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E_1939_Zeitung_Nr.079

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BERN, Dienstag, 24. Oktober 1939 Automobil-Revue - II. Blatt, Nr. 7 Fast zwei Wochen hatte «Pinky» hinter dem grossen Schaufenster der Automobilfirma gestanden und ganz Riverdale hatte sie bewundert und es zugleich bedauert, « Pinky » nicht besitzen zu dürfen. Denn « Pinky » war ein ebenso schnappiger wie teurer Roadster, zart rosarot eingekleidet, der allerletzte Schrei, der letzte ersterbende Seufzer derer, die eines Tages das Schaufenster leer gefunden und erfahren hatten, dass « Pinkys » samtschwarzes Steuerrad sich nun behaglich zwischen den schlanken Händen Bob Taylors drehte, der unabhängig, frisch und elastisch wie der Kaugummi, den sein Vater fabrizierte, sich sehnlicher Wunschgedanken von seiten der Riverdaler Mädchenheit erfreuen durfte. Doch Bobs durchaus monogamisches Herz wohnte zwei Stunden von Riverdale entfernt in der eminenten Stadt Kakaduddel, - wo Winny, das kleine Telephongirl vom « Coktailhotel », alleinigen Privatanschluss und Dauerverbindung mit dem achtundzwanzigjährigen Bob hatte. An jedem Samstagnachmittag sass Bob in der hellen Lobby des «Coktailhotels» und sah träumerisch hinaus auf die Strasse, wo « Pinky» sich lässig an den Gehsteig lehnte und mit ihren runden Augen herablassend in die Schar ihrer Bewunderer blinzelte. Aber wenn der Abend in die Nacht hinüberdüsterte, dann stand «Pinky» vor dem kleinen kosigen Hotel draussen an der Bedach. Oft bis weit in den Sonntagmorgen hinein. Heute war Bob Taylor schlechter Laune. Winny hatte ausnahmsweise nicht frei bekommen, da die Convention der Katapultzahnstocherfabrikanten im Hotel tagte und nächtigte, und das Personal Ueberstunden zu machen hatte. Bob hatte es etwas zu spät erfahren und strollte wütend auf die Strasse, «Pinky» wiegte sich leise in ihren schlanken Hüften als Bob sich schwerfällig im Sitz zurechtrückte. Plötzlich hörte Bob eine sehr weiche Stimme neben sich : « Pardon, mein Herr, warum in aller Welt beabsichtigen Sie meinen schönen Wagen zu stehlen ? » Gleichzeitig hatte Bob das seltsame Gefühl als ob etwas Kaltes, Starres sich unter seinem rechten Rippenbogen einen Parkplatz suchte. Wütend schnappte er los: « Ihren Wagen stehlen ? Sie sind wohl verrückt ? Der Wagen gehört mir und wenn Sie nicht augenblicklich verschwinden, so rufe ich einen Schutzmann. » Das kleine starre Ding fühlte sich langsam von Bobs Rippenbogen nach der Magengrube hin, während der Eindringling, der eine unliebsame Aehnlichkeit mit « Pinkys » rechtmassigem Besitzer hatte, freundlich lächelnd die Autopapiere aus der rechten Wagentasche hervorholte. « Gestatten Sie », sagte er mit gewinnender Höflichkeit, « mein Name ist Bob Taylor, Sohn des bekannten Geschäftsmannes aus Riverdale. Finden Sie nicht, dass mein Bild auf dem Führerschein ausgezeichnet getroffen ist? So — und nun fahren Sie mich ohne weiteres Aufsehen nach dem Maidenlane und ich hoffe, dass Sie mich nicht zwingen werden, unserer so freundschaftlichen Annäherung einen übertrieben schmerzhaften Abschluss geben zu müssen. » Bob Taylor war zu lange in Chicago gewesen, um nicht zu wissen, dass bohrende Schmerzen in der Magengrube, und weiche, unendlich eindringliche Stimmen oft bedeutsame Vorboten einer raschen Liquidation eines sonst durchaus gesunden menschlichen Daseins sein konnten, wenn man sich nicht fügte. Er gab daher seiner « Pinky» mehr Gas, als sie sonst vertrug, und wand sich durch grüne und rote Lichter nach dem Maidenlane, wo ihn der Unbekannte mit einem sanften Wallop kopfüber auf die Strasse sandte. « Wie rasch doch meine « Pinky » anzieht! » — dachte Bob, ehe er für einige Zeit sein empörtes Bewusstsein verlor. Auf der nahen Polizeiwache empfing man den jungen Millionärssohn mit dem eingebeulten Hut, den beschmutzten Kleidern und der blutenden Nase nicht gerade gutgläubig. Das sollte der vielbeneidete Besitzer «Pinkys», das sollte der Sohn des reichen Taylor sein? Wo denn seine Papiere seien? Die hätte der unbekannte Mann, der «Pinky» raubte. Oh — siehe da, ein Unbekannter, natürlich wie immer der grosse Unbekannte. Solche Dinge kannte man ja zur Genüge, Bob fluchte freigebig in die höhnischen Mienen seiner Peiniger, bis ihm ein alter gutmütiger Sergeant versprach, einen Radioalarm über die Stadt zu senden. In einer Stunde wüsste man mehr. Bob raste zur nächsten Telephonzelle, wo er zähnknirschend Winnys fröhliche aber anzügliche Bemerkungen über strafbare Sorglosigkeit im Umgang mit Autopapieren und Autoschlüsseln über sich ergehen lassen musste, Grosses Hailoh begrüsste ihn, als er wieder zur Wache kam. Der rothaarige Kommissar zog ihm höhnisch grinsend die Krawatte aus der Weste und hielt ihm fünf Rapporte unter die Nase, die besag- ten, dass man « Pinky » angehalten, aber die Papiere seines Besitzers in Ordnung funden habe. Bob rang nach Luft, doch Kommissar war im Schwung. « Da kommt so ein Nichtsnutz daher, sein Auto sei ihm gestohlen worden, wj den einen Alarm hinaus und derweil der rechtmässige Besitzer seelenruhig durch die Stadt. Ein guter Witz, aber nicht für uns ! Ins Loch mit dem Burschen ! » Bob tobte, « Aber das ist doch der andere, der « Pinky» gestohlen hat, der mit meinen Papieren als Bob Taylor mit meiner «Pinky» — —» .Doch rauhe Fäuste erstickten Bobs Beteuerungen. An der Türe rief ihn der Kommissar noch einmal zurück, « Einen Augenblick ! Da kommt eben eine neue Anzeige, dass der bewusste Wagen vor einer Stunde wegen Schnellfahrens angehalten wurde. Er hat sich durch eine wilde Flucht der Polizei entzogen. Sechzehn Schüsse wurden hinterher gejagt, von denen zwei mit Bestimmtheit den Wagen getroffen hatten, » Der Kommissär trat dicht an Bob Taylor heran. « Heh, Sie, nun hat der Spass ein Ende ! Sie machen uns glauben, Sie gehen zum Telephonieren und kutschieren inzwischen in ihrer verwünschten Kiste in der Stadt herum und halten unsere Jungens zum Narren!» Gänzlich gebrochen Hess sich Bob abführen. « Pinky» verwundet. Ihr rosaroter Leib von "Kugeln zerfetzt ! Das war zuviel für Bob und er verfluchte in einer schlaflosen Nacht den Tag, an dem er «Pinky» zum erstenmal gesehen und begehrt hatte. Erst der helle Sonntagmorgen und eine ansehnliche Hinterlegungssumme befreiten ihn aus der Haft, Vergebens versuchte er Winny in ihrer Wohnung zu erreichen. Auch im Hotel wusste niemand etwas von ihr. Uebernächtig und verdrossen setzte sich Bob in die Hotelhalle und sah wie so oft auf die Strasse, wo seine süsse kleine «Pinky», umgafft von der Schar ihrer Bewunderer, auf ihn gewartet hatte. Plötzlich fuhr Bob hoch. Das war ja « Pinky », die dort in elegantem Bogen vorfuhr. Kein anderer Wagen im ganzen Bezirk konnte so rosigrot aussehen, kein anderer Wagen so geschmeidig vorfahren. Bob trainierte seine Fäuste. Nun würde dieser infame Räuber in die Halle treten und eine jener Todesarten erleiden, die Bobs wilde Phantasie ihm hinter Kerkermauern zugeschworen hatte. Doch anstatt alias Bob Taylor entstieg Winny dem Wagen, frisch, elegant und rosig wie « Pinky » selbst. Bob wankte in ihre Arme und als sie in einer verschwiegenen Ecke sassen, erzählte Bob. Und dann erzählte Winny. «Also denk dir, Bob, kaum warst du fortgelaufen, da bekomme ich doch noch für den Abend frei. Ganz unerwarteterweise. Da ich nicht wusste, wo du zu finden warst, wartete ich eine Stunde in der Hotelhalle, obgleich dies dem Personal streng verboten ist. Doch der gute alt Jim, unser Hausdetektiv, drückte zwei Augen zu. Auf einmal, ich traue meinen Wimpern nicht, kommst du in eigener Person zur Türe herein. Das heisst nicht du selbst, sondern der Lümmel, der « Pinky » gestohlen hatte. Jim, der von der Schiesserei gehört hatte, saust auf ihn zu und verlangt seine Papiere. Seelenruhig holt der Mann seine — ich meine natürlich deine — Papiere aus der bewussten rechten Wagentasche heraus und ich muss gestehen, er glich dir in allem aufs Haar. Jim macht ein dummes Gesicht, grinst mich verlegen an und lässt ihn auf meinen Wink passieren. Mein Gott wie gross, schlank und fesch er war ! Alles hat sich nach ihm umgesehen. Bob knurrte dazwischen : « Hast dich wohl in ihn vergafft ? » Winny lachte fröhlich, « Aber Bob, ich beschreibe doch nur dich. Und wie gut ihm der Abendanzug sass. Na, und weil ich mich eben gelangweilt habe und du unauffindbar warst, so dachte ich mir, weil er dir so aufs Haar gleicht und ich dir gefalle — wer weiss, vielleicht bin ich auch sein Typ, und so habe ich — » Bob schoss in die Höhe. «Winny, du hast während ich im Kerker schmachtete, mit einem solchen Halunken — » Winnys weicher Handschuh, legte sich beruhigend auf Bobs Mund. « Sachte, mein Junge. Nur nicht eifersüchtig sein I Was sollte ich denn anderes tun ? Hungrig war ich, durstig war ich auch und sonst waren wir doch schon immer um diese Zeit in unserem kleinen kosigen Beachhotel. » Winny schmiegte sich zärtlich an Bob, « Und als nun dein Doppelgänger nach dem Speisesaal ging, hatte ich eine kleine Unterredung mit Jim. Dann setzte ich mich dem hübschen Mann gegenüber und —» « Und hast mit ihm geflirtet ? » « So ungefähr. Habe nur einmal so ein wenig hingesehen und da hat er sofort Zündung bekommen und mich zum Essen eingeladen. Und dann haben wir getanzt.» «Getanzt auch noch?» wimmerte Bob. «Ja, und dann hat er mich zu einer Autofahrt im Mondschein eingeladen. Mit «Pinky» natürlich, auf die er sehr stolz war. Na — die kennt ja den Rummel schon.» Bob stöhnte laut: «In meiner «Pinky» — in unserer «Pinky»?» «Seiner «Pinky», mein Freund! Denn er hatte doch die Papiere, die fein säuberlich in der rechten Wagentasche steckten, genau so leichtfertig und sorglos wie bei anderen gewissen Leuten. Ach Bob, war das eine himmlische Fahrt! Und der Gute war so verliebt, dass er es gar nicht bemerkte wie der alte Jim uns sachte folgte und wie seine — pardon deine Papiere aus der rechten Seitentasche ganz heimlich in meine geräumige Tasche wanderten. Und dann hielten wir plötzlich vor dem kleinen kosigen Hotel am Beach.» Jetzt hielt es Bob Taylor nicht länger. «Genug — genug» brüllte er. «Erst stiehlt der Gauner meinen neuen Wagen, und dann geht er mit dir in unser kleines süsses Hotel!» Bob schlug die Hände vors Gesicht und weinte. Winny sah ihn spöttisch an, puderte ihr Naschen und fuhr ganz sachlich fort: «Und dann kam Jim und nahm den Burschen fest.» Bob machte kugelrunde Augen. «Und dann?» «Dann hat Jim ihn gleich mitgenommen. Er hatte ja keine Papiere, die ihn ausweisen konnten als Bob Taylor. Und ausserdem wollte er eine wildfremde junge ehrbare Dame mitten in der Nacht in ein verschwiegenes Hotel bringen. Gegen solche Absichten gibt es bei uns keine glaubhaften Papiere,» Winny drückte ihr Köpfchen an Bobs breite Brust. «Und hättest du wirklich im Ernst geglaubt, ich würde —?» Und wieder stand «Pinky» schweigsam und verschlossen eine Nacht vor dem kleinen Hotel am Beach. Lange, lange bis weit in den Montagmorgen hinein. — Penzoldt.