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E_1939_Zeitung_Nr.084

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10 AUTOMOBIL-REVUE

10 AUTOMOBIL-REVUE DIENSTAG, 28. NOVEMBER 1939 — N° 84 Ein sehr willkommene Verbesserung für Winterfahrten sind DIE HEUTE SO BELIEBTEN WAGEN- HEIZUNGEN. Merkwürdig eigentlich, dass erst jetzt solche Heizkörper sich allgemein durchsetzen, da doch die grosse Menge von Abfallwärme, die der Motor produziert, geradezu zur nützlichen Verwendung auffordert. Vor allem ist es heute die Wärme des Kühlwassers, die in den verschiedensten Formen hiefür herangezogen wird. Etwas ganz Einfaches und Patentes hat sich beispielsweise Citroen ausgedacht. Seine in allen Sechszylinderwagen vorhandene Wagenheizung besteht einzig in einem weiten Blechkanal, der vom dicht beim Kühlpropeller ausmündet und hinten die Trennwand zwischen Motorhaube und Innenraum durchdringt. Er leitet die warme Luft vom Kühler ins Wageninnere. Andere Wagenheizungen wiederum besitzen einen eigenen Heizkörper, durch den ein Teil des Kühlwassers zirkuliert Ein elektrischer Ventilator sorgt für gleichmassige Umwälzung der Warmluft im Wagen. Einige Fabrikationsgeheimnisse. Im folgenden kommen wir nun zu einem sehr •wichtigen Kapitel, das allerdings von vielen Firmen vielleicht etwas vernachlässigt wird, nämlich den Fragen der Fabrikation. Tatsächlich ist es nur wenig bekannt, dass die Zündkerze nur dann den technisch an sie gestellten Forderungen voll und ganz genügen kann, wenn abgesehen vom einwandfreien Funktionieren des Produktionsapparates auch mit höchster Präzision gearbeitet wird. Leider kostet diese Genauigkeit in der Herstellung viel Geld und anderseits ist der Laie, der sich Zündkerzen kauft, nicht in der Lage, sich ein Bild davon zu machen, wie es um diese Präzision in der Fabrikation bestellt ist. Nur wenige, sehr seriöse Firmen machen es sich zum Geschäftsprinzip ausschliesslich höchste Qualität zu liefern, während die übrigen sich allzusehr auf die Erreichung eines möglichst hohen Gewinns einstellen. Im folgenden sei kurz auf einige Einzelheiten aus der Kerzenfabrikation eingegangen. DIE ELEKTRODEN. Sie müssen den doppelten Vorteil einer guten thermischen und elektrischen Leitfähigkeit sowie einer maximalen Korrosionsbeständigkeit besitzen. Zahlreiche Materialen könnten für ihre Herstellung verwendet werden. Jedoch benützt man dazu meist Nickellegierungen, da sie, abgesehen von ihrer mittelmässigen Leitfähigkeit, über eine beträchtliche Korrosionsbeständigkeit verfügen. Es scheint, dass als bestes System dasjenige anzusprechen ist, das sich als Elektrodenhalter eines korrosionsbeständigen Materials bedient, worauf eine sehr feine Elektrode aus einer platinhaltigen Legierung befestigt wird. Man erhält auf diese LUBRIA, BERN-PENNZOIL-VERTRIEBI> ABT. OER ADOLF SCHMIDS ERBEN AQ. VERLOREN 1 Reserve- Rad 40X8, auf der Strecke Bern-Wangen a. A.-Balsthal-Muttenz. (84 Gebr. Imboden, Transporte, Interlaken. 20360 PNEUS aller Grossen Unsere Besprechung der Winterausrüstung des Automobils wäre unvollständig, würden wir nicht auch noch auf hinweisen, die einen rationellen und ungefährlichen Transport der beliebten Bretter in die glitzernde Pracht des Bergwinters erlaubt. Spitzen nach unten und hinten heisst die Regel für die heute meist übliche Befestigung der Skier auf dem Wagendach. Es gibt da Modelle für jede nur denkbare Karosserieform. Sogar für offene Wagen ist ein Typ entwickelt worden, der sich auf dem Reservepneu festschnallen lässt. Hier ragen dann die Bretter schräg nach oben in die Luft, Spitzen ebenfalls nach hinten. So ausgerüstet können uns weder Nebel noch Schnee oder Eis etwas anhaben, und wenn uns nach Wintersonne dürstet, so sind wir bereit, di« Nebeldecke zu durchstossen, um ihr mit Wagen und Brettern hoch hinauf ins weisse Märchenland entgegenzufahren. -b-. ELECTROQE DE MASSE EMMANCHEE DANSLECULOT ELECTRODE DE MASSE SOUDfESURLECUlOT setzt man mehrere Masse-Elektroden ein. Hiedurch erzielt man gewisse elektrische Vorteile, vor allem aber ergibt sich damit eine gleichmässigere Verteilung des Kerzenabbrandes (siehe Fig. 13). DIE ISOLATOREN. Wir sahen, dass sie ini: zwei Gruppen eingeteilt werden können : I)ie keramischen Isolatoren sowie die , Glimmerisolation. Fr. 15.—. 5 Lt. MOBILOIL «Arctic» die neuesten Schöpfungen, (Winteröl), statt Fr: (Station). Teleph. 4,70.11 zum günstigsten Preise. 10.50 Fr. 7.50. 9*T Ankauf von Wagen Offerten unter Chiffre aller Art. Pneuhaus FISCHER, 20343 an die Bielstrasse 4, Grenchen. Automobil-Revue, Bern. TeL 8.55.21. ZU VERKAUFEN 2 erosse, neue Oefen. BiickTLimousine, billigst. Anfragen unter Chiffre Z 5518 Q an Publicitas, Basel. 76645 Neugummierungen Vulkanisieren, Reparaturen Pneuhaus A. Dätwyler, Bern, Maulbeerstrasse 7. Telephon 3.76.96, Tel. privat 2.97.38. 2 Firestone- Pneus 600X16, verstärkt, statt Fr. 77.—, per Stück Fr. 60.—. (84 1 Satz (6 St.) KERZEN AC46 statt Fr. 21.— ZYSSET, ZOLLIKOFEN Maschinen und Werkzeuge Mobiliar u. Material in günstiger Verkehrslage, gesamthaft. Nähere Auskunft unter Chiffre 20310 durch die Automobil-Revue. Bern. Weise gleichzeitig eine hohe Leitfähigkeit und Korrosionsfestigkeit (Platin) sowie die höchstmögliche Permeabilität (feiner Elektrodenquerschnitt). Die Masse-Elektroden bestehen meist ebenfalls aus einer Nickellegierung. Man benützt hiezti entweder auf den Halter aufgeschweisste oder in diesen eingepresste Drahtstückchen, die vorgehend in die richtige Länge geschnitten werden. Manchmal Winteroel in allen Originalgebinde - Grossen erhältlich DIE SKITRÄGBR Von der Zündkerze (Fortsetzung aus Nr. 81 der «A.-R.») KERZCN-KÖKPER cimepuessr Neue u. Occasions-Pneus aller Marken und Dimensionen UV* Zu verkaufen Zu verkaufen Ersatzteile liefert prompt ab Lager einer gut eingerichteten (82 Karosserie-Werkstätte R6705I Unter keramischen Isolatoren wiederum unterscheidet man verschiedene Arten, wie Porzellan, Steatit, Sillimanit, Korundit, Synterkorung usw., deren jede ihre spezifischen Eigenschaften besitzt. Auf jeden Fall ist er ausserordentlich schwierig, einen wirklich guten, keramischen Isolator herzustellen. Einzig einige wenige Firmen, die über ein wirklich erstklassiges und modernes Maschinenmaterial sowie technisches Personal verfügen, das aus der Zündkerzenfabrikation eine wahre Wissenschaft gemacht hat, die oft teuer genug bezahlt wurde, sind in der Lage, gute Resultate zu erhalten. Sogar unter diesen günstigsten Umständen können sich manchmal unangenehme Ueberraschungen in vtfltABIff lil^l • u«Av»n Auto "Heizungen FABRIK-NIEDERLAGEN : Walker & Cie., Bern Belpitiuse U Telephon 2 6701 C. Schaefer, Zürich Liniinststnue 210 Telephon 7 37 30 Bestandteile der Fabrikation keramischer Isolatoren ergeben, trotz aller Sorgfalt, die man auf die Zubereitung des Materials eowie die Erreichung einer möglichst vollkommenen Gleichförmigkeit desselben verwendet. GLIMMER. Dieser Isolierstoff lässt sich verhältnismässig leichter zu einem guten Isolator verarbeiten als keramische Materialien. Unglücklicherweise kostet die Herstellung der Glimmerisolation mehr und daher wird dieses Material prinzipiell nur für die Fabrikation von Qualitätskerzen verwendet. Für Flugmotoren benützt man beispielsweise diese Abart von Zündkerzen fast allgemein. Es gibt verschiedene Arten von Glimmer, die sich nicht alle gleich gut für die Fabrikation von Glimmerisolatoren eignen. Am besten erfüllt der gelbe Glimmer aus Madagaskar diesen Zweck und darunter wiederum ist die Produktion bestimmter Minen dem Durchschnitt glatt überlegen. Der grosse Vorteil dieses Glimmers besteht in seiner Eigenschaft, bei hohen Temperaturen kein Wasser abzuspalten, welchem Merkmal offensichtlich kardinale Bedeutung zukommt. Man muss allerdings auch in der Lage sein, den Glimmer richtig zu verarbeiten. Er wird in Form von Plättchen verschiedener Form und Grösse bezogen. Meist besitzen diese Scheiben Abmessungen von 6X6 cm und eine Dicke von 2—3 mm. Diese Glimmerplatten werden durch Spezialarbeiterinnen in dünne Blättchen von 2—3/100 mm gespalten. Anschüessend wickelt man diese entweder von Hand oder mit Spezialmaschinen möglichst dicht auf die Mittelelektroden auf. Diese Röllchen werden nun mit Hilfe eines Ringes von jedem Fabrikanten nach seinem besonderen Verfahren komprimiert. Wir sahen bereits im Kapitel « Elektrische Probleme >, was für Schwierigkeiten dabei gemeistert werden müssen und wie gewisse Firmen die Aufgabe gelöst haben. Hienach wird der Glimmer auf kleinen Drohbänken entweder mit SpezialWerkzeugen oder auch mit Hilfe von Schleifscheiben in die richtige Form gebracht, denn man darf nicht vergessen, dass der Glimmer wegen seiner ausserordentlichen Härte die Werkzeuge sehr rasch abnützt, selbst wenn sie aus den widerstandsfähigsten Schnellstählen- angefertigt werden. Schliesslich poliert man die sichtbare Aussenfläche des Glimmers sehr sorgfältig, da Oelkohlenansätze um so fester daran haften, je rauher die Oberfläche ist. DICHTUNGEN. Die Zündkerzendichtungen bestehen heute wegen seiner hohen Wärmeleitfähigkeit stets aus Kupfer. Gewisse Fabrikanten benützen dazu Ringe, die aus vielen feinen Kupferplättchen bestehen, weil sich diese besser an die Schultern des Isolators anschmiegen. Es versteht sich von selbst, dass die Dichtungen vor der Montage geglüht werden müssen. EINZELTEILE. Der Kerzenkörper sowie die Montagemutter (sofern vorhanden) werden aus weichen Stahlstücken hergestellt (weich natürlich als relativer Begriff !). Die meisten Abmessungen müssen auf 2/100 mm genau stimmen, falls eine gleichmassige und fliessende Fabrikation gewünscht wird. Die Gewinde sind mit grösster Sorgfalt herzustellen, und jene Gewindegänge, die zur Montage der Kerzen am Motor dienen, haben den Automobilnormalien zu entsprechen, will man Unannehmlichkeiten beim Montieren vermeiden. Schliesslich muss der Kerzenkörper einen Rostschutz erhalten, um die andernfalls unvermeidlich eintretende Rostbildung nach kurzer Gebrauchsdauer auszuschliessen. Am meisten werden hiezu die Verfahren der Bräunung oder die Sherardisation benützt. MONTAGE. Nun werden die einzeln fabrizierten Teile zusammengebaut. Die Verschraubung des Mittelteils (umfassend Isolator und Mittelelektrode) mit dem Kerzenkörper muss stets unter Anwendung des gleichen Drucks geschehen, und man verwendet hiezu infolgessen Maschinen mit Reibscheibenkupplungen, welche schleifen, sobald die bestgeeignete Spannung erreicht ist. EINSTELLUNG DES ELEKTRODENABSTAN- DES. Die letzte Operation der Kerzenherstellunz besteht in der Einstellung des Elektrodenabstandes. Sie geschieht durch Biegen der Masse-Elektrode (oder -Elektroden), um den besten Abstand zu erhalten. Eine Firma allerdings ist in der Lage, diesen Arbeitsgang überhaupt wegfallen zu lassen, da sie mit einer derartigen Fabrikationsgenauigkeit arbeitet, dass die Mittelelektrode absolut konzentrisch zu den Masse-Elektroden liegt. Damit besteht sie aber ganz allein auf weiter Flur. Wir möchten immerhin nicht unerwähnt lassen, dass es sich hiebei um eine neue, schweizerische Firma handelt. KONTROLLE. Auf die Kontrolle muss allergrösste Sorgfalt verwendet werden. Denn wie sorgfältig auch die Fabrikation vorgenommen werden mag, so ist man doch nie absolut sicher, ob nicht irgend ein Arbeitsgang mangelhaft ausgeführt wurde, sei es wegen Nachlässigkeit oder ungenügender Konzentration des Arbeiters, wegen schlechter Einstellung einer Maschine oder zufolge eines Materialfehlers. Die grosse Zahl und Schärfe der Kontrollen sind die Garantie, für die Qualität der Produktion, die jeder seriöse Fabrikant auf sich nehmen muss, will er nicht die grössten Risiken laufen. Damit wäre die Zündkerzenfabrikation soweit beendet. Bleibt uns nur noch zu besprechen, wie man die Eignung einer bestimmten Zündkerze für einen Motor feststellt. Doch davon das nächste Mal. (Fortsetzung folgt.) (Volksabstimmung betr. Revision des Beamtengesetzes, 3. Dez. 1939.) für BERNA TALBOT, CHEVROLET, FIAT, CONTINENTAL, Kasten-Lieferwagen ISOTTA, RENAULT, REO. 6 PS, 250 kg Tragkraft, FR. WILD, Leonhard- alles neue Pneus, generalrevidiert (neue Kolben), 4 Tonnen Garage A.-G., BASEL. 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Auch bei den PTT-Betrieben konnten ähnliche Resultate erzielt werden, welche beweisen, dass es für die Bundesfinanzen wesentlich interessanter ist, wenn die Bundesbetriebe richtig rationalisiert werden, als wenn durch unfruchtbare Lohndiskussionen Unzufriedenheit in die Reihen des Personals getragen wird. E idgenössische Verständigung revidiert, militärfrei, in gutem Zustande, sofort lieferbar. Offerten unter Chiffre 17055 an die mit allem Zubehör. Günstige Gelegenheit für tüchtigen Fachmann. Massige Anzahlung. — Interessenten wollen sich unter Chiffre 0. F. 3425 B wenden an Orell-Füssll-Annoncen, Bern. 76679 28% Kostenersparnis Automobil-Revue, Bern. Bundesrat Pilet-Golaz. SAURER- LEICHTLASTWAGEN 2—2% T., mit 6zyl. Benzinmotor, neuer Stahlbrücke und neuer Kabine, preiswert zu verkaufen. Anfragen unter Chiffre Z 6754 an die Automobil-Revue, Bureau Zürich. Liegenschafts-Markt Zu verkaufen in grösserer Ortschaft des Berner Oberlandes AUTO-GARAGE u. 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BERN, Dienstag, 28. November 1939 Automobil-Revue - II. Blatt. Nr. 8 Das ewisre Taxi Eines Morgens gegen halb neun Uhr, lange bevor der Krieg das Land erschütterte, wurde der Ta- hauffeur Bonaventure Martin von der Autotaxi-Gesellschaft A.T.G. am Boulevard des Italiens von zwei jungen Leuten im Frack angehalten. Sie machten einen eleganten Eindruck. Nur der Frack zu so früher Stunde war einigermassen verwunderlich. Als Bonaventure mit seinem Taxi vor ihnen stehen blieb, waren sie in einer kurzen Unterredung begriffen. Sie wussten nur eines: dass sie ein Taxi brauchten. Aber sie waren sich noch nicht ganz klar darüber, wohin sie fahren wollten. «Zu meinen Eltern jedenfalls nicht», sagte der eine. « Ich habe morgen zehntausend Francs zu bezahlen und hatte genau die Summe bei mir, als ich in den Club kam. Jetzt fehlen mir zwölftausend Francs.» «Du bist noch zweitausend schuldig?» «Demselben Kassier, dem ich schon fünfzehntausend schuldig war.» «Ich habe fünftausend Francs verloren und habe auch keine besondere Lust, nach Hause zu gehen ...» «Chauffeur! Nach Fontainebleau!» «Warum nach Fontainebleau?» fragte der andere, als sie im Wagen sassen. «Vor allem einmal, weil es weit ist... Wir werden im Wagen schlafen können. Diese kurze Nacht wird uns Rat bringen... Und dann habe ich in Fontainebleau einen Onkel, den ich bis jetzt nie anpumpen wollte. Aber diesmal habe ich die Absicht, ihm das Sümmchen schonungsvoll abzuzapfen.» «Gut, fahren wir nach Fontainebleau...» Sie machten es sich so bequem als möglich, und bald sanken sie in tiefen Schlummer. Nach zweistündiger Fahrt, kurz bevor sie jonjj uaijm uauia ipjnp ats uapjnM 'uauiBij geweckt... Sie sahen einander etwas verblüfft an und versuchten, wieder einzuschlafen, aber sie fühlten sich in dem Wagen nicht mehr recht behaglich... Der, welcher den Onkel in Fontainebleau hatte, ergriff das Wort; «Ich werde nicht gleich meinen Onkel anrufen ... Ich werde es erst einmal mit einem Brief an meinen Alten versuchen... Schriftlich drücke ich mich lange nicht so schüchtern 1 aus... So par distance, weisst du...» Sie stiegen im besten Hotel ab und nahmen Der Boxeranfstand in China im Jahre 1900 Der chinesisch-japanische Krieg und die zwischen England und Japan entstandenen Streitigkeiten in der europäischen Niederlassung von Tientsin haben eine Zeitlang die Aufmerksamkeit der ganzen Welt auf die Besitzungen und Niederlassungen der Europäer in China gelenkt. Der neue Weltkrieg, der eine Revision der japanischen Einstellung mit sich brachte, verminderte zwar für den Augenblick das Interesse der europäischen Grossmächte an den Vorgängen in China, aber dies wird wohl nur so lange dauern als die Ablenkung durch eigene, dringendere Angelegenheiten gerechtfertigt ist. Europa und die Vereinigten Staaten von Amerika besitzen in China ausserordentlich grosse Interessen, auf die sie so leicht nicht verzichten werden, da der chinesische Markt imstande ist, in immer steigendem Masse Von Tristan Bernard. HFHFW europäische und amerikanische Produkte aufzunehmen. Das Vordringen der Europäer in China war von Anfang an auf der nackten Gewalt basiert. Oft hat China versucht, sich dagegen zu wehren. Es ist ihm nie gelungen, denn stets erwiesen sich die Kriegsmittel der Europäer als weit überlegen. Gewiss ist es dabei auch von seiten der' Chinesen zu Ungerechtigkeiten und Grausamkeiten gekommen, so besonders in dem berühmten Boxeraufstand des Jahres 1900. Um diese Zeit herrschte in China die Dynastie der Mandschu, eines mongolischen Volksstammes, der im Jahre 1644 in China eingebrochen ist und sich seit mehr als 300 Jahren in der Herrschaft erhalten hat. Unter der Dynastie der Tsing erlebt China eine neue Blütezeit, die auch mit grosser Ver- gute Zimmer. Den Chauffeur Martin hat; sie zu überreden gewusst, zwei Tage, bis Rückäusserung der Eltern, in Fontaine zu bleiben. Ausserdem hatten sie kein und konnten weder das Auto, noch das bezahlen; das sollte alles mit dem Geld glichen werden, das sie aus Paris erwarteten... Dieses Geld traf unglücklicherweise nicht ein. Ein sehr kurzer, aber deutlicher Brief forderte die Ausreisser auf, sofort nach Hause zu kommen. Sonst würde man sie abholen und, so leid es einem täte, mit Gewalt nach Paris zurückbringen. Der kleine Abstecher zum Onkel musste also doch gemacht werden. Die erhoffte Summe gab er zwar nicht, aber es gelang, ihm 2000 Francs als kleinen Notbehelf zu entlocken. Davon streckten sie Martin einige Louis vor und bewogen ihn, in östlicher Richtung weiter- mehrung des Landbesitzes verbunden ist. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts tritt bereits der Verfall ein. Die Schwäche des Riesenreiches kommt den europäischen Staaten zugute, die um diese Zeit den Versuch unternehmen, das als Absatzgebiet so ausserordentlich geeignete Land den eigenen Zwecken dienstbar zu machen. 1838 beginnt England den unseligen Opiumkrieg und zwingt China im Frieden von Nanking, nicht nur die Einführung der verhängnisvollen zufahren. Paris musste augenblicklich um jeden Preis vermieden werden. Der Chauffeur Martin Bonaventure war am liebsten zu Hause. Weite Ausflüge hasste er, besonders, wenn sie so völlig plan- und ziellos waren, wie dieser. Aber diese Angst Bonaventures vor Abenteuern hing mit seiner grossen Charakterschwäche zusammen. Sagte man ihm: «Los, wir fahren nach Dijon!» so wagte er nicht, «nein» zu sagen. Von Dijon wandte sich die Expedition weiter gegen Nordosten: Erst fuhren sie quer durchs Elsass, über den Rhein nach Strassburg. Das Autotaxi raste ja nicht gerade, es fuhr in gleichmässig sicherem Tempo mit seinen schönen, numerierten Laternen, durch Städte und über Landstrassen. Man sah es in Bayern, man sah es in Böhmen, man sah es in Wien, in Budapest, in Rumänien und in der Türkei. Pariser Freunde hatten mit einigen Geldmitteln ausgeholfen, konnten aber über die Flüchtlinge keine weiteren Auskünfte geben. . Dem Chauffeur waren Bedenken aufgestiegen, ob es nicht richtig wäre, seiner Aütötäxi- Gesellschaft eine Nachricht zukommen zu lassen. Aber da hätte er einen langen Brief schreiben müssen, und das war nicht seine stärkste Seite... Ausserdem beruhigten ihn seine Fahrgäste und versicherten ihn, dass die A.T.G. nach ihrer Rückkehr nach Paris reichlich entschädigt werden würde. Darauf fuhren sie weiter in die asiatische Türkei und noch weiter in unbekannte Länder, wo die Strassen nicht immer blendend waren. Von nun an fehlen alle genauen Daten über die beiden Fahrgäste und ihren Chauffeur. Bekannt ist nur, dass in den verschiedenen Ländern Leute dem «ewigen Taxi» begegnet sind. Und nach den Auskünften, die man erhalten hat, muss man wohl annehmen, dass das Geld ausgegangen ist und der Wagen verkauft werden musste. Die beiden jungen Leute dürften wohl in die Heimat zurückgekehrt sein. Das Autotaxi ist angeblich der Galawagen eines asiatischen Fürsten und Bonaventure eine Art Vezir-Chauffeur geworden, der eine grosse Rolle am Hofe spielt. Droge zu gestatten, sondern auch, mehrere Häfen der weissen Rasse unter Verzicht auf souveräne Rechte zu öffnen. Damit beginnt das Regime, das die fremden Eindringlinge den friedlichen Chinesen so verhasst macht und das am besten mit den Stichworten ; Niederlassungen, Handelsrechte und Konsulargerichtsbarkeit gekennzeichnet wird. In dürren Worten ausgedrückt heisst das nichts anderes, als dass die Fremden sich chinesisches Oebiet aneignen, den Chinesen ihre Die Mauern von- Peking.