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E_1940_Zeitung_Nr.015

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6 AUTOMOBIL-REVUE

6 AUTOMOBIL-REVUE DIENSTAG, 9. APRIL 1940 — N° 15 Kriegswirtschaft im Ausland Verschärfung der Benzinrationierung in Frankreich. Um der Notwendigkeit, mehr zu produzieren und weniger zu verbrauchen, Rechnung zu tragen, hat die französische Regierung dieser Tage eine Reihe von Dekreten erlassen, von denen eines auch die Benzinrationierung betrifft, den «Benzin ist Gold», erklärte der Wirtschaftsminister bei der Begründung der neuen Einschränkung. Inskünftig haben Autohalter, die mehrere Fahrzeuge besitzen, nur noch Anspruch auf die Benzinration für einen einzigen Wagen. Immerhin besteht die Möglichkeit zur Gewährung von Ausnahmen, dann nämlich, wenn infolge der durch den Krieg geschaffenen Verhältnibse die Vehikel an verschiedenen Orten stehen. ...und ein Protest dagegen. Die Gruppe « Automobil und Transporte > der französischen Kammer hat in einer dieser Tage abgehaltenen Sitzung beschlossen, den Minister der öffentlichen Arbeiten auf die nachteiligen Folgen aufmerksam zu machen, welche die Tendenz nach äusserster Einschränkung der Treibstoffrationen für die zivilen Automobilisten auf die Wirtschaft und den Tourismus ausübt. Ausgleichskassen für Petroleum in Frankreich. Dem französischen Minister der öffentlichen Arbeiten steht für die Dauer des Krieges die Befugnis zu, die Preise für Petrol und Petrolderivate zu regeln. Um Preisschwankungen nach Möglichkeit aufzufangen und allfällige Unterschiede zwischen Einfuhrpreisen und behördlich genehmigten Inlandspreisen tragen zu helfen, ist nun eine Ausgleichskasse für Petroleum und dessen Derivate geschaffen worden. Daran haben die Importeure eine Abgabe von 6.95 franz. Fr. pro hl Autobenzin und von 8.70 franz. Fr. für White Spirit zu leisten, die allerdings für Lieferungen an Heer, Marine und Luftflotte nicht erhoben wird. Im Zuge dieser Massnahtnen ist ein Rundschreiben des Ministers für öffentliche Arbeiten ergangen, das die Kontrolle über die Rationierung des Benzins für die Zivilbevölkerung verschärft. Abgabepflicht für Anlasser- und Beleuchtungsbatterien. Gestützt auf das Reichsleistungsgesetz werden in Deutschland die Anlasser- und Beleuchtungsbatterien von stillgelegten Motorfahrzeugen, sofern sie sich nicht in sach- und fachgemässer Pflege befinden, beschlagnahmt und sind zur Verfügung der Wehrmacht zu halten. Ausserdem sind sämtliche Batterien, auch jene, die in guter Pflege stehen, sofort zu melden. Die Beschlagnahmung erstreckt sich auch auf die Batterien aus stillgelegten Motorbooten. Weitere Herabsetzung der Benzinrationen in Deutschland. Als Folge der Notwendigkeit, den Benzin- und Oelverbrauch bei der zivilen Bevölkerung noch stärker als bisher einzuschränken, ist im April eine neuerliche Reduktion der Zahl der Erlaubnisscheine für Autobesitzer eingetreten, die ihre Fahrzeuge weiter benützen dürfen. Sogar für Wagen mit dem roten Winkel wird nicht immer mehr Benzin abgegeben, und auch für die Diplomaten soll ein fühlbarer Abbau der Benzinrationen eingetreten sein. Erhielten die Taxi, deren Zahl in 12 Uhr mittags am Newyorker Broadway Menschengedränge auf dem trottoir, Autoschlangen auf der Fahrbahn. Jäh und unvermutet hält vor meiner Kühlernase mit lautem Kreischen ein rotes, riesiges Lastauto, so knapp, dass ich nur noch auf Meterdistanz mein Steyrbaby zum Stehen zu bringen vermag. Kann ja vorkommen — doch jetzt traue ich meinen Augen nicht — setzt sich der Koloss gar noch rückwärts in Bewegung, kommt einer Dampfwalze gleich immer näher meinem Kühler. Mein Schreien und Boschhorngekreisch verhallt im Strassenlärm. Schon stösst beim Retourfahren mein rückwärtiger Stossdämpfer gegen den vorderen des hinter mir stehenden Autos. Es bleibt mir nichts anderes übrig, als dem drohenden Verhängnis untätig zuzusehen. «Kratsch, tschin» — jetzt hat mich der Grosse auch schon erwischt! Doch das Geräusch veranlasst ihn zum Stoppen, bevor er mich noch mit seiner ganzen Ladung zermalmt. Immerhin, mein Kotschützer und meine Karosserie sind stark verbeult, und die Scherben eines Scheinwerfers zieren den Broadwayasphalt-. Hunderte sensationslüsterner Bureauangestellter haben uns im Nu in ihrer Mitte, aber wie bei einem Baseballspiel bleiben sie neutral und wetten nur, wer von uns beiden bei dem bevorstehenden Boxkampf den kürzeren ziehen werde oder wieviele Minuten es dauere, bis der erste Polizist auf dem Schauplatz erscheine. Im Gegensatz zu seinem überladenen Wagen entpuppt sich der Missetäter als ein kleines Männchen, das ich selbst ohne Boxkenntnisse in wenigen Minuten k. o. geschlagen hätte. Nichtsdestoweniger geifert er und will die Schuld auf mich wälzen, doch angesichts meiner drohenden Haltung zeigt er sich zu Verhandlungen bereit. — Da steht plötzlich der Cop in unserer Mitte. Wieder versucht der Kleine unter Aufbietung all seiner Beredsamkeit seine Unschuld zu beteuern. Gewiss konnte er meinen «Kinderwagen» aus seinem hohen Rückfenster nicht sehen! Ueberhaupt, solche Miniaturfahrzeuge sollten verboten sein. Zum mindesten gehören sie aufs Trottoir! Interessiert lauscht der Cop, mustert dabei eingehend meine von der amerikanischen Behörde ausgestellte 3- Monats-Bewilligung und spricht anschliessend das Berlin seit Kriegsbeginn um zwei Drittel gesunken ist, ursprünglich 300 Liter im Monat zugeteilt, so wurden im Januar nur noch 250 Liter gewährt, und heute beträgt die Ration 7 Liter pro Tag. Die Taxichauffeure der Reichshauptstadt gehen deshalb immer mehr dazu über, gegen den Abend die Ausführung längerer Fahrten abzulehnen. Zugleich haben die Verkehrskontrollen durch die Polizei eine erhebliche Verschärfung erfahren, wobei Automobilisten, die sich auf Vergnügungsfahrten befinden, Einkäufe besorgen oder ins Theater fahren, oft wegen Missbrauchs des Wagens Bussen zudiktiert erhalten. Lustige „Cop'^Ceidiiditen zum Verlöten von Kissen, Sprüngen, Lunkern im Wassermantel, Kolbenbahn, usw. bei 200° C. ca. ohne Verziehung oder Spannung mittelst Benzinlampe oder Brenner, ohne Ofen usw. Druckfestigkeit: 6 -10 alm. Bestellen Sie die Muslerpackung von 1 kg. mit ill. Anleitung: Skizzen von einet Autozeise. in Tlotdcuneeika EIN SALOMONISCHES URTEIL KALT LOT CASTOLN Nr. 15 salomonische Urteil: «Wenn das amerikanische Governemenf hier sagt, dass dieser Kinderwagen da ein wirkliches Auto sei, dann ist es gleichberechtigt und gehört auf die Strasse, auch wenn Sie es durch Inr Rückfenster nicht sehen können!> Sprach's und sandte ihn zum Teufel. Mir aber gab er die Adresse des nächsten Schnellgerichtshofes, wo ich meine Schadenersatzansprüche durchsetzen sollte. Immerhin bedeutete er mir, dass der Rechtsanwalt etwas mehr verlangen würde als die Sache wert sei. Ich schluckte einen Fluch hinunter und fuhr weiter. Die Narben hat mein Steyrbaby heute noch. DIPLOMATISCHES MITLEID Knapp mit einem Zwischenraum von Zentimetern waren in der Kurve des Acapulco Highways in Mexiko die beiden Motorradpolizisten vorbeigeflitzt." Gerade im letzten Augenblick hatte ich sie noch erkannt, um meinen Wagen zur Seite reissen zu können. Ebenso rasch war aber für mich der kleine Nervenkitzel wieder vorbei und nichts ahnend spulte ich die nächsten Meilen herunter. Da durchschneidet hinter mir die schrille Polizeipfeife die Luft. Ich bremse, und schon fährt der eine der Gendarmen vor und hebt die Hand. Jawohl ich bin etwas zu weit links gefahren, da hilft keine Ausrede. Mein Führerausweis in seiner Hand wandert in seine Tasche, als ich mich weigere, 50 Pesos zu bezahlen. Gut, dann soll ich ihn in A. auf seinem Bureau abholen. Nach drei Tagen stehen meine Begleiterin und ich vor dem Sergeanten in A. Freilich könnte ich den Fahrausweis zurückhaben, doch zuerst heisse es 150 Pesos schwitzen. Mich trifft der Schlag. Dann lieber auf den Führerschein verzichten. Doch darauf geht der Allgewaltige nicht mehr ein. «Wenn Sie nicht zahlen wollen, bleibt Ihr Wagen hier.» Diese Drohung erschüttert mich, doch meine Bitten sind fruchtlos. Da — wie auf ein geheimes Zeichen schüttelt sich meine Begleiterin vor Schluchzen, und Tränen entströmen ihren Augen. «Das ist ja mein Wagen», ist alles, was sie zu meiner Ueberraschung herausbringt. Zornige Blicke schiesst sie gegen die sprachlos gewordenen Hüter des Gesetzes. Mit dieser Wendung hatten sie nicht gerechnet. Mich hätten sie ja mitleidlos in ein Gefängnis geworfen, doch einer unschuldigen Lady konnten sie nicht das letzte wegnehmen. Rasch sinkt die Strafe. Bei 30 Pesos möchte ich schon das Portemonnaie zücken, da trifft mich ein Blick meiner Freundin. «Warten», zischt sie zwischen den Zähnen, während sie kaum das Lachen verbeissen kann. Gehorsam füge ich mich und tue als ob mich das ganze Theater wenig anginge. Nun sind die Mexikaner platt ob meiner Teilnahmslosigkeit. Mit allen Kräften bemühen sie sich um die Schluchzende, greifen schliesslich mit giftigen Blicken auf micn hartherzigen «Gentleman» in ihre Taschen und legen 20 Pesos zusammen. Die restlichen zehn sollte ich beisteuern. Doch auch dazu bin ich nicht zu bringen. Ratlosigkeit überall. Da kramt der Sergeant nochmals seine Brieftasche hervor und drückt der Weinenden die ganze Summe in die Hand. Einen Moment zögert meine Begleiterin, das Geld in ihre Handtasche zu stecken, doch dann legt sie es auf den Tisch. Als wir das Portal hinter uns haben, biegen wir uns vor Lachen. Durch einen Spalt des Fensters sehen wir gerade noch, wie die Polizisten wieder ihre Scheine unter sich aufteilen. BILLIGES MITTAGESSEN Gar nicht leicht hatte ich es mit den strammen Männern der «R.C.M.P.» (Royal Canadian Mounted Police), die in einer Person Verkehrspolizisten, Detektive, Zollorgane, Sicherheitswachtbeamte sind. Tagelang schon bemerkte ich, dass sie alle, wo immer ich auftauchte, meinem kleinen Steyr- Wägelchen steigendes Interesse entgegenbrachten. Endlich, in Regina, wuchs sich diese Neugierde zur Tat aus. Lediglich um einige Bilder zu knipsen, hatte ich die Baracken ihres Hauptquartiers in der Nähe der Stadt aufgesucht. Doch eh ich's gedacht, wurde ich zum Kommandanten gerufen, mit dem ich hernach ein mehrstündiges Zwiegespräch hatte, in dessen Verlauf er mir so ziemlich sämtliche Würmer aus der Nase zog. Ob ich wohl erlauben würde, dass inzwischen seine Polizeischüler meinen Wagen näher besichtigten? Natürlich sagte ich ja, wollte ihm auch die Schlüssel geben, doch er winkte ab mit dem Bemerken, dass sie ja nur der Motor interessiere. Und ob ich nicht inzwischen mit ihm essen wollte? Soviel Freundlichkeit konnte ich natürlich nicht abschlagen. Drei Stunden dauerte dann besagter Lunch und als ich schliesslich wieder in meinen Wagen stieg, da hatte ich das sichere Gefühl, dass bei dieser «Besichtigung» auch nicht ein Fleckchen in seinem Innern unberührt geblieben war Nie habe ich zwar erfahren, was für Schmuggelware die Polizei damals in meinem Wagen vermutete. «Es tut mir leid, Sie interniert zu haben», waren die einzigen Abschiedsworte des Colonel, «es war ein bedauerlicher Irrtum.» — «Ich hatte zwar nicht den Eindruck, verhaftet worden zu sein», erwiderte ich prompt. «Im Gegenteil, Ihr Irrtum hat mir zu einem herrlichen Mittagessen verholfen, wofür ich Ihnen dankbar bin. Einfacher allerdings wäre es gewesen, wenn Ihre Leute mit meinem Schlüssel aufgesperrt hätten; denn hier hat einer von ihnen etwas vergessen, das er vielleicht noch wird brauchen können»,, womit ich ihm ein Universalwerkzeug überreichte, das in einer Fuge meines Sitzpolsters zurückgeblieben war. „. .. - DAS FACHWMK serr IM DIE HEUSCHRECKE stieMt DAS GETREIDE 1940er Modelle — neue Linie, verschiedene Verbesserungen. Z-, 4- und 6-Plätzer ; die grösste Auswahl. 3, 6 und 8 Steuer-PS., Benzin auf 100 km. grosses, standig erneutes Lager. brauchen weniger als 6. 9 und 11 Liter stets komplettes Lager von Ersatzteilen, auch ältester Modelle. ausgedehnter Kunden-Dienst im In- und Ausland. wirtschaftlich im Betriebe ; die beste Kapital-Anlage, denn ein FIAT besitzt, dauernden Realwert. 100% Ihrer Leistung für die Anschaffung eines FIAT verbleiben in der Schweiz. FIAT ist seit je der meistgefahrene Wagen in der Schweiz. EIN MINDERWERTIGES OEL STIEHLT BENZIN und vergeudet Ihr Geld. 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N° 15 — DIENSTAG. 9. APRIL 1940 AUTOMOBIL-REVUE F E U I L L E T O N Ein Mann entlaufen! Roman von Vera Bern. 16. Fortsetzung Mit zitternden Händen zieht Gerda die weisse gehäkelte Mütze über den Kopf, nimmt sich kaum die Zeit, die Locken seitlich aus der Stirn zu streichen, das Gesicht zu pudern. Und geht dann doch 1 längsam, aus Angst den Schritt verzögernd, aus ihrem gläsernen Bau den Gang hinab, die Treppe hinunter, auf den Hof. Wird mit hineingerissen in den Strom der Vulkanarbeiter, die abgearbeitet, verschwitzt, ihr Kaffeekännchen in der Hand, am Pförtner vorbei zum Ausgang drängen. Und alle .werfen einen raschen Blick auf den blauen Wagen. Grussbereit. Denn unbeliebt sind sie nicht, die beiden Römer. Der Betriebsingenieur, der später als die Arbeiter die Fabrik veriässt, ist auf den Hof hinunter. Will sich mal den Kran genauer ansehen — die Verladung hatte sich heute verzögert! Fehling, der dem Pförtner gerade neue Kontrollvorschriften ausgehändigt hat, trifft auf Karsten. Plötzlich sehen sich beide an. Auch der Strom der Arbeiter stockt, aufgehalten von den ersten, die verblüfft den Schritt gehemmt haben beim Anblick der Telephonistin, die in ihrem billigen bedruckten ärmellosen Kittelchen, die braune, verwetzte Ledertasche in der Hand, mit kleinen energischen Schritten auf das Auto zugeht. Der Chauffeur steht stramm mit abgezogener Mütze. Das leise Lächeln in seinen Mundwinkeln verläuft sich in den zwei Falten, die sich von der Nase zum Mund ziehen. Er schliesst den Schlag und steigt auf seinen Führersitz. Gerda lehnt sich zurück. Was mag er nur von ihr wollen... was ? Sie schliesst die Augen. Wie aus weiter Ferne dringt das Brausen der vielen hundert Männerstimmen an ihr Ohr und die Schritte der Arbeiter, die ihren kurzen Aufenthalt durch verdoppelte Sohnel- PREFECT, nur 8 lauf 100 km ANGLIA, nur6lauf 100km ligkeit wieder einholen. So müde ist sie, dass sie beinahe einschläft im sanft dahingleitenden Wagen. Auf dem Fabrikshof aber stehen Fehling und Karsten noch beieinander. Dann murmelt Fehling zwischen den Zähnen : « Eine Schweinerei ist das...» Der Betriebsingenieur steckt sich eine Zigarette an. « Von dem Mädel ? ... •» f Nein, von dem Burschen. •» «Ja... der Apfel fällt nicht weit vom Stamm.» Der Personalchef, der sich schon zum Gehen gewandt hatte, bleibt stehen : c Wie meinen Sie das ? » « Wie ich das meine ?... Ich habe als Betriebsingenieur des Vulkan, wie Sie wissen, ein Gehalt von neunhundert Franken monatlich, da ich voriges Jahr eine Zulage von fünfzig Franken vom Chef bekommen habe. Sie werden mir nicht zumuten, dass ich mir Läuse in den Pelz setze ! » Der Chauffeur reisst den Schlag auf. Hilfesuchend blickt Gerda zu ihm auf. Starr sieht er an Gerda vorbei, in die Luft — jetzt ist er nur Chauffeur, im Dienst des jungen Herrn, mit dem heute nicht gut Kirschen essen ist. Gerda geht durch den Garten. Bleibt unsicher stehn. Der Diener kommt ihr entgegen. «Herr Römer erwartet Sie in der Bibliothek. » Nun steht sie auf der Schwelle des Bibliothekzimmers. Die Rolläden sind herabgelassen. Kühl ist es und dämmerig. Hans Römer kommt ihr entgegen. « Setzen Sie sich.» Gerda sitzt, wie meist, auf dem Rande des Stuhls, das Käppchen so weit nach rechts verrutscht, dass es beinahe abfällt, die über dem Ledertäschchen verschlungenen Hände auf den Knien, die Beine eingezogen. «Sie werden von mir nicht verlangen, dass ich mich wegen gestern entschuldige ... Sie können sich denken, dass mich nur wichtige Gründe abhalten konnten, Sie nach Hause zu bringen, wie es sich gehört hätte.» « Ja... », haucht Gerda. Sie hört wieder seine Stimme — Gott sei Dank !... «Ich halte es für richtig, offen mit Ihnen zu sprechen. Ich wüsste sonst keinen Menschen jetzt. Meine Mutter ist zurzeit aus begreiflichen Gründen nicht zu brauchen, und meine Schwester ist zwar vier Jahre älter als Sie, aber eine dumme Gans.» «Ja.,.», haucht Gerda und,fühlt nicht, wie unangebracht es ist. Da huscht zum erstenmal ein leises Lächeln über Hans Römers Gesicht. « Nehmen Sie Ihr Deckelchen ab. Wir sind nicht so bald fertig miteinander... hier, was zu knabbern. Und hier ein Gläschen Portwein, süss. Nein — Sie brauchen keine Angst zu haben,- ich verführe keine Angestellte unserer Firma...» Sie Angst — ? Angst vor ihm ?... Und doch fühlt sie, dass er allerlei von ihr erwartet und ist schon jetzt zu allem bereit. «Zunächst, Kindchen — aber kriegen Sie keinen Schreck — Ihr Verflossener ist in Berlin.» « Alfred Ist wieder in Berlin ? » Sie starrt ihn an aus schreckerfüllten Augen. « Er war gestern auf dem Dampfer. Er ist mit einem Taxi ein Stück hinter uns hergefahren!... Er schleicht hinter Ihnen her, wenn Sie aus dem Büro kommen, wenn Sie ins Büro gehen.» « Um Gottes willen... ach, um Gottes willen !» «Wenn ich auch nicht gerade behaupten will, dass er einen Revolver in der Tasche hat,, um Sie niederzuschiessen, so ist der Mann jedenfalls durch seine Eifersucht zu allem fähig ! Nicht ungefährlich. » « Ach, um Gottes willen...! » Ganz entsetzt starrt Gerda auf Hans Römer. « Darum schickte ich Ihnen auch den Wagen in die Fabrik. Zu Ihrem Schutz. Es wäre mir unangenehm, wenn Sie meine Vorsorge falsch gedeutet hätten...» Sie stottert: «Ich deutete gar nichts...» Und denkt: man kann gern haben und man kann lieb haben... was ich jetzt für ihn fühle, das ist... und dazwischen denkt sie : der Alfred ist wieder in Berlin !... Der Alfred !... Ach, mein Gott... Mit verkrampften Händen drängt sie : « Sie haben ihn gesprochen ? » Hans Römer steckt sich eine Zigarette an : «Sie sollen ganz vernünftig und ruhig bleiben. Ja, ich habe ihn gesprochen. Gestern. Auf der Rückfahrt. Als ich, durch Ihre merkwürdigen Freunde etwas gereizt und nervös, auf: der andern Seite des Schiffes einen Platz zu ergattern suchte, fühlte ich, kaum dass iclTmich auf einen Feldstuhl gesetzt hatte, Blicke in meinem Nacken. So stark waren die Blicke, dass ich mich wie angerufen herumdrehte. In der gleichen Sekunde trafen meine Blicke in Beckers Augen. Nur kurz. Aber ich erkannte ihn. Diesmal war kein Irrtum möglich. Schon war er wieder verschwunden. Wie untergetaucht in die Menge der Passagiere. Gerade in dem Augenblick legte das Schiff wieder an. Ich sah ihn plötzlich, wie er ganz vorn als einer der ersten zum Steg drängte. Ich ihm nach. Ich stiess, ich boxte mich zu ihm durch — die Ausflügler fluchten hinter uns her — mir war alles wurscht. Ich sprang auf den Steg, ich lief hinter ihm her. Die Leute, die uns nachsahen, die einen Zusammenhang zwischen uns annahmen, glaubten, dass wir einer Bahn nachsprangen. Er ist um die vierzig... ich bin vierundzwanzig — nach wenigen Metern hatte ich ihn erreicht und packte ihn am Handgelenk... Er war totenblass. Er schlotterte am ganzen Körper. Ein scheusslicher Anblick !» Hans Römer wirft die katrm zur Hälfte gerauchte Zigarette fort und greift nach einer zweiten. « Weiter, weiter ! Bitte ! » drängt Gerda, die ganz vergisst, dass sie ihrem jungen Chef gegenübersitzt. « Nur nicht aufregen, Kindchen ! » ... Ich packte also den Burschen am Handgelenk und drohte, ihn vom nächsten Polizisten abführen zu lassen, wenn er mir nicht freiwillig folgte... Ohne meine Hand von seinem Gelenk zu lassen, führte ich ihn zu einem Lokal da draussen. Setzte ihn an einen Tisch — den Rücken zur Wand — schob den Tisch dicht vor ihn und setzte mich ihm gegenüber, den Rücken zur Tür... Wer uns da vor unseren Bieren hat sitzen sehen, mag gedacht haben, zwei gute Freunde, die sich nach langer Zeit Wichtiges zu sagen haben ! ... Ich stellte ihn zur Rede : « Warum verfolgen Sie Ihre frühere Braut ?... Es ist das drittemal, dass ich Sie heute auftauchen sehe ... die anderen Male war ich nicht sicher, ob Sie es wirklich waren !... Was wollen Sie noch von Fräulein Manz ? Die junge Dame hat sich von Ihnen gelöst, sie steht unter meinem und meines Vaters Schutz.» Er sah mich an : « Was ich von meiner Braut will? Das wollen Sie wissen ?... Darum haben Sie mich hierher geschleppt ? »... (Fortsetzung folgt) Jetzt Oel Wechsel Schutz dem Polster! MOTOR-OIL Lassen Sie sich SOIOI Motor-O -SOLOL. einfüllen. - Es garantiert Ihnen hohe Motorleistung bei niedrigstem Verschleiss. Motor - Oil - SOLOL ist. in jeder Hinsicht wirtschaftlich. Mineral- Oel-Produktc Sylvester Schaffhauser Gossau (St. Gallen) Ein AutO'Polster hält nur leiten di« Lebensdauer eine« Wajenjr durch. Darum lind Polrterüberzuie — voo der Hand dei Fachmann» angepasst — unerlässtidi. 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