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E_1939_Zeitung_Nr.073

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AUTOMOBIL-REVUE

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N° 73 —' DIENSTAG, 12. SEPTEMBER 1939 AUTOMOBIL-REVUE Der fatale 3. September Wenn dereinst Geschichtsschreiber die Ereignisse unserer Tage verkünden, werden sie dies einleitend etwa mit folgenden Worten tun : Im Laufe des Monats August 1939 war die Spannung zwischen den europäischen Mächten von neuem akut geworden. Während sich Frankreich und insbesondere England mit seinem friedliebenden Ministerpräsidenten Chamberlain an der Spitze weiterhin bemühten, eine Entspannung herbeizuführen, drängte der deutsche Reichskanzler Adolf Hitler immer mehr auf eine rasche und gründliche Lösung seiner Differenzen mit Polen. Auch wenn man schliesslich den deutschen Standpunkt, die Trennung Ostpreussens vom Deutschen Reich sei auf die Dauer ein unmöglicher Zustand, nicht ganz von der Hand weisen konnte, so herrschte doch die Meinung vor, dass diese Forderung nicht zu einem Krieg berechtigte, sondern auf diplomatischem Wege eine Lösung hätte finden müssen. Entgegen allen Vermittlungsversuchen Hess der deutsche Reichskanzler schliesslich zu den Waffen greifen und am 1. September die Kriegshandlungen gegen Polen beginnen. Noch in diesem Stadium versuchten England und Italien zu vermitteln, aber umsonst. Am 3. September 1939 war es alsdann so weit, dass vier europäische Grossmächte im Krieg standen. Nachdem Deutschland in Polen einmarschiert war, konnte es für die beiden verbündeten Westmächte nichts anderes mehr geben, als ebenfalls zu den Waffen zu greifen und dem angegriffenen Polen zu Hilfe zu eilen. Während viele deutsche Kreise, insbesondere der grösste Teil der Bevölkerung, die Auffassung vertrat, die Westmächte wurden im entscheidenden Moment ihre eingegangenen Verpflichtungen doch nicht einlösen, gab es sowohl für Frankreich wie für England, so schwer es für beide Länder sein musste, nur noch einen EntscMuss, die eingegangenen Verpflichtungen Tat werden zu lassen. Das britische Weltreich hat in den letzten Jahren verschiedene Einbussen an seinem Prestige erlitten. Ein Nichteingreifen hätte für Grossbritannien Folgen gehabt, welche den weiteren Bestand seines Weltreiches über kurz oder lang in Frage gestellt hätten. Aber auch Frankreich hat zufolge der sukzessiven Entfremdung seiner Freunde kein übermässig grosses Mass an Weltvertrauen mehr genossen und konnte deshalb keinen weiteren Prestigeverlust in Kauf nehmen. Geht es um die Zertrümmerung des britischen Weltreiches? Es gibt viele Kreise, und zwar hüben und 'drüben, die den Standpunkt vertreten, dass es in dem neu ausgebrochenen Krieg um ein ganz grosses Problem, nämlich um die Zertrümmerung des britischen Weltreiches gehe. Der «Popolo d'Italia» schrieb doch erst kürzlich, das Drama sei nicht wegen des Danziger Problems, sondern wegen der wiedererstandenen Rivalität zwischen Deutschland und England nicht zu vermeiden gewesen. Das massgebende italienische Blatt fährt dann fort: « Seit der stürmischen und andauernden Anklage des Duce gegen die Absurdität und Gefahr, die das Versailler System in Europa geschaffen hat, das die Völker und ihre Kräfte in zwei verschiedene Klassen mit zwei verschiedenen Auffassungen von ihrem Recht und von ihren Kräften geteilt hat, sind sie während dieser Krise mit einer ständigen und klar liegenden Tendenz formuliert worden, die in jedem Augenblick dokumentiert worden ist und dokumentierbar ist, nämlich mit dem Ziel der Rettung eines Friedens der Gerechtigkeit. Italien ist daher auf seinem Posten mit seinem nationalen Bewusstsein und seinen hohen europäischen Verpflichtungen. Es zieht sich deswegen heute nicht unter sein Dach zurück. Es wird gegenwärtig und wachsam bleiben zum Schütze aller italienischen Interessen und um den Lauf der Ereignisse jene Richtung zu sichern, die geeignet ist, Europa den Frieden mit Gerechtigkeit so schnell wie möglich zu geben. Europa ist im Kriege. Die Welt ist erschüttert von einer neuen Katastrophe. Gewehr bei Fuss und mit Herzen, die schon in den Flammen von vier Kriegen und in einer Revolution gehärtet worden sind, wartet das italienische Volk die Ereignisse ab und mit den Ereignissen die Befehle des Duce. > Diese Zeilen könnten geeignet sein, denjenigen Recht zu geben, die hinter der reichsdeutschen Politik in der Tat das gewaltige Vorhaben der Vernichtung des britischen Reiches vermuten und die davon überzeugt sind, dass an diesem grossangelegten Vernichtungszug früher oder später, d. h. im entscheidenden Moment, auch Italien und Russland teilnehmen würden. Gerade in diesem Punkt scheint uns aber der Plan reichlich kühn und unwahrscheinlich zu sein. Es unterliegt keinem Zweifel, dass die plötzliche Anlehnung des Deutschen Reiches an seinen fünfzehnjährigen Erbfeind nicht nur bei den Japanern, sondern auch bei Mussolini, der es mit Grundsätzlichkeiten nicht leicht nimmt, nicht nur Kopfschütteln, sondern tiefe Abneigung hervorgerufen hat. Der italienische Regierungschef weiss nur zu gut, dass sein Land bei einem solchen Unternehmen ausserordentlich exponiert wäre und dass gerade für ein derart weitgreifendes Unterfangen die Zeit wenig günstig ist. Mit der weitgehenden Zertrümmerung des britischen Mutterlandes aus der Luft ist das weitverzweigte Kolonialreich noch nicht gewonnen, zumal im entscheidenden Moment wahrscheinlich mit einem neuen Gegner gerechnet werden müsste, der, wie im Jahre 1918, alsdann die Entscheidung herbeiführen würde : die Vereinigten Staaten von Nordamerika. Was schon Bismarck über die Bedeutung eines Bündnisses mit Italien gesagt hat, dürfte auch heute noch weitgehend seine Richtigkeit haben, nämlich die Meinung, dasS' Italien seine Verpflichtungen nur in einem" Block, in welchem sich England befindet, getrost erfüllen könne. Die Entlastung der britischen Flotte im Fernen Osten, eine Tatsache, welche den deutsch-russischen Pakt den Italienern besonders unsympathisch macht, hat die strategische Lage Italiens in dieser Hinsicht in ungünstigem Sinne beeinflusst. Die vereinigte britische und französische Mittelmeerflotte mit ihren soliden Stützpunkten würde nicht nur der italienischen Marine, sondern auch den Handelsund Kriegshäfen ausserordentlich zusetzen, auch wenn die italienische Armee zu Wasser, zu Land und in der Luft zweifellos von nicht zu unterschätzender Schlagkraft ist. So wie die Verhältnisse heute liegen, werden die Meere von der britischen und französischen Flotte beherrscht. Wir sehen gerade darin einen gewissen Hinweis darauf, dass Italien, zurzeit wenigstens, nicht daran denkt, seinem Achsenpartner zu Hilfe zu eilen, zumal er dieselbe auch gar nicht verlangt. Es unterliegt keinem Zweifel, dass der Russenpakt in der Politik Mussolinis eine Wendung verursachte, welche nicht nur moralisch sehr gut zu verstehen ist, sondern vom militärischen Standpunkt aus unumgänglich war. Was macht Russland? Die nächstliegende grosse Frage ist die, ob Russland gegenüber Polen gemeinsame Sache mit Deutschland macht. Es könnte ja in der Tat für Stalin verlockend sein, jetzt zu einem Schlag gegen den polnischen Adler auszuholen, wobei es ihm wahrscheinlich weniger darauf ankäme, seinem deutschen Kollegen zu Hilfe zu kommen, als vielmehr einem alten Hass Luft zu machen und diejegen Gebiete zurückzuholen, welche der polnische Staat nach dem Weltkrieg von Russland übernommen hat. Gute Kenner der sowgetrussischen Politik vertreten jedoch die Auffassung, dass Russland an Europa absolut uninteressiert sei. Seine lebenswichtigen Interessen liegen im Fernen Osten, wo es sich nicht nur seit Monaten mit Japan in einem unerklärten Krieg befindet, sondern wo es auch wirklich wirtschaftliche und strategische Interessen hat. In dem bekannten Buch « So lebt Russland », das vor anderthalb Jahren erschien, schreibt dessen Verfasser Ernst Clam darüber folgendes : « Kommt Krieg ? ^^jchvhabe diese Frage vorgelegt: Einem Offizier, einem « Inspektor » eines Werkes, einem Grubeningenieur, zwei Tippfräuleins, einem Chauffeur, einem Nachtportier, einem Cafehaus-Gast unbekannter Professjon, einem Arbeiter. Ich habe von allen die gleiche Antwort bekommen. Sie lautet eindeutig « Ja ! > Meine Zusatzfrage : « Mit wem ? > Diese Frag© verstand man nicht gleich und beantwortete sie nicht gleich. Und dann war man sehr erstaunt, dass ich auf einen europäischen Krieg anspielte. Die Vereidigung unseres Generals, einer der feierlichsten, aber auch schicksalschwersten Momente unseres nationalen Lebens. Die "Würde und Bedeutung des Aktes hat Leon Nicole allerdings apathisch gelassen — von den Händen in den Hosentaschen gar nicht zn reden. Alle antworteten mit einem erstaunten « Nein ». Europäischer Krieg würde ganz bestimmt keiner kommen. Mit wem auch ? Mit den Faschisten ? Der Sender schimpft sich zwar jeden Tag heiser... aber an Krieg in Europa denkt trotzdem niemand. Aber Krieg im Fernost! Dass dieser kommen würde, davon war Moskau im Hochsommer 1937 durchaus überzeugt. Auseinander gingen die Meinungen, inwieweit die USSR aktiv würde eingreifen müssen, wenn es zwischen China und Japan zu der unausbleiblichen Auseinandersetzung kommen sollte. Und das für mich Interessante und Bezeichnende. Selbst Studenten haben von den wirklichen Verhältnissen in Europa nur sehr schwache Vorstellungen. Sie erschöpfen sich in einigen wenigen Schlagworten. Kapitalismus, Ausbeutung der Masse, marschierende Revolution, die man da und dort einzudämmen versuche. Ueber die Verhältnisse in China wissen die Leute besser Bescheid. Und jeder Durchschnittsrusse wird allein schon eine Menge von innerasiatischen Völkern und Scheinstaaten aufzuzählen vermögen, deren Namen ein Durchschnittseuropäer niemals im Leben auch bloss gehört hat. Wir wissen von. Karakalpaken und Usbekien, von Tadschikien und Oiraten, von Jakutien und Burjät-Mongolien, von Tienschan und Hinduuksch so wenig wie der Russe von Lothringen, Thüringen, Istnien oder Graubünden, von Tirol oder der Provence. « Europa interessiert uns nicht», heisst es allgemein. Nicht einmal Spanien macht eine Ausnahme. < Ihr habt doch euer Militär dort », wendete ich schüchtern ein. Ehrliches Erstaunen. « Wir ? Wieso Flieger? Habe nie etwas davon gehört. Schiffe? Möglich, dass wir etwas liefern... aber in den Zeitungen steht jedenfalls kein Wort darüber. » Und was nicht in den Zeitungen steht, mag wohl wahr sein, ist aber bestimmt uninteressant. So etwa die allgemeine Ansicht. Man sagt eben nicht umsonst: < Der Graschdanin Inspektor ist nach Europa gefahren ... > Denn Moskau ist nicht Europa. > Ein Eingreifen Russlands in den europäischen Krieg, so wenig wahrscheinlich es ist, dürfte gegenüber der Stellungnahme Italiens überhaupt von sekundärer Bedeutung sein; denn mit der Zertrümmerung Polens ist der jetzt entflammte Krieg natürlich noch lange nicht entschieden. Auch wenn der polnische Staat, sei es von der deutschen Armee allein, sei es von beiden Seiten her, eine Aufteilung erfährt und von der politischen Karte Europas verschwindet, so geht der Kampf im Westen und auf den Meeren nichtsdestoweniger weiter. Was macht in diesem Falle Russland ? Die nationalsozialistische Regierung wird niemals daran denken, den bolschewistischen Legionen freien Durchzug durch das Reich zu gewähren, um an der Westgrenze gegen die Franzosen und Engländer zu kämpfen. Man wird sich erinnern, dass sich schon Polen gesträubt hat, in einem eventuellen Kampf gegen Deutschland den russischen Truppen freien Durchzug durch Polen bis zu den polnischen Schützengräben zu gewähren, ganz einfach deshalb, weil die Truppen Stalins nicht nur Waffen und Pulver, sondern auch den Kommunismus gebracht und ihn wahrscheinlich in Polen abgelegt hätten. -I Wenn nicht alle Anzeichen trügen, so wird das Deutsche Reich schlussendlich den beiben westlichen Demokratien, Frankreich und England, gegenüberstehen, ganz gleich, welche Stellungnahme Russland in den nächsten Monaten einnehmen wird. Die russische Flotte hätte zum vornherein, weil sie einerseits bedeutungslos, anderseits in abgeriegelten Gewässern liegt, keine strategische Rolle zu spielen. Einzig als Hinterland kann Russland für das Deutsche Reich wichtig sein, sofern es Hitler auf die Dauer möglich ist, Stalin wirtschaftliche Vorteile zu bieten, was aus kriegswirtschaftlichen Gründen allerdings keine sehr leichte Sache sein dürfte.