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E_1939_Zeitung_Nr.085

E_1939_Zeitung_Nr.085

BERN, Dienstag. 5. Dezember 1939 Nummer 20 Cts. 35. Jahrgang — No 85 ERSTE SCHWEIZERISCHE AUTOMOBIL-ZEITUNG Zentralblatt für die schweizerischen Automobil- und Verkehrsinteressen ABONNEMENTS-PREISE: Ausgabe A (ohne Versicherung) halbjährlich Fr. 5.-, Jährlieh Fr. 10.— Ausland mit Portozuschlag, wenn nicht postamtlich abonniert Ausgabe B (mit gew. Unfallversich.) vierteljährlich Fr. 7.50 Ausgabe C (mit Insassenversicherung) vierteljahrlich Fr. 7.75 Erscheint Jeden Dienstag REDAKTION u. ADMINISTRATION: Breitenrainstr. 97, Bern Telephon 28.222- Postcheck III414 -Telegramm-Adresse: Autorevue, Bern Geschäftsstelle Zürich: Löwenstrasse 51, Telephon 39.743 INSERTIONS-PREIS Die aehtgespaltene 2 mm hohe Grundzelle oder deren Raum 45 Rp. Grössere Inserate nach Spezialtarif iMeratensehluM 4 Tage vor Erseheinen der Nummer Zahlen um das Auto Das Statistische Jahrbuch der Schweiz bringt in seinem reichen Tabellenmaterial alljährlich auch eine Fülle von Zahlen über den schweizerischen Motorfahrzeugverkehr in seinem weitesten Begriffe. Auch in der soeben erschienenen Ausgabe für 1938 finden wir über diesen wichtigen Zweig der schweizerischen Volkswirtschaft und des schweizerischen Verkehrswesens zahlreiche Seiten gewidmet, aus denen wir im folgenden ein paar Zahlen oder Uebersichten herausgreifen wollen. Wenn dabei einzelne Angaben sich auf das Jahr 1938, andere jedoch auf 1937 beziehen, so handelt es sich immer um die neuesten Zahlen, die überhaupt erhältlich' sind, wobei festgestellt werden darf, dass die schweizerische Statistik im Vergleich zur ausländischen an Promptheit nichts zu wünschen übrig lässt und sie recht oft überflügelt. DER FAHRZEUGBESTAND. Im Jahre 1938 sind in der Schweiz folgende fabrikneuen Fahrzeuge in Verkehr gesetzt worden : Personenwagen 9 677 Lastwagen und Autobusse 1226 Traktoren 38 Motorräder 808 Motorfabrzeuge insgesamt 11749 Diese Zahlen übersteigen jene des Vorjahres 1937 in allen Kategorien, und zwar für das Total der Motorfahrzeuge um 1118 Fahrzeuge oder 10,5 Prozent, für die Personenwagen allein um 988 Stück oder 11,4 Prozent, für die Lastwagen und Autobusse um 48 Vehikel oder 4,1 Prozent und selbst für die Motorräder um fast ein Zehntel. Die Gliederung des Motorfahrzeugbestandes nach Arten und Kantonen bzw. grösseren Städten verdient gewiss eine etwas einlässlichere Darstellung und bildet daher mit Recht den Gegenstand einer etwas umfangreicheren Uebersicht, wobei wir die Motorräder in diesem Zusammenhang ausser acht lassen dürfen. Wertvoll, besonders im Hinblick auf die militärische Verwendbarkeit der einzelnen Vehikel, ist die Gliederung der Motorfahrzeuge nach ihrem Alter, wie sie aus folgender kleiner Tabelle hervorgeht. Motorwagen nach Herstellungsjahr auf Ende September 1937: Herstellungsjahr Personenwagen Autobusse, Last- und Lieferungswagen abs. Prozent- abs. Prozent- Zahl Verteilung Zahl Verteilung vor 1916 17 0,2 124 0,7 1916—1925 2 262 3,1 2 420 12,8 1926—1930 17 724- 24,7 7 362 38,8 1931—1937 51534 72,0 9 076 47,7 Total 71537 100,0 18,982 100,0 Während also von den Personenwagen etwas mehr als ein Viertel über etwa sieben Jahre alt ist, sind von den Nutzfahrzeugen über fünfzig Prozent so alt. Unter Motorfahrzeugbesitzern und in anderen Kreisen wird viel über die nationale Zusammensetzung des schweizerischen Autoparkes, also um die HERSTELLUNGSLÄNDER DER IN DER SCHWEIZ STEHENDEN VEHIKEL gerätselt, und dies schon aus dem Grunde, weil die Herkunft des «Rollmaterials» unseres Strassenverkehrs sehr viel über die Intensität unserer Wirtschaftsbeziehungen zum Ausland aussagt. Ein sehr grosser Teil vor allem unserer Personenwagen stammt ja aus dem Ausland und belastet daher die schweizerische Handels- und Zahlungsbilanz mit gewaltigen Einfuhrbeträgen. Auch diese Frage beantwortet das Statistische Jahrbuch 1938, und wir erstellen aus der betreffenden Tabelle die nachfolgende Uebersicht: Motorwagen nach Herstellungsland auf E-de September 1937: Personenwagen Last- und Lleterungswafen Herstellungsland ab». Prozent- abs. Prozent- Zahl Verteilung Zahl Verteilung CH 279 0,4 5 227 27,6 13 679 19,1 .1519 8,0 11519 16,1 2 228 11,7 12 047 16,8 1509 7,9 4916 23 084 1013 6,8 39,2 1,4 1369 7009 121 7,2 37,0 0,6 GB US Uebrige Total 71537 100,0 18,982 100,0 Vom schweizerischen Standpunkt aus wird der Leser natürlich zuerst feststellen, dass der Anteil schweizerischer Erzeugnisse an unserem Personenwagenbestand nunmehr auf weniger als ein halbes Prozent gesunken ist, nachdem die letzte einheimische Fabrik schon vor vielen Jahren ihre Tätigkeit eingestellt hat; mit um so grösserer Befriedigung wird er jedoch vermerken, dass wir zum Nutzfahrzeugpark des Landes ein starkes Viertel an bodenständigen Erzeugnissen von gutem Namen beisteuern. Uefoe tragend ist mit gegen vierzig Prozent bei beiden .Fahrzeugkategorien der Anteil der Vereinigten Staaten. Auch über den ANTEIL DER EINZELNEN MARKEN gibt uns das Handbuch der schweizerischen Statistik erschöpfende Auskunft. Doch wir müssen uns mit der folgenden kleinen Kostprobe aus diesem interessanten Markenkatalog begnügen: An den zwanzig am schweizerischen Personenwagenbestand von 1937 am stärksten vertretenen Marken sind beteiligt: Deutschland mit 4 Marken und 11 709 Wagen Frankreich Grossbritannien Italien Vereinigten Staaten 3 8 948 12 2 240 11273 10 » 22 675 Das Mass der Motorisierung eines Landes wird heute regelmässig durch die sogenannte Motorfahrzeugdichte gekennzeichnet. Auch diese Kennziffer hat das Eidgenössische Statistische Amt bis auf das Jahr 1938 fortgeführt. Sie betrug damals 43 Einwohner pro Motorwagen und 34 EINWOHNER JE MOTORFAHRZEUG einschliesslich Motorrad, dort zwei, hier einen Einwohner weniger als im Vorjahr. Zwei sehr interessante Tabellen dehnen die schweizerische Motorfahrzeugstatistik auf ein bisher nicht beackertes Gebiet aus. Sie setzen die nach Motorstärke gegliederten Vehikel in Beziehung zum Beruf des Fahrzeughalters und ermöglichen damit interessante Vergleiche, die bei den Personenwagen vor allem Aufschlüss über die soziale Lage und die Lebensweise der einzelnen Berufsstände geben, bei den Nutzfahrzeugen aber begreiflicherweise vor allem die betriebstechnischen Notwendigkeiten der ein-Züriczelnen 13 454 199 2 579 1820 18 052 Gewerbe zum Ausdruck bringen. Hier ein paar Proben: Prozentverteilung der Personenwagen nach Motorstärke je Beruf des Halters 1937. Ausgewählte Berufe. Motorstärke in PS Unter 6-10 11-15 Ueber Total Landwirtsch. Betriebseigentümer u. -leiter Metzger Textilindustrielle und Direktoren Betriebsinhaber u. Direktoren des Bank- u. Versicherungswesens 2,3 Reisende u. Vertreter 18,8 Personenwagen überhaupt 12,5 Prozentverteilung nach Motorstärke Ausgewählte Erwerbszweige Gartenbau Bäckerei, Konditorei Bierbrauerei Gewinnung von Steinen Frauen stellen „ihren Mann" der Last- und Lieferungswagen je Erwerbszweig des Halfers 1937. Motorstärke in PS Unter 11-15 16-2021-35 Ueber Total 11 35 33,9 24,2 •38,1 3,8 — 100,0 Zürich Basel Genf 54,0 17,7 26,3 2,0 — 100,0 Bern 3,2 13,4 27,8 41,2 15,5 100,0Lausanne 6,9 10,0 21,8 35,3 26,0 100,0 8 245 104 1520 1107 10976 4017 41 938 525 5 521 6 629 60 690 478 7 857 3 268 74 469 292 4103 2 812 27 418 198 3 455 Sicherstellung des privaten Autotransportwesens trotz Requisition Die Mittel dazu ? Anschaffung von Lastwa gen durch die Armee und Beschleunigung des Kaufs armeetauglicher Lastfahrzeuge durch Private. Die Via Vita hat dem Bundesrat folgende Eingabe unterbreitet : Die Vereidigung der Teilnehmerinnen am Einführungskurs für Rotkreuzfahrerinnen (Weitere Bilder und Text Seite 4.) Ausgewählte Erwerbezweige Im Interesse des Landes verlangt die Via Vita: Motorstärke in PS Unter 11-15 16-20 21-35 Uebor Total 11 35 Milch- und Käsehandel 41,5 12,8 31,9 10,4 3,4 100,0 Spedition«- und Transportgewerbe 3,8 8,6 39,8 23,1 24,7 100,0 Schweiz 74 923 1728 13 283 7 461 97 395 (Schluss folgt.) dien zur Förderung und Rationalisierung des S'trassenverbehrs hat als Spitzenorganisation der am Motorfahrzeugverkehr interessierten Verbände Unsere Zentralstelle für Erhebungen und Stu-im Herbst 1938 unter dem Titel «Heeresmotorisierung» eine Broschüre veröffentlicht, in der auf Grund eingehender Zahlen und Statistiken dargetan wurde, in welch schwierige Lage unsere Wirtschaft und die Landesverteidigung kommen müssten, wenn die damaligen Bestrebungen für die Einschränkung des motorischen Güterverkehr.» j.uf der Strasse Erfolg haben sollten. ^Es wurde auch darauf hingewiesen, welche Folgen die frühere Steuerpolitik und die Behelligungen hatten, die darauf hinzielten, die Beförderung von Personen und Gütern mit Motorfahrzeugen einzuschränken. Im Dezember 1938 fand eine Besprechung mit Herrn Generalstaibscbef J. Labhart statt, der für Basel. Last- u. Lieferungswagen überhaupt 20,5 14,9 35,6 16,0 8,0 100,0 Motorfahrzeugbestand Ende September 1938. Ktntona Personen- Auto- Last- Sonstige SUdti wagen busse wagen ab Nutzsamt aus-1000 kg fahr- Tofal wechselt). Nutzlast zauge Wagen Bern 11448 287 1677 983 14 395 Luzern 2 774 108 588 349 3 819 Uri 166 17 54 19 256 Schwyz 581 17 158 57 813 Obwalden 160 20 45 23 238 Nidwaiden 195 5 45 9 254 Glarus 421 6 73 41 541 Zug 525 3 100 47 675 15 Freiburg 1725 46 330 147 2 248 Solothurn 2183 82 394 222 2 881 6,7 46,5 31,4 29,6 21,7 19,1 1000 Baselstadt 4 232 41 961 540 5 774 5,2 33,8 100,0 Baselland 1649 31 419 197 2 296 Schaffhausen 771 25 172 83 1051 5,0 23.5 21,5 50,0 100,0 Appenz. A.-Bh. 615 35 93 79 822 Appenz. I.-Rh. 45 4 19 12 80 St. Gallen 3 421 105 685 394 4 605 22,7 41,6 19,9 19,7 55,3 19,7 100,0 Graubünden. 1168 70 216 108 1562 100,0 Aargau 3 770 76 685 239 4 770 Thurgau 2 270 51 375 240 2 936 Tessin 2652 131 697 359 3 839 37,8 21,4 29,3 100,0Waadt 7 950 173 1190 531 9 844 Wallis 900 96 337 67 1400 Neueaburg 2 422 46 403 201 3 072 Genf 9 426 64 988 694 11172 In dieser Nummer Vorschläge des Autogewerbes für Neuregelung der Verkehrssteuern. Immer wieder Vorstösse gegen die kant. Verkehrssteuern. Die Toten der Rennsaison 1939. Unsere Armee erhält Rotkreuz- Fahrerinnen. Vorsicht Glatteis! Beilage: