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E_1939_Zeitung_Nr.079

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II

II OberscSienkel-Gymnastik 1. Auf dem Rücken liegend zieht man die Knie an. Die flach auf dem Boden aufstehenden Füsse rutschen in der Längsachse vom Oberkörper weg, bis die Unterseiten der Schenkel auf dem Boden auffallen. Die Uebung muss rasch ausgeführt werden. Durch das Auffallen wird die Blutzirkulation angeregt und unnötiges Fett verschwindet mit der Zeit. Diese. «passivei Uebung kann sehr oft wiederholt werden. 2. Eine viel aktivere Uebung ist folgende: Die Hände werden vorne aufgestützt und die Zehenspitzen der gestreckten Beine stehen am Boden auf. Man springt aus dieser Stellung abwechselnd von einem auf das andere Bein. Einmal wird das linke, einmal das rechte Knie angezogen. Fünf- bis zehnmal. 3. Aus der gleichen Stellung: ein Bein wird gehoben, während die Arme abgebeugt werden. Abwechselnd vier- bis achtmal. Dabei spürt man ein starkes Ziehen in den Oberschenkeln. AUTOMOBIL-REVUE DIENSTAG, 24. OKTOBER 1939 - N° 79 Kleidchen oder als Jacken mit unifarbenen Jupes zusammengestellt worden. Werfen Sie einen Blick in das mit Samt und Silber beschlagene Photoalbum aus Grossmutters Zeiten und es enthüllt sich Ihnen die grosse Aehnlichkeit mit dem kommenden Nachmittagskleid. Bitte, erschrecken Sie nicht, es ist ja nur, wie dazumal, eine harmlose Kaprize. Das schwere Seidenkleid tritt besonders in den Mittelpunkt, bei dem die Taille ausserordentlich lang, die Schultern leicht verarbeitet sind. Drapierungen in reizender Büstenhalterform oder zweireihig vom Hals bis zur Taille ergeben ein Bild der 1885er Made. Um die so gehegte schlanke Linie zur Geltung zu bringen, ist der Rock vorne glatt, aber die Weite ist in die Rückenfront gezogen, wo lustig ein ein- bis zweistöckiges Schösschen baumelt. Schillernder Taffet und Samt wird ganz speziell zur Verwendung gebracht, wieder sehr einfach gehalten. Die Garnitur, welche trotz dieses massiven Materials niemals schwerfällig wirkt, besteht in Quasten, Kordeln oder Fransen. Sollte von dieser Garnierung im Einzelfall abgesehen worden sein, so wird die Komplettierung zu wahrer Eleganz durch ganz neuartigen Coutureschmuck, sei es als Halsband, Brosche oder Gürtelspange in Gold, Silber oder Kupfer geschaffen. Und nun zur Königin des Kleides, zur Abendtoilette: Sie zeigt immer mehr Pracht und Kostbarkeit denn je! Elegante, weiche Samte, reiche Brokate, herrliche Damasses und glänzende Satins sind hierfür die bevorzugten Stoffe. Reich und ausserordentlich gediegen nimmt sich das schwarze grosse Kleid in Samt mit Spitzen oder Taffetgarnitur aus: vorne ein tiefes Decollete in Carreau-Ausschnitt — der Rücken bleibt frei. Auch das enganliegende, figurbetonfe Abendkleid hat sich trotz aller Variationen des weiten Rockes in jeder Kollektion behauptet. Das Winterkostüm verlangt von uns seine besondere Aufmerksamkeit. Durch seinen ausserordentlichen Chick, durch die Verbrämung mit feinsten Pelzen wie Nutria, Silberfuchs und Persianer, wird sich jede Frau aufs Beste angezogen fühlen. Nur ganz weiche, warme und mollige Stoffe sind hierfür verarbeitet worden. Kleine Schösschen, kurz, gerafft oder in Glockenform, ergeben ein Bild von ungeahnter Grazie. Die Linie des Sommerjupes treibt ihr reizendes Spiel auch in den Winter hinein (diesmal ganz besonders in effektvollen Carreau-Dessins, glockig oder in Falten) und wirkt zur unifarbigen Jacke sehr sportlich und jugendlich. Die Bluse, fmmer noch ein beliebtes Requisit zum Kostüm, zeigt sich vielfach in Damasse, Moire, Gros-Grain und duftigem Georgette fn den herrlichsten Farbenzusammenstellungen. Hochgeschlossen ist Trumpf, es ist immer sehr kleidsam und wird deshalb überall Sympathie finden. Natürlich steht die reinseidene Lingerie-Bluse niemals zurück; sie ist klassisch und immer vornehm. Unser unentbehrlichstes Kleidungsstück, der Mantel, hat für Sport und Reise immer noch die flotte Raglanform beibehalten. Reinste Wolle in grossen Carreau-Dessins und engl. Tweeds sind gefragter denn je. Im Röcken sehr weit, nach unten breit fallend, hat sich die Linie des Swaggers noch mehr ausgeprägt. Revers oder auch gar keine, grosse Taschen, beidseitig wuchtig angebracht, ergeben ein Bild von formschöner Einfachheit. Mit diesem sportlichen Mantel sind wir stets gut angezogen und man kann sich heute kaum eine Dame denken, welche ohne ihn in ihrer Garderobe auskommt. Für den Nachmiftagsmantel hat sich die Linie des Sommers zum Winter gewaltig geändert. Diesmal ist die Taille sehr lang und betont, das Unterteil reich in Fülle und Glocken; beide zusammen geben der glücklichen Besitzerin eine effektvolle ' Note von harmonischer Eleganz. Nur allerbeste, weiche Stoffe haben sich hierfür zur Verfügung gestellt, in Schwarz, Rotbroui\ Tannengrün, den herrlichsten Farben de« Herbstwaldes. Edelste Pelze wie Nutria, Persianer, Feh und Silberfuchs zieren reich und kostbar Kragen oder Revers, Taschen und Gürtel. Schluss sieh« Seite V. 4. Mit angezogenen Knien sitzen und das linke Knie mit der rechten Hand anfassen, die Zehenspitzen mit der linken Hand festhalten. Das Bein wird gestreckt und die rechte Hand drückt das Knie gut durch. Dabei darf die linke die Zehenspitze nicht loslassen. Achtmal jedes Bein. Jugendliches Taftkleid, beste Verarbeitung, farbiges Passpoil an Masche, Aermel und Jupe. Schwarz oder marine. Gr. 40—46. Die Mode für Herbst und Winter Wieder einmal mehr haben unsere Modekünstler ihr Bestes zur kommenden Saison hervorgebracht und die Damen werden entzückt sein von all dem Schönen, das sie zu sehen bekommen und wovon wir ihnen nachfolgend eine kleine Uebersicht vermitteln möchten. Für Kleider folgt nach den kurzen, weiten Röcken des Sommers eine geradere Linie. Am Vormittag trägt jede Dame gerne ihr praktisches, kleines Trikot-Kleidchen. Hier sehen wir ein solches in Pastellgrau, einfach in der Linie, Jupe leicht glockig, Bubikragen, Taschen und Gürtelgarnitur in gestärktem Leinen von leuchtendem Rot: wir sehen uns beinahe in unsere Schulzeit zurückversetzt! Die Trikot- Modebericht von Grds. Magasins Jelmoli, Zürich. Industrie hat den Höhepunkt der Technik erreicht und setzt uns mit ihren vielfältigen Mustern sowie Strickarten ins Erstaunen. Denkbar apart wirkt das kleine Kleidchen in leichter, unifarbiger Wolle mit Angora-Haar gemischt oder ein rassiges Streifendessin in den satten Tönen rötlich-brauner Kastanien, auslaufend ins zarteste Grau. Der Schnitt dieses Kleidchens besteht einzig in der originellen Zusammenstellung der Streifen, welche die Verbindung zwischen gediegener Eleganz und harmonischer Linienführung der Trägerin auf die wirksamste Note unterstreicht. Auch grosse und kleine Carreau-Muster werden volle Beachtung finden; sie sind zum Teil als ganze Hübsches Nachmittagskleid aus feiner Qualität Poult-de-Soie, mit reizendem Puffärmel. Modische Glockenjupe mit farbiger Bordüre. — Schwarz oder marine. Gr. 38—44. __ 3050 Elegantes Nachmittagskleid aus bester QualitätMoire-Taft, modischer Schnitt. Kragen und Manchetten aus feiner St. Galler - Spitze. Schwarz, marine oder bordeaux. Gr. 38—44. Haus für Qualitätsware. Zürich

W 79 — DIENSTAG, 24. OKTOBER 1939 AUTOMOBIL-REVUG tlnsec poMschet Jtucztkcicht: S^ltfsam^i* Ki*i^«£ Es liegt ein sonderbares Geheimnis über dem Krieg zwischen Deutschland und Frankreich. Das kürzliche Communique der französischen Heeresleitung, das mit einer Selbstverständlichkeit ohnegleichen den Rückzug der alliierten Truppen in die Ausgangsstellungen meldete, vertiefte dieses Geheimnis noch mehr. Vor allem der Nebensatz, die Okkupation deutschen Gebietes zwischen der Mosel und dem Rhein entbehre strategischer Bedeutung, seitdem die Entlastung der polnischen Truppen illusorisch sei, hat das Rätselraten um das « was nun » noch schwieriger gestaltet. Die deutschen Truppen haben, wie zu erwarten war, nach Beendigung des Feldzugs in Polen die Initiative ergriffen, um dem Feind das ihnen im September entrissene Gebiet wieder abzunehmen. Aber sie sind an der Grenze still gestanden, von einem Sprung auf Vor rund 6 Monaten, am 27. April 1939, hat der Deutsche Fritz Wendel auf einem verr besserten Messerschmidt Bf 109, der durch Entfernung der Waffen erleichtert und durch den Einbau eines Daimler-Benz 1175 PS Motors auf eine maximale Leistungsfähigkeit gebracht worden war, mit einer Geschwindigkeit von 755 km/St, eine neue Weltbestleistung aufgestellt und sich den Titel des « schnellsten Menschen aller Zeiten » erworben. Diese Spitze in der Kurve der absoluten Rekorde bedeutet rund das Zweifache der Geschwindigkeit, mit welcher sich im Jahre 1926 Mario de Bernardi dasselbe Attribut errang, als er seinen Maochi 39 mit 396 km/St über die Kontrollstrecke jagte und damit den begehrten Schneider-Pokal nach Italien zurückbrachte. Diese Verdoppelung mag schon an sich imposant erscheinen; trotzdem gibt sie nur einen schwachen Begriff von den Problemen, die damit verbunden waren und gelöst werden mussten. . Erhöhte Schnelligkeit bedeutet — wie der Automobilist aus früheren Publikationen der «Automobil-iRevue » über die Stromlinie des Personenwagens weiss — nicht eine sogenannte arithmetische, sondern eine quadratische Zunahme des Luftdruckes. Eine verdoppelte Kilometerzahl bringt demnach einen vierfachen Druck auf Rumpfspitze, Flügel und Verstrebungen mit sich. Sie bedeutet ferner neue strategische und taktische Möglichkeiten, deren volle Ausnutzung sich kein verantwortungsbewusster Heerführer entgehen lässt. Und endlich bedeutet sie, dass die Luftwaffe immer mehr in Spezialfahrzeuge gegliedert wird, deren einzelne Aufgaben je länger je enger umrissen sind. Wohl ist das Betätigungsgebiet der Luftwaffe heute grundsätzlich noch dasselbe wie vor 21 Jahren, als zum Waffenstillstand geblasen wurde. Es umfasst, abgesehen vom Dienst hinter der Front: Die Aufklärung über Anmarsch und sonstige Bewegungen des Gegners, über seine Stellungen, taktischen Dispositionen und den Erfolg der eigenen Feuertätigkeit, besonders der Artillerie. Den Bombenwurf auf militärische und die Maginotlinie keine Spür. Das Reich hätte keine territoriale Forderungen an Frankreich und deshalb auch keinen Grund, Frankreich auf seinem Boden anzugreifen, sagt es. Ein wirklich seltsamer Krieg ! Etwas anders sieht es allerdings in der Nordsee aus. Auch wenn es noch zu keinen entscheidenden Seeschlachten gekommen ist, so hat sich doch bereits allerhand ereignet, was mit einem richtigen Krieg etwas zu tun hat. Und zwar für beide Seiten. Probleme des Luftkamples kriegswirtschaftliche Stellungen des Feindes. Den Feuerkampf in der Luft, sowohl zum Schutz des eigenen Raumes als auch im Angriff. Für die führenden Armeen, deren Strategie alle diese Kampfhandlungen umfassen, da sie sowohl offensiv wie defensiv operieren müssen, gibt es heute keinen Flugzeugtyp mehr, der sämtliche Funktionen übernehmen könnte. Wenn hie und da noch sogenannte Mehrzweckflugzeuge gebaut werden, so geschieht dies einfach derart, dass sie sich unter gewissen Umständen ausserhalb ihrer eigentlichen Zweckbestimmungen verwenden lassen, wie z. B. der französische zweimoto- rigre Potez 63, der aas Aufldänmgsmaschine gedacht ist, dazu aber auch noch etwa 400 kg Splitterbomben mitführen kann. Daneben ist aber die Spezialisierung unter dem Druck der Entwicklung bereits so weit fortgeschritten, dass die Art eines Flugzeugs und sein Krieg in der Nordsee, Rahe an der Westfront, das ungefähr wäre das Charakteristikum der bisherigen Ereignisse, die auf die Kriegserklärungen Englands und Frankreichs an Deutschland gefolgt sind. Mehr als sieben Wochen sind seither verstrichen. Auf den Meeren sind bereits unermessliche Werte zerstört, an der Landfront wahrscheinlich keine hundert Soldaten gefallen und kaum mehr als ein Dutzend Flugzeuge vernichtet worden. Es unterliegt keinem Zweifel: der Krieg ist bis jetzt erst auf dem Meer entbrannt. Und es unterliegt ebenfalls keinem Zweifel, dass, vorderhand wenigstens, der Schwerpunkt des Krieges von beiden Seiten in die Nordsee verlegt worden ist. Mag sein, dass in den Hauptquartieren auch für die Landfront grosse Pläne vorbereitet in den Schubladen der Generalstäbler liegen. Nach den bisherigen Ereignissen und nach den Communiques zu schliessen hat Frankreich keine Lust, gegen den deutschen Westwall anzurennen und Deutschland keinen Grund — und wahrscheinlich ebenfalls keine Lust —, die französische Grenze zu überschreiten und die Maginotlinie zu erstürmen. Ziel abzuwerfen. In ihren Aufgabenkreis fält ferner die Bekämpfung der Aufklärungs- sowie der Sturzkampfflugzeuge. Um den verschiedenartigen Anforderungen gewachsen zu sein, wird von ihnen hohe Geschwindigkeit, hervorragendes Steigvermögen, grosse Wendigkeit und möglichst schwere Bewaffnung verlangt. Es versteht sich von selbst," dass es schwierig ist, allen diesen Anforderungen gerecht zu werden, weil der Fortschritt in einer Richtung, z. B. in der Bewaff- Es sieht in der Tat fast so aus, als ob man auf der Seite der Alliierten alles auf dieSturzkampfflugzeug (Hs 123), gedrungener, äusserst stabiler Bau, um ein rasches Auffangen zu ermöglichen. Blockade setzt, währenddem deutscherseits der Wille besteht, diese Blockade zu brechen, unter dem Einsatz aller maritimer und aeronautischer Kräfte mit ihr fertig zu werden. strassen, Waffeniabriken usw. zu zerstören und wenn möglich bereits den Aufmarsch der gegnerischen Armee zu desorganisieren. Diese Aufgabe übernehmen die Bomber oder wie sie nun genannt werden, die Kampfflugzeuge (man verwechsle diese nicht mit den Jagdmaschinen !), von denen zwei in Bauart und Angriffsweise grundverschiedene Arten verwendet werden. Die eigentlichen Kampfflugzeuge führen die Bomben in grosser Stückzahl und in einem Totalgewicht von oft mehr als drei Tonnen mit sich. Entsprechend dieser bedeutenden Nutzlast sind si© stark dimensioniert, bemannt und bewaffnet. Fast immer sind sie als zweimotorige Eindecker gebaut, haben eine Flügelspannweite bis zu 25 Metern, eine vierköpfige Besatzung, bestehend aus Pilot, Beobachter, Funker und Mechaniker, und eine Bewaffnung von drei Maschinengewehren, wovon eines in der Nase montiert ist, das zweite über dem Rumpf auf einem Drehkranz sitzt, und das dritte durch eine Bodenluke nach unten zielt. nung, meistens mit einem Nachteil in einer andern verknüpft ist. Die Entwicklung, die besonders auf dem Gebiete des Jagdflugzeuges im Laufe der letzten Jahre erzielt worden ist, findet eine Parallele nur noch in derjenigen während des Weltkrieges, als alle Kräfte der Kriegführenden darauf gerichtet waren, die Möglichkeiten der damals noch jungen Waffe voll auszunützen. Wenn heute serienweise hergestellte < Jäger» wie der britische «Spitfire » noch auf 5500 Meter Höhe eine Spitzengeschwindigkeit von 563 km/St erreichen, oder der Hawker-Hurricane innert 6 Minuten auf 4500 m Höhe hinaufklettert, oder der Messerschmidt HO bei einer Motorenleistung von 1360 PS eine «Spitze» von 600km/ St. und eine maximale Steighöhe von 9000 m besitzt, so charakterisiert dies nicht nur den Fortschritt in der Konstruktion, sondern ebenso denjenigen in der Schaffung neuer Materialien. Die Leistungen an Geschwindigkeit Fernsicht. Seiner grossen Ausmasse wegen ermangelt es der Aufgabenkreis auch für den Laien aus der Wendigkeit eines kleineren Appara- Form ersichtlich sind. tes < obschon auch es eine Spitzengeschwin- Die Aufklärungsarbeiten besorgt digkeit von über 400 km/St, aufweist. Natürdas Aufklärungsflugzeug, das meist mit zwei ist es in starkem Masse den Angriffen Jagdflugzeug (Dewoitine 520), äusserst rasch, -wen- Iich der Mann, dem Flugzeugführer und dem Beob- gegnerischen Flieger ausgesetzt, wesachter besetzt ist (in der deutschen Wehr- seine n Flügen immer durch dig und steigfähig. Fahrgestell während des Fluges ha5b es auf eingezogen. macht heissen sie seit Jahrzehnten einfach schnelle Jagdflugzeuge begleitet und geusw. bedeuten ja nicht nur, dass sie im ungestörten Gradflug erzielt werden können, «Franz und Emil»). Die wichtigsten Zube- schützt wird. Seine Abwürfe müssen aus höre, die sie mit sich führen, sind der grosser Höhe erfolgen, damit es möglichst sondern dass Bauweise und Material ebenfalls jene Akrobatik gestatten, die der Be- Photoapparat zur Aufnahme des feindlichen d «m Bereich der Flakgeschütze entgeht, de- Gelandes, eine Funkemrichtung, welche die nen es mit seiner stabilen Flugweise ein sehr schauer staunend bewundert und deren vollendete Beherrschung im Luftkampf über schnellste Auswertung der Beobachtungen gutes Ziel bietet, durch den Leiter der Operationen ermöglicht, In einer andern Weise operiert der Sturzsowie ein Maschinengewehr zu Verteidi- kampfflieger. Er wird dort eingesetzt, wo es Sieg und Niederlage, Leben und Tod entscheidet. Der unvermutete Ueberfall, wie ihn gungszwecken. Alle drei werden durch den gilt, ein Ziel von ganz beschränktem Umdie Jagdflugzeuge pflegen, indem sie den Beobachter bedient. Diese Kategorie Flug- kreis zu treffen. Mit relativ kleiner Bombenzeuge ist leicht und schnell, ein- oder zwei- last pirscht er sich in grosser Höhe an das Feind aus Wolken, Nebel oder der Sonnenblendung heraus angreifen, sind undenkbar, motorig, als sogenannte Tief-, Hoch- oder Objekt heran, wirft sich plötzlich im Sturzals Doppeldecker gebaut. Im heutigen « Blitz- flug auf das Ziel, fängt den Apparat kurz solange die Zerreissfestigkeit des Materials keine maximale Ausnutzung der Leistungsfähigkeit zulassen. Man vergegenwärtige sich krieg », dessen Grundlage die rasche Beweg- über dem Erdboden ab und lässt gleichzeilichkeit aller Truppenmassen bildet, ist ihre tig seine Bomben fallen. In wenigen Sezuverlässige Arbeitsweise besonders wich- künden ist er dem Blick wieder entschwun- einmal, welchen Druck die Flügel und Verspannungen aushalten müssen, wenn bei tig, weil sie oft die einzigen Nachrichten- den. Natürlich erfordert diese Kampfweise, einem Angriff auf ein Kampfflugzeug plötzlich ein « Knicks » in der Flugrichtung not- quellen sind, deren Auskünfte innert weniger bei der vor dem Auffangen Endgeschwin- Sekunden bei der Gefechtsführung eintreffen, digkeiten bis zu 500 km/St, erreicht werden, wendig wird, der die Maschinengewehre im Der Bombenabwurf hat ebenfalls eine sehr leichte Manipulation, weshalb die Propellerfeld und die Schnellfeuerkanonen in seine volle Bedeutung erst durch die « neue Maschine kurz und gedrungen gebaut ist. den Flügeln genau in die Richtung des Gegners bringen sollen. Erst solche Situationen Strategie» erlangt, oder—richtiger —wurde Die Jagdflugzeuge endlich sind die durch diese letztere überhaupt erst ermöglicht. Polizisten der Luft. Sie haben vor allem zeigen, wie vielfältig die zu lösenden Probleme waren und immer noch sind, je weiter In Verbindung mit dem « überraschenden An- dafür zu sorgen, dass der Luftraum für die griff » beschränkt sie sich nicht mehr darauf, Tätigkeit der andern Flugzeugarten verfügden Feind von der Front her anzugreifen, son- bar bleibt. Sie stellen die Jagdhunde dar, die Leistungen gesteigert werden müssen. dem sucht ebensosehr seine rückwärtigen, welche auf die herannahenden Kampfflugempfindlichen Stellen wie Kasernen, Flug- zeuge gehetzt werden und diese daran hin- Auch die Führung einer Maschine, die pro Sekunde bis 170 km/St, zurücklegt, stellt unendlich grössere Anforderungen, als dies bei plätze, Eisenbahnverbindungen, Verkehrs- dem, die Bombenlast über dem gewählten einer langsameren der Fall ist. Wenn auch die Auswahl der zum Flugdienst zugelassenen jungen Leute sowohl in körperlicher wie psychischer Richtung mit grosser Sorgfalt geschieht^ so bildet die Frage der Flugzeugführung doch jenes Problem, das je länger je schwieriger zu lösen ist. Bereits gibt es Maschinen, die nur wenige, besonders geeignete und erfahrene Piloten voll auszunützen vermögen — in ähnlicher Weise wie aus den Kampfflugzeug (Do 215) zwecks Erreichung grosser Nutzlast und hoher Geschwindigkeit stabil und schlank gebaut. Fahrgestell eingebogen. Schluss Seite IV.