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E_1939_Zeitung_Nr.078

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gestellt werden. Durch

gestellt werden. Durch die Umrechnung der Ergebnisse dieser Untersuchungen auf die einzelnen Strassen je nach deren Breite umgerechnet, entstehen die interessanten Vergleiche zwischen Leistungsfähigkeit und wirklicher Belastung, aus denen dann wieder hervorgeht, ob eine Verkehrsader den Anforderungen der Wirklichkeit genügt oder ob sie vebreitert werden muss, um ihren Zweck zu erfüllen. Darüber finden wir interessante Zahlen für eine Anzahl von Basler Strassen und Brücken, die hier wiedergegeben seien : Theoretische Wirkliche Leistungs- Verkehrs- fähigkeit leistung (in Fahrzeugen je Tag) Gerbergasse 4288 1680 Streitgasse 8576 3360 Wettsteinbrücke vor dem Umbau: Motorfahrzeuge 8200 7800 nach dem Umbau: Motorfahrzeuge 9600 — Fahrräder 4450 — Spalenring: Motorfahrzeuge 5286 1200 Fahrräder 4100 3980 Aus diesen Zahlen geht deutlich hervor, dass die zwei erstgenannten Strassen den heutigen Verkehrsbedürfnissen noch reichlich genügen und dass dies für den Spalenring hinsichtlich der Motorfahrzeuge ebenfalls noch zutrifft, während hier die Kapazität für den Fahrradverkehr annähernd erschöpft ist. Vor allem aber findet der unlängst vollendete Umbau der Wettsteinbrücke durch diese Nachweise seine schlüssige Rechtfertigung, die auch durch photographische Aufnahme dieser Brücke bei starkem Verkehr belegt wird. (Schluss folgt.) Haftung von Transportfirmen. (Aus dem Bundesgericht.) Am 10. Juni 1935 fuhr ein vollbesetzter Autocar von der Vue-des-Alpes (oberhalb La Chaux-de-Fonds) gegen Neuenburg herab. Der Chauffeur fuhr ungeachtet des starken Gefälles im direkten Qang und konnte deswegen trotz des Gebrauchs der Bremsen das Tempo nicht mehr meistern, so dass er über eine Strassenkurve hinaus und gegen einen Baum fuhr. Unter den bei diesem Unfall getöteten Personen befand sidh das Ehepaar K., dessen Kinder, eine Tochter und zwei Söhne, das Transportunternehmen auf Schadenersatz und Genugtuung belangten. In ihrer Klage überliessen sie die Feststellung des Betrages den Gerichten, bezifferten aber ihre Ansprüche auf insgesamt rund 75.800 Fr. Die beklagte Transportfirma anerkannte grundsätzlich ihre Leistungspflicht und bezahlte auf Grund einer Vereinbarung zunächst 37.000 Fr., worauf die Hinterlassenen ihre weitergehenden Ansprüche gerichtlich verfolgten. Der Berner Appellationshof sprach ihnen weitere 4153 Fr. zu, beide Parteien erklärten die Berufung. Das Bundesgericht (I. Zivilabteilung) hatte dabei zunächst zu entscheiden, ob die Kläger Anspruch auf einen Betrag zur Bestreitung des Unterhaltes eines Doppelgrabes erheben können, da nach Art. 45 des Obligationenredhts im Falle der Tötung eines Menschen durch unerlaube Handlung «die entstandenen Kosten, insbesondere diejenigen der Bestattung » zu ersetzen sind. Während das kantonale Gericht hiefür den Klägern 500 Fr. zugesprochen hatte (auf die Dauer von 25 Jahren jährlich 20 Fr.), verneinte das Bundesgericht einen solchen Anspruch. Hiezu ist zu bemerken, dass die bundesgerichtliche Rechtsprechung anderseits die Kosten der Errichtung eines Grabsteines zu den Bestattungskosten im Sinne von Art. 45 OR rechnet. Bei der Festsetzung der Entschädigung für den Verlust der Versorger errechnete die obere Instanz einen etwas höheren Betrag als das kantonale Gericht. Ebenso trug es bei der Bestimmung der an die drei Nachkommen zu zahlenden Genugtuungssummen in vermehrtem Masse dem Umstände Rechnung, dass den K'läigern durch den plötzlichen Vertust beider Eltern ein besonders schweres seelisches Leid zugefügt worden war und dass der Unfall dem schweren Verschulden eines Angestellten der Transportfirma zuzuschreiben ist, für welches diese nach Art. 42 des Motorfahrzeuggesetzes einzustehen hat. Der Tochter, die sich kurz nach dem Unglück verheiratete, waren vom Appellhof 3000 Fr., den beiden Söhnen je 6000 Fr. zugesprochen worden; das Bundesgericht erhöhte diese Beiträge auf 4000 bzw. 8000 Fr. (insgesamt 20.000 Fr.). Die Transportfirma hatte neben der obligatorischen Autohaftpflichtversicherung für die Passagiere ihrer Geseflschaftswagen eine K o 11 e k t i v - U n f a 11 - Versicherung abgeschlossen, aus der die Kläger unmittelbar nach dem Unfall 7000 Fr. erhalten hatten. Dies warf die grundsätzliche Frage auf, ob sich die Kläger diesen REQUISITION UND VERSICHERUNGSFRAGEN. Die für die Haftpflichtversicheruimg vereinbarten Rabattbedingungen im Falle der Requisition, worüber die Leser in der letzten Nummer unseres Blattes orientiert worden sind, gelten analog auch für die Kasko- und Insassenversicherung. Was die Kaskoversicherung anbelangt, deren Bedingungen die Schäden während der Requisitionszeit ausschliessen, so begnügen sich die VersicherungsgeseEschaften mit der nachträglichen Mitteilung, wie sie in Ziffer III, ML b, des an dieser Stelle veröffentlichten Unfalldirektorenbeschlusses vorgesehen ist: « Erforderlich ist ein ausdrücklicher Sistienmgsantrag jedoch nicht. Der Versicherungsnehmer kann auch zuwarten, bis ihm das requirierte Fahrzeug wieder zurückgegeben wird und der Gesellschaft dannzumal den Nachweis durch Vorlage des Einschatzungs- oder Alrtchatzungsverbals erbringen. Es steht im weiteren in Aussicht, das« die Militärbehörde n&chsthin den privaten Haltern Requisitionsbescheinigungen, die das Datum der Ein- und Abschätzung nennen, aushändigen wird; di« Zustellung dieser Bescheinigung wird von den. Die einzigen Treibgase, die sich in jüngster Zeit erfolgreicher durchsetzen konnten, sind — "wie schon eingangs erwähnt — die sog. vor allem Butan und Propan, wie sie aus Erdgasen und Raffineriegasen der Petroleumindustrie, bei der Zerlegung von Koksofengasen und neuerdings auch in wachsenden Mengen bei der Kohleverflüssigung anfallen. Vom betriebstechnischen Standpunkt aus sind sie den Hochdruckgasen insofern wesentlich überlegen, als sie sich schon unter niedrigen Drucken, etwa bei 7—10 at, verflüssigen und daher in relativ leichten Flaschen mitgeführt werden können. Ihr Kaloriengehalt liegt noch über dem des Benzins und ihre Oktanzahl erreicht fast 100. Entsprechend repräsentieren sie auch einen grösseren Energievorrat, so dass ein Behälter von etwa 53 kg Eigengewicht mit einer Flüssiggasfüllung von 45 kg knapp 70 Liter Benzin zu ersetzen vermag, also ein Mehrfaches des Treibstoffäquivalents von Hochdruckgasen. Während aber die letzteren zum Teil aus AUTOMOBIL-REVUE DIENSTAG, 17 OKTOBER 1939 — N° 78 Betrag von der Gesamtsumme ihrer EntschädigTHigs- und GenugtuiHigsansprüche abziehen lassen müssten. Die Transportfirma hatte beide Versicherungen bei derselben Gesellschaft abgeschlossen und mit ihr vereinbart, dass die aus der Kollektiv-Unfallversicherung auszuzahlenden Beträge an diejenigen Summen anzurechnen seien, die für den nämlichen Unfall auf Grund der Haftpflichtversicherung ausbezahlt würden; auf Grund dieser Vereinbarung war die Prämie für die Kollektiv-Unfallversicherung herabgesetzt worden. Das Gericht entschied, dass die Vereinbarumg auch gegenüber dem im Versicherungsvertrag begünstigten Dritten (dem Versicherten bzw. seiner Erben) gelte, die erhaltenen 7000 Fr. also anzurechnen seien. Das appellationsgerichtliche Urteil wurde dahin abgeändert, dass die beklagte Firma insgesamt noch 9880 (statt 4153) Fr. nachzuzahlen hat (Urteil vom 10. Oktober). Wp. Sistierungsrabatte auch für Kasko- und Insassenversicherung im Falle der Requisition des Motorfahrzeugs. Gesellschaften gleichfalls als rechtlich genügender Nachweis für die Requisition und deren Dauer anerkannt » Für die Insassenversicherunz kommt dagegen eine Rabattgewährung mir dann in Frage, wenn die Police auf Antrag des Versicherungsnehmers nach Massgabe der Ziffer III, lit. a, des erwähnten Beschlusses s 1 s t i e r t worden ist: «Die Requisition seines Motorfahrzeugs berechtigt den Versicherungsnehmer, bei seiner Gesellschaft den Antrag auf Sistierung eeiner Haftpflichtpolice zu stellen. Als Nachweis für die stattgehabte Requisition ist dabei der Gesellschaft Aas Einschatzungsverbal vorzulegen. » Soweit die Rechtschutzversiclierung in Frage steht, so gewähren hier die CAP und die DAS eine Rückvergütung nach Maßgabe der Requisitionsdauer, sofern diese 30 Tage übersteigt Wenn der Versicherungsnehmer ein Ersatzfahrzeug benützt, so wird die Rückvergütung von der nächsten Prämie abgezogen. Gase als Motortreibstoffe « Flüssiggase », Schluss von Seite 1. besonderer Gas-Tankstellung in die an den Fahrzeugen eingebauten Gasflaschen unmittelbar übernommen werden können, macht der Flüssigkeitsgasbetrieb aus technischen wie vertriebsorganisatorischen Gründen bei Kraftstoffergänzung jeweils das Auswechseln der ganzen Flaschen erforderlich. Hierin liegt einer seiner entscheidenden Nachteile; ein weiterer, nicht minder schwerwiegender aber ist in dem Umstand begründet, dass die Gewinnung von Flüssiggasen überhaupt nur an verhältnismässig wenige Produktionsquellen gebunden ist; abgesehen davon, dass auch sie gänzlich von dem Umfang des Hauptprozesses abhängt, an die sie geknüpft ist Ḋer weitaus bedeutendste Flüssiggaslieferant sind die Vereinigten Staaten, deren Petroleumraffinerien von Jahr zu Jahr steigende Mengen dieses Produkts auf den Markt bringen. So hat ihr Gesamtabsatz auf diesem Gebiet von 18 Mill. Gallonen in 1930 auf über 165 Mill. Gallonen in 1938 zugenommen, doch ist fast die Hälfte dieser Ausbeute industriellen Zwecken vorbehalten. Etwa ein Drittel findet im Hauhalt für Beleuchtung und Feuerung und rund ein Zehntel für den Antrieb von Motoren Verwendung, ohne dass jedoch der Kraftverkehr hiervon io irgend nennenswertem Umfang Gebrauch machen dürfte. Von europäischen Ländern hat u.a. Frankreich den Flüssiggasen ein bescheidenes Absatzfeld erschlossen, doch beschränkt sich auch dieses in der Hauptsache auf Haushaltungen, an die 1937 rund 22.000 t geliefert wurden. Wesentlich anders ist das Bild in Deutschland, wo die mit dem fortschreitenden Ausbau der Kohleverflüssigung anwachsende Flüssiggas-Gewinnung überwiegend dem Automobilverkehr zugeführt wird. Demgegenüber spielt hier der Absatz an Haushaltungen (etwa 2500 t jährlich) eine völlig untergeordnete Rolle. Nach dem «Weltwirtschaftsarchiv > belief sich der gesamte Treibgasknosum 1938 auf ca. 75.000 t und die Zähl der Flüssigkeitsfahrzeuge auf etwa 22.000 Einheiten. Sie dürfte im laufenden Jahr noch eine ansehnliche Zunahme erfahren, nachdem die Ueberwachungsstelle für Mineralöle vor kurzem bestimmt hat, dass ab 1. Oktober (in Oesterreich ab 1. April 1940) alle im regelmässigen Verkehr stehenden Vergaseromnibusse für mehr als 16 Fahrgäste mit gasförmigen Kraftstoffen, insbesondere mit Flüssiggasen, betrieben werden müssen, sofern sie nicht in solchen Orten unter 20.000 Einwohnern stationiert sind, die im Umkreis von 10 km kein Flüssiggaslager haben. Bei einem Gesamt-Omnibusbestand Grossdeutschlands von rund 20.800 Fahrzeugen, wie er für Mitte 1938 ausgewiesen wurde, kämen somit — nach Abzug der Dieselund Hochdruckgas-Busse sowie der kleineren Benzin-Omnibusse und der bereits mit Flüssiggas laufenden Einheiten — rund 8500 Omnibusse für die weitere Umstellung in Frage. Dass die erwähnte Verordnung sich aut den relativ kleinen Bereich der Kraftomnibusse beschränkt, die im Rahmen des deutschen Nutzfahrzeugparks nicht mehr als 5 % ausmachen, zeigt, dass die leitenden Stellen sich der Grenzen der Einführung des Flüssiggasantriebs wohl bewusst sind. Sie sind einmal dadurch vorgezeichnet, dass im Hinblick auf die zusätzliche Belastung der Fahrzeuge durch die Flaschengewichte im allgemeinen nur schwere Wagen für die Umstellung auf Treibgas in Betracht kommen, diese Kategorien aber gerade in Deutschland aus bekannten Gründen bereits weitgehend dem Dieselantrieb erschlossen sind. Ein anderes Hemmungsmoment aber kommt von der Versorgungsseite. Wohl stehen zurzeit aus der Produktion der deutschen Hydrier- und Synthesenanlagen beträchtliche Ueberschussmengen an Flüssigkeiten zur Verfügung, aber ihre Unterbringung im Kraftverkehr belastet diesen nicht allein mit den Umstellungskosten der Fahrzeuge selbst (sie wurden im letzten Jahr auf rund 430 RM je Wagen angegeben), sondern sie belastet auch den ganzen Treibstoffvertrieb mit einem erheblichen technischen, organisatorischen und nicht zuletzt finanziellen Mehraufwand. So wird man selbst einen c Edel ^Treibstoff wie das Flüssiggas aus mehr als einem Grunde doch auch nur als ein Behelfsmittel des Kraftverkehrs anzusprechen haben, mit dem das Treibstoffproblem des dritten Reiches ebenso wenig gelöst werden kann wie mit dem Hochdruckgas- oder Generatorbetrieb. Es bedeutet daher kaum eine Ueberraschung, wenn eine führende deutsche Fachzeitschrift kürzlich auf das Bestreben hinwies, «die Flüssiggase einer hochwertigeren Verwendung zuzuführen >. Es sei daher «wohl damit zu rechnen, dass die Flüssiggase nicht ewig als Treibstoff benutzt werden >. Damit aber ist im Grunde nur bestätigt, dass die scharfe Trennlinie, die gewisse Kreise neuerdings zwischen den Flüssiggasen, und den anderen Ersatztreibstoffen zu ziehen versuchen, doch recht künstlich ist. - J.P.K. F E U I L L E T O N Der Siedler. Roman von Heinrich Lämmlin. 12. Fortsetzung «Ich habe einen grossen Bekanntenkreis und will Umschau halten, wer für diese Sache in Frage kommt. » Fürst wendet sich Lisbeth zu : « Ich will aber Götti sein, Frau Lüthy ! > Er scherzt noch kurze Zeit mit den beiden und geht dann mit dem Versprechen, dass er bald wieder kommt. < Du hast mir noch nicht gesagt, dass du Stunden geben willst ! » meint Lisbeth. < Nein, das habe ich dir nicht gesagt. Es war auch gar nicht möglich, da ich selbst erst daran gedacht habe.» « Das wäre ein Ausweg !» « Sicher wäre es das ! » < O, ich wäre froh, wenn du Stunden geben könntest! Damit wären wir einen Teil unserer Sorgen los. > Sepp lacht herzlich : «Dummes Mädchen! Warum machst du dir auch solche Sorgen !» — Am Abend kommt Fürsts Gärtner gelaufen, c Ich soll diesen Brief abgeben ! » sagt er und verabschiedet sich sofort wieder. Der Sepp dreht den Brief hin und her und schaut ihn von allen Seiten an, bis Lisbeth, die ungeduldig dabei steht, sagt: < So mach doch endlich den Umschlag auf! > «Ich möchte nur wissen, was der Fürst uns zu schreiben hat, nachdem er erst heute hier war >, antwortet der Mann und öffnet den Umschlag. Drei Hunderternoten fallen heraus und ein Zettel, auf dem nur wenige Worte stehen. c Beiliegend ein kleiner Betrag, damit Sie nicht ohne Geld sind, die Ziege kaufen können und den Stall nicht leer haben müssen. Betrachten Sie es als Darlehen. Sie können mir den Betrag zurückgeben, wenn sich die Siedelung rentiert oder wenn Sie mit Ihrem Unterricht etwas verdient haben. Gruss Fürst.» « Hast du ihm etwas von der Ziege gesagt ? > fragt der Mann. Die Frau schaut ihn von der Seite an und lacht: « Aber Sepp, du hast doch selbst davon gesprochen ! > c Habe ich das ? — Es ist ja auch einerlei. Wir können die Ziege jetzt kaufen, aber wir haben auch Schulden. Es sind unsere ersten Schulden, Lisbeth !» Die Frau nickt: < Ja, bisher gingen wir in unsern eigenen Schuhen. Es wird gut sein, wenn du bald Stunden geben kannst! Schade, dass du es tun musst, aber ich sehe keinen andern Weg. > « Ja, ich werde es jetzt tun müssen ! > Der Stall ist fertig. Es ist ein richtiges kleines Haus mit Türen, Fenstern und einem Heuboden. Es leuchtet weiss in der Herbstsonne, und Lisbeth kann sich nicht genug tun in ihrer Bewunderung. «Du hättest Baumeister werden sollen, Sepp. Man könnte meinen, du habest in deinem ganzen Leben nichts anderes getan, als Häuser gebaut. Da ist doch alles am richtigen Ort: Die Tür, die Fenster, die Raufe, der Heustock und die Futterlucke ! » So spricht sie und hat ihre Freude an dem Stall. Der Sepp steht da und lacht gemütlich. (Fortsetzung folgt.)

N° 78 — DIENSTAG. 17. OKTOBER 1939 AUTOMOBIL-REVUE Echos auf den Artikel von Oberst Reparaturen an requirierten Fahrzeugen durch das Autogewerbe Aufhebung einzelner Militärreparaturkolonnen. Aufstellung eines Stundentarifs. Der in der letzten Nummer der «Automobil- Revue» veröffentlichte Artikel von Nationalrat Vallotton hat, wie übrigens zu erwarten stand, einen starken Widerhall gefunden Schon zuvor war die Idee,. Reparaturen an requirierten Fahrzeugen dem privaten Autogewerbe zu übertragen, durch unser Blatt aufgegriffen worden. Und der Gedanke fiel auf fruchtbaren Boden. Am letzten Freitag wurde an einer Konferenz in Thun dessen Verwirklichung gemeinsam von den Vertretern des Autogewerbes und der Armee in Angriff genommen. Dabei gaben die militärischen Instanzen ihren Entschluss bekannt, einzelne der Armee-Reparaturkolonnen aufzuheben. Im übrigen wurden folgende Stundentarife für die Vornahme von Reparaturen an requirierten Fahrzeugen durch zivile Garagen, Werkstätten usw. festgesetzt: Für Städte mit Ober 4000 Einwohnarn: Automechaniker Fr. 3.50 Handlanger Fr. 2.50 Lehrlinge Fr. 1—2 Ortschaften mit 2500—4000 Einwohnarn: Automechaniker Fr. 3.— Handlanger Fr. 2.— Lehrlinge Fr. 1—1.50 Kleinere Ortschaften : Automechaniker Fr. 2.60 Handlanger Fr. 1.50 Lehrlinge Fr. 0.80—1.20 Arbeiten an Drehbänken und Fräsmaschinen werden mit 4 Fr. pro Stunde entschädigt. Kontrollarbeiten durch Chefmechaniker (Besitzer) können auf den totalen Arbeitslohnibetrag mit einem Zuschlag von 10 % in Rechnung gestellt werden. Im weiteren befindet sich, wie wir erfah ren, ein Einstelltarif in Vorbereitung. Am nächsten Freitag treten nun die zuständigen Armeeinstanzen neuerdings zusammen, um die in Frage stehenden Nonnen zu prüfen und ihnen die endgültige Genehmigung zu erteilen. Was die übrigen drei ProblemkompJexe anbelangt, welche Oberst Vallotton in seinem Artikel angeschnitten hat, ^so fallen sie vor allem in den Kompetenzbereich des Bundesrates, wobei besonders der Aufhebung des Sonntagsfahrverbotes dringender Charakter zukommt. Der Wunsch nach möglichst rascher Bestellung der vorgeschlagenen Konw misskm und nach baldiger Aufnahme ihrer Tätigkeit sei deshalb an dieser Stelle wiederholt zum Ausdruck gebracht. Erfreulicherweise lässt sich indessen heute schon feststellen, dass die vom Nationailratspräsidenten und Chef des Motorwagendienstes des 1. Armeekorps entwickelten Ideen und Anregungen bei den kriegswirtschaftlichen Stellen ungeteilte Aufmerksamkeit gefunden haben, und dass deren Stu- Brennstoffzuteilung für Lastwagen. während der Zeit vom 16. Okt.—15. Nov. Wie unsere Leser wissen, wird di« provisorische Treibstoffrationierun« vom 16. Oktober bis 15. November verlängert. Für diese Zeit erhalten die Lastwagen folgende Brennstoffmengen zugeteilt: 1 Ratlonltrungtscheln fOr Benzin Dieselöl Ms 15.99 PS 180 L. oder 150 L. Ton 16—20.99 PS 240 L. * 200 L. von 21—30.99 PS 330 L. > 280 L. von 31 PS und darüber 450 L. > 390 L. Die Dieselwagen gemessen somit eine gewisse Vorzugsstellung, weil sie imstande sind, mit der gleichen Brennstoffmenge eine grössere Zahl von Kilometern zurückzulegen. Lastwagen mit Gasantrieb, die mit Vergasern ausgerüstet sind, erhalten für das Anlassen und Manövrieren 50 Liter Benzin zugeteilt. Industrietraktoren haben Anspruch auf 150 Liter Benzin oder Dieselöl. Besitzer von Autocars von 18 Plätzen und mehr können in dringenden Fällen das er« forderliche Brennstoffquantuin beziehen (mit Ausnahme von Postfahrzeugen). dessen vollinhaltliche Wiedergabe in westschweizerischen Zeitungen und die auszugsweisen Bearbeitungen in Blättern der deut- Artikel Nat.-Rat Vallottons über die Massnahmen. Der in unserer letzten Nummer veröffentlichte schen Schweiz beweisen. Und dazu häufen zur Rettung des schweizerischen Autogewerbes and Nai.-Rat Vallotton sich die Briefe, welche dem Verfasser aus — der übrigens, wie zu erwarten stand, ein starkes unserem Leserkreise, namentlich aus dem Echo gefunden hat — enthielt u. a. die Feststellung, dass als Folge der Treibstoffrationierung allein im Autogewerbe zugingen und noch zugehen, Kanton Waadt bis zum 30. September insgesamt zu einem ansehnlichen Stapel. Und aus allen 2677 Schilder zurückgegeben worden seien, davon dium bereits an die Hand genommen worden ist diesen zeitgemässen und wohldurchdachten in dieser Hinsicht anderswo entwickelt haben? Wir Wingt der Dank und die Anerkennung für 2300 Personenwagennummern. Wie sich die Dinge Vorstoss. Uns selbst sind ebenfalls derartige sind der Sache nachgegangen und können heute unseren Lesern anhand der Zahlen für einzelne Kantone ein ungefähres Bild der Ausmasse vermitteln,- Widerhall In Presse und Publikum. Schreiben aufs Redaktionspult geflattert; wir Auch die Tagespresse schenkte dem Artikel Oberst Vallottons starke Beachtung, wie Stelle der vorliegenden Nummer. betriebsetzung von Automobilen und Motorrädern veröffentlichen das eine davon an anderer welche die Nummernriickgabe und damit die Ausser- einstweilen angenommen hat. P'wagen- Zurückgegebene Kanton bestand Auto-Nr. Motorrad-Nu* Waadt 7950 2300 2*5 Mindestalter für Führerausweise kann auf 17 Jahre herabgesetzt werden. Genf 9426 1230 200 Neuenburg 2422 95 35 Um der Armee genügende Bestände an künftigen Chauffeuren und Motorradfahrern zu sichern der eidgenössischen Automobilgeeetzgebung. Die Basel-Stadt 4232 1220 52« übrigen gelten für die Prüfung alle Vorschriften Bern 11448 1800 800 und gleichzeitig auch einer Verknappung der Führer für die im zivilen Lehen stehenden Motorfahr- jeder andere Bewerber alle für die Führung von hier in Betracht fallenden Leute müssen also wie Zürich 13454 4364 2116 zeuge vorzubeugen — denn die Wirtschaft mues Motorfahrzeugen notwendigen Eigenschaften und weitergehen, um jeden Preis — hat der Bundesrat, 49932 11009 3921 Kenntnisse besitzen. Nur dann kann ihnen der von seinen Vollmachten Gebrauch machend — das Führerausweis auegestellt werden. Für die ganze Schweiz berechnet, deren Personenwagenbestand im September 1938 mit 74.923 eidg. Motorfahrzeuggesetz und die Vollziehungsverordnung insofern abgeändert, als er die bisher auf und von Privaten haben ergeben, dass infolge des Stück ermittelt wurde, entspräche die oben errech- Zu Art. 2. Eingaben verschiedener Kantone 18 Jahre fixierte untere Altersgrenze zur Erlangung der Fahrbewilligung nunmehr auf 17 Jahre Motorfahrzeugführern in gewissen Fällen das rund 22,5 D /o. Natürlich kann es sich dabei nur durch die Mobilisation bedingten Mangels an nete Ziffer der Rückgabe von 16.856 Schildern oder herabgesetzt Einem eben veröffentlichten Bundesrätsbeschluss zufolge haben nämlich die Kantone ausweis und den Führerausweis schon nach Voll- wenn man diesen Vorbehalt in Rechnung stellt, bie- wirtschaftliche Bedürfnis besteht, den Lernfahr- um eine ganz rohe Schätzung handeln, aber selbst zukünftigen Rekruten, die ihren Dienst bei •• der' endung des 17. Altersjahres erteilen tu können. tet unsere Zusammenstellung doch gewisse Anhalts-» Motortransporttruppe oder bei den motorisierten Diesem Bedürfnis entspricht Art. 2 des BRB. Für punkte dafür, in welchem Ausmass durch die Stilllegung die Existenzbasis des Autogewerbes einge- leichten Truppen zu leisten beabsichtigen, auf Geeuch hin schon nach Vollendung des 17. Alters- Gesagte. Bei der Erteilung von Ausweisen im Sinne engt worden ist und wie dringend unverzügliche die Prüfung solcher Bewerber gilt das zu Art. 1 jahres den Lernfahrausweis und nach bestandenen Prüfung den Führerausweis zu erteilen. Aus- geboten. Es kann sich nicht etwa darum handeln, Denn freilich erreichen die Schilderrückgaben in von Art. 2 ist im übrigen grösete Zurückhaltung Hilfe für diesen bedrohten Wirtschaftszweig not tut. serdem ermächtigt der gleiche Beschluss die Kantone, den Lernfahrausweis und den Führerausweis vielmehr jeder einzelne Fall sorgfältig geprüft höhere Grenzen als in normalen Jahren. die Altersgrenze allgemein herabzusetzen. Es muss den meisten der oben angeführten Kantone weit ausnahmsweise auch andern Personen zu erteilen, werden. Einem Gesuch darf nur dann entsprochen die das 17. Altersjahr vollendet haben, sofern sich werden, wenn wirklich keine Motorfahrzeugführer eine solche Ausnahme zufolge Mangels an Motorfahrzeugführern als wirtschaftlich notwendig erfall vorliegt. zur Verfügung stehen, wirtschaftlich also ein Notweist. Die Verlängerung der provisorischen Ueber die Gründe, welche den Bundesrat zu Praktisch dürfte es so gut wie ausgeschlossen seinem Besohluss geführt haben, äussert eich das sein, zum voraus zu wissen, welche unter den Gesuchstellern dereinst als diensttauglcih erklärt und Brennstoffrationierung «idg. Justiz- und Polizeidepartement in einem Kreisschreiiben an die Kantone wie folgt: zu einer Motorfahrerrekrutenschule einberufen werden. Nach dem Sinn des bundesrätlichen Beschlus- vom 16. Oktober bis 14. November. Z u A r t. 1. Im Zeitpunkt ihrer Rekrutierung müssen die jungen Leute, die ihren Dienst in der ses muss es indessen für die kantonalen Amtsstellen genügen, wenn ihnen ein solcher Bewerber um des Eidg. Volkswirtschaftsdepartements geregelt wird in einer vom 10. Oktober datierten Verfügung Motortransporttruppe oder in den motorisierten leichten Truppen leisten möchten, den Führerauswes vorlegen können. Da nach einer Verfügung des der Motorfahrertruppe Dienst zu tun. Auch was mentlich darin ab, dass das Verbot der Treibstoff- den Lernfahrausweis seine Absicht bekundet, in Von der bisher geltenden Ordnung weicht sie na- Armeestafoes die Rekrutierung um ein Jahr vorgeschoben wird, diese also im 18. und nicht mehr tonalen Instanzen, der ration legis durch eine, wenn schen des Autohandels, aufgehoben und die Kraft- Art. 2 des Beschlusses betrifft, gilt es für die kanzuteilung an neue Wagen, entsprechend den Wün- im 19. Alterejahr stattfindet, könnte nur ein Teil auch zurückhaltende, so doch zweckentsprechende, stoffzuteilung an die verschiedenen Fahrzeugkate-' dieser Leute im Zeitpunkt der Rekrutierung im vernünftige Handhabung ihrer Kompetenzen gerecht zu werden. Und schließlich versteht es sich nis nach besserer Verteilung der Vorräte angepasst gorien durch eine weitere Abstufung dem Bedürf- Besitz des Führerausweises sein, da nach Art. 9, Abo. 2, MFG der Führeraus weis erst nach Vollendung des 16. Altersjahrea erteilt werden darf. für die Lernfahrten erforderlichen Benzinmengen siger Kraftstoffe (Benzin, Benzol, Petrol, sowie von selbst, dass sie in allen diesen Fällen auch die wird. Danach ist die gewerbsmässige Abgabe flüs- Art. 1 des BRB wird es also allen diesen jungen bewilligen. Die Fahrlehrer erhalten ja ausreichende Dieselöl aller Art) für Motorfahrzeuge nur gegen Leuten ermöglichen, im Zeitpunkt ihrer Rekrutierung «n den motorisierten Truppen im Besitz des des Fahrunterrichts durch andere Personen berungsschemen gestattet. Bei der gewerbsmässigen Quantitäten an Brennstoff und was die Erteilung die Aushändigung von provisorischen Rationie- Führeraueweisee zu sein. Selbstverständlich wird trifft, so'wird sich die Abgabe der nötigen Beazinm'engen nach dem Ergebnis einer Prüfung des ein- an eidgenössische, kantonale und kommunale Be- Abgabe von flüssigen Kraftstoffen an die Armee, durch diesen Artikel nur das Mindestalter zur Erlangung des Führeraüsweises herabgesetzt; im zelnen Falles richten müssen., * • •., hörden, für Pflichtfahrten an Postautohalter und Inhaber der Konzession A tritt an Stelle des provisorischen Rationierungsscheins eine vom Bezüger unterzeichnete Bescheinigung, welche wie die Ra-r tionierungsscheine dem Verkäufer auszuhändigen ist. Für Motorfahrzeuge, welche während der Dauer der provisorischen Rationierung von der Armee requiriert sind, werden keine Rationierungsscheine abgegeben. Halter von Motorfahrzeugen mit ausländischen Nummern, die sich während der Dauer der provisorischen Rationierung in der Schweiz aufhalten, können einen Rationierungsschein bei der nächstgelegenen Automobilkontrolle beziehen, wohei zur Vermeidung mehrfacher Bezüge die Abgabe im Triptyk vorgemerkt werden muss. Beim Verlassen der Schweiz dürfen Aueländer nach wie vor höchstens 10 Liter Benzin mit sich führen. Die Gültigkeit der provisorischen Rationierungsscheine erstreckt sich auf die Zeit bis zum 14. November 1939, 24.00 Uhr. lieber die Brennstoffmengen, welche dahei an Personen- und Lieferwagen abgegeben werden, haben wir unsere Leser in Nr. 77 orientiert. Was die Lastwagen anbetrifft, so gelten für die Brennstoffzuteilung an diese Kategorie von Fahrzeugen folgende Bestimmungen: Lastwagen (eine Tonne und mehr Nutzlast) : 1 Rationierungsschein für Benzin Dieselöl bis 15.99 PS 180 L. oder 150 L. von 16—20.99 PS 240 L. » 200 L. von 21—50.99 PS 330 L. > 280 L. 31 PS und mehr 450 L. > 390 L. Industrietraktqren ifür den Strassenverkehr: 1 Rationierungeschein für 150 L. Kraftstoff. Je mehr das Publikum von einer fachmännischen Für Holzgas- und Holzkohlenlastwagen mit Zusatzvergasern wird pro Fahrzeug ein Leistung nicht nur Dauerhaftigkeit, sondern ebensosehr Schönheit verlangt, desto mehr gilt für den Gesellschaftswagen (mit mehr als 8 Rationierungsschein von 50 L. Benzin abgegeben. Sitzplätzen) erhalten nur in dringenden Fällen die Fabrikanten nur noch die einzige Devise, die vor nötige Brennstoffmenge gegen Ausweis. Enttäuschung bewahrt: Qualität. Landwirtschaftliche Traktoren und andere landwirtschaftliche und gewerbliche Motoren, sowie Nitreclatin hat sich im Lauf der Jahre zu seinen alten nicht im Dienste der öffentlichen Transportanstalten stehende Motorboote, deren Verwendung einem Freunden ständig neue erworben und durch seine dringenden Bedürfnis entspricht, erhalten den nachgewiesenen Bedarf an Brennstoffen. wachsende Beliebtheit bewiesen, wie sehr es den Ruf eines schweizerischen Qualitätsproduktes verdient. Zusatzbewilligungen. Für praktizierende AeTzte (Zahnärzte ausgeschlossen), Krankenanstalten, Spitäler, Pflegepersonal, Handelsreisende und Taxihalter dürfen auf Ihr Maler oder Carrossier gibt Ihnen gern Auskunft über seine Erfahrungen. besonderes Gesuch hin. bei nachgewiesenem dringenden Mehrbedarf weitere Raüonierungsscheine durch die zuständigen kantonalen Instanzen abgegeben werden. Taxihalter grösserer Verkehrszen- n „UUH« « lllM ttlllK* 1 Ober „Die Rettung des Autogewerbes vor dem Ruin" E C L A T I N A G . , S O L O T H U R N , F A R B E N - U N D L A C K F A B R I K , T E L E P H O N 2 1 1 3 9 Streiflichter zum Kapitel „Stillegung" tren haben sich vorher über eine geeignete Art der Zusammenarbeit zu verständigen, damit das Benzin möglichst zweckmässig verwendet wird. Die Kantone können ferner in andern, naehgewiesenermassen 'dringenden Fällen zusätzliche Rationierungsscheine für Motorräder, Personenautomobile und Lieferwagen unter 1 Tonne Nutzlast abgeben. Für Lastwagen, welche dem'Transport lebenswichtiger Güter dienen, und für Industrietraktoren für den Strassenverkehr können von der Sektion für Kraft und Wärme weitere Kraftstoffzuteilungen erfolgen, wenn ein dringendes Bedürfnis nachgewiesen wird und wenn organisatorische Massmahmen zu rationeller Ausnutzung und Zusammenarbeit getroffen werden.