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E_1939_Zeitung_Nr.082

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und gegebenenfalls die

und gegebenenfalls die Rationen für einzelne Kategorien kürzen oder gänzlich aufheben zu können — eine Notmassnahme, wovon natürlich zuerst die hinteren Kategorien betroffen würden — schuf man nun nach Massgabe der Intensität der Fahrzeuigbenützung eine Anzahl von Quantitätskategorien, d.h. man nahm eine vertikale Gliederung vor. Das Fundament dazu lieferte die Rundfrage, die programmgemäss durchgeführt werden konnte, gingen doch bis zum Schtasstermin des 7. Oktober 90 %' der Antworten ein. Vier Wochen lang waren darauf die zwölf von den Verbänden bestimmten Experten am Werk, um die 75.000 Fragebogen zu verarbeiten und die Fahrzeuge entsprechend ihrer kriegswirtschaftlichen Wichtigkeit einer der insgesamt 42 Kategorien zuzuweisen. Wieso? Weil jede der 14 Quantitätskategorien noch in drei nach der PS-Leistung abgestufte Gruppen unterbreitet wurden. Auf diesem System aufbauend und unter Berücksichtigung der Zufuhrlage, der Reservebestände und des Armeeverbrauches hat nun die Sektion für Kraft und Wärme für die erste Periode der definitiven Rationierung, die sich, wie wir bereits gemeldet, vom 15. November bis 31. Dezember 1939 erstreckt, folgende ausgearbeitet Definitive Rationierung der flussigen Kraftstoffe 1. Rationierungsperiode: 15. November bis 31. Dezember 1939. £U&Ua4el lu* detsQttenwaqen (Die In Klammern beigefügten Zahlen entsprechen den in der provisorischen Litertafel vorgesehenen Mengen.) Drlntlleh- Q»»»«- MotoreAltlstnng (Stemr-Pl): kaianrie katenrl« •>>> *.« PS 7,51 - U,5 PS 15,51 PS u. mthr Definitive Rationierung der flüssigen Kraftstoffe 1. Rationierungsperiode: 15. November bis 31. Dezember 1939. (Die in Klammern beigefügten Zahlen entsprechen den in der provisorischen Litertafel vorgesehenen Mengen.) Dringlich- Q»«ntl- '.Vorl. kaUgo'ria »•• T.5 PS Litertafeln » 1 180 (180) 270 (270) 320 (315) 2 150 (150) 225 (225) 270 (262,5) 3 135 (135) 200 (202,5) 240 (240) 4 120 (120) 180 (180) 210 (210) 5 105 (105) 155 (157,5) 190 (187,5) 6 90 (60) 135 (135) 160 (157,5) 7 80 (67,5) 120 (105) 150 (127,5) 8 55 (45) 80 (67,5) 100 (82,5) B 1 2 120 (120) 180 (180) 90 (90) 135 (135) 210 (210) 160 (157,5) 3 70 (60) 105 (90) 125 (105) r 1 90 (75) 135 (112,5) 160 (135) D 2 — 55 (45) 80 (67,5) 100 (82,5) 35 (30) 55 (45) 65 (52,5) £itextatet VäK MotorenHistwig (8ltuar-PS): 7,51 -15.5 PS 15,51 PS u. makr 1 240 (225) 360 (337,5) 480 (450) 2 200 (187,5) 300 (285) 400 (375) 3 160 (150) 240 (226) 320 (300) A 4 120 (112,5) 180 (172,5) 240 0226) 5 80 (75) 120 (112,5) 160 (150) 6 65 (52,5) 100 (82,5) 125 (105) 7 35 (30) 55 (45) 70 (60) 1 160 (165) 240 (225) 320 (300) 2 120 (112.5) 180 (172,5) 240 (225) B 3 80 (75) 120 (112,5) 160 (150) 4 65 (52,5) 100 (82,5) 125 (105) 5 35 (30) 55 (45) 70 (60) 1 120 (112,5) 180 (172,5) 240 (225) r 2 80 (75) 120 (112,5) 160 (150) 3 65 (52,5) 100 (82,5) 125 (105) 4 35 (30) 55 (45) 70 (60) Die in diesen Tabellen für jede einzelne Kategorie festgelegten Mengen gelten nur bis Ende des laufenden Jahres; ob sie für die folgende Rationierunsperiode, die wahrscheinlich zwei Monate umfasst, eine Aenderung erfahren, lässt sich heute noch nicht sagen. DIE LEGITIMATIONSKARTE Auf Grund der Einteilung erhält nun jeder Halter eines Personenwagens, eines Lieferwagens bis 1 Tonne Tragkraft und eines Motorrades mit oder ohne Seitenwagen von der Motorfahrzeugkontrolle seines Wohnortskantons oder von einer durch diese bezeichneten Stelle eine Legitimationskarte für den Kraftstoffbezug. Währenddem einzelne Kantone diesen Ausweis dem Halter zuschicken, muss er ihn sich in andern selbst abholen. Die Legitimationskarte — grün für Personenwagen, rot für Lieferwagen und gelb für Motorräder — bleibt, weil sie unübertragbar ist, ständig beim Halter, wird also am zweckmässigsten in die Verkehrsbewilligung gesteckt und zusammen mit dieser aufbewahrt, denn bei späteren Bezügen erfolgt die Aushändigung des Rationierungsscheines nur gegen Vorweisung der Legitimationskarte. Für die erste Periode der definitiven Rationierung werden Legitimationskarte und Rationierungsschein gleichzeitig ausgestellt. Was für Angaben die Legitimationskarte — sie ist zur Verhütung von Fälschungen mit einem Wasserzeichen versehen — enthält? 1. Die von der Sektion für Kraft und Wärme vorgenommene Zuteilung des Fahrzeuges zu einer der vorstehend genannten Kategorien A, B, C und D (Dringlichkeitskategorie), sowie zu einer der innerhalb der Dringlichkeitskategorien A bis G festgesetzten Quantitätskategorien, mit denen der Intensität der Verwendung des Fahrzeuges angemessen Rechnung getragen wird. Für die Dringlichkeitskategorie D hat _man von einer Unterteilung in Quantitätskategorien Umgang genommen. 2. Die Motorleistung in PS (Steuer-PS). 3. Die kantonale Kontrollschildnummer. 4. Name, Adresse, Wohnort und Kanton de« Halters. DER RATIONIERUNGSSCHEIN Halter von Personenwagen, Lieferwagen und Motorrädern können bei der kantonalen Motorfahrzeugkontrolle oder bei einer von dieser bezeichneten andern Stelle (z. B. kantonales KriegswirUchaftsamt, Statthalteramt usw.) gegen Vorweisung der Legitimationskarte einen Rationierungsschein mit Coupons beziehen. Die Abgabe wird auf einem der 14 dafür vorgesehenen Felder der Legitimationekarte durch Aufdruck des Datumstempels vorgemerkt. Findet sich somit ein Automobilist oder ein Motorradfahrer am Schalter einer dieser behördlichen Stellen ein und präsentiert er seine Legitimationskarte, welche die Einteilung in «seine > Dringlichkeits- und Quantitätskategorie angibt (z. B. A5, B2, C 1), dann braucht der Beamte nur noch die Steuer-PS-Zahl des Fahrzeuges aus der Legitimationskarte abzulesen, um sofort anhand der Litertafel ermitteln zu können, auf welche Brennstoffmenge der betreffende Halter Anspruch hat. Für eine jede der 42 Positionen der Litertafeln gibt es einen Rationierungsschein — aber auch nur einen! — der auf die Verkehrsnummer de* Fahrzeuges ausgestellt wird und nicht übertragbar ist. Darauf finden sich die Angaben über die Kraftstoffmenge, die jedem Fahrzeug entsprechend der Kategorie, der es zugeteilt ist und entsprechend seiner Motorleistung für die betreffende Rationierungsperiode zugemessen wird. ZUSATZBEWILLIGUNGEN Angesichts der Tatsache, dass die Treibstoffzuteilung ohnehin weiter geht als in den provisorischen Litertabellen vorgesehen, sollte sich die Notwendigkeit der Anforderung zusätzlicher Mengen verringern. Um jedoch besonders gelagerten Fällen trotzdem Rechnung tragen zu können, bleibt die Erteilung von Zusatzbewilligungen weiterhin beibehalten, allerdings in der Hauptsache nur für die Kategorien A und B, ausnahmsweise auch in der Kategorie C, währenddem einzelne Fahrzeuge der Kategorie D von der Erteilung von Zusatzkontingenten ausgeschlossen sind. Grundsätzlich gilt dabei, dass grössere Kraftstoffmengen als die auf den Rationierungsscheinen festgesetzten nur bei dringendem Mehrbedarf und nur gestützt auf eingehend begründete Gesuche abgegeben werden. Die einheitlichen Formulare für die Einreichung derartiger Gesuche können ab 22. November 1939 bei den kantonalen Motorfahrzeugkontrollen oder Kriegswirtschaftsämtern bezogen werden. Sie sind innert kürzester Frist an das Kriegswirtschaftsamt des Wohnortskantons des Halters einzusenden, das die einzelnen Gesuche begutachtet und an die Sektion für Kraft und Wärme weiterleitet, welche endgültig über die Zuteilung von zusätzlichen Kraftstoffmengen und über deren Ausmass entscheidet. Fällt dieser Entscheid positiv aus, so wird dem Gesucheteller von der Sektion für Kraft und Wärme ein Rationierungsschein ausgehändigt. Im übrigen sei auch in diesem Zusammenhang nochmals ausdrücklich darauf aufmerksam gemacht, dass — ••». .-•*•«>» die Behörde bei der Festsetzung v der, während,, der ersten Periode der definitiven R&tlöhleri/jrig für die verschiedenen Kategorien" und Motorleistungen abzugebenden rationierten Kraftstoffmengen bis an die äusserste Grenze des Verbrauches der in Betracht fallenden Fahrzeugarten gegangen ist, der sich angesichts der vorhandenen Vorräte, der gegenwärtigen Einfuhrmengen und im Hin-; blick auf die der Behörde auferlegten Pflicht, vermehrte Reserve anzulegen, verantworten lässt. Zusätzliche Bewilligungen können deshalb nur in einwandfrei begründeten und berechtigten Fällen und in verhältnismässig bescheidener Zahl erteilt werden. Sollten während einer Rationierungsperiode zufolge bedeutender Zunahme der Einfuhr allgemein für eine oder mehrere der Kategorien A bis D vermehrte Zuteilungen . an flüssigen Kraftstoffen zu- « E AUTOMOBIL-REVUE DIENSTAG, 14. NOVEMBER 1939 — N° 82 gestanden werden können, so wird die Behörde durch öffentliche Bekanntmachung die erforderlichen Weisungen erlassen. In diesem Falle würden die Coupons M und Z der Rationierungsscheine Bedeutung erlangen; sie sollen deshalb erst abgetrennt werden, wenn bezügliche Weisungen durch die Sektion für Kraft und Wärme ergehen. REQUIRIERTE FAHRZEUGE Für Motorfahrzeuge, welche während der ganzen Dauer einer Rationierungsperiode von der Armee requiriert sind, werden keine Rationierungsscheine abgegeben. UMTEILUNG IN EINE ANDERE KATE- GORIE Es kann passieren, dass sich trotz aller Sorgfalt der Experten Irrtümer einschleichen und dass ein Fahrzeug unrichtigerweise einer zu niedrigen Kategorie zugeteilt worden ist Die Gesuche um Umteilung, welche auf besonderem Formular an das Kant. Kriegswirtschafteamt zu richten sind, werden von diesem begutachtet und an die Sektion für Kraft und Wärme weitergeleitet. Erklärt sich der Halter mit deren Entscheid nicht einverstanden, so steht ihm der Rekursweg an das Eidg. Kriegswirtschaft«- und Arbeitsamt offen (siehe weiter unten im Abschnitt cVerfügung des EVD>). NEU IN VERKEHR GESETZTE FAHR- ZEUGE Neu in den Verkehr gesetzte Fahrzeuge, worunter auch solche zu verstehen sind, die von der Armee zurückgegeben werden, erhalten Treibstoff pro rata ihrer Verwendungsdauer während der betreffenden Rationierungsperiode. Erfolgt die Inbetriebnahme in der ersten Hälfte einer RationierungspeAode, so wird an das Motorfahrzeug die ganze ihm für den betreffenden Zeitabschnitt zustehende Treibstoffmenge abgegeben. Ihre Höhe richtet sich nach der Zuteilung in eine der erwähnten Kategorien, wofür die weiter amtierende kleine Expertenkommission zuständig ist. Gelangt das Motorfahrzeug in der zweiten Hälfte einer Rationierungsperiode in den Verkehr, so kriegt es die halbe «Portion» zugewiesen. Wenn der Halter eines neu in Verkehr zu setzenden Fahrzeuges für dieses noch keine Legitimationskarte besitzt, so hat er es durch Ausfüllung des Fragebogenformulars, das nach wie vor bei den kantonalen Automobilkontrollen aufliegt, bei der Sektion für Kraft und Wärme des Eidg. Kriegsindustrie und Arbeitsamtes (Bern, Hallwilstrasse 15) anzumelden. Ungenügend ausgefüllte Fragebogen werden zur Vervollständigung zurückgeschickt. Erst nach Ausstellung der Legitimationskarte sind die Vorbedingungen für den Treibstoffbezug erfüllt. HALTERWECHSEL Bei Halterwechsel wird dem neuen Halter Kraftstoff erst für die folgende Rationierungsperiode abgegeben, jedoch lediglich unter der Voraussetzung, dass er das Fahrzeug auf dem Fragebogen bei der Sektion für Kraft und Wärme (Bern, Hallwilstrasse 15) anmeldet. Gestützt darauf wird er in eine der vorerwähnten Kategorien eingereiht und erhält von der Motorfahrzeugkontrolle die Legitimationskarte ausgehändigt, die ihn zum Treibstoffbezug berechtigt. Schliesslich sei, um überflüssige Schreibereien und Zeitverluste zu Vermeiden, noch darauf hingewiesen, dass bei allen an die kantonalen Kriegswirtschaftsämter, die Motorfahrzeugkontrollen oder an die Sektion für Kraft und Wärme zu richtenden, einzelne Fahrzeuge betreffenden Korrespondenzen über die definitive Rationierung sowohl die Kategoriennummer (z.B. A 1, B3, C2) als auch die Art des Fahrzeuges (Personenwagen, Lieferwagen, Motorrad), die Verkehrsnummer und die Anzahl der Steuer-PS anzugeben ist. AUSLÄNDISCHE FAHRZEUGE Für sie ist die Abgabe von 1—2 Rationierungsscheinen der Kategorie D in Aussicht genommen. Ergibt sich in einzelnen Fällen die Notwendigkeit der Bewilligung zusätzlicher Rationen, so erfolgt diese durch die Sektion für Kraft und Wärme. Gältlf vom IS. November 1939,0 Uhr, bis 31. Dezember 1939,24 Uhr "~~~~ (Nicht übertragbar) Dieser Schein berechtigt den Halter des Motorfahrzeugs Kontrollschfld Nr. PJpSMSjjpp^ wihrend seiner Gültigkeit und gegen Abgabe der abtrennbaren Coupons zum Kauf der auf ihnen vorgemerkten Kraftstoffmenge. Die Coupons besitzen nur Gültigkeit, wenn sie vom Verkäufer abgetrennt werden. Der angeforderte Kraftstoff darf nur in den Tank des oben bezeichneten Motorfahrzeugs abgegeben werden. Der Verkäufer ist verpflichtet, die Übereinstimmung der Kontrollschildnummer auf dem Rationierungsschein und auf dem Motorfahrzeug nachzuprüfen. Stempel der Ausgabestelle: Timbre du bureau qui delivr« U carte: Littr Vergaserkraftstoff 55 Bolls dell'umcio di rüascio: (Bunin, Beonl mir.) litra h carburant pour motear» 4 explosion (btnnae. kual tu.) litri fi carburante per motori 29612 a scoppiö (bonu. kuulo tu.) SS co Beispiel eines Rationierungsscheines Definitive Rationierung der fifisiigen Kraftstoffe IZationierungssc&ein Nicht Dbertiagbu — Intruumiuibl« — Hon trasteribfle XX Dt 4 3S* : i M2 Nicht Qbertragba* Intransmissible Non trasferibila 5 Liter litres litri Nicht ebertragbar Intransxnisaiblo Non trasfeiibüe Gleicherweise fällt auch die Erledigung allgemeiner Fragen der internationalen Autotouristik, welche in die Rationierung eingreifen, in den Aufgabenkreis dieser Behörde. Und was schlussendlich die Fahrzeuge des diplomatischen Korps anbelangt, so nimmt das Eidg. Politische Departement die Treibstoffzuteilung für sie vor. Was enthält die Verfügung des Volkswirtschaftsdepartementes ? Ueber die Frage, was die in Aussicht stehende neue Verfügung des Eidg. VoJkswirtschaftsdepartementes, die jene vom 10. Oktober 1939 teilweise ersetzt, bringen werde, erteilte Fürsprech Schaffner eine Reihe interessanter Aufschlüsse. Berücksichtigung sollen in diesem Erlass nur jene Gebiete finden, welche definitiv geordnet sind, m. a. W., die Kraftstoffrationierung für Personenwagen, Lieferwagen und Motorräder. Für die Kraftstoffrationierung der übrigen Fahrzeugkategorien bleiben die provisorischen Massnahmen voraussichtlich noch so lange in Kraft, bis sich auch hier eine endgültige Regelung abzeichnet, welche dann Gegenstand einer weiteren Verfügung Nr. 3 bilden würde. Der erste Grundsatz der neuen Verfügung lautet, dass die Kraftstoffabgabe für Personenwagen, Lieferwagen und Motorräder an einen Ausweis gebunden ist Drei Gruppen solcher Ausweise nennt der Enlass: den Rationienmgsschein, die einfache Bezugsbestätigung und die Bezugsbewilligung für zusätzliche Mengen. Im übrigen trachtete man beim Aufbau der Verfügung darnach, deren Handhabung so einfach wie möglich zu gestalten. Für die Gesuche um Versetzung in eine höhere Kategorie besteht, wie weiter oben angedeutet, ein REKURSRECHT. Die Gesuche sind schriftlich begründet der Sektion für Kraft und Wärme einzureichen, wobei den Fachorganisationen ein Vernehmlassungsredht eingeräumt wird, und zwar schon in erster Instanz. Gegen den Entscheid der Sektion für Kraft und Wärme kann binnen 14 Tagen Einspruch beim Eidg. Kriegsindustrie- und Arbeitsamt erhoben werden. Auch hier steht den Fachorganisationen ein Vernehmlassungsrecht zu. Vom ursprünglichen Entwurf weicht die endgültige Formulierung der Verfügung insofern ab, als ein abgewiesenes Gesuch erst dann wieder neu gestellt werden kann, wenn der Nachweis für eine wesentliche Veränderung der Verhältnisse gelingt Ein weiteres Kapitel behandelt die besondern Fälle, d.h. die Fahrzeuge des diplomatischen Corps und jene mit ausländischen Nummern. Dabei schafft man in der projektierten Regelung ein Ventil, um Härten zu vermeiden und besonderen Einzelfällen gerecht werden zu können. Die Strafbestimmungen sind generell gehalten und nicht mit Einzelheiten befrachtet Gegenüber dem früheren Entwurf betreffen die Hauiptänderungen die Einführung des Uebergangsrechtes, das dadurch gekennzeichnet ist, dass die Verfügung vom 10. Oktober 1939, die nur provisorischen Charakter an sich trug, für die drei Gruppen Personenwagen, Lieferwagen und Motorräder ausser Kraft gesetzt würde und dass an deren Stelle die hier skizzierte Neuordnung träte. Sttasien Ueber den Ausbau der rechtsufrigen Thunerseestrasse, über den unser Blatt als erstes zu berichten in der Lage war (s. Interview mit Nat.-Rat Grimm in Nr. 81), erfährt man aus der Botschaft, welche die kantonale Bau- und Eisenbahndirektion zusammen mit ihrer Vorlage dem Grossen Rat unterbreitet, noch nähere Einzelheiten. Eine durchgreifende Sanierung der Verhältnisse auf dieser Strasse stiess bisher immer auf die Schwierigkeit, dass in den Strassenkörper eine den Anforderungen des modernen Verkehrs nicht mehr genügende Geleiseanlage eingelassen ist. Hinzu kam weiter der Umstand, dass die Gesellschaft, in deren Eigentum die Geleise stehen, nicht über die für eine grundlegende Verbesserung erforderlichen Geldmittel verfügt. Nunmehr ist mit diesem Unternehmen eine gütliche Vereinbarung abgeschlossen worden, welche den Weg für eine zeitgemäese Um- und Neugestaltung der Verkehrsverhältnisse auf der Strasse erschliesst. Wie wir bereits in unserem Interview mit Regierungsrat Grimm, dem bernifichen Baudirektor, dargelegt, wird der Strassenbahnbetrieb zwischen 'Beatenbucht und Inteitlaken eingestellt und das Geleise entfernt. Die Aktienmehrheit der Bahn übernehmen die Ufergemeinden und der Staat Bern. Eine durchgehende Verbreiterung der ganzen 9,3 km langen Strecke ist nicht geplant, vielmehr erfolgt sie nur auf dem Abschnitt Manorfarm-Interlaken, und zwar auf eine Breite von 6 m. Dagegen werden im Teilstück Beatenbucht-Manorfarm lediglich enge, unübersichtliche Kurven beseitigt. Am letzten Montag hat der Grosse Rat in der ersten Sitzung seiner Wintersession den von der Regierung begehrten Kredit ton Fr. 775.000 bewilligt

N° 82 — ÖIENSTÄ'G, i'4. NOVEMBER 1939 AUTQMOBJE-REVUE 3 Weg mit den Zuschlägen bei Ratenzahlung der Verkehrssteuern! Zögernd und widerwillig nur sind die Kantone seinerzeit dem Vorschlag der Verbände auf Einführung der ratenweisen Bezahlung der Motorfahrzeugsteuern gefolgt, freilich nicht nach einem einheitlichen System, so dass wir heute eine bunte Musterkarte von Erleichterungen besitzen. Die meisten Kanton© haben sich zum vierteljährlichen Zahlungsmodus bekannt; es gibt aber auch heute noch solche mit Semesterzahlung, ein Nachteil, der für das kommende Jahr unbedingt durch den Uefoergang zur Quartalszahlung ersetzt werden sollte. Aber selbst wenn wir einmal so weit sind, bleibt noch ein anderer Pferdefuss zu beseitigen. Gewiss haben die meisten Kantone in den letzten Jahren die ratenweise Zahlung der Verkehrssteuern zugestanden, sie konnten iedoch nicht umhin, gleichzeitig für die entstandene Mehrarbeit eine Gebühr zu erheben, die da und dort « saftige » Formen annimmt. Es ist bei den Staats- und Gemeindesteuern üblich, dass derjenige, der die Steuer am Jahresanfang vollständig, d. h. für das ganze Jahr vorauszahlt, einen angemessenen Rabatt erhält. Anders bei den Verkehrssteuern. Wer die ganze Jahressteuer im Januar vorausbezahlt, erhält nicht nur kein Skonto, vielmehr wird derjenige, der sie in Raten erlegt, auch bei rechtzeitiger Entrichtung, mit einem Zuschlag bedacht. In vereinzelten Kantonen ist dieser Steuerzuschlag in der Steuersumme versteckt; der Kanton Schwyz z.B.'erhebt bei der ersten Rate 52 %, bei der zweiten Halbjahresrate 50%, somit total 102 der Steuer. Heute nun, da der Motorfahrzeughailter durch aH die Einschränkungen und Erschwerungen (Benzinpreiserhöhung, Benzinrationierung usw.) ebenfalls zu den « Schwerbetroffenen » der schweizerischen Volkswirtschaft zählt, muss auch er zu jedem Batzen sehen und da sträubt er sich mit recht dagegen, dass er für derartige, heute selbstverständliche Zahlungserleichterungen noch besonders gerupft wird. Es heisst deshalb den Bogen keineswegs überspannen, wenn wir der Erwartung Ausdruck geben, dass die Kantone damit aufhören, mit der einen Hand in generöser Weise eine Erleichterung zu gewähren, währenddem sie mit der anderen gleichzeitig eine Gebühr einstecken, welche den gewährten Vorteil fast vollständig kompensiert. Wie lange,-noch, bis sie mit diesen ungerechten und unberechtigten Zuschlägen bei ratenweiser Bezahlung der Moiorfahrzeugsteuern endlich endgültig aufräumen ? Verkehrssteuer für Wechselschilder Auch bei der Einführug der Weohselschilder für Motorfahrzeuge hat es sich gezeigt, dass jeder Kanton diese Erleichterung nach eigenem Gutdünken reglementierte, so dass -heute hiefür eine herrliche Sammelkarte von Vorschriften aller Art besteht. Das gilt nicht nur für die mehr formalen Bedingungen hinsichtlich Abgabe dieser Wechisölmummern wie Zahl und Art der Fahrzeuge usw., sondern auch vor allem hinsichtlich der Steuerberechnung. Es gibt vereinzelte Kantone, wie Zürich, Baselstadt, Uri usw., welche die klare, liberalere und auch gerechte Lösung vorgezogen haben, wonach die Steuer nur für einen Wagen, d. h. denjenigen mit höherer Steuer-PS-Zahl, zu entrichten ist, d. h. ohne jeden Zuschlag, gleich wie bei der Haftpflichtversicherung. Zu Schaden sind diese Kantone dadurch sicher nicht gekommen. Leider haben es aber die meisten andern bei der Gewährung der Wechselnummern nicht « überwinden » können, auch hier ein hübsches Nebengeschäft zu machen, indem sie nicht nur die Steuer üür den grösser dimensionierten Wagen erheben, sondern auch noch eine gewisse Quote für den kleineren Wagen. Dieser Zuschlag ist entweder pauschal bemessen (das Maximum beträgt 50 Fr.) oder prozentual zum normalen Steuerbetrag (Maximum 40 % !). Also auch hier wieder kein volles Entgegenkommen. Trotzdem nur ein Wagen gleichzeitig im Verkehr stehen kann, weil nur e i n Satz KontrollscMder zur Verfügung steht, besteuert man ruhig auch den zweiten Wagen, und zwar mit ganz beträchtlichen Zuschlägen. Den Verbänden der betreffenden Kantone erwächst deshalb die Aufgabe, hier energisch vorzugehen und für Beseitigung solch völlig ungerechter Zuschläge zu sorgen. Gerade bei den heutigen ' ausserordentlichen Verhältnissen werden sich viele Automobilisten veranilasst sehen, an Stelle ihres jetzigen, viel Benzin konsumierenden Wagens einen kleineren, ökonomischeren beizulegen. Sie werden aber auch ihren grossen noch weiter im Betrieb halten, wenn sie die Steuer nur für diesen letzteren ohne Zuschlag für den kleinen bezahlen müssen, woraus ja dann auch der kantonale Fiskus neben dem Autogewerbe nur Nutzen' zieht. Ein finanzieller Ausfall besteht für den Kanton nicht, sondern nur ©in Gewinn. ,V* £itte f£eststeUiuia turn eutscPieidtttdeji Heaaui&ite: lieber 83% der Personenwagen sind wirtschaftsnotwendig! Welche Anteile entfallen auf die einzelnen Dring ijchkeitskategorien? Die Verarbeitung der Fragebogen, welche im Hinblick auf die Rationierung an die Motorfahrzeughalter versandt wurden, hat eine Reihe interessanter und höchst aufschlussreicher Ergebnisse gezeitigt. Zum erstenmal gelangen wir damit in den Besitz von Anhaltspunkten über die Bedeutung des Motorfahrzeugs als Instrument der Wirt? schaft, als Arbeitswerkzeug, über eine Frage also, bei deren Beantwortung man bisher auf blosse, überdies sehr vage Vermutungen angewiesen war. Als bedeutsamste Erkenntnis förderte die Auswertung des Materials die Tatsache zutage, dass rund 83 % aller Personenwagen im Dienste der Wirtschaft und der Berufsausübung Verwendung finden und dass nur 17% privaten Zwecken dienen. Damit ist die Legende vom «Luxusgegenstand» Automobil, den man als solchen behandeln und entsprechend zu fiskalischen Leistungen heranziehen kann, in einer Art und Weise Lügen gestraft, die jeden Zweifel gründlich ausscMiesst. Diese klar und einwandfrei ermittelte Feststellung der Struktur des Verwendungszweckes unseres Personenwagenbestandes, wovon nach dem Urteil der mit der Verarbeitung der Fragebogen beauftragten Experten mehr als vier Fünftel als unentbehrlich für unsere Landesverteidigung, unsere Kriegswirtschaft oder für die Sicherung geschäftlicher Existenzen anerkannt werden müssen, erhöht nur noch die innere Berechtigung des Begehrens nach Schaffung von Steuererleichterungen und nach Herabsetzung der Versicherungsprämien. Wenn die durch den Krieg erzwungenen Massnahmen dem Motorfahrzeugbesitzer auch nur Nachteile gebracht, ein Gutes war immerhin dabei: wir sind heute endlich über die Bedeutung des Personenautomobils als nicht mehr wegzudenkenden Helfer unserer Wirtschaft genau im Bild. Dass sich daraus ganz bestimmte Konsequenzen ergeben und ergeben müssen, in erster Linie nach der Richtung einer finanziellen Entlastung hin, daweitere zu erübrigt sieb jedes Wort Um die Sprache der Zahfen in ihrer vollen Eindringlichkeit reden zu lassen: gestützt auf die Verarbeitung der Fragebogen wur den bis letzten Samstag rund 60.000 Legitimationskarten für Personenwagen an die kantonalen Motorfahrzeugkontrollen versandt. Höchstens 2000 weitere, herrührend von Nachzüglern und andern noch nicht liquidierten Fällen, werden in nächster Zeit noch dazu kommen; von einer entscheidenden Beeinflussung des Gesamtresultates durch diese 5 %, kann jedoch keine Rede sein. Das Gesamtresultat. wie. es sich nach der durch die Experten vorgenommenen Zuteilung in die einzelnen Kategorien darstellte ? Hier ist es : Für die ganze Schweiz (ohne Liechtenstein) gelangten 60125 Legitimationskarten für Personenwagen zum Versand. Davon entfielen: PERSONENWAGEN Kategorie A 1: 1111 ( 1,8 %) A 2: 763 ( 1,3 Vo) A 3: 744 ( 1,2°/o) A 4: 633 1,1 °/o) A 5: 3350 ( 3,9 %) A6: 1037 ( 1,7%) A 7: 1623 ( 2,7%) A 8: 683 (1,2»/») Kategorie A total 14,9 V. Kategorie Bi: 15731 (26,2%) B 2: 4852 ( 8,1 Vo) B 3 : 2732 ( 4,5 Vo) Kategorie B total 38,8°/. Kategorie Gt: 10068 (16,7Vo) C 2: 7687 (12,8 Vo) Kategorie C Kategorie D total 10121 29,5 V. (16,8 V.). LIEFERWAGEN Zu dieser Kategorie würden bisher insgesamt 48^8 Legitimationskarten verschickt, wozu jedoch rioch^ mindestens 700 weitere, d. h. ungefähr 10°/«, kommen,werden, doch dürften sich damit die An- MOTORWAGENFABRIK BERNA AG., ÖLTEN teile an den einzelnen Kategorien nur unwesentlich verändern. Die Bestimmung, wonach den Lieferwagen nur Fahrzeuge bis 1 Tonne Tragkraft zagezählt werden, erforderte sehr "viele Rückfragen. Die provisorischen Ziffern lauten: Kategorie A 1: Söl (7,2 V.) A2: 240 ( 4,9Vo) A 3: 819 (16,9 Vo) A4: 355 (7,3 Vo) A 5 : 206 ( 4,2 Vo) A 6; 65 ( 1,3%) A7J 21 < 0,4Vo) Kategorie A total 42,2 V. Kategorie B 1: 1542 (31,6%) B 2 : 498 (10,2 %) B3: 224 (4,6%) B 4: 72 ( 1,5 Vo) B 5i 15 ( 0,3%) Kategorie B total 48,2% Kategorie C 1: 295 (6,0%) C 2 : 102 ( 2,1 %) C 3: 40 ( 0,8%) C 4: 33 (0,7 %) Kategorie C total 9,6 V. Die Befreiung neuer Fahrzeuge von der Requisition eilt lediglich für Lastwagen. Di© Abteilung Transportdienst des Armeekommandos hat kürzlich folgende Verfügung erlassen: Angesichts der Opfer, welche gewisse Pri' vatunternehmen, deren Motorfahrzeuge von der Armee requiriert worden sind, auf sich nehmen, hat das Armeekommando beschlossen, eine einjährige Dispensation von der Requisition jedem seit Beginn der Mobilisation neu angeschafften Lastwagen zu gewähren (d. h. dessen Kaufvertrag seit diesem Zeitpunkt abgeschlossen wurde). Die Dispensation wird hinfällig, sobald aus&ergewähnliche Umstand« die Requisition sämtlicher im Lande verfügbaren Motorfahrzeuge notwendig machen. Sie kann je nach den im Moment obwaltenden Verhältnissen erneuert werden. Die Dispensation wird erteilt durch das 'Armeekommando Gruppe Transportdienst, auf Grund der vom Gesuchsteller eingereichten Dokumente. Diese Dokumente haben zu umfassen : Datum des Ankaufs bescheinigt durch den Verkäufer, Fahrzeugausweis usw., alle Angaben, welche erforderlich sind, um die Organe, die mit der Organisation und der Requisition beauftragt, informieren zu können. Armeekommando. Der Unterstahschef Transportdienst: Corbat. Bestand ursprünglich die Absicht, diese Vergünstigung nur den Wagen schweizerischer Herkunft zuzugestehen, so wurde sie dann auf sämtliche Lastwagen ausgedehnt, weil Fahrzeuge ausländischer Fabrikation unserem Lande in zahlreichen Fällen als Austauschmittel für Erzeugnisse dienen, an deren Export wir interessiert sind. Aber der Lastwagen einheimischen Ursprungs bleibt nach wie vor privilegiert, insofern nämlich, als er allein Anspruch auf die Leistung von Bundesbeiträgen geniesst Auf einem Irrtum dagegen beruht die Nachricht, dass auch neue Personenwagen für ein Jahr von der Requisition befreit seien, was indessen, wie weiter unter dargelegt, praktisch kaum eine -Rolle spielt. Wie man vernimmt, besteht beim Armeekommando der Plan, die unumgängilichen Opfer möglichst gleichmässig unter die Lastwagenbesitzer zu verteilen. Zu diesem Zweck werden die zuständigen militärischen Instanzen ermächtigt, die stillgelegten Vehikel heranzuziehen, denn durch die Tatsache der Auisserbetriebsetzung geben deren Halter ja zu erkennen, dass sie den Wagen nicht unbedingt benötigen. Diese Fahrzeuge würden dann an Stelle derjenigen requiriert, welche gegenwärtig bei der Truppe stehen und deren Eigentümer sie dringend zurückverlangen. Auch diese Massnahme erstreckt sich jedoch nicht auf die Personenwagen. Und zwar ganz einfach deshalb nicht, weil sich die Armee solche Fahrzeuge in beliebiger Zahl beschafftn kann*. Tatsache ist auf jeden Fall, dass eine Menge von Besitzern nicht requirierter Personenwagen diese dem Militär anbieten; genau gleich verhält es sich übrigens mit den Occasionswagen zahlreicher Garagisten. Der Halter, der sein Fahrzeug aufgebockt hat, braucht also nicht zu bangen : einstweiten und solange die gegenwärtigen Verhältnisse andauern, hat er nicht mit der Möglichkeit zu rechnen, dass man ihm seinen Wagen wegnehme. In eine andere Form geprägt bedeutet dies, dass jeder Personenwagen «dispensiert •» und den zivilen Verkehr zurückgegeben wird, sofern dessen Besitzer dafür stichhaltige Gründe geltend machen kann. Denn Schwierigkeiten bietet es nicht, solche Fahrzeuge unverzüglich zu ersetzen. Teure und starker Entwertung unterworfene Luxuswagen sind von allem Anbeginn an von der Armee ausgetauscht worden.