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E_1940_Zeitung_Nr.008

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6 AUTOMOBIL-REVUE

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••'•••••...... * * BERN, Dienstag, 20. Februar 1940 Automobil-Revue - II. Blatt, Hr. 8 I Ma Lähmungen, Ausschlag, Fieber und Geistes-' krankheiten, Erblindung, Ertaubung und zahlreiche andere Gebrechen verursachen. Der Preis für die Heilung, die meistens gelingt, ist immer sehr hoch. Wenn es dem Gegen-Zauberer glückt, hinter die Schliche des Konkurrenten zu kommen, so ruft er das Dorfgericht zu einer geheimen Sitzung über den Verbrecher zusammen und beschuldigt ihn des Mordes oder der Körperverletzung. Immer leugnet der Zauberer, aber einmal vor Gericht, ist er meistens verloren. Das ungeschriebene Strafgesetzbuch der Bantuneger sieht nämlich vor, dass er sich einem Gottesurteil zu unterwerfen hat, dessen Art vom Gegenzauberer bestimmt wird. Dieser denkt sich meistens Dinge wie Sitzen auf einer glühenden Eisenplatte oder dergleichen Freundlichkeiten aus. Der Z.axk>zxvc kann die Probe natürlich nicht bestehen, da sein Konkurrent ihn daran hindert, Hokuspokus zu machen. Wenn in diesem Augenblick nicht die Behörden eingreifen, ist der Zauberer selbst ein toter Mann. Er wird öffentlich gespeert und sein Leichnam verbrannt, damit auch seine Seele vernichtet wird und nicht auf einen Nachfolger übergehen kann. Daran hat die Regierung aber nur ein beschränktes Interesse; ihr liegt nichts daran, dass Mord mit Mord und Verbrechen mit Verbrechen gesühnt wird, sondern daran, dass der Zauberer seiner Be- strafung durch die ordentlichen Gerichte geführt wird. Wenn der Gegenzauberer u/d seine Gefolgsleute den Zauberer umbringen/so werden sie selbst zum Tode verurteilt undAon Scharfrichtern der Behörden hingerichtey Das gestürzte Schreckensregime soll eben' durch ein neues ersetzt werden. Dennoci nehmen Kenner der Verhältnisse an, dass in abgelegenen Urwalddörfern Afrikas jährlich Hunderte von Zauberern von den Stammesgerichten verurteilt und exekutiert werden, nachdem sie selbst Tausende von Menschen umgebracht und noch mehr verstümmelt hatten. A. S. Pollan, Und das war eine Operationsbasis Mir ist, als ob ich ihn erst vorgestern noch gesehen und gehört hätte, den schnauzbärtigen, martialisch blickenden Obersten, der mit seiner Stimme so schön knarren konnte. Damals standen wir im Weltkrieg und an der Grenze lagerte, wie hlute",&*die' ganze "waffentaugliche, schweizerische Jungmannschaft. Wir wussten noch nicht, ob unser Land heil durch das ganze furchtbare Schlammassel hindurchkommen werde. Offiziersschüler waren wir damals, blutjung an Jahren, aber schon recht alt an dienstlichen Erfahrungen. Wir trugen allesamt die Wachtmeisterschnüre. Als wir in M zu unserer 120tägigen Offiziersschule einrückten, sahen wir als eine'der ersten und auffälligsten militärischen Erscheinungen einen schwer gestiefelten und gesporten Obersten vorüberschreiten, der uns allein schon durch seinen Feldherrnblick einschüchterte. Etwas später erfuhren wir, dass dieser Haudegen Militärgebgraphie erteilen werde. Wir atmeten auf: da konnte uns nicht viel geschehen, denn Militärgeographie, das war immerhin nur Theorie. Eine Offiziersschule zur Grenzbesetzungszeit aber war zumeist harte Praxis, wie wir zu unserem Leidwesen bald feststellen mussten. Es gab da Achtungstellung- Uebungen, bei denen wir eine gute halbe Stunde und länger stramm stehen mussten, indes uns ein falkenäugiger junger Major umschlich und bald dem, bald dem andern an die Oberschenkelmuskeln fühlte, um einwandfrei den Grad seiner Angespanntheit festzustellen. Wenn dann bald dieser, bald jener vor Schwäche beinahe umfiel, dann stellte er sachlich fest: «Ein jungerrr Mann von zwanzig Jahren ist nicht umzubrrringen.» Und damit hatte er recht. Das war eine der ernsteren Seiten unserer damaligen militärischen Karriere. Die heitere genossen wir aber ausgerechnet in der ... Militärgeographie. Der martialisch blickende, schnauzbärtige Herr Oberst, bei dessen erstem Anblick wir unsere Seelen schon einem Höheren empfohlen hatten, entpuppte sich als ein Vorgesetzter, bei dem man es ruhig riskieren konnte, eine Minute vor der ersten Theoriestunde — eben der Militärgeographie — noch im Bett zu liegen und dann mit «harter Entschlossenheit» diesen verweichlichenden Pfuhl zu verlassen und, nur mit Marschschuhen und Kaput bekleidet, in den Theoriesaal zu sausen.. Dort wurden alsobald sämtliche «Geheimnisse» unserer Landesverteidigung durchgenommen, immer unter dem Siegel strengster Verschwiegenheit, da wurde stählernen Blickes und mit drohend gehuschten Augenbrauen von strategischen Einfallstoren geredet und zum Schluss jeweils hinzugefügt: «Aber bitte, meine Herren, machen Sie keinen Gebrauch davon.» Die Herren machten denn auch tatsächlich nie Gebrauch davor, dafür um so mehr von der Möglichkeit «auszuruhen». Militärgeographie? Das war jeweils die erhebendste Tagesstunde; denn da wurde versäumter Schlaf nachgeholt. Da döste man friedlich, immerhin unter Beachtung gewisser Vorsichtsmassregeln dahin, denn wenn man erwischt wurde ..., man konnte immerhin nicht wissen. Nur einmal wurde dieser Quell ungetrübten Friedens jählings verschüttet. Das war, als der Herr Oberst infolge vorübergehender Unpässlichkeit durch eben jenen jungen, schneidigen und falkenäugigen Major ersetzt wurde, nach dessen Meinung ein junger Mann von 20 Jahren nicht umzubringen war. «Mein lieber Kamerad K., heute selbst schon nicht mehr jüngster Major, erinnerst du dich noch, was dann passierte? Erinnerst du dich, wie jener majorliche Ersatzmann mit einem diabolischen Lächeln und zum Entsetzen der ganzen Aspirantenklasse ankündigte, dass die Theoriestunde über Militärgeographie ausnahmsweise einmal ausfalle Von AG.U. Pozzy de Besta. und dafür eine Frühstunde in freier Gotteswelt ein- 1 geschaltet werde? Erinnerst du dich noch, wie wir alle schreckensbleich in unsere Zimmer zurücksausen wollten, um unsere, auf zwei ganze Kleidungsstücke zusammengeschrumpfte Toilette, Kaput und Marschschuhe, in aller Eile zu ergänzen, und wie dann dieser schneidige Major mit nicht minder schneidender Stimme und zynischem Lächeln erklärte, dass der Morgen viel zu schön sei, um auch nur eine Sekunde in der finstern Kaserne zu verlieren.» — «Also angetrrreten, meine 'Errren, aber soforrrt.» An diesem schönen, aber kalten Morgen wurde wieder einmal Achtungstellung geübt und der Herr Major konnte sich mit maliziösem Lächeln — ach wenn dieses Lächeln nur der T... geholt hätte — also der Herr Major konnte sich mit mephistophelischem Lächeln ohne das hinderliche Medium von Hose, Unterhose und Hemd von der Angespanntheit unserer Oberschenkelmuskeln überzeugen. An diesem schönen, aber kalten Morgen ging es über Ss-tock und Ss-tein und durch kalte Gewässer hindurch und an jenem schönen, aber kalten Morgen wurden wir von unsern etwas primitiven Ansichten über militärische Morgentoilette gründlich geheilt. Der alte schnauzbärtige Herr Oberst aber erschien bald wieder, schnarrender und martialischer denn je und weihte uns unter dem Siegel strengster Verschwiegenheit in die ganz grossen militärischen Geheimnisse des Landes ein. Und da geschah es eines Tages, dass er die inhaltsschwere Frage stellte, ob Wachtmeister K. wisse, was eine Operationsbasis sei. Eine lautlose, ja geradezu beängstigende Stille senkte sich über die Aspirantenklasse, denn Wachtmeister K. war berüchtigt für seine ebenso witzigen wie logisch unanfechtbaren Antworten, Wachtmeister K. machte seinem Ruf