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E_1939_Zeitung_Nr.076

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IV AUTOMOBIL-REVUE

IV AUTOMOBIL-REVUE DIENSTAG, 3. OKTOBER 1939 — N° 76 Ilnsexe PROBLEME DES DEUTSCHEN U-BOOT-BAUES Wenn Marschall Foch, der Generalissimus der Alliierten im Weltkrieg, vorausgesagt hat, der nächste Krieg werde dort wieder beginnen, wo der letzte aufgehört hat, so trifft dies vor allem auf die Taktik des Unterseebootkampfes zu. Es hat sich wenig verändert seit dem Tage, da die 138 Einheiten der deutschen U.-Bootflotte gemäss den Bestimmungen des Versailler Vertrages geschleift werden mussten .nachdem sie im Laufe der 4 Kriegsjahre 11 200 000 Tonnen Schiffsraum zum Sinken gebracht hatten. Dieses scheinbare Schneckentempo der Entwicklung, das in schroffem Gegensatz zu den Fortschritten im Boden- und besonders im Luftkampf steht, hat vor allem zwei Ursachen: Die Analogie der Aufgaben, die den deutschen U.-Booten nach wie vor zugewiesen sind, und das Verbot des Baues von solchen Booten durch den Friedensvertrag von 1919, das erst mit dem Londoner Flottenabkommen von 1930 in bestimmten Grenzen behoben wurde. Deutschland hat seit Kriegsende darauf verzichtet, auf dem Meer jene Hegemonie anzustreben, mit der die wilhelminische Epoche geliebäugelt hatte. Der Vorsprung Englands an Gesamttonnage und Kampfwert war zu gewaltig, um innert Jahren auch nur einigermassen eingeholt zu werden. Dazu kommt der Umstand, dass heute die Seeschlacht nicht mehr jene entscheidende Bedeutung für den Enderfolg besitzt wie zu Zeiten der Armadas oder Nelsons. Viel wichtiger ist es für die deutsche Kriegführung, die Zufuhr von Rohstoffen und Fertigfabrikaten nach den gegnerischen Ländern zu unterbinden, um dadurch die Arbeit der Kriegswirtschaft nach Möglichkeit zu stören. Der Aufbau der deutschen U.-Bootflotte wurde vornehmlich unter diesem Gesichtspunkt vorgenommen. Ein typisches Merkmal hierfür ist die Tatsache, dass die durchschnittliche Tonnage pro Einheit ausserordentlich niedrig ist. Beträgt sie — soweit dies überhaupt festgestellt werden kann — für Italien 800, für Frankreich 1000 und für England an die 1200 Tonnen, so erreicht sie für Deutschland nur etwa 350. Diese Zahl ergibt sich vornehmlich daraus, dass Deutschland über eine grosse Zahl sogenannter Taschen-U.-Boote verfügt. Solche kleine Einheiten haben zwar verschiedene Nachteile, die mit ihrer geringen Wasserverdrängung von 250 Tonnen zusammenhängen. Sie müssen volle 25 % ihrer Nutzlast für Brennstoff aufwenden, vermögen nur beschränkte Mengen an Proviant mitzuführen, haben eine Armierung von nur drei Torpedoröhren ohne jegliche weitere Bestückung und machen maximal eine Geschwindigkeit von 13 Knoten über und 8 Knoten unter Wasser, während vergleichsweise die Zerstörer mehr als 40 Knoten erreichen. Das geringe Gewicht beeinträchtigt auch die Stabilität bei hoher See, wodurch die ganze Aktionsmöglichkeit etwas zu.wünschen übrig lässt. Wenn sie dennoch eine grosse Rolle spielen, so können sie dies, weil ihre unbestrittenen Vorzüge die Nachteile überwiegen. Sie besitzen einen Aktionsradius von 300 Seemeilen (ca. 5500 km), sie genügen für die Kaperung von Handelsfahrzeugen, die Besatzung beträgt nur 10 Mann, die Tauchgeschwindigkeit ist grösser, sie kommen besser durch die Sperren, können in verhältnismässig kurzer Frist ersetzt werden und kosten verhältnismässig wenig. Dazu können 10 Einheiten zu 250 Tonnen im Handelskrieg ohne Zweifel mehr ausrichten als eine Einheit zu 2500 Tonnen, sofern das Tätigkeitsfeld hauptsächlich auf die Nordsee und die Westküste Englands und Frankreichs beschränkt bleibt. Deutschland scheint allerdings in letzter Zeit den etwas grösseren Typen von 500 t den Vorzug zu geben. Sie sind schneller, indem ihre Unterwassengeschwindigkeit 14 bis 15 Knoten beträgt; sie verfügen über einen Aktionsradius von 4000 Meilen (d. h. 7400 km), so dass damit grössere Gebiete bestritten werden können, um so mehr als auch die Brennstoffreserve, die Provianträume, die Stabilität, sowie die Armierung entsprechend grösser sind. Dazu kann dieser Typ im Seegefecht eine gewisse Rolle spielen. Der ganze Aufbau der Unterseeflotte deutet darauf hin, dass auf grössere Seegefechte im Prinzip verzichtet wird. Soweit es notwendig ist, Expeditionen in feindliche Länder auszuführen, wird diese Aufgabe der Fliegerei zugewiesen. Die taktischen Absichten sind für Deutschland in bezug auf ihre Unterseeflotte somit grundsätzlich verschieden von denen, welche die französische und englische Marineleitung ihren Einheiten zugedacht haben. 0 In der Literatur des napoleonischen Zeitalters ist dem Seekrieg nur ein bescheidener Raum gewidmet. Während jedes kleine Gefecht auf dem Kontinent in allen Phasen beschrieben wurde, sind die grossen Seeschlachten oft mit wenigen Zeilen abgetan. Mit Unrecht! Es scheint, als habe erst der Weltkrieg die Augen darüber geöffnet, dass in Wirklichkeit die Entscheidung in den Kriegen der Grossmächte auf See fällt. Wer die Meere beherrscht, hält die Weltherrschaft in der Hand. Die Erkenntnis hat rückwirkend in der Beurteilung früherer Seeschlachten eine Wandlung eintreten lassen. Wir wissen heute, dass die Seeschlacht bei Abukir, in der die Flotte des Generals Bonaparte vernichtet wurde, zum Verlust Aegyptens führte und den Plan, die englische Herrschaft in Indien zu zerstören, endgültig zum Scheitern brachte. Noch grössere Auswirkungen hatte die Seeschlacht bei Trafalgar. Und doch lesen wir bei einem bedeutenden Historiker wie Oncken : « Das Unglück (von Trafalgar) hielt Napoleon nicht auf; auf den Festlandskrieg hatte es nicht den mindesten Einfluss, und die Engländer hatten wenig Freude an einem Siege, der ihrem grössten Seehelden, Nelson, das Leben gekostet hatte. » In Wirklichkeit hatte der Sieg bei Trafalgar Englands Herrschaft zur See auf lange Zeit gesichert. Sein Uebergewicht in allen Weltteilen war für immer festgestellt. Nun vermochte es den Kampf gegen Napoleon bis zum Endsieg zu führen. Ohne die englische Flotte hätte es kein Waterloo gegeben. Napoleon hatte im Jahr 1805 erneut seinen Plan einer Landung in England aufgenommen. Englische Kriegsschiffe blockierten französische Häfen. Der geniale Erste Lord der Admiralität, Earl of Vincent, verfolgte dieses Blockadesystem mit einer ungeheuren Zähigkeit. Im Jahre 1805 waren allein in Brest zwanzig französische Schlachtschiffe eingeschlossen, für damalige Verhältnisse ein beispielloser Erfolg seemännischer Taktik. Napoleons Plan ging nun dahin, die Blockade zu brechen. Die französischen Flotten sollten versuchen, ihre Häfen zu verlassen, nach den französischen Besitzungen in Westindien zu segeln und sich dort mit der verbündeten spanischen Flotte zu vereinigen, um darin mit grösser Uebermacht die englische Flotte zu vernichten. Man hoffte, dass die englischen Admirale sich auf die Verfolgung der französischen Flotte stürzen würden und bei dieser Gelegenheit die Blockade der meisten Häfen Frankreichs aufheben würden. Napoleon selbst wollte dann mit der in Boulogne liegenden Flottille in England landen, während seine Hochseeflotte die Ueberfahrt seines Landheeres deckte. In einem Briefe an den französischen Admiral Villeneuve hatte Napoleon am Schluss seiner Instruktionen geschrieben : « Die Geschicke der Seemacht werden immer einen grossen Einfluss auf das Schicksal der Welt ausüben, und Wir rechnen ganz auf Ihren Eifer, Ihre Talente, Ihre Tapferkeit und die Anhänglichkeit an Unsere Person unter so entscheidenden Umständen.» Leider hielt sich der Kaiser selbst nicht an SCHICKSALSSTUNDEN EUROPAS Trafalgar seine Instruktionen. Während jeder englische Admiral genau wusste, was er zu tun hatte, hing der französische Oberbefehlshaber ausschliesslich von den Befehlen des Kaisers ab, und er war hilflos, wenn diese ausblieben. Zu Beginn des Jahres 1805 verfügte England über etwa 500 Schiffe, davon hatten die grössten eine Tonnage von etwa 2500 Tonnen, so Nelsons Flaggschiff « Victory » 2162 Tonnen. Es besass eine Besatzung von 850 Mann und 104 Geschütze. Die Situation der Flotte war fast genau so wie heute : der Schutz der englischen Interessen in Uebersee band eine grosse Anzahl von Schiffen; die Abnützung war eine beträchtliche. Am 16. April 1805 erfuhr Nelson, dass Admiral Villeneuve mit seiner Flotte das Mittelmeer durch die Meerenge von Gibraltar verlassen hatte. In England herrschte grösste Besorgnis. Man befürchtete, diese Flotte könne sich mit den Schlachtschiffen von Brest vereinigen, so dass Napoleon in der Lage- war, unter ihrem Schutz 100.000 Mann nach England zu werfen. « Seit acht Tagen hat niemand ruhig geschlafen», schrieb um diese Zeit eine englische Zeitung. Villeneuve kam am 13. Mai vor Fort-de- France auf der Insel Martinique an. Bereits am 4. Juni steht Napoleons Flotte vor Barbados, der östlichsten der Kleinen Antillen. Aber Villeneuve stellt sich nicht zum Kampf. Er hält den Zustand seiner Flotte für eine Seeschlacht zu schlecht und entscheidet sich dafür, nach Europa zurückzusegeln. Am 26. Juli wirft er Anker in der Bucht von Vigo. Durch einen Schnellsegler Nelsons war bereits vorher die Nachricht von der Ausfahrt des Geschwaders nach England gebracht worden. Am 16. Juli hatte Napoleon seinem Admiral den Befehl erteilt, sich mit den in Ferrol liegenden Geschwadern zu vereinigen ung sich zum Herrn des Kanals zu machen. Aber Villeneuve war nicht der Mann, rücksichtslos auf sein Ziel loszugehen. Er entschloss sich, nach Cadix zu segeln. Napoleon war wütend. In einem Schreiben vom 4. September sagte er von Villeneuve : « Der Admiral hat wirklich das Mass vollgemacht ... Er ist ein Elender, den man schimpflicherweise aus der Flotte jagen sollte...» Dann bestimmte er den Vizeadmiral Rosily zu Villeneuves Nachfolger. Admiral Villeneuve erfuhr erst durch Mittelspersonen von seiner Ungnade. Er glaubte nun, vor Ankunft seines Nachfolgers durch eine Seeschlacht alles wenden zu können. Napoleons Erfolge in Oesterreich hatten jedoch den Kaiser so verblendet, dass er kaum noch Zeit fand, sich mit seiner Flotte abzugeben. « Ich kann mich nicht mehr mit dieser Sache befassen », schrieb er am 2. November an seinen Marineminister. Bald sollte ihn die Katastrophe bei Trafalgar für immre der Sorge um seine Flotte entheben. Am 2. September 1805 hatte Nelson, der sich auf seinem Landsitz in England aufhielt, von der Ankunft der französisch-spanischen Flotte vor Cadix erfahren. Er bat die Admiralität, ihn mit dem Oberkommando zu betrauen, und diese erteilte ihm die Genehmigung. Am 15. verliess Nelson auf dem Schlachtschiff « Victory » Spithead und traf am 28. vor Cadix ein. Dort kreuzte Vizeadmiral Collingwood, den Nelson zu seinem Zweitkommandierenden ernannt hatte, mit einem ansehnlichen Geschwader. Insgesamt hatte Nelson für eine Schlacht 27 Schlachtschiffe mit 2152 Geschützen zur Verfügung, ^ßornpljii^ftfitijilc ftiöüfeniifcer W Im Mo M MnÄn Hinter 1. Seutfdjlanb glädjcnintjalt in km 2 (Sitttt)oljnet3af)I a) tnft. Qeftettetdj unb Subetenlanb jtifa 600,000 jitla 82,000,000 b) in«. SJSroteftotai Sternen unb 3Jtäf)ten äirfa 700,000 jttla 90,000,000 2. 9?olen 389,000 34,000,000 3. ©rofofctttanmcn a) 2rtuttetlanb (ÜJtutterlanb, Samtnien, 3nbten unb Kolonien) 40,378,000 524,500,000 («Enßlanb, Sßales, S^ottfonb, Stotbttianb) b) Stitifdjes SRetdj 243,000 47,000,000 4. tftanltüä) a) ättutterlanb 551,000 42,000,000 b) mit Äolonictlteidj 12,380,000 108,000,000" 2J?it bcn oorjtefjenben fiänbetn butdj spalte ocrbunbenc Staaten: 1. 3ta«en a) 3rtutterlanb b) mit Äolonialtetcf) 310,000 3,860,000 42,500,000 55,800,000 2. «ufjlanb a) europätfdjes SRu&fanb 4,670,000 134,000,000 b) aitatticfjes Kufjlanb 17,100,000 38,000,000 3. Surfet a) euijjpäifcfje Surfet 24,000 1,265,000 b) aftatiftfje Xütlti 739,000 15,000,000 3um SJergtetd): 6^n»etj 41,300 4,066,000 die französisch-spanische Flotte 33 Schlachtschiffe mit 2626 Geschützen. Am 19. Oktober, um halb neun Uhr morgens, verliess Villeneuve mit seiner Flotte den Hafen von Cadix, obgleich es ihm an Lebensmitteln und Munition fehlte. Er war der Meinung, die feindliche Flotte sei der seinen stark unterlegen. Am 20. befanden sich von seiner Flotte 33 Schlachtschiffe, 5 Fregatten und 2 Briggs auf hoher See. Eine Zeitlang fuhren beide Geschwader nach Westen, dann drehte Villeneuve nach Süden und nahm gegen vier Uhr Kurs nach Nord-Nord-Ost. Am Morgen des 21. waren sie ungefähr 21 Seemeilen vom Kap Trafalgar entfernt. Grosse Worte werden meist für die Nachwelt geprägt. Am 21. Oktober, gegen halb elf Uhr äusserte Nelson zu Leutnant John Pasco : c Jetzt will ich die Flotte mit einem Signal belustigen. » Es erschien das unsterblich gewordene Schlachtzeichen : « England erwartet, dass jedermann seine Pflicht tue. > Und als Collingwood die Botschaft empfing, sagte er brummend : « Ich möchte, dass Nelson aufhörte, Signale zu geben. Wir wissen alle, was wir zu tun haben ! » Vizeadmiral Collingwood war mit seinem aus 15 Schlachtschiffen bestehenden Geschwader Nelson weit voraus, der nur 13 Schiffe für sich behalten hatte. Gegen 11 Uhr gab Collingwood Befehl, das Feuer zu eröffnen, sobald die Schiffe nahe genug an den Feind herangekommen wären. Er selbst segelte mit der « Royal Sovereign» voraus und befand sich als erster im konzentrischen feindlichen Feuer. Im Augenblick des Zusammenstosses bei Trafalgar segelten die beiden englischen Geschwader nebeneinander genau im rechten Winkel auf die französich-spanische Flotte los, die in einer unregelmässigen, langgezogenen Linie fuhr. Zunächst stürzten sich 15 Schlachtschiffe Collingwoods auf 16 feindliche. Die englischen Schiffe schössen nicht nur besser, sondern wandten auch mit Erfolg die Taktik an, mit mehreren Schiffen ein feindliches anzugeifen und nach dessen Vernichtung ein neues Opfer zu suchen. Als erstes musste das spanische Flaggschiff « Santa Anna» die Flagge streichen, nachdem der kommandierende Admiral tödlich verwundet worden war. Dann unterlag Schiff auf Schiff den englischen Angriffen. Dem «Principe de Asturia» mit dem schwerverwundeten Admiral Gravina an Bord gelang es zu entkommen; ein Schiff flog in die Luft. Die verbleibenden zehn fielen Collingwood in die Hände. Die Schiffe, die jetzt mit Nelson in Kampf gerieten, befanden sich in einer noch ungünstigeren Lage, denn Nelson benutzte mit noch mehr Glück die Taktik, überall mit Uebermacht anzugreifen. Die französischspanische Flotte verteidigte sich jedoch heldenhaft und hatte dabei grosse Verluste. So ergab sich das Flaggschiff « Santissima Trinidad » erst, nachdem es 300 Tote und Verwundete hatte und der Schiffsraum voll Wasser stand. Nelsons eigenes Flaggschiff geriet in grosse Bedrängnis und verlor einige Masten. Um halb zwei Uhr ereignete sich ein grosses Unglück für die englische Flotte. Eine Musketenkugel von der « Redoutable » traf Nelson in die linke Schulter. Zunächst glaubte Nelsons Flaggkapitän Hardy, dass die Wunde keine ernste sei, aber Nelson antwortete ihm : « Sie haben mir den Rest gegeben, Hardy ! » Trotz seiner schweren Wunde wollte Nelson den Oberbefehl nicht niederlegen. Mit dem Tode ringend erteilte er seine Befehle. Seine letzten Worte waren : < Gott sei Dank ! Ich habe meine Pflicht getan ! > Gegen halb 5 Uhr verschied er. Admiral Villeneuve hatte inzwischen sein Flaggschiff < Bucentaure» dem englischen « Conqueror > übergeben, da er weiteren Widerstand für zwecklos hielt. Gegen fünf Uhr war die Schlacht von Trafalgar zu Ende. Die Engländer hatten nicht ein einziges Schiff verloren, aber die ganze Flotte war durch den Kampf äusserst mitgenommen und der Verlust Nelsons wog schwer. Von der französisch-spanischen Flotte waren siebzehn Schlachtschiffe durch die Engländer genommen worden, eins in die Luft geflogen. Die übrigen versuchten, die heimatlichen Häfen zu erreichen. Nelsons Leiche traf an Bord der « Victory » am 4. Dezember 1805 in England ein und wurde unter grossen Feierlichkeiten in der St. Pauls Kathedrale beigesetzt. Admiral Villeneuve war gefangen genommen und auf Ehrenwort freigelassen worden. Kurz nach der Landung in Frankreich wurde er in einem Gasthof in Rennes, von Dolchstössen durchbohrt, aufgefunden. Man nimmt an, dass er Selbstmord beging.

N° 76 — DIENSTAG, 3. OKTOBER 1939 AUTOMOBIL-REVUE 3m ßienste dec Sxhänheit H e u t e K o m p r e s s e n für d a s G e s i c h t Nachdem wir das lefztemal eine Reihe von Ratschlägen über die Anwendung von Auflagen und Packungen für das Gesicht gebracht haben,. sei heute von Kompressen die Rede, die für Ihre Selbstpflege eine gute Hilfe sein können. Wenn Sie sich abgespannt fühlen, wenn Sie Ihrer ermüdeten Haut schnell ein besseres Aussehen geben wollen, auch vor einer Gesichtsmassage sind feuchtheisse Kompressen angebracht. Das dazu verwendete Wasser machen Sie am besten durch Borax oder ein anderes Mittel weich. Auch können Sie zur Erhöhung der anregenden Wirkung einen halben Löffel Eukalyptusöl oder einen erprobten Kräuteraufguss zusetzen. Um die dämpfende Wirkung der Kompressen auf Ihren Teint zu sichern, müssen Sie indes noch einige kleine Vorschriften beachten. Heisse und kalte Kompressen. Nehmen Sie ein genügend langes Leinen- oder Mulltuch, tauchen Sie seinen Mittelteil in das vorbereitete Wasser ein und winden Sie es aus, ehe Sie es auflegen. Wenn das Wasser eine Temperatur von etwa 40° C hat, bekommt Ihre warme Kompresse die richtige Temperatur. Es ist aber auch notwendig, dass Sie zum Ueberdecken über die Kompresse eine Schutzauflage von Guttapercha oder Billrothbattist zur Hand haben, möglichst auch noch ein Flanelltuch,, so dass die Wärme der aufgelegten Kompresse durch diese Hilfsmittel festgehalten wird und in die Haut eindringt. Am bequemsten richten Sie sich alles Notwendige so her, dass Sie im Liegen die ganze Auflage machen können. Scheint Ihnen eine heisse Kompresse nicht zu genügen, so können Sie auch noch eine zweite oder dritte machen. Auf jeden Fall müssen Sie die Kompresse abnehmen, ehe sie zu kühl ist. Ihre Poren sollen sich unter der Einwirkung der Hitze öffnen und Fett und Unreinigkeiten wegschwemmen. Daher kommt auch dieses Verfahren oft vor allem bei einer derartigen Hautbeschaffenheit in Frage. Zum Abschluss der Behandlung muss aber stets für ein Zusammenziehen der Poren gesorgt werden. Dazu dient entweder eine Eisabreibung, von der noch zu sprechen ist, oder eine Abwaschung mit kaltem Wasser und mit einem erprobten, milde zusammenziehenden Toilettenwasser. Die sichtbare Wirkung feuchtheisser Kompressen besteht in einer gesteigerten Durchblutung, die sich in rosiger Klarheit und Frische des Teints äussert. Sollte Ihre Haut zur Erschlaffung neigen, liebe Bellerive b. Genf Wirtli au Lac „La Reserve" Unvergleichl. Lage. Einzigartige Terrasse. Grosse Säle. Fischfilet und Backfische. Lebende Forellen. Grill. Der ideale Ort für Kenner. Bankette. Das ganze Jahr geöffnet. Tel. 82055. Leserin, so können Sie durch regelmässige Anwendungen kalter Kompressen Ihren Teint glätten und straffen. Das benützte Wasser muss nicht nur kalt, sondern auch frei von Härte sein. Tauchen Sie ein geeignetes Tuch in das — nach Bedarf mit Zitronensaft oder mit Benzoetinktur anregend gemachte — kalte Wasser oder Eiswasser ein, winden es aus und lassen Sie es dann auf Ihrem Gesicht liegen, so lange es kühl genug ist. Dann erneuern Sie die Kompresse, damit das Gesicht allmählich ganz abkühlt. Eine Viertelstunde wird für diese Behandlung vielleicht ausreichen. Dann trocknen Sie Ihr Gesicht sorgfältig, am besten, indem Sie es mit einem weichen Frottiertuch abtupfen. Auch ist es gut, die Haut anschliessend leicht einzufetten. Sie werden spüren, wie Ihr Gesicht durch die ganze Behandlung erfrischt wird. In vielen Fällen — vor allem um den Teint straff und faltenlos zu erhalten — sind Wechselkompressen das richtige, d. h. ein Abwechseln zwischen heissen und kalten Auflagen. Machen Sie dabei die heissen Auflagen so Tieiss, als Sie es nur vertragen, aber jeweils nur kurz, und legen Sie dann gleich die bereitgehaltene kalte Kompresse auf. Mehr als ein halbes Dutzend Mal heisse und kalte Kompressen wäre Wahrscheinlich zuviel. Hören Sie darum rechtzeitig — und natürlich mit einer kalten Kompresse— auf und trocknen Sie sich dann sorgsam ab. Zum Abschluss können Sie auch eine leichte Klopfmassage des Gesichts vornehmen. Wenn Sie bestimmte Zwecke verfolgen, so können Sie auch Kräuterkompressen machen. Darum merken Sie sich, dass verschiedene Kräuter wohltätige Wirkungen auslösen. Salbei zieht zusammen, Lindenblüte und Heublumen wirken blutreinigend, Kamille ist nervenstärkend, kann aber bei einem Zuviel auch schlaff machen. Bei fetter Haut kommen u. a. Rosmarin, Schlehen und Fenchel in Frage, sonst ist eine erfrischende Mischung, z. B. Lindenblüte, Pfefferminz, Kamillen und Salbei. Am besten taucht man ein Mulltuch mit den ausgewählten Kräutern in kochendes Wasser und legt es dann nach Art der feuchtheissen Kompressen Eisabreibung. auf. Allein der Duft der Kräuter wirkt schon wohltuend. Natürlich muss man auch nach diesen Kräuterkompressen durch kaltes Nachspülen für das Zusammenziehen der Poren des Gesichts sorgen. In diesem Fall wie nach allen Arten von Gesichtspackungen und heissen Kompressen — ebenso auch nach Gesichtsdampfbädern — können Sie zum Abschluss eine Eisabreibung des Gesichtes vornehmen. Nur falls Sie zu roten Aederchen oder zu Nasenröte neigen, müssen Sie diese Mass- V«»»£«i Der Krieg und die Frauenmode. Noch hat der Krieg erst wenige Wochen gedauert, und schon hat er die Mode bald ebenso stark beeinflüsst wie viele andere Gewohnheiten. Besonders stark macht sich dies in London bemerkbar, und hier wiederum vor allem in den Coiffeurgeschäften. Da den in den Hilfsdiensten beschäftigten Frauen sowohl das Ldckentragen wie das Lackieren der Fingernägel untersagt ist, will kaum eine Frau mehr ihr Fernbleiben vom «Dienst» dadurch noch unterstreichen, dass sie diesen Verboten zuwiderhandelt, und Haare sowohl wie Nägel haben die Richtung € zurück zur Natur» eingeschlagen. Ja, man geht noch weiter: natürlich gelockte Haare werden ..nach Möglichkeit geglättet, und die Nägel werden nicht mehr lang und spitz getragen, sondern abgerundet, um beim Arbeiten nicht hinderlich zu sein. Besonderen Einfluss hat auch die nächtliche Fliegerverdunkelung. Um zu vermeiden, dass man in. den total finsteren Strossen -überfahren wird, tragt man weisse Mäntel oder zumindest weisse ijjsb