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E_1940_Zeitung_Nr.004

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4'i AUTOMOBIL-REVUE!

4'i AUTOMOBIL-REVUE! DIENSTAG, 23. JANUAR 1940 — N° & Die englische Mode im Zeichen des Mars In den reich mit Teppichen belegten Ausstellungsräumen der Hoflieferanten der Königin von England fand kürzlich die erste Kriegsmodeschau statt. Die-anwesenden Damen der Gesellschaft vergossen für kurze Zeit, dass es so etwas wie eine Maginot- und eine Siegfriedlinie gibt. Sie folgten aufmerksam den graziösen Bewegungen der Vor- •führdamen — milchgesichtige Platinblonde und gertenschlanke Brünetten —: indem sie Martinis und Sherries schlürften und mit Oliven spielten. Doch wurden sie bald etwas grausam an die Wirklichkeit gemahnt durch die Namen der vorgeführten Modelle: «Soldier Boy>, «Verdunkelung:», «Korporal», «Maginof», «Cheer Up» etc., die sich fast durchwegs auf schwarze Tailleurs bezogen in zwar gediegener, aber sehr einfacher Ausführung, die Röcke meistens eng (um Material zu sparen) und kurz, ungefähr vier Zentimeter unter dem Knie scheint die Norm zu sein. Alles Modelle, die man in ernsten Zeiten wie den gegenwärtigen, ruhig tragen darf, ohne aufzufallen. Es wurden auch einige einfache Nachmittagskleidchen gezeigt in den neuen Modefarben Petrolblau, Schneckengrau und Essiggrün. Natürlich fehlten auch die glänzenden Abendroben nicht, die von den Ateliers längst vor Kriegsausbruch angefertigt wurden, aber kein Bleistift wurde gezückt, um das eine oder andere Modell zum Kauf zu notieren, trotz der schillernden Farben und den verführerischen Drappierungen, da die Gelegenheiten, wo diese kostbaren Roben getragen werden könnten, diesen Winter in England völlig ausgeschaltet sein werden. An einen «Friedens»- oder «Versöhnungsball» wagt vorderhand noch niemand zu denken und ohne es zu sehen, ahnt man, dass diese freudenspendenden Modelle gleich nach der Parade in Seidenpapier gewickelt und mit Kampferkugeln gegen Mottenschutz versehen, für glücklichere Zeiten aufgehoben werden. Grösseren Erfolg und bessere Aussicht gekauft zu werden, haben die überoll ausgestellten und zum Kauf angebotenen sogenannten «Slip-on», eine Kreuzung zwischen Pyjama und Hauskleid, die sich bei Fliegeralarm für den Aufenthalt in den" bombensicheren Unterständen eignen. «In fünf Minuten kann das Kleid über, ein Nachthemd, ein Pyjama oder ein dickes Wollkleid angezogen werden», besagt ein Werbetext! Wichtig daran ist natürlich ein gut funktionierender Reissverschluss, doch werden auch Schnitt und Farbe nicht vernachlässigt, es sind zum Teil recht fesche Dinger, die in Weinrot, Marine, Braun und Schwarz angefertigt werden. Dazu trägt man die elegante Gasmaskentasche! Ja, es genügt nun einmal nicht für die Frau, dass etwas zweckmässig sei, sondern es muss unbedingt auch hübsch sein. Das hat die Industrie erfasst und zunutze gemacht und bringt deshalb verschiedene Modelle hübscher Gasmaskentaschen auf den Markt, deren grosser Erfolg garantiert ist, denn die Gasmaske ist obligatorisch, also wenn schon eine Gasmaskentasche notwendig ist, dann wenigstens eine elegante, argumentiert die englische Eva! Auch die Coiffeure nützen die sich aus dieser Einstellung ergebende Konjunktur aus. Sie haben nämlich neue Frisuren lanciert, die sich speziell für unter den Helm zu tragen eignen sollen für die Frauen im nationalen Hilfsdienst. Auch diese Frisuren haben ihre Namen; nämlich: «Militär», «Dienst», und Antoine nennt die seine etwas poesievoller «Sirene». Alle diese Frisuren haben das Gemeinsame, dass die schmeichelnden Nackenlocken dem Kriegsgott geopfert wurden und die Nackenlinie sich sauber präsentiert, wie es sich für Frauen in Uniform geziemt. Hingegen treibt Der Krieg beeinflusst die neuen Wollmoden. Kürzlich veranstaltete das Internationale Woll-Sekretariat eine Modeschau der jetzigen Woll - Moden in seinen Vorführräumen im Bush House, London. Die neuen Kollektionen sind letendig und äueserst modern. IGP.-Photo zeigt: einen Fahrrad-Anzug in biberfarbener Wolle, das Jacket ist halb Tweed- Material in Blau und halb handgestrickt. Tweed- Hut dazu passend. Rechts i6t ein « Sirenen >-Anzug aus Tweed - Material in Rostfarbe, mit einem kurzen Jäckchen. man die Dinge nicht auf die Spitze wie im letzten Krieg, wo der Herrenschnitt und der nüchterne Bubikopf Trumpf waren, sondern man macht immerhin Zugeständnisse an die weibliche Koketterie, indem Locken auf dem Kopf n'icht verpönt sind. Das hat den grossen Vorteil, dass die Frau ohne Helm, also in Zivil, nicht «lockenlos» zu erscheinen braucht, sondern mit ihren Löckchen nicht zu kargen braucht, vorausgesetzt, dass sie sie im Dienst unter den Helm schiebt, um ein ordonnanzmässiges Aussehen zu garantieren. Sissy. Haarpflege: zurück zur Natur! Aus dem Dorado der weiblichen Körperpflege, aus Hollywood, kommt eine neue und, man wird es nicht glauben, vernünftige Kunde: auf dem Gebiete der Haarpflege hat man den Weg «zurück zur Natur» gefunden! Alle teuren - und zumeist doch HUMOR nutzlosen - Haarwuchsmittel sind über Bord ge worfen worden, dafür gibt es jetzt nur noch ein Rezept: bürsten! Die Vorschrift lautet: zwei Mal in der Woche die Haaze mit einer nicht zu harten Bürste eine halbe Stunde lang bürsten. Natürlich kann man das auch selber tun, aber so tief sind doch die Filmstars noch nicht gesunken, und so kommt es, dass die amerikanischen Coiffeure gar nicht genug Angestellte herbringen können, die nichts anderes zu tun haben, als zu bürsten - bürsten - bürsten. Ein anderes wichtiges Moment der Haarpflege ist jetzt, da die Haare von der Sommersonne noch ausgetrocknet sind, das regelmässige Einölen. Am besten nimmt man dazu gewöhnliches Rizinusöl (das, entgegen den üblichen Vorurteilen, ganz geruchlos ist) und reibt sich damit an einem Abend in der Woche die Kopfhaut ein, indem man dicht nebeneinander einen Scheitel nach dem anderen zieht. Dann schützt man den Kopf durch ein vorgewärmtes Tuch, das man, wenn man dadurch nicht im Schlafen gestört wird, nachtsüber aufbehält, und wäscht am folgenden Morgen gründlich den Kopf. Bevor der Zucker entdeckt wurde, bildeten die Pfefferkuchen in ganz Europa nicht nur einen beliebten Leckerbissen für Kinder, sondern auch einen ausgezeichneten Imbiss nach einem Schnäpschen für den Herrn des Hause. Diesen Schnaps, der mit den verschiedensten aromatischen Essenzen zubereitet war, holte man sich vor dem Mittagessen in der Apotheke, und dort verzehrte man auch dazu Nürnberger, Thorner oder sonstige Lebkuchen, Pfefferkuchen usw. Welche ungeheure Rolle der Pfefferkuchen in der Gesamtheit der erleseneren Ernährung der Familie spielte, beweist schon allein die Tatsache, dass es Sitte war, zu der Aussteuer der jungen Frau am Tage der Hochzeit einen ganzen Backtrog voll schon angerichteten Pfefferkuchen-Teiges hinzuzufügen, damit die. junge Frau längere Zeit hindurch von ihm jene Leckerbissen backen konnte jnd nicht zu warten brauchte, bis sie eigenen Honig im neuen Heim zu benutzen in der Lage war und der nächste Backtrog voll Teig so weit war. Derrn je länger dieser Teig steht,-um so besser werden die Pfefferkuchen. In der heutigen fieberhaften Gegenwart mit ihrem Tempo hat niemand Zeit, monatelang auf das Reifen des Honigteiges zu warten. Man stellt den Teig heute gewöhnlich mit Eiern und Backpulver her. Deshalb sind die Pfefferkuchen sofort geniessbar, während man sie früher mindestens eine Woche, wenn nicht sogar mehrere Wochen nach dem Backen noch liegen lassen musste, damit sie weich wurden und beim Verzehren die Zähne nicht in Gefahr bringen. Damals begann man schon im August, in der Zeit der letzten Honiglese, an die Pfefferkuchen zu denken. Man goss den ganzen dunkleren Honig für die Pfefferkuchen in eine besondere Schüssel. Im Spätherbst bereitete man dann das Pfefferkuchenmehl vor, Weizen- und Roggenmehl. Dann zerkleinerte man im Mörser ungeheure Mengen an Gewürz mit dem Ingwer an der Spitze, richtete Apfelsinenschalen her, brühte und las zum Schmuck Mandeln aus und holte zum Schluss aus der Stadt Pottasche, die Ja nicht lange stehen durfte, weil sie dumpf wird. Erst nach Beendigung aller dieser Anfangsarbeiten setzte man in riesigen Trögen den Teig an. Lange Zeit hindurch war die ganze Wohnung von dem kernigen, süssen und appetitanregenden Duft erfüllt. Aber zum Genuss dieser Leckerbissen hatte es Roch seine Weile. Denn dieser reine Honigteig war hart, klebrig und zog sich wie Gummi. Zum Ziehen und Kneten wurden immer neue, kräftige Arme, Mägde vom Gut, geholt. Einige Wochen lang dauerte, täglich ein paar Stunden, dieses Ziehen und Kneten. Und wenn dann schliesslich die «Oma» beschloss, dass der Teig fertig ist, wanderte einige Tage hindurch ein Blech nach dem andern in den Ofen. Denn man machte ja Pfefferkuchen für das ganze Jahr. '. Aus dem Ofen kamen appetitlich ausschauende, mannigfach geformte Pfefferkuchen von verschiedensten Grossen heraus. Aber sie zu esSen; davon konnte noch keine Rede sein. Denn sie waren steinhart. Wenn sie die vorgesehene Zeit in der Speisekammer gelegen hatten, dann zerflossen sie im Munde und mancher wird i ihren

N°4 — DIENSTAG, 23. JANUAR 1940 AUTOMOBIL-REVUE DIE KLEI Mechanische Abnützung im Zündsystem Angesichts des ausserordentlich kurzen Zeitintervalls, innerhalb dessen bei einer bestimmten Motordrehzahl die Zündung erfolgen muss, um eine gute Verbrennung zu erhalten, spielt die Abnützung der mechanischen Teile des Zündsystems für den geordneten Lauf des Motors eine wichtige Rolle. Bei einem SechszyTindermotor springen an den Kerzen bei einer Motordrehzahl von 3000 U/Min, (entsprechend bei grösseren Wagen einer Fahrgeschwindigkeit u~n die 100 km/ St.) in jeder Minute total 9000 Zündfunken über. Die Kontakte müssen also bei einem einfachen Unterbrecher sekundlich nicht weniger als 150 mal öffnen und schliessen. Sind sie richtig eingestellt, so bleiben sie jedesmal vielleicht 4/1000 Sekunden geschlossen. Haben sie sich abgenützt, so berühren sie sich weniger lang und die Zündzeiten stimmen nicht mehr. Ein Verschleiss der mechanischen Teile des Zündsystems kann sich in verschiedener Weise aussein, so in Fehlzündungen des Motors, in Ueberhitzung, Klopfen, mangelhaften Fahrleistungen, Aussetzen bei hohen Tourenzahlen usw. Allerdings brauchen diese Erscheinungen bei Abnützung der Zündungsteile nicht unbedingt aufzutreten. Beispielsweise kann der Motor trotzdem im Leerlauf schön rund drehen und lediglich in der Leistung bei voller Belastung sowie höheren Tourenzahlen etwas nachlassen. Verteilerantrieb. Falls da« Verteilerantriebszahnrad infolge eines abgescherten Sicherungsstiftes oder -keils lose auf 6einer Welle sitzt, so lässt sich der Motor oft nicht in Gang bringen und die Zündzeiten verändern sich in unerwünschter Weise. Dasselbe tritt ein, wenn ein Zahnrad gebrochen ist oder schlecht einspurt. Bei Doppelunterbrechern stört ein Defekt oder Abnützung an „irgendeinem Teil des Verteilerantriebs, wie Veitei'erzabnräder, Verteilerwe.Ue und Verteilerlager die Synchronisation der beiden Unterbrecherhämmer und die Leistungsfähigkeit des Motors vermindert eich. Auch kann damit ein dauerndes oder kurzzeitiges Aussetzen des Motors bei hohen Drehzahlen zusammenhängen. Falls der Verteilerantrieb wegen Abnützung oder mangelhafter Montage nicht richtig fluchtet, kann ein hässliches Klopfgeräusch im Verteiler die Folge sein. Hat die Verteilerwelle in ihren Lagern zuviel Spiel, so wirkt sich dies in einer. Veränderung des Unterbrecherkontakt - Abstandes und einer Verschlechterung der Zündung in mindestens der Hälfte der Zylinder aus. Die Zündung erfolgt dann wegen des übermäßigen Radialspiels der Verteilerwelle nicht mehr in allen Zylindern im richtigen Zeitpunkt. Auch Startschwierigkeiten und Aussetzen der Zündung bei höheren .Drehzahlen kann damit zusammenhängen. Das Zahnspiel im Verteilerantrieb beträgt normalerweise nur 4—5/100 mm und darf auf keinen Fall über 8—12/100 mm steigen. Weiter sollte die Verteilerwelle auf Exzentrizität geprüft werden, da sonst bei einfachen Unterbrechern der Kontaktabstand für die verschiedenen Zylinder nicht gleich gross ausfällt und bei Doppelunterbrechern die Synchronisierung leidet. Man kontrolliert die Welle hierauf bei jeder Vollöffnungs-Stellung des Unterbrechernockens, indem man durch leichten Fingerdruck das Spiel dar Welle in der Richtung der Kontaktöffnung beseitigt und gleichzeitig den Unteribrecherkontakt-Abstand misst. Das freie Radialspiel der Verteilerwelle in ihren Lagern sollte normalerweise 1—3/100 Millimeter nicht übersteigen und wenn es mehr aie 5/100 mm beträgt, so empfiehlt sich ein Ersatz der abgenützten Teile. Obigem freien Spiel entspricht ein Bearbeitungsspiel von cir-S/lOO mm zwischen 'Verteilerwelle und Lagerbüchse im. neuen, sowie 1/10 mm im abgenützten Zustand. Besonders bei vielzylindrigen Motoren ist eine Begrenzung "des Spiele im Verteilerantrieb wichtig. Ein einwandfreies Arbeiten der Verteilerwelle mit dem Unterbrechernocken sowie der Unterbrecherplatte bei Verteilern mit Vakuum-Zündverstellung sind ansserordentlich' wichtig, da andernfalls eine richtige Einstellung der Zündung nicht gelingt und der Motor nicht so schön rund läuft wie gewünscht, weil sich der Zündpunkt für die einen Zylinder vor- und für andere zurückverschiebt. Wenn die Lagerstellen des Verteilers zu lärmen beginnen, so wii-a dies meist auf Abnützung zurückgeführt. iEs ist jedoch sehr wohl möglich, das« der wirkliche Grund in einer Verschmutzung der Lager liegt und sich die Störung durch Reinigung in dtr üblichen Weise beheben lässt. Der Unterbrechernocken. Durch den Verschleisä des Unterbrechernockens wird der Oeffnungs- und Schliesspunkt der Unterbrecherkontakte nicht unbeträchtlich verschoben, da die einzelnen Vorsprünge der Nockenoberfläche allmählich eine ganz andere Form annehmen. Durch diese Veränderung wird auch der Unterbrechernocken-Winkel, d. h. der Winkel, währenddessen die Unterbrecherkontakte geschlossen bleiben (siehe Figur 1 links oben), in Mitleidenschaft gezogen. Die Grösee dieser Winkel sollte bei allen Nockenseiten rundum möglichst übereinstimmen. Jedenfalls dürfen sie nioht mehr als 2° voneinander abweichen. Sind die Vorsprünge des Unterbrechernockens ab- Figur 1. Bilddarstellung der Wirkung der Abnützung im Unterbrecher. Oben links Die ausgezogenen Linien zeigen die normale Form, die punktierten Linien die des abgenützten Unterbrechernockens. Oben Mitte: Uebermässiges Spiel der Verteilerwelle in ihren Lagern wegen Abnützung. Unten links 4 Normaler Unterbrecherkontakt- Abstand, Unterbrechernocken und Reibblock. Unten Mi 11 e .Wirkung des seitlichen Spiels der Verteilerwelle in ihren Lagern. Verminderung des Unterbreoherkontakt-Abstandes. Rechts aussei: Einfluss von VeTschleiss des Reibblocks auf Untepbrecherkontakt-Abstand. genützt, so fällt der Züpdstrom manchmal bei einzelnen Zylindern abnormal niedrig aus und die hohen Drehzahlen aus. Zündung wird unregelmässig. Bei höheren Drehzahlen setzt sie dann oft ganz aus. nfttzen sich ständig etwas ab, was eine Verände- Die Unterbrecherkontakte Bei ungleichem Verschleiss der verschiedenen rung des Zündpunktes bedingt. Sie müssen also von Vorspränge des Unterbrechernockens ist es unmög- Zeit zu Zeit nachgestellt oder ersetzt werden. lich, den Unterbrecherkontakt-AlwUad richtig einzuregulieren. Zur Prüfnnf des Dnterftt«- chernockens auf unsymmetrische Abnützung verwendet man «in Mikrometer,womit der Nocken diagonal über je zwei gegenüberliegende Vorsprünge gemessen wird. ,Die verschiedenen Masse sollten übereinstimmen. Andernfalls ist der Verschleiss ungleich stark. Aehnliche Messungen können auch mit Hilfe einee Zeigermesegeräts vorgenommen werden, da« man am Verteilergehäuse befestigt und mit dem man feststellt, wie weit der Unterbrecherhebel von jedem einzelnen Nockenvorsprune. angehoben wird. Der Reibblock. Eine ungenügende Schmierung des Unterbrechernockens erhöht die Reibung und zieht eine übermäseige Erhitzung des Reibblocks nach sich. Das führt zum Austrocknen, wenn nicht gar zum Bruch des Blocks, sowie in vielen Fällen zum Anrosten des Unterbrechernockene, der in diesem Falle zu ersetzen ißt. Eine Abnützung des Reibblocks hat eine Verringerung des Unterbrecherkontakt-Abstandes und damit unter Umständen Fehlzündungen sowie Startschwierigke'iten zur Folge. Ausserdem kann diese FFgur 2. Querschnitt eines Verteilers. Mit einem Stern bezeichnete Teile sollten auf Defekte oder Abnützung geprüft werden. *1 = Verteilerrotor und Knopf. *2 == Verteilerdeckel. *3 = Kondensator. *4 = Feder im Zündversteller. *5'und 6 s= Zündverstellergewicht. , 7,= Schmierbüchse des Verteilers. *8 — Verteilerwelle und Lager. 9 == Verteilerkörper. *1Ö =*= Kragen der VerteiKrwelle. *-t'l- = UnterbreoherheMf mit Reibblock 12'= Unterbrecherplatten-Einstellsehraube. 13 = Unterbrecherplatten-Feststellschraube. *14 = Ünterbrecherplatte. 15'== Kondensator. *16 = Unterbrechernoeken. Erscheinung Aussetzen bei höheren Drehzahlen sowie, ein,Verbrennen der Unterbrecberkontakte nacb sieh ziehen. Bei Doppelunterbrechern kann eine ungleiche Abnützung der beiden Reibblöcke die Synchronisierung stören. Denn gleichzeitig mit der Verminderung des Kontaktabstandes geht auch eine Veränderung der Unterbrechernockenwinkel einher, wodurch sich der Zündpunkt verschiebt. Unterbrecherhebel. Treten Fehlzündungen auf, obwohl alle Teile, die gewöhnlich hieran die Schuld tragen, in Ordnung befunden wurden, so prüft man, ob der Unterbrecherhebei locker sitzt. Meist treten dann die Fehlzündungen vor allem bei gewissen Vor- und Spätzündstellungen ein. Ganz ähnliche Erscheinungen sind oft auf eine lockere Unterbrecherplatten- Feststellschraube zurückzuführen. Auch hiedurch wird der Zündpunkt in unerwünschter Weise verschoben, was eine Ahnahme von Motorleistung, Höchstgeschwindigkeit und Beschleunigung, oft auch eine Ueberhitzung sowie Startschwierigkeiten mit sich bringt. BM Doppelunterbrechern wird zudem die Synchronisierung gestört. Ein stark abgenützter Unterbrecberhebel - Führungszapfen wirkt sich vor allem in Stsrtechwierigkeiten, ein Klemmen des Hebels auf den Zapfen in Aussetzern bei Zeigen sie eine übermässige Abnützung, so kann dies von einem Defekt des Unterbrecher- Kondensators oder dauernder U e b e r - Spannung in der Batterie wegen ständiger Ueberiadung herrühren. Beide Störungsursachen lassen eich leicht beseitigen. Auch ein zu geringer Unterbrecherkontakt-Abstand hat wegen Lichtbogenbildung gelegentlich einen raschen Kontaktabbrand im Gefolge, desgleichen ein langsames Oeffnen der Kontakte wegen Abnützung -des üntenbrechernockens. Zittern des Unte r' br e c h e r - h e b e 1 s mit unregelmäßiger Zündung kann dadurch entstehen, daes die Kontakte zu lange geschlossen bleiben. Da der Unterbrecherkontakt-Abstand den Zündpunkt beeinflusst, mues nach einer Nachstellung, einer Ueberholung oder einem Ersatz der Unterbrecherkontakte die Zündeinstellung kontrolliert werden. Dasselbe gilt nach einem Ersatz des Reibblockes. Der Unterbrecherkontakt-Abstand sollte am besten mit Hilfe eines Zeigermessgerätes reguliert werden, da die Oberfläche der Kontakte nicht immer glatt ist. Gewisse Ausführungen von Unterbrecherkontakten, so vor allem die aus Wismut hergestellten, neigen zur Oxydation an der Oberflache. Wahrscheinlich werden sie gerade durch diese Oxydschicht gegen raschen Abbrand geschützt. Bei allzustarken Primärströmen und -Spannungen wird jedoch diese Schutzschicht so dick, dass sie Startschwierigkeiten, verursachen kann. Der Unterbrecher und Kondensator des Sechsvolt-Zündsystems sind eben .nicht für Spannungen von mehr als 8,5 Volt gebaut, wie sie bei Ueberiadung des Akkumulators infolge 'Austrooknens bezw Sulfatierung oder wegen schlechter Kontakte im Ladestromkreis auftreten können. Man erkennt diese Störung, nebenbei gesagt, oft auch an der auffallend kurzen Lebensdauer der Lampenbirnen. Unterbrecherfeder. Falls die Feder des Unterbreoherhebels gebrochen ist, so läuft der Motor bei Betätigung des Anlassers meist gar nicht an. Ist sie nur erlahmt, so wirkt sich dies in Startschwierigkeiten, Ueberhitzung, Abnahme der Leistungsfähigkeit und Fehlzündungen aus. Der Druck der UnterbreoheTfedern wird vom Konstrukteur meist mit einer Toleranz von ungefähr ± 60 gr angegeben. Ist die Abweichung vom Idealwert grösser, so können sich Störungen zeigen. Beispielsweise eine zu schwache Feder gelegentlich ein Zittern des Unterbrecherhebels und damit Fehlzündung, da der Reibblock bei höhern Drehzahlen der Nockenoberfläche nicht mehr genau zu folgen vermag. Bei zu hoher Federspannung tritt andererseits eine unzulässige Abnützung von Unterbrechernocken und Reibblock ein. Nur in Ausnahmefällen wird es erwünscht sein, die Federspannung ein wenig über das zulässige MaSs zu erhöhen, dann nämlich, wenn ein Motor für höhere Drehzahlen frisiert werden soll. Man muss dann allerdings die erwähnte, stärkere Abnützung in Kauf nehmen. Auch müssen alsdann die Kontakte häufiger nachreguliert werden. Verteilerrotor. Falls die Kontaktbürste des Verteilerrotors weich oder abgenützt ist, kann der Motor bei hohen Drehzahlen aussetzen. Springt an den Kerzen kein oder nur ein schwacher Funke über, eo ist manchmal der Verteilerrotor selbst defekt. Automatische Zündverstellung. Die automatische Zündpunktverstellung geschieht nicht mehr in normaler Weise, wenn die Gegenfedern der Fliehgewichte im Zündversteller erlahmen. Der Zündversteller sollte deshalb auf der Zündprüfbank bei jeder Ueberholung des Motors genau kontrolliert werden. Hiezu ist der Verteiler mit jener Drehzahl anzutreiben, bei der normalerweise der Verstellmechanismus zu spielen beginnt, desgleichen mit der Maximaldrehzahl sowie jener Tourenzahl, bei der die volle Vorzündung eben erreicht werden sollte. Im allgemeinen ist eine Abweichung der Vorzündung vom Normalmass noch zulässig, wenn der Zündfunke nicht mehr als 2° zu früh oder zu spät überspringt. Arbeitet der Zündverste'ler nicht einwandfrei, weil er entweder klemmt oder zu leicht spielt, so kann der Motor zu Ueberhitzung und zum Klopfen neigen. Ausserdem nimmt seine Leistung dabei ab. Bei all diesen Abnützungserscheinungen empfiehlt es eich immer, die betreffenden Teile zu- ersetzen und sich nicht mit einer Reparatur abzugeben, die letzten Endes noch nicht befriedigen wird. Die fraglichen Ersatzteile stellen sich ja, so billig, dass es gewiss keinen Zweck hat, hierauf zu verzichten und damit gleichzeitig die Möglichkeit eines abermaligen Versagens sowie einer Verärgerung des Kunden in Kauf zu nehmen. °° die Marke des Vertrauens bedarf keiner besonderen Empfehlung. Kugellager zyiinder-Roiieniager 5 RQ-Kugellager-Verkauf s-AG Kegel-Rollenlager Tel. 5.89.66 ZÜRICH 2 bequem tragbar, auf dem Rücken oder vierhändig. -Prüfapparate n-Gleichrichter FERRIERGÜDELCo Für Montage und Reparaturen an Ort und Stelle Kleinem läge zum Schweissen und Schneiden Speziell geeignet für Grossbetriebe, techn. Unfallposten, Gas- u. Wasserwerke, Luftschutztrupps, Spengler u. Schlossereien etc. Sauerstoff- & Wasserstoff - Werke AG. Luzern Abt. Gase Abt. 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