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E_1940_Zeitung_Nr.008

E_1940_Zeitung_Nr.008

variablen Zuschlag auf

variablen Zuschlag auf dem Treibstoff. Dabei sollen die gegenwärtigen kantonalen Automobilsteuern für die Dauer der Mobilisation im Mittel der Kantonsansätze auf etwa die Hälfte reduziert werden, währenddem der dadurch entstehende Ausfall durch eine Benzinsteuer ausgeglichen würde, deren Ertrag den Kantonen zuflösse und in einer Art und Weise unter sie zur Verteilung gelangte, dass deren Einnahmen daraus jenen des Jahres 193S gleichkämen. Im Endeffekt brächte also die vom Eidg. Amt für Verkehr angeregte Lösung, auf dem Papier wenigstens, keine Erhöhung der fiskalischen Lasten. Allerdings aber setzte der Vorschlag bei jenen Kantonen, welche dem Fahrzeughalter in steuerlicher Hinsicht am weitesten entgegengekommen sind, wie z. B. bei Baselstadt, die Bereitwilligkeit voraus, diese Politik zugunsten einer Vereinheitlichung der, Steueransätze auf gesamtschweizerischem Boden preiszugeben. Dass jedoch die Neigung dazu gering sein würde, Hess sich voraussehen. Es ist denn auch gekommen, wie es zu erwarten stand ; die Ideen des Eidg. Amtes für Verkehr stiessen, nachdem sich schon zuvor die grossen, in der Via Vita zusammenigefassten Verbände wie TCS und ACS, unmissverständlich davon distanziert hatten, auch bei den Kantonen mit einer einzigen Ausnahme auf sehr energische Abtere Zentralisierung kein Verständnis aufzu- lehnung, nicht nur weil sie für eine weibringen vermögen und sich die Auswirkungen einer Abänderung des heutigen Besteuerungssystems nicht überblicken lassen, sondern auch weil keine ausreichenden Garantien dafür vorliegen, dass der Bund imstande sein werde, den Kantonen die vorgesehenen Anteile aus dem Ertrag der Treibstoffsteuer auszurichten. Mit ins Gewicht fiel bei der negativen Stellungnahme der Kantonsvertreter auch der Umstand, dass die Verwirklichung der in Aussicht genommenen Lösung einen weiteren Einbruch in die Finanzhoheit der Kantone bedeutet, nachdem ihnen der Bund ohnehin schon bald alle neuen Finanzquellen abgegraben hat. Im weiteren machte die Kritik aus dem Schosse der Konferenzteilnehmer geltend, die Umlagerung eines Teils der Verkehrssteuern auf den Treibstoff führe zu Unbilligkeiten, indem dadurch jene Automobilisten, für welche der Wagen ein unentbehrliches Werkzeug zur Ausübung ihres Berufes und zur Sicherung ihrer Existenz darstelle, wie z.B. für den Gewerbetreibenden, unverhältnismässig stärker belastet werde als jener, der das Auto mehr zu Vergnügungszwecken benütze. kungen sich, wenn nicht altes täuscht, in einer verminderten Wiedereinlösung der Schilder zeigen werden. Unter diesen Umständen aber liegt ein Entgegenkommen der Kanton in Form eines Steuerabbaues wohl in deren eigenem Interesse. Nicht dass das Problem der Benzinsteuer nach der Absage, welche die Kantone den veredeln. Diese Veredelung besteht darin, dass man das Benzin, oder auch höher siedende Teile des natürlichen Petroleums, einer chemischen Umwandlung unterwirft. Die Situation ist heute so, dass man Benzine, die man vor zehn Jahren unbedenklich auf den Markt gebracht hätte, in Benzine überführt, die eine höhere Octanzahl als das Ausgangsmaterial aufweisen. Es kann in diesem Artikel nicht auf die vielen angewendeten Methoden eingegangen werden, und ich begnüge mich mit einigen kurzen Angaben. Man spaltet entweder das Benzin, indem man es durch glühende Röhren, meist unter Druck, hindurchführt, wobei 'besondere Kontaktsubstanzen verwendet werden. Die andere Methode besteht darin, dass man niedrige Kohlenwasserstoffe, die z. B. gasförmig sein können, durch besonders chemische Methoden zu geeigneten Motorenbenzinen vereinigt, eine Methode, die es erlaubt, die Abgase, die man früher verloren gab, in wertvolle Produkte überzuführen. Man kann z. B. aus Propan (C 3 H 8 ) und Petan (C B H 10 ) direkt Isoactan gewinnen, eine Methode, die in vielen Varianten technisch erfolgreich ausgeübt wird. Derartige Reaktionen können selbstverständlich nur da ausgeführt werden, wo Petroleum vorkommt, und in der Schweiz ist es vollkommen ausgeschlossen, diese Industrie einzuführen. Das «1939 Process Handbook» gibt eine grosse Zahl derartiger Vorschläge wieder, die dem Interessenten warm zum Studium empfohlen seien. Die Fortschritte, die auf diesem Gebiete erzielt wurden, kann man daraus ermessen, dass Gedankengängen des Amtes für Verkehr erteJlt, endgültig abgeschrieben wäre. In seinem Schlusswort hat nämlich, wie wir vernehmen, Bundespräsident Pilet darauf hingewiesen, es gelte nun doch, die Stellungsnahme der Armeeinstanzen abzuwarten, die ebenfalls ein Wort in dieser Angelegenheit mitzureden haben. schon im Jahre 1936 mehr umgewandeltes Benzin auf den Markt kam als unverändertes natürliches Benzin, wobei zu beachten ist, dass auch die natürlichen Bentzine durch besondere Prozesse so verändert wurden, dass sie nicht mehr als «Naturbenzin» angesprochen werden können. Auch da, wo man kein umgewandeltes Benzin (gekracktes oder synthetisches) verwendet, werden besondere Mischungen und Zusätze fabriziert, die dem Naturbenzin vollkommen neue und wertvolle Eigenschaften geben. Es wurde nämlich gefunden, dass man durch richtige Mischung von gegebenen Benzinen neue Triebstoffe erzielen kann, die Octanzahlen bis zu 100 aufweisen. Derartige Benzine sind für die Aviatik heute schon unentbehrlich, und sie werden es sicher in wenigen Jahren für jedes beliebige Automobil sein, denn die Steigerung der Leistung beträgt in manchen Fällen 25 bis 50%! Als besonders günstige Zusätze haben sich neben Benzol und kleinen Mengen Alkohol gewisse Metallverbindungen erwiesen, über die nun einiges gesagt werden muss. Der beste Zusatz ist unbedingt das Bleitetraäthyl (Pb [C 2 H B ] 4), eine farblose, leichtbewegliche, sehr giftige Flüssigkeit, die man aus Bleinatrium und Chloräthyl leicht erhalten kann. Die Einführung des Bleitetraäthyls (die Amerikaner nennen es meist « Ethyl ») hat ün Hygienikerkreisen vor Jahren einen Sturm der Entrüstung hervorgerufen, und in der Schweiz ist z. B. die Verwendung dieses nützlichen Zusatzes gesetzlich verboten. Trotzdem hat sich dieser Zusatz erfolgreich durchgesetzt. Es werden in den Vereinigten Staaten von Nordamerika täglich 100 Tonnen Bleitetraäthyl erzeugt, und merkwürdigerweise haben sich die scheinbar berechtigten Befürchtungen der Wissenschaftler als vollkommen unbegründet erwiesen. Es sind, trotz vom 1. März bis 30. April 1940. Wir veröffentlichen Im nachstehenden die Ufertafeln für die nächste Ratfonierunjsperlode, umfassend die Zeit vom 1. März bis 30. April 1940. Ein Vergleich mit den Treibstüffmengen, welche die Behörden den Personenwagen- und Lieferwagenhaltern während des Zeitraumes vom 1. Januar bis 29. Februar 1940 zugestanden hatten, ergibt, dass die Zuteilung für die beiden nächsten Monate gleich bleibt. Auch in den Vorschriften, welche die Rationierune regeln (Versetzung in eine andere Kategorie, Bezug der Rationierungssclielne, Zusatzbewilligungen, Rekurse etc.), treten keine Aenderungen ein. Drlngllch- keiti- 210 180 160 140 120 100 90 Motorer.lolstunf (Steuer-PS): PS 7,51-15,5 PS 15,51 PS u. mehr 7,51-15,5 ! Liter Benzin 320 270 240 210 180 150 130 on AUTOMOBIL-REVUE OIENST.AG, 20. FEBRUAR 1940 — N° 8 Zur Frage der Automobilbetriebstoffe (Sohluss von Seite 1.) Keine Aenderung in der Treibstoffzuteilung während der 3. Rationierungsperiode Litr,rtafe! für Personenwagen 370 330 280 240 220 180 160 110 B 1 140 210 240 2 100 150 180 3 80 120 140 „ 1 100 150 180 ^ •>. fin 110 D — 70 80 Dringlich- Quant), kslts- tlts- Litertafel für Lieferwagen Mctorenltlttunr (SUner-pS): bis 7.5 PS 7,51-15,5 PS 15,51 PS u. mähr Liter Benzin 1 250 370 496 2 220 320 430 3 180 270 350 4 130 100 250 5 90 130 170 6 70 110 130 7 45 70 80 1 180 270 350 2 ISO 190 250 B 3 90 130 170 4 70 110 130 R AR 7fl Rfl 1 130 190 250 2 90 130 170 3 70 110 130 4 46 70 80 der allgemeinen Einführung dieses Zusatzes (man nennt derartige Zusätze «Antiknock», weil sie die Frühzündung und das Klopfen im Motor weitgehend verhindern), meines Wissens keine Schädigungen beobachtet worden, und die Vergiftungen, die da und dort auftreten, müssen jeweils Kohlenoxydvergiftungen zugeschrieben werden, die uns ja wohlbekannt sind. Als weiteren Zusatz verwendet man Bromäthyl (CjHjBr), eine leichtflüchi tige organische Verbindung, die zusammen mit Bleitetraäthyl einen klopffreien und auch gefahrlosen Betrieb des Automobils ermöglicht. Die Amerikaner gewinnen das nötige Brom für das Bromäthyl aus Meerwasser, welches auf rund 15 Tonnen 1 Kilogramm Brom enthält. Das Brom wird durch Chlor in dem Meerwasser in Freiheit gesetzt, darauf in Bromwasserstoff übergeführt und zum Schluss mit Aethylen zu Bromäthyl vereinigt (HBr + C 2 H 4 = Br—C 2 H B ). Der Zusatz von Bromäthyl bewirkt bei der Verbrennung des Benzins die Bildung von Bleibromid (PbBr 2 ), welches vollkommen unschädlich ist. Die Erfahrungen, die man in Amerika mit dem Bleitetraäthyl gewonnen hat, scheinen mir nun für unser Land von grösster Bedeutung zu sein. Nachdem sich die Bedenken gegen die Verwendung des Bleitetraäthyls als unbegründet erwiesen haben, muss man dieser Frage auch bei uns sofort noch einmal näher treten. Es scheint mir unberechtigt, eine technische Verbesserung nur deswegen abzulehnen, weil man irrtümlicherweise der Meinung war, dass sie gemeingefährlich sei. Die Steigerung der Energie, die durch einen Zusatz von Bleitetraäthyl erzielt wird, ist so gross, dass es ein grober Fehler ist, diesen Zusatz abzulehnen. Die Folge davon ist lediglich, dass wir in der Schweiz ganz unnötigerweise rund 20% zuviel Benzin verbrauchen. Bevor man also nach Ersatzprodukten sucht, ist es richtiger, sich die Erfahrungen Amerikas zunutze zu machen. Auf anderen Gebieten haben sich ja ähnliche Bedenken ebenfalls als unberechtigt erwiesen. Die Amerikaner sind die Ersten gewesen, die Kalziumarsenat zur Bekämpfung der Obstmade verwendet haben, eine Massnahme, die ebenfalls bei uns als gefährlich und höchst bedenklich bezeichnet wurde. Auch hier hat es sich gezeigt, dass die Befürchtungen der Fachleute unbegründet waren. Die Einführung von Bleitetraäthyl gäbe auch Gelegenheit, eine neue Fabrikation in der Schweiz einzuführen, denn die Ausgangsmaterialien, Chlor und Natrium, erzeugen wir seit langer Zeit im Lande, und Blei ist leicht erhältlich. Auch das Bromäthyl können wir ohne weiteres fabrizieren, denn Brom kann ohne die geringsten Schwierigkeiten aus verschiedenen Ländern eingeführt werden. Zusammenfassend würde ich ungefähr folgende Vorschläge machen, die unverzüglich geprüft werden sollten: 1. Es ist die Verwendung von Bleltetraäthyl als Zusatz zu Automobilbenzinen grundsätzlich zu gestatten, da die Erfahrungen gezeigt haben, dass damit keine bemerkbare Gefahr verbunden Ist 2. Es muss verboten werden. Benzine zu verwenden, die eine zu kleine Octanzahl haben, da damit der Verschwendung eines wertvollen Materials Vorschub geleistet wird. Angesichts der Tatsache, dass über 75 Prozent allen Motorbenzins In den USA einen Zusatz von Bleitetraäthyl enhalten (ca. 0,4 Prozent), sollte auch die Schweiz sich dazu entschltessen, unbegründete und durch die Tatsachen widerlegte Bedenken endlich fallen zu lassen. Jeden Tag einmal lässt sich ein Wortführer der Arbeiterschaft im Direktionsbüro melden. « Was ist nun mit dem Dieb und dem gestohlenen Geld ? » Hans Römer erwidert, jedesmal mit andern Worten : «Wir haben einen bestimmten Verdacht. Der Betreffende gehört nicht zur Fabrik. Ueberlassen Sie es uns, die Angelegenheit zu führen ! » Im Grunde seines Herzens ist er entrüstet. Sein Gerechtigkeitsgefühl sträubt sich dagegen, dass sich da irgendwo im Süden ein Verbrecher herumtreibt, der dreist erbeutetes Geld schamlos vergeudet, während es sich Hunderte von anständigen Kerlen gefallen lassen müssen, sich verdächtigt zu fühlen. Am folgenden Sonnabend — Hans ist gerade auf dem Sprung, als einer der letzten das Büro zu verlassen — betritt der Briefträger das Zimmer : < Eingeschriebener Brief! » « Der Betriebsingenieur soll kommen, wenn er noch da ist», gibt Hans über die Telephonzentrale. Karsten, der nach dem Fortgang der Arbeiter gerade seinen halbstündigen Kontroll- Wenn man im übrigen immer wieder die Behauptung hört, dass die Schilderrückgabe nicht jenes Ausmass angenommen habe, das man befürchtete und dass gegenwärtig in einzelnen Kantonen mehr Fahrzeuge laufen als im selben Moment des Vorjahres, wenn man also darauf ausging, das Argument der Stillegung als Folge der heutigen fiskalischen Belastung des Autos zu entkräften, so heisst das, die rosarote Brille etwas voreilig aufsetzen. Erst Ende März oder Anfang April, im Zeitpunkt somit, da genauere Zahlen über die Erneuerung der VerkehrsbewiHigutigen auf die Fahrsaison hin vorliegen, wird man zutreffende Vergleiche mit dem Vorjahr anstellen und ermitteln können, ob sich die steuerliche Belastung wirklich noch immer soweit im Rahmen des Tragbaren bewegt, dass ohne Gefahr einer hat besondere Methoden gesucht und gefunden, um ein gegebenes Benzin weitgehend zu Schrumpfung des Verkehrsvolumens auf eine Anpassung, d.h. Ermässigung, der Steueransätze verzichtet werden kann. Vergesse man immerhin nicht, dass den Motorfahrzeughaltern inzwischen eine weitere Benzinverteuerung beschert worden ist, deren Wirdurch die Werkstätten beendet hat, betritt in.Hut und Mantel das Direktionsbüro. «In Zukunft geben Sie mir bitte eine Postvolhnacht, Karsten. Unterschreiben Sie, bitte !... So danke.» « Guten Sonntag ! » Der Betriebsingenieur und der Briefträger verlassen den Raum. Hans Römer wendet den Brief um. Absender ?...: Hotel des Etrangers, Monaco. Ein Brief aus Monaco an die Firma ? ... Merkwürdig! Er ist der Sohn seines Vaters — er reisst den Brief nicht auf in fieberhafter Eile, er schneidet ihn so langsam und sorgfältig auf, dass das rote Siegel unzerbröckelt am Umschlag haften Weibt. Eine grüne Nummernliste der Spielbank von Monte Carlo fällt ihm entgegen. Sie umschliesst einen Verrechnungscheck des Credit Lyonnais über neunzigtausend Franken auf die Kreditbank. Order : Maschinenfabrik Vulkan. Kein Brief dazu. Nur quer mit Blaustift über die Spielbankliste geschrieben, mit verstellter Handschrift: Nehme an, dass Angelegenheit durch meine Rückgabe aus der Welt geschafft ist Keine Unterschrift dazu. Nichts. Aber es bedarf auch keiner Unterschrift: dem Becker musste jetzt eine Last von der Seele herunter sein! Wieder einmal fühlt sich Hans Römer dem Vater verbunden. Der war doch klüger gewesen als sie alle zusammen ! War ein ganz guter Psychologe: hatte den Becker gekannt, gewusst, dass ihm die Grosse fehlen würde, den gestohlenen Riesenbetrag so mir nichts dir nichts auf dem grünnen Casino.tisch den Zufällen einer Croupierhand auszuliefern! War eben wohl doch noch ein Unterschied, ob einer nach und nach zehntausend Franken veruntreute oder sich mit einem Schlage neunzigtausend aneignete !... Oder — hatte er gar mit diesen neunzigtausend Franken wirklich gespielt und sich ein kleines Vermögen gemacht ? Na, jedenfalls, die Sache war erledigt! Nun würden sich auch die Arbeiter wieder beruhigen. Hans Römer sieht auf die Öhr. Gleich am Montag würde er einen Anschlag in der Fabrik machen, die Rückerstattung des Geldes bekanntmachen, aber ohne den Namen des Diebes preiszugeben ! So war es wohl auch im Sinne des Vaters. Als Hans Römer den Fabrikhof überquert, liegt das grosse, rot leuchtende Gebäude aus Backsteinen schon in vorsonntäglicher Ruhe. Der Portier, am Eingangstor spielt mit der Katze, die sich schnurrend auf der Waage sonnt. Grüssend führt der Pförtner die Hand zur Mütze und denkt, dass die alte Mutter sich freuen wird, die er morgen besucht. Hans Römer nickt und gibt im Vorübergehen der Katze einen Klaps auf das glänzende Fell. Vergnügt pfeift er vor sich hin. Er freut sich. Er freut sich und wundert sich darüber ! Dann stellt er fest, wie stark im Menschen das Verlangen nach einem glückhaften Ausgang ist : Da hatte doch dieser Schuft, der Becker, den Kassenschran'k ausgeraubt! Frechheit ! Hatte die Fabrikleitung in kurze Zahlungsschwierigikejten gebracht! Unverschämtheit! Hatte die Arbeiterschaft in Unruhe versetzt! War schuld daran, dass er, der Sohn, vom Vater abgerückt war! Unerhört! Aber er hatte das gestohlene Geld zurückerstattet! (Fortsetzung folgt.)

— DIENSTAG, 20. FEBRUAR 1940 AUTOMOBIL-REVUE j&u6o und Fiskus Und der Benzinzoll? Man schreibt uns : In der Ostschweiz hat die Nachricht von der Erhöhung des Benzinpreises auf 55 Rap pen bei den Automobilisten Ueberraschung, um nicht zu sagen Bestürzung, ausgelöst, Vor allem wurde die lakonische Form de amtlichen Ankündigung kritisiert, die sich je den Kommentars über das Warum enthielt Ein wenig günstiges Echo hat auch das nach trägliche Bekanntwerden des Umstandes aus gelöst, wonach bereits im September die bis herige Pumpenkommission der Tanksäulen' besitzer um 1 Rapipen und die Marge des Grosshandels um 0,73 Rappen erhöht worden sei, alles zu Lasten des geduldigen Konsumenten. Dazu kommt in den Kreisen der ostschweizerischen Automobilbesitzer der im mer dringendere Ruf nach einer angemessenen Herabsetzung des exorbitanten Benzinzollansatzes. Man weiss an Hand analoger Beispiele, dass der Bundesrat solche ZoMermässigungen bei anderen Zollpositionen schon wiederholt vorgenommen hat, wenn sich die Gestehungskosten der betreffenden Importware franko Grenze wesentlich höher stellten. Eine solohe Korrektur erscheint beim Benzin um so angebrachter, als ja der Automobilist durch den Kauf des teuren rumänischen Benzins mithelfen muss, schweizerische Warenexporte nach dem Ausland auf dem Kompensationsweg zu ermöglichen Die Benzinpreiserhöhung kommt in einem Moment, wo in zahlreichen Kantonen Verhandlungen wegen Ermässigung der Verkehrssteuern im Gange sind und teilweise sehr gute Aussichten für Verwirklichung besassen. Durch die Verteuerung werden nun diese Bemühungen wieder gefährdet, denn es ist kaum mehr möglich, den infolge des Benzinpreisaulschlages gesteigerten Anreiz zur Schilderrückgabe rechtzeitig abbremsen zu können. Die Leidtragenden werden nicht nur Bund und Kantone, sondern auch der Beninhandel sein, denen ein weiterer Rückgang ihres Umsatzes wohl kaum erspart bleibt. Zu wünschen wäre schliesslich noch, dass die Eidg. Preiskontrolle einmal genau Rechenschaft über die Zusammensetzung des heutigen Benzinpreises von 56 Rappen ablegt. Man hegt im < "Automobilistenvolk » hierüber gewisse Zweifel und möchte sich durch vergleichende Angaben mit den bezüglichen Preiskomponenten vor Kriegsausbruch, d.h. Ende Juli 1939, Klarheit verschaffen. Damit könnte man von offizieller Seite etwas zur Beruhigung der Gemüter beitragen. Im übrigen erwartet man eine ebenso klare Auskunft auf die Frage : Was gedenkt der Bundesrat in Sachen Reduktion des Benzinzolls vorzukehren ? Eidgen. Benzinsteuer? — Nein! Eine Resolution der Sektion Wallis des T.C.S. Anlässlich ihrer Generalversammlung in Sitten nahm die Sektion Wallis des T.C.S. durch ihren Präsidenten; Herrn de Courten, eine Orientierung über die Frage einer eidgenössischen Benrinsteuer entgegen. Nach dem Projett der Bundesbehörden •würde diese Steuer in Form eines Zuschlags zum Benzin durch den Bund erhoben. Ein Teil der daraus resultierenden Einnahmen flösse "wieder an die Kantone zurück, wobei ihnen garantiert würde, dass diese Quote in keinem Fall geringer wäre als der Verkehrssteuer-Ertrag jedes einzelnen Kantons im Jahre 1938. Nach kurzer Diskussion hiess die Versammlung einstimmig folgende Resolution gut: Die Generalversammlung der Automobilsektion Wallis des T.C.S. hat nach Anhörung des Berichtes und der Anträge ihres Vorstandes zum Entwurf des Bundes Ober die Regelung der Motorfahrzeugsteuern, der die Einführung eines Zuschlags auf dem Benzinpreis vorsieht, aus der Erwägung, dass das Projekt binnen kurzem zu einer Erhöhung der gegenwärtigen Steueransätze führen miisste. dass diese Zentralisierung eine allgemeine Erhöhung der Steuern erleichtern und dass sie einen Einbruch in die Autonomlt der Kantone darstellen würde, beschlossen, sich mit allen Mitteln der Durchführung dieses Projekts zu widersetzen und den Vorstand zu beauftragen, beim Polizeidepartement und beim Zentralsitz des T. C. S. - alle erforderlichen Schritte einzuleiten, um eine Verwirklichung des Entwurfs zu verhindern. Zur Durchführung der Benzinsteuer Im Kanton Tessin erfahren wir, dass nach einer Aussprache zwischen dem kantonalen Polizeidepartement und den Verkehrs"verbänden beschlossen wurde, die Abgabe der Benzinrationierungsseheine und den Einzug der daraus fliessenden Beträge mit Beginn der nächsten Rationierungsperiode (1. März) den Tessiner Sektionen des A.C.S., des T.C.S. und dem Auto-Touring Ticinese zu übertragen. Die Bezeichnung der Stellen, an welchen die Rationierungsscheine bezogen werden können, sowie die Bekanntgabe der Vorschriften über das Inkasso, welches die Verbände damit für den Staat durchführen, erfolgt in einem späteren Zeitpunkt. Neuenburg gewährt Steuerrückvergütungen, nachdem es kürzlich noch nein gesagt hatte. Die neuenburgische Regierung hat mit Rücksicht auf die heutigen Verhältnisse beschlossen, die geltenden Vorschriften übet die Verkehrsstenera in dem Sinne abzuändern, dass eine teilweise Rückvergütung der Steuern für jene Fahrzeuge erfolgt, deren Halter im Jahre 1SH0 zum Militärdienst einzurücken hat. Die Rückerstattung wird, allerdings inir dann gewährt, wenn die Dauer des Aktjrdienstes 15 auf einanderfolgende Tage überschreitet und sowohl die Kontrollschilder als auch die Verkehrsbewilligung bei der zuständigen Behörde hinterlegt werden. Schon bei oberflächlicher Betrachtung stellt es sich heraus, dass die Neuenburger Behörden mit ihrer Geste gegenüber den Motorfahrzeugbesitzern auf halbem Weg stecken bleiben, denn sie lässt die Rückwirkung auf die Tier letzten Monate des Jahres 1039 vermissen. Stvassenverkeliv um der Lockerung der Verkehrsdisziplin zu steuern? Im Kreis der Betrachtungen, welche die « Schweiz. Beratungsstelle für Unfallverhütung» (Bern) ihrem soeben erschienenen Jahresbericht 1939 einleitend vorausschickt, nimmt das Nachlässen der Verkehrsdisziplin, das sich bald nach der Mobilisation einstellte, einen besonderen Platz ein. « Bei den Zivilpersonen » — ilesen wir da — besonders bei den Radfahrern, wurde die Einschränkung Das Gebot in Art. 25 des Motorfahrzeuggesetzes, dass der Führer sein Fahrzeug ständig beherrschen und die Geschwindigkeit den gegebenen Strassen- und Verkehrsverhältnissen anpassen müsse, erhält im Winter seine besondere Bedeutung, denn zu den zu berücksichtigenden Strassenverhältnissen gehört auch der Zustand der Strassenobertäehe. Ein stark angetrunkener Wirtshausbesucher verliess im Dezember 1937 nach Ein- yri* Was tun &©rha-Lastwagens verschaff* des motorisierten Strassenverkehrs benützt, um ohne Beachtung der Vorschriften herumzufahren. Linksfahren, Kurvenschneiden, Fahren ohne Licht gehörten zu den alltäglichen Verstössen. Aber auch bei den Militärpersonen musste eine mangelhafte Auffassung über die Verkehrsdisziplin festgestellt werden, weshalb in einem Armeebefehl auf die geltenden Vorschriften ausmerksam gemacht wurde. > Gegenmassnahmen drängen sich natürlich auf, soll nicht die Verwilderung weiter fortschreiten. Wenn die «Schweiz. Beratungsstelle > dabei einer Verschärfung der polizeilichen Kontrollen das Wort redet, so will sie diese jedoch keineswegs als Schikanen mit PaÜenibetrieb anigeifasst haben. Eine stetige und scharfe Ueberwachung werde Ton den Strassenbenützern bald bemerkt und genüge, um leichtsinnige Verkehrssünder auf den rechten Weg zurückzuführen. « Trotz der Ungunst der Zeit» — fährt der Bericht fort — « sind wir der Auffassung, dass auch in Zukunft der technischen Vervollkommnung der Strassenverkehrsverhältnisse alle Aufmerksamkeit geschenkt werden «oll». Ein weiteres Kapitel beleuchtet jen«n Sektor der Tätigkeit dieser Institution, der in der Beratung der Gemeinden bei Fragen der öffentlichen Sicherheit besteht, ein Gebiet, auf dem verschiedene Erfolge zu verzeichnen waren. Volle 36 Eingaben wurden im Berichtsjahr an städtische und kantonale Behörden zur Beseitigung von Gefahrenstellen und zur Verbesserung der Strassenverkehrsverhältnisse gerichtet, die fast überall Berücksichtigung fanden. Nicht weniger interessante Aufschlüsse vermittelt der Bericht auch dort, wo er sich über das Thema «Zustand der Fahrräder als Beitrag zur Verkehrssicherheit» äussert. Wohl enthält das MFG einige Vorschriften über die Ausrüstung der Fahrräder, was aber fehlt, ist eine allgemeine Bestimmung entsprechend der für Motorfahrzeuge aufgestellten, wonach diese nur in betriebssicherem Zustand verwendet werden dürfen. Was für das Auto recht, sollte für das Velo billig sein, denn die Sicherheit des Verkehrs hängt auch vom Zustand der Fahrräder ab. Da stecken nun die von der « Beratungsstelle > an etwas über 2000 Velos vorgenommenen Kontrollen bezeichnende Lichter auf: von 1835 Fahrrädern in drei Fabrikbetrieben entsprachen volle &$% den gesetzlichen Vorschriften nicht, wobei in 15% der Fälle die Glocke, in 7% die Hinterradbremse, in 22% die Vorderradbremse, in 21% die Reflexlinse, in 9% die (Beleuchtung zu Beanstandungen Anlass gab. Wenn der Bericht deshalb dieses- Kapitel mit der Bemerkung schJiesst: «Wir werden um die Forderung nicht herumkommen, dass sich die Polizeiorgane in vermehrtem Masse um den Zustand der Fahrräder kümmern müssen, dort wo diese ungenügend geschieht, » dann trifft er damit den Nagel auf den Kopf. Vorsicht bei Glatteis (Aas dem Bundesgericht.) brach der Dunkelheit das Lokal und betrat die vereiste Strasse Martigny-Sitten. Nachdem er erst dem Strassenrande gefolgt war, trat er auf die Fahrbahn hinaus, die er unter vielem Gestikulieren in einer Diagonale überqueren wollte, kam jedoch dabei zu Fall. In diesem Augenblick fuhr ein Automobilist mit 30—35 km Geschwindigkeit durch das Dorf; als er den Betrunkenen wahrnahm, bremste er, durfte aber des Glatteises wegen kein scharfes Abstoppen wagen und überfuhr den Subv.nficn.- Dor Sund unterstützt 3$(*r Afts«höflFi)n't'"4yrÄ-'efnen S»*< (rag \ü&ü'i€if : &$