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E_1940_Zeitung_Nr.015

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IV AUTOMOBIL-REVUE

IV AUTOMOBIL-REVUE DIENSTAG, 9. APRIL 1940 — N° 15 Bushido Japan verdankt seine militärischen Erfolge in erster Linie der kriegerischen Erziehung, die es seiner Jugend angedeihen lässt. Noch neute gelten die Grundsätze, die einst alle Handlungen der Kriegerkaste, der Samurai, bestimmten; noch heute ist der Ehrenkodex massgebend, das «Bushido>, nach dem sich der japanische Offizier und Soldat zu richten haben. Das «Bushido>, wörtlich «der Weg des Kriegers> schreibt vor: «Sei zäh und mutig im Geist und bescheiden im Betragen und in den Worten.> Wie Konfuzius sich ausdrückt: «Sehe nichts und höre auch nichts, was schlecht ist. Wäge deine Worte ab. Sei langsam und bedächtig, wenn du eine Meinung äusserst. Passe deine Worte der Sache und den Hörern an. Enthalte dich eigensüchtigen Geschwätzes. Lass dein Gesicht und deine Haltung widerspiegeln den echten Adel deiner Seele. Sei durchaus massig im Essen. Beobachte Sorgfalt in Kleidung und Haushaltsangelegenheiten. Sammle keine Schätze neben deinen Waffen. Benutze jeden Augenblick eines Tages recht. Wenn du Reichtum besitzest, so gebrauche ihn für nützliche Zwecke. Sei massvoll auch im Trachten nach unschuldigen Vergnügungen und Erheiterungen.! Das Bushido gilt für jeden Japaner, ganz gleich welchen Standes. Als in der Seeschlacht von Tsuschima die Granaten der japanischen Kriegsschiffe die russischen Schiffe zu Wracks zusammenschössen, da erinnerte der erste Offizier des japanischen Flaggschiffes den Admiral Togo an das Bushido. Ein Krieger schont den wehrlosen Feind. Nach langem Zögern liess Togo das Feuer auf die fast vernichteten Schiffe einstellen. Das Bushido siegte über militärische Erwägungen. Ebenso entsprach es dem Ehrenkodex des Bushido, dass Admiral Togo den verwundeten Gegner, Admiral Roschestwenskij, im Spital besuchte und dem geschlagenen Feind für sein tapferes Verhalten seine Anerkennung zollte. Aus der Knabenzeit kennen wir alle die grausamen Vorbereitungen, denen sich die indianische Jugend unterwarf, um sich auf den Krieg vorzubereiten. Aehnlicha Grundsätze herrschten in der japanischen Kriegerkaste. Die Kinder standen unter strenger Zucht. Im zartesten Alter wurden sie Zuverlässig angenehm unschädlich lOet Packg. Fr. 4.S0 4er Packg. Fr. 2.— erhältlich in allen Apotheken und Harakiri dazu angehalten, Selbstbeherrschung zu üben, Schmerz zu ertragen und dem Tod ins Angesicht zu schauen. Die Knaben mussten sich an den Anblick von Blut gewöhnen. Sie nahmen an Hinrichtungen teil und durften dabei keine Aufregung zeigen. Es kam sogar vor, dass man in der Nacht die Knaben zum Richtplatz schickte, damit sie als Zeichen ihres Mutes einen abgeschlagenen Kopf nach Hause brachten. Furcht vor einem Toten galt dem Samurai ebenso als Feigheit wie Furcht vor dem Feind. Die Selbstbeherrschung und die Verachtung des Todes findet ihren höchsten Ausdruck im Harakiri, dem Aufschlitzen des Bauches, einem Brauch, der aus der Feudalzeit stammt und noch heute angewandt wird. Zum Tode verurteilte Samurai genossen die besondere Gunst, das Urteil durch Harakiri an sich selbst zu vollziehen. In Anwesenheit von Zeugen öffnete sich der Verurteilte durch einen Querschnitt von links nach rechts den Bauch und meistens anschliessend daran die Kehle. War er zu schwach dazu, so übernahm dies ein Verwandter oder ein Zeuge. Die Zeremonie des Harakiri konnte unter freiem Himmel, im Tempel oder in der Wohnung vorgenommen werden. Im letzteren Falle war das Zimmer welss — der Farbe der Trauer — ausgeschlagen und schwach beleuchtet. Der Verurteilte kniete dabei auf einem erhöhten Polster in der Mitte des Raumes, das Gesicht gegen Norden gewandt. Zahllose japanische Farbenholzschnitte zeigen uns in recht realistischer Weise diesen Vorgang. Auch der Eingang der modernen Zivilisation hat diese barbarische Sitte nicht abgeschafft. Die Japaner sind der Meinung, dass das Harakiri auf erhabenen ethischen Grundsätzen beruhe. Es sei ein Brauch, der das Ehrgefühl des Soldaten erhöhe und dem japanischen Volk eine grosse Ueberlegenheit über die Europäer verleihe, ein Argument, das gewiss nicht unbedingt von der Hand zu weisen ist. Aber nicht nur ein Verurteilter begeht HarakirL Diese Art Selbstmord wird auch aus Trauer über den Tod des Herrn oder einer anderen verehrten Persönlichkeit vorgenommen, ferner um einer Schande vorzubeugen. Nach dem Hinscheiden des EIDGENOSSISCHE BANK (Aktiengesellschaft) Gegründet 1863 Frauenschutz - Präparat über die modernsten Methoden des Sexualschutzes vermittelt Ihnen die Broschüre von Dr. Engler, welche wir Ihnen gegen Einsendung von Fr. 1.20 in Briefmarken oder auf Postcheck VUI/1819 in geschlossenem, neutralem Briefe zusenden. 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Bei der bekannten Militärrevolte im Jahre 1936, die scheiterte, brachte sich eine Anzahl der für den Aufstand verantwortlichen Offiziere auf die gleiche Weise um. Nach unserer Auffassung sind diese Sitten barbarisch, aber sie verleihen dem japanischen Heere zweifellos eine grosse Widerstandskraft. Entsprechend ist auch die Ausbildung der Rekruten von einer geradezu grausamen Strenge. Sie Die Vögel stossen ihre Jungen aus dem Neste, sobald sie flügge geworden sind. Die Vögel sind klüger als wir. ' Wir Menschenmütter setzen alles daran, unsere Kinder solange wie irgend möglich im Nest zu behalten, wir polstern es ihnen aus, wir bemühen uns, ihnen so wenig Platz wegzunehmen, wie wir nur können — lediglich, damit sie, schon längst flügge, nicht allzufrüh den Entschluss fassen, uns zu verlassen und sich den eigenen Schwingen anzuvertrauen. Und wir glauben, wir sind überzeugt davon, dass wir ihnen damit nur Gutes tun. Die Vögel sind klüger als wir. Unser Bestreben geht dahin, unsern Kindern mit Hilfe der von uns gesammelten Erfahrungen den Eintritt in den Lebenskampf nach Tunlichkeit zu erleichtern. Wir bieten ihnen diese unsere Erfahrungen bei jeder Gelegenheit an, wir drängen sie innen auf, wir sind beleidigt, in unserer Liebe und in unserem Autoritätsglauben gekränkt, wenn die Kinder von diesen Erfahrungen nichts wissen wollen, wenn sie es vorziehen, selbst Erfahrungen zu sammeln, sich selbst die Hörner abzustossen. Wir haben vollständig daran vergessen, dass wir in unserer Jugend genau so gehandelt haben, dass unsere Eltern auch warnend von dem Ei gesprochen haben, das klüger sein wollte als die nenne, wir haben daran vergessen,*dass die Jugend ihre eigenen Probleme hat, von denen das Alter nichts mehr versteht. Gewiss, rein verstandesgemäss sieht unsere Tochter ein, dass wir recht haben, wenn wir sie vor der Ehe mit einem notorischen Taugenichts ohne Vermögen und Einkommen warnen — aber gefühlsmässig wird sie ihren Fall als einzigartig, als über jeder vernünftigen Beurteilung stehend betrachten und unsern Rat als unberechtigte Einmischung empfinden. Sicherlich wird unser Sohn es als vernünftig betrachten, wenn wir darauf bestehen, dass er ins gutgehende väterliche Geschäft eintritt — aber sein Herz zieht ihn nun einmal dazu, Rennfahrer zu werden, und er empfindet unsere Vernunft als widersinnigen Zwang. Der Reinerfrag ist wieder für Arbeits-Beschaffung und Soldaten- Fürsorge bestimmt. Seva-Lose kaufen, heisst also nicht nur sein Gluck versuchen, sondern auch der Heimat dienen! Beeilen Sie sich! Der Ziehungstag wird demnächst schon bekanntgegeben. 1 Los Fr. 5.- (10-tos-Serfe Fr. 50.-J plus 40 Cts. für Porto auf Postcheck II110026. Adressei SEVA-Lotterie, Genfergasse 15, Bern. (Bei Vorbestellung der Ziehungsliste 30 Cls. mehr.) Lose auch bei den bernischen Banken sowie Privatbahnstationen erhältlich. führt aber zu Leistungen, die in einer europäischen Armee einfach unmöglich sind. So unternahm eine japanische Truppe einen Marsch, der unter ständigen Gefechten sechzehn Tage dauerte. Drei Tage lang gab es kein Essen. Die Mannschaften waren vor Kälte erstarrt, aber nur ein geringer Teil fiel infolge Erschöpfung aus. Eine andere Truppe überquerte nackt, die Ausrüstung auf dem Kopfe, einen halbgefrorenen Fluss. Sie biwakierte im Freien bei 30—40 Grad unter Null und war nur dadurch imstande, das Erfrieren zu vermeiden, dass die Soldaten die ganze Nacht hindurch auf und ab liefen. Derartige Anforderungen kann ein Truppenführer nur dann an die Untergebenen stellen, wenn diese von einer fanatischen Selbstaufopferung beseelt sind. Und diese erzielt die japanische Armee durch das Bushido. Wenn die Jungen flügge werden... Es ist nicht leicht, es ist häufig unmöglich für uns, den Kontakt mit unseren Kindern aufrechtzuerhalten. Wir müssen zeitweise darauf verzichten können, unsere Erfahrungen auszuspielen, wir müssen unsere Jungen ihren eigenen Schwingen überlassen und hoffen, dass sie von selbst sich nicht allzuweit vom elterlichen Nest entfernen und hie und da dorthin zurückfinden. Denn nur dann lernen die jungen Vögel richtig fliegen, wenn man sie nicht am Gebrauch ihrer Flügel hindert. Die Vögel wissen das. Denn sie sind klüger als wir. Frau Alice. Ein schmerzhafter neuer Beruf. Wozu die Arbeitslosigkeit einen Menschen zu bringen vermag, geht aus der Reklame eines grossen New Yorker Schuhgeschäftes hervor. Die Firma gibt bekannt, dass sie spezielle weibliche Angestellte beschäftigt, die .nichts anderes zu tun haben, als für die Kundinnen neu gekaufte Schuhe «einzutragen». Da es wohl kaum eine Frau gibt, die nicht weiss, wie schmerzhaft im Anfang das Tragen nicht genau passender Schuhe ist, kann sich eine jede eine lebhafte Vorstellung von dem Martyrium machen, zu welchem diese jungen Mädchen sich freiwillig verdammt haben. cpr. Zum vollen Dutzend. • • ein 13. «drüber 1»!!! DIE KURZFRISTIGSTE Gepfi. Haus in bester Lage gegenüber Hauptbahnhof. Im beliebten Stadtrestaurant zu jedem Spezial plattli einen offenen Spitzenwein. J. Qauer. Seva T2 — die Xlf. Seva greiff diese schone Sitte aus leider langst vergangenen Tagen wieder auf: Sie stiftet — ausser den 20986 Treffern im Gesamtwert von Fr. 500000 — 25 Treffer zu je Fr. 1OOO EXTRA «drüber i»! Das (st das 13. Weggli, das 13. Ei zum Dank für die so flotte Durchfuhrung von Seva 11 — als Ansporn auch für eine noch raschere Ab* wicklung dieser 12. Tranche, die ein Rekord an Kurzfristigkeit sein wird. 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JJO 15 — DIENSTAG, 9. APRIL 1940 mSt*el»Ed