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E_1939_Zeitung_Nr.079

E_1939_Zeitung_Nr.079

•M Schicksalsstunden

•M Schicksalsstunden der Menschheit Beresina modernen Boliden der Strasse m ganz Europa vielleicht nur ein Dutzend Rennfahrer das Letzte herausholen können. Besonders schwerwiegend ist jedoch das Problem der Leistungsfähigkeit und der Widerstandsfähigkeit des menschlichen Körpers überhaupt, die im modernen Luftkampf mit seiner ungeheuren Beschleunigung und Richtungsänderung bald bis zur Grenze des Möglichen beansprucht werden. Oft kommt es vor, dass beim Auffangen der Maschine nach dem Sturzflug durch die Einwirkung der Zentrifugalkraft das Blut aus dem Kopf gegen das Herz gepresst wird und eine vorübergehende Bewusstlosigkeit entsteht. Je stärker die Leistungen der Maschine gesteigert werden, desto mehr stellt sich die Frage, ob der menliche Körper den gestellten Anforderungen überhaupt noch gewachsen ist. Konstrukteure und Wissenschaftler werden immer wieder Lösungen finden, die mechanisch höhere Leistungen ermöglichen; die Frage bleibt aber — und sie wird je länger je gravierender — ob und wie weit der menschliche Organismus überhaupt noch mitzumachen in der Lage ist. 0" und Unrat geschwärzt, ihnen in Fetzen am Leibe hingen und sie unkenntlich machten. Militärische Kopfbedeckungen waren s&hr wenige zu sehen, viele hatten den Kopf mit Taschentüchern, Pelzstücken, Polizeimützen bedeckt oder auch in blosse Lumpen eingewickelt : letztere ersetzten auch meist die fehlenden Schuhe und Stiefel. Die Gesichter Kurz vor Beginn des .russischen Feldzugs kommen. Am 11. November bricht der rus- waren bleich, abgezehrt, mit langen Barten — im Mai des Jahres 1812 — versammelt sische Winter herein. Er war im Jahre 1812 und oft durch Rauch und Schmutz so un- Napoleon in Dresden in Gegenwart der Kai- nicht einmal aussergewöhnlich kalt, aber kenntlich, dass die vertrautesten Freunde serin Marie-Louise alle seine Vasallen und Temperaturen von 10—15 Grad unter Null, und Kameraden um dasselbe Lager gelagert Verbündeten um sich. Es huldigen ihm alle verbunden mit schweren Schneestürmen ge- sein konnten, ohne sich zu erkennen. Dies Fürsten des Rheinbundes, ferner Kaiser nügten, um — vereint mit dem russischen wa r der scheussliche Anblick der einige Mo- Franz von Oesterreich, König Friedrich Wil- Heere, dem Hunger, dem Mangel an war- nate früher so prächtigen Armee... > heim von Preussen. Am 28. Mai reist er zum menden Kleidungsstücken — die Grosse Ar- Wenn es nun nicht gelingt, diese Reste der Heere ab, zu jener « Grossen Armee », die mee zu vernichten. Die Strassen bedecken Grossen Armee über die Beresina zu brinin der Stärke von über einer halben Million sich mit Glatteis. Der Pferde brechen zu- sen, so falten diese auch noch den Russen in Mann mit mehr als 1000 Geschützen — einer sammen. Sie sterben zu Tausenden. In we- die Hände, vielleicht der Kaiser selbst, denn noch nie gesehenen Streitmacht — bereit ist, nigen Tagen gehen 30.000 Pferde zugrunde. auch er befindet sich mit der Alten Garde die letzte Grossmacht auf dem Kontinent Der Nachschub versagt ganz. An Aufklä- noch auf dem diesseitigen Ufer der Beresina. unter den Willen des Kaisers zu zwingen, rung ist gar nicht mehr zu denken. Und Am 21. November hat sich die Division des Dieser Elitearmee, zu der HiJfskorps aller überall Kosaken, Kosaken... rassischen Generals Grafen Lambert von der Völker Europas stossen, stehen folgende rus- Mitte November treffen 40.000 Mann in Moldauarmee der Brücke über die Beresina sisohen Herre gegenüber : die erste West- Smolensk ein, 40.000 von 500.000! Und doch und der Stadt Boriswo bemächtigt. Am 23. armee unter Barclay de Tpllly, die zweite steht das Schwerste noch bevor. Das aus- greift das vom Marschall Oudinot komman- Westarmee unter Fürst Bagration, und eine gebrannte Smolensk enthält fast nichts : dierte 2. Armeekorps diese Division an und dritte (Reserve-) Armee unter Graf Tormas- keine Waffen, keine Lebensmittel, keine schlägt sie. Sie geht nun auf das rechte Besow mit zusammen 208.500 Mann und 900 warme Kleidung, kein Schuhwerk. Der Rück- resinaufer über und bricht auf ihrem Rück- Geschützen, dazu noch Truppen zweiter Li- zug geht weiter, dem kleinen Flusse Bere- zug die Brücke über die Beresina, die einnie mit 137.000 Mann und 400 Geschützen. sina zu. zige in der Nähe befindliche, ab. Es müssen In breiter Front erfolgt der Einmarsch Na- « Es war uns das Gerücht zu Ohren ge- daher neue Brücken geschlagen werden, anpoleons in Russland. Auf dem linken Flügel kommen », schreibt Oberstleutnant Albrecht gesichts des angreifenden Feindes eine steht Marschall Macdonald mit einer haupt- von Muralt, der den Rückzug mitmachte, schwierige Aufgabe ! Obwohl auf dem Rücksächlioh aus Preussen und Polen bestehenden « dass es hier wieder zu einem hartnäckigen zug der grösste Teil des Pontoniermaterials Armee. Er tritt den Vormarsch in die bal- Kampf kommen werde. Die nähern Einzel- verbrannt worden ist, um es nicht dem tischen Staaten an. Auf dem rechten Flügel, heiten waren uns aber gänzlich unbekannt; Feinde zu überliefern (erst wenige Tage vor am untern Bug, Fürst Schwarzenberg mit ob Brücken vorhanden waren oder nicht, dem Beresinaübergang), hat der den Brückendem österreichischen Hilfskorps. In der Mitte wussten wir nicht. Mit einem stumpfen Stoi- train der Armee befehligende General Eble das Hauptheer unter dem persönlichen Be- zismus bewaffnet, dachten wir nur daran, und der Befehlshaber des Pionierkorps noch fehl des Kaisers und seiner besten Mar- womöglich zu essen und uns an einem Feuer genügend intakte Mannschaften und verwendbares Material zum Brückenbau schalle. Am 26. Juni zieht der französische zu wärmen. In dieser Gemütsstimmung ka- zur Kaiser in Wilna ein. Mit ungeheurem Jubel men wir auf den Anhöhen an, von welchen Verfügung. Während bei Borisow scheinbar empfängt das polnische Volk seinen Befreier, man beide Ufer sehen konnte, und gewahr- an einer neuen Beresinabrüeke gebaut wird, Der Reichstag spricht am selben Tage in ten, dass man beschäftigt war, über densel- um dem Feind einen Uebergang an dieser Ein prächtiges, sechsfarbiges Kunstblatt, das erste vom General begutachtete und zur Reproduktion freigegebene Gemälde. — Format des Blattes 35x45 cm, Bildgrösse 23x29 cm. Preis nur Fr. 1.80. Vom gleichen Porträt ebenfalls in 6 Farben Postkarten zum Preise von 20 Rp. Soeben ist auch ein Tableau, welches alle heute gültigen Uniformen und Abzeichen unserer Armee zeigt, im Format 40x23cm in 12-Farbendruck erschienen. Preis nur 80 Rp. Arbeit bis an die Achsel im Wasser stehend verrichten, in diesem eiskalten Wasser, das die Glieder erstarren lässt Und drei Tage dauert dieses teuflische Werk, da die Brücken immer wieder einstürzen... Das von Marschall Oudinot befehligte 2. Armeekopps geht zuerst über die Brücke. Napoleon, der die Ufer der Beresina seit dem Morgen nicht verlassen hat, sieht die Regimenter in Ordnung an sich vorbeiziehen. Gegen Abend greifen die Russen erneut an, Marschall Oudinot schlägt sie. Die Brückenposition ist unerschütterlich. Gegen 4 Uhr ist die zweite Brücke, für die Wagen bestimmt, fertig geworden. Gleich darauf überschreiten sie : die Artillerie des 2. Korps, die Kaisergarde mit Napoleon selbst, der grosse Park, die Artillerie der andern Korps und die Wagen der Armee. Um 8 Uhr brechen drei Böcke der Brücke zusammen, um 2 Uhr morgens (27. November) wiederum 3 Böcke an der tiefsten Stelle des Flusses. Mit Mühe gelingt es, die erschöpften Pioniere aus ihren Biwaks erneut zur Arbeit im eiskalten Wasser heranzuschlepipen. Von diesen Tapfern sehen nur wenige Frankreich wieder. Zu Tode erschöpft vermögen sie der Armee nicht mehr zu folgen und fallen in die Hände des Feindes. Bis zum Abend des 27. November geht der Uebergang halbwegs geordnet vor sich. In der Nacht vom 27. auf den 28. aber drängen die flüchtigen Soldaten, mit Wagen und Pferden ungestüm auf die Brücken. Vergebens versuchen General Eble und andere Offiziere bei den zuchtlosen Truppen die Ordnung wieder herzustellen. Am Morgen des 28. erreicht die Unordnung unmögliche Ausmasse. Kolonnen von Wagen stehen vor der Brücke. Man streitet sich um den Uebergang, der zeitweise vollkommen stockt. Inzwischen greifen die Russen, die bei Borisow die Beresina überschritten haben, auf beiden Seiten des Flusses an. Die Brücken werden unter Artilleriefeuer genommen. Eine Panik entsteht, bei der sich die Menschen gegenseitig Warschau die Wiederherstellung des König- ben zwei Brücken zu schlagen. Der Tag war Stelle vorzutäuschen, begeben sich die Pioreichs Polen aus. Der Feldzug beginnt unter schon vorgerückt, das Wetter trübe, aber die niere und Brückenbaumannschaften unter zerdrücken. < Die mitten in die dicht gedrängte Masse von Leuten und Pferden fal- günstigen Auspizien. Kälte hatte nachgelassen ... Unserem Häuf- Führung des Generals Eble nach dem sieben Aber schon die ersten Kämpfe zeigen lein gelang es, in eine auf der Höhe gelegene Stunden oberhalb von Borisow gelegenen lenden Kugeln >, heisst es in dem Bericht Schwierigkeiten eigener Art. Die Russen und halb abgetragene Scheune einzudringen. Dorfe Weselowo. Dort beginnt man am 25. eines Augenzeugen, « richteten hier unendliche Verheerungen an. Die Bewegung dieser kämpfen « nach Parther Art ». Sie weichen Hier brachten wir eine höchst unruhige Nacht November um 5 Uhr nachmittags mit den jeder Schlacht aus, fügen dem Heer jedoch zu... So weit das Auge reichen konnte, Vorbereitungen zum Bau zweier Brücken. sich nach dem Ufer zu begebenden Masse durch unausgesetzte Angriffe grossen Schaden war der Boden mit einer Unzahl Kanonen, Dazu muss man Häuser abreissen, um die rief grosses Unheil hervor. Offiziere und zu. Nach dem schwer erkauften Sieg vom Munitionswagen und Fuhrwerken aller Art nötigen Balken zu bekommen, Nägel, Klam- Soldaten wurden erdrückt oder unter den 17. August findet Napoleon die Stadt Smo- bedeckt, um welche Feuer angezündet wa- mern und Haken schmieden — die ganze Füssen der Menschen und Pferde zermalmt. lensk, die ein wichtiger Etappenstützpunkt ren, an die sich eine bunte Menge drängte. Nacht geht damit hin. Viele kamen in der Beresina um, in die sie hätte werden sollen, vollkommen verbrannt Denn unter dieser Masse von Kriegern aller Am 26. November, morgens 8 Uhr gibt Navor. Der Zar ernennt einen « echten > Rus- Grade und Waffengattungen war nur selten poleon Befehl, die beiden Brücken zu schla- durch Schwimmen oder erreichten die Brük- gestossen worden waren, andere retteten sich sen, den General Kutusow zum Oberbefehls- ein Anzug zu erblicken, der einer vollkom- gen. Um 1 Uhr mittags ist die erste Brücke ken, an denen sie an den Böcken in die Höhe haber. Der Krieg wird nun schonungslos ge- menen Uniform glich. Diejenigen, die glück- fertig, die lediglich für Infanterie und Kavaführt. lieh genug waren, eine Pelzbekleidung zu be- lerie bestimmt ist, denn man hat als Boden- den Fluss gestossen und blieb zwischen den kletterten. Auch eine Menge Pferde wurde in belag nur dünne morsche Bretter zur Verfügung. Mit welcher Aufopferung arbeiten Wagen und Pferde Hessen ihre Fuhrwerke Eisschollen festgeklemmt. Die Führer der diese Soldaten, die durch die Entbehrungen im Stich, und die Verwirrung kannte keine des Rückzugs schon erschöpft sind! Trotz des Grenzen. Die ohne Leitung herumirrenden Eises, das der Fluss führt, müssen sie ihre Tiere rotteten sich zusammen und bildeten dicht aneinandergedrängt eine fast undurchdringliche Masse. Aber auch Kutusow vermag Moskau nicht sitzen, hatten sich darin eingehüllt, gleichzu retten. Vor der Stadt, bei Borodino an wohl ob es Männer- oder Weiberpelze wader Moskwa (7. September), liefert er eine ren. Riesenhafte Grenadiere und bärtige Kü- Schlacht, die von den Franzosen gewonnen rassiere waren in rosafarbene, seidene wird. Aber es ist ein schwer erkaufter Sieg, Frauentoiletten eingewickelt, die von Rauch der beinahe die Wirkung einer Niederlage hat. Geordnet ziehen sich die Russen hinter Moskau zurück. Und nun geschieht das Furchtbare. Einen Tag nach dem Einzug der sieggewohnten französischen Armee brennt das heilige Moskau. Die Winterquartiere der Grossen Armee zerfallen in Asche. In unverständlicher Verblendung bleibt Napoleon noch volle 34 Tage in der verbrannten Stadt — er hofft auf die Kapitulation des Zaren. Dann gibt er Befehl zum Rückzug. Dieser erfolgt über das Schlachtfeld von Borodino nach Smolensk. Die Grosse Armee marschiert den Weg zurück, den sie ge- JUoMeme des £a(t&fes Schluss von Seite III - 1812 Unsere AUTOMOBIL-REVUE DIENSTAG, 24. OKTOBER 1939 - N° 79 aktueCCcs !Büchkin: rmee in Wort und Bild! Ein praktisches Taschenbüchlein, in welchem alle hohen Offiziere des Armeestabes und der Truppen in guten Bildern dargestellt sind. Jede Aufnahme ist mit Angaben über die militärische Karriere versehen. Dieses hübsch ausgestattete Büchlein orientiert jeden Schweizer über die Männer, die berufen sind, unsere Wehrmacht zu führen und damit unsere Unabhängigkeit zu wahren. Preis Fr. 1.50. General Guisan In Buchhandlungen erhältlich, wo nicht, vom Verlag Hallwag Bern rer Von dem Rest des Heeres befinden sich nur noch die beiden Divisionen Partouneaux und Girard und zwei Brigaden leichter Reiterei auf dem linken Ufer. Ueber sie fällt das russische Korps Wittgenstein her und zwingt ( sie trotz lebhaften Widerstandes zur Kapitu- , lation, während General Tschitschagoff mit 1 26.000 Mann die auf 9000 Mann reduzierten Korps der Marschälle Ney und Oudinot angreift. Gegen 5 Uhr wird das feindliche Feuer an den Brücken schwächer, aber der Uebergang gestaltet sich nichtsdestoweniger immer schwieriger. Unter der Leitung des Generals Eble versuchen 150 Pioniere, durch die Menge der Menschen- und Pferdeleichen eine Gasse zu bahnen. Die auf dem Wege liegen gelassenen Wagen werden in die Beresina geworfen, die Pferde über die Brücke gejagt. Am Abend des 28. November geht Marschall Victor über die eine Brücke zurück. Als am Morgen des 29. General Eble befehlsgemäss die Brücken anzünden will, um dem Feind den Uebergang unmöglich zu machen, da ereignet sich auf dem linken Ufer ein erschütternder Auftritt: Männer, Weiber, Kinder brechen in ein verzweifeltes Wehgeschrei aus. Mehrere versuchen, trotzdem noch über die Brücke zu gelangen. Sie kommen in den Flammen um. Andere wagen sich auf das Eis des Flusses, das zerbricht — sie ertrinken in den kalten Fluten. Dann kommen die Kosaken. An der Verteidigung der Brücke, besonders der letzten blutigsten Phase, haben di-- Fremdtruppen grossen Anteil. Von den zwe'J Divisionen Marschall Victors ist die eine polnisch, die andere deutsch, seine Kavallerie ganz deutsch. Von den vier Divisionen des Marschalls Oudinot besteht eine aus Polen, eine andere aus Schweizern und Kroaten. Am 3. Dezember verkündet Napoleon in seinem berühmten 29. Bulletin den Untergang der Grossen Armee. Europa erfährt gleichzeitig, dass die Gesundheit des Kaisers « nie besser gewesen ist».

N°79 AUIUMÜB1L-REVUE Modebericht (Schinsa von Seife II) Und die Hüte! Zylinderhüte sind die Parole. Gerade dieser Genre passt vorzüglich zur neuen Tenue des Winters. Er ist meist klein, aber originell und sitzt kokett und gediegen auf dem Lockenköpfchen jeder schönen Frau. Auch ganz hohe Formen mit Straussfedern verziert sind neu lanciert worden. Pelzgarnituren werden zu Mantel und Kostüm passend getragen. Die Details sind unerhört wichtig. Viel, viel Gold als Clips, Knöpfe, Gürtel, Anhänger und Ketten, neue antike Medaillons in alten Formen, all dies gibt dem einfachsten Kleidchen die feinste und wertvollste Note. Aus aller Weit Die Damen Brohan. Die Schauspielerinnen Augustine und Madeleine Biohan sind jedem kunstbeflissenen Franzosen wohlbekannt. Sie waren nicht nur hervorragende Bühnenkünstlerinnen, sondern erfreuten ihre Zeitgenossen auch durch ihre Schlagfertigkeit und ihren Mutterwitz. Hier sind einige der ungezählten Anekdoten, die von den beiden Brohans erzählt wurden: Augustine sass mit Dumas Fils in der Loge. Dumas rauchte eine übelriechende Zigarre. «Sie rauchen zuviel», sagte Augustine. «Mein Vater ist sechzig», entgegnete Dumas, «und raucht wie ein Schlot». «Wenn er nicht geraucht hätte», meinte Augustine, «wäre er zweifellos schon mindestens siebzig!» Man zeigte ihr einen berühmten Arzt: «Ein fabelhafter Mann! Und wenn Sie wüssten, wie leicht er dabei das Leben nimmt!» «Ja», erwiderte Augustine: «das Leben der anderen.» Augusune war schrecklich liederlich im Geldausgeben. Ihr Mann drängte darauf, sie sollte doch ihre Ausgaben regelmässig aufschreiben. Augustine gab nach und tat ihm den Gefallen. Am Ende der Woche fragte er nach der Buchführung. Und bekam den folgenden Zettel vorgelegt: Almosen für emen Bettler Futter für meinen Vogel. Diverses . . . . . . . . 5.— Fr. —.10 Fr. 1000.— Fr. Als Madeleine Brohan sehr alt geworden war, besuchte sie einer ihrer guten Freunde, der Oberst Tyl. Er kam atemlos und total erschöpft im vierten Stock bei ihr an. «Vier Etagen - das ist verflucht hoch!» stöhnte er. «Was wollen Sie, lieber Freund», seufzte Madeleine. «Das ist das einzige Mittel, das mir geblieben ist, um die Herzen der Männer höher schlagen zu lassen ...» Anspruchsvoll. Lord Albemarle hatte die schöne Lolotte Gaucher zur Geliebten. Er war sehr freigebig, doch sie war noch anspruchsvoller. Als sie einmal den nächtlichen Sternenhimmel bewunderte, sagte der Lord: «Schau nicht so lange nach oben, meine Liebe, ich kann ihn dir leider nicht schenken!» Erhältlich in allen Apotheken 10er Packung Fr. 4.50 - 4er Packung Fr. 2.—, Gratls-Prospekt diskret durch EROVAQ A.Q., Zürich 25, Bachtobeistrasse 59. Lesen Sie die aufklärende Broschüre von Dr. R. Engler. Zu beziehen gegen Einsendung von Fr.1.20 In Briefmarken oder auf Postscheck VI11/1819 EROVAQ A.Q. wenden sich bei monatlichen Verspätungen unter Diskretion an Labor. Perticfde, Heidtn ZT6. Telephon 204. Es soll der Sänger mit dem. König gehen... Dem ersten Beethoven-Konzert der Londoner Musikfestspiele, das unter Arturo Toscaninis Stabführung stattfand, wohnten das englische Königspaar sowie die Königin-Mutter bei. In der grossen Pause empfing der König eine Reihe von Künstlern in seiner Loge und Hess auch bei Toscanini anfragen, ob er gern empfangen sein würde. Der Meister liess jedoch mitteilen, er bitte, von dieser Ehrung absehen zu dürfen, da er befürchte, die Vorstellung vor dem Königspaar inmitten des Konzerts könne die gleichmässige Beschaffenheit seiner Leistung stören. Ein geistvoller Witz von Henri Bergson. Man erörterte ernste Probleme, namentlich über den Positivismus, in Gegenwart des französischen Philosophen Henri Bergson. — Es ist immer möglich die Wirkung der Ursache folgen zu sehen, sagte einer der Anwesenden. — Vollkommen richtig, betonte der berühmte Akademiker. Zum Beispiel: wenn der Arzt dem Leichenwagen seines Kranken folgt. R. B. «Da capo» im Film. Zum ersten Mal in der Geschichte des Films hat ein amerikanischer Filmproduzent auf eventuelle «Da capo»-Wünsche des Publikums Rücksicht genommen - allerdings, wie sich herausstellte, nicht in der geeigneten Weise. Bei der Uraufführung des Films «Der Mikado» in einem New Yorker Grosskino wurde dem Publikum mitgeteilt, dass besonders gut gefallende Lieder auf Wunsch wiederholt werden würden. Zuerst klappte auch alles nach Wunsch: eine Reihe von Szenen erzielte gewaltigen Applaus, darauf erschien auf der Leinwand in riesigen Buchstaben das Wort «Encore» (im Englischen verwendet man an Stelle des italienischen «Da capo» das französische «Encore») und die betreffende Szene wurde ein zweites Mal gespielt und gesungen.' Aber bei einigen späteren Szenen, bei denen der Beifall nicht geringer war, gab es keine Wiederholung, während andere, die kaum Applaus erzielt hatten, eines «Encore» gewürdigt wurden. Die Zuschauer merkten bald, dass die Wiederholungen schon von vornherein vorgesehen waren, dass aber hinsichtlich des Beifalls gründlich daneben getippt worden war. Die ungewollte Folge war, dass das Publikum sich betrogen fühlte und verstimmt die Vorstellung verliess. Es ist anzunehmen, dass es bei diesem ersten Versuch, das Kino mit dem «Da capo» zu beglücken, sein Bewenden haben wird. Das Wichtigste. Oskar Wilde, der englische Schriftsteller, hatte einen Schulfreund, der sich sein Leben lang in den ärmlichsten Verhältnissen befunden hatte. Nach vielen Jahren, während deren sich die beiden nicht gesehen hatten, bekam Wilde plötzlich den Besuch jenes Mannes. Zu seinem Erstaunen sah er sich einem eleganten Herrn gegenüber, der zudem noch in einer eigenen Kalesche vorgefahren kam. Er erklärte diesen Reichtum mit einer grossen Erbschaft, und nach einer kleinen Weile rückte er mit einem" Anliegen heraus: «Sie wissen das doch sicher, Herr Wilde, welches ist der beste Weg, Eingang in die grosse Gesellschaft zu finden?» «Eine ganze Kleinigkeit, mein Lieber!» lächelte Wilde. «Lernen Sie nur, mit geschlossenem Munde zu gähnen!» Theater. Lessing wurde einmal in einer Gesellschaft gefragt, was eigentlich der Unterschied zwischen Lustspiel, Schauspiel und Trauerspiel sei. Der Dichter antwortete: «Daß Sie das nicht wissen, ist für mich ein Lustspiel, für andere ein Schauspiel und für Sie ein Trauerspiel.» Schweigen. Kurt Goetz unterhielt sich mit einer Amerikanerin über das Sektenwesen in Amerika. «Das Neueste», erzählt die Amerikanerin, «ist die Sekte des Schweigens. Nur für Frauen. Wir sollen dort das Schweigen lernen.» «Wunderbar», meint Kurt Goetz: «da haben die amerikanischen Fraueu wieder auf Monate Gesprächsstoff!» Nach dem 30. Geburtstag haben Witwen und geschiedene Frauen mehr Chancen als junge Mädchen. Nach einer Statistik der Metropolitan-Lebensyersicherungs-Gesellschaft haben — in Amerika jedenfalls — bis zum Alter von 30 Jahren junge Mädchen die besten Heiratsaussichten. In diesem Zeitpunkt aber wendet sich das Blättchen, und jetzt sind solche Frauen, die schon einmal (oder öfters) verheiratet waren, die Ueberlegenen. Recht interessant Ist auch die Altersgruppierung: bei Frauen zwischen 20 und 24 Jahren ist das Durchschnittsalter des Ehegatten im Augenblick der Heirat, wenn die Braut ein junges Mädchen ist, 25,6 Jahre, wenn sie dagegen schon verheiratet war, 26,6 Jahre. Bei Frauen zwischen 40 und 44 Jahren aber ist der Bräutigam unverheirateter Mädchen im Durchschnitt 42,7 Jahre alt, während früher verheiratet gewesene Frauen Männer im Durchschnittsalter von 41,4 Jahren bekommen. VOS FILS pourront continuer paisiblement leurs ötudes ä LA CHATAIGNERAIE Ecolenouvelle sur Coppet(Waadt). Corps enseignant au complet. Demandez le prospectus-programme. Land -Erziehungsheim. Kreis-Kreuzworträtsel Einsendetermin: 1. November 1939. Auflösung des punktierten Wortkastens. Die Buchstaben der punktierten Felder ergeben: Durch Schaden wird man klug. Die Anfangsbuchstaben ergeben: Willys Knlght. Die Wörter ergeben: 1. Weida. 2. Iburg. 3. Luchs. 4. Lauch. 8. Yetad. 6. Seine. 7. Kadow. 8. Niger. 9. Idiom. 10. Gabun. 11. Hekla. 12. Tugan. Auflösung der Denkaufgabe vom Tunnel. Lösung: Um die 6 Wagen zu passieren braucht der Reisende 180 s. Während dieser Zeit bewegt sich der Zug um 180 . 23 = 4S00 m vorwärts. Der Reisende selbst hat sich gegenüber dem Zug um 180 m vorwärts bewegt. Somit ist der Tunnel 4680 m lang. cHaben Sie und Ihre Frau jemals Meinungs- Terschiedenheiten gehabt?» «Ja — aber meine Frau hat es nicht gemerkt!» Wenn Bern, dann Casino Vin du Vully weiss, herrlich schäumend, 1. Auswahl 1Ö38, die Flasche (Glas inbegriflen) zu Fr. 1.40. franko Abfahrtstation. Reklamekistehen, 12 Flaschen Fr. 20.—, franko, Verpackung inbegriflen. E.Derron & Flls. propriet. Mttier-Vully. Tel. 4.51 Ihr Bureau Ihr Herrenzimmer und die Kombi-Möbel können Sie am vorteilhaftesten beziehen beim Spezialisten Bitte, beachten klame im neuen Rat sei* BE«:!