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E_1940_Zeitung_Nr.001

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AUTOMOBIL-REVUE

AUTOMOBIL-REVUE DONNERSTAG, 4. JANUAR 1940 — N° 1 FAVORIT ELECTROPISTOL Drucks heisst m der Soldaten- ^äillilP^ spräche, wer sich vom innern oder äussern Dienst zu drücken weiss. Auch im innern Dienst Ihres Motors gibt es Drückeberger, nämlich die Kolbenringe, welche das Ocl und die Benzingase ohne Arbeitsleistung entweichen lassen. Darum ermüdet Ihr Motor so schnell und darum reicht Ihr Benzin und Oel nicht so weit wie bei andern. Montieren Sie Old Gold- Kolbenringe, welche die Zylinderabnützung progressiv kompensieren, immer genau abdichten und Oel und Benzin zu voller Arbeitsleistung zwingen! Old Gold-Ringe geben mehr Kilometer mit weniger Benzin. — Wir leisten Garantie für das gute Funktionieren richtig montierter Old Gold-Kolbenringe. Man hüte sich darum vor Verwechslungen mit andern mehrteiligen Bingen, die nicht auf dem gleichen Prinzip beruhen und achte auf den Namen 'iiiiiiiiiiiisOLD GOLD 1 " 111111111 spart Benzin und Oel Acar A.-fi. Das altbekannte Vertrauenshaus für alle Auto-Ersatzteile Bern Efflngerstrasse 6a, Tel. 26.084/85 Zürich Lausanne Seebofstr. 15, Tel. 26.828/9 5, av. Ruchonnet, Tel. 32.567 Die Frostschutzscheibe 100% SchweizerfabrikatT Spezialität: Ausführung in Sekuritglas nach Wunsch. Für jeden Wagen ein passendes Modell. Spezialaus- ,führungen für Autobus, Trolleybus, Strassenbahn, elektr. Lokomotiven, Flugzeuge etc. Royal-Favorit, klare Sicht bei jedem Wetter Überall zu haben CHEVROLET Reichhaltiges Lager kontrollierter Eintausch - Objekte, ' auch andere Marken, insbesondere Kleinwagen von 3-8 Steuer-PS - zum Teil wenig gefahren, mit Garantie. PEUGEOT -OCCASIONEN Unverbindliche Besichtigung! Reparaturen in einer Stunde! ZÜRICH Telephon 52.315 Hardturmstr. 78 «In Christian Rubi (Wengen) hat der Schweizerische Skischulverband einen technischen Leiter, der von der Picke auf im Skiunterricht gewirkt hat. Seine skitechnischen und methodischen Fähigkeiten sind ja schon oftmals gewürdigt worden....» (Saisonbeilage der Neuen Zürcher Zeitung). '' Detaillierte Angebote durch: FIAT AUTOMOBIL-HANDELS A.O. Die praktische, im Taschenformat erschienene SKIFI von Christian Rubi A uto "Heizungen FABRIK-NIEDERLAGEN • Walker & Cie., Bern Belpstrasse 24 Telephon £ 87 01 C. Schaefer, Zürich liimmatstiasse 210 Telephon 7 37 30 zeigt in kinematographischer Folge die einzelnen Phasen jedes Schwunges; auf der gegenüberliegenden Seite erklärt Chr. Rubi in der ihm eigenen, leichtverständlichen Sprache, auf was es besonders ankommt. Die Skifibel ist nicht nur für Anfänger, sondern vor allem auch für jene, denen der letzte Schliff noch fehlt, der Leitfaden, den sie brauchen, um sich, frei von «Krampf» und Übermüdung, den stilsicheren und leichtbeschwingten Skilauf anzueignen. Preis Fr. 2.—. In jeder Buchhandlung erhältlach. Verlag Hallwag Bern. Bern -Zürich -Basel • Lausanne Verlae, Druck und Cliches: HALLWAG A.-G., Bern. Für wirkungsvolle Inserate: Hallwae-Cliches I

BERN, Bonnerstag, 4. Januar 1940 Automobil-Revue - II. Blatt, Nr. 1 «Wissen Sie, Fräulein, ich suche und suche. Sie dachte: «Warum küsst er mich nicht? Sie wurden einander vorgestellt und sagten, dass es sie sehr freue. Dann sprachen sie von Politik. «Was halten Sie von der neuen Regierung?» frug er. Ueber die Politik kamen sie zur Philosophie, Philosophie des Lebens, Philosophie der Liebe, «Ich spreche natürlich rein objektiv», sagte er zu ihr. FLIR T «Ich natürlich auch», erwiderte sie. Die sexuelle Frage wurde angeschnitten. Man behandelte sie sachverständig. «Mir liegt jeder frivole Gedanke fern, ich spreche wie ein Arzt», sagte er. «Und ich wie eine Medizinerin», ergänzte sie den Satz. Aber alle Theorie ist grau. Man wurde persönlich. Liebkosungen ersetzen die Worte. «Liebst du mich?» ... Küsse. «Wie lange?»... Küsse. Sie sassen im dunklen Parke, wo die Luft parfümiert war von Liebe und Jasmin... Die Küsse wurden immer heisser, drängender. «Du bist egoistisch und rücksichtslos, ich leide... entweder, oder?» «Es ist unmöglich.» «Also adieu!» Sie gingen nach Hause. Die Nacht war schwül und erwartete das Gewitter. Er hatte ein Zimmer gemietet. Zweimal wöchentlich bildeten sie sich ein, glücklich zu IV. Das Zimmer ward gekündigt. Man brauchte es für einen soliden Mieter, mit Frühstück und Familienanschluss. Schauplatz der Handlung war nun wieder der Park, der Wald, der Nachhauseweg. «Liebst du mich noch?» \ «Aber ja,..» ^"viDii bist so verändert, warum bist du nicht mehr wie früher?» «Schau, Liebchen, man kann nicht immer in zärtlicher Stimmung sein... Du kannst nicht mehr von mir verlangen.» Die Liebe ward lang und langweilig. Der Spaziergang war schweigsam und endlos. «Ja, so ist es, über die Freundschaft kommt man zur Liebe, über die Liebe zur Freundschaft, das ist der ewige Kreislauf. Uebrigens, ich spreche ganz objektiv», sagte Hans Heini Baseler. Gekrönte und ungekrönte Könige König Gustav von Schweden ist bekanntlich unter dem Pseudonym «Mister G.» ein enragierter Tennisspieler. Vor einigen Tagen gab anlässlich seiner Anwesenheit in Paris Präsident Lebrun dem König zu Ehren ein Essen, zu dem er auch den französischen Meisterspieler Jean Borotra einlud. Ihm erzählte der König triumphierend, wie es ihm kurz zuvor gelungen sei, sein Inkognito zu wahren «Ich stand in Nizza und schaute ein paar ungen Mädchen beim Tennisspielen zu. Eine von ihnen sah mich stehen und rief ihren Freundinnen zu: ,Da guck mal den langen Alten, wie der sich langweilt ! Wollen wir ihn mitspielen lassen?' Und wissen Sie, woran ich gemerkt habe, dass mich wirklich keine von den Spielerinnen erkannt hat?» «Keine Ahnung, Majestät!» «Sie haben mich keinen einzigen Satz gewinnen lassen!» Ein König mit soviel Selbsterkenntnis — das muss ein fairer Spieler in jeder Hinsicht sein! epr Nachdem Heinrich Vül. von England fünfmal verheiratet gewesen war — zwei seiner Frauen liess er hinrichten — war bald wieder des Alleinseins müde und entschloss sich zu einer sechsten Ehe. Seine Wahl fiel auf die Schwester des Königs von Dänemark. Er sandte ihr einen eigenhändigen Brief, den sie ebenso beantwortete. Kurz und bündig schrieb die Prinzessin: «Ich danke für die mir zugedachte Ehre. Ich hätte sie mit Freuden angenommen, wäre ich so glücklich, zwei Köpfe zu haben. Da ich aber nur einen besitze und den gern behalten WHITCffflSrDU in IV J>er kalte Winter des Jahres 1812 — eine Geschichtsliige Napoleon I. hat selbst die Legende in die Welt gesetzt, sein Heer sei durch die russische Kälte vernichtet worden. Er wollte damit zum Ausdruck bringen, dass es höheren Gewalten zum Opfer gefallen sei, damit das militärische Prestige seiner Armee keinen Schaden leide. Von den meisten Historikern ist dann nachgeschrieben worden, dass der strenge russische Winter, der 1812 besonders hart gewesen sei und besonders früh eintrat, die Ursache der grossen Katastrophe war. Das ist aber ganz falsch. Wir haben heute die Möglichkeit, an Hand der zahllosen Berichte der Feldzugsteilnehmer, die zum Teil sehr genaue Berichte über das Wetter und den Thermometerstand gemacht haben, die meteorologischen Verhältnisse während des russischen Feldzuges nachzuprüfen. Es sei vorausgesandt, dass man es in den napoleonischen Kriegen nicht mehr so streng wie früher vermied, einen Krieg auch im Winter fortzusetzen, aber nach Möglichkeit trachtete die Heeresleitung doch danach, in festen Quartieren zu überwintern. Zweifellos hat Napoleon ebenfalls beabsichtigt, während der Wintermonate des Jahres 1812 in Moskau in Quartier zu bleiben. Jedenfalls war sein Heer nicht entsprechend für einen Winterfeldzug, oder nur sehr mangelhaft, ausgerüstet. Zieht man dabei noch in Betracht, wie unpraktisch die Ausrüstung der Armee zur damaligen Zeit noch war, wie wenig Schutz sie gegen Kälte und Regen bot — man denke nur an die engen Uniformen, die unförmigen Helme, den unpraktischen Zierat —, so ist es verständlich, dass eine derart ausgestattete Armee unter einer plötzlich einbrechenden Kältewelle, unter Schneestürmen und Glatteis geradezu aktionsunfähig werden musste. Die russischen Truppen waren mit Schafpelzen, Pelzmützen und Pelzhandschuhen ausgerüstet, ihre Pferde hatten einen besonderen Hufbeschlag erhalten, der ihre Verwendung auch bei Glatteis gestattete. Die französische Kavallerie, die Artillerie und der Train, deren Pferde nur die gewöhnlichen Hufeisen besassen, wurden dadurch nicht nur bewegungsunfähig, sondern verloren fast ihr gesamtes Pferdematerial, so dass der Nachschub vollkommen versagte. Die französische Armee war daher auf dem Rückzug von Moskau gezwungen, nach und nach ihre gesamte Bagage zu vernichten. So wurde kurz vor dem Uebergang über die Beresina der grösste Teil des Brückentrains verbrannt, mit dessen Hilfe es möglich gewesen wäre, die Brücken über die Beresina in wenigen Stunden zu schlagen. Der Herbst des Jahres 1812 war besonders lange schön gewesen, und die Kälte setzte im Winter dieses Jahres besonders spät ein. Am 19. Oktober verliess die französische Armee Moskau in der Absicht, in Smolensk zu überwintern. Es war herrliches Wetter. Von den russischen Einwohnern hörte man, dass man sich nicht erinnern könne, in dieser Jahreszeit je so schönes Wetter gehabt zu haben. Am 22. Oktober fiel Regen, der die Wege-grundlos machte, aber einige Tage später klärte sich der Himmel wieder auf. In der Nacht vom 27. zum 28, Oktober sank das Thermometer auf 4 Grad unter Null. Beim Abmarsch von Moskau zählte das französische Heer noch 110 000 Mann, zu denen sich im Laufe des Rückzuges noch 15 000 hinzugesellten. Zu Beginn des Feldzuges verfügte die grosse Armee über etwa 500 000 Mann. So stark war also bereits um diese Zeit die Armee des Kaisers durch die blutigen Schlachten, durch Krankheiten und sonstige Verluste reduziert. Obwohl noch keine strenge Kälte eingesetzt hatte, waren es bald kaum mehr als 50 000 Mann (!), die in geschlossenen Verbänden marschierten. Erst am 6. November setzte der eigentliche Winter ein. General Gourgaud sagt in seinem Buche über den russischen Feldzug ausdrücklich, es sei bis zu diesem Zeitpunkt in Russland weniger kalt gewesen als im preussischen Feldzug von 1807 und im spanischen Feldzug von 1808. Und der bekannte französische Schriftsteller Henry Beyle (Stendhal) schreibt in einem Briefe: «Die Kälte beträgt nur 2 oder 3 Grad, aber da man sich in Russland befindet, glaubt jeder, er müsse erfrieren.» Bei immer ungünstigerem Wetter marschierte das Heer auf Smolensk zu. Am 9. November traf der Kaiser selbst mit den Vortruppen in der Stadt ein. Hier harrte eine neue Enttäuschung des erschöpften Heeres. Die Depots an Lebensmitteln und warmer Kleidung waren fast leer, und was vorhanden war, wurde nur zögernd und schlecht verteilt. Mit leerem Magen kämpft und marschiert es sich aber auch bei schöner Witterung nicht gut. Am 11. November marschierte das französische Heer von Smolensk ab, am 26. und den folgenden Tagen fand der Uebergang über die Beresina statt. Erst dann setzte die grosse Kälte ein. Am 3. Dezember sank das Thermometer bis auf — 18 Grad Reaumur, in der Nacht vom 5. und 6. sogar auf — 28 Grad. Das sind allerdings Kältegrade, die auch in guter Ausrüstung schwer zu ertragen sind. Auf die Trümmer der grossen Armee — denn mehr als Trümmer waren es jetzt nicht mehr wirkte dieser Frost natürlich verheerend. Die mei- Szene aus dem Bückzug von Russland. Nach dem Gemälde von Philippoteaux,