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E_1939_Zeitung_Nr.080

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n AUTOMOBIL-REVUE

n AUTOMOBIL-REVUE DIENSTAG, 31. OKTOBER M39 — N° 80 Jtfoc/e RäfselpiEcLe Der moderne Mantel und das elegante Nachmittagskleid für die Uebergangszeit Die Mode der kühlen Tage wird den taillierten Mantel mit der glockigen unteren Weite bevorzugen. Auch dem dunklen taillierten Nachmittagskleid wird man oft begegnen. Der Herbstmantel kann hoch geschlossen, oder mit schmalen Revers getragen werden und aus rostrotem, weinrotem 1 oder beigefarbenem Wollstoff gearbeitet sein. Für den Wintermantel hingegen bevorzugt die Dame dunkle Wollstoffe mit den beliebten eingewobenen Noppenmustern. Eine leichte Pelzgarnitur erhöht die elegante Note. Beim Aermel verzichtet man besser auf jede Verzierung. Für das Nachmittagskleid sind gebrochene Farben sehr beliebt. Ein sattes Rot als Garnitur wirkt recht reizvoll auf einem grauen Kleid, während ein warmes Gelb das dunkle Braun des Stoffes angenehm belebt. Die glockige Weite eines dunkelblauen Nachmittagskleides wird durch ein schmales Goldband nahe dem Saume betont. Auf schwarzem Stoff kann Silber sehr reizvoll wirken. Sparsam angebrachte Garnituren lassen das Kleid immer vornehmer erscheinen als überladener Schmuck. Wie die Zeichnung veranschaulicht, wird hier die modische Linie durch den besonderen Schnitt der Taille betont, die weder durch eine Naht noch einen Gürtel eine Unterbrechung erfährt. Der Schnitt des Aermels kann beliebig gewählt werden, vorausgesetzt, dass er zur übrigen Machart JCceuzwoct= Süücätsd Die Figur ist mit den nachfolgenden Wörtern so Alge, Amor, Apis, Bart, Boot, edel, Epos, Er«k, auszufüllen, dass ein vollkommenes Kreuzwort- Flor, Fuss, Gnus, Halo, Held, Herd, Kiew, Leid, rätsei entsteht. Es ist nur eine Lösung möglich, Mond, Oran, Otto, Pisa, Reiz, Reka, Rose, Salz, wenn man „Uri" waagrecht nimmt. Seen, Tage, Tete, Thun, Trab, üdet, Wadi, Wale. Aal, Amt, Arx, Ate, Axt, Bar, Bon, Bor, Dom, ego, Armee, Furka, Marat, netto, Ochse. Ehe, Eos, Err, Fes, Ger, Heu, Hut, Ida, Ino, Ion, darben, Kiburg, Pagode, Sessel. Kap, lau, lee, Lei, Lek, Lob, Los, Mae, Mai, new, Xanthippe. Nut, Ran, Sau, Spa, Ter, UrL Liquidationen, Morseapparate. Die richtige Lösung zählt 4 Punkte. Einsendetermin: 8. November des Kleides passt. Besonders hübsch ist der nach unten weit ausladende Aermel, der mit einem schmalen Biescheri zusammengehalten wird und schon im Frühjahr grossen Anklang gefunden hat. Der Sommer war reich an Spitzen und Rüschchen, der Winter wird schmückende Bänder und reichte Falten bringen. Auflösung des Silbenrätsels. 1. Widerhall. 2. Maehren. 3. Gelichter. 4. Schaufel. 6. Wasgenwald. 6. Erfüllung. 7. Falter. 8. Pastete. 9. Stuerme. 10. Gazetten. 11. Intelligenz. 12. Leisten. 13. Midas. 14. Unpatriotisch. 18. Periode. 18. Patisserie. 17. Lachse. 18. Integer. 19. Predigt. 20. Nichte. Der ehrlich ausgefüllte Steuerzettel ist das patriotischste Gedicht. Richtige Lösungen des Silbenrätsels. 4 Punkte: A. Bachofen, Glarus; E. Benz, jun. Goldach; M. Bertschmann, Basel;. H. Boiler, Winterthur; Frl. M. Bossert, Lenzburg; C. Burgener, Rorschach; Frl. M. Epple, St. Gallen; Frau C. Fravi, Rapperswil; Frau Dr. Gräflin, Walzenhausen; K. Keusen, Biel; G. Laepple, Basel; J. Leimer, Bettlach; Frau E. Lienhard, Winterthur; Frau E. Markoff, Buchs; Frau Marti, Ölten; FrL M. Ruf, Winterthur; Frau E. Steinbömer, Schaan; Fr. Wenger, Bern; FrL Winteler, Glarus. Jetet, da die WETTERBERICHTE xiusMei&eH Erhältlich in allen Apotheken 10er Packung Fr. 4.50 - 4er Packung Fr. 2.— . Gratls-Prospekt diskret durch EROVAQ A. Q., Zürich 25, Bachtobeistrasse 59. Lesen Sie die aufklärende Broschüre von Dr. R. Engler. Zu beziehen gegen Einsendung von Fr.1.20 In Briefmarken oder auf Postscheck VI11/1819 EROVAQ A. Q. Zürich Empfehlenswerte Unterhaltungsstätten Stadttheater Ab

'•#•% 80 — DIENSTAG, 31. OKTOBER AUTOMOBIL-REVUE LMl Tlttset pditischvt Jiwud&ächt: Der Türkenpakt Nach dem Abschluss des Vertrages zwischen der Türkei einerseits und Frankreich und England anderseits fiel da und dort die Meinungsäusserung die Türken hätten nun den Krieg zugunsten der Westmächte entschieden. So wie man die Bedeutung dieses Paktes auf der einen Seite bagatellisiert hat, ist er auf der Gegenseite mit reichlich grossem Pomp und im Bereich der Druckerschwärze mit übertriebenem Optimismus gefeiert -worden. Wahrscheinlich sieht man in Italien die Dinge am richtigsten und auch am unbefangensten. Der lange türkische Aufenthalt der französischenglischen Militärmission unter Führung der Generale Weygand und Wavell hat die Gerüchte, der Hauptzweck ihres Besuches bestehe darin, die technischen Vorbereitungen für die Entsendung britischer Streitkräfte nach den Dardanellen und dem Bosporus zu treffen, verdichtet. Es unterliegt keinem Zweifel, dass Italien an diesem Lauf der Dinge offensichtlich keine übermässige Freude hat; denn Die politische Küche des alten Europas hat im Balkan einen Hexenkessel, von dem die Oeffentlichkeit nie weiss, wann er überschäumt und was er zuguter Letzt zusammenbraut. Bald ist er ruhig, als ob sein Inhalt noch nie gekocht hätte seit der Herd besteht, bald übertönt das Klappern seines Deckels alles andere. Einmal entsteigt ihm ein gefrässiger Geier, der sich krächzend auf die Umwelt zu stürzen droht, ein andermal ist es allen Erwartungen zum Trotz eine Ente, die ihren ganzen Tatendrang in einem leeren Geschnatter verausgabt. Seit Jahrhunderten hat er die Welt daran gewöhnt, ihn auch während der scheinbar grössten Ruhe nicht aus den Augen zu verlieren und auf alle Ueberraschungen gefasst zu sein, die sein geheimnisvolles Brodeln an den Tag befördern könnte. Der Balkan ist ein Konglomerat, dessen inneres Wesen und vielfarbige Eigenart kaum zu definieren und noch viel weniger auf eine einheitliche Formel zu bringen ist. Auf der halben Million Quadratkilometer, die sich vom Schwarzen zum Adriatischen Meer und vom Peloponnes bis zur Donau und zur Save ausdehnen, hat die Geschichte eine Buntheit von Völkern und Stämmen zusammen- und durcheinandergewürfelt, die slawisches und keltisches, germanisches und romanisches, tartarisches und türkisches Blut vereinigt und deren Tendenzen naturnotwendig vielfach auseinanderlaufen. Seine Gliederung in fünf Staaten: Jugoslawien, Albanien, Bulgarien, Griechenland und die Türkei, zu welchen in politischer Hinsicht noch Rumänien zu rechnen ist, vermag die zahlreichen inneren Spannungen nicht aus der Welt zu schaffen, um so mehr als sie in der Verschiedenheit der Religionen und der historischen Entwicklung einen weiteren Nährboden finden. Sie drücken sich nicht nur im interstaatlichen Verkehr aus, sondern schaden auch der Eigenexistenz jeder einzelnen Nation, wozu die Frage der vielfachen Minoritäten ebenfalls einen bedeutenden Teil beiträgt. Diese kosmopolitische Zusammensetzung der Einwohnerschaft bildet jedoch nicht die einzige und dabei nicht einmal die wichtigste Ursache für das Unstete und Unzuverlässige im politischen Leben des Sie ist vielmehr in erster Linie Sijjie selbstverständliche Folge einer noch viel weitergreifenderen Seite der menschlichen Daseinsgeschichte: Der Balkan ist die Kreuzstrasse, an der sich drei der wichtigsten Einflusszonen der Weltpolitik treffen und ihre latenten Energien zur Entfaltung bringen. Im Werden der europäischen Zivilisation und in ihrem Bestreben nach Ausdehnung des Geltungsbereichs haben sich im Laufe der Geschichte zwei in Richtung •wenn ausser Gibraltar tmd Suez auch noch die Dardanellen und der Bosporus von den Briten beherrscht wird, so kann dies Italien, so wie die Dinge heute liegen, nicht ohne weiteres gleichgültig eein. Anderseits ist man in Rom weitsichtig und klug genug, am sich darüber klar zu sein, dass die Zusammenarbeit der Türken mit den Engländern nicht zuletzt dem russischen Drang nach Westen im südöstlichen Europa den Riegel vorschiebt, was immerhin etwas wert ist, jetzt, da Stalin der Weg im Nordosten freigegeben worden ist Man wird sich wahrscheinlich in Rom sagen, dass, wenn sich ä tont pTix eine Macht an den Meerengen des östlichen Mittelmeeres im Einvernehmen mit den Türken aktiv interessieren muss, dann schliesslich doch noch lieber den .britischen Löwen als den russischen Bären. Anlässlich des Vertragsabschlusses in Ankara ist in der Türkei da und dort die Meinung zum Ausdruck gekommen, da» Zusammengehen mit den Hexenkessel Balkan vollsten Repräsentanten hat, ist meerwärts orientiert, während der östliche, dessen Führung bei Russland liegt, den Weg auf dem« Festlande genommen hat und den nördlichen asiatischen Kontinent dominiert. Der Balkan ist nicht nur einer der Schnittpunkte, in welchem sich diese beiden Riehtungen treffen, sondern darüber hinaus noch die Brücke, über die^die* europäischen und vorderasiatischen Stöss kräfte sich gegenseitig bekämpfen. Die Nachteile dieser für die geruhsame Entwicklung der einzelnen Nationen besonders ungünstigen Lage haben sich im Laufe der Geschichte immer und immer wieder geltend gemacht. Von hier aus hat der Mazedonierkönig Alexander der Grosse seinen Zug nach Vorderasien, Aegypten, Persien und an den Indus angetreten, hier sind nacheinander von Norden und Süden her Hunnen, Westgoten, Araber, Slawen und Tartaren eingezogen, um sich wenigstens für eine gewisse Zeit auf Grund des Ellbogenrechts zu behaupten. Einige Jahrhunderte hindurch haben die Byzantiner den Grossteil des Gebietes beherrscht, wie auch die Bulgaren und die Serben ein paar Jahrzehnte lang die dominierende Macht ausübten. Am nachhaltigsten war jedoch das Vordringen der Türken, die 1354 unter Suleiman die Dardanellen passierten, nach vierzig Jahren bereits im südlichen Teil des heutigen Rumäniens, in Griechenland und Albanien zu finden waren, 1453 Konstantinopel und 1464 Bosnien eroberten, 1521 Belgrad einnahmen und schliesslich 1683 vor den Toren Wiens standen. Allerdings war damit der Kulminationspunkt der türkischen Expansion überschritten. Die europäischen Staaten hatten zu jener Zeit die Folgen des dreissigjährigen Krieges überwunden und konnten darum ihre Expansions- und Stosskraft auf den «Drang nach Osten» konzentrieren. Bereits 1699 gingen Slawonien und Siebenbürgen an die österreichische Krone zurück, wenig später ein Teif Dalmatiens und im Jahre 1772 wäre Konstantinopel in die Hände der Russen gefallen, wenn dessen westlicher Nachbar Oesterreich- Ungarn nicht mit allem Nachdruck sein Veto eingelegt hätte. Von diesem Zeitpunkt an datiert die Rivalität dieser beiden Grossmächte, die während rund anderthalb Jahrhunderten, wenn auch nicht mit den Waffen, so doch mit allen erdenklichen diplomatischen Mitteln hartnäckig ausgefochten wurde und schliesslich 1914 zum Ausbruch des Weltkrieges führte, als der endgültige Zusammenbruch der europäischen Türkei zu erfolgen schien. Denn jetzt musste der Kampf um die endgültige Hegemonie entbrennen. Es wäre unter diesen Umständen verwunderlich, wenn sich das Eigenleben der und Art verschiedene Flügel gebildet. Der westliche, der in England seinen kraft-Balkanstaaten, unter denen zudem, wie beiden westeuropäischen Mächten sei geeignet, 3er Türkei auf dem Balkan eine gewisse Vorranfstellung zu verschaffen. Die Schlüsselstellung der Türkei könnte ja in der Tat zu einer verstärkten Einflussnahme auf dem Balkan verleiten. Sollte man in Ankara ein solches Vorhaben wirklich im Schilde führen, so wäre eine rapide und tiefgreifende Verschlechterung der Beziehungen zu Italien die unvermeidliche Folge. Der Vorsprung des italienischen Einflusses auf dem Balkan ist aber wohl schon zu gross, .als dass er von Ankara ans noch ernstlich gefährdet werden könnte, gans abgesehen davon, dass sich die Balkanstaaten wahrscheinlich leichteren Herzens an Rom als an Ankara anlehnen. Wenn das Tatsache wird, was jetzt noch auf Vermutungen beruht, so hat der europäische Krieg eine Konsolidierung erfahren, die nicht zuletzt auch für die Schweiz bedeutungsvoll ist Was sich am fernen Horizont unklar abzeichnet, ist in der Tat nichts anderes als eine Verständigung der Balkanstaaten unter Zuzug der Türkei, aber unter der Führung Roms. Wenn es dem italienischen Regierungschef gelingt, diese beruhigende Konstellation zu verwirklichen, so dürfte er das Verdienst beanspruchen, eine verhängnisvolle Erweiterung des Krieges vermieden zu haben. bereits erwähnt, zahlreiche gegenseitige Spannungen vorhanden waren, in ungestörter Weise hätte entwickeln können. Ein Binnenstaat, dessen Rücken durch eine Grossmacht gestärkt wird, wagt seine Ansprüche mit viel mehr Nachdruck zu verteidigen, als wenn er einzig auf seine eigene Kraft angewiesen ist. Dass dabei die letzten Ziele des Beschützers ganz andere sind als die Sorge um die Selbständigkeit und Freiheit des Kleinen, spielt für den momentanen Erfolg nicht die geringste Rolle. So finden wir denn bis in die jüngste„Zeit hinein in allen wichtigeren pplitischen-Ereignissen die oft sichtbare, oft; aber auch unsichtbare Hand der zwei Mitbewerber' um den Brückenkopf zwischen Europa und Asien wieder. Gleichgültig, ob es sich um Aufstände wie der Montenegriner (1799) und Bulgaren (1836, 1841, 1856), um offene Kriege oder scheinbar ideelle Bestrebungen wie den Panhellenismus, den Panslawismus oder den Illirismus handelt, hatten doch die Tenöre des Weltkonzertes hinter den Kulissen manche Machenschaften durchgeführt. Durch die fortschreitende Aufteilung der irdischen Interessensphären erhöhte sich bald die Zahl der Mitsprechenden. Wohl war die Herrschaft über den Balkan einerseits Ziel an sich, anderseits aber auch ebensosehr bloss Mittel zum Zweck, den Weg zu öffnen, den zweiundzwanzighundert Jahre vorher Alexander der früher oder später in Gefahr, die Seestrasse durch einen Eindringling aus dem Norden gefährdet zu seheru Je mehr sich die Anzeichen häuften, dass die Tage des Ottomanischen Reiches gezählt waren, desto schärfer traten die Gegensätze in Erscheinung. Sowohl bei den Grossmächten als auch bei den Balkanstaaten war die Parole, aus der Nachfolge möglichst viel zu «erben». Für die direkt Beteiligten, besonders den nördlichen Anstösser Bulgarien, lagen die Verhältnisse nie günstiger als am Ende des italienisch-türkischen Krieges, den die Türkei verloren und der sie geschwächt hatte. Die vier Nachbaren Montenegro, Serbien, Bulgarien und Griechenland begruben vorübergehend ihre Zwistigkeiten, um mit vereinten Kräften den gemeinsamen Feind anzufallen; ein kurzer Feldzug genügte, um ihn auf die Knie zu zwingen. Doch bevor der Friedensvertrag ausgearbeitet war, lagen die bisherigen Verbündeten Montenegro, Serbien und Griechenland einerseits und Bulgarien anderseits miteinander in Streit. Mit Ausnahme des erstgenannten Staates glaubten alle, für die zukünftige Führung der balkanischen Geschicke durch die Geschichte ausgewählt worden zu sein. Bulgarien, das im Krieg gegen die Türkei den Löwenanteil geleistet hatte, sah seine Beute entschwinden, um so mehr als der russische Zar eine Abtretung der Süd-Dobrudscha an Rumänien als Entgelt für die gewährte Neutralität zu befürworten schien. Es griff darum gegen seine früheren vier Freunde plötzlich zu den Waffen und wurde fast ebenso schnell geschlagen wie ein halbes Jahr zuvor die ottomanische Armee. In der Folge musste es nicht nur auf fast sämtliche Gewinne aus dem ersten Balkankrieg verzichten,.sondern verlor darüber hinaus auch noch die Süd- Dobrudscha an Rumänien. Diese Niederlage Hess einen Stachel zurück, der gegenwärtig, da sich die Westpolitik Russlands wieder regt, besonders zu brennen scheint. Der Weltkrieg, der Bulgarien und die Türkei an der Seite von Oesterreich- Ungarn und Deutschland sah, während Serbien, Montenegro, Rumänien und Griechenland, also die Koalition des zweiten Balkankriegs, auf der Seite der Alliierten standen, hatte noch grössere Gebietsveränderungen zur Folge. Serbien, das sich von nun ab Jugoslawien — Südslawien — nannte, erhielt Bosnien, die Herzegowina, Kroatien-Slawonien, Montenegro und den. Zipfel von Strumiza zugesprochen, während sich Rumänien um Siebenbürgen und Bessarabien und Griechenland um den bulgarischen Zugang zum Aegäischen Meer vergrösserten. Zwecks.... Sicherung ihrer Erwerbungen schlössen sich erst Jugoslawien mit der Tschechoslowakei, 1 später mit Rumänien und zuletzt noch mit Griechenland zur Kleinen Entente zusamt men. Bezeichnenderweise verhielt sich der Hexenkessel dann verhältnismässig ruhig, wenn auch die Minoritätenfragen und die Rückgliederungsbestrebungen gewisser Landesteile immer genügend diplomatischen Diskussionsstoff lieferten. Russland hatte seit seinem Misserfolg in Polen die Aspirationen auf Expansion in westlicher und südwestlicher Richtung aufgegeben, Oesterreich und Ungarn konnten ihrerseits auf keinen Fall daran denken, England und Frankreich wünschten nichts mehr, als den status quo beizubehalten,, da ihre Interessensphäre ausserhalb der territorialen Probleme des Balkans liegen, und auch Italien, das seit Jahren Anspruch auf die Hegemonie im östlichen Mittelmeer erhebt, fand keinerlei Veran-, lassung zu Gewaltmassnahmen, solange sein Einfluss in anderer Weise gewahrt blieb. Den ersten Anstoss zu einer Intensivierung der politischen Aktivität brachte der Grosse gegangen wan Darum war es unvermeidlich, dass früher oder später auch Anschluss Oesterreichs an das Dritte die Engländer auf dem Plan erscheinen Reich, der den von deutscher Seite offen mussten, deren Verbindung mit den asiatischen Kolonien seit der Eröffnung des den Zielen Ukraine und dem Persischen zugestandenen «Drang nach Osten» mit Suezkanals südlich der persischen Halbinsel vorbeiführte und die aus naheliegen- wenn diese Stossrichtung den Balkan nur Golf bedrohlicher erscheinen liess. Auch den Gründen hierfür die notwendige Sicherung suchten. So begann London, auch doch genügend Grund, die Entwicklung am nördlichen Rande berührte, bot sie auf die Geschehnisse im Balkan ein der Dinge allerseits mit erhöhter Aufmerksamkeit zu überwachen. wachsames Auge zu haben. Ebenso hatte Frankreich inzwischen im Fernen Osten Besitzungen erworben und stand damit Fortsetzung Seite 11.