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E_1940_Zeitung_Nr.002

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Zylinderkopfpackungen

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BERN, Dienstag, 9. Januar 1940 Automobil-Revue - II. Blatt, Nr. 2 Kasputins Tod Rasputin Land. Im Minengebiet entstehen Eisenbahnen; Städte und Dörfer (Johannesburg) schiessen aus dem Boden hervor. Während protestantische Missionare sich für den Schutz der Eingeborenen einsetzen (Livingstone besonders) und dabei von menschlich gesinnten Engländern im Mutterland unterstützt werden, setzt sich in England selbst die Annexionspolitik durch. In einem siebenjährigen Kriege werden die Kaffernstämme bezwungen (1846/53), 1868 folgt das Basutoland, das die Kapkolonie mit Natal verbindet, 1871 das Griqualand, das durch die Entdeckung von Diamantenfeldern (Kimberley) plötzlich Bedeutung erlangt, 1885 das Betschuanaland, 1877/79 das Land der Zulu zwischen Transvaal und der portugiesischen Kolonie Mozambik. Der Engländer Cecil Rhodes hat 1889 eine Südafrikanische Gesellschaft nach dem Muster der erprobten Ostindischen Kompagnie gegründet. Diese Gesellschaft beutet mit Unterstützung der englischen Regierung die Gebiete im nördlichen Transvaal bis zum Sambesibecken aus. 1890 kommt es zur Gründung von Rhodesia. So sind nun die Burenrepubliken überall von englischen Besitzungen eingerahmt. Rhodes wünschte nun, ganz Südafrika unter englische Oberhoheit zu stellen. Dieses Ziel aber stösst auf den heftigsten Widerstand der Buren. In der Republik Transvaal stehen sich Buren und Uitlanterrain. Es war sehr geräumig und hatte Fli/sen aus Granit, eine niedrige, gewölbte Decke/und steinerne Mauern, die einen Geruch von Feuchtigkeit ausströmten. / Um Mitternacht erschienen der Grossfürst tjfi mitri Pawlowitsch, Suchotin, Purischkewitsch und Lazavert, Yussupow Hess sie in den Essraum hinuntersteigen. Im Kamin brannte ein helles Feuer. Die Laternen verbreiteten ein mildes Licht. Auf dem reichgedeckten und mit Kuchen beladenen Tisch summte leise ein Samowar. Auf einer An- Am 16. Dezember stand Rasputin in guter Laune auf. Er war sogar lustig, ging in die Kirche und dann in ein Badeetablissement, stets in Begleitung seiner Bewachungsbeamten. Als er wieder zu Hause war, verfiel er bald wieder in seine trübsinnigen Gedanken. Unbekannte Personen benachrichtigten ihn am Telephon, dass er ermordet würde. Auch wurde ihm mitgeteilt, dass der Offizier Chakadse, dem er die Hand seiner ältesten Tochter verweigert hatte, versucht habe, sich das Leben zu nehmen. Schliesslich bekam er noch eine ganze Reihe anonymer Briefe, die voller Beleidigungen und Drohungen gegen ihn, Annuschka und seine Familie waren, • Vom Mittagessen an begann er zu trinken. Er Hess sich eine Kiste Madeira bringen und trank ein Glas nach dem anderen, bis er betrunken war. Um acht Uhr erschien die Wyrubowa und brachte ihm ein kleines hölzernes Heiligenbild mit, das die Zarin für ihn aus Nowgorod mitgebracht hatte. Auf der Rückseite des Heiligenbildes standen die Namenszüge der Zarin und aller Kinder. Der Wyrubowa erzählte Rasputin, dass er um ein Uhr nachts zu Felix kommen solle. Als Annuschka sich über diese vorgerückte Stunde wunderte, sagte er, dass er die Frau des Felix, die leidend sei, behandeln solle und dass, da die Familie ihn nicht liebte,, der Fürst ihn gebeten habe, erst so spät zu kommen, damit er niemanden von den Familienmitgliedern mehr antreffe. Die Wyrubowa riet ihm dringend, auf keinen Fall hinzugehen, denn sie witterte irgend etwas Verdächtiges hinter der Geschichte. Rasputin empfing dann nochmals den Besuch des Bischofs Isidor. Dieser bat inständig, keineswegs noch auszugehen und nicht sein Leben aufs Spiel zu setzen, aber Grigori verabschiedete ihn schon sehr bald mit dem Bemerken, dass er noch einen Minister erwarte. Gegen zehn Uhr zogen die Beamten der Ochrana sich zurück. Als der Minister an diesem Abend kam, bat er Rasputin inständig, auf keinen Fall mehr aus dem Hause zu gehen. Als er fort war, zog Rasputin saubere Wäsche an, ein blauseidenes Hemd, das mit Kornblumen und Aehren bestickt war, eine lange Samthose und hohe Lackstiefel. Dann verständigte er Katia, dass um ein Uhr nachts noch der «Kleine» — so nannte Rasputin den Fürsten Yussupow — über die Hintertreppe zu ihm kommen würde, und sie möge doch wach bleiben, um ihn noch hereinzulassen. Vollständig angezogen warf er sich aufs Bett und wartete auf Yussupow. Die Erwartung, die junge Fürstin kennenzulernen, machte ihn ganz nervös. Inzwischen bereitete man am Quai Moika im grossen Palast der Yussupows alles für Rasputins Empfang vor. Das Zimmer, in das man ihn wie in eine Falle hineinführen wollte, lag halb im Sourichte war eine ganze Auswahl von Weinflaschen und Gläsern zu sehen. Eine Atmosphäre von,Luxus, Komfort und Intimität herrschte im Raum. Yussupow servierte Tee. «Diese Viertelstunde, die wir an diesem Tisch verbrachten, erschien mir .wie eine Ewigkeit», schreibt Purischkewitsch in seinem «Journal», Nachdem sie ihren Tee getrunken hatten, lies-* sen die Verschwörer absichtlich eine gewisse Unordnung auf dem Tisch bestehen. Dann nahm Yussupow aus dem Schrank mit den Spiegeln und Bronzesäulen eine kleine Schachtel heraus, die ; die Zyankali-Kristalle enthielt, und übergab sie dem Doktor Lazavert. Dieser zog Gummihandschuhe über und streute reichliche Mengen von dem Gift in das Innere von drei Kuchen, die mit eiiier Schokoladekruste bedeckt waren. Hinterher warf er die Handschuhe in den Kamin, Sehliesslich über* reichte Yussupow dem Abgeordneten Purischkewitsch das Fläschchen mit der flüssigen .Giftlösung, die ein wenig später in zwei Gläser geschüttet werden sollte, und stieg mit Lazavert nach oben, um sich anzukleiden; Bald darauf hörte man das Brummen eines Motors und das Geräusch eines abfahrenden Autos,,.. Eine Viertelstunde später stieg »Yussupow, in einen.:grossen Pelz gehüllt und mit einer Mütze, deren heruntergeschlagene Ohrenklapp.en das Gesicht verdeckten, die Hintertreppe zu Rasputin hinauf und klopfte an die Küchentür. Rasputin selbst öffnete ihm. «Guten Tag, Kleiner!» sagte er in zärtlichem Ton, während er den Fürsten freundschaftlich in die Arme schloss und küsste. Er Hess ihn in sein Zimmer eintreten, in dem er dann mit ihm die letze ruhige Unterhaltung seines Letens führte. Sehr bald schon jedoch Hess Yussupow vernehmen, dass es Zeit sei, aufzubrechen. Darauf fragte Rasputin: «Wohin gehen wir? Zu den Zigeunern?» «Das weiss ich noch nicht», antwortete der Fürst. «Vielleicht.» «Bei dir», fragte Rasputin besorgt weiter, «da treffen wir doch jetzt niemanden mehr?» Der Fürst beschwichtigte seine Befürchtungen, indem er ihm sagte, dass Rasputin bei ihm niemanden mehr antreffen werde, der ihm unsympathisch sei, und dass seine Mutter noch in der Krim wäre. «Ich Hebe deine Mutter nämlich nicht», sagte Rasputin. «Und sie verabscheut mich ... Sicher ist sie mit der Lisaweta befreundet. Sie unterminieren unter mir den Boden, alle beide, und sie verleumden mich. Selbst die Zarin hat mir schon gesagt, in wie vielen Fällen sie als meine wütigsten Feindinnen aufgetreten sind ... «Weisst du», sagte er dann plötzlich, «ich muss dir etwas sagen: Protopopow ist heute abend bei mir gewesen, und ich habe ihm mein Ehrenwort darauf geben müssen, dass ich all diese Tage zu Hause bleibe. „Man will dich töten!" hat er mir gesagt. „Es gibt bösartige Leute, die einen schlimmen Streich mit dir vorhaben!" ... Aber ich lache WFI TliF^THFHF IV Der Burenkrieg Nachdem England Deutschland den Krieg erklärt- hatte, schloss sich die Südafrikanische Union dieser Erklärung an, obwohl man in manchen informierten Kreisen damit gerechnet hatte, dass dieser junge Staat neutral bleiben würde. Die Union hat nämlich auch heute noch in ihrem Parlament eine Opposition, die England wenig freundlich gesinnt ist und eine vollkommen selbständige Politik betreiben will. Der südafrikanische Staat bildet ein Musterbeispiel des englischen Kolonisationstalents. Er zeigt auf das glänzendste die Begabung der Engländer, ursprünglich feindlich gesinnte Elemente zu assimilieren, zu versöhnen und zu treuen Verbündeten zu machen. Noch sind keine 40 Jahre verflossen, dass man in den ehemaligen Burenstaaten den Namen Englands nicht nennen durfte, ohne auf einen unversöhnlichen Hass zu stossen. Zur Südafrikanischen Union gehören die ehemalige Kolonie «Kap der Guten Hoffnung» (Kapkolonie), Natal, Transvaal, der Oranje-Freistaat, einige Schutzgebiete und Deutsch-Südwestafrika (die ehemalige deutsche Kolonie) als Mandatsgebiet des Völkerbundes. Amtssprachen sind seit 1925 Englisch und Kapholländisch. Hauptstadt des Landes ist Pretoria; das Parlament tagt in Kapstadt. Die Oranjefluss-Republik sowie die Freistaaten Potschefsstroom, Zoutpansberg und Lydenburg verdanken ihre Entstehung holländischen Bauern (Buren), die 1842 aus der Kapkolonie auswanderten, um sich in Natal (an der Südostküste Afrikas) anzusiedeln. Um diese Zeit war Südafrika von Weissen nur schwach bevölkert, grosse Teile Zentralafrikas noch ganz unbekannt. Sie wurden erst in den folgenden Jahren durch Livingstone entdeckt. 1852 vereinigten sich die Freistaaten zur Republik Transvaal. Die Buren sind Abkömmlinge holländischer Kolonisten und französischer Protestanten, die nach der Aufhebung des Edikts von Nantes durch Ludwig XIV. nach Südafrika auswanderten. Ihre Sprar ehe ist holländisch, ihre Religion calvinistisch. England hat 1806 Besitz vom Kap der Guten Hoffnung ergriffen. Neben den Buren gab es daher im Lande auch eine zahlreiche englische Bevölkerung, die sich hauptsächlich in Port Elisabeth ansiedelte. 1833 hob England in allen seinen Kolonien die Sklaverei auf. Die Buren besassen jedoch zahlreiche schwarze Sklaven und behandelten sie schlecht. Um in der Lage zu sein, weiter Sklaven halten zu können, verliessen sie die Kapkolonie. Das war der sogenannte erste «Trek» (trekken = ziehen) im Jahre 1835. Die Annexion Natals durch Grossbritannien sowie die Schutzmassnahmen Englands zugunsten der Eingeborenen führen zum zweiten Trek (1846 bis 1847). 1852 erkennt England die Republik Transvaal an. Als etwa dreissig Jahre später Goldfelder im Lande entdeckt werden, strömen zahlreiche Einwanderer, besonders Engländer, ins