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E_1940_Zeitung_Nr.015

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II AUTOMOBIL-REVUE

II AUTOMOBIL-REVUE DIENSTAG, 9. APRIL 1940 — N° 15 Der verrückte Chauffeur Von Giuseppe Marotta. Es war augenfällig, dass Frau Delia, die Gattin des berühmten Psychiaters Professor Guello, den jungen Albert Bracchi nicht zur Kenntnis nehmen wollte; und die Art, wie sie es tat, war schon etwas grausam zu nennen. Er war ihr innerhalb von zwei Monaten dreimal vorgestellt worden, und beim vierten Male sagte sie — und sah dabei in die Ferne, als betrachtete sie den Himalaya: «Ach, wenn ich nicht irre, so haben wir uns schon einmal beim Tennis gesehen.» «Und im Theater, und in der Villa d'Este, und...» wollte Albert ausrufen, doch die schöne Frau hatte sich bereits jemandem anderen zugewandt, und so blieb dem jungen Manne nichts anderes übrig, als sich ein verstecktes Plätzchen auszusuchen, wo er ungestört seine Unterlippe kauen und über sein Missgeschick nachdenken konnte. In diesem versteckten Winkel aber traf er seinen Vater an, der sich soeben eine Zigarre zurechtschniti und dem Sohne zurief: «Das ist gut, dass ich dich treffe! Es ist alles richtig gegangen und wir sind nun Hauptaktionäre der grossen .Autotaxi-Gesellschaft'.» «Autotaxi?» sagte Albert nach einer Weile des Schweigens. «Du fragst mich gerade so, als ob du noch nie eines gesehen hättest!» erwiderte der Vater etwas erstaunt und ärgerlich. «Die Guellos haben kein Auto», sagte Albert nachdenklich. «Der Professor will nichts davon wissen — na ja, Gelehrte haben oft ihre Schrullen — und Frau Delia ist gezwungea, immer ein Taxi zu nehmen, wenn sie ausgeht...» «Ich mache dich nur darauf aufmerksam», sagte der Vater und erhob sich, «dass du erstens wie ein^ Idiot dastehst und unzusammenhängende Worte redest, und zweitens mit der brennenden Zigarette Ochsenköpfe auf die Tapete zeichnest — wie es scheint, ganz mechanisch — gegen diese Tatsache an sich wäre ja weiter nichts einzuwenden, wenn dich nicht gerade jetzt die Dame des Hauses durch ihr Lorgnon angelegentlichst betrachtete.» Ach was! In diesen wenigen-Minuten hatte Albert ja den raffiniertesten Plan ersonnen! Und was die Tapete betraf, so konnten es Hunderte von Philosophen bestätigen, dass man nicht aufbauen könne, ohne zu zerstören. Am folgenden Tage sass Albert am Volant eines prächtigen Wagens der «Autotaxi-Gesellschaft» und ein Blick in den Spiegel überzeugte ihn, dass der falsche Bart und der Schnurrbart nebst der Chauffeurkleidung ihn um mindestens zehn Jahre älter und ganz unkenntlich machten. Ausserdem bedachte er, dass er dem Fahrgast ja grösstenteils den Rücken zuwenden musste. Es würde also vortrefflich gehen! Er würde bei der Villa der Guellos seinen Standplatz einnehmen, und so ein oder das andere Mal Frau Delila ganz für sich allein haben können! Der Plan war geschickt und durchaus verwegen, denn er wollte Frau Delia dann statt nach dem von ihr angegebenen Orte ganz einfach vor die Stadt hinaus fahren, dort den falschen Bart abreissen und ausrufen: «Ich bin Albert Bracchi, und ich liebe Sie!» — «Tollkühnheit» oder «Taxichauffeur aus Liebe» könnte man dieses Romankapitel überschreiben! So etwas haben die Frauen doch gerne — oder täuschte sich Albert, da vielleicht? Er stand noch nicht lange nahe dem Guelloschen Hause, als ihm das Herz zu hüpfen begann: Frau Delia kam aus dem Tore und steuerte geradeswegs auf das Taxi los. Wie graziös sie dahinschritt! So einen herrlichen Gang hatte nur sie! «Was wollen Sie denn da?» Mit Mühe brachte Albert, ganz rot vor Zorn, diese Worte heraus. Ein älterer Herr war Frau Delia zuvorgekommen und hatte sich's bereits im Auto bequem'gemacht! «Schauen Sie, dass Sie hinauskommen!» «Wie?! Was nimmst'du dir heraus, du Unverschämter! Du bist wohl nicht ganz bei Verstand!-Hast du nicht die Tafel ,frei' draussen?» «Ich dulde nicht, dass du so mit mir einmal sind — merkte dies erst, als sie bereits eine gute Weile auf offener Landstrasse dahinglitten. sprichst!» schrie Albert wütend. Frau Delia war inzwischen' weitergegangen, da sie den «Zum Kuckuck! Wohin haben Sie mich denn Fahrgast im Taxi bemerkt hatte. Was blieb Albert übrig? Fast toll vor Zorn Hess er den Wagen dahinsausen und setzte den Alten, der zu den'Energischen und Verdriesslichen zu gehören schiert, vor dem Hause eines Hühneraugenschneiders ab. Fuchsteufelwild schwor der Mann, dass er die Sache vor den Richter bringen werde, und verschwand, ohne Fahrgeld zu bezahlen. Die Menschenschar, die sich bei diesem Auftritt sogleich um Alberts Auto versammelt hatte, störte den jungen Mann nicht im geringsten; wenn er nur wenigstens morgen seinen Plan verwirklichen könnte! « Angelistrasse sieben!» sagte Frau Delia und schmiegte sich in die Wagenpolster. Sanft Hess Albert das Auto dahingleiten; sein Herz pochte vielleicht noch stärker als der Motor. Aber er führte die junge Frau nicht vor die Stadt hinaus, denn es war ihm plötzlich ein ganz sonderbarer Gedanke gekommen. Er sah die schöne Angelistrasse vor sich, rechts und links von eleganten Villen eingesäumt; fünf Uhr nachmittags — die «klassische» Stunde der Rendez-vous ... Sollte Frau Delia etwa einen Liebhaber haben ... ? Im Spiegel sah er sie aus dem Halbdunkel des Wageninnern hervorleuchten, und es schien ihm, als atme sie unruhig, als bebe sie vor Erwartung .,. Mit der Geschicklichkeit eines erfahrenen Taxichauffeurs lenkte er das Auto in die Angelistrasse. «Wieviel?» fragte Frau Delia. Da entdeckte er, dass er den Taxameter nicht eingestellt hatte. «Nichts — bitte lassen wir es», antwortete er zerknirscht. Die Dame sah ihn erstaunt an. «Neulich habe ich für diese Strecke sieben Lire gezahlt. Da, bitte...» sagte sie und drückte ihm das Geld in die Hand. Dann verschwand sie eiligst in der Villa, vor deren sämtlichen Fenstern, wie Albert sich wohl im Gedächtnis vermerkte, die Rolladen herabgelassen waren. Er Hess das Auto einige Schritte weit von der Villa halten, und ein Sturm tobte unter seiner Chauffeurmütze durch den Kopf., «Jetzt habe ich sie vielleicht gar ihrem Liebhaber in die Arme geführt!» Möglich, dass sie ihm augenblicklich gerade erzählte, was für ein komischer Taxichauffeur sie hergebracht habe — einer, der vergessen hatte, den Taxameter zu stellen.,. Nein, er musste erfahren, wer in dieser Villa wohnte! Esel, der er gewesen war, nicht einfach seinen Plan auszuführen und sie vor die Stadt zu bringen! Ein Stubenmädchen kam plötzlich aus dem Hause heraus und eilte auf sein Auto zu. «Bitte führen Sie mich schnell in die Georgsstrasse sechzehn.» Und sie schlüpfte in den Wagen hinein. "' Georgsstrasse sechzehn? Das war die Adresse der Guellos. Was war geschehen? Im Spiegel konnte er sehen, dass das Zöfchen sich mit dem Taschentuch über die Augen fuhr... Vor dem Hause Georgsstrasse zwölf liess sie ihn Halt machen. «Wollen Sie mir einen Gefallen tun?» fragte sie. «Dann bitte, gehen Sie in das Haus Nummer sechzehn und ersuchen Sie den Professor Guello, herauszukommen. Ich erwarte ihn hier im Wagen. Sagen Sie ihm, es handle sich um eine äusserst wichtige Mitteilung!» Sehr beunruhigt holte Albert den Professor aus seinem Hause; Guello nahm im Auto neben dem Stubenmädchen Platz, und der «Chauffeur» strengte seine Ohren an, um zu vernehmen, was das Mädchen ihm anzuvertrauen habe. Er hörte sie zwischen Seufzen und Schluchzen hervorbringen: «Ich bin bei Ingenieur Riggi angestellt, und will Ihnen nur sagen, dass Ihre Frau seine Geliebte ist. Gerade jetzt können Sie sie bei ihm finden — Angelisträsse sieben.» Und nochmals tief seufzend öffnete das Zöfchen den Schlag und sprang aus dem Wagen, um zu verschwinden, noch ehe der Professor sich von seinem Schreck erholt hatte. Eine Weile verging, bis Albert den empörten Gatten an die Scheibe klopfen und «Angelistrasse sieben» rufen hörte. «Nein!» dachte er bei sich. «Wenn ich schon dumm genug war, diese reizende Frau einem anderen in die Arme zu führen, so will ich sie doch wenigstens nicht dem Zorn ihres Gatten ausliefern!» Und er musste lachen, weil ihm blitzartig der Gedanke kam, den Plan, den er mit Frau Delia hatte ausführen wollen, nun mit ihrem Manne zu wagen. Ohne sich weiter lange zu besinnen, lenkte er das Auto aus der Stadt hinaus, und der Professor — in Gedanken versunken, wie Gelehrte nun gebracht?! So halten Sie doch!» «Satan, Satan!» erwiderte Albert mit Grabesstimme. «Ein Stern ist mir zwischen den Rippen stecken geblieben. Ueberdies musst du wissen, lieber Freund, dass ich Eile habe, weil der Präsident der Republik mich in Angelegenheit von Goldzähnen konsultieren will...» Mit einem unterdrückten Schrei sank der Professor in die Wagenkissen zurück. Es gab keinen Zweifel, dass der Chauffeur verrückt war! Der berühmte Nervenarzt fand sich, so rasch es ging, in diese Tatsache: Widersprechen — dies stand einmal fest — durfte er dem Geistesgestörten nicht. Gewähren lassen ist das Beste! dachte er. Vielleicht würde der Anfall bald vorübergehen... Besser allerdings wäre es, wenn das Benzin ausginge! Oder — auch diese Hoffnung bestand —^ dass der Wagen an einer Strassenkreuzung würde halten müssen, und der Professor würde'herausspringen und Hilfe holen können. Denn merkwürdigerweise hinderte die geistige Umnachtung den Chauffeur nicht, das, Auto äusserst umsichtig und geschickt zu lenken,.. Wenn es ihm aber dennoch einfallen sollte, in einen Baum oder in ein entgegenkommendes Fahrzeug hineinzurasen? Diese Möglichkeit wollte der Professor nicht ausdenken; fest auf seinen Sitz gedrückt, hielt er sich mit beiden Händen an einer Griffstange und beobachtete die Strasse, die seltsamerweise fast ausgestorben war. Dabei kreisten seine Gedanken aber auch um seine schöne Frau: es war doch ganz ausgeschlossen, dass Delia ihn betrog! Mittlerweile begann es zu dunkeln, und Albert erachtete nun den Zeitpunkt für gekommen, die tolle Fahrt abzubrechen. Der Professor mochte sich nur heim begeben, — Frau Delia war jedenfalls gerettet! Ein kleines Stationsgebäude kam in Sicht — sie waren jetzt eine Strecke lang neben der Eisenbahnstrasse dahingefahren — und Albert hielt den Wagen an. «Ich weiss nicht, was mir zugestossen ist!» sagte er und fuhr sich mit der Hand über die Stirne. Der Professor war aus dem Auto gesprungen und blickte ihn wütend an; merkwürdigerweise interessierte ihn der Krankheitsfall gar nicht mehr. «Verrückt oder nicht — da haben Sie! » schrie er den «Chauffeur» an, hob die Hand und versetzte ihm einen Faustschlag ins Gesicht. Dann rannte er in der Richtung des Stationsgebäudes davon. «Nun, wir kennen uns ja schon!» meinte Delia. «Drei Tage haben Sie mich jetzt als Taxichauffeur verfolgt...» Seit jenem denkwürdigen Abenteuer waren drei Tage verstrichen und Albert und Delia begegneten einander nun auf einem Wohltätigkeitsfest. «Aber woher wissen Sie denn das, gnädige Frau?» rief Albert in höchstem Erstaunen aus. «Sie sahen nicht allzusehr danach aus, ein echter Taxichauffeur zu sein, sonst hätten Sie weder vergessen, den Taxameter einzustellen, noch hätten Sie sieben Lire für eine Strecke genommen, die mindestens zwölf kostet!» «Ach so! Ja, aber Sie wissen noch nicht alles, gnädige Frau! Verzeihen Sie, wenn ich so offen spreche — aber es hat sich um Ihr eigenes Schicksal gehandelt ...»• -. Knüttelverse sind die beliebteste Form der Sprüche, welchen man in Fremden- und Gästebüchern begegnet, wenn man sich die Mühe nimmt, an einem regnerischen Tage in seinem Ferienhotel oder der Pension, in diesen sonderbaren Büchern herumzublättern. Da Trifft man oft ein Gedichtchen, das dem Altmeister Busch zugeschrieben und oft kopiert wird. Ach wie schön ist's und erlabend, wenn man sich nach frohem Abend nach des Tages schweren Werken durch Gesang und Wein kann stärken! So hart' ich mir's ausgedacht. Ja — prost Mahlzeitl — Gute Nacht! Nebel war am ganzen Tage und der Aufstieg eine Plage, und bei dieser schweren Zeit wächst mit Macht die Durstigkeit. Den Vogel der Selbstverspottung schoss ein Besucher des Schafberges im Engadin ab, wenn er bei Jollem Regenwetter dichtete: Wenn jemand auf den Schafberg geht und dort in dichtem Nebel steht, so wird's ihm trotz des Nebels klar, dass er das Schaf am Berge war. Ein Pilatustourist hat die kautzigen Verse verfasst, darin er sich über die Katzenstrecker belustigt, indem er an einem Sommertag voll- indischer Glut schrieb: Ich sitze hier und schwitze auf des Pilatus Spitze. Das Auge schweift durchs Aetherblau und unten schreit die Katz': Miau. Und gegenüber auf Rigikulm findet man" einen schönen Eintrag, den der Schreiber bei Felix Moeschlin gestohlen hat und der lautet: Jauchzen muss ich, weil ich lebe, und mir ist, ich fliege, schwebe selber wie ein Wölklein heiter sonnenwarm und sonnenheiter. , Ueberhaupt schmücken sich viele Bergsteiger mit fremden Federn, sie zitieren und geben Aussprüche bekannter Dichter wieder, ohne deren Namen zu nennen. So trifft man oft den Wildenbruchschen Vers: Wer da auf die Reise geht, wer da in die Weite geht, sehe zu, dass ihm der Herd wohlverwahrt im Hause steht. «Sie erschrecken mich, Herr Bracchi...» «Nein, gnädige Frau, ich wollte Sie als Taxichauffeur vor die Stadt hinaus führen, Ihnen dort zu Füssen fallen und gestehen, wie sehr ich Sie liebe ... Seien Sie nicht grausam! Hören Sie mich an! Sie wissen ja nicht, was ich dabei alles in Kauf nehmen musste. Also ich brachte Sie in die Angelistrasse sieben; die Eifersucht aber zwang mich, in der Nähe zu bleiben, und da kam ...» «... eine Kammerzofe aus dem Hause, ging auf Ihr Auto zu und...» «Auch das wissen Sie? Hat der Professor Ihnen vielleicht alles erzählt?» «Nicht ganz so, wie Sie glauben. Die Sache verhält sich folgendermassen: Ich habe natürlich keinen Geliebten, aber in dem Hause in der Angelistrasse lebt eine gute Freundin von mir, die an diesem Tage gerade silberne Hochzeit" feierte. Nun müssen Sie wissen, dass ich auch ein kleines bisschen verrückt bin — mein Mann nennt mich immer die entzückendste aber gefährlichste unter seinen Kranken — und in dieser meiner Verrücktheit habe ich einen komischen Plan ausgeheckt. Sobald ich nämlich sah, dass der Millionärssohn Albert Bracchi vor meinem Fenster als Taxichauffeur Aufstellung nahm, packte mich der Uebermut und ich benützte die Zofe meiner Freundin, die unbedingt ein schauspielerisches Talent ist, als Werkzeug für den Streich, den ich ausführen wollte.» «Aber erklären Sie mir doch, zu welchem Zwecke...» «Muss denn alles, was eine Frau tut, einen Zweck haben? Jedenfalls war ich davon überzeugt, dass Sie Gentleman genug sein würden, meinen Mann nicht zu mir zu führen. Und ich dachte, es wäre sehr heilsam für ihn, wenn Sie, weiss Gott, wohin mit ihm fahren wollten! Denn er verdiente wirklich eine Strafe, weil er so ohne weiteres der Aussage eines Stubenmädchens Glauben schenkte — und ausserdem, weil er mich immer zwingt, ein Taxi zu nehmen... Und denken Sie, mein kleiner Streich hat mehr Erfolg gehabt, als ich mir davon versprach: Mein Mann hat gestern ein Auto gekauft!» Albert sah die schöne Frau sprachlos ein. Sie hatte also nichts anderes tun wollen, als seine eigene Kühnheit durch eine noch grössere übertreffen und ihn selbst lächerlich machen. Trotzdem murmelte er: «Und ich habe nichts zu erhoffen?» «Seien Sie doch vernünftig! Wie sollte ich denn diese Chauffeurmütze und den falschen Bart vergessen!» rief sie und lachte ihm herzlich ins Gesicht. Kurioses aus Gästebüchern Was in aller Fremde doch und am süssesten erquickt, ist der Siern, der in der Nacht still auf uns're Heimat blickt. Indess genug der feierlichen Lobgesänge. Der Galgenhumor will viel mehr zu Worte kommen, und darum sei hier mit dem Gedichtchen eines begeisterten Naturfreundes fortgefahren, der in einem Hymnus auf den Schöpfer beginnt und in dröhnendem Donnerrollen sich über die müden Talschleicher ergeht. Das mit «Bergpsalm» überschriebene Poem stammt von Jos. Vikt. Scheffelt Ehre sei Gott in der Höhe, er hat die Berge so hoch gestellt und tat damit seine Weisheit kund, auf, dass nicht jeder Lumpenhund, mit denen die Täler reich gesegnet, dem fröhlichen Wand'rer da oben begegnet. Seine Erlebnisse in Andermatt, ein zeitgemässes Klagelied über eine abessinisch anmutende Regenperiode, schildert ein Wandersmann also: Ich komme vom Gebirge her! Und fragst du nach der Aussicht mich, so nick ich froh, und sage: seht! Ich schildre dir bei Firnen Glut, bei Zer-Dir oder Andermatt, vergessend, dass die Wolkenflut mich dort gepeitscht hat wandermatt. Schliesslich können auch verregnete Ferien schön sein, und schon mancher hat während regnerischer Ferien mehr Glück genossen als bei prallem Sonnenschein, und manche Eintragungen der 'Fremden in die Gästebücher bekunden dies. Zum Schluss unserer kleinen Sammlung bringen wir noch ein Gedicht voll fröhlicher Ferienstimmung: Und sie drehn sich um und um, die Herren vom Philistrium samt andern faulen Brüdern — Wie schön doch, Gott, ist deine Welt, vom Waldesgrund zum Himmelszelt, und voll von deinen Gütern. Drum Pessimisten allzumal, geht mir mit 1 euerm Jammertal. Ich weiss die bessere Wahrheit. Am Baum und Quell und Felsengrat prangt mir des Schöpfers Lebenstat in tausendfacher Klarheit. Gesammelt von P. Frima.

WO 15 _ DIENSTAG, 9. APRIL 1940 AUTOMOBIL-REVUE iffl wi:iiTftEsrin in w Führende Köpfe der Flugzeugindustrie: Me (Professor Willy Messerschmitt) Wenn man Professor Willy Messerschmitt gegenübertritt, könnte man ihn zuerst für einen jungen Privatgelehrten, etwa für einen Kunsthistoriker, halten. Die hohe gewölbte Stirn und die dunklen, fast versonnenen Augen deuten vor allem auf starke Kräfte der Phantasie. Sobald der erfolgreiche junge Flugzeugkonstrukteur jedoch zu sprechen beginnt, spürt man hinter der Knappheit des Ausdrucks und der zwingenden Logik seiner Gedankenfolge die grosse technische Begabung, die den Reichtum der Ideen auf einige wenige Formeln zu bringen gewohnt ist. Bei dieser Feststellung wird uns bewusst, dass Messerschmitt den Typus des schöpferischen Technikers und Erfinders unserer Zeit verkörpert, der die Fülle der Gedanken mit unbestechlichem Wirklichkeitssinn vereinigt. Das beweisen auch die Leistungen dieses kaum über vierzig- Professor Willy Messerschmitt ist aus der Segelflugbeweguns hervorgegangen. jährigen Pioniers der deutschen Luftfahrt, der auf eine ungewöhnliche, von erfolgreicher Arbeit erfüllte Laufbahn zurückblicken kann. In Messerschmitts Werk hat das sogenannte aerodynamische Prinzip eine entscheidende Bedeutung erlangt. Während viele Konstrukteure die Hauptmöglichkeiten für den Fortschritt des Flugzeugbaus in der Verbesserung und Verstärkung des Motors sahen, legte Messerschmitt das Gewicht mehr auf die Weiterbildung und Vereinfachung der Flugzeugform, um ihr eine den -Kräften der bewegten Luft weitgehend entsprechende Gestalt zu verleihen. Auf diesen Weg ist der junge Techniker, der in Frankfurt a. M. geboren ist und seine Jugend in den Städten Bamberg und Nürnberg verlebte, durch seine frühzeitigen Erfahrungen mit dem Segelflug gekommen. Schon vor dem Kriege war er unter der kleinen Schar derer, die sich als Vortrupp der deutschen Segelfliegerei mit motorlosen Gleitflügen beschäftigten und auf diese Weise dem Luftraum seine Geheimnisse abrangen. Viele Jahre hat sich der junge Messerschmitt mit Segelflugzeugkonstruktionen beschäftigt, und sein nach ganz neuen Gesichtspunkten zum Rhönwettbewerb 1922 entworfenes Baumuster erregte auch über die Grenzen Deutschlands hinaus beträchtliches Aufsehen. Von diesem ersten grossen Messerschmitt-Erfolg bis zu den Leistungen des hervorragenden Konstrukteurs in der heutigen Zeit führt ein gradliniger Weg. Die beim Bau von Segelflugzeugen gewonnenen Erkenntnisse und Erfahrungen wurden auf den Motorflugzeugbau übertragen. Bereits 1923 erfolgte in Bamberg die Gründung der Firma Messerschmitt-Flugzeugbau, die den Bau von leichten Motorflugzeugen aufnahm und 1926 in die Messerschmitt-Flugzeugbau G. m. b. H. umgewandelt wurde. In Bamberg entstand zunächst die kleine «M 17», ein noch ganz aus Holz hergestelltes Flugzeug, aus dem dann später das für unsere heutigen Begriffe winzige, aber schon damals ausserordentlich wirtschaftliche Ganzmetallverkehrsflugzeug « M 18 » entwickelt wurde. 1927 wurde die Bamberger Firma Messerschmitt- Flugzeugbau G. m. b. H. mit den Bayrischen Flugzeugwerken vereinigt, und Dipl.-Ing. Prof. Willy Messerschmitt übernahm die technische Leitung. Von diesem Zeitpunkt an datiert der gewaltige Aufstieg der Bayrischen Flugzeugwerke und jetzigen Messerschmitt AG. zu einem Werk von unbestrittener Weltgeltung. Nun entstanden in rascher Reihenfolge verschiedene Baumuster. Es ist für den Weitblick dieses Luftfahrtpioniers bezeichnend, dass seine vor einer langen Reihe von Jahren entstandenen Konstruktionen auch heute noch nicht als Der Zerstörer «Me 110» datiert aus dem Jahre 1938. Obschon offizielle Daten nur sehr spärlich herausgegeben wurden, weiss man, dass der Antrieb durch zwei Motoren Mercedes-Benz 601 oder Jumo 211 erfolgt, die dem Flugzeug eine Spitzengeschwindigkeit von 600—610 km/St, verschaffen. Die Bewaffnung besteht aus zwei Kanonen, zwei bis vier festen und einem beweglichen Maschinengewehr. Die Flügelspannweite beträgt 17,6 Meter, die Länge 15,5 Meter. Ausser diesem Apparat soll gegenwärtig ein neues Modell, der « Me Jaguar», ein zweimotoriges Kampfflugzeug eingeführt werden, das hauptsächlich für Langstreckenflüge bestimmt ist. veraltet gelten. Das Verkehrsflugzeug «M 20», ein Hochdecker, wird nach wie vor mit grossem Erfolg geflogen. Seit 1933 setzt im Wirken Willy Messerschmitts ein neuer Aufschwung ein. Damals wurde das zweisitzige Sportflugzeug « M 35 » geschaffen, auf dem der langjährige deutsche Kunstflugmeister Willi Stöhr immer wieder als Sieger aus hartem Wettbewerb hervorging. Als besonderer « Schlager » des schöpferischen Konstrukteurs erwies sich das viersitzige Reiseflugzeug Messerschmitts « Tarfun », das mit seinem 270-PS-Argusmotor eine Reisegeschwindigkeit von 260 km/h erreicht und dessen Landegeschwindigkeit nicht grösser als 72 km in der Stunde ist, so dass die Verkehrssicherheit dieses Baumusters sehr gross ist. In zahlreichen internationalen Wettbewerben hat die Messerschmitt « Taifun » glänzend abgeschnitten. Ein besonderer Leistungsbeweis war der 1937 durchgeführte zweitägige Schnellflug über fast sämtliche Staaten Europas, bei dem die Maschine in zweimal 12 Stunden etwa 7000 km zurücklegte. Eine nicht weniger überzeugende Leistungsprobe war die südamerikanische Expedition im Jahre 1938, die mit einer « Taifun » durch 20 Staaten Südamerikas ausgeführt wurde. Die Maschine legte dabei in einem Zeitraum von 6 Monaten 44 000 km unter schwierigsten Umständen ohne jeden Zwischenfall zurück und bewies ihre absolute Tropenfestigkeit. Beim Aufbau der deutschen Luftwaffe stellte Prof. Messerschmitt seine langjährigen Konstruktionserfahrungen nunmehr in den Dienst von Kriegsflugzeugen, und so entstand der Jagdeinsitzer «Me 109», der allgemein als eine der besten und schnellsten Maschinen dieser Art in der ganzen Welt angesehen wird, gelang es doch im Frühjahr 1939, mit diesem Modell den Geschwindigkeitsweltrekord auf Der Messerschmitt «Taifun », ein guter Bekannter aller Sportflieger, ist jenes Modell, das den Namen von Professor Messerschmitt eigentlich weltbekanntgemacht hat. Der « Taifun » hat an allen grösseren sportlichen Vorkriegsveranstaltungen in mehreren Exemplaren teilgenommen und sich sehr oft an die Spitze gesetzt. Die Aufnahme stammt vom letzten Berliner Aero-Salon. 755 km/h zu verbessern. Für seine grossen Verdienste um die Entwicklung der deutschen Luftfahrttechnik war Prof. Willy Messerschmitt bereits im September 1938 der deutsche «Nationalpreis für Kunst und Wissenschaft » verliehen worden. Mensch und Tlatwt Der Mensch ist schuld. Indische Jäger behaupten die Tiger griffen die Dörfer erst an, seit der Mensch die Büffel abgeschossen und damit den Tigern die natürlicheNahrungsquelle genommen habe. Es gibt doch Leben dort. Man hat in der Antarktis bis heute sieben Moosund Flechtenarten entdockt, die sich im kurzen Antarktissommer gut entwickeln. Femer leben auch Rädertierchen auf. Vierwaldstätter- See und Umgebung Die Frühlingssonne lockt nach Vitznau Der « Me 109», die bekannteste deutsche Jagdmaschine, die im Jahre 1937 aJs «BF 109» beim Internationalen Flugmeeting in Zürich zum erstenmal in Erscheinung trat und zwei Jahre später unter Verwendung von Mercedes-Benz DB 601 Spezialmotoren den absoluten Weltrekord von 755,138 km aufgestellt hat. Die Bewaffnung soll neuerdings aus vier Maschinengewehren und einer durch die Propellernabe schiessenden Kanone bestehen. HOTEL TERMINUS VITZNAUERHOF HOTEL RIGI freuen sich immer wieder, den Automobilisten bei annehmbaren Preisen und besten Leistungen ein behagliches Heim zu bieten. Rigi-Fahrten in der Blustzeit ein Erlebnis!