Aufrufe
vor 10 Monaten

E_1939_Zeitung_Nr.088

E_1939_Zeitung_Nr.088

6 AUTOMOBIL-REVUE

6 AUTOMOBIL-REVUE MITTWOCH, 27 DEZEMBER 1939 — N° 88 zenden, schwarzen Kohlenschicht bedeckt). Im ersten Fall muss der Vergaser oder die Brennstoffförderpumpe richtig eingestellt werden, und im zweiten heisst es die Kolbenringe zu wechseln oder gar den Motor ausschleifen und die Kolben wechseln zu lassen. In gewissem Masse lassen sich diese Schwierigkeiten durch die Wahl eines andern Kerzentyps beseitigen. An den zu Verrussung neigenden Zylindern montiert man eine wärmere Kerze, deren Isolator heiss genug wird, um die auftretenden Oelepritzer wegzubrennen. Immerhin muss der Automobilist wissen, dass es sich hiebei nur um einen Notbehelf handelt, denn wenn er damit auch die Verrussung beseitigen kann so wird er wahrscheinlich nach dieser Massnahme den Wagen wegen Auftretens von Glühzündungen nicht mehr auf Höchstgeschwindigkeit bringen können. Allerdings, wieviele Automobilisten fahren schon in unserem Terrain längere Zeit mit Vollgas ? In vielen Fällen, und zwar besondere bei sehr starken Kohleansätzen, genügt der angegebene Ausweg nicht zur Beseitigung der Störung. Daneben zeigt sich mitunter an den Kerzen eine Veränderung, die mit der Verrussung verglichen werden kann • Es handelt sich um die Ansätze von Bleisalzen bei Verwendung gewisser Superbrenn^ Stoffe, welche Bleitetraäthyl enthalten, bis jetzt wenigstens verboten, doch werden im Ausland in gross-em Maßstab die Kraftstoffe mit diesem Zusatz veredelt. Bekanntlich verfügen die in dieser Weise behandelten Brennstoffe über eine beträchtliche Klopffestigkeit, die sie zum Teil wenigstens eben dem ganz geringen Zusatz von Bleitetraäthyl verdanken. Die Ablagerungen auf den Kerzen, die sich nicht verhindern lassen, stören solange nicht als sie nicht schmelzen, es sei denn, dass sie eine sehr beträchtliche Dicke annehmen. Auf jeden Fall kann die Kerze durch Reinigung von Kohle- oder auch « Blei »-Ansätzen oft wieder in neuwertigen Zustand gebracht werden. Zu diesem Zweck eignet sich aber das «Sanden» der Kerze absolut nicht. Denn die Ablagerungen bilden sich — wie wir oben sagten — desto leichter, je rauher die Oberfläche des Isolators ist. Nun wird durch das Sandstrahlgebläse nicht allein die schädliche Schicht von der Oberfläche entfernt, sondern die scheuernde Wirkung der durch den Pressluftstrahl mitgerissenen Sandkörner ist so intensiv, dass auch der Isolator zerkratzt wird. Dies gilt sogar für Isolatoren aus hartem Porzellan. Während die Porzellankerzen durch, das «Sanden» sehr stark mitgenommen werden, zerstört diese Behandlung eine Glimmerkerze überhaupt, weil nicht allein die Oberfläche zerkratzt wird, sondern sich zudem noch Sandkörnchen zwischen die einzelnen Glimmerschichten einbetten. Infolgedessen dürfen diese Reinigungsapparate höchstens zur Säuberung von nicht demontablen Porzellankerzen benützt werden, doch muss man auch dort gewärtigen, dass dadurch deren Qualität leidet. Das einzige rationelle Mittel zur Reinigung der Zündkerzen besteht in der Demontage (Vorteil der demontablen Kerzen) und Bearbeitung der Oberfläche des Isolators mit einem in Benzin oder noch besser Alkohol getauchten Lappen. Ganz ausnahmsweise kann man, sofern sich die Ablagerungen als zu widerspenstig erweisen, ein wenig Schmirgel' papier zur Säuberung benützen. Bedingung ist allerdings, dass es sich um eine ganz feinkörnige Sorte handelt und das Papier bereits etwas abgewetzt ist. Auf diese Weise lassen sich verrusste Kerzen manchmal sehr schön instandstellen, so dass sie danach fat so gute Resultate zu erzielen gestatten wie neue Kerzen. Die Lebensdauer einer guten Zündkerze. Sie ist sehr ungleich lang, da sii, neben der Kerze selbst auch vom Motor abhängt, worauf man sie verwendet. Zwei Faktoren beeinträchtigen die Lebensdauer der Zündkerzen : 1. Die Abnützung der Elektroden. Dieser Ab- brand kann schon nach einer verhältnismässig geringen Kilometerzahl auftreten, wenn die Kerze auf einem Motor montiert ist, wo sie dauernd bei einer übermässigen Temperatur arbeiten muss und den Zündstrom von einem sehr leistungsfähigen Zünder geliefert erhält. Dieser Elektroden-Abbrand kann durch Zusammenbiegen der Masse-Elektrode(n) kompensiert werden, doch kommt einmal ein Moment, wo sich dies nicht mehr praktizieren lässt und die Kerze unbrauchbar wird 2. Das Altern des Isolators. Die Isolatoren, ob es sich nun um solche aus Glimmer oder solche aus keramischen Werkstoffen handelt, sind gewissen Ver- Was geschieht ... An Stelle der gemütlichen, alten Handpumpe mit Gummiballon sind heute die meisten Automobile mit einem elektrischen Hörn ausgerüstet, das durch einen Druckknopfkontakt in der Mitte des Lenkrades oder auch durch einen sogenannten Hupenring betätigt wird. Sobald man den Hupenknopf (oder -ring) niederdrückt, fliesst ein elektrischer Strom vom Akkumulator durch den Elektromagneten des Horns und von diesem durch die Metallteile des Wagens (siehe punktierte Linie in Fig. 1) zur zweiten Klemme des Akkumulators zurück. Der Hupenknopf wirkt also als elektrischer Schalter, der jedoch nicht durch Anknipsen, sondern durch einfachen Druck betätigt wird und nur solange geschlossen bleibt, als die Hand auf dem Knopf ruht. Verlässt man ihn wieder, so geht er vermöge einer eingebauten Feder wieder in die Ausgangslage zurück, und der Strom wird unterbrochen. Die Schallschwingungen im Hörn kommen _nun dadurch zustande, dass ein im Hupen-Gehäuse untergebrachter Elektromagnet auf eine metallene Membrane einwirkt und diese in Schwingungen versetzt. Dies geschieht in ganz ähnlicher Weise wie beim Klöppel der elektrischen Hausklingel, der ja auch nicht einfach an die Klingelschale angezogen wird, sondern dauernd hin- und herschwihgt, solange man auf den Klingelknopf drückt. Dies erreicht man dadurch, dass der Stromdurchgang durch den Elektromagneten jedesmal einen Moment aufhört,' wenn der sogenannte Anker (eine um ein Scharnier drehbare Eisenplatte, woran der Klingel-Klöppel sitzt) gegen den Elektrq* magneten gezogen wird. Dadurch verliert der nun stromlose Magnet seine Anziehungskraft und lässt den Anker wieder fahren, der in der Folge unter änderungen unterworfen. Unter dem Einfluss der hohen Temperaturen und des oxydierend wirkenden Gasgemischs verlieren sie langsam ihre ursprünglichen Eigenschaften. Ihr elektrischer Widerstand sowie ihre thermische Leitfähigkeit vermindern sich allmählich. Das Porzellan wird porös, während der Glimmer sich an der Oberfläche zersetzen oder zwischen den einzelnen Glimmerlagen mit leitenden Kohlepartikeln anfüllen kann. Wenn man auf dem Prüffeld neue mit gebrauchten Kerzen vergleicht, so bemerkt man einen in die Augen springenden Unterschied • Während der Zündfunke an der neuen Kerze vielleicht erst bei einer Steigerung des Gasdrucks auf 10 at ausbleibt, tritt dies an alten Kerzen schon bei 5—6 at ein. Deshalb liegt es im eigenen Interesse des Wagenbesitzers, seine Zündkerzen in regelmässigen Abständen ersetzen zu lassen, und zwar bevor sie ihren Dienst überhaupt versagen. Hiedurch kann sich die Motorleistung stark verbessern und man wird an seinem Wagen neue Freude gewinnen, da die Verminderung von Brennstoff- und Oelkonsum die für die Zündkerzen gemachten Aufwendungen bei weitem kompensieren. Wenn man die Hupe betätigt Federwirkung in seine Ausgangslage zurückkehrt. Dort angelangt, schliesst er selbst augenblicklich wieder den Stromkreis des Elektromagneten, worauf er erneut angezogen wird, usw. Dieses Spiel wiederholt sich in jeder Sekunde ein paarmal, so dass eben der Klöppel in die bekannten Schwingungen gerät und die Klingel ertönt. Der Unterbrecher, welcher den Strom durch den Elektromagneten der Klingel «steuert», besteht einerseits aus einem auf der Grundplatte der Klingel sitzenden Kontaktschräubchen und anderseits einem Kontakt am Anker selbst, _der sich durch die Ankerausschläge sekundlich "mehrmals vom Kontaktschräubchen abhebt. Fig. 1. Schematisches Schaltdiagramm der elektrischen Hupe. H = Hupe. B = Batterie. HK = Hupenknopf. Fig. 2. Schnitt durch eine elektrische Hupe (Bosch- Horn). S = Elektromagnet. A = Eisenanker. M = Membrane. U = Unterbrecherkontakt. Ganz ähnlich ist das elektrische Hörn beschaffen, nur dass dort der Elektromagnet (S in Fig. 2) auf eine mit einem Eisenanker (A) versehene Membrane (M) einwirkt, die infolgedessen abwechselnd engezogen und wieder freigelassen wird. Durch diese Schwingungen erzeugt sie den gewünschten Signalton, der durch den Hupentrichter austritt: Die Hupe erklingt. Im Gegensatz zur Klingel muss natürlich hier der bewegliche Unterbrecher-Kontakt (U) irgendwie mit der Membrane schwingen und daher an ihr befestigt sein. Das Prinzip der elektrischen Erzeugung von mechanischen Schwingungen aber bleibt sich in beiden Fällen gleich. -b- J%u#o »//• «Na »//• •//• •ff rff'i rw »//•—••//* •ff« »//• »//• •//• »w» »//* *//* mltmmgl und Um «^ Wagen mit „Bettstatt" auf dem Dach In England und Schweden kann man jetzt häufig Personenwagen sehen, die den Anschein erwecken, als ob auf ihrem Dache eine komplette Bettstatt mit Flaumdecke untergebracht wäre. Hiebei handelt es sich um Wagen, die umständehalber für Niederdruckgäsbetrieb eingerichtet wurden. Das Ungetüm auf dem Dach dient als Halter für den Gassack, worin das Treibgas unter geringem Ueberdruck aufgespeichert wird. Man umgeht damit die Notwendigkeit der Schaffung von Gastankstellen mit Kormpressoranlage, denn zum Auffüllen dieser Ballons genügt ein Gaszapfhahn grössten Kalibers, der mit dem normalen Leüchtgasnetz der Stadt in Verbindung steht. Mit einer Füllung des Ballons von zirka 5Vfc- Kubikmeter ist es möglich, einen Kleinwagen über eine Strecke von ca. 30 km zu führen. Gerühmt wird an der Einrichtung vor allem das gute Startvermögen der damit ausgerüsteten Automobile. Ist der Gasvorrat' einmal vorzeitig erschöpft, so braucht der Fahrer lediglich einen Hahn umzustellen, um mit Benzin weiterzufahren, denn Vergaser sowohl wie Brennstoffpumpe, Brennstoffleitungen und Reservoir bleiben bei der Umstellung am Wagen. • ; -b- 1 den In jedes Heim, in jedes Bureau, Verwandten und Freunden im In- und Auslande. 1 ! i I einen Gabereil Schweizerland - Bildkalender Ein Geschenk, das für wenig Geld ein ganzes Jahr und darüber hinaus viel Freude bereitet. Alle zwei bis drei Tage ein fesselndes Bild, das unsere schöne Schweiz illustriert. Der unerreicht schöne Tiefdruck in acht verschiedenen Farben und die sorgfältige Auswahl der Bilder haben dem Schweizerland - Kalender den ersten Platz auf dem Kalendermarkt gesichert. Die Bilder gesammelt, mit weissem Rand beschnitten, in einem speziell vom Verlag herausgegebenen Schweizerland-Album eingeklebt, stellen ein kleines Bildwerk von bleibendem Wert dar. Die Kalender und Albums sind in deutscher, französischer und englischer Sprache zu Fr. 4.- in allen Papeterien und Buchhandlungen erhältlich. Sichern Sie sich rechtzeitig die nötigen Exemplare! Der Verlag: J. Gabereil, ThalwiL I I I I0MMM«

No 88 MITTWOCH, 27 DEZEMBER 1939 AUTOMOBIL-REVUE Bessere Verdunkelung der Parklampen Etwas vernachlässigt wird manchmal die Verdunkelung der .Parklampen. Während manche Fahrer ganz einfach die Birnen daraus entfernen, beziehen andere die Linse mit blauem Stoff. Dies kann jedoch den Austritt von Lichtstrahlen nach oben nicht verhindern, um so mehr als vielfach bei den Parklichtern auf der Oberseite rote Fensterchen angebracht sind, damit sich der Fahrer von seinem Sitz aus überzeugen kann, dass sie brennen. Da die Parklampen zum Stationieren während Luftangriffen nötig sind, stellt eine Entfernung der Lampenbirnen nicht die richtige Massnahme dar. Vielmehr sollte statt dessen nach Mitteln gesucht werden, um die Verdunkelungsmassnahmen wirksamer zu gestalten, ohne auf den Gebrauch der Parklichter verzichten zu müssen. Dies kann nach obiger Skizze durch Anbringen eines schwarzen Blechschildes oben auf der Lampe geschehen, das sowohl die durch die Linse nach oben austretenden Strahlen als auch ein eventuell vorhandenes, rotes Fensterchen abdeckt. Elektrische Taxis in London Gegenwärtig wird in England die Möglichkeit studiert, zur Verminderung des Benzinverbrauchs elektrische Taxis einzusetzen. Sie würden mit verhältnismässig kleinen Akkumulatorbatterien ausgestattet, die nach einer Fahrstrecke von jeweils 60—80 km auszutauschen wären. Als Höchstgeschwindigkeit der projektierten Fahrzeuge, von denen einige Versuchsexemplare bereits im Betrieb stehen sollen, werden 50 km/St, angegeben. Befriedigen die Probefahrten, so würde in der Umgebung von London und wahrscheinlich auch in der Stadt selbst ein Netz von Akkumulatortankstellen ins Leiben gerufen, wo die entladenen Batterien rasch Schmierprobleme: Jede Zeit kennt auch in der Schmiertech nik ihre eigenen Probleme, die so oder so nach einer Lösung drängen. Hiezu gehörte bis vor kurzem die Neigung gewisser Schmieröle, unter bestimmten Bedingungen auf dem Kolben und anderen Motorteilen einen harten Oellackbelag zu bilden, der allerhand unerwünschte Nebenerscheinunigen wie Festkleben der Kolbenringe usw. nach sich zog- Begründet wird diese Erscheinung heute mit der stärkeren Erhitzung, der das Oel in gewissen Motoren der Jährgänge 1939 und 1940 im Vergleich zu früher ausgesetzt ist. Denn in den letzten 10 Jahren haben sich die Kompressionsverhältnisse bei spielsweise der amerikanischen Motoren im Durchschnitt um 38 %, die Drehzahlen um 30 % und die Leistungen gar um 70 % erhöht. Da ist es nur natürlich, dass die Bedingungen auch für das Oel immer " schwieriger werden. Selbstverständlich haben sich die grossen Markenölfirmen mit der ihnen eigenen Zähigkeit sogleich an die wissenschaftliche Erforschung dieser neuen « Unart» gemacht und nicht «lugg» gelassen, bis Ursachen und Abhilfe bekannt waren. Man fand, dass es sich um einen bisher unbekannten Oxydationsvorgang des Oels handelt, dessen Intensität bis zu einem gewissen Grad von seiner Zusammensetzung und Zähflüssigkeit, ferner vom verwendeten Raffinationsverfahren sowie eventuellen Zusätzen oxydationshemmender Substanzen abhängt. Im allgemeinen sind beispielsweise dünne Oele der Lackbildunig stärker ausgesetzt. Sodann spielen einige Faktoren eine Rolle, die sich dem Einfluss des Oelfaehtnanns entziehen, wie etwa die in bestimmten Motormodellen auftretenden Hitzegrade, der Kontakt des Oels mit dem Luftsauerstoff, das Einbaus,piel der Kolben und anderer Maschinenteile des Motos, die katalytische Wirkung gewisser Metalle und nicht zuletzt die Anwesenheit bereits entstandener Oxydationsprodukte. Im Prinzip lässt sich nach den bisherigen Untersuchungen die Bildung von Oxydationsstoffen bei längerer Einwirkung grosser Hitze nicht ganz verhindern, sondern die Entstehung des Oellacks lässt sich nur verzögern. Bei guten Markenölen ist dies heute so weit gelungen, gegen geladene ausgewechselt werden könnten, -fw- Einiges aus englischen Verdunkelungsvorschriften. Infolge der dauernden Gefahr von Fliegerangriffen wird naturgemäss in England der Verdunkelung grosse Aufmerksamkeit geschenkt, und dies wiederum erlaubte, reiche Erfahrungen zu sammeln, die vielleicht eines Tages auch uns als neutralem Land zustatten kommen könnten. Es dürfte deshalb interessieren, einige uns bisher unbekannte, englische Verdunkelungsvorschriften kennenzulernen. Wefsse Bemalung von Stoßstangen und Trittbrettern. Um Karambolagen in der Dunkelheit nach Möglichkeit zu vermeiden, besteht in England die Vorschrift, sowohl die hintere und vordere Stossstange als auch die Trittbretter oder einen entsprechenden Streifen der Wagenseitenwände weiss zu streichen. Derart bemalt ist der Wagen von allen Seiten viel leichter zu erkennen. Neuerdings wird statt dessen bei neuen Fahrzeugen auch häufig gerade eine weiss-nnd-schwarze Lackierung gewählt, welche die besagten Streifen überflüssig macht. Noch eine andere Alternative bestellt darin, an Stelle der Bemalung einfach breite Streifen von weissem Isolierband an den besagten Stellen aufzukleben. Nur eine teilweise Verdunkelung der Richtungszeiger vorgeschrieben. Die Verwendung der Fahrtrichtungszeiger ist zwar gestattet, doch müssen sie teilweise abgeschirmt werden. Die zu diesem Behuf auf der vorderen und hinteren Leuchtfläche der Zeiger anzubringende Blechabschirmung darf einen pfeilförmigen Spalt von nicht mehr als 3 mm Breite DIE BILDUNG VON OELLACK in Verbrennungsmotoren dass man bei regelmässigem Oelwechsel in den vom Fabrikanten vorgeschriebenen Zeitabständen nicht mehr mit Oellackbildung zu tun hat, Das Problem ist also vom Standpunkt des gewissenhaften Automobilisten, der seinem Wagen zukommen lässt, was des Wagens ist, als gelöst zu betrachten. Nach den bisherigen Erfahrungen beobachtete man Oellacfcbikfomg jeweils keineswegs etwa an sämtlichen Fahrzeugen eines bestimmten Typs, sondern sie trat meist nur in Einzelfällen auf. Man erklärt dies jetzt damit, dass eben bei den betreffenden Motoren das Wärmeproblem eine besonders grosse Rolle spielte und es sich um Wagen handelte, die speziell hohe Dauer- und Durchschnittsgeschwindigkeiten hergeben mussten, vielleicht zudem auch weniger häufig neues Oel eingefüllt erhielten. Und dann ist ja schliesslioh bekannt, dass zwei Motoren ein und derselben Serie nie bis ins hinterste Detail hinein ganz genau gleich beschaffen sind. Sonst könnte es nicht vorkommen, dass die Leistungen um 10, 15 oder gar mehr Prozent voneinander abweichen. Aehnlich neigt manchmal auch der eine etwas mehr zu Ueberhitzung als der andere. Zum Teil mag dies in gewissen, in der Serienfabrikation unvermeidlichen Differenzen der Einbauspiele oder Wandstärken liegen. Es ist deshalb durchaus begreiflich, dass die Automobilfirmen auf ihren Prüfständen ebenfalls immer wieder die ungleiche Neigung verschiedener Motoren zu Oellackbildung konstatierten, obwohl dort alle gleich fachgemäss behandelt werden. Wie schon erwähnt, spielte auch die benützte Oelsorte eine Rolle. Aüsserdem wollen gewisse Konstrukteure einen Einfluss der klimatischen Bedingungen festgestellt haben. Wie nun begegneten die Oelürmen den neuen Anforderungen an weiter gesteigerte Oxydationsfestigkeit ihrer Produkte ? Bei gewissen Raffinationsprozessen waren nur geringfügige Aenderungen notwendig, um die neuen Bedingungen zu erfüllen. Bekanntlich sind beispielsweise die Raffinationsmethoden mittels Lösungsmitteln, welche unerwünschte Stoffe vom Schmiermittel trennen, gerade aus dem Bedürfnis heraus entstanden, die zu Oxydation neigenden Substanzen, welche im Betrieb zur Bildung von Schlamm, Oellack und Säuren (Korrosion der Lager) besitzen, durch den hindurch nach wie vor das leuchtende Rot des Zelluloids zu sehen ist. Hupen bei Verdunkelung verboten. Da offenbar bei Luftangriffen auch der Hupenlärm einer Stadt verräterisch sein kann, ist der Gebrauch des Horns nur noch in dringenden Notfällen erlaubt. Insbesondere ist die Benützung der Hupe von parkierten Fahrzeugen verboten. Auch dringen die Polizeiorgane darauf, dass nur ganz kurze Hupsignale gegeben werden. Wagen bei Luftangriffen verlassen. Sobald die Luftalarm-Sirene ertönt, ist der Wagen in einer wenig befahrenen Seitenstrass« zu parkieren, oder noch besser in eine nahe Garage zu bringen. Bleibt er im Freien stehen, so müssen die Park- und Schlusslampe brennen, dagegen ist das" Scheinwerferlicht abzulöschen. Das Fahrzeug soll nicht abgeschlossen werden, weshalb man natürlich Wertsachen in den nächsten Luftschutzkeller mitnimmt. Bei Taxireihen braucht lediglich die Beleuchtung des vordersten und hintersten Wagens zu brennen. -bführen, aus dem Oel zu entfernen. Hierin liegt auch der Grund dafür, dass sich immer mehr Firmen auf diese Verfahren einstellen. Verbessert wurde unter anderem neuerdings die Entfärbung mittelst Bleicherde, die zugleich harz- oder asphalthalttge Stoffe an sich zu binden vermag; Ebenso hat sich die Schwefelsäurefoehandlung in dieser Beziehung als günstig erwiesen.- Daneben ist' noch eine zweite Methode zur Verhinderung der Schmleröil-Oxydation gefunden worden. Sie besteht in der Beimischung geringer Mengen von « Oxydationsbremsen» zum Oel. Wir möchten diesen Ausdruck, der ihre Wirkung sehr gut umschreibt, für diese Mittel vorschlagen. Sie stellen eine Art Pendant zu den « Klop&remsen » für Brennstoffe dar, die ebenfalls schon in sehr bescheidenen Mengen wirksam sind. Man erklärt sich ihren Einfluss daraus, dass sie sich selbst dem angrifflustigen Sauerstoff entgegenstellen und dabei zwar von ihm aufgefressen (lies oxydiert) werden, hierdurch aber gleichzeitig einen Angriff, des Sauerstoffs auf das Oel innerhalb der normalen Gebrauchsdauer verhindern. Damit unterbinden sie die Bildung unerwünschter Oxydationsprödukte des Schmieröls. Als Oxydationsbremsen dienen: Die Amine genannten, organischen Stiokstoffverbindungen wie Piperidin, Pyridin oder Diphenyl-Amin, ferner sauerstoffhaltige Substanzen wie höhere Alkohole oder das aus Steinkohlenteeröl gewonnene Naphtol sowie endlich organische Verbindungen von Sauerstoff und Stickstoff zugleich, darunter beispielsweise das P-Amido-Phenol usw. Je nach den Ausgangsstoffen und Quellen, aus denen die einzelnen Oelfirmen schöpfen, erweist sich der eine oder andere Weg zur Erhöhung der Oxydationsbeständlgrkeit als vorteilhafter. In gewissen Fällen hat eine Umstellung des Raffinätiqnsprozesses in Verbindung mit der Beimischun-g einer,.« Oxydationsbremse »: die besten Resultate ergeben. , Bei einer Erhitzung auf weniger als 120 Q C, die von Oelfechleuten in diesem Sinn als kritische Temperatur bezeichnet wird, muss bei guten, modernen ^Motorenölen dank der beschriebenen yerbessertmgen nicht mehr mit Oellackfiildühg 1 gefechneV werden. Darüber allerdings dürfen sie nfcht erhitzt wer- Frankreichs Motorfahrzeughandel im Krieg .Aus Paris wird uns geschrieben: Die ersten sieben Kriegswochen haben im Motorfahrzeughandel Frankreichs bedeutsame Veränderungen gezeitigt. Bei sämtlichen Erzeugnissen der Auto- und Motorradindustrie bestehen grössere Lieferschwierigkeiten, da die Fabriken fast vollständig auf militärische Bedürfnisse umgestellt sind. Daneben machten sich Transportschwierigkeiten geltend, die jedoch heute als überwunden gelten können, so dass man sogar wieder an den Export denkt, doch nimmt Frankreich allerdings eher die Stellung eines Einfuhrlandes für die im Fahrzeugbau benötigten Rohstoffe und Fabrikate wir für Fahrzeuge selbst ein, da diese im Kriege viel rascherer Abnützung unterliegen und auch aus andern Gründen Ergänzung und Ersatz erfordern. Immerhin : so wenig von einem Benzinmangel die Rede sein kann, so wenig fehlt es an Pneus usw. Aus den evakuierten Zonen ist der Fahrzeughandel verschwunden; die Besitzer solcher Geschäfte haben sich, soweit sie nicht mobilisiert wurden, ins Landesinnere begeben und betreiben dort jene Unternehmungen ihrer Branche weiter, deren Inhaber unter den Waffen stehen. Nach wie vor ist nämlich" der Kauf eines Motorfahrzeugs ohne weiteres möglich, wenn auch die Ausstellung der Fahrbewilligung gewissen neuen Beschränkungen unterliegt. Für den Fahrzeugverkauf bestehen sehr strenge staatliche Vorschriften, womit im Auto- und Motorradhandel der Erzielung übertriebener Gewinne, ebenso wie in andern Handels- und Industriezweigen ein Riegel geschoben wird. Allerdings flaut, namentlich was die Motorräder anbetrifft, die Kauflust beträchtlich ab, was zwar nicht verwundert, wenn man sich vor Augen hält, dass das Motorrad in Frankreich schon vor dem Krieg verhältnismässig wenig gefragt war. Nur die ganz leichten Maschinen, die Velomotorräder, vermochten sich in den letzten Jahren durchzusetzen. Im übrigen jedoch verlor das Motorrad an Boden, nicht zuletzt auch deshalb, weil der billige Preis des Kleinwagens manchem früheren Motorfadbesitzer Jg&t,