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E_1939_Zeitung_Nr.085

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OPEL CHEVROLET PEUGEOT

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BERN, Bienstag, 5. Bezember 1939 Automobil-Revue - II. Blatt, Hr. 85 Wer ist verrückt ? Korporal Moor schreitet erregt durch die halbdunkle Wachstube des Polizeipostens Süd und diktiert. Er spricht viel zu laut für den Polizeimann Mächler, der verschlafen am Stehpult lehnt und mit gleichgültiger Stimme die Worte wiederholt, die er ins Meldeheft einträgt. «Die zwei Meldungen widersprechen sich*, sagt der junge Korporal hastig, als Mächler seine Arbeit beendet hat und den Federhalter gewandt hinter die fleischige Ohrmuschel schiebt, «lesen Sie mir die beiden Berichte nochmals vor!» Mächler wirft seinem Vorgesetzten einen langen Blick zu, mit dem er ihm zu verstehen geben will, dass er diese Wiederholung für überflüssig hält, dann schneuzt er sich laut und beginnt dann zögernd: «13. April 1937, 0050 Uhr. Tel. Meldung von Dr. med. Klaus Juchler, Spezialarzt für Nervenkranke, Weineggweg Nr. 18. Dr. Juchler teilt mit, er sei vor einer halben Stunde von seinem Patienten Hellmut Rubi ernstlich bedroht worden. Rubi sei nach dem Gutachten mehrerer Sachverständiger als gemeingefährlicher Geisteskranker zu betrachten. Er müsse sich auf irgendeine Weise der Aufsicht entzogen haben, denn er sei völlig überraschend in der Wohnung Dr. Juchlers erschienen, der sich nur mit äusserster Anstrengung seiner Angriffe habe erwehren können. Der wahnsinnige Rubi sei dann, nur mit Unterkleidern dürftig angezogen, mit einem Sprung durch das offene Fenster der Erdgeschosswohnung geflüchtet. Rubi soll mittelgrosse, eher schmächtige Figur haben. Haare schwarz, Hornbrille.» Mächler gähnt laut und fährt dann fort! «13. April 1937, 01.15 Uhr. Telephonische Meldung von Dr. med. Klaus Juchler, er sei soeben in seiner Wohnung am Weineggweg Nr. 18 überfallen und beraubt worden. Sein ehemaliger, schwer geisteskranker Patient Hellmut Rubi habe ihn plötzlich überfallen und mit einem Messer in der Hand gezwungen, sich zu entkleiden. Der Verrückte, der nur ein Pyjama anhatte, zog die Kleider Dr. Juchlers sofort an und führte sich dann so auf, wie wenn er zu Hause wäre. Dr. Juchler behauptet, er habe sich — nur mit Unter- Wäsche bekleidet — schliesslich durch das Fenst retten können. Er telephoniere von einer öffeAt-< liehen Sprechstation aus und sei auf dem Vjfege zum Posten.» Mächler klappt das Heft zusammen und 1 gähnend: «Schluss.» «Sie haben gut gähnen», meint der Korporal unsicher, «was s6U ich nun tun? Die beiden Meldungen widersprechen sich!» «Das haben wir soeben festgestellt!» erwidert Mächler überlegen. «Wir müssen etwas unternehmen, Korporal! Soll ich nach dem Weineggweg fahren?» Korporal Moor zögert. Er verwünscht im stillen alle Dienstvorschriften, in denen ja doch nichts von derartig verzwickten Fällen steht. Einmal telephoniert Dr. Juchler, er sitze daheim und der Verrückte sei entflohen, das andere Mal telephoniert Dr. Juchler, er selber habe fliehen müssen, und der verrückte Rubi sitze in der Wohnung am Weineggweg. Welcher ist Dr. Juchler, und wer ist der Geisteskranke? Ist etwa der Arzt plötzlich selber wahnsinnig geworden? Sitzt Dr. Juchler in der Wohnung oder der Verrückte? Korporal Moor zögert immer noch. Wenn der Chef wüsste, wie sein jüngster und sonst so zuverlässiger und rasch entschlossener Korporal in der Wachtstube auf und ab schiesst und im stillen alle Vorgesetzten verwünscht, die ihm für solche Fälle Verhaltungsmassnahmen erteilten — Moor beginnt zu schwitzen. «Wir holen uns die beiden Vögel einfach hierher, dann werden wir schon herauskriegen, welcher wirklich verrückt ist!» schlägt Mächler grinsend vor. Moor überlegt immer noch. Wenn er Mächler an den Weineggweg schickt, dann sind alle drei Mann, des Postens unterwegs, und er sitzt als Postenchef hilflos und allein da. Bestimmt wird während dieser Zeit eine alte Jungfer anläuten, weil ihre Katze noch nicht heimgekehrt ist, oder gar Meiers im nächsten Block, die wieder einmal nicht schlafen können, weil im «Steinböckli» nebenan Freinacht ist. Was wird er dann tun? Er kann doch nicht auch noch davonlaufen und den Posten unbesetzt lassen! «Lachen Sie nicht so einfältig!» schreit er den Polizeimann an. «Nehmen Sie sofort mein Motorrad und fahren Sie den Patrouillenweg des Gefreiten Jenny in umgekehrter Richtung ab. Sobald Sie Jenny erreichen, muss er seine Streife abbrechen und mit Ihnen nach dem Weineggweg fahren. Verstanden?» WM TfiFKT HFHFIV Die Alandsinseln und Finnland Ein historisch politischer Rückblick und Ausblick Von den Inselgruppen, deren Abtretung Russland von Finnland fordert, ist die wichtigste die Gruppe der Alandsinseln. Welche Zumutung deren Abtretung für Finnland bedeuten würde, dafür könnten die Finnen den Russen das Wort der russischen Unterhändler von 1809 entgegenhalten: «Finnland behalten und Aland aufgeben, wäre dasselbe, wie einen Koffer haben, von dem man den Schlüssel weggegeben hätte.» Ein historischer Rückblick auf die 500 Jahre, die wir das politische Schicksal der Alandsinseln zurückverfolgen können, zeigt sie immer mit Finnland verbunden. Sie gehörten im Mittelalter kirchlich zum finnischen Bistum Abo und politisch zu den finnischen Aemtern Abo und Björnborg. Die Inseln wären schwedisch, solange ganz Finnland zu Schweden gehörte. Sie dienten den Russen zweimal als Operationsbasis gegen Schweden, indem jene 1714 und 1742 über das zugefrorene Meer zwischen der finnischen Küste und Aland gingen, um von deren Hauptinsel aus das Alandshaff nach Stockholm zu überschreiten. Aber sie trauten beide Male der Tragfähigkeit des Eises auf diesem Haff nicht und drehten wieder um. Interne nordische Vorgänge. In die europäische Politik tritt die Alandfrage 1808, als es sich darum handelte, die Zusage, die Napoleon in Tilsit dem Kaiser Alexander von Russland auf den Besitz Finnlands gegeben hatte, zu verwirklichen. Es zeigt sich hier eine interessante Parallele zwischen dem Vorgehen Hitlers und Napoleons. Beide wollen die Russen gegen die Westmächte ausspielen; was Hitler jetzt den Russen geboten, ist bekannt, Napoleon gab den Russen freie Hand von Schweden bis zu den Ionischen Inseln und Malta. Gustav IV. von Schweden hatte sich geweigert, sich dem Kontinentalsystem anzuschliessen und gemäss den Verträgen über die bewaffnete Neutralität von 1780 und 1800 die Ostsee für die englische Flotte zu sperren. Da gab Napoleon Schweden den Russen preis. Sie fielen zunächst in Finnland ein, das trotz tapferer Gegenwehr der russischen Uebermacht erlag. Dann gingen sie wieder über das Eis nach Aland und wollten von dort, wie in den beiden vorgenannten Kriegsjahren, direkt auf Stockholm stossen, aber wiederum trauten sie der Tragfähigkeit des Eises nicht. Als das Meer eisfrei geworden war, landeten die Schweden auf Aland, die Aländer Bauern erhoben sich, und vereint warfen sie die Russen ins Meer. Diese kamen allerdings mit verstärkter Heeresmacht zurück und eroberten im März 1809 Aland endgültig. Auf den Friedensverhandlungen zu Fredriksham gaben die schwedischen Bevollmächtigten das übrige Finnland verloren, kämpften aber aufs energischste dafür, dass Aland sowie der ganze schwedische Teil von Westerbotten bis an den Kemifluss bei Schweden verbliebe. Die Russen erwiderten mit dem oben zitierten Bilde vom Koffer und Schlüssel. So fiel Aland mit Finnland an Russland, Bernadotte, an dessen Wahl zum König von Schweden sich die Hoffnung auf Rückerwerb Finnlands geknüpft hatte, brachte die Rückübertragung der Alandsinseln zur Sprache, allein der Erwerb Norwegens war ihm wichtiger, und so Hess er, als er dieses erreicht hatte, die Alandforderung um so mehr fallen, als er, der Neuling auf dem Thron, sich in seiner ganzen Politik an Kaiser Alexander von Russland, «den Hort der Legitimität», anlehnte. Aber die schwedischen Sympathien für Russland wandelten sich wieder in Misstrauen, als dieses anfragte, ob man geneigt sei, ihm die Insel Gotland abzutreten. Als vollends 1834 die Russen Bomarsund auf Aland befestigten, antwortete Schweden mit Erbauung der Zitadelle von Waxholm. Schon vor Ausbruch des Krimkrieges bot England das finnische Land und damit auch Aland Schweden an, um es in die Koalition gegen Russland einzubeziehen. Am 27. Februar 1855 brachte die «Times» eine Korrespondenz aus Stockholm, worin es heisst, es sei für jeden aufgeklärten Kopf offensichtlich, wie das Gleichgewicht Europas und der künftige Friede der Welt die gleiche Gefahr liefe von seiten der Ostsee wie der Donaumündungen. Dieser Artikel soll von König Oscar von Schweden inspiriert gewesen sein. Aber Regierung und Parlament Schwedens wollten sich in keinen Krieg verwickeln lassen. Da die unerfüllten Eroberungswünsche nichtsaturierter Völker immer die gleichen bleiben, ist es vielleicht für die zukünftigen Pläne Stalins interessant, daran zu erinnern, dass das weitsichtige Albion damals mit einem Vorstoss der Russen aus der Ostsee in den Atlantischen Ozean rechnete und im Juli 1855 Helgoland als Kriegshafen zu befestigen begann. Die Befestigungen, welche die Russen bei Bomarsund auf Aland angelegt hatten, erwiesen sich als so starkes Hindernis für die englische Flotte, dass diese sich bereits im Jahre 1854 zu einer Belagerung entschloss, die mit der Eroberung und Zerstörung der Werke endete. Vergeblich aber boten England und Napoleon III. die Alandsinseln erneut Schweden an, um es zum Miteintritt in den Krieg zu bewegen. Erst als einerseits Sebastopol im September 1855 gefallen war, anderseits die Russen Gotland bedrohten und Abtretung des Varanger Fjords verlangten, gelang dem eigens nach Stockholm gesandten Marschall Canrobert der Abschluss des Vertrages vom 21. November 1855. Dieser versprach Schweden den Schutz der beiden Westmächte gegen jede Antastung seines Gebietes durch Russland. Die Times (vom 21. Dezember 1855) aber begrüsste diesen Vertrag, weil durch ihn «zwischen dieser habgierigen Macht und dem Ziel seines heissesten Begehrens — dem Atlantischen Ozean — eine, wie wir hoffen dürfen, unübersteigbare Schranke aufgebaut ist.» Im Pariser Friedensvertrag von 1856 heisst es über die Alandsinseln: «Sa Majeste l'empereur de toutes les Russies, pour repondre au desir qui lui a ete exprime par leurs Majestes l'empereur des Fran?ais et la reine