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E_1939_Zeitung_Nr.078

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i\t AUTOMOBIL-REVUE DIENSTAG, 17 OKTOBER 1939 — N° 78 nun, die den bisherigen Zustand auch für die fernere Zukunft beibehalten möchten. Sie wissen nämlich je länger je besser, dass sie vom Augenblick, wo auf dem Gouverneurpalast, in Manila das Sternenbanner eingezogen wird, die Japaner keine Mühe und Anstrengungen scheuen werden, um sie unter ihre Vorherrschaft zu bringen. Und da es ihnen gegenwärtig keineswegs schlecht geht, ziehen sie die heutige Lage der Dinge einer Ungewissen Zukunft vor. Dazu gesellen sich die Ansprüche jener Mächte, die zu jener Zeit, als die Kolonien erobert wurden, noch nicht in der Lage waren, ihre Ansprüche mit dem erforderlichen Nachdruck zu verfechten und heute ein Interesse daran haben, dissidente Strömungen entstehen zu sehen. Dass daneben der Kommunismus versucht, durch Maulwurfsarbeit in diesen Gebieten Unruhe zu stiften, haben die Ereignisse der letzten Jahre zu ungezählten Malen bewiesen. Auch die Hypothese, nach welcher der Antikominternpakt gar nicht die Bekämpfung des Bolschewismus, sondern die Neuaufteilung der Überseebesitzungen zum Ziel hat, gewinnt im Hinblick auf die ostasiatischen Interessengegensätze neues Gewicht. Stimmt sie, so könnte sie allerdings zur Folge haben, dass die strategische Entwicklung an der Westfront darauf ausgeht, nicht nur die zwei, sondern alle drei europäischen Mutterländer Während im deutsch-polnischen Feldzug dieses Jahres ein zahlenmässig weit überlegenes und technisch besser ausgerüstetes deutsches Heer von allen Seiten gleichzeitig in Polen eindringt, um den Gegner vollständig einzukreisen, versuchte das russische Oberkommando im Jahr© 1914 unter ähnlichen geographischen Voraussetzungen einer Umklammerung von vornherein zu entgehen. Eine Offensive im Zentrum hätte selbst bei durchschlagendem Erfolg mit einer dauernden Bedrohung auf beiden Flanken rechnen müssen. Diesem Nachteil glaubt die russische Heeresleitung durch eine gleichzeitige Offensive auf den Flügeln, in Ostpreussen und Qalizien, begegnen zu können. Der Angriff auf Ostpreussen endet nach vorübergehenden Erfolgen der Russen mit der vernichtenden des ostasiatischen Kolonialreiches zu be-Niederlagkämpfen und zu schwächen... denden Tagen vom 26.—31. August. Diese bei Tannenberg in den entschei- Damit' erlangt Singapore eine Bedeutung, Schlacht vernichtet nicht nur ein grosses die unter. Umständen diejenige als Transit russisches Heer, zwingt ein zweites zum bahn,hoch übertreffen wird: Es ist heute der schleunigen Rückzug, sondern hält auch auf Stützpunkt der vereinigten britischen und lange Zeit jede Bedrohung deutschen Bodens französischen Ostasien-Seemacht. Oder, noch durch russische Heere fern. Die Schlacht von besser/ gesagt,' es ist der Knotenpunkt, auf Tannenberg ist das Ergebnis einer überlegenen Führung, einer besseren Strategie trotz welchen ein ganzes Verteidigungssystem ausgerichtet ist. Seit dem Jahr 1922 haben die wesentlich geringeren Streitkräften auf deutscher Engländer unablässig an seinem Ausbau wei- Seite. tergearbeitet und bis heute darin an die L. 100 Millionen investiert. Der Hafen gibt Schiffen bis. zu 50.000 Tonnen Wasserverdrängung Aufnahme, vier Hangars aus Stahl und'Beton können 1500 Flugzeugen' Unterkurift gewähren, die Oeltanks reichen aus, um 1.500.000 Tonnen Brennstoff aufzunehmen, die stärksten Geschütze der Welt — mit einem Durchmesser von 18 Zoll, d.h. rund,"45',cm — recken ihre Schlünde drohend gegen den durch seine Farbenpracht bekannten Vorhafen. Mag kommen was will — der Löwe sitzt sprungbereit in < seiner Stadt» und wird sie eingedenk. der Bedeutung, die sie für sein Wohlergehen: besitzt, mit der ihm eigenen Zähigkeit verteidigen. .0" Sie Abzeichen unsetet Tlniewffiziete Gefreiter Wachtmeister Korporal Fourier Ostpreussen schiebt sich, wenn man die Karte betrachtet, wie ein Keil in russisches Gebiet. Die äusserste Grenze im Osten erstreckt sich noch über den Längengrad hinaus, der Ljublin schneidet. Ein feindliches Heer kann daher mit grosser Aussicht auf Erfolg von Osten her in Ostpreussen einmarschieren und gleichzeitig aus dem polnischen Raum gegen die Festungen Thorn und Graudenz vorstossen. Gelingt dieser Angriff, so fallen die Provinzen West- und Osfr preussen, ungefährt von der Linie des späte- , ren polnischen Korridore an, dem Sieger in die Hand. Damit steht der Einmarsch in das Herz Deutschlands frei. Ein solcher Vorstoss ist bei der militärischen Lage im, August 19i4 s um so aussichtsvoller, als sich die. meisten/ deutschen Kerntruptpen in Frankreich befinden, während im Osten nur relativ schwach^ Verbände stehen. Um den Einfall in Ostpreussen zu bewerkstelligen, bilden die Russen zwei grosse- PARIS Tannenberg Von Lucio Martin Eine ungezwungene, frisch von der Leber geschriebene Schilderung des Pariser Lebens. Die Autorin führt den Leser in erster Linie dorthin, wo er sonst wahrscheinlich nicht hingehen würde; sie macht ihn aber auch mit dem Leben der Leute von Paris vertraut und führt ihn in die verschiedenen französischen Kreise ein. Zahlreiche Textillustrationen. 240 Seiten. Ganzleinen Fr. 6.80. Jean Barois hat während mehreren Wochen in den zwei heiligen Städten Mekka und Medina gelebt und sämtliche Zeremonien einer mohammedanischen Pilgerfahrt mitgemacht. Ein solches Unterfangen bedingt ein unerhörtes Mass von Mut und Abenteuerlust, denn die Entdeckung eines nicht der mohammedanischen Glaubenslehre angehörenden Menschen, der es wagt, die geweihten Orte des Propheten zu betreten, wird mit dem Tode bestraft. Mit zahlreichen Illustrationen. Ganzleinen Fr. 4.80. pen am 3. in Kaiisch und Tschenstochau in Polen ein. Im Laufe der Operationen werden zahlreiche deutsche Städte, darunter Eydtkuhnen, Gumbinnen, Orteisburg und Neidenburg besetzt. Am 24. August stehen die Russen in Insterburg und bedrohen Königsberg, nachdem die Deutschen am 20. in der Schlacht bei Gumbinnen den Rückzug angetreten hatten, um der Flankenbedrohung der von Süden anmarschierenden Armee Samsonoffs zu entgehen. General Rennenkampf und der Oberkommandierende der russischen Armeen, Grossfürst Nikolaus Nikolajewitsch schlagen ihr Hauptquartier in Insterburg auf. Alles deutet darauf hin, dass die gesamte Provinz sich bald in russischer Hand befinden wird. Die ungeheure Uebermacht der russischen Heere gestaltet die Lage der Deutschen von Tag zu Tag schwieriger. Dazu kommt, dass es an einem einheitlichen' Oberbefehl mangelt, denn die kämpfende Truppe erhält ihre Instruktionen von dem im Westen stehenden Hauptquartier. In letzter Stunde entschliesst sich die oberste Heeresleitung, der im Osten kämpfenden Armee einen Führer zu geben. Die Wahl fällt auf den in Hannover im Ruhestand lebenden Genera'l der Infanterie von Hindenburg. Am Tage nach der Ernennung trifft ein Extrazug in Hannover ein, der den neuen Oberbefehlshaber an die Front bringen soll, mit ihm den Generalstabschef dieser neuen (VIII.) Armee, Ludendorff, der sich bereits in Lüttich ausgezeichnet hat. Am 26. August stossen die Russen bis Allemstein vor, dem Sitz des 20. Armeekorps. Unaufhaltsam wälzt sich der Strom gegen Norden. Es wird für die Deutschen höchste Heere : die Njemenarmee unter General v. Rennenkampf und die Narewarmee unter General Samsonoff. Beide Generale haben sich bereits im russisch-japanischen Krieg ausgezeichnet. An deutschen Streitkräften stehen im Osten : das 1. Armeekorps (Königsberg) unter dem General der Infanterie von Francois, das 17. Armeekorps (Danzig) unter dem General der Kavallerie v. Mackensen und das 20. Armeekorps (Allenstein) unter dem General der Artillerie v. Scholtz, dazu das 1. Reservekonps, eine Reservedivision und einige Landwehrkorps. Während die Russen in der Nacht vom 1. auf den 2. August die ostpreussische Grenze überschreiten, marschieren deutsche Trupden rechten Flügel zu umfassen. Am 26. trifft das 1. Armeekorps auf dem rechten Flügel bei Gilgenburg, das 17. Armeekorps und das 1. Reservekorps auf dem linken Flügel nördlich von Bischofsburg ein. Damit beginnt die Einkreisung der Samsonoff-Armee. Während das 20. Armeekorps im Kampfe steht, rückt das 1. Armeekorps auf Usdan vor, und das 17. Armeekorps unter Mackensen sowie das 1. Armeekorps werfen den Gegner auf Orteisburg zurück. Unter fortwährenden Kämpfen wird am 29. Orteisburg von Norden her, Willenberg von Süden her erreicht. Der Ring ist damit fast vollständig geschlossen. Der Vernichtun'gskampf beginnt. Dieser Tag, der 29. August 1914, entscheidet über das Schicksal der ganzen russischen Armee. Während Samsonoff d ; £ Umgehung erkennt, wirft er immer neue Truppenmassen in den Kampf, die von der deutschen Artillerie unter schweres Feuer genommen werden. In diesem Hagel von Granaten brechen die russischen Angriffe zusammen. Von allen Seiten drängen die deutschen Truppen heran, um die Russen in die Seen und Sümpfe zu treiben. Am 30. August versuchen die Russen, die umklammerten Armeekorps durch einen Angriff von Süden her gegen Neidenburg zu entlasten und aus dem Ring zu lösen, der sie eng umschliesst. Ein gefährlicher Augenblick für das 1. Armeekorps, das, eine überlegene Macht vor sich, nun weitere Kräfte im Rücken abzuwehren hat. Das Korps macht sofort mit Teilen seines Bestandes Front nach Süden, wobei es von einer Landwehrdivision unterstützt wird. Es wirft den Feind zurück, so dass den eingeschlossenen drei russischen Armeekorps nichts anderes übrig bleibt als zu kapitulieren. Manche russischen Korps werden vollständig aufgerieben. Die Verfolgung wird von den Deutschen mit grosser Energie betrieben; bei den Russen scheint die Führung ganz zu versagen. Der Rückzug wird zur Flucht. In dem Bericht eines Mitkämpfers heisst es über den russischen Rückzug: < Da lagen die Musikinstrumente eines russischen Infanterieregiments, Tote, Verwundete, Wagen, totgeschossene Pferde, Brote, Tornister, Schanzzeug, Bagagen... Die Artillerie jagte dem überall fliehenden Feinde nach. Da flogen Pulverwagen in die Luft, dort sah man bei der weiteren Verfolgung Zeit, den Gegner zur Entscheidungsschlacht eine zusammengeschossene Batterie, dort zu stellen. Die militärische Lage ist bei Ein- kam ein gefangenes Feldlazarett, dort Offiziere mit Leuten, Wagen über Wagen, zwei treffen Hindenburgs folgende : die Armee Rennenkampfs marschiert in breiter Front bis dreihundert reiterlose Pferde und Offiziersgepäck, deutsche Karten, Baedeker von durch den östlichen Teil Ostpreussens nach Westen, die Armee Samsonoffs von Süden Süddeutschland. Parfüm, Damenwäsche, Lackschuhe u.a.m. Dann wieder Knäuel von zu- her in die Flanke der Deutschen, die sich kämpfend vor Rennenkampf zurückziehen. sammengeschossenen Menschen — und so Das 20. deutsche Armeekorps steht an derwurde unermüdlich die Narewarmee verfolgt Südgrenze der Provinzen West- und Ost-unpreussen, während das 1. Armeekorps und vernichtet.» das 3. Reservekorps gerade mit der Bahn In der Schlacht bei Tannenberg standen zurücktransportiert werden. Das 1. Reservekorps und das 17. Armeekorps befinden sich Deutschen mit 600 Geschützen gegenüber. 800.000 Russen mit 1700 Geschützen 210.000 auf dem Rückmarsch zur Weichsel. Nun Die Verluste der Russen beliefen sich auf greift Hindenburg ein. Er beordert das 1. Armeekorps in den Rücken des 20., die 3. Reschütze. Der kommandierende General Sam- 150.000 Tote, 93.000 Gefangene und 300 Geservedivision nach Allenstein. Rennenkampf sonoff starb den Heldentod auf dem Schlachtfeld. Viele russische Offiziere gaben sich gegenüber werden nur schwache Kräfte belassen. freiwillig den Tod. Während so das 20. Armeekorps Samsonoff Front bietet, holt Hindenburg mit dem sich später ein kriegsgesohichtlicher Streit. Um die Schlacht bei Tannenberg entspann 1. Armeekorps von Südwesten, mit dem 17. Nach deutscher Auffassung wurde er durch Armeekorps, dem 1. Reservekorps und einer folgende Erklärung entschieden: den Grundplan stellte der Chef der deutschen Opera- Landwehrbrigade von Norden und Nordwesten her zum Flankenstoss aus. Am 24. tionsabteilung Hoffmann auf, Ludendorff August gelingt er Samsonoff den linken Flügel des 20. Armeekorps in Richtung Bischofsrend Hindenburg die Schlacht als verant- übernahm die praktische Durchführung, wähburg zurückzuwerfen und droht gleichzeitig, wortlicher Befehlshaber leitete. Die interessante Weit Fünf Bücher, die sie uns vermitteln. ich kenne dich MEKKA, die verbotene Stadt des Islams von Jean Barois Intimes New York Von Roland Lebel Schilderungen über die Sprache, die Reklame, Krisenerscheinungen usf. wechseln ab mit entzückend erzählten Streiflichtern des privaten und geselligen Lebens; auch die umstrittene Moral der New Yorkerin wird von Lctel kritisch betrachtet. 240 Seiten. Ganzleinen Fr. 5.80 Sclmilgliai, Hölle des Ostens Von Jean Fontenoy Das Buch ist frei von jeder politischen Tendenz. Es enthüllt mit beispielloser Offenheit die Moral und die Intrigen des fernöstlichen Babels und gibt eine spannend geschriebene Darstellung des Schanghaier Lebens. Ganzleinen Fr. 5.80, kartoniert Fr. 4.50. So lebt Russland Von Ernst Clam Das Buch befasst sich nicht mit Politik. Es ist die ungeschmi kte, klare Antwort auf alle die tausend Fragen, die Russland umgeben. Der Leser wird von der erschütternden, stummen Tragik dieses grossen Volkes ergriffen. 232 Seiten, Ganzleinen Fr. 5.50, kartoniert Fr. 3.80. In jeder Buchhandlung erhältlich - VERLAG HALLWAQ BERN Faldwtibel Adjutant U.-O

N° 78 — DIENSTAG, 17. OKTOBER 1939 AUTOMOBIL-REVUE 11 Das Autogewerbe und seine Nöte •Von - einenv bekannten -sehweizerischen,.-C?aragisten erhalten «wir zum Artikel von Herrn Oberst -Vallotton -in der letzten ? Nummer- der A;-R. nachstehende Zuschrift, ^der wir gerne Raum gewähren: '-*•••.;•• J Bravo Herr ÖBers.t Valloffon: Sie fiäbeh uns Aütogewerbetreibenden aus dem Herzen gesprochen. Wir freuen uns lind sehen von heute qn wieder mit Mut und Zuversicht in die Zu*-' könft,, wissend, .dqss doch endlich- eihmat, wohl in später Stunde, aber'doch noch zeitig, um den Untergang zu retten; em'Mann Ihres Formgfes fpr.unsere Probleme Verständnis hat. . Ihre Vorschläge sind derart sicher und überlegt, dass. wir gar nichts "dazu zu ergänzen ,haben, Das ist und bleibt der einzige Weg, um 50 000 im Autogewerbe beschäftigten Personen wirksam zu helfen. Dürfen wir wirklich auf Ihre Unterstützung rechnen? Fast glauben wir es nicht, dass auch für unsere Sorgen plötzlich Verständnis vorhanden ist. Nun aber liegt es auch an uns Autogewerblerh, mit Mut und Tatkraft in die Zukunft zu steuern. Wer heute die* Garagen besucht, der sieht nur leere Arbeitsplätze, trübe Gesichter und Wagen ohne Nummern. Grössere Arbeiten sind zur Seltenheit-geworden, weil selbst der Automobilist keine Lust hat, da er nicht weiss, ob und wann die Fahrerei ein Ende hat. Die Benzinfrage kommt in erster' Linie, dann' der Preis, nicht zuletzt aber die Unsicherheit der Requirierung der nöueren Wägen; Der Äütbhande!" stockt zum grossen Teil wegen der Bedenken,' dass die neuen Wagen nach ein paar Wochen wieder in den -Dienst gegeben werden müssen.' Die Verwendungszwecke im Militär sirid für Idie--Besitzer nicht handelt werden. Neue Wagen, die nicht mindestens zwei Jahre alt sind oder 25000 km gefahren wurden, sollten nicht requiriert werden. Dadurch könnte man sehr viele Automobilisten veranlassen, neue Wagen zu kaufen und den alten in den Dienst zu geben. Das würde sowohl den Montage-Werkstätten, als auch,den Händlern und Verkäufern, die ebenfalls Arbeit suchen, Beschäftigung bringen. Die ln.,den Dienst gegebenen Wagen müssteri vörersf durch eine Experten-Kommission geprüft und falls nötig in die Werkstätten beordert werden. Nach der Ausführung der Reparatur würde eine zweite Prüfung erfolgen. Die Kosten für die erste Instandstellung würden vom Wagenbesitzer getragen, die nachherigen Unterhaltskosten und Reparaturen jedoch vom Militär, und zwar in der Weise, dass die Arbeiten möglichst beim gleichen. Reparateur resp. Vertreter gemacht werden müssten. Auf diese Weise Hessen sich viele Arbeiten vergeben, so dass das noch anwesende Personal Beschäftigung finden könnte und auch die Gelegenheit bestände, die Ausbildung der Lehrlinge weiter zu verfolgen, die bei leeren Arbeitsräumen selbstverständlich auch leidet. Unsere Arbeiter und Angestellten, die das Militärkleid tragen, kommen hin und wieder auf zeitlich begrenzten Urlaub und würden während den paar Tagen gerne einige Franken verdienen, um cfas Nötigste bezahlen zu können. Wenn wir keine Arbeit haben, können wir auch keine Arbeiter einstellen, ein Zustand, der für beide Teile gleich drückend ist und sicher nicht hilft, die Moral und Vaterlandsliebe zu stärken. An uns Aufogewerblern liegt es aber nun, in" dieser flauen Zeit unsere Werkstätten und sonstigen lokale auszukehren, bis in die hinter- .s-ten Ecken zu entrümpeln und auch um das Haus herum Ordnung zu schaffen. Luft, Licht und Farbe müssen in die Räume getragen werden. Alles Werkzeug ist zu ergänzen, so dass, wenn bessere Zeiten kommen, mit voller Kraft wieder eingesetzt werden kann. Ein ganz grosses Uebel bei vielen Garagen ist die Unordnung. Dreck, alte Wagenteile und abgetqckelte Wagen liegen überall herum, versperren den Platz und erwecken bei der Kundschaft einen erbärmlichen Eindruck. Weg mit diesem alten Zeugl Der Platz ist mehr wert und die Umgebung wirkt freundlicher. Deoken und Wände müssen weiss gestrichen und die Scheiben sauber gerieben werden. Unnötige Reklameschilder aller Farben lasse man verschwinden und enfschliesse 'sich einmal, schlichte, ruhige, vornehme Reklame zu machen. Im weitern lässt sich die Zeit* auch vortrefflich darauf verwenden, die Kenntnisse durch Lektüre zu verbessern und neue Konstruktionen und Arbeitsmethoden kennen zu lernen. Die Zeiten sind vorbei, wo sich ein Garagist sagen durfte, er wäre lange genug in der Branche und hätte nichts mehr zu. lernen. Heute mehr denn [e ist es eine Notwendigkeit, die neuen Bauarten, und Werkzeuge zu studieren und sich mit der rationellen undi&ichsT ren Verwendung dieser letzteren vertr.aMfc.2u machen. Wer diesem Zug nicht fölgf,; igeht nicht an der Krise unter, "sondern om :Maoge) an Kenntnissen. Das dauernde,Gejammer üfe^r die schlechten Zeiten und die erdrückende Konkurrenz hat seine Ursache darin, dass viele unserer Kollegen die Methoden der fortschrittlicheren Gewerbler nicht studieren. Eine neu? zeitliche Einstellung in der Arbeit hilft über unerwartet viele Schwierigkeiten hinweg. Wer sich aber darauf verlässt, dass seine langjährige Anwesenheit auf dem Platze oder ebensolche Erfahrung ihm; den Kunden von selbst zuführt, ohne dass er sich umstellt und modernisiert, braucht sich nicht zu wundern, wenn ein plötzlich auftauchender jüngerer Fachmann trotz Geschimpfe rasch Boden fasst und sich nicht mehr verdrängen lässt. Solche Beispiele Hessen sich haufenweise anführen. Zum Schluss noch ein für unsere Branche enorm wichtiges Kapitel: Nach der Ausführung der Reparatur oder Lieferung soll man sofort ,die Rechnung bereifhalten. Der Kunde zahlt eher und lieber, wenn er, sofort weiss, was es kostet, als nach. Monaten, wenn alles vergessen ist, Die Rabattgewährung muss aufhören, wie...in.anderen Branchen. Es sollen höchstens Umsatzrabatte auf bescheidener Basis gewährt werden. :" .[Wenn wir alle diese kleinen Anregungen befolgen oder gar schon angewendet haben, Spoctyeist Es ist bestimmt nicht immer Ifclcht in dem von so manchen harten'''StÖssen 1 begleiteten Tagewerk jenen Geist galten zu lassen, den die Engländer mit «fair play» bezeichnen, und der das Streben nach den Glücksgütern der Erde so viel.angenehmer gestalten würde." Warum sollten wir aber nicht jener Auffassung« zum ^Dnrchbrüch verhelfen, wie sie der perfekte Sportemann im Ring, auf dem. Rasen .^nd. auf der jPiste.ali selbstverständlich betrachtet: -Auch während der,^vollständigen Htxrgabe-und"dem verbissensten Ringen den Gegner immer noch al$;Menschen zu achten und seihe Leistungen "und A^nstren^njgeii nicht aus der Perspektive de.s eigenen Erfolgdranges, sondern mit den Augen N eines neutralen Beobachters zu Bewerten? ' Im Grunde läge dies sogar im ureigenen Interesse des einzelnen, Wer Wollen: und Denken an den Problemen der ändern verschleudert, braucht sich nicht zu wundern, wenn seine eigenen nicht die gewünschte Abwicklung erfahren, und wer glaubt, durch eine negative Stellungnahme seinem eigenen Betrieb ! de)i notwendigen Schwung zuführen zu können, der wird, sich früher oder später zu seinem persönlichen Schaden davon überzeugen können, da&s er eine verkehrte Methode eingeschlagen hat. Ist aber nicht der Mangel an Ächtung vor dem Konkurrenten die* letzte Ursache, wenn wir unsere Energie'jlureh nutzlose, gegen, ihn gerichtete -Emotjonen,,, Reden und Taten verpuffen? ^.a , .... Es lohnt sich bestimmt, mehr ; Sportgeist in das Erwerbsleben hineinzutragen!- 0 wenden auch für unser Gewerbe wieder bessere Tage kommen. Wer sich aber ',der Zeit nicht anpassen kann .oder will, der wundere sich nicht, wenn, er seinßrot eirjes Tages wieder als Arbeiter eines KoHeaen. verdienen •muss. In manchen Fällen wäre al[©n damit-besser "gedient, ja sogar geholfen; . E.R.-in Seh* Offerten Auro-Elektro -Prüfapparate Ladesrarionen - Gleichrichter, Auto-Lichru. Zubehör FERRIERv GÜDEt Co LUZERN -MOOSSTHIJOVTEL.22211 i Grösste Sparsamkeit im Automobilbetrieb erreichen Sie nur durch Einbau des Schweiz. Metro-Vergasers. Lieferung von Geschwindigkeits- Regulatoren für sämtl. Motorenarten. Spezialvergaser für Petrol und andere schwere Kraftstoffe, sowie Motorräder. 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