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E_1939_Zeitung_Nr.077

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Tedtnisthe Notizen

Tedtnisthe Notizen Ausziehbare Stoßstangen sollen verhüten, dass die Parkabstände zu eng werden. Unmittelbar vor dem Parken betätigt der Fahrer einen Hebel, worauf sich die Stoßstangen vorn und hinten am Wagen um etwa je 20 cm vom Auto selbst entfernen. Selbst wenn Nachbarwagen später so dksht parken, dass sie die Stoßstangen berühren, bleibt dennoch genügend Manövrierfähigkeit, da vor dem Weiterfahren die Stangen wieder eingezogen werden. Das Unterstellen des Wagens in sehr engen Garagen wird durch eine sinnreiche Vorrichtung ermöglicht, die kürzlich auf den Markt gekommen ist. Wenn der Wagen rückwärts in die Garage einfährt und noch etwa einen halben Meter von deren Rückwand entfernt ist, so trifft seine hintere Stoßstange gegen ein vertikal aufgespanntes Seil, das über zwei Rollen mit einem Zeiger nahe der Garagentüre verbunden ist. Jeden Zentimeter, den der Wagen jetzt noch weiter nach rückwärts fährt, entspricht 1 cm auf einer Skala, auf welche der Zeiger hinweist. Auf diese Weise kann der Fahrer, ohne sich umzuwenden, sofort genau erkennen, wie weit er noch von der rückwärtigen Garagenwand entfernt ist. Die Vorrichtung ist sehr billig und schützt die Garage ebenso wie den Wagen vor Beschädigungen. Eine selbständige Schweizer Yergaserlndustrie. Seit mehr als sechs Jahren besitzen wir in der Schweiz unter der Firma Oba-Technik ein Unternehmen, das nach eigenen Patenten Vergaser sowie Regulatoren für alle Arten von Verbrennungsmotoren herstellt und heute bereits die wichtigsten inländischen Motorenfabrikanten mit zu seinen Abnehmern zählt. Wenn ein neues Fabrikat sich gegenüber bestehendem durchsetzen soll, so muss es sich vor allem darüber ausweisen, dass es die von ihm verlangten Funktionen ebenso gut zu erfüllen vermag und darüber hinaus noch diesem oder jenen Vorteil bietet. Zu den wichtigsten Vorzügen der von der Oba- Technik erzeugten Vergasermodelle gehört deren geradezu universelle Verwendbarkeit für Automobil-, Traktor-, Motorrad- und Industriemotoren aller Art Der Vergaser Typ H. V. F. M e t r o wird hauptsächlich für Automobilmotoren verwendet, während für Motorrad- und Industriemotoren der Typ Oba30 in Frage kommt. Das erstgenannte Vergasermodell ist so konstruiert, dass es als einziges Fabrikat seiner Art ohne Abänderung sowohl als Vertikalund Horizontal- wie als Fallstromvergaser eingebaut werden kann. Im weitern ist kennzeichnend für die auf rationellste Serieriherstellung berechnete Konstruktion, dass für alle Motoren und Vergaser dieser Marke vom grössten bis zum kleinsten Typ ein und dasselbe Schwimmergehäuse Verwendung finden können. Als weitere Besonderheit des H. V. F. Metro-Vergasers sei auf die leichte Dieser Überlebensgrosse Pneu wurde kürzlich in einem französischen Hafen ausgeschifft. Zusammen mit drei weiteren. Exemplaren der selben Grosse wi rd ex als gewichtige Garnitur eines Traktors Verwendung finden. Bei einer Höhe von 2 m wiegt das Monstrum 642 kg und besitzt eine Tragfähigkeit von 14 Tonnen. Der Schlauch allein hat ein Gewicht von 37 kg. Hergestellt wurde der Reifengigant von Firestone. Zugänglichkeit der Brennstoffdüsen hingewiesen, die sich zwecks Reinigung oder Regulierung mit einem Handgriff im Lauf einer Minute entfernen und wieder einsetzen lassen, sogar ohne dass deswegen der Motor abgestellt werden muss. Genau so einfach ist die Einstellung des Vergasers auf Spezialbrennstoffe wie Alkohol oder Benzolgemisch. Im Prinzip arbeitet der Vergaser nach dem Zweikammersystem mit stufetilosem Ausgleich, das bis heute in bezug auf Sparsamkeit kaum zu übertreffen ist. Zur Starterleichterung ist ein Nebenschluss-Startvergaser vorgesehen. Das Vergasermodell Oba 30 ist durch sein unter dem Saugstutzen angeordnetes Schwimmergehäuse sowie die in der Vergasermittelebene angebrachte Hauptdüse charakterisiert. Dank dieses Konstruktionsmerkmals liefert der Vergaser ungeachtet der Schräglage des Fahrzeugs ein gleichmässiges Gemisch. Im übrigen ist auch dieses Vergasermodell so gebaut, dass sich die Brennstoffdüsen mit einem einzigen Handgriff auswechseln lassen. Ebenso kann auf Wunsch ein Nebenschluss-Startvergaser mitgeHefert werden. Beide Modelle werden in den normalisierten Grossen aus einer hochwertigen Spritzgusslegierung hergestellt, was allein schon unbedingt Genauigkeit verbürgt. Die daneben von Oba fabrizierten Unterdruckregulatoren werden zwischen Vergaser und Saugrohr montiert und sind dazu bestimmt, die Motordrehzahl automatisch in den zulässigen Grenzen zu halten. Gleichzeitig verhindern sie eine Überschreitung der eingestellten Maximalgeschwindigkeit. Da sich ihre Drosselklappe auf Kugellagern dreht, spricht sie leicht und sofort an, ohne dass im übrigen der Motor an Leistung verliert. AUTOMOBIL-REVUE DIENSTAG, 10. OKTOBER 1939 — N° 77 Brauchen Sie Rat? - wir helfen! AZETYLEN ALS TREIBSTOFF. Können Sie mir sagen, aus welchen Gründen die Verwendung von Azetylen als Treibstoff versandet ist, da ja immerhin erfreuliche Resultate erreicht wurden? Ich habe selbst Versuche angestellt, und zwar mit Dissous-Gas, bis jetzt ohne Wassereinspritzung, Versuchsmotor «Scott», 2-Zylinder-2-Taktmotor. Es treten viele Bückschläge auf, vermutlich weil der Motor Rennventile besitzt. Sind noch Patente in Kraft? loh möchte darüber Aufschluss, damit ich solche gegebenenfalls nicht verletze. J. S. in L. Antwort: Die Verwendung von Azetylen ist nur in Kriegszeiten zu empfehlen, denn die gewöhnlichen flüssigen Brennstoffe sind doch bedeutend angenehmer. Sogar in Kriegszeiten werden andere praktischere Leuchtgase, z. B. Butah, Methan, etc. dem Azetylen vorgezogen, da sie eich auch im Gebrauch als weniger gefährlich erweisen. Wir glauben nicht, dass Ihnen hier Patente vorgehalten werden, können, zumal ja dieses Gebiet gegenwärtig etwas vernachlässigt wird, doch kann Ihnen nur ein Patentanwalt, der die genauen Untersuchungen durchführen kann, verbindliche Auskünfte darüber erteilen. H. V., ing. DIESEL- ODER HOLZGASWAGEN? Mein 4-Tonnen-Saurer ist zum Militärdienst eingezogen worden. Ich hätte nun Lust, einen neuen Wagen zu bestellen, einen Holzgaswagen oder Saurer- Diesel, sofern man genügend Treibstoff erhält. Es ist mir bekannt, dass die Holzgaswagen sehr oft nicht richtig funktionieren. Was raten Sie mir? Wäre es möglich, den Holzgaswagen so zu behandeln, dass er immer laufen würde? Könnte ich nach dem Krieg in den gleichen Wagen einen Dieselmotor einbauen lassen? Ich bin auch nicht im klaren wegen der Rendite, für den Fall, dass uns der andere Wagen wieder zurückgegeben würde. In Frage kommt wiederum ein 4-Tonnen- Wagen, der für die Arbeit auf Bauplätzen schwer genug ist. E. S. in 0. Antwort: Man rechnet heute damit, dass Lastwagen Dieselöl oder Benzin erhalten, aber niemand kann natürlich voraussehen, was morgen sein wird. Holzgaslastwagen erfordern weit mehr Pflege und Reparaturen als Diesel-Lastwagen. Sie eignen sich für lange Strecken, vorzugsweise in 1 relativ flachem Gebiet; dagegen sind ihnen die vielen Halte des Zubringerdienstes abträglich. In waldreichen Gegenden und für den Verkehr auf langen Strecken, vor allem für Sägereien und Unternehmungen in der Holzbranche, ist die Anschaffung eines Holzgas-Lastwagens zu empfehlen. Wenn Sie einen Lastwagen kaufen, dessen Typ requirierbar ist, besteht natürlich die Möglichkeit einer Einziehung durch die Militärbehörden. Dabei können Sie jedoch ein Gesuch um Freigabe eines Ihrer Lastwagen stellen, sofern Ihr Geschäftsbetrieb dies erfordert. Gegenwärtig dürfte die Qualität unserer Schweizer Lastwagen kaum von einer ausländischen Marke erreicht werden. Uöberdies besteht bei ausländischen Wagen die Gefahr, dass bei Andauern des Krieges und der Abriegelung der Grenzen keine Ersatzstücke mehr erhältlich sind. Eine Umstellung vom Holzgasmotor auf Dieselmotor dürfte kaum möglich sein. Dagegen kann von Holzgas leicht auf Benzin übergegangen werden und umgekehrt. E« wird heute sehr gutes Gazogen hergestellt; aber Holzkohle oder besser noch komprimierte Holzkohle ist dem Holz, selbst dem sehr trockenen, vorzuziehen. Der Holzgas-Lastwagen ist weniger leistungsfähig als ein Benzin- oder Oelmotor und in vielen Fällen, so namentlich auf Bauplätzen, sind diese letzteren vorzuziehen. Zusammenfassend kann festgestellt werden: Der Dieselmotor scheint für einen 4-Tonnen-Lastwagen, der viel fährt, am vorteilhaftesten, der Benzinmotor dann, wenn wenig gefairen wird, und der Holzgasmotor in Spezialfällen (lange Strecken ohne Anhalten, leichte Verpflegungemöglichkeit). H. V. OEL-ANALYSE. Ich stellte gebrauchtes Autoöl einige Monate beiseite, worauf das obere wieder 6chön klar wurde. Wie lässt es sich nun auf seine Qualität analysieren? Ist das Oel wieder einige Zeit verwendbar, event mit Graphitöl-Zusatz? L. B. in B. Antwort: Eine komplette Oelanalyse ist eine ziemlich komplizierte und kostspielige Angelegenheit (35—40 Fr.). In der Schweiz sind es der Automobil-Club der Schweiz (Technischer Dienst) und vor allem die Eidg. Materialprüfungsanstalt in Zürich, die solche Oelanalysen ausführen. Es bürgt noch nicht für die gute Qualität des Oels, wenn seine Oberfläche hell ist Darin liegt einzig ein guter allgemeiner Hinweis, und die festen Rückstände, Metallteile, Schmutz etc. sind ausgeschieden. Die Möglichkeit einer ziemlich grossen Brennstoffbeimischung zum Oel besteht aber trotzdem. Weil in Ihrem Brief genauere Angaben fehlen, wäre es gefährlich, Ihnen die Verwendung der oberen Schicht ihres Oeles zu empfehlen, selbst nach Beimischung von Kolloidgraphit, ohne das Oel zu filtrieren und zu regenerieren. Es bestehen Regenerationsverfahren, die befriedigende Resultate liefern. Aber nichts vermag natürlich ein frisches Oel au ersetzen. H. V., ing. Schriftliche Antworten: Fräst* 1257. DKW-Metallkarosserie. Können Sie mir mitteilen, wo ich die Metallkarosserie von DKW erhalte? M. in L. Frage 1258. Anschaffung eines Wagens. Ich möchte einen 4-Plätzer-Wagen, 2türig, 5—7 PS, Benzinverbrauch bis 9 Liter, anschaffen und bitte um Ihre Mitteilung, wozu Sie mir raten. F. in A. Frage 1259. Betriebsunterbruch. Da ich infolge der herrschenden Verhältnisse gezwungen bin, für die Dauer des Krieges meinen Wagen stillzulegen, möchte ich Sie anfragen, was für technische Vorkehrungen getroffen werden müssen, dass Motor, Batterie, Pneus und überhaupt der ganze Wagen während dieser vielleicht langen Dauer keinen Schaden erleiden. S. in B. Frage 1260. Autoheizung. Ich muss meinen Wagen für den kommenden Winter in eine ungeheizte Boxe einstellen; welche Heizung würden Sie mir empfehlen? F. in L. Frage 1261. Standard-Wagen. Wo befindet sich die Generalagentur der Standard-Wagen? A. in G. EIN TYPISCHER WOCHENFAHRPLAN MIT EINEM MONTAG Benzinrationierung: l 2 t 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 ' 14 15 16 17 18 19 20 21 Mi 5,47 PS Kilometer 23 24 DIENSTAG MITTWOCH DONNERSTAG FREITAG SAMSTAG Und dieses Programm können Sie jede Woche durchführen — und zwar mit einem Wagen, den Sie jetzt noch für Fr. 2990.— kaufen können. Wenn es heisst, dass dies gleichbedeutend ist mit dem Kauf eines zu 100% in der Schweiz hergestellten Automobils, so liegt dies hier klarer auf der Hand als in andern Fällen: 2 /3 entfallen auf die Bieter Montagearbeit und eingebautes Schweizer Material, das restliche 1 /3 wird im Clearing gegen Schweizer Export und Kapitalverzinsung kompensiert. Der Kadett trägt am Kühler das Schweizer Montagezeichen, das Ihren Beitrag zur Arbeitsbeschaffung dokumentiert. Lassen Sie sich diese zeitgemässe Lösung Ihres Automobilproblems vom nächsten Kadett-Vertreter vorführen! GENERAL MOTORS SUISSE S.A. BIEL

N"0 77 _ DIENSTAG, 10. OKTOBER 1939 AUTOMOBIL-REVUE F E Q J D L L E T O N Der Siedler. Roman von Heinrich Lämmlin. Auch Lisbeth lacht wieder. « Möglich, sagen Sie? — Sie werden sicher bald eine Ziege haben. Warum sollten Sie das auch nicht ? Sie haben doch Futter genug, und an Verwendung für die Milch wird es bald nicht mehr fehlen. Also ? > — Fragend schaut Fürst Lisbeth in das Gesicht. « Sorgen, kleine Frau? — Wo drückt der Schuh? » Lisbeth blickt zur Seite. Sie kann doch unmöglich zu dem Manne sagen : Wir haben kein Qeld mehr und wissen nicht, woher wir es nehmen sollten. Nein, das geht nicht. Das würde so aussehen, als wolle sie ihn anbetteln. Da sie nicht antworten will, sagt sie : « Ja, der Sepp will einen Stall bauen. Deshalb bricht er Steine aus. > Fürst schüttelt den Kopf. « Warum haben Sie kein Vertrauen zu mir, kleine Frau ? — Was habe ich Ihnen zuleide getan, dass Sie kein Vertrauen mehr zu mir haben ? > Da steht Lisbeth und weiss sich keinen Rat. Am Ende ist Fürst noch beleidigt, wenn sie ihm keine Antwort gibt. Aber sie kann ihm doch unmöglich sagen, was sie drückt. Sie scharrt in ihrer Verlegenheit mit den Schuhen in der Erde, und als ihr immer noch nichts einfallen will, zeigt sie auf den Sepp: Er soll es Ihnen sagen ? » Fürst nickt: c Ja, ich werde ihn dann fragen! — Zuerst will ich mir aber Ihre Hütte ansehen. > « O ! > atmet Lisbeth auf. « Das habe ich vergessen ! » Natürlich werde ich Ihnen die Hütte zeigen ! > Sie geht eilig voran und Fürst folgt ihr. « Das ist ja ganz heimelig hier ! sagt er ehrlich erstaunt. « So habe ich mir das nicht vorgestellt. Auch einen eisernen Ofen haben Sie ? Das ist gut, ja, das ist sehr gut 1 > < Der Sepp hat ihn ganz allein heraufgetragen ! » tut Lisbeth stolz. Auch das Bett hat er auf seinem Rücken heraufgetragen. >. SCHUH DE 12. Fortsetzung Eclatin AG., Solothurn, Farben- and Lackfabrik. Telephon 21139 Prima Klein-Auto- OGCASIONEN Wirkliche Benzinsparer in Zeiten der Benzin-Knappheit ADLER D.K.W. FIAT OPEL RÖHR etc. Liefer- und Leichtlastwagen TEMPO Chevrolet Track, 1750 kg Opel-Kasten-Lieferwagen, AG FÜR AUTOMOBILE, ZÜRICH Theaterstrasse 12, Telephon 2 28 00 Pflanzschulsfrasse 9, Telephon 7 27 33 « Das ist doch unmöglich ! » « Doch, er hat es getan, um die Fracht zn sparen. Geschunden hat er sich damit, dass er nicht mehr schnaufen konnte, a'ls er herauf kam. > Lisbeth ist Feuer und Flamme. «Auch die Stühle und den Tisch hat er gezimmert. Später will er noch andere Stühle aus gehobelten Brettern machen. Und das Wandbrett dort, das hat er auch gemacht Es ist sehr praktisch. Ich kann alles viel besser in Ordnung halten. Ja, wir haben es sehr gemütlich hier, und ich kann mir gar nicht vorstellen, dass es einmal anders gewesen ist» Ihre Augen glänzen vor Glück und Stolz. « Sie haben es so schön, dass ich am liebsten bei Ihnen wohnen möchte. Aber das Beste haben Sie doch vergessen. Darum möchte ich Ihren Mann am meisten beneiden, wenn ich noch jünger wäre.» Lisbeth sieht Alois Fürst fragend an. « Sie verstehen mich nicht ? » Er lacht hell auf. « Das Beste, das sind doch Sie, Frau Lüthy ! Mit so einer Frau muss sich ein Mann doch wohl fühlen.» « 0 ! > sagt Lisbeth und wird rot vor Verlegenheit, und da Fürst nichts sagt, um ihr zu helfen, fragt sie : « Haben Sie nicht auch eine Frau ? » « Ja, ich glaube, ich habe eine Frau.» Fürst lacht trocken. < Wissen Sie, so manchesmal weiss ich es nicht genau. Meine Frau ist, wie der ewige Jude, heute hier und morgen dort. Zu Hause ist sie sehr selten — und am Ende ist es gut so ! » Lisbeth tritt an das Fenster und blickt hinaus. Sie hat einen Blick in die Seele des Mannes getan, den sie vor Minuten noch beneidete, und ist traurig. Warum ist das so in der Welt, denkt sie. Wir sind glücklich, aber da wir kein Geld haben, müssen wir uns kümmern und sorgen. Und da steht ein reicher Mann und ist trotz seinem Gelde nicht glücklich. Ja, er neidet uns unser kleines Glück, er neidet uns unsere armselige Hütte, nur weil wir in Frieden leben. Tränen treten ihr in die Augen, und sie spricht ihre Gedanken laut aus : « Muss denn überall etwas fehlen ? — Ist nichts vollkommen ? > « Vielleicht liegt das nur an uns. Wir aHe verlangen vom Leben mehr, aäs wir selbst einsetzen wollen. Das war immer so, kleine Frau ! » Alois Fürst geht mit Jangen Schritten auf und ab, dann lacht er wieder auf: « Wir sind Narren, Frau Lüthy ! Statt den Tag zu nehmen, wie er ist, fordern wir von ihm schon einen Garantieschein für die Zu- .kunft. Das ist ein Fehler! > Dann wendet er sich .der Frau zu: « Da stehen wir und stellen Betrachtungen an, aber je mehr ein Mensch denkt, um so schwerer macht er sich das Leben. Lassen wir das ! > Er legt Lisbeth die Hand unter das Kinn, hebt ihr den Kopf hoch und schaut ihr in die Augen : «Wenn ich einmal so glücklich sein könnte, wie Sie sind, so würde ich alles dafür hingeben, und wenn es sein müsste, auch Ihre kleinen Sorgen mit in Kauf nehmen. » Wie um alle trüben Gedanken abzuschütteln, sagt er: f Ihr Mann ist Künstler, aber ich hörte ihn bis heute noch nicht spielen. Wollen Sie mir nicht wenigstens Seine Geige zeigen ? » Lisbeth eilt in eine Ecke und holt den Geigenkasten. «Hier ist die Geige ! » Sie streicht mit der Hand über das Holz. Es ist wie eine Liebkosung, die weniger dem Gegenstand als dem Besitzer gilt. «Ich will den Sepp rufen, damit er spielt.» « Er wird sich nicht gerne bei der Arbeit stören lassen », wendet Fürst ein, aber Lisbeth äst schon an der Tür und ruft ihren Mann. Sepp kommt langsam herbei, scheuert die Schuhe vor der Tür und tritt ein. Die Männer schütteln sich die Hände. « Ich wollte Sie nicht bei der Arbeit stören », entschuldigt sich Fürst, doch Sepp schüttelt den Kopf. t Sie stören nicht! Was noch zu tun ist, das eilt nicht besonders.» Er sieht die Geige auf dem Tisch und schaut Lisbeth fragend an. < Herr Fürst möchte dich einmal spielen hören», beantwortet sie seinen Blick. c Ja >, sagt der Sepp. Er nimmt die Geige aus dem Kasten und beginnt zu spielen. Er tut es ohne ein weiteres Wort und ohne sich nötigen zu lassen. Ein ganzer Kerl, denkt Fürst. Wie bei der an alle Industriellen - Garagisten -Unternehmungen - Autofahrer über die rationelle Verwendung der Mineralöle! Die durch den Krieg geschaffene Lage erfordert eine rationelle Verwendung aller Güter. Vor allem die vom Erdöl abgeleiteten Produkte, die zu den hauptsächlichsten Kriegsmitteln zählen, müssen bis zur letzten Möglichkeit ausgenützt werden. Die Kriegsindustrien wie auch die Armeen bedürfen dieser Produkte so dringend, dass eine Reglementierung der Ausfuhr an neutrale Länder unvermeidlich ist. Unsere Einfuhr ist schwierig und kostspielig. Dies wird klar durch die erste vom Eidg. Volkswirtschaftsdepartement in Kraft gesetzte Massnahme bewiesen, welche die Mineralöle und Kraftstoffe reglementiert. Es ist deshalb notwendig, alle Massnahmen zu treffen, am diese für unsere Industrien und Transporte wesentlichen Produkte nach Möglichkeit zu sparen. Das Wegwerfen der Mineralöle — für Auto- und Industriezwecke — nach einmaligem Gebrauch sollte verboten werden. Man sollte darum die in der Schweiz befindlichen Oelcruantitäten weiter verwerten, indem man deren mehrmalige Verwendung möglich macht, was eine Vermehrung der verfügbaren Vorräte zur Folge hat. Die Schmierwirkung eines guten Markenöls wird durch alle Fachleute als praktisch unbegrenzt betrachtet. Noch mehr. Es wurde schon oft gesagt, dass der Schmiereffekt des gebrauchten und nachher gereinigten Oels gewöhnlich höher ist als derjenige eines neuen. Auch verursacht es keine Russbildung mehr. Während des erstmaligen Gebrauchs und der darauf folgenden Reinigung verliert das Oel seine verdampfenden und russbildenden Teile, wird dadurch wirtschaftlicher und besitzt eine grössere Nutzbarkeit als bei der ersten Verwendung. Eine gewisse Menge Oel kann somit mehrmals verwendet und gereinigt werden, ohne dass seine Schmiereigenschaften geschädigt werden. Eine Anzahl amtliche und private Unternehmen besitzen für ihren eigenen Gebrauch einen Reinigungsapparat. Der grösste Teil der verwendeten Oele geht jedoch verloren; in gewöhnlichen Zeiten bedeutet dieses Abfallöl einen beträchtlichen Verlust, der in der jetzigen Lage gewaltige. Summen ausmächt. Jeder Oelkäufer trägt seinen Teil an diesem unserer Volkswirtschaft verursachten Verlust. Seit einigen Jahren werden in den meisten Ländern, selbst in jenen, die Oelquellen besitzen, die verbrauchten Oele sorgfältig filtriert. Die Schweiz stand in dieser Richtung wesentlich hinter andern Ländern zurück; es erschien deshalb als dringend nötig, Remedur zu schaffen. Die rationelle Lösung dieses Problems wird durch die Schweizerische. FILTROR-Organlsatlon geboten, welche sich die Filtrierung gebrauchter Oele zur Aufgabe macht Im ganzen Lande wurden modernste Einrichtungen geschaffen, von denen jede für einen bestimmten Bezirk arbeitet, was die Abhol- und Rücklieferungs-Unkosten auf ein Minimum reduziert; diese Unternehmen besorgen eine vollständige Reinigung aller Arten von Auto- und Industrie- Schmierölen. Wichtig dabei ist, dass die obenerwähnte Reinigung ausschllesslich durch elektrische Filtrierung erfolgt, ohne dass Irgendein chemisches Produkt verwendet wird. Wichtige Mitteilung Welches ist der grundlegende Unterschied zwiscföen der Filtrierung einerseits und der Regeneration anderseits? Wenn die chemische Regeneration dem Oel ein schönes Aussehen verleiht, so gewährleistet die elektrische FILTROR-Filtrierung eine vollständige Wahrung der Qualität auf natürlichem Wege. Diese Garantie für die Qualität ist das Hauptziel, das wir uns gesetzt haben und erreichten. Es ist eigentlich selbstverständlich, dass die grossen, modernen FILTROR-Einrichtungen Resultate liefern,: welche durch die kleinen Apparate nicht erreicht werden können; die kleinen Installationen haben oft zu Enttäuschungen Anlass gegeben. Gewisse Oelsorten, die durch die kleinen Einrichtungen nicht gereinigt werden können, lassen sich mittels FILTROR-Verfahren vollständig erneuern. E« liegt im Interesse der bis jetzt durch die andern Verfahren unbefriedigten Kunden, sich durch einen Versuch der vollständigen und rationellen Arbeitsweise des FILTROR-Verfahrens zu überzeugen. Erwähnen wir noch, dass Erfindung und Fabrikation der FILTROR-Anlagen hundertprozentig schweizerisch sind. Die FILTROR-Organisation erstellt ihre Anlagen selbst; sie werden durch ihre lokalen Vertreter unter direkter und dauernder Kontrolle geleitet. Die in der Schweiz gebauten FILTROR-Einrichtungen ermöglichen pro Tag die Filtrierung von mehreren Tonnen Oel, was die Bedürfnisse unserer Wirtschaft bei weitem zu decken vermag. Wir empfehlen allen Interessenten, von nun an alle gebrauchten Oele aufzuheben, was keinerlei Kosten verursacht; es schafft dies einen Anreiz, einmal einen Versuch mit der Filtrierung zu machen. In Anbetracht der gegenwärtigen Lage machen wir es uns zur Pflicht, die Tarife so niedrig als nur möglich anzusetzen. Wir berücksichtigen die Menge der angelieferten Oele, die Art der Lieferung, die schnellere Filtrierung der sog. gewöhnlichen Industrie-Oele, die geringere Kosten verursacht als diejenige der Automobil-Oele usw. Den. Bedürfnissen unserer Kundschaft werden wir dadurch gerecht, dass wir ihr auf Wunsch das Oel auf den ursprünglichen Viskositätsgrad zurückführen. Nach Möglichkeit nehmen wir die gebrauchten Oele gegen neue in Tausch. Aus diesem Grunde sollten heute alle Arten Mineralöle aufbewahrt und filtriert werden; es lohnt sich für jeden einzelnen und ist zugleich für jeden Oelverbraucher eine nationale Pflicht. Dadurch wird es> möglich, mehr Benzin und andere nicht ersetzbare Produkte einzuführen. Wir laden alle Interessenten ein, uns schnellstens die Lagermenge der zu filtrierenden oder die für die Zukunft benötigten Quantitäten aufzugeben. Wir liefern Ihnen gerne durch unsern Rayon-Vertreter alle wünschbaren Unterlagen. Schweizer Filtrler-Organlsatlon Lausanne Avenue Davel 4. — Telephon 2.37.59. NB. Einige Bezirke sind noch für die Uebernahme frei und werden seriösen Geschäftsleuten, die über etwa Fr. 15 000.— für Installation und Betriebskapital verfügen, abgegeben. Interessenten wollen sich an die obenstehende Adresse unter Angabe von Referenzen wenden. Arbeit, so ist er auch hier. Alles, was er macht, das tut er so selbstverständlich, dass man nicht denkt, es könnte auch anders sein. — Nachdem der Sepp die Geige wieder abgesetzt hat, nickt er mit dem Kopf. « Sie sind immer noch ein Künstler ! » Und als der Sepp fragend aufschaut: « Ich meine, trotz der schweren Arbeit, die Sie hier verrichten mussten ! > «Es geht noch ! Manches war besser, aber für den Hausgebrauch geht es immer noch », antwortet der Sepp. Dann denkt er daran, dass Fürst ihm helfen könnte, wenn er wieder mit der Geige Geld verdienen muss. Deshalb sagt er: «Ich werde wohl wieder irgendwo spielen müssen.» Fürst staunt: « Sie wollen wieder Konzerte geben? Fühlen Sie sich hier nicht wohl, können Sie den Nervenkitzel des Konzertsaales nicht vergessen ? » «Das ist es nicht! — Ich brauche Geld, wenn ich die Siedelung in die Höhe bringen will. Wir müssen auch noch Geld haben, bis das Kind zur Welt kommt. Ich möchte vielleicht in einem Cafe spielen in Locarno oder in Ascona — oder aber Stunden .geben ! » Dass er sich durch Stundengeben GeW. verdienen könnte, das ist ihm erst eingefallen. Es ist ein guter Gedanke und deshalb sagt er noch einmal : «Ja, Stunden, die könnte ich schon geben !» « Hm ! »-brummt Alois Fürst vor sich.hin, schüttelt den Kopf und sagt noch einmal :