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E_1939_Zeitung_Nr.076

E_1939_Zeitung_Nr.076

tlrlscha Requisition

tlrlscha Requisition tafinsfen SIstlerung die Ermissigung der PrSmle pro rata temporis zu berechnen. Die Berechnung der Requisitionsdauer erfolgt nach Tagen, -wobei jedoch die Tage der Einund Abschätzung im Hinblick auf das von der Gesellschaft getragene Risiko der Fahrt zum Mobilmachungsplate und zurück nicht mitgezählt werden. Die derart berechnete Rückprämie wird auf die erste nach Ablauf der Requisition fällig werdende Prämie angerechnet. Kommt eine Wiederinkraftsetzung des Fahrzeuges duroh den bisherigen Versicherungsnehmer nach der Aufhebung der Requisition nicht in Betracht, eo kann alsdann die Bar- Tüdkerstattung des Sistierungsrabattes verlangt werden. In diesem Fall berechnet sich der Sistierungsrafcatt jedoch nicht pro rata temporis, sondern nach der allgemeinen, im ersten Ausatz dieser Ziffer erwähnten Skala. Eine Prämlenrücikforderung schon im Monate der Requirierung wird nicht gewährt, da man ja nicht voraussehen kann, wl« lange diese dauert. Wünscht der Versicherungsnehmer im Anschluss an die Requisition sein Fahrzeug nicht wieder in Betrieb zu setzen, so hat er, falls er nicht schon vorher einen Sistierungsantrag gestellt hat, seine Gesellschaft hievon umgehend in Kenntnis zu setzen. Für die militärische Requieitionszeit überschreitende Sistierungsflauer findet ausachliesslich die im ersten Afcsate dieser Ziffer erwähnte Sis-tierungsrabattskala Anwendung. Ein Versicherungsnehmer, dessen Motorfahrzeug zuerst 2 Monate requiriert war und der dann anschliessend dag gleiche Fahrzeug aus irgend einem andern Grund während weiterer 2 Monate unter Sistierung seiner Police nicht jn Betrieb nimmt, hat somit z. B. Anspruch darauf, daee auf der nächstfolgenden Prämie angerechnet werden: 16,66 Prozent (ein Sechstel) für die ersten 2 Monate + 10% für dfcn 3. und 4. Monat -= 26.66% der Jahresprämie. Macht der Versicherungsnehmer von dem im dritten Absatz vorgesehenen Rechte einer Barrüekvergütung Gebrauch, so beträgt der Rabatt unter den gleichen tatsächlichen Voraussetzungen nur 10% + 10% = 20%. VI. Dieser Beschluss gilt rückwirkend für sämtliche seit Mitte August 1939 angeordneten Requisitionen. Seine Gültigkeitsdauer ist zunächst auf das laufende Jahr beschränkt. Obiger Beschlues ist durch Mitteilung des Eidgenössischen Versicherungsamtes vom 28. Septem ber 1939 genehmigt worden. Ein weiteres Entgegenkommen der Versicherungsgesellschaften? REDUKTION DER PRÄMIEN. Es "war vorauszusehen, däss auch diese Frage aufgerollt würde. Den Anstoss dazu haben die Clubs, vorab der A.C.S. gegeben, um ihren Mitgliedern eine der Reduktion des Fährbetriebes entsprechende Prämiensenkung zu verschaffen. Bei d'en Versicherungsgesellschaften fand der Vorschlag günstige Aufnahme und wenn auch die Verhandlungen noch nicht ganz zum Abschluss gelangt sind, so haben eich die Versicherungsgesellschaften grundsätzlich bereits damit einverstanden erklärt. Was noch festzulegen bleibt, das ist die Höhe der Prämienermässigung, die sich nach der den Automobilisten bewilligten Benarinmenge und infolgedessen nach d«r Anzahl der Kilometer richtet, welche sie monatlich noch fahren können. Man spricht davon, eine Limite von 600 km und eine zweite von 1000 km in Erwägung zu ziehen, währenddem die gegenwärtigen Prämien auf einem bedeutend höheren Monats-Fahrdurchschnitt berechnet waren. Diese finanzielle Entlastung, die jeder Automobilist in den heutigen Zeiten als willkommen empfinden wird, soll auf 1. Januar 1940 in Wirksamkeit treten. Wer haftet bei Lernfahrten? (Aus dem Bundesgericht.) Das Motorfahrzeuggesetz bestimmt in Art. 14 über die Lernfahrten : « Fahrten zu Lernzwecken dürfen nur stattfinden mit Fahrzeugen, für die Fahrzeugausweise bestehen. Der Lernende muss von einer Person begleitet sein, die den Führerausweis besitzt und damit die Verantwortlichkeit als Führer trägt. Für solche Fahrten hat der Lernende bei der Behörde seines Wohnsitzkantons einen Lernfahrausweis einzuholen. > Ein Autounglück, das sich am 16. Juli 1938 bei Landquart ereignet hat, gab dem Kassationshof des Bundesgerichts Anlass, sich mit Art. 14 MFG zu befassen. Halter des Wagens war Vater Pf., der jedoch seinem minderjährigen Sohn schon seit und 400 Fr. Busse. Hiebet nahmen beide Bündner Instanzen an, es habe sich hier nicht um eine Lernfahrt gehandelt, so dass der Sohn, nicht der als Führer mitfahrende Vawenn wir uns rechtzeitig um die Dinge kümmern ? » Der Sepp lachte gedrückt auf. < Es gibt nur zwei Wege — und beide gehe ich nicht gerne ! > « Kann ich dir nicht helfen ? » « Lisbeth ! » Der Mann fährt der Frau mit der Hand über das Haar. « Ja, zwei Möglichkeiten habe ich: Die eine besteht darin, dass ich Holz schlage und verkaufe. Das mache ich nicht gerne. Wenn ich denke, für was das Holz verwendet wird...» « Ich könnte wieder als Geiger gehen. Irgendwo wird man schon Verwendung für mich haben, aber wenn ich das mache, so muss ich fort von hier. — Ich kann dich doch in diesem Zustand nicht allein zurücklassen. — Wie ich es mir auch überlege, ich finde keinen andern Weg. > Beide schweigen. Alles geht gut bis zu dem Punkt, bei dem die Geldfrage beginnt. Ich bin froh, wenn diese Erde einmal so viel trägt, dass wir ohne Geld durchkommen können oder das Wenige, das wir immer brauchen werden, aus ihren Erträgnissen lösen können, denkt Sepp. Dann steht er auf und schwingt wieder den Hammer. «Geldl — Geld! — Das Der Fragebogen für die endgültige Benzinrationierung ist da Aus dem Bundesratsbesehluss über die Landesversorgung mit flüssigen Kraft- und Brennstoffen, dessen Grundzüge wir in unserer letzten Nummer veröffentlicht haben, geht hervor, dass das gegenwärtige provisorische Treibstoff-Rationierungssystem durch ein definitives ersetzt werden soll. Der Uebergang zu dieser endgültigen Lösung, wobei sich die ^Zuteilung der Mengen nach den vorhandenen Vorräten und den Importmöglichkeiten richtet und der wirtschaftlichen Bedeutung der verschiedenen Verbrauchergruppen Rechnung trägt, erfolgt, wie bereits gemeldet, am 16. November 1939. Die Fahrzeuge werden dabei entsprechend ihrer Wichtigkeit für die Erfordernisse der Kriegswirtschaft und die wirtschaftlichen Notwendigkeiten in vier Kategorien eingeteilt. Um die Grundlagen für die endgültige Rationierung zu gewinnen, führen die zuständigen Behörden in der Zeit vom 2.—7. Oktober 1939 eine Erhebung bei den Haltern von Personenwagen, Lieferwagen unter l Tonne Nutzlast und Motorrädern in der ganzen Schweiz durch. Die Pflicht zur Ausfüllung und Einsendung der Fragebogen erstreckt sich auch auf die Halter von requirierten, stillgelegten sowie auf die ausländischen Fahrzeuge, welche über den 15, November hinaus in der Schweiz bleiben. In diesen Fällen ist bei der Beantwortung anzugeben, dase dae Fahrzeug requiriert, stillgelegt oder im Ausland immatrikuliert ist. Jeder Halter eines Fahrzeuges dieser Art ist dabei verpflichtet, die an ihn gerichteten Anfragen zu beantworten. TJnterlässt er dies innerhalb der angegebenen Frist, so riskiert er, dase er kein Benzin mehr erhält. Die Fragebogen liegen, worauf wir in unserer letzten Nummer ebenfalls hingewiesen haben, seit vergangenen Montag, den 2. Oktober, bis nächsten Samstag, den 7. Oktober, bei sämtlichen Poststellen der Schweiz auf und sind bis spätestens Samstag, den 7. Oktober, ausgefüllt in dem vorgedruckten Umschlag — und selbstverständlich frankiert — bei der Post abzugeben. Um Missverständnissen vorzubeugen, machen wir ausdrücklich darauf aufmerksam, dass diese Erhebung die Halter von Lastwagen nicht erfasst, dass sie also die Fragebogen nicht zu beziehen haben. Einige Ratschläge für die Ausfüllung des Fragebogens mögen hier zu Nutz und Frommen der Halter von Personenwagen, Lieferwagen bis zu 1 Tonne Nutzlast und Motorrädern folgen. Zu den Fragen 1 (Kanton, Gemeinde), 2 (Name und Vorname oder Firma des Halters) und 3 (genaue Adresse) erübrigen sich weitere Erläuterungen. Frage 4 (Beruf oder Natur des Ge- langem die Führung des Wagens erlaubt hatte. Kurze Zeit vor dem Unglückstag war der Sohn Pi. 18 Jahre alt geworden, worauf r den Lemfahrausweis erworben hatte. Der Sohn Pf. übernahm die Lenkung, ausser seinem Vater fuhren noch drei Damen als Passagiere mit. Auf der Rückfahrt, die von Cihur nach Schiers führen sollte, kam der in schnellem Tempo fahrende Wagen in der Klus bei Landquart ins Schleudern und stürzte in den Fabrikkanal, wobei sich nur der Sohn Pf. durch Schwimmen rettete, während die vier andern Insassen des Wagens ertranken. Sowohl das Kreisgericht der fünf Dorfer als der Kleine Rat von Graubünden verurteilten den unvorsichtigen Lenker wegen Widerhandlung gegen die Fahrvorschriften von Art. 25 MFQ und wegen fahrlässiger Tötung; das Urteil der oberen Instanz lautete auf einen Monat Gefängnis mit bedingtem Straferlass verdammte Geld!» flucht er leise vor sich hin, während der Hammer niedersaust und die Splitter weit herumfliegen. Es ist das erstemal seit vielen Woche, dass er flucht. Lisbeth seufzt auf. « Wenn ich doch helfen könnte, wenn ich einen Ausweg wüsste. Aber nichts kann ich tun und zu nichts bin Ich nütze. Hier stehe ich, halte die Zunge im Mund und warte.» Müde geht sie zur Hütte zurück. Am Tage darauf kommt Alois Fürst. Er ist gut gelaunt, pfeift ein lustiges Lied und schwingt seinen Stock. Der hat gut lachen, denkt Lisbeth, der hat Geld! Gleich darauf schämt sie sich der eigenen Gedanken. Hat er ihnen nicht geholfen, so gut er konnte ? — Wie neidisch doch die Sorgen machen, diese kleinen Sorgen um die nächsten und geringsten Dinge! « Wie geht es, kleine Frau ? > lacht Fürst sie an und schüttelt ihr kräftig die Hand. Und ohne ihre Antwort abzuwarten, fährt er fort: « Jetzt sieht es hier anders aus. Sie haben schwer gearbeitet. Aber was tobt Ihr Mann dort an den Steinen herum ? » «Er will einen Stall bauen, möglich, dass wir einmal eine Ziege haben werden !» (Fortsetzung folgt.) AUTOMOBIL-REVUE DTKNSTAfi 3 fYKTfffl'FTT? 1OSQ fSO 1R Worauf haben Sie bei der Ausfüllung zu achten ? schäftsbetriebes): Um den mit der Auswertung der eingehenden Antworten beauftragten Stellen einen Begriff von der Art und der Bedeutung Ihres Geschäftsbetriebes oder Ihrer beruflichen Tätigkeit zu vermitteln, geben Sie genau an, welcher Branche Sie angehören, welche Arbeiten Sie hauptsächlich ausführen, was für Waren Sie erzeugen, handeln oder befördern. Frage 5 (Angaben über die Motorfahrzeuge, für die Benzin angefordert wird): Die hiefür erforderlichen Daten finden Sie im Fahrzeugausweis (graue Karte). Frage 6 (Wozu wird das einzelne Fahrzeug vorwiegend verwendet?): Von der Beantwortung dieser Frage hängt es ab, ob und in welchem Umfang dem Betrieb Ihres oder Ihrer Fahrzeuge der Charakter der wirtschaftlichen oder geschäftlichen Notwendigkeit zuerkannt wird. Vor allem ist es dabei wichtig, anzugeben, in welchem Umkreis sich Ihre Fahrten in der Regel bewegen. Können Sie an Stelle des Motorfahrzeuges nicht ein anderes Transportmittel benützen, so tun Sie gut daran, in Ihrer Antwort darauf hinzuweisen und die Gründe hiefür darzulegen. Frage 7 (Beabsichtigen Sie, Fahrzeuge über den Winter ausser Verkehr zu setzen? Wenn ja, von wann bis wann?): Ueberlegen Sie sich die Antwort auf diese Frage genau und bleiben Sie sich dessen bewusst, dass nach der soeben erfolgten Erklärung der Sektion für Kraft und Wärme auch nach dem 15. November Benzin abgegeben wird, in erster Linie freilich für jene Fahrzeuge, deren Betrieb aus wirtschaftlichen oder geschäftlichen Gründen aufrechterhalten bleiben muss-, dann aber, soweit es die Importlage gestattet, in bescheidenerem Ausmass auch für solche, die zu touristischen Zwecken Verwendung finden. Der Erklärung, dass Sie Ihr Fahrzeug stillegen wollen, kommt übrigens für Sie insofern keine verbindliche Wirkung zu, als es Ihnen natürlich freisteht, den Wagen oder das Motorrad später wieder in Verkehr zu setzen, wenn es die Versorgungslage in jenem Zeitpunkt erlaubt, Ihnen Brennstoff zuzuteilen. FraBe 8 (Welches Benzinquantum glauben Sie für Ihre beruflich oder geschäftlich unerläselichen Fahrten monatlich zu benötigen?): Diese Frage wendet sich an Ihr Gewissen. Lassen Sie sich aber gesagt sein, dajss es eine Fehlspekulation wäre, etwa zu glauben, durch übertrieben hohe Angaben der benötigten Benzinmengen auf Ihre Rechnung zu kommen. Wird nicht überall der wirkliche Mindestbedarf angegeben, dann verfehlt die Erhebung in diesem Punkte ihren Zweck und die Behörden werden die auf diese Frage eingehenden Antworten unverwertet beiseite legen, zum Schaden aller Automobilisten. Frage 9 (Welches sind Ihre Benzinvorräte im gegenwärtigen Zeitpunkt? ) : Selbstverständliche Pflicht ist es, bei der Beantwortung alles anzugeben, was Sie an Vorräten ausserhalb des Wagentanks besitzen und nichts zu verheimlichen. Auf unwahren Antworten drohen die gesetzlichen Strafen, zu denen noch die Sperre der Benzinzuteilung hinzukommen kann. ter Pf. strafrechtlich verantwortlich sei; der Angeklagte habe den Lernfahrausweis nicht zur Erlernung des Fahrens, sondern zur Erwerbung des Führerausweises gelöst, für eine-Lernfahrt wäre de Strecke zu schwierig und ausserdem seien noch drei Passagiere mitgefahren. Der Sohn Pf. reichte Nichtigkeitsklage ein, indem er geltend machte, es habe sich um eine Lernfahrt gehandelt und er sei nach Art. 14 MFG nicht verantwortlich. Der Kassationshof des Bundes'gerlchts hat das Strafurteil deswegen geschützt, weil der Sohn Pf. wegen eines kantonal rechtlichen Deliktes (fahrlässige Tötung) bestraft worden ist. Wenn Art. 14 MFG die strafrechtliche Verantwortlichkeit für die Lernfahrt nicht dem Fahrschüler, sondern der mit dem Führerausweis versehenen Begleitperson zuweist, so wird damit nicht ausgeschlossen, dass der Inhaber des Lernfahrausweises wegen Vergehen gegen das kantonale Recht verurteilt werden kann. Der Strafrichter durfte bei der Verurteilung wegen fahrlässiger Tötung die Fahrlässigkeit in einem Verstoss gegen die b u n d e s - rechtliche Vorschrift des Art. 25 MFG erblicken, für welchen der Fahrschüler nach Bundesrecht nicht bestraft werden dürfte. Gegenüber der Verurteilung wegen fahrlässiger Tötung konnte der Sohn Pf. den Strafausschliessungsgrund des Art. 14 MFG somit nicht geltend machen. Hing demnach die Entscheidung nicht ,von der Auslegung des Begriffes der L e r n f a h r t ab, so war doch aus der Urteilsberatung ersichtlich, dass der Kassationshof die Auffassung der Bündner Gerichte nicht teilt, wonach es von den Umtänden des Einzelfalles abhängt, ob eine Lernfahrt anzunehmen sei. Hier muss auf klare Unterscheidungsmerkmale abgestellt werden und jedesmal, wenn der Inhaber eines Lernfahrausweises in Begleitung einer mit dem Führerausweis versehenen Person ausfährt, liegt eine Lernfahrt vor. Die Nichtigkeitsklage wurde abgewiesen und das Strafurteil des Kiemen Rates bleibt daher in Kraft. Wp. Sparen, sparen...! Schluss von Seite 1. die etwa bei 70—80° C liegt. Verfügt der Wagen über eine handbetätigte Jalousie und ein Femthermometer, dann kann man ohne Schwierigkeiten für günstige Betriebswärme sorgen. Der nachträgliche Einbau dieser Hilfsmittel kostet übrigens nicht die Welt und macht sich rasch bezahlt. In der kalten Jahreszeit heisst es auf alle Fälle die Kühlerschutzhaube verwenden oder zumindest einen Teil des Kühlers mit Pappe abdecken. Besondere Wichtigkeit kommt daneben der richtigen Einstellung des Vergasers zu. Entströmt dem Auspuff ein schwärzlicher Rauch, dann liegt darin das beste Zeichen, dass die Einstellung zu fett ist und Brennstoff vergeudet wird. In diesem Falle empfiehlt es sich, sofort die Werkstatt aufsuchen und den Vergaser einstellen lassen. Ueberflüssig zu sagen, dass auch ein verschmutzter Vergaser die Betriebsbedingungen ungünstig beeinflusst. Dann kommt dem Umstand besondere Wichtigkeit zu, dass die Zündeinstellung genau stimmt. Vor allem müssen die Zündkerzen einwandfrei sein. Für den, der seine Fahrweise auf Wirtschaftlichkeit einstellt, ist es jedenfalls kein Luxus, alle 10.000 km die Kerzen zu ersetzen. Schliesslich spielt der Zustand des ganzen Wagens eine grosse Rolle. Wenn die Kupplung schleift, so wird die Motorleistung nicht voll übertragen, was gleichbedeutend ist mit einer Brennstoffvergeudung. Schleifen die Bremsen oder sitzen sie sogar fest, so resultiert daraus ein zusätzlicher Fahrwiderstand, der gleichfalls Leistung frisst und daher Brennstoff kostet. Ungenügender Reifendruck erhöht die Bodenreibung, ausserdem wird durch Verkleinerung des Rollkreises der Reifen eine Art von « Untersetzung» eingeschaltet, die den Motor bei gleicher Fahrgeschwindigkeit zu höheren Drehzahlen zwingt. Selbstredend erheischt auch das Tanken Vorsicht. Ueberfliessender Brennstoff beim unachtsamen Einfüllen und im Schlauch verbliebene Benzinreste fliessen auf den Boden aus und gehen verloren. Auch beim Vergasertippen (bei älteren Modellen) bis zum Ueberfliessen des Brennstoffs wird das wertvolle Nass vergeudet. Dass man sich nach Vornahme einer Arbeit nicht die Hände mit Brennstoff waschen soll, versteht sich von selbst. Ueberdies empfiehlt es sich, darauf zu achten, dass keine Stelle des Brennstoffsystems eine Undichtigkeit aufweist. Was nun das Schmieröl anbetrifft, so vergeben Sie sich nichts, wenn Sie beim Einfüllen gleichfalls vorsichtig hantieren, damit nichts daneben geht. Mehr als unbedingt nötig soll man nie auffüllen, weil bei überroässigem Oelstand im Motor Schmierstoff durch die Kolben in die Verbrennungsräume gepumpt wird, wo es verbrennt, ohne zu nützen. Immerhin sei vor dem Fehler gewarnt, um einer vermeintlichen Ersparnis willen den periodischen Oelwechsel hinauszuschieben. Daher nach wie vor nach max. 3500 km im Sommer und 3000 km im Winter, möglichst schon etwas früher, das Oel erneuern ! Bei Vorhandensein einer Zentralschmierung für das Chassis betätige man diese zwar regelmässig, veranstalte aber keine Exzesse. Es genügt vollauf, alle 75 bis 100 km ein mal den Stempel kräftig durchzudrücken. Und nun noch zweit Worte über die Keifen. Das Fahren mit ungenügendem Druck, das zu nahe Heranfahren an den Randstein (Abradieren !) und das zu forsche Nehmen von Kurven, sowie hohes Tempo auf Schotterbelag verkürzen die Lebensdauer der Pneus. Der Druck in den Reifen eines Räderpaares muss auf 0,1 at stimmen, da sonst einseitige Abnützung eintritt. Auch Vorspur, Achssturz und Vorlauf müssen stimmen, weshalb man gut daran tut, in regelmässigen Abständen die Stellung der Vorderräder nachprüfen zu lassen. Plötzliches Beschleunigen und vor allem jähes Bremsen erhöhen ebenfalls die Reifenabnützung. Mit diesen Hinweisen haben wir versucht, die Grundregeln für wirtschaftliches Fahren zu skizzieren. Sie verdienen Beherzigung, weil es Pflicht eines jeden ist, für möglichste Streckung der vorhandenen Vorräte zu sorgen. Wer aber glaubt, achtlos an den Interessen der Gesamtheit des Volkes vorübergehen zu dürfen, der sollte sich wenigstens vor Augen halten, dass alle diese Massnahmen schliesslich seinem eigenen Geldbeutel zugute kommen !

76 AUTOMOBIL-REWE TOURISTIK Auch unsere Hotellerie muss leben Der Pressedienst der Schweizerischen Verikehrszentrale teilt mit: Mit jedem Tag kommt es uns deutlicher zum Bewusstsein, wie einschneidend eich der Krieg auch auf unser neutrales Land auswirkt. Immer klarer dringt aber auch täglich die Erkenntnis durch, dass mit düsterem Pessimismus diesen Auswirkungen nicht abgeholfen wird. Das Leben geht weiter; es muss so normal als immer möglich weitergehen. Die Anpassung an die neuen Verhältnisse mues auf allen Gebieten rasch vollzogen werden, vor allem auf einem Gebiet, das so stark vom Frieden, von der internationalen Freizügigkeit und von der wirtschaftlichen Konjunktur abhängig ist wie die Hotellerie. Besonders drastisch haben sich hier die Folgen des Kriegeausbruches gezeigt. Fluchtartig, von einem Tag auf den andern, sind die ausländischen Gäste über die Grenzen unseres Landes zurückgeströmt. Mit tiefer Beklemmung hat dieser Auszug alle erfüllt, die wissen, welche wirtschaftliche Bedeutung der Fremdenverkehr für die Schweiz besitzt, wie vielen er Arbeit und Auskommen gewährt 65.000 Personen sind ja in der Hotellerie allein beschäftigt und auf 3—t Milliarden beziffern sich die Anlagewerte des Gastgewerbes. Mehrere hundert Millionen unserer passiven Handelsbilanz werden alljährlich durch die Einnahmen aus dem Fremdenverkehr gedeckt. Das Leben geht weiter. Auch die Hotellerie muss weiter leben können. Es muss ihr geholfen werden, damit eie durchhalten kann, damit uns dieses kostbare und delikate Instrument der Wirtschaft erhalten bleibt bis auf den Tag, da die Grenzen sich wieder öffnen. In den letzten kritischen Jahren schon hat das Schweizervolk mehr und mehr begriffen, dass es der Heimat dient, wenn es die Ferien im Lande verbringt. Der Anteil der Ihlandgäste an der Gesamtzahl der Uebernachtungen stieg bie auf 60%>. Dass mancher sich heute Einschränkungen auferlegen muss, ist verständlich. Allzugrosse Aengstlichikeit aber würde der gesamten Wirtschaft schweren Schaden zufügen. Wenn alle, die bisher ihre Ferien noch Im 'Ausland verbracht haben und sich Ausspannung und Erholung also wohl noch leisten können, sich nun ebenfalls solidarisch unsern Kurorten und Hotels zuwenden, dann wird es auch möglich sein, dass die Hotellerie in der schweren Zeit durchhält. Wer nicht zum Waffendienst aufgeboten ist, und wer dafür Zeit und Mittel zur Verfügung hat, braucht sich kein Gewissen zu machen, zu einem Erholungsaufenthalt zu fahren. Die in der stärkenden Ruhe der Natur verbrachten Tage und Wochen werden ihn am besten dazu befähigen, den Anspannungen dieser Zeit gewachsen su sein, und sein Optimismus wird dazu beitragen, die Hotellerie und die Bevölkerung ganzer Landesgegenden vor bitterster Not zu bewahren. Sfivassen Ausbau der Wildfiauserstrasse steht nahe bevor. Der Bundesrat hat sich grundsätzlich bereit erklärt, den Ausbau der Wfldhauserstrasse in das zweite Alpenstrassenprogramm aufzunehmen. Mit Rücksicht darauf, dass auch die st. gallische Regierung im Rahmen ihrer Massnahmen zur Bekämpfung: der Arbeitslosigkeit einen Kredit von über einer halben Million bereitgestellt hat, darf wohl mit einem baldigen Beginn der Ausbauarbeiten auf dieser Strecke gerechnet werden. Zum Strassenbau werden Jetzt auch Truppen eingesetzt. Im Laufe dieses Jahres hatte der Kanton Schwyz den Ausbau der Strasse über die Berne Höhe zwischen Lowerz und Goldau in Angriff genommen. Es handelt sich dabei, wie in Nr. 11/1939 der c Automobil-Revue » dargelegt wurde, um einen Abschnitt der nördlichen Zufahrt zur Gotthardroute. Die Mobilisation zwang zur Einstellung der Arbeiten, aber glücklicherweise war der Unterbruch nicht von langer Dauer. In letzter Zeit nämlich wurden — wohl nicht zuletzt auch in Anbetracht der strategischen Bedeutung der Strasse — Genietrupen eingesetzt, womit nun die teilweise Verlegung und Modernisierung dieses Uebergangs ihren weiteren Fortgang nehmen kann. Der Kanton Bern will Radfahrwege bauen. Von der richtigen und durch die Tatsachen auch bestätigten Auffassung ausgehend, dass in der Trennung der verschiedenen Arten von Strassenbenützern und in der Schaffung eigener Verkehrswege für eine jede von ihnen ein wirksames Mittel zur Bekämpfung des Verkehrsunfalls liege, bereiten die Behörden des Kantons Bern die Verwirklichung eines Postulates vor, zu dessen Befürwortern auch wir uns je und je gemacht haben. Vor uns liegt die Botschaft der Polizeidirektion zu einem Gesetz über die Erstellung von Radfahrwegen, ein Problem, das die Automobilisten in genau gleichem Masse berührt wie die Ritter des Stahlrosses » und dessen Inangriffnahme dort wie hier die gleiche Erleichterung und Genugtuung auslösen wird. Durchaus zutreffend bemerkt denn auch die Botschaft, nachdem sie die gewaltige Zunahme des Fahrradbestandes von zirka 90.000 im Jahr 1920 auf annähernd 270.000 zu Ende des Kontrolljahres 1939/40 hervorgehoben, die Erstellung von Radfahrwegen liege im Interesse aller Strassenbenützer. Weil sich der Staat ausserstande sehe, aus den vorhandenen Mitteln und dem Ertrag der Automobilsteuer diese strassen- und verkehrstechnische Neuerung zu finanzieren, müsse er dazu neben den Radfahrern selbst auch die Motorfahrzeuge heranziehen. Tatsächlich nimmt der Gesetzesentwurf für die Fahrräder eine Steuer von 2 Fr., für die Motorräder eine solche von 5 Fr. in Aussicht, währenddem die Automobilisten mit einem « Jahresbeitrag» von 10 Fr. bedacht werden sollen. Damit ständen den Behörden für den Ausbau und den Unterhalt der Radfahrwege jährlich rund 700.000 Fr. zur Verfügung. Um besondere Kosten für die Erhebung der Steuer zu vermeiden, empfiehlt die Botschaft, sie im Zusammenhang mit der Motorfahrzeugsteuer bzw. mit der Ab- STEUER UNO VERSICHERUNG FÜR EINEN REQUIRIERTEN WAGEN Wie ist das eigentlich mit der Steuer und Versicherung für einen Wagen, der requiriert worden ist ? Muss ich eie während der Zeit, da er « eingerückt » ist, auch bezahlen ? Bei mir machen sie gut die Hälfte des Taggeldes aus, und einer meiner Freunde muss sogar noch ca. 50 Rappen pro Tag drauflegen, denn unsere Experten haben niedrig geschätzt. Als Ersatz für den requirierten wollte ich einen andern Wagen in Betrieb nehmen; die Versicherung wurde anstandslos überschrieben, doch die kantonale Automobilkontrolle machte mir Schwierigkeiten. Was soll ich nun tun? L. B. Antwort: Abmelden sollen Sie den Wagen bei der Automobilkontrolle und bei Ihrer Versicherungsgesellschaft. Und das sofort. Damit Sie eine allfällige Steuerrückvergütung und den Sistierungsratoatt auf der Versicherung beanspruchen können. In dieser Hinsicht ist ein requirierter Wagen wie ein stillgelegter zu behandeln. Wenn die kantonale Automobilkontrolle Ihren Ersatzwagen nicht annehmen •wollte, dann vermuten wir, dass damit etwas nicht gestimmt habe. Andere Kantone haben massenhaft solche Ersatzfahrzeuge zugelassen. Reden Sie also nochmals mit dem Automobilbureau und erkundigen Sie sich genau nach dem Wieso und Warum seiner ablehnenden Haltung. Und dann können Sie uns ja wieder schreiben. gabe der Haftpflichtversicherungsausweise zu beziehen. Aus dem Umstand, dass Gemeinden, welche sich zur Erstellung von Radfahrwegen entscMiessen, Beiträge gewährt werden können, schöpft die Botschaft die Hoffnung auf eine Förderung des Radfiährwegebaues. Einstweilen wird die Vorlage die grossrätliche Kommission beschäftigen, an deren Spitze mit Herrn Joho ein Mann steht, der mit den Problemen des Strassenverkehrs und der Unfallverhütung aufs engste verwachsen ist. Mag es der eine und andere unter den Automobilisten als einen Schönheitsfehler empfinden, wenn ihm im selben Moment, da die Aussichten auf eine Lockerung der Verkehrssteuerschraube endlich greifbare Gestalt annehmen, ein neuer Tribut auferlegt werden soll — bei unvoreingenommener Betrachtung der Dinge muss er immerhin zugeben, dass er dieses Opfer nicht umsonst darbringt. Denn der Gegenwert dafür heisst: erhöhte Sicherheit, Möglichkeit flüssigeren Fahrens und last but not least ein Gewinn an Seelenruhe — vorausgesetzt, dass die Radfahrer die eigens für sie erstellten Wege auch benützen. Was nach den bisherigen Beobachtungen leider nicht überall der Fall ist. Durch Gesetz und Polizei jedoch « kann dem Manne geholfen werden >. FRAGEN SIE - WIR ANTWORTEN! Landesausste11ung Fa WIE KOMMT ES, DASS... Bei der Requisition wurden, wie es scheint, zum Teil auch Fahrzeuge aufgeboten, deren Zustand zu wünschen übrig iiess, währenddem gut gepflegte und unterhaltene zu Hause blieben. Ich verstehe ja, dass die Militärbehörden nicht um den Zustand der Autos und Motorräder wissen können, aber Maschinen, die 6 Jahre alt und Woss 20.000 km gefahren sind, wohlverstanden bei bester Pflege, verdienen doch wohl den Vorzug gegenüber einer zwar bloss zwei- bis dreijährigen, die schwer vernachlässigt und schlecht eingefahren worden ist. Was vergütet der Bund im Aktivdienst für requirierte Motorfahrzeuge ? Wird neben dem Promille der Schatzungssumme ein Taggeld ausgerichtet. H. L. Antwort: Die Richtlinien, nach welchen die Requisition erfolgte, sind von den Militärbehörden festgelegt worden; aus naheliegenden Gründen können diese aber keine näheren Angaben darüber machen. Ueber das tägliche Mietgeld hinaus — es beträgt 1 Promille dee Schatzungswertes — entrichtet der Bund keine weitere Entschädigung, sofern das Fahrzeug im Aiktivdienst steht. Nur bei Aufgeboten von kürzerer Dauer wird ein von Fall zu Fall festzusetzendes Taggeld gewährt. I BRIEF AUS LONDON Liebe A.R.I Hättest Du nicht so bösartigerweise aus meinem in Nr. 71 erschienenen Bericht über das knapp vor Kriegsausbruch abgehaltene Rennen um die III. Imperial Trophy die Einleitung mit meinen Eindrücken von der Fahrt zum CrystaT Palace gestrichen, so wäre es jetzt weniger schwierig, Dir das gewünschte Stimmungsbild aus dem Londoner Verkehr mit der angedrohten Beschränkung auf SO Zeilen zu liefern; und dabei gäbe es so viele nette kleine Begebenheiten zu erzählen, besonders über den Humor, mit dem die Londoner die Umstellung ihrer 8-Millionen-Stadt auf den Kriegsverkehr zu meistern suchen. Bis zum Augenblick der Evakuierung der Kinder, Invaliden und lebenswichtigen Institutionen und dem damit verbundenen Abströmen grosser Fahrzeugmassen aus den Städten auf die Landstrassen hätte im Londoner Verkehr wohl nichts als die auf kleine kreuzförmige Schlitze abgeblendeten Verkehrslichter und die bereits überall — auch auf allen Landstrassen — vorhandenen weissen Mittelstreifen und Randsteine auf den unmittelbar bevorstehenden Kriegsausbruch hingewiesen. Die Voraussicht, mit der diesmal alle Vorbereitungen getroffen worden waren, geht wohl am deutlichsten daraus hervor, dass man in den «Umzugstagen» der Zivilbevölkerung hundert Meilen im Umkreis der Hauptstadt auch nicht einem einzigen Armeefahrzeug begegnen konnte, welches das glatte Abströmen der Evakuierungstransporte irgendwie behindert hätte. Am Morgen nach der Kriegserklärung bildeten die erste Ueberraschung für die Londoner die hunderte und aberhunderte silberglänzender « Aufblase-Schweinchen > der Ballon-Barrage, die man in letzter Zeit wohl vereinzelt in den zahlreichen Parks hatte manöverieren sehen, von denen aber nicht angenommen worden war, dass sie im Ernstfall London mir einem derartigen Wald kaum sichtbarer, eben darum aber allfälligen feindlichen Bombern sehr unzuträglicher Stahlkabel sichern würden. Am darauffolgenden Abend verschwand dann die 8-Millionen-Stadt sang- und klanglos in einer Finsternis von geradezu unvorstellbarer Undurchdringlichkeit, in der die Geschicklichkeit der Autobuschauffeure, die trotzdem den Verkehr mit oft kaum verminderter Geschwindigkeit meistern, das einzige «Leuchtende» war. Aber wenn zwei Londoner auf dem Trorroir mit den Nasen aufeinanderstossen, so sagen sie je nach Temperament und Laune entweder das traditionelle «Sorry» oder in zeitgemässer Abwandlung des letzten Tanzschlagertitels «Bombsa-Daisy» und finden, dass das Black-out, besonders was das vorschriftsmässige Abblenden der Fahrzeugbeleuchtung auf einen minimalen Lichtschimmer und das Verbot der Verwendung von Taschenlampen für Fussgänger betrifft, sogar etwas zu gut gelungen ist. Tatsächlich ist dies nach der von den Behörden über allgemeinen Wunsch bereits mit geringfügigen Einschränkungen gestatteten Wiedereröffnung der — gleich den Gaststätten und Bars nun auch bumvollen — Kinos die einzige Beschwerde, die laut wurde. Dies wohl auch mit Hinblick auf eine trotz der Verminderung des Verkehrs gemeldete Erhöhung der Verkehrsunfälle. Der Regierung war offensichtlich daran gelegen, die restlose Wirksamkeit ihrer Verdunkelungsmassnahmen für den Ernstfall unter einwandfreien Beweis zu stellen und sie nach Massgabe des Möglichen allenfalls schrittweise zu lockern. Die für den Autofahrer das Um und Auf bildende, bevorstehende Brennstoffrationierung wird in der Weise erfolgen, dass jedes Fahrzeug — ausser über besondere Bewilligung — zunächst eine dem Verbrauch des Motors tunlichst angemessene Menge eines Einheitsbrennstoffes zugewiesen erhält, die einer Fahrleistung von etwas über 300 km pro Monat entspricht. Der « Pool »- Betriebsstoff besteht aus einer Mischung aller handelsüblichen Sorten und seine Klopffestigkeit liegt demnach — ebenso wie sein 1 Sh 6 Pence pro Gallone betragender Preis — ungefähr auf halbem Weg zwischen dem des reinen Benzins und der Benzol- oder Alkoholgemische, was zwar meinen überkomprimierten «Singer-Le Mans» zur Erzeugung eines munteren Klingeltones veranlasst, für die überwiegende Mehrzahl der Fahrzeuge aber völlig ausreicht. Die Behörden haben übrigens bereits verlaurbarr, dass die gegenwärtig geltenden Zuweisungseinheiten im Rahmen des Möglichen später geändert werden können und derzeit bloss für zwei Monate vorgesehen sind, wie ja überhaupt der Aufschub der Rationierung zunächst auf den 16. September und dann wieder um eine weitere Woche darauf hinweist, dass der Regierung um das Versorgungsproblem auch hier nicht sehr bange zu sein scheint. In den letzten Tagen haben alle Wagen, einer allgemeinen Vorschrift entsprechend, zwecks besserer Sichtbarkeit einen weissen Anstrich auf Stossstangen und Trittbretträndern bekommen, ein Beispiel, dem viele Fussgänger für die Behälter ihrer — jedem Bewohner der britischen Inseln gratis zugeteilten — Gasmasken erfolgt sind. Mehr auf Schönheit als auf Sichtbarkeit im Dunkeln bedachte Vertreterinnen der holden Weiblichkeit haben dagegen die Umhüllung ihres Atemschutzes bereits auf die Farbe ihrer jeweiligen Toilette abgestimmt, und hinter den zum Schutz gegen Splitter vielfach gitterförmlg mit Papierstreifen beklebten Schaufenstern zeigen Warenhäuser und Modefirmen schon ihre nicht nur mit allen erdenklichen Vorrichtungen für den Ernstfall versehenen, sondern auch tunlichst chiken «Luftangriffs-Modelle». Denn an Gelegenheit, ganz nebenbei eine nette, kleine Bekanntschaft in zeitgemässer Form zu machen, kann sich kein Ort in der Welt mit einem öffentlichen Luftschutzkeller messen 1 Hauptsächlich um das Herausdringen von Licht zu vermeiden, haben viele Restaurants und Bars Bretter- oder Sandsack- Fassaden erhalten, und überall steht, um nur ja den allfälligen Eindruck einer Geschäftseinschränkung zu vermeiden, in grossen Buchstaben: Busi-, ness as usual. Im ganzen: das Bild einer Stadt, die Disziplin als Selbstzweck nicht liebt, sie aber erforderlichenfalls in unbeschränktem Mass besitzt, so dass auch in dem durch die Verdunkelung nicht vereinfachten Verkehr nirgends ein Wort zu hören ist, das lauter wäre als sonst... V. de ST. S.