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E_1939_Zeitung_Nr.088

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AUTOMOBTL-REVUE

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_ MTTTWOOW'.97 ..KZKMBER 1939 AUTOMOBIL-ßEVUE ten. Während sich die-älteren Mitglieder der Familie auf diese Weise unterhalten, vergnügen sich die Kinder und jungen Leute mit Spielen. Die Mädchen spielen mit Federbällen, die Knaben lassen Drachen steigen. Es besteht auch an vielen Orten der Brauch, sich zu besuchen, um sich zum Beginn des neuen Jahres zu beglückwünschen. Wie alles in Japan unter grossen Zeremonien sich vollzieht, so gibt es auch für diese Besuche allerhand Vorschriften und Brauche. So schenkt man sich gegenseitig Kleinigkeiten, die auf einem Tablett feierlich überreicht werden. Sie sind geschmackvoll in farbiges Papier gewickelt, und jedes Geschenk hat eine symbolische Bedeutung, etwa den, dass man dem Beschenkten ein langes Leben oder reichen Kindersegen, Glück in der Ehe oder eine ungetrübte Gesundheit wünscht. Während die staatlichen Betriebe am 4. Januar den Dienst wieder aufnehmen, feiert das Volk weiter, oft bis Ende des Monats. Am 7. Januar ist es in der Familie Brauch, dass der Hausvater beiAnbruch der Morgendämmerung sich in die Küche begibt, um die sieben Kräuter, nämlich Wassertropf enkraut, Hirtentäschelkraut, Rettig, . Sellerie, Taubnessel, Rüben und Kresse, In dem am Neujahrsmorgen geschöpften Wasser zu waschen. Die zerhackten Kräuter werden dann mit Reis gekocht und zum Frühstück verzehrt. Sm 3)ienste der ^Schönheit Haben Sie schon einmal bemerkt, liebe Leserin, dass nicht alle Methoden für jeden Fall passen? Zwei Typengruppen lassen sich nach der Hautbeschaffenheit vor allem unterscheiden. (Ausserdem gibt es natürlich noch zahlreiche Spielarten.) Besitzen Sie eine dünne, trockene und empfindliche Gesichtshaut, so gehören Sie zur einen Gruppe — ist Ihr Teint dagegen eher dick und unempfindlich, aber fettreich, dann dürfen Sie sich zur anderen Gruppe zählen. Heute sprechen wir vom erstgenannten Typ. Typ 1: Zarte, fettarme Haut. Gefahren: Hautreizungen, Bissigwerden, Falten, Rötungen usw. Massnahmen: Einfetten, Haut nähren, straffen usw. Pfeile = Richtungen beim Gesichtstrocknen. Erster Haupttyp. Sind Sie Naturblondine, verehrte Leserin, so ist Ihre Haut mit grösserer Wahrscheinlichkeit ziemlich zart, spröde und reizbar. Dann ist Ihre Haut hungrig nach Fett und neigt zu Falten und Runzeln, wenn sie nicht in geeigneter Weise gepflegt wird. In Wind und Wetter wird ein solcher Teint leicht rissig und rauh, bekommt hässliche Rötungen und andere Schönheitsmängel. Die Hauteigenart verlangt daher nach einer besonderen, ihr entsprechenden täglichen Pflege. Was sollen Sie also tun? Merken Sie sich bitte folgendes: Am besten reinigen Sie Ihre empfindliche Haut ohne Wasser und Seife, sondern nur mit einer milden Reinigungscreme oder mit Oel. Gebrauchen Sie Wasser, so machen Sie es wenigstens Alle Gemüse ohne Ausnahme können gedämpft werden. In einem passenden Topf lässt man Butter zergehen und legt da* sauber gewaschene Gemüse hinein, das man nach Belieben abschmeckt. Ein besonderer Wasserzusatz ist UberflüMig/, da jedes Gemüse an sich schon Wasser enthält und ihm vom Waschen her sowieso noch etwas Wasser anhaftet. Selbstverständlich kann man ja nach Geschmack etwas Zwiebel oder ein sonst gewohntes Gewürz hinzufügen. Zum Erhitzen der Butter und bis zum Ankochen schaltet man, wenn man einen Elektroherd besitzt, die Kochplatte auf Stufe 4. Ist die Butter heiss, so schaltet man je nach der Art des Gemüses auf Stellung 1 (Schwach) oder ausnahmsweise auf 0 (Aus) und lässt nun bei schwacher Wärme bzw. ohne Strom fertig dämpfen, wobei man das Gemüse ab und zu schüttelt oder mit einem Holzlöffel wendet. Die Zubereitung einer Mehlschwitze ist hierbei überflüssig. Sie stellt auch bei andern Kochverfahren nur ein Hilfsmittel dar, um das Wasser bzw. die Flüssigkeit zu binden. Man kann das gedämpfte Gemüse entweder ohne jeden Zusatz essen oder etwas Mehl darüber stäuben, was sich besonders bei Rotkohl, Bayrisch-Kraut und dergleichen empi fiehlt. - Beim Dämpfen ist sorgsam darauf zu achten, dass stets ein gutsitzender Deckel den Topf yerschliesst. Vorbedingung ist weiterhin, dass möglichst wenig nachgesehen wird, höchstens je einmal lum Umrühren und Abschmecken, damit möglichst wenig Wärme verloren geht. Das Neujahrsfest findet der Ueberlieferung gemäss am 14. oder 15. Januar sein Ende. An diesem Tage werden die Dekorationen, die zum Feste gedient haben, feierlich verbrannt. Das Volk feiert aber oft noch bis Ende des Monats weiter. Der endgültige Schlusstag ist dann der 1. Februar, den man den «Tag nach dem Neujahrstag» nennt. In früheren Zeiten feierte man das Neujahrsfest, wenn die ersten Pflaumenblüten aufzubrechen begannen. Sicher ist diese Sitte poetischer als die heutige. Wenn dann der Frühling erschien, bedeckte sich das Land mit einem unübersehbaren Flor von Kirschblüten. Dann feierte das japanische Volk das Fest, das ihm das liebste war: das Kirschblütenfest. Ist doch die Kirschblüte das Symbol der Seele Japans. Die Zucht der Kirschblüte hat sich in Japan zu einer Kunst entwickelt, die wir Europäer nur stumm bewundern können. Seit 300 Jahren bereits besitzt dieses poetische Volk herrliche Blütenalmanache, aus denen man ersehen kann, wo die schönsten Bäume blühen, und die Dichter geben poetische Anweisungen heraus, wie man die Blüten gemessen soll. «Die. Blüten zu schauen. Betrete ich In der Frühlingsmorgendämmerung Das Gras der Strosse Beim Tempel von Yoshino.» Heute: Pflege des persönlichen Typs. mit Borax oder Kleie und temperieren es gut. Tau und Regenwasser, die von Natur aus keine Härte aufweisen, sind jedem Leitungswasser oder Brunnenwasser vorzuziehen. Als Seife nehmen Sie möglichst nur eine milde, überfettete Seife. Benutzen Sie auch nur einen weichen Frottierhandschuh oder einen zarten Gummischwamm, und vermeiden Sie vor allem alles Gewaltsame. Trocknen Sie Ihr Gesicht stets sorgfältig mit einem saugfähigen Handtuch und machen Sie dabei nur Aufwärtsstriche. Nach dem Trocknen fetten Sie die Haut leicht ein. Das Wichtigste für einen empfindlichen Teint Ist die tägliche abendliche Gesichtsreinigung mit einer zarten Creme — natürlich auch nur mit gesäuberten Händen I Sie können zv dieser Abendpflege Wattebäusche benutzen, die in einem milden Toilettenwasser oder in Warmwasser ausgedrückt sind. Vergessen Sie nicht, dass auf Ihre empfindliche "Haut tagsüber stets Staub, Auspuffgase der Autos und andere Hautfeinde einwirken. Darum ist die abendliche Reinigung so wichtig. Sie können dazu auch eine Teintmilch, reines Oel oder ein anderes mildes Hilfsmittel' nehmen doch nie etwas Scharfes und Prickelndes. Nach vollendeter Reinigung entfernen Sie das überschüssige Fett sorgsam. Und dann richten Sie Ihre Haut für die Nacht her, das heisst Sie klopfen mit einer kurzeniMas-« sage an den vor allem zu 'Faltenbildung neigenden Stellen etwas Fett ein und tragen dann auf Ihre Haut eine fette Nährcreme auf, die während der Nachtruhe in die Tiefe der Haut einwirken und Sie gegen das Auftreten von Altersschäden zeitig schützen soll. — Am Morgen folgt dann wieder eine kurze Säuberung des Gesichts. Anschliessend daran tragen Sie am besten etwas Tages-Creme auf. Damit gewinnen Sie ein gutes Aussehen und einen Schutz gegen äussere Einflüsse. Wenn Sie sich pudern wollen, so haben Sie mit der Creme zugleich die geeignetste Un-.. terlage. Eine Tagescreme ist dann für Sie geeignet, wenn Sie dadurch auch bei längerem täglichem Gebrauch keine Reizungen verspüren, während sich Ihr Aussehen verschönt und Ihre Haut einen samtartigen, stumpfen Glanz erhält. Wenn Sie sich schminken wollen, so tun Sie es mit Zurückhaltung und unter Wahrung des äthetischen Gesamteindrucks. Im ganzen aber: schonen Sie Ihren Teint, vermeiden Sie alle strapaziösen Massnahmen und Anwendungen I Anleitung zur Pflege der Haut bei Brünetten folgt das nächste Mal. Reinigung von OelgemUden, Aquarellen usw. Das Reinigen und Auffrischen von Oelgemälden, von Aquarellen und PasteUbüdem lasse man nur von einem erfahrenen Restaurator ausführen; die Reinigung von Druckblättern kann aber gut selbst ausführen, falls es sich nicht gerade um kostbare und seltene Stücke handelt. Als Grundregeln gelten dabei: heftige mechanische Einwirkung zu vermeiden und keine Substanzen anzuwenden, die auf die Druckerschwärze lösend wirken könnten. Schweiss-, Stock- und Feuchtigkeitsflecken lassen sich leicht entfernen, alte Fettflecke überhaupt nicht. Das Blatt wird mit Watte sauber abgewischt und kommt zunächst in ein schwach alkalisches Bad (5-10 Tropfen Salmiakgeist auf 1 Liter weiches Wasser), . in diesem verbleibt es eine halbe Stunde, wird abgespült und dann der Einwirkung Salpetersäuren Wassers ausgesetzt (etwa 5 Gramm Salpetersäure auf 1 Liter Wasser), die meisten Flecke verschwinden. Hartnäckige Stock- und Feuchtigkeitsflecke muss man mit Chlor entfernen. Der Stich wird in reines Wasser gebracht und tropfenweise so lange Lösung von unterchlorigsaurem Natron (in jeder Apotheke als Bleichwasser oder Eau de Javelle vorrätig) zugesetzt, bis die erwünschte Wirkung eintritt. Das &mm**s> Budi WIR WOLLEN FREI SEIN, in vaterländisches Brevier, herausgegeben von Adolf Guggenbühl und Georg. Tbürer. Ein vielfach gehegter Wunsch hat mit dem Erscheinen dieses vaterländischen Breviers Erfüllung gefunden. Das Büchlein ist geladen voll Geg-enwart, selbst dort, wo es über ein halbes Jahrtausend zurückgreift. Neben Sätzen, welche Sprichwörtern gleich zum eisernen Bestand unserer geistigen Rüstung gehören, freut sich der Leser über die Entdeckung wahrer Funde beinahe unbekannter Rufer. Der prächtige Schmuck des preiswerten Büchleins zeigt ausser einem Farbendruck Hodlers acht erlesene Proben schweizerischer Bildkunst. (Schweiäser-Spiegel-Verlag, Zürich.) Helft die Ketten sprengen! Von Fridolin. «Der illustrierte Artikel über den korrekt ge* kleideten Herrn in einer unserer letzten Nummern scheint unsern Mitarbeiter «Fridolin» gereizt zu haben. Jedenfalls begehrt er auf, und weil er das in so fröhlicher Weise tut, geben wir gerne seinem Stoßseufzer hier Raum — auch wenn die Jahreszeit dazu nicht besonders geeignet erscheint.» ' _- Red.. Wer vom heissen Sommer 1939 in der Schweiz reden will, riskiert ia eigentlich, dass er gelyncht wird. Riskiere ich's halt eihrnal. Seien wir ehrlich: Es war auch diesen Sommer einige Male ganz bedenklich heiss, wenn auch nur probeweise.- Aber von.der.Hitze selber will ich ja gar nicht reden, sondern davon,, wie die hehre Männlichkeit unseres Zeitalters ihr begegnet. Und da habe ich in meinen Ferien allerlei Beobachtungen angestellt, von denen ich besonders zwei, herausgreifen möchte, weil sie in ihrer krassen Gegensätzlichkeit geradezu danach schreien, dass ich sie festhalte. Dort, wo ich meine Ferien zubrachte, schien dauernd die Sonne. Es war sehr heiss. Herrlich heiss, und das blaue Meer rauschte und wiegte sich leise in der sandigen Bucht. In der Schweiz haben wir kein Meer, aber ich sagte mir, Handelsbilanz muss sein: Wenn ich nicht dorthin gehe, so kommt ein Franzose weniger in die. Schweiz und damit war mein Gewissen ruhig. Um aber noch ein Uebriges zu tun^fing ich- meine Ferienzeit damit an, dqss ich zuerst drei Tage lang die Landi unsicher machte. Dort war es auch, wo ich die Beobachtung Eins notierte» -. •- - — • Es war unbändig heiss. Hochsommer, und in den grösstenteils aus Holz errichteten Hallen knisterte die trockene Hitze geradezu und legte sich dumpf wie 1 eiff-Fasstetfen urrv meine vaterländisch geschwellte 'Brust, lehr wohnte' auch; einem offiziellen Tag mif'Empfängen und Umzug bei. Heute, in 'der Rückschau, nachdem ich auch Beobachtung •»Zwei gemacW" höbe,'von der rch noch zu Berichten haben werde, komme ich aus dem Staunen über die menschliche Unvernunft gar nicht mehr heraus. Ist es möglich, dass in unsern Tagen, der Männerwelt keine anderen Kleider, zur Verfügung stehen, wenn 'sie'"festlich'"'aussehen will, als schwarze Trauergewänder aus dichtgewobenem, schwerem Wollstoff? Seht sie euch einmal an! Diejenigen, die sie bedauern, werden zwar immer zahlreichen «Die Aermsten in ihren heissen Kitteln, mit .Gilet und Zylinder», kann man doch schon da und dort hören. Aber eben, dabei bleibt es. Weiter kommen wir nicht. Dass einer in der schwarzen Kluft zu einer Beerdigung geht, das versteht man schliesslich. Selbst wenn es unbequem sejn,kann._Es ist- wenigstens korrekt. - • •:,.>-- » Wenn einer findet, er müsse auch zur Hochzeit in Schwarz erscheinen,. so ist das seine .Privat: sache. Er scheint Grund zur Trauer zu haben. Meinetwegen;'ich habe ihn ja-nicht gehelssen. Dafür habe ich mal an einer Sctmmerhochzeit teilgenommen, bei- der sämtliche Anwesenden, Männlein und Weiblein, in den leichtesten Sommerkleidern versammelt waren. Unter schattigen Bäumen, am freien Ufer des Vierwaldstättersees war die Trauung— und sie war unglaublich feierlich. Das nachfolgende Mahl, ebenfalls iro Freien, war eine löbliche Ausnahme gegenüber so manchem Hochzeitsessen, das ich später in fürchterlicher Enge formeller Kleider, im engen, warmen Raum, von hitzigen Weinen begossen, erduldet habe. Kein Hemd bleibt trocken,-; kein Kragen hart und von der Stirne heiss... (Siehe unter SchillerI). Nicht genug damit, sitzen auch noch die Damen in den duftigsten, leichtesten Feierkleidern herum. Vom Gürtel an aufwärts yerfjüchtigt sich der angezogene Zustand immer mehr. Grpsse AHmenden von Haut können mitatmen, und wenn ein Verzweifelter, einem Schläganfäll nahe, mit verdrehten Au-.> gen ein Fenster aufreisst; so wird mit-tödlicher Sicherheit sofort eine Weiblichkeit etwas von Durchzug winseln I Gerechtigkeit I •• Aber auch; bei Taufen; Besuchen, feierlichen Empfängen, Banketten, festlichen;Anlässen — Immer wieder holt der Mann das dicke,. heisse, schwere Wollerigewand aus dem-Schrank. Jeder stöhnt dabei — wenn auch nur feige im stillen Kämmerlein. -Erst schlüpft er.ln, ;.dqs leichte Unterhemdchen und die — hoffen wir im Sommer •— kurze Unterhose. Dann kommen die Socken (Blödsinn: Sommer und Winter kurze StrümpfeI). Hierauf das Taghemd. Soweit ist alles gut. So sollte man am Festzug teilnehmen können; dann wäre es wirklich ein Fest! Aber, oha! Jetzt geht es erst los: Ein steifer, gestärkter Kragen, das heisst soundsoviele Lagen solidesten Leinenstoffes werden nun unter unendlichen Mühen und Kämpfen mit Knopflöchern und Kragenknöpflein um den Hals gezwängt. Nicht genug damit, Wird dieser Kragen nun auch noch mit einer Kravatte festgebunden, teils um das Kragenknöpfche/i jn seiner Schwerarbeit- zu unterstützen, teils damit man Ja.nicht zuviel von" dem frechen Weiss des Hemdes vorn zu sehen bekomme; _, ., ,. s Und nun kommt die Hose. Da rqan diese Festkluft meistens schon mehrere Jahre lang besitzt, dürfen wir getrost annehmen, sie sei zum mindesten etwas Knapp geworden. Mit Ausatmen und •einem • Sthuhknöpfer (aus' Grossvaters' Erbmasse I) sind ..sie ..zu, .und. die ersten Asthma-AnfälJe melden sich. Wenn man nur die Schuhe schon anhätte I Jetzt Bücken — Prosit I Schwere, männliche Lederschuhe kommen nun an die armen Füsse. Mit soliden Sohlen, die zur Zeit des allgemeinen Klopfsteinpflasters gewisspraktisch und angenehm waren. Man trägt sie deshalb heute noch, weil man auf Tradition hält. Bald kriegen die Füsse Erstikkungs-Symptome. Und nun kommt der schwerste Kampf: Die WesteI Ja oder nein? Zieht man keine an, so muss man — von wegen feierlich — den Kittel stets geschlossen halten, denn Hosenträger sind Tabu. Und trägt man die Weste, so hat man noch heisser, kann dafür aber den sowieso etwas engen Kittel vorn offen lassen. Wäre hier nicht bereits eine Bresche geschlagen, gäbe es nicht bereits Anzüge, die ein Gilet nie gekannt haben, so wäre dieses Stadium nicht mit so furchtbaren, inneren Kämpfen nur zu überwinden.. Jetzt hat man schon ordentlich heiss gekriegt. Die ersten Tropfen rinnen schon leise kitzelnd in die buschigen Brauen. Husch — schlüpft man nun in den Kittel, den Bratenrock oder die Jaquette. (Was ©in, rechter Schneider ist, kennt keine Hätzle!) Damit auch die Haare, oder der Ort, wo sie einst waren, schön warm habe, krönt man sich nun noch mit dem Zylinderhut. Ein Leberband an seirjer Innenseite sorgt dafür, dass er hermetisch anschliesse — man kennt ja den roten Striemen, der, mehr oder weniger schräg, nachher, wie ein Schmiss über die Stirne läuft. Jetzt erst ist man, nach allgemeiner Auffassung, bereit, bei einer Temperatur von 35 Grad im Schatten, eine gute Stunde lang in der prallen Sonne im Festzug mitzuwandern, wobei noch ein festlich-freudiges Lächeln das Gesicht spalten soll, damit wenigstens die Zähne ein wenig Luft haben! (Nebenbei: Die Frauen," denen man oft so leichtfertig den Verstand abzusprechen geneigt ist, haben hauchdünne Strümpfe und leichte, durchbrochene Schuhe, ein skizziertes Hemdchen, einen Windhauch von einem Höschen und ein duftiges Organdi- oder Chiffonkleidchen an. fertig I) So und nicht anders steht es um die Männer- Rüstung. Langsam beginnt es im Gebälk zu knakken. Es bröckelt und bricht da und dort. Mit der abwesenden Weste wurde eine der ersten Breschen geschlagen. Früher wurde die Weste einfach weiss, wenn es heiss war, aber wer Anstand im Leibe hatte, trug wenigstens diese — und auch wegen der so unumgänglich notwendigen Taschen. Man denke sich die Schrecken eines Sommerausflugs ohne Taschenmesser, Uhrkette, Taschenuhr, Zahnstocher, Münz, Notizbuch, Bleistift und Füllfeder — nicht auszudenken I Dann kamen für das Zivil (die Festtracht ist die reine Uniform I) endlich leichte Stoffe auf den Markt. Fresco, Freshair und wie sie alle heissen. Lockere Gewebe aus dünnen, hartgedrehfen Garnen. Warum nicht Fräcke, Smockings, Jaquettes aus diesen leichten Stoffen zwangsweise in Kurs erklären für jedermann, wenn die Männer denn nicht von selber wollen? Weshalb muss ein Frack unbedingt -aus dem dichtesten, wärmsten Tuch gemacht sein, das man finden kann? Man hält sich doch damit in geheizten Räumen oder im Sommer in der Sonne auf und tanzt womöglich noch den Lambethwqlk, wie ein Schwerarbeiter. Haben Sie [e einen Leichtathleten im Gehrock krüppeln sehen? Haben Sie schon Hürdenläufe im Frack erlebt? Aber schwelsstriefende, dampfende Bälle sind an der Tagesordnung und Kragen, die wie kunstgerechte Priessnitz-Umschläge aussehen (und sich so anfüllen I) sind normal. Ich greife mir an den Kopf. Mit solch schwarzen Gedanken in dem Kopf, an den ich mir eben griff, fuhr ich nach.Südfrankreich und ans Meer. Heidi und Donnerwetterl Dort getraut man sich, dort versteht man noch, wieviel der Mensch anhaben darf. Auch wenn er .ein Mann 1939 ist!, Leichte Sandalen, dünne Sohlen mit ein paar Riömen und beileibe keine Strümpfe. Ein kurzes, leinenes Höslein, ein kurzärmliges Hemd, an dem noch die kümmerlichen Ueberreste eines ehemaligen Kragens angenäht sind, eines Kragens,, den man stets offen trägt, weil das denn doch besser aussieht, wie eines der «üblichen» Hemden, denen der Kragen erst in mühseliger Schwerarbeit noch angebaut werden muss, mit Hilfe eines Spiegels und drei zerbrochener Fingernägel. Und dann kam der vierzehnte Juli. Die Fahnen flatterten,, die Clalrons schmetterten, und da kamen sie In weissen Uniformen daher oder in leichten Stoffen, khakifarben. Man sah, wie es ihnen wühl war. Sogar die offiziellen Zivilisten im eleganten, weisse Anzug — einzig der selbstverständlich angenähte, weiche Kragen war zu Ehren der Republik einmal geschlossen und mit einer Kravatte gesichert, was vielleicht seine Berechtigung hatte. Das .Knöpfchen, das angenähte, fehlte wohl aus lauter Nichtgebrauch längst! Es war brütend heiss. Aber es war trotzdem herrlich heiss, wie ich mich oben schon einmal auszudrücken wagte, obschon ich ein, Mann bin! Denn wenn das Hemd am Hals offen ist, und statt längen Aermeln mit Manschetten nurmehr kurze, Weite Hqlbärmelchen übrig sind, dann hat das leben und die Hitze einen Zweck und man kann sich darüber freuen. Den. Sommer über ziehe ich mich zu Hause nie mehr anders an. Nur- wenn- ich ins Bureau gehe, verkleide ich mich noch — von der Krawatte an abwärts. Wer hilft die Ketten sprengen?