbeitsdienstpflicht unterstellt wird. Das Arbeitsverhältnis der kraft Arbeitsdienstpflicht in eine Arbeitsstelle eingewiesenen Personen, das im übrigen sich nach den einschlägigen gesetzlichen und vertraglichen Bestimmungen richtet, untersteht dem Grundsatz, dass der berufs- und ortsübliche Lohn zu gewähren sei. Anderseits ist das Arbeitsverhältnis der Arbeitsdienstpflichtigen insofern einer Beschränkung unterworfen, als es nur mit Zustimmung der zuständigen Arbeitseinsatzstelle aufgelöst werden kann. Der einberufene Arbeitsdienstpflichtige soll gegen Betriebsunfälle versichert werden und ferner soll ihm, sofern die Umstände es gestatten, bei der Entlassung aus der Arbeitsdienstpflicht das Recht zur Wiedereinnahme seines ursprünglichen Arbeitsplatzes gewahrt bleiben, sofern er diesen kraft hatte wechseln müssen. Arbeitspflicht uns nach unserer Decke strecken. Der Wald war teuer genug; alles andere wäre nicht erschwinglich für uns gewesen. » « Ich verstehe ! > nickt Fürst. « Sie haben ja auch schon ein gewaltiges Stück Arbeit geleistet. Und wenn man in Betracht zieht, unter welchen Verhältnissen Sie hier arbeiten müssen, so muss man Respekt haben.» Die anerkennenden Worte tun dem Sepp gut. < Ja, wir haben nicht geschlafen hier, sondern geschafft. Bald wird auch eine Hütte hier stehen. Die Bretter und Balken liegen bereit, und das Bauen ist nicht das wenigste. Wenn Sie wieder kommen, •werden wir Sie in der Stube begrüssen können !» So stolz tut er. < Sie haben wirklich Mut! » meint der Herr, und man hört, dass er Achtung vor dem Siedler hat. < Sicher waren Sie lange Zeit arbeitslos ? » < Hmhm ! » brummt Sepp. Er hat den Mund voll und kann keine Antwort geben. « Das habe ich mir gedacht, aber Sie werden es noch sehr schwer haben, wenn Ihnen keine weiteren Mittel zur Verfügung stehen. An unsere Leser. Die Mobilmachung und Grenzbesetzung hat, wie überall, auch au! unserer Redaktion und in unseren technischen Betrieben die Reihen gelichtet. Wir sind aus diesem Grund gezwungen, gewisse Einschränkungen zu treffen, in der Meinung, dass es sich dabei um eine vorübergehende Massnahme handelt. Wir zweifeln nicht, dass unsere Leser für unser Vorsehen Verständnis haben werden. Redaktion und Verlag der c Automobil-Revue.». Art. 12. Der Kommandant des Motorfahrzeugstellungsplatzes ist verpflichtet, den Verhinderungsgrund nachzuprüfen und gegebenenfalls das Fahrzeug auf Gefahr des Halters abholen zu lassen. Art. 13. Diejenigen Militär- oder Hilfsdienstpflichtigen, welche Halter eines mit einem Aufgebot belegten Jeder Führer eines Motorfahrzeuges (Halter oder Motorfahrzeuges sind, haben vorerst das Fahrzeug dessen Bevollmächtigter), sei er militärdienst- oder zur Requisition zu stellen und rücken erst nachher hilfsdienstpflichtig, kann, sofern er nicht vom Einrücken dispensiert ist, hei der Mobilmachung mit auf ihrem Korpssammelplatz ein. seinem Fahrzeug durch den Motorfahrzeugstellungsoffizier vorübergehend oder bleibend in einen Stab Militärdienstpflichtige tragen die Uniform und sind feldmässig ausgerüstet.gleichgültig ob ihr Stab oder in eiDe Einheit eingeteilt werden. oder ihre Einheit, in welcher sie eingeteilt sind aufgeboten ist oder nicht. Bis zum Jahre, in dem sie das 60. Altersjahr Offiziere und höhere Unteroffiziere, die Halter vollenden, werden Motorfahrzeugführer (Halter oder von requirierten Motorfahrzeugen sind, sind der dessen Bevollmächtigte), sofern sie im Zeitpunkt Pflicht enthoben, ihr Fahrzeug selbst auf den im der Requisition ihres Motorfahrzeugs weder militärdienstpflichtig noch hilfsdienstpflichtig sind, mit der Aufgebotszettel bezeichneten Motorfahrzeugstellungsplatz zu führen, sofern sie dadurch verhindert würden, ihren Korpssammelplatz rechtzeitig zu errei- Requisition des von ihnen geführten Motorfahrzeuges ohne weiteres hilfsdienstpflichtig. chen. Im Hinblick auf diese mögliche Einteilung haben Sie bezeichnen eine Ersatzperson, die das Fahrzeug in ihrem Namen vorzuführen hat. Wenn dies sich Nicht-Militärpersonen mit den nötigen Ausrüstungsgegenständen (Rucksack, Umhängetasche nicht möglich ist, verfahren sie gemäss Art. 11. oder Handköfferchen mit starken Ersatzschuhen, Diejenigen Militär- oder Hilfsdienstpflichtigen Mantel, Ersatzwäsche, Schlafdecke, Wetterschutz, welche aus irgend einem Grunde vom Einrücken dispensiert sind, werden durch die Dispensation der Essgeschirr und Essbesteck) tu versehen und das Dienstbüchlein mitzubringen. Verpflichtung zur Stellung des Motorfahrzeugs nicht enthoben. B. Uebernahme der Motorfahrzeuge. Art. 11. Ist es dem Fahrzeughalter aus irgendeinem Grunde (persönliche Einrückungspflicht (Art. 10, Abs. 3), Reparaturen, Mangel eines Führers usw.) unmöglich, das. Fahrzeug zum befohlenen Zeitpunkt auf den Motorfahrzeugstellungsplatz zu bringen, so hat er den Kommandanten des Sammelplatzes bei Bekanntmachung des Mobilmachungsbeschlusses telegraphisch oder telephonisch davon zu benachrichtigen. Einführung der allgemeinen Arbeitsdienstpflicht Art. 14. Die zur Requisition bestimmten Fahrzeuge werden von der Militärverwaltung entweder angekauft oder gegen Entrichtung eines Mietgeldes übernommen. Art. 15. Die Fahrzeuge werden vor Dienstantritt in der Regel eingeschätzt. Nur wenn es sich um aktiven Dienst von kurzer Dauer oder um eine Spezialaufgabe handelt, können sie uneingeschätzt übernommen werden. N'ach Einschätzung oder Uebernahme eines Fahrzeuges haftet die Militärverwaltung für alle Schäden, die durch den Betrieb des Fahrzeugs entstehen können. Sie haftet auch für Schäden, die allenfalls bei Probefahrten anlässlich der Einschätzung verursacht werden. Die Haftung erlischt nach der Abschätzung und Rückgabe des Fahrzeuges an den Halter. Art 16. Die Generalstabsabteilung bezeichnet die Motorfahrzeugstellungsplätze und ernennt auf Antrag der Abteilung für Leichte Truppen die Motorfahrzeugstellungsoffiziere. ' Die" Generalstabsabteilung bestimmt je nach Bedeutung des Motorfahrzeugstellungsplatzes die Anzahl der Schatzungskommissionen. Die Abteilung für Leichte Truppen ernennt die Experten. Die Fahrzeuge werden durch die Kommission, bestehend aus mindestens zwei Experten, eingeschätzt. Die Schatzungsexperten werden in besonderen Kursen über das Vorgehen bei der Ein- und Abschätzung der Motorfahrzeuge unterrichtet. Die Ein- und Abschätzung wird nach einer besonderen Anleitung durchgeführt Art. 17. Die Arbeit der Schatzungkommissionen wird wie folgt verteilt: a) Der Motorfahrzeugstellungsoffizier bestimmt einen geeigneten Schatzungsexperten als Obmann. Derselbe organisiert und überwacht die Ein- und Abschätzung gemäss den vom Motorfahrzeugstellungsoffizier erteilten Weisungen. b) Die Experten besorgen, eingeteilt in Schatzungskommissionen, die Ein- und Abschätzung, bestimmen die Schatzungssumme und setzen anlässlich der Abschätzung die Entschädigung für die während des Dienstes entstandenen Schäden fest. Art. 18. Die Fahrzeughalter haben der Einschätzung beizuwohnen oder sich durch Bevollmächtigte vertreten zu lassen. Sind weder Fahrzeughalter noch Bevollmächtigter bei der Einschätzung anwesend, so wird die Einschätzung gleichwohl vorgenommen und ist endgültig. Die Fahrzeughalter sind verpflichtet, ihnen bekannte Schäden am Fahrzeug zu melden. Zeigen sich solche Schäden innert dreimal 24 Stunden nach erfolgter Einschätzung, so sind sie im Verbal nachzutragen. Die Schatzungssumme ist gegebenenfalls abzuändern. Dem Fahrzeughalter ist von jeder Aenderunr der Einschatzune Kenntnis zu geben. Es kostet doch noch manchen Franken, bis alles so ist, wie Sie es sich wünschen. > «Ich habe das Holz verkauft; dafür bekam ich eine nette Summe. » * Ja, für Giftgase gibt man heute Geld aus !» « Für was ? > fragt der Sepp und macht grosse Augen. < Für Giftgas ! — Das Holz wird zur Giftgasherstellung verwendet. Wussten Sie das nicht ? > «Nein, davon hatte ich keine Ahnung. Zu mir hat man gesagt, dass es in einer neuen Industrie Verwendung findet, und weiter habe' ich nicht gefragt. Wenn ich gewusst hätte, dass Giftgas daraus hergestellt wird, so hätte ich es nicht verkauft.» < Das spielt doch keine Rolle. Wenn Sie es nicht verkaufen, so tun es andere. Die Leute bekommen immer, was sie wollen. Das Geld aber können Sie doch so gut gebrauchen wie andere >, begütigt der Herr. « Das schon! Es ist mir aber sehr unangenehm,, wenn ich denke, dass ich auch noch unbewusst den 1 Massenmord förderte.» (Fortsetzung folgt.)

N° 72 — MITTWOCH, 6. SEPTEMBER 1939 AUTOMOBIL-REVUE Art. 19. Nehmen die Sehatzuhgsexperten ein reparaturbedürftiges Motorfahrzeug an, so ist die Reparatur auf Kosten des Fahrzeughalters auszuführen. Während der Dauer solcher Arbeiten wird kein Mietgeld ausgerichtet. Solche Reparaturkosten, sowie die Anschaffung fehlender unentbehrlicher Ausrüstungsgegenstände werden am Mietgeld in Abzug gebracht Art. 20. Die Abschätzung soll, wenn immer möglich, von den Schatzungsexperten vorgenommen werden, die das Fahreug eingeschätzt haben. Die Fahrzeughalter werden von der Abschätzung schriftlich oder durch öffentlichen Aufruf in Kenntnis gesetzt. Erscheinen weder sie selbst, noch von ihnen bezeichnete Bevollmächtigte, so wird die Ab- Schätzung gleichwohl vorgenommen. Der Motorfahrer, der das Fahrzeug führte, soll der Abschätzung beiwohnen. Art. 21. Schäden, die bei der Abschätzung nicht festgestellt wurden, die sich aber innert dreimal 24 Stunden nachher zeigen, können vom Halter beim Armeestab angemeldet werden. Dieser ordnet eine Nachprüfung an Die Kosten der Nachprüfung gehen zu Lasten des Fahrzeughalters, wenn es sich herausstellt, dass der Schaden nicht vom Militärdienst herrührt. Art. 22. Ist bei der Ein- oder Abschätzung eine Einigung der Experten unter sich oder mit dem Fahrzeughalter nicht möglich, so entscheidet der Obmann der Schatzungskommission. Bei der Einschätzung ist sein Entscheid endgültig. Gegen den Entscheid des Obmanns bei der Abschätzung kann der Fahrzeughalter, sofern die Entschädigungsforderung hundert Franken übersteigt, Rekurs erheben. Ist der Fahrzeughalter oder 1 sein Bevollmächtigter auf dem Platz anwesend, so ist der Rekurs vor Beendigung der Abschatzungsarbeiten dem Motorfahrzeugstellungsoffizier schriftlich einzureichen. Dieser leitet den Rekurs mit seiner Begutachtung an die Abteilung für Leichte Truppen weiter, die das Nötige anordnet, und über den Rekurs entscheidet. Wohnt der Fahrzeughalter oder sein Bevollmächtigter der Abschätzung nicht bei, so ist der Rekurs innert dreimal 24 Stunden nach Erhalt des Abschatzungsresultates der Abteilung für Leichte Truppen schriftlich einzureichen. Der Fahrzeughalter kann den Entscheid der Abteilung für Leichte Truppen innert 30 Tagen seit seiner Zustellung an die Rekurskommission der eidgenössischen Militärverwaltung (Verordnung vom 15. Februar 1929 betreffend die Rekurskommission der eidgenössichen Militärverwaltung) weiterziehen. C. Festsetzung der Schatzungswerte und Entschädigungen. Art. 23. Der Bundesrat setzt für den aktiven Dienst den Höchstbetrag der Schätzung für alle Arten von Motorfahrzeugen und für Anhänger fest. Art. 24. Zur Ermittlung der Schatzungssummen der einzelnen Fahrzeuge sind folgende Amortisationen beim Einschätzen yoro Artkaufspreis in Abrechnung ca bringen : a) bei Motorpersonenwagen und Motorrädern für das erste Jahr 2O°/o, für die folgenden Jahre 10%; b) bei Motorlastwagen. Spezialfahrzeugen, Traktoren, Anhängern und Elektromobilen für das erste Jahr 15?/o und für die folgenden Jahre 10 •/». MB untere Grenze der Schatzungssumme wird für Motorpersonenwagen und Motorräder 10% und für Motorlastwagen, Spezialfahrzeuge, Traktoren, Anhänger und Elektromobile 15 % des Ankaufspreises festgesetzt. Art. 25. Das tägliche Mietgeld beträgt 1 Promille des Schatzungswertes. Einrückungs- und Entlassungstag gelten als Diensttage. Im Mietgeld ist die Entschädigung für normale Fahrzeugabnutzung inbegriffen. Das Mietgeld und der Betrag der Abschätzung werden spätestens einen Monat nach der Abschätzung ausbezahlt. Bei längerer Dienstdauer können auch Ratenzahlungen des Mietgeldes stattfinden. Bei Aufgeboten von kürzerer Dauer wird eine von Fall zu Fall festgesetzte Tagesentschädigung ausgerichtet. Der bei der Schätzung im Betriebsstoffbehälter des Motorfahrzeugs befindliche Betriebsstoff wird «um Tagespreis vergütet. Art. 26. Im Falle des Verlustes wird dem Eigentümer die Schatzungssumme vergütet, wenn der Verlust innerhalb des ersten Monats eintritt. Bei späterem Verlust wird für jeden Monat der Beanspruchung für die im täglichen Mietgeld enthaltene normale Abnützung 1 °/o von der Schatzungssumme in Abzug gebracht Bruchteile von über 15 Tagen zählen als iMonat. Der gleiche Abzug tritt ein, wenn der Bundesrat im Verlaufe der Requisitionsdauer die Erwerbung des Motorfahrzeuges zu Eigentum des Bundes anordnet. Art 27. Beim Einliefern des Fahrzeuges auf den Motorfahrzeugstellungsplatz wird dem Ueberbringer für die unentgeltliche Rückfahrt nach seinem Wohnort eine Ausweiskarte ausgehändigt Beim Abholen des Fahrzeuges (Abschätzung und Rückgabe) werden dem Fahrzeughalter oder seinem Bevollmächtigten, wenn er nicht einen Marschbefehl als Ausweis für den Bezug von Bahnbilletten III. Klasse zur Militärtaxe besitzt, die effektiven Billettauslagen III. Klasse (Wohnort-Rückgabeort) vergütet. Für ihre Unterkunft und Verpflegung auf dem Motorfahrzeugstellungsplatz kommt dessen Kommandant auf Kosten der Militärverwaltung auf. Art. 28. Bei der Abschätzung der Fahrzeuge wird eine Entschädigung nur ausgerichtet für Schäden, die nicht auf normale Abnützung zurückzuführen sind, sowie für verlorene Gegenstände der Wagenausrüstunjf und Zubehör. Für die Herstellungs- und Anschaffungskosten werden dabei die ortsüblichen Preise berechnet Der Fahrzeughalter kann die Reparatur solcher Schäden der Militärbehörde überlassen. In diesem Falle wird die Abschatzungssumme um den Betrag der Reparaturkosten vermindert Für die Zeit der Ausführung solcher Reparaturen wird kein Mietgeld bezahlt. Art 29. Für Bestandteile, die wegen schlechten Materials oder mangelhafter Konstruktion Schaden erlitten, •wird keine Abschätzung geleistet, sofern die Garantiepflicht des Lieferanten noch läuft Die Abnützung der Bereifung wird besonders entschädigt, aber mit höchstens 90 %> des Katalogwertes der Reifen. Jedes Fahrzeug muss bei der Abschätzung mit der gleichen Reifenzahl ausgerüstet werden, die es bei der Einschätzung aufwies. Ein Mehr- oder Minderwert in der Güte der Reifen ist zu verrechnen. Art. 30. Reparaturen, die während der Dienstzeit vorgenommen werden und einen Mehr- oder Minderwert des Fahrzeuges zur Folge haben, sind bei der Abschätzung zu berücksichtigen. D. Von der Requisition ausgeschlossene Motorfahrzeuge. Art. 31. Von der Requisition sind ausgeschlossen: Motorfahrzeuge von Personen, die in der Schweiz die diplomatischen Vorrechte und Befreiunfen gemessen, oder von Berufskonsuln (Generalkonsuln, Konsuln und Vizekonsuln), sofern diese nicht schweizerische Staatsangehörige sind. Vorausgesetzt ist" hierbei, dass der betreffende Staat Gegenrecht hält AKTUELLES Verschobene Tagungen. Die Session des bernischen Qrossen Rates, die auf 11. September angesetzt war und in deren Verlauf, wie bereits gemeldet, auch die Vorlage für ein neues Gesetz über die Strassenpolizei und über die»-Besteuerung der Motorfahrzeuge zur Behandlung kommen sollte, ist im Einverständnis mit dem Ratspräsidenten auf unbestimmte Ztit verschoben worden. Während der Tage vom 6.—10. September hatte der Schweiz. Aufosfrassen-Verein eine Studienreise über schweizerische Strassen und Pässe mit Abstechern nach Italien und Frankreich geplant. Wie er nun mitteilt, muss mit Rücksicht auf die internationale Lage von der Ausführung dieses Vorhabens Umgang genommen werden. Was kommen musste. Absagen von Rennen und Ausstellungen am laufenden Band. Mit dem Moment, da das TJnfassbare zur Tatsache geworden ist und Europa von neuem in die Schrecken eines Krieges gestürzt zu werden droht, hat selbstverständlich auch der Autosport keine Existenzberechtigung mehr. Am laufenden Band treffen denn auch die Meldungen über abgesagte Veranstaltungen ein. Nachdem, was die Schweiz anbetrifft, 'das Maloja-Rennen als erstes der unheildrohenden politischen Situation zum Opfer gefallen war, trifft nun auch die Kunde von der Absage des Grossen Preises der Landesausstellung in: Zürich ein, der auf 8. Oktober anberaumt war* Der englisch» Automobilclub hat schon letzte Woche seinen Verzicht auf die Durchführung der Tourist Trophy, die in Donington hätte in Stzene gehen sollen, ausgesprochen, und in Deutschland sind sämtliche noch fälligen motorsportlichen Veranstaltungen mit sofortiger Wirkung vom Programm abgesetzt und die bereits begonnenen abge-« brechen worden. Das nämliche Schicksal erleiden auch die internationalen Automobilausstellungen. Der Pariser Salon, auf 5.—15. Oktober festgesetzt, wird seine Pforten so wenig öffnen wie die Londoner Automobilausstellung, deren Termin auf 12.—21. Oktober fixiert war. Ob auch die New- Yorker Autoschau unterbleiben muss — sie sollte, wie erinnerlich, ebenfalls im Oktober stattfinden —• darüber weiss man zur Stunde noch nichts Näheres. Spott am* Auslerne! Nuvolarl siegt Im Grossen Preis von Belgrad. Trotz der gefahrdrohenden politischen Situation in Europa, die zur Absage fast aller Sportveranstaltungen führte, brachte Belgrad am vergangenen Sonntag seinen Gd Prix zum Austrag. Zwar schien es am Freitag, als ob das Rennen ins Wasser fallen müsse, denn die deutschen Mannschaften wollten unverzüglich abreisen, blieben dann aber auf Weisung des Korpsführers Hühnlein in Belgrad, so dass der Kampf am Sonntag doch noch ausgefochten werden konnte. Im Rennen der Grand-Prix-Wagen übernahm zuerst Lang (Mercedes) das Kommando. Anscheinend geriet ihm aber etwas ins Auge, so dass er fast nichts mehr sehen konnte und sich in ärztliche Behandlung begeben musste. An Stelle Längs stieg dann der Ersatzfahrer Bäumer in den Wagen des Cannstatters, landete aber in der 8. Runde an einer Pappel und sah sich zur Aufgabe gezwungen. Nach dem Ausscheiden Längs ging die Spitze an Brauchitseh über, dessen Wagen sich jedoch in einer Kurve drehte, was Müller (Auto-Union) benützte, um die Führung an sich zu reissen. Bei einem Reifenwechsel verlor er sie indessen an Nuvolari und musste überdies auch noch Brauchitseh vorbeilassen. Obwohl Müller bei der Verfolgung der beiden Spitzenreiter eine Rekordrunde mit einem Durchschnitt von 132,5 km/St, drehte, vermöchte er seine Position nicht mehr zu verbessern. Brauchitseh blieb Nuvolari dicht auf den Fersen, kam aber nur bis auf 7 Sekunden an den Italiener heran und musste sich wieder einmal mit dem zweiten Platz begnügen. RESULTATE 1. Nuvolari (Auto-Union) 137,87 km in 1 St 04 Min. 03,8 Sek. (Stundenmittel 130,7 km); 2. Brauchitseh (Mercedes-Benz) 1.04.11,4. 8. Müller (Auto-Union) 1.04.34,4. ! 4. Milenkowitsch (Bugatti) 19 Runden. Sportwagen bis 1100 cera: 1. Formanek (Aero) 16 Min. 36,1 Sek. (85 km/St.). Sportwagen bis 2000 cem: 1. Briem (BMW) 22 Min. 27,2 Sek. Sportwagen über 3000 cem : 1. v. Langen (Stoever) 25 Min. 14.4 Sek. (99,6 St./km. 1IQVOR Mäntel, Capes, Füchse etc. Qualitätsware und -Arbeit. Massige Preise Modernisieren fachgexnäss und preiswert 0. Vorberg, Kürschnermeister, Zürich Limmatquai 94, I, Rudolf-Mosse-Haus Gegründet 1904 Telephon 2 10 29 Vin du Vully weiss, herrlich schäumend, I. Auswahl 1938, die Flasche (Glas inbegriffen) zu Fr. 1.35, franko Abfahrtstation. Reklamekistchen, 12 Flaschen Fr, 19.50, franko, Verpackung inbegriffen. E.Oerron * Fili, propriet. Mttitr-Vully. 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