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E_1940_Zeitung_Nr.004

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Die Zustellung der

Die Zustellung der Benzinrationierungsscheine Unzulänglichkeiten, die beseitigt werden sollten Das gegenwärtige Benzinrationierungssystem zwingt den Automobilisten und Motorradfahrer, auch wenn er des Vorteils der zusätzlichen Benzinmengen teilhaftig wird, zu sparsamstem Gebrauch des Betriebsstoffes. Jegliche unnütze Fahrten müssen vermieden, die geschäftlichen Fahrten rationell auf ein Minimum zurückgeschnitten werden. Bei der Einteilung der Motorfahrzeuge in die verschiedenen Kategorien nahm man hierauf in weitgehendstem Masse Rücksicht; in zahlreichen Fällen verwiesen die Behörden dabei auf die Möglichkeit, dass an Stelle des Autos teilweise Bahn, Strassenbahn oder... Autobus benützt werden könne resip. solle. Um so eigentümlicher berührt es daher, wenn im nämlichen Augenblick, da man vom Fahrzeugbesitzer den Verzicht auf alle nicht gerade nötigen Fahrten fordert, dazu anhält, alle zwei Monate seine neue Benzinrationierungskarte am Kantonshauiptort bei der kantonalen Motorfahrzeugstelle abzuholen. Dabei handelt es sich in Kantonen wie Bern, Graubünden, Waadt, Wallis, St. Galen um ganz beträchtliche Distanzen. Gewiss, einzelne Kantone haben die Möglichkeit geschaffen, durch Einsendung der Legitimationskarte die Zustellung per Post vornehmen zu können, aber auch diese Lösung vermag wegen ihrer Umständlichkeit nicht zu befriedigen und kostet zudem viel Geld, Arbeit und Zeit. Mit Beginn des neuen Rationierungssystems am 15. November 1939 sind einzelne Baselstadt plant 12orozentige Steuerreduktion für Fahrzeuge, welche ganzjährig in Verkehr bleiben. Seitdem der Kanton Baselßtadt im Jahre 1937 seine Verkehrssteuern gesenkt und eine Reihe von Zahlungserleichterungen in die Tat umgesetzt hat, konnten die Automobilisten anderer Kantone mit mehr oder weniger neidischen Blicken auf ihre Kollegen aus der Rheinstartt sehen. Allerdings, die Mobilisation und die Benzinrationierung wirkten sich auch für das Basler Autogewerbe katastrophal aus und trieben diesen Wirtschaftszweig an den Rand de« Ruins. Aber auch jetzt wieder, da der Ruf nach Abbau 8er Verkehrssteuern laut wird, um dem drohenden Marasmus zu steuern, auch heute wieder zeigt die baselstädtische Resierung offenes Gehör und Verständnis für ein derartiges Begehren, wiewohl sie darauf hinweisen kann, dass die bayerischen Steueransätze die niedrigsten der ganzen Schweiz seien und dass der Steuerertrag infolge der 1937 durchgeführten Reduktion um 115.000 Fr. abgenommen habe. Weil sie jedoch festgestellt hat, dass das Autogewerbe in Basel rund 3000 Personen ernährt, dass der Absatz neuer Wagen völlig ruht und dass Ende 1939 insgesamt 1020 Fahrzeuge still lagen (verdichen mit 1251 im Jahr 1938), wobei die 700 requirierten Wagen nicht mitgezählt sind, sucht die Reeieruns nach einem neuen Anreiz, der geeignet ist, die Wiederinverkehrsetzung von Fahrzeugen zu beeünstisen. Dass dieser Impuls unter den heutigen Umständen mehr denn je nur von der Seite einer Steuersenkung her kommen kann, leuchtet ein. Tatsächlich schlägt denn auch der Regierungsrat eine Ermässigung von 12% vor, die freilich nur jenen Fahrzeugen zustatten kommen soll, welche das ganze Jahr hindurch im Verkehr belassen werden. Mit dieser Massnahme hofft man, die Zahl der ganzjährig betriebenen Wagen um 500 erhöhen und zugleich nicht nur den Steuerverlust kompensieren, sondern auch dem Autogewerbe vermehrte Arbsltsmöqlichkeiten verschaffen zu können. Halter von mobilisierten Fahrzeugen, denen bereits ein Anspruch auf Steuerrückvergütung zusteht, müssten sich den bezogenen Steuerrabatt anrechnen lassen. Aus der Erkenntnis heraus, dass rasch gehandelt werden muss, wenn man retten will, was noch zu retten ist, beantragt die Regierung die Dringlicherklärung des Beschlusses. Kantone dazu übergegangen, den Versand von Legitimation&karte und Benzinrationierungsschein per Post zu bewerkstelligen, womit sie wirklich «Dienst am Kunden» geübt haben. Man ist aber schnell wieder davon abgekommen. Eine Aenderung des gegenwärtigen Abgabesystems der Benzinrationierungsscheine auf den 1. März 1940 erscheint daher als unumgänglich, wobei in erster Linie darauf Bedacht zu nehmen wäre, dass die Abholung der Karten nicht nur bei der Motorfahrzeugkontrolle am Kantonshauptort, sondern auch an den Bezirks- resp. Amtshauiptorten bei einer Behördestelle erfolgen kann. Darüber hinaus sollten sich Mittel und Wege finden lassen, um wie dies bei den Lebensmittelkarten zutrifft, die Zusendung per Post auf einfache und billige Weise zu ermöglichen. Mit der Annahme der regierungsrätlichen Abänderungsanträge zum kantonalen Verkehrsgesetz und den Dekreten vom 26. Juni 1934 und 12. Januar 1938 durch den Grossen Rat ist die Einführung der Benzinsteuer im Kanton Tessin vollendete Tatsache geworden. Als erster, unter den Schweizerkantonen hat damit der Tessin diesen Besteuerungsmodus verwirklicht. Nach dem vom Parlament gutgeheissenen Dekret vom 10. Januar 1940 erhebt der Kanton von den Motorfahrzeugen folgende Steuern: a) eine Jahressteuer von Fr. 1.— pro PS oder Bruchfeüp davon, mindestens aber von Fr. 10.—. Diesp Abgabe ist fällig im Zeitpunkt des Bezüge der ersten Benzinrationierungskarte; b) eine Jahressteuer von Fr. 3.— pro Motorrad; c) eine Steuer von 15 Rappen auf jedem Liter Benzin, der dem Halter durch den Rationierungsschein oder durch Zusatzbewilligungen zugestanden wird; d) eine Steuer von 25 Rappen auf jedem Liter Brennstoff für Fahrzeuge mit Dieselmotor. Dabei darf jedoch der Gesamtbetrag dieser Taxen und Abgaben die bisherige Steuerhöhe in keinem Fall überschreiten. Die übrigen, mit dem Betrieb eines Motorfahrzeuges zusammenhängenden Gebühren werden wie folgt festgesetzt: Fr. 5.— für die Lernfahrbewilligung; Fr 6.— für den internationalen Verkehrsaueweie; Fr. 5.— für den internationalen Führerausweis; Fr. 15.— pro Nummernschilderpaar für Automobile; Fr. 12.— für Anhängerschilder; 7 Franken pro Schilderpaar für Motorräder und Fr. 4.— für den CH-Schild. Für die Wechselnummern stellen sich die Abgaben auf jährlich Fr. 30.—, wenn es sich um Automobile handelt und auf Fr. 10/— bei Motorrädern. Lastwagen mit Anhängern entrichten eine Wechselnummergebühr von Fr 50.— pro Jahr, Personenwagen mit Touristenanhängern eine solche von Fr. 20.— Sofern der Fahrzeughalter die ihm zukommenden Rationierungsscheine nicht bezieht, hat er die Nummern zurückzugeben wobei aul der Nichtbeachtung dieser Vorschrift Bussen von 20 bis 100 Fr. resp. 100 bis 1000 Fr. stehen, wenn das Fahrzeug missbräuchlich in Verkehr gesetzt wird. Für den Fall der Aufhebung der Treibstotfrationierung tritt in der Benzinsteuer eine Erhöhung um 10 Rappen pro Liter ein, wobei als Rasis die Brennstoffzuteilumg während der vorhergehenden Rationierungeperiode oder jene Treibstoffmenge angenommen wird, auf welche der Halter AUTOMOBIL-REVUE DIENSTAG, 23.. JANUAR 1940 Das lange Anstehen bei den Motorfahrzeugkontrollen bedeutet für viele einen Zeitverlust, besonders wenn die Organisation nicht einwandfrei klappt, wofür es ja an Beispielen in den letzten Monaten nicht fehlte. Bereits verschickt der Kanton Baselstadt die Benzinkarten auf besonderes Verlangen per Post. Die hiefür erhobene Gebühr von 3 Fr. ist aber zu hoch, wenn man bedenkt, dass die Zusendung der Lebensmittelkarten jeden Monat, d.h. zwölfmal im Jahr samt eventuellen Zusatzkarten nur 3 Fr. kostet. Es wäre eine sehr verdienstvolle Aufgabe der Sektion für Kraft und Wärme des Eidg. Kriegsindustrie- und Arbeitsamtes, hier helfend und regelnd einzugreifen. Einmal, damit sich die Kantone die Notwendigkeit dieses Dienstes am Kunden bewusst werden und durch Abgabe der Benzinkarten an den Bezirkshauiptorten und die Möglichkeit der postalischen Zusendung den Motorfahrzeughaltern entgegenkommen und zum andern, damit eine gewisse Einheitlichkeit Platz greift und für die postalische Zusendung keine übersetzten Gebühren verlangt werden. V Tessin führt die Benzinsteuer ein nach Massgabe der eidgenössischen Vorschriften über die Treibstoffrationierung Anspruch gehabt hätte. Ale Erlass dringlicher Natur trat das neue Dekret sofort in Kraft; überdies erstreckt 6ich dessen Geltung rückwirkend auf 1. Januar 1940. In den Kreisen der tesslnischen Automobilisten zeigt man sich, wie eine Zuschrift von dieser Seite beweist, über die Neuorientierung der Verkehrssteuerpolitik durchaus befriedigt, geht doch damit ein Postulat in Erfüllung, das die automobilistischen Organisationen unseres Südkantons seit Jahren verfochten haben und für dessen Verwirklichung sie Regierungsrat Celio Dank wissen. Denn — so wird in der erwähnten Einsendung argumentiert — bei der Beibehaltung des alten Systems der Hubraumsteuer hätte eine fühlbare Entlastung auch bei der Gewährung von Erleichterungen, wie sie einzelne andere Kantone gewährt haben, doch frommer Wunsch bleiben müssen und das im Hinblick auf die Knappheit der verfügbaren Treibstoffvorräte wie auf die Ungewissheit über die künftige Zuteilung. Angesichts der Schrumpfung des Handels, des Touristenverkehrs und damit der Umsätze im Gastwirtschaftsgewerbe und bei der durch die Rationierung bedingten Verbrauchsbeschränkung musste mit der Rückgabe mindestens der Hälfte aler Nummernschilder gerechnet werden, wodurch der Staat eine Einbusse von mindestens 600.000 Fr. erlitten hätte. Durch das neue Steuersystem hofft man den Verlust auf 420.000 Fr. vermindern zu können, wobei indessen die Neueinnahmen aus den Wechselschildern für Anhänger und aus der Gebühr von 1 Fr. pro PS noch nicht einmal mit in Rechnung gestellt sind. Eine weitere Milderung des dem Staat erwachsenden Ausfalls steht übrigens zu erwarten, wenn die auf das Frühjahr oder gegen den Sommer hin in Aussicht genommene Lockerung der Rationierungsschraube erfolgen kann. Ausserdem bietet das neue System Gewähr dafür, dass praktisch alle Motorfahrzeuge in Betrieb bleiben, eine Tatsache, welche den zahlreichen, mittelbar und unmittelbar am motorischen Strassenverkehr interessierten Kreisen und damit auch der allgemeinen Wirtschaft zum Vorteil ausschlägt. Dabei kommt auch der Fiskus besser weg, weil ihm gewisse Opfer, die er in steuerlicher Hinsicht namentlich gegenüber dem Autound Fremdenverkehrsgewerbe fast unvermeidlich hätte darbringen müssen, erspart bleiben. Und die Interessen der Landesverteidigung werden wirksam gewahrt, weil die Instanzen, in deren Hand diese schwere Aufgabe liegt, wissen, dass sie jederzeit einen immerhin nicht unbeträchtlichen Bestand an Vehikeln in fahrbereitem Zustand vorfinden. Die schweizerischen Treibstoffimporte Im Monat Dezember wurden 65.473 q Benzin gegenüber 140.974 q in der vorjährigen Parallelperiode importiert Somit stellt sich der beträchtliche Dezemberausfall auf 75.501 q. Insgesamt sind im Jahre 1939 1.885.475 q Benzin im Werte von 26,3 Mill- Fr., gegenüber 2.005.299 q im Betrage von 25,8 Mill. Fr. im Jahre 1938 eingeführt worden. Auf 1939 entfällt somit eine Mindereinfuhr, vornehmlich bedingt durch die Kriegslage seit anfangs September, von 119.824 q. Eine gegenteilige Einfuhrentwicklung verzeichnen die insbesondere für den Lastwagenverkehr und für die Armee benötigten Mineral- und Teeröle zum Antrieb von Fahrzeugmotoren. Obschon die Dezemberimporte einen kleinen Rückgang im Vergleich zum letzten Berichtsabschnitt des Jahres 1938 in der Höhe von 245 q zu verzeichnen haben (DezemberinKporte 1939 : 16.436 q, Dezember 1938 : 16.682 q), konnten im Verlaufe des ganzen Vorjahres 161.817 q dieser Treibstoffkategorie eingeführt werden, gegenüber 158.064 q im Jahre 1938 bei einem Werte von ungefähr je 1,5 Mill. Fr. Weiterhin rückläufig entwickelten sich die Importe von Petroleum zum Antrieb von Fahrzeugmotoren. Im Dezember 1939 stellte sich die Einfuhr dieser Treibstoffe auf nur noch 368 q gegen 2758 im Dezember 1936, so dass allein für die letzte Vergleichsperiode eine Mindereinfuhr Von 2390 q resultiert. Die Importe während des Jahres 1939 stellen sich bei dieser Zofflposition auf 10.985 q im Werte von 127.000 Fr. gegenüber 14.983 q im Vorjahre, die einem Einfuhrwerte von 180.000 Fr. entsprachen. Daraus resultiert somit für das letzte Jahr ein um 3997 q kleinerer Import Demgegenüber hat die Einfuhr von Petroleumsurrogaten für den Antrieb von Fahrzeugmotoren während des ganzen tetztjährigen Berichtsabschnittes im Vergleich zu 1939 eine Mehreinfuhr von 517 q zu verzeichnen, obschon im Monat Dezember gegenüber dem Schlussmonat des Jahres 1938 eine Mindereinfuhr von 618 q resultiert Wie aus nachstehender Zusammenstellung rlber unsere Benzinlieferanten während des Monats Dezember 1939 im Vergleich zu demjenigen des Jahres 1938 hervorgeht, sind wesentliche Veränderungen zu verzeichnen, die restlos dem Konto Kriegslage zuzuschreiben sind : ..Dez. 1939 Dez. 1938 Deutschland — 6150 kg Frankreich 51537 kg &53 kg Italien 743 674 kg 246 295 kg Belgien — 29 736 kg Niederlande — 187 024 kg Rumänien 2 049 247 kg 6 022 6S4 kg Iran 1015 a35 kg 3 588 625 kg Niederiändisch-Indien 410 kg 90 435 kg TJ S_A 2 647 613 kg 3 350 035 kg Mexiko — 18 029 kg Guyana 7 331 kg 557 516 kg 6 547 316 kg 14 097 432 kg Was schliesslich die Automobilisten und Motorradfahrer selbst anbelangt, so werden auch sie, trotz des relativ hohen Ansatzes der Steuer von 15 Rappen, deren Vorteile nicht verkennen, als da sind : die ratenweise Bezahlung, die Möglichkeit der Schilderriickgabe ohne Pflicht zur Entrichtung der ganzen Jahressteuer, das Aufhören jeglicher steuerlichen Belastung im Kriegsfall, bei der Requisition, bei ungenügender oder gänzlich unterbundener Treibstoffzuteilung, die Anpassung der Steuer an die Fahrleistung, die Möglichkeit, das Fahrzeug nur während einer bestimmten Zeitdauer zu benützen usw. F E U I L L E T O N Ein Mann entlaufen! Roman von Vera Bern. 6. Fortsetzung Direktor Römers Stimme wird drohend: « Also ich muss sehr bitten. Fehling... wir sind doch keine kleinen Kinder ! Ich habe keine Zeit, mich auf Rätselsipiele einzulassen !... Was ist geschehen ? Wanda stürzt auf die Diele hinaus, zum Hauptanschluss, schaltet sich in das Gespräch sin. Sie hat solch Herzklopfen vor rasender Freude, dass sie kaum begreift, was der Personalchef mit aufgeregter Stimme herausstösst: « Herr Direktor... neunzigtausend... es fehlen neunzigtausend Franken im Geldschrank !... Es ist unbegreiflich... ganz unbegreiflich... Schloss und Tür sind unverletzt !... Ich habe sofort dem Betriebsingenieur Mitteilung gemacht... Karsten hat jetzt in der Frühstückspause die ganze Arbeiterschaft im grossen Maschinensaal zusammengerufen ! Wir warten nur noch auf Sie, Herr Direktor ! > Als Antwort Römers blanke, befehtencb Stimme : t Ich habe Ihnen bereits erklärt, dass ich die Fabrik heute nicht mehr betrete ! Stössel hat ja als Prokurist alle Vollmachten. Schicken Sie ihn mir an den Apparat... Aber schnell! » < Aber das ist es ja, Hsrr Direktor > — Fehling kann kaum sprechen vor Aufregung — « Stössel hat einen Ohnmachtsanfall bekommen. Er ist noch immer nicht bei Besinnung !... Sie hatten ihm doch gestern die Kassenschlüssel übergebsn, damit er sie für die Zeit, da Becker Urlaub hat, dem zweiten Kassierer einhändigt. Stössel wollte sie ihm aber erst heute ausliefern. Als wir gestern abend zusammen nach Haus 2 gingen, Stössel und ich, sagte er mir noch : Wir haben hunderttausend Franken in der Kasse ! Ist doch prachtvoll, dass wir in unserer Fabrik nie vor dem Lohntag zu zittern brauchen !...» Römers Stimme schneidet ab mit einem bösartigen Untjrton, den seine Frau noch gar nicht kennt an ihm und der erzittern macht « Erzählen Sie hier keine Romane !... Fassen Sie sich kurz, ich habe keine Zeit! » < Jawohl, Herr Direktor. Aber das ist doch alles wichtig... Also ich betrete heute eine halbe Stunde nach Stössel den Kassenraum. Da steht er vor dem geöffneten Geldschrank und ksucht: neunzigtausend Franken!... neunzigtausend Franken, weg ! Weg !» Römer unterbricht: « Aber, Fehling ! Sie sagten doch, es hätten gestern hunderttausend im Geldschrank gelegen !» « Ja eben... eben ! Karsten kam gerade vorbei. Ich rief ihn herein. Gemeinsam zählten wir das im Schrank verbliebene Geld... es waren noch zehntausend Franken, die da lagen. Die übrigtn neunzigtausend waren fort!... Der Prokurist liegt in tiefer Ohnmacht ... kann auch ein Schlaganfall sein... der Arzt bemüht sich gerade um ihn !... » Und flehend fast : « Sie müssen kommen, Herr Direktor! Die Verantwortung ist zu gross für uns allein... es ist ja auch unfassbar, dass der Dieb nicht den ganzen Betrag genommen hat! Dass er gjrade zehntausend Franken übriggelassen hat!... Sollen wir die Kriminalpolizei verständigen, Herr Direktor?... Aber es ist doch wohl besser, wenn sie selb... > «Na, zum Donnerwetter, so lassen Sie doch dii Kriminalpolizei anläuten, das ist überhaupt Angelegenheit des Betriebstagenieurs ! » < Unsere Telephonistin in der Zentrale hat einen Weinkrampf bekommen... die Arbeiter murren, fühlen sich verdächtigt... Es sind unmögliche Zustände hier im Moment, Herr Direktor... auch Karsten verlangt Sie ! » Und wieder Direktor Römers Stimme, heiser vor Ungeduld, beinahe gebrüllt: « Verständigen Sie selbst die Kriminalpolizei, zum Donnerwetter ! Ich bin überarbeitet ... ich kann nicht mehr ! Keinen Tag mehr ! Keine Stunde mehr ! Schluss !» Zitternd lehnt Wanda an der Wand des Ganges. Wenn nicht einmal em solches Ereignis ihren Mann von der Reise abbringen kann — dann muss etwas Entsetzliches vorliegen ... Dann muss eine Frau im Spiele sein... eine zweite Frau, der er jedes Jahr anderthalb Monate seines Lebens schenkt... (Fortsetzung folgt)

DIENSTAG. 23. JANUAR 1940 AUTOMOBIL-REVUE a Zwischen Spreiteabaoh und Killwangen bat der Kanton Aarg^u im Jahre 1939 eine Betonstrasse dem Verkehr übergeben, die mit ihren drei Fahrbahnen ausserördentlich leistungsfähig ist. Besonderes Interesse verdient die beidseitige Anordnung von für den landwirtschaftlichen Fuhrwerkverkehr wie für Velo bestimmten Verkehrsbändern, wozu teilweise die alte Strasee benutzt wurde. Dadurch kann der motorisierte Straßenverkehr vollkommen ungehemmt von andern Strassenbenützern auf seiner eigenen Fahrbahn sich abwickeln. Die neue Walenseestraese ermöglicht eine schnelle Verkehrsabwicklung zwischen dem Kanton Graubünden und der Ost» resp. Zentralschweiz. Der Schweiz. BetonstrasSo.ibau (Fortsetzung von Seite 1.) Einen der wesentlichsten Vorteile des Betonbelages stellt eine Verlegungsmöglichkeit ohne kostspielige Unterbauarbeiten selbst bei wenig tragfähigem Untergrunde dar. In den meisten Fällen kann von der Erstellung eines Steinbettes überhaupt Umgang genommen werden. Bei kiesigem Untergrund lässt sich der Belag direkt auf dem gewalzten Kiesboden ausführen; bei lehmiger Beschaffenheit der Unterlage gentigt das Aufbringen einer 15 cm dicken Kiesschicht vollkommen. Der Betonbelag wird im allgemeinen zweischichtig ausgeführt, und zwar je nach den örtlichen Verhältnissen 15 bis 18 cm stark. Durch Anordnung von Quer- und Längsfugen räumt man dem Belag die mit Rücksicht auf Temperaturschwankungen notwendige Bewegungsfreiheit ein. Uebrigens : Um Rissbildungen in den einzelnen Platten zu verhindern, wird der Belag mit Rundeisen oder Stahldrahtnetzes armiert. Im weitern hat sich der Betonstrassenbau nunmehr auch für gefällsreiche Strassen als durchaus geeignet erwiesen. - ' Gegenwart und wohl auch Zukunft stellen an unser Strassennetz in ungeahntem Masse steigende Anforderungen — man denke nur an die zunehmende Motorisierung unserer Armee. Der Betonstrassenbau als äusserst solide, wenig Unterhalt erfordernde und die Verkehrssicherheit steigernde Belagsart dürfte deshalb in den kommenden Jahren zweifellos auch bei uns eine weitere starke Ausdehnung erfahren. Aus d«»«» Mantdnen Die Anpassung der Verkehrssteuern auf Zürcher Boden. Gottes Mühlen mahlen langsam, das gilt auch für die Anpassung der kantonalen Verkehrssteuern an die Benzinrationierung auf Zürcher Boden. Seit Anfang Oktober steht die Kantonale Strassenverkebrsliga in Verhandlungen mit der Polizeidirektion des Kantons, aber noch immer liegt kein positives Resultat vor. Allerdings ist in Zürich die Sachlage insofern sehr kompliziert und lässt sich nicht im Handumdrehen ändern, weil die Steueransätze im 1923er-Motorfahrzeuggesetz verankert sind und eine Aenderung nur durch eine Gesetzesrevision mit Volkabstimmung möglich ist. Ein weiter und umständlicher" Weg, um dem man aher nun einmal 'nicht herumkommt. Im Gegensatz zu andern, auf eidgenössischen Boden gefallenen Vorschlägen hat es sich denn auch rasch gezeigt, dass die Kantonale Strassenverkehrsliga mit ihrem Vorgehen, d. h. dem Vorschlag für ein kantonales Ermächtigungegesetz, den einzig richtigen und erfolgversprechenden Weg eingeschlagen hat Die Gesetzesvorlage, welche dem Regierungsrät die Kompetenz erteilen soll, eine Anpassung der kantonalen Verkehrseteuern an die Benzinrationierung und -Zuteilung vorzunehmen, wurde von der Kantonalen Polizeidirektion anfangs Januar dem Gesamtregierungsrat unterbreitet worden und es bestebt Aussicht darauf, dass dieser der Vorlage seine Zustimmung erteilen wird. Sie hat dann noch das Plenum des Kantonsrates zu passieren und es ist nur zu wünschen, dass sie auch dort Verständnis findet, damit das neue Ermächtigungsgesetz noch vor Ende März dem Volk zur Abstimmung unterbreitet werden kann. Sache des Regierungsrates wird «es sein, bis dahin eine Anpassung der Steuern vorzubereiten, damit die Erleichterungen sofort in Kraft treten können. Man wird sich hiebei darüber schlüssig werden müssen, ob die Anpassung in Form einer allgemeinen Steuerermässigung erfolgen oder ob das Solothurner System Anwendung finden soll, das sie auf diejenigen Kategorien von Motorfahrzeughaltern beschränkt, welche nach dem gegenwärtigen Benzinrationierungssystem nur sehr ungenügende Benzinmengen zugeteilt erhalten. V Strassen Glarnerlsches Tellstfick der Prajrelstrasse. Die Pläne für den Ausbau der Prageistrasse Vorauen-Kantonsgrenze werden gemäss den Verhandlungen dee g!arneri.«chen Regierungsrates vom 18. Januar 19W dem Eidg. Volkswirtschaftsdepartement zur Genehmigung unterbreitet. Unter Vorbehalt der Zustimmung der Landsgemeinde erklärt sich der Regierungsrat bereit, den auf den Kanton Glarus entfallenden Kostenanteil von Fr. 160 000 zu übernehmen. Autostrasse Haag-Utrecht vollendet. Das letzte Teilstück der 50 km langen Autostrasse Haag-Utrecht ist kürzlich fertiggestellt und dem Verkehr übergeben worden, freilich ohne beeondere Feierlichkeiten. Wie die deutschen Autobahnen besteht auch diese holländische Autostrasse aus zwei durch einen Grünstreifen getrennten Fahrbahnen, auf deren äusserer Seite sich ein Grünetreifen von 2 m Breite anechliesst. PirelH fabriziert künstlichen Gummi. Eine vom Pirelii-Kmizern gestartete neue Gesellschaft, die «Societa Industria Gomma Sintetica», hat die Herstellung von synthetischem Gummi aufgenommen. Neben ihrem Fabrikationsbetrieb beabsichtigt die Firma auch ein Handelegeschäft in der Form zu betreiben, dass sie die Beschaffung der für die Produktion von Kunetgummi notwendigen Rohmaterialien für die gesamte italienische Kunstgummi-Industrie, anderseits dien Vertrieb allen in Italien fabrizierten synthetischen Kautschuks übernimmt. Die neue Gesellschaft beansprucht also eine gewisse MonopokUllun*. Japan erhöht die Benzinsteuer. Einem Beschluss des japanischen Finanzministeriums entsprechend, erfährt die Benzinsteuer vom 1. Januar 1910 an eine Erhöhung von bisher 8 auf 13 Yen die Gai!one Damit hofft man, dem Staat eine jährliche Mehreinnahme von ungefähr 12 Mill. Yen zu verschaffen. Sfrassen und Verkehr Weiteres Absinken der amerikanischen Unfallziffern. Die Sicherheitskampagne, die seit dem Rekord- Unfalljahr 1935 in den USA geführt wird, hat zu einem weiteren Absinken der absoluten und relativen Unfallziffern geführt: Obwohl die Zahl der im Betrieb befindlichen Autos um rund 15% und die der Fahrkilometer um 20°/o zugenommen hat, sind doch «nur> noch kaum mehr als 30 000 Todesopfer des Verkehrs im letzten Jahr zu verzeichnen. Statt 10 beträgt die Zahl der Todesopfer pro 100.000 Fahrkiiometer nur noch 6,8; selbst optimistische Schätzungen vor 4 Jahren hatten sich darauf beschränkt, eine Senkung auf 8 als wünschenswert zu bezeichnen. Vielleicht noch drastischer wird das Bild, wenn man sich vergegenwärtigt,, dass zur Zeit in den USA noch 29 000 Menseben am Leben sind, die «normalerweise> den Tod durch einen Verkehrsunfall erlitten haben tnüssten. Die Häufigkeit von Autobränden. Eine amerikanische Versicherungsetatistik ergibt, dass immer einer unter neun Feueralarmen durch einen 'Autobrand verursacht wird. Je mehr das Publikum von einer fachmännischen Leistung nicht nur Dauerhaftigkeit, sondern ebensosehr Schönheit verlangt, desto mehr gilt für den Fabrikanten nur noch die einzige Devise, die vor Enttäuschung bewahrt: Qualität. Nitreclatin hat sich im Lauf der Jahre zu seinen alten Freunden ständig neue erworben und durch seine wachsende Beliebtheit bewiesen, wie sehr es den Ruf eines schweizerischen Qualitätsproduktes verdient. Ihr Maler oder Carrossier gibt Ihnen gern Auskunft über seine Erfahrungen. M»«tt«l " mU E C L A T I N AG., S O L O T H U R N , F A R B E N - U N D L A C K F A B R I K , T E L E P H O N 2 1 1 3 9 Ut lU»!Kt» (är^thei Das Auto im Dienste der Sektion < Haus und Heer». Wie wir hören, soll die Armee dieser Tage im Tessin einen Wagen requiriert haben, das einzige gegenwärtig in der Schweiz stehende Exemplar seiner Gattung, das Kino, Radio, Grammophon und Lautsprecher in sich vereinigt. Der Wagen ist durch den Vertreter der Firma von Locarno nach Bern übergeführt worden und befindet sich gegenwärtig bei der Sektion Haus und Heer. Nicht ausgeschlossen, dass ihm in Kürze 5—6 weitere folgen werden (in Italien laufen zur Zeit etwa 60 Stück davon), womit unsere Armee in vermehrtem Masse der Unterhaltungsmöglichkeiten teilhaftig würde, welche dieses «vielseitige» Auto in sich schliesst. Militärische Beförderungen. Mot. Leichte Truppen. " Zu Hauptleuten die Oberleutnants : 06 Jenny Max, St. Gallen. 06 Pessina Giovanni, Lugano. • 09 Wattenhofer Ernst, Erlenbach (Zürich). Zu Oberleutnants'-die Leutnants : 08 Gengenbacher Erwin. Basel. 11 Burren Otto, Thun. 11 de Loriol Francois, Bern. 11 Rösetti Floro, Castasegna. 11 Schwarzenbach James, Fribourg. 12 Boitel Jean Louis, vBasel. 12 Bühler Anton, Neuenburg. 12 Heberlein Hermann, Wattwil. i 12 Wegelin Andreas, St Gallen. 13 Beck Hermann, Utzenstorf. 13 Hammer Max, Solothurn. 13 Niggli Florian, Meilen. 14 Schaffner Jakob, Bern. Motortransportgruppe. ; Zu Hauptleuten die Oberleutnants: 06 Meyer Heinrich, Zürich. 01 Schlotterbeck Max, Binningen. 03 Hediger Heinrich, Thun. 05 Bischof Hermann, Frauenfeld. 07 Bodmer Hans, Zürich. 04 Hotz Adolf, Zürich. Zu Oberleutnants die Leutnants : 10 Hirt Peter, Lenzburg. 10 Holliger Alfred, Basel. 12 Schneider Kurt, Ennetbaden. 13 Handschin Eric, Liestal. 11 Martignalia Mario, Thun. 11 Tüscher Ernst, Zürich. 12 Amez-Droz Henri, Bern. 12 Morel Hans-Jürg, Küssnacht (Zürich). 13 Kappenberger Giovanni, Lugano. > 13 Kirchensteiger Johann, Wetzikon. 13 Mollinet Robert, Basel. 13 Suter Ernst, Arbon. 13 Sutter Emanuel, Basel. Zu Leutnants die Unteroffiziere: 09 Scholl Fritz. Wädenswil. 15 Luginbiihl Hans, Sitten. 10 Egger Hans, St. Gallen. 14 Nötzli Werner, Zürich. 17 Deuss Peter, Zürich. 14 Rutishauser Hans, Zürich. 96 Bachmann Willy, Bern. 16 Peter Hans, Liestal. 17 Bölsterli Paul. Einsiedeln. 17 Corbat Paul, Biel. 17 Hablützel Johannes, Zürich. 17 Meier Kaspar, Rothenburg 17 Von Selve Heinrich. Thun. 17 Schnyder Werner, Rosrgwil (Bern). 17 Spahni Hans, Winterthur. 17 Waltisbühl Rudolf, Zürich. 18 Burger Rudolf, Zürich. 18 Donau Werner, St. Moritz. 18 Erb Hu?o, Winterhur. 18 Hauri Alfred, Biel. 18 Koch Arnold, Basel. 18 Lachenal Francois, Basel. 18 Leutwyler Robert, Aarau. 18 Sickert Charles, Bern. 18 Sutter Jean, St. Gallen. 18 Tanner Heinrich, St. Gallen. 18 Travaini Giannino, Mendrisio. 18 Walder Ernst, Küssnacht (Zürich). 19 Volpers Eugen, Zürich, 18 Schäfer Eric, Bern.