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E_1939_Zeitung_Nr.072

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.Automobil-Revue" Nr 79

.Automobil-Revue" Nr 79 BERN, Mittwoch, 6. September 1939 Generalrevision der Fachkenntnisse Jawohl, die « Automobil - Revue » schlägt Ihnen nichts mehr und nichts weniger vor, als sich trotz Ihrer 30, 40 oder 50 Lebensjahren wieder einmal gleichsam auf die Schulbank zu setzen und zu überlegen, in welcher Richtung Ihr Wissen und Können noch Lücken aufweist, die auszufüllen in Ihrem eigenen Interesse läge. Selbstredend denken wir dabei nicht an jene Schulweisheit, der Sie sich schon seit langem mit einem gewissen Behagen entledigt haben. Wann Papst Pius I. das Zeitliche gesegnet hat, lässt uns ebenso kühl wie die Theorie der Perspektive oder die ästhetisch einwandfreie Rezitation von Schillers Glocke. Der Geschäftsmann von heute hat genügend andere Sorgen in seinem Kopf, als dass er seine Gedanken in Regionen spazieren lassen könnte, die keinerlei Berührung mit seiner Interessensphäre haben. Es geht, kurz gesagt, um das fachliche Wissen, um jene Kenntnisse, welche die Beschränkung auf die Erfahrungen in der Praxis nur ungenügend zu vervollständigen mögen, die sich aber im täglichen Aufgabenkreis des öftern als unentbehrlich oder wenigstens doch als sehr nützlich erweisen. Ob es wohl so etwas gibt? Die Antwort lässt sich dann mit eindeutiger Bestimmtheit geben, wenn wir an solche praktische Fälle zurückdenken, wo unsere Kenntnisse zur Lösung der gestellten Fragen nicht ausgereicht haben. Ist es Ihnen nicht schon hie und da passiert, dass Sie — auch wenn Sie dies Ihren Angestellten und natürlich den Kunden gegenüber nicht eingestanden haben — «überfragt gewesen» sind? Und hätten Sie sich in einem solchen Falle nicht wohler gefühlt, wenn Sie die erforderliche Auskunft einfach aus dem Aermel hätten schütteln können? Es ist zugegebenermassen gar nicht einfach, die Daten, Themen und Informationen, die für einen wissensdurstigen Fachmann das Studium wert zu sein scheint, ausfindig zu machen. Einerseits entstammen sie den verschiedensten Gebieten, anderseits sind die Quellen, aus denen sich die Auskünfte schöpfen lassen, so verstreut, dass schon deren Sammlung ein hübsches Stück Arbeit bedingt. Vergessen wir darob aber eines nicht: Wir wollen ja keineswegs Spezialisten werden, die das hinterste und letzte Problem zu lösen wissen. Der Durchschnittsgaragist wird kaum den Versuch machen, defekte Motoren selbst zu schweissen oder ramponierte Kotflügel zu spritzen. Kennt übrigens die allgemeine Medizin nicht auch eine ganze Anzahl von Spezialisten, deren gesamte Tätigkeit sich auf ein verhältnismässig eng umschriebenes Gebiet begrenzt? — Das will aber keineswegs heissen, dass — analog dem Familienarzt — der Garagist die Erweiterung des fachlichen Horizontes vernachlässigen darf und dass er auch von nicht ausgesprochen alltäglichen Problemen mehr verstehen sollte, als was durch den einfachen Anblick eines gesprungenen Blocks oder eines gesplitterten Spritzlacks gelernt werden kann. Der strebsame Garagist wird kurz gesagt allen jenen Fragen und Aufgaben gewachsen sein wollen, deren Erfüllung von einem absolut erstklassigen Fachmann erwartet werden darf. Er wird sich mit allen Schikanen der Bremsen-Nachstellung vertraut .machen, für jeden Motor die verschiedenen Einregulierungen mit grösstmöglicher Genauigkeit studieren, sich auf .dem laufenden halten über die.,mo-* derne Carosseriepflege, über die verschiedenen am Automobil verwendeten Metalle und über deren Bearbeitung Auskunft wissen, die Eigenschaften der neuen auf dem Markt erscheinenden Wagen kennenlernen, über Motoren und den Fortschritten im Bau derselben Bescheid kennen, über das wachsende Wissen von" den Verbrennungsproblemen orientiert.sein wollen, die Schmierfragen studieren, kurz, sich um alle jene Angelegenheiten kümmern, welche die Praxis seines Geschäftes mit sich bringt und die ihn zu einem ausgesprochenen Berater für seine Kunden machen kann. Jene Zeiten sind (wir betonen dies immer und immer wieder) endgültig vorbei, wo die Tradition des Hauses und die sogenannten Beziehungen den Grundstein zum geschäftlichen Erfolg bildeten. Heute ist es die Leistung, und nur diese, die den Ausschlag gibt. Weniger denn je kann der Kunde sich erlauben, für sein Geld weniger als einen maximalen Service zu verlangen und zu bekommen. Dazu ist aber eine möglichst eingehende Kenntnis des i eigenen Faches unerlässlich. = / l}&t&asex=£Uiste££ung> Arbeitsweise und Einstellung Der Leerlauf. Die Solex-Vergaser sind je nach ihrem Fabrikationsdatum mit zwei verschiedenen Leerlaufregulierungen ausgestattet, nämlich entweder mit einer Leerlaufluftregulierung oder dann mit einer Brennstoffregulierung. Fallstromvergaser, Regulatorvergaser und solche mit den Düsensystemen 20, 21 und 22 sind ausschliesslich mit der zweiten Bauart der Regulierung des Leerlaufgemisches ausgestattet. Leerlauf-Einstellvorrichtung mit Luftregulierung (Fig. 4). Diese Vorrichtung besteht aus drei Elementen : Der Leerlaufdüse 1QX) der Drosselanschlagschraube (Z) und der Luftregulierschraube (W). Die Leerlaufdüse (QX) Fig. 4 wird normalerweise zur Einstellung des Leerlaufs nicht ausgewechselt. Vielmehr besorgt man. sie mit Hilfe der beiden erwähnten Schrauben. Die Drosselanschlagschraube (Z) erlaubt die Leerlaufdrehzahl zu verändern. Wenn man sie hineinschraubt, erhöht sich die Drehgeschwindigkeit und umgekehrt. Die Leerlaufluftschrau.be (W) verändert das Leerlaufgemisch. Zeigt der Motor eine Neigung zum «Galoppieren» (abwechselnde Beschleunigung und Drehzahlminderung), so ist das Qemisch zu reich und man muss die Leerlaufluftregulierschraube ein wenig aufdrehen. « Hinkt » dagegen der Motor, als ob er abstellen wollte, so macht man das Leerlaufgemisch durch zudrehen der Schraube (W) etwas fetter. Leerlauf-Einstellvorrichtung mit Brennstofireguüerung (Fig. 5)- Sie umfasst vier Bauelemente: die Leerlaufdüse (g), die Luftdüse (U), die Drosselanschlagschraube (Z) und die Gemischregulierschraube (W), welche durch Beeinflussung der von der Leerlaufdüse gelieferten der Solex* V er ga ser (Fortsetzung aus Nr. 66.) Fig. 5 Brennstoffmenge die Zusammensetzung des Leerlaufgemisches verändert. Auch hier wird die Leerlaufdüse normalerweise zur Einstellung ebensowenig ausgewechselt wie die Luftdüse (U), um so mehr als diese zum Hubraum des Motors passen muss. Es gibt wohl kaum einen Zweig unseres Gewerbes, der durch den Ausbruch der Feindseligkeiten stärker in Mitleidenschaft gezogen wird als das Automobilgewerbe. Wenn wir trotzdem die Veröffentlichung unserer »Kleinen Revue > fortsetzen, so geschieht es aus der Ueberzeugung heraus, dass das Gewerbe auch durch die Wirrnisse der Geschehnisse hindurch nützlicherweise die eigenen Probleme, die sich zu Friedenszeiten stellen, nicht aus den Augen verliert. Dass wir für heute die Auswahl der Themen noch nicht auf die gegenwärtige Situation einstellen konnten, werden unsere Leser im Hinblick auf die Umstände sicher begreifen und entschuldigen. Die Red. Die Drosselanschlagschraube (Z) erfüllt ebenfalls genau den gleichen Zweck wie oben. Einzig die Gemischregulierschraube (W) unterscheidet sich hier in ihrer Funktion von der bereits beschriebenen Bauart. Denn sie beeinflusst nicht die Leerlaufzusatzluft, sondern vielmehr die Leerlaufbrennstoffmenge. Dreht man sie hinein, so wird das Gemisch infolgedessen ärmer, im umgekehrten Fall fetter. Mit andern Worten : die Korrekturen mit dieser Regulierschraube verlangen genau das umgekehrte Manöver als bei der andern Leerlauf-Einstellvorrichtung. Da der Motor auf die Betätigung der Brennstoffregulierschraube (W) sehr empfindlich reagiert, soll sie nur äusserst langsam und vorsichtig verdreht werden. „Le Presbytere" Evangelisches Töchterinstitut COURTELÄRY (jura) Französisch - Haushalt Sprachen, Sport, Musik usw. Jahreskursbeginn: Mitte April. Winterkursbeginn: Anfang Okiober. Referenzen, Prospekte. Herr u. Frau Pfr. Voumard. BILLIG Alles für Ihre F. StOCkli • Tel. 7.20.70 Hergiswil a.S. Alles f. Bremse u. Kupplung zu Dodge-Wagen bezieben Sie am vorteilhaftesten von der Generalvertretung S. A. Frateili Ambrosoli, Zürich Dufourstrasse 188. Telephon 4.17.62. Handbücher mit den Standard-Einstellungen ab Modell 1934 gratis. Der praktische EBO-WASCHER! Preis: Fr. 9.50 mit Kupplungsstück Fr. 14.30 Mit diesem Apparat Ist ein Auto in halber Zeit besser gewaschen. 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N° 72 — MITTWOCH, 6. SEPTEMBER 1939 ÄUTOMOBTT:-£EVUE Beschleunigung und Höchstleistung. Die Einstellung des Vergasers für Beschleunigung und Maximalleistung geschieht durch Auswechseln einzelner Teile des Düsensystems. Der Lufttrichter. Ist ein Motor fabrikmässig mit dem Solex- Vergaser ausgerüstet, so behält man den vorhandenen Lufttrichter prinzipiell bei. Andernfalls richtet man sich nach den Anweisungen von Solex- Sind keine Unterlagen erhältlich, so bestimmt man die Grosse des Lufttrichters durch eine Reihe von Versuchsfahrten in der Ebene und in Steigungen. Ein grosser Lufttrichter wirkt sich normalerweise hinsichtlich der in der Ebene erzielten Spitzengeschwindigkeit günstig aus, während anderseits ein solcher von etwas geringerer Innenweite die Beschleunigung im untern Drehzahlbereich steigert, mit andern Worten also der Elastizität des Motorlaufs förderlich ist, korrekte Düsenabmessungen natürlich immer vorausgesetzt. Man wählt stets den kleinsten Lufttrichter, der noch eine annehmbare Höchstgeschwindigkeit in der Ebene ergibt, da dies die Einstellung erleichtert und daneben einen angenehmeren Motorlauf sowie einen sparsameren .Brennstoffverbrauch ergübt Düsensystem 12, Dieses Düsenisystem, das sich früher gros- Ser Verbreitung erfreute, wird heute nur noch für Spezialzwecke verwendet. Wir empfehlen die damit ausgerüsteten Vergaser allgemein, durch solche neuerer Konstruktion mit Düsensystem/20, 21 öder 22 zu ersetzen (Umtauschbedingungen erfragen!). Trotzdem geben wir nachstehend eine Beschreibung dieses Dü§ensystems, da es immer noch oft angetroffen wird. Fig. 6. Düsensystem 12 Im Schnitt. A = Düsenhut, G = Hauptdüse, t = Düsenhalter. Das Düsensystem 12 (Fig. 6) umfasst drei Bau- Elemente, nämlich den Düsenhalter (t), die Hauptdüse (G) sowie den Düsenhut (A). Die Hauptdüse wird durch zwei Zahlen gekennzeichnet: Die erste gibt den Durchmesser der geeichten Bohrung in Hundertstel Millimeter an; die zweite orientiert über Anordnung und Grosse der seitlichen Bohrungen, die allgemein Emulsionslöcher genannt werden. Man soll es sieh zur allgemeinen Regel machen, immer die vom Hersteller des Motors oder von Solex empfohlenen Düsen zu verwenden. Ist nichts Besonderes vorgeschrieben, so erhält man stets mit der Düse GX51 das beste Resultat. Die Arbeitsweise dieses Düsensystems ist sehr einfach: Dreht der Motor leer, so steht die Hauptdüse bis zu einer gewissen Höhe (Fig. 6) im Benzin. Wird die Drossel zum Beschleunigen geöffnet, so wird rasch der ganze in der Hauptdüse und im Innern des Düsenhalters vorhandene Brennstoff aufgebraucht. Da sich dieser Brennstoff dem durch die Düse nachströmenden Benzin beimischt, wird das für die Beschleunigung notwendige, fette Gemisch erhalten. Leert sich die Brennstoff-Reserve in der zentralen Bohrung, so strömt Luft durch die Emulsionslöcher ein, wodurch das Gemisch .allmählich in einem bestimmten Verhältnis zur Zunahme der .Motordrehzahl gemagert wird. Die Durchmesser' der geeichten Brennstolfeintritts-Bohrung und der Emulsionslöcher müssen also in einem ganz bestimmten Verhältnis zueinander stehen: Allgemeine Regeln hiefür lassen sich jedoch nicht aufstellen, da es sich von Motor zu Motor ändert. "Wir empfehlen diesbezüglich jeweils die Vertretung zu konsultieren. Neue Normen in der französischen Autound Zubehörindustrie. Das franösische «Bureau des Normes de I'Automobile» (BNA), das jedes Vierteljahr eine neue Liste herausgibt, veröffentlicht soeben wieder eine Aufstellung der letzten in der französischen Automobil- und Autozubehör-Industrie eingeführten - Normen. Sie betreffen u. a. die Anordnung der Windschutzscheibe, der Schalthebel am Instrumentenbrett oder an der Steuersäule, die Numerierung der Zylinder, den Verschluss von Unterdruckbremsen, Dieseleinspritzdüsen sowie die Kupplung von Einspritzpumpen für Dieselmotoren. Während die Mehrahl der Neuerungen auf eine Vereinfachung und Verbilligung des Fabrikationsprozesses oder des Aoistausohs von Einzelbestandteilen abzielt, soll die Standardisierung der Schalthebelanordnung vor allem Verwechslungen und Irrtümern vorbeugen und damit eine nicht allzu seltene Unfallursache beseitigen. Raummangel zwingt uns leider, die für die vorliegende Nummer angekündigte Fortsetzung des Artikels «Von den Zündkerzen» zurückzustellen. Die Red. Für die Verfolgung der Ereignisse in haben wir ein farbiges Kärtchen von Polen und den Grenzgebieten herausgegeben. Format 22x27 cm Preis nur Fr. 1.— Versand gegen Nachnahme VERLAG HALLWAG BERN Abt. 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Auf eine Postkarte kleben und einsenden an Administration der Automobil-Revue Bern Breitenrainstrasse 97 Wir ersuchen Sie — ohne Verbindlichkeit unsererseits —um nähere Angaben für die Aufnahme unserer Firma in die „Kleine Revue". Name:... Ort: (System Tokheim) CARBA A.-G., BERN - ZÜRICH - BASEL - LAUSANNE Kugellager Zylinder-Rollenlager Kegel-Rollenlager Moderne Garagen- Einrichtungen liefert prompt ab Lager Th.E.Wild, Zürich Limmatstr. 212 Tel. 5 66 23/24 Wagenheber/ allenAft! Ständig grosse Auswahl fahrbar, mechJtydKjtosslangaiund Handheber. Verschiedene Matkenjeweils die besten, Lifts:7,2uASäukn,&>rBucher-6uytt SER m-TECHNIMfi-G-' 2UMOi,£sp)in»deSt