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E_1940_Zeitung_Nr.011

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AUTOMOBIL-REVUE

AUTOMOBIL-REVUE DIENSTAG, 12. MÄRZ 1940 — N° 11 STELLEN-MARKT Für grössere, sehr gut eingerichtete Landgarage im Kanton Tessin wird ein absolut tüchtiger, selbständiger, gelernter (11 AUTOMECHANIKER gesucht. Ohne prima Referenzen u. Zeugnisse zwecklos sich zu melden. Detaill. Offerten mit Bild und Zeugnisabschr. sind zu rieht, unt. Chiffre 20823 an d. Automobil-Revue, Bern. Gesucht für dauernde Beschäftigung 1 Spezia Bohr- Auto- Mechaniker auf.Honzontalund Fräswerk, sowie einige tüchtige Schlosser, Mechaniker u. Dreher Offerten : H. Hürlimann, Wil 9 Traktoren- und Motorenwerke Anständiger, williger. Auto- Mechaniker gesucht Dauerstelle. Kost und Logis im Hause. W. Bruderer, Sonnenhofgarage, Altstätten. Gesucht ein guter, fachkundiger Ueberland- Chauffeur auf Saurer-Diesel, der kleinere Reparaturen verrichten kann. (11,12 Offerten mit Lohnangabe sowie Zeugnissen sind erwünscht unt. Chiffre 20833 an die Automobil-Revue, Bern. Gesucht zuverlässiger u. tüchtiger Chauffeur auf neuen Saurer-Diesel- Gesellschäfts-, Last- und Möbelwagen. (11 Offerten unter Chiffre Z 6830 an die Automobil- Revue, Bureau Zürich. Solider, durchaus zuverlässiger (11 Chauffeur Auto- Mechaniker in grössere Werkstätte am Platze Luzern per sofort Offerten unter Chiffre 20842 an die (11 Automobil-Revue, Bern. Gesucht für sofort von Garage in Zürich Servicemann- Wagenwascher Es werden nur solche Bewerber berücksichtigt, die sich über obige Fähigkeiten ausweisen können. — Offert, unt. Chiffre Z 6833 an die Automobil-Revue, Bureau Zürich. ausbilden möchte. Zeugnisse und Photo unter Chiffre 17142 an die Automobil-Revue, Bern. sucht Dauerstelle auf Lieferungs- od. Lastwagen. Roter Ausweis, mehrjährige Praxis vorhanden. (11) 20811 Offerten m. Lohnangabe : sind erbeten an zu baldigem Eintritt ein jüngerer, selbständiger Auto- Mechaniker Offerten sind zu richten an Garage Geissmann, Dottikon (Aargau). Telephon 73.255. (11)20809 Chauffeur wünscht, wenn möglich, Dauerstelle oder Existenz. Ist auch im Umgang mit Pferden vertraut. Bin im findet Stelle Besitze der roten Karte. auf neuen 5-Tonnen-Wagen gegen Interessenein- Zeugnisse stehen zu Diensten. Salär und Eintritt lage von 5 Mille. nach Uebereinkunft. Offerten unter Chiffre Off. sind gefl. zu rieht, 17145 an die unt. Chiffre 20837 an die Automobil-Revue, Bern. Automobil-Revue, Bern. Selbständiger, erfahrener gesucht st Grössere Garage sucht Volontär zu sofortigem Eintritt m guteingerichtete Landgarage (H) der sich als 20834 Automechaniker 25jähriger, zuverlässiger Chauffeur Postfach 124, Delsbern. Gesucht Gesucht tüchtiger, selbständiger der mittlerem Betriebe vorstehen könnte. Auf Benziner, Diesel und im Elektrischen versiert. Gewandt im Umgang mit der Kundschaft. Alter nicht unter 28. — Nur gutausgewiesene Bewerber mögen sich melden unt. Chiffre' 20843 an die (11,12 Automobil-Revue, Bern. Jüngling sucht Lehrstelle in Garage Offerten erbeten an Rudolf Freiburghaus, Oensingen. (11 HERBERT v. MOOS Franz Carl Endres Ehemaliger Professor für Strategie und Kriegsgeschichte an der Generalstabsschule Konstantinopel, erster Generalstabsoffizier im Balkankrieg und Generalstabschef einer türkischen Armee im Weltkrieg (1914/15) Mannigfaltig sind die Ereignisse, die die Welt seit ein paar Jahren, vor allem aber seit dem Herbst 1939 beschäftigen. Es ist nicht nur das Donnern der Kanonen, das die Völker erschüttert. Die Welt ist in allen Teilen uneins. Immer wieder neue Probleme von ungeahnter Tragweite tauchen am politischen Horizont auf, Probleme, um die vordem nur die politischen Stuben einiger Ministerien wussten. In der Weltchronik «Das grosse Weltgeschehen » wollen Verlag und Herausgeber vom Podium neutraler Beobachtung aus jedes weltpolitische Ereignis in seinen Ursachen und in seinem Verlauf zur Darstellung bringen. Dadurch wird eine reich illustrierte, chronologische Schilderung der Ereignisse und ein grossangelegtes Geschichtswerk unserer Zeit mit historischem Wert über die Gegenwart hinaus Zustandekommen. Es ist vorgesehen, im Laufe eines Jahres einen Band von 10 Einzellieferungen herauszugeben. Der 1. Band beginnt mit folgenden Lieferungen: Lieferung 1: Die europäische Krise 1938/39 (von München zur Augustkrise 1939) Lieferung 2: Von der Krise zum. Krieg Lieferung 3: Der September 1939 Jede Lieferung enthält 32 bis 40 Seiten Text mit reichhaltigem Illustrationsmaterial, Karten und Dokumenten. Die Anlage und Gestaltung der Lieferungen ist derart, dass jeweils 10 Hefte ohne weiteres zu einem stattlichen Bibliothekband vereinigt werden können. Die Bezugsbedingungen sind in Anbetracht der Fülle des Gebotenen außerordentlich vorteilhaft. Jede Lieferung kostet im Abonnement nur Dieser Betrag ist mit dem Erscheinen der entsprechenden Lieferung fällig. Es braucht also mit der Bestellung nicht gleich der Gesamtbetrag für alle 10 Lieferungen erlegt zu werden. Es steht jedem Abonnenten frei, den Betrag von Fr. 1.Z5 entweder auf das Postcheckkonto des Verlags einzuzahlen oder ihn bei Empfang der Lieferung in Form einer Nachnahme zu begleichen. Jeder Lieferung liegt zum erstgenannten Zweck ein bis auf den Namen ausgefülltes Postcheckformular bei. Nur wer davon innerhalb 3 Wochen nicht Gebrauch macht, erhält die nächste Lieferung gegen Nachnahme. Selbstverständlich ist eine nachträgliche Annullierung der Bestellung unzulässig, d. h., die Refüsierung der Nachnahme entbindet nicht vom eingegangenen Abonnement. Jedermann hat dank diesem vorteilhaften Zahlungsmodus Gelegenheit, sich mit einem bescheidenen monatlichen Aufwand von durchschnittlich nur Fr. 1.50 eine grosse zu verschaffen, die nach erfolgtem Einband, wozu der Verlag mit der letzten Lieferung eines Bandes die leinene Einbanddecke mitliefert, ein prächtiges, unvergängliches Geschichtswerk, das nicht nur ein Schmuckstück jeder Bibliothek, sondern auch eine wertvolle Darstellung der wohl bewegtesten Zeit unseres Lebens sein wird. (als Drucksache in offenem Kuvert 5 Rp. Porto) D Unterzeichnete bestellt beim Verlag Hallwag Bern Band 1 «Das grosse Weltgeschehen» (10 Lieferungen, inklusive Einbanddecke) zum preise von Fr 17.50 für den kompletten Band. Zahlbar gemäss den publizierten Bedingungen mit jeder Teillieferung, nach meinem Belieben entweder mittels Einzahlungsschein oder gegen Nachnahme (Postcheckkonto HI 414). Im Interesse prompter Erledigang wird der Betrag für die 1. Lieferung, wenn er bei Erscheinen noch nicht beim Verlag eingegangen ist,"per Nachnahme erhöben. Der 1. und allen weitern Lieferungen liegt ein Postcheckformular bei. Es werden nur Bestellungen auf ganze Bände, nicht auf einzelne Lieferungen angenommen. Bei Nichtbezahlung einer Lieferung hat der Verlag das Recht, den ganzen Rest des vereinbarten Preises eines Bandes einzufordern. Eine nachträgliche Annullierung dieserBestellung ist unzulässig. Adresse: Eine neutrale Zeitgeschichte 1940. herausgegeben von Militärischer Mitarbeiter: Fr. 1.75 illustrierte Zeitchronik VERLAG HALLWAG BERN BESTELLUNG Beruf: Lieferung 1 ist im Druck und wird in einigen Tagen speditionsbereit sein. Senden Sie also Ihre Bestellung sofort ein. Wenn Sie es vorziehen, können Sie Ihre Bestellung auch an Ihren ortsansässigen Buchhändler richten, welcher Ihnen die Lieferungen zu den gleichen .Bedingungen abgibt. Die Lieferungen 2 und 3 folgen m kurzen Zeitabständen, so dass in Bälde weitgehende, zeitliche Übereinstimmung der Ereignisse mit den Lieferungen besteht.

BERN, Dienstag, 12. März 1940 Automobil-Revue - II. Blatt, Nr. 11 Boucher söer Analer des galanten Zeitalters Es scheint, als hätte sich der Glaube der Alten, dass es irgendwo im unendlichen Weltmeer eine Insel geben müsse, wo die Menschen nur der Liebe lebten, im Zeitalter des Rokoko bewahrheitet. Wer die Kunsterzeugnisse dieser Epoche betrachtet, muss annehmen, dass das ersehnte Wunderland wirklich vorhanden gewesen ist, aber nicht in unerreichbarer Ferne, sondern ganz nahe, allen und jedem zugänglich. Die Menschen des 18. Jahrhunderts schienen das Paradies auf die Erde verlegt zu haben, jene galanten, zarten, höfischen Kavaliere, jene ätherischen, liebeheischenden und -verheissenden Damen in mythologischen Kostümen nur zum Genuss geschaffen zu sein. Das Leben war keine Last, keine Plage, keine Sorge; es bestand nur aus tändelnden Schäferspielen, graziösen Tänzen, ländlichen Lustbarkeiten und galanten Abenteuern. Die leichtlebige, geistvolle Gesellschaft des 18. Jahrhunderts, die den wirklichen Bedürfnissen des Volkes so wenig Verständnis entgegenbrachte, musste diesen Traum des Paradieses auf Erden teuer bezahlen. Die französische Revolution hat den Schäferspielen ein blutiges Ende bereitet und Schäfer und Schäferinnen auf das Schafott geschickt. Aber das Schöne, das die Kunst im Ideale geschaffen hat, ist geblieben. Die Kunst des 18. Jahrhunderts aber erscheint uns als ein einziger Hymnus auf die Frau. Neben Watteau und Fragonard ist Francois Boucher der Hauptmeister des französischen Rokokos, der Künstler, der am charakteristischsten das Wesen dieser Epoche repräsentiert. Während wir bei den grossen Meistern der Malerei die Kraft, die geniale Beherrschung des Stoffes, die Verinnerlichung bewundern, schätzen wir bei Boucher die Verfeinerung in Diana, das Bad verlassend. der zeichnerischen Kultur, die Verwendung und Abstimmung zartester Farben, die dekorative Begabung und die unerschöpfliche künstlerische Phantasie. Bouchers Bilder und Zeichnungen sind ein Hymnus auf den Lebensgenuss; die schöne Die glückliche Mutier. Frau steht überall im Vordergrund der Darstellung, die zwar äusserst frei ist, aber nie die Grenzen des guten Geschmacks überschreitet. Boucher vereinigte geradezu phantastische Schaffenskraft mit sybantischem Lebensgenuss. Wir besitzen von ihm eine ungeheure Anzahl von Gemälden in Oel und Pastell, mehr als 10 000 Zeichnungen und Radierungen. Er stand nicht nur an der Spitze der Kunst seiner Zeit, sondern auch des Kunstgewerbes. Er entwarf Theatervorhänge, Kulissen, zeichnete Kostüme, Fächer, lieferte Vorlagen für Bildhauer, Goldschmiede, Möbeltischler, Buchbinder, modellierte die Figuren für die Porzellanmanufakturen, legte als Direktor der Gobelinmanufaktur den Teppichstil fest und zeichnete Vorlagen für Gobelins. Boucher hatte als Künstler das unschätzbare Glück, eine verständnisvolle und grosszügige Mäzenin zu finden : die Marquise von Pompadour. Sie hatte die Macht, Aemter zu vergeben und neue zu gründen. Den Künstlern stand es frei, die Funktionen ihres Amtes zu erfüllen oder nicht. Dies kam natürlich ihrer Kunst zugute, denn sie konnten frei von materiellen Sorgen arbeiten. So war Boucher Direktor der Gobelinmanufaktur, befasste sich jedoch nur mit den künstlerischen Aufgaben dieser Stellung. Francois Boucher wurde am 29. September 1703 in Paris geboren. Der grosse Watteau starb 1721. Zwei Jahre später erhielt Boucher, als Zwanzigjähriger, den ersten Preis als Maler beim akademischen Wettbewerb. In den dann folgenden Jahren übt Watteau einen grossen Einfluss auf den jungen Künstler aus,, als man Boucher als Kupferstecher bei der Herausgabe des grossen Watteauwerks heranzieht, das die Gemälde und Zeichnungen des Meisters im Kupferstich umfasst. 1734 wird er in die Pariser Akademie gewählt. Sein Aufstieg beginnt. Seine ersten Bilder, meist Szenen aus der Mythologie, gefallen. Er illustriert Moliere und besitzt die Kühnheit, die Menschen des 17. Jahrhunderts in den Kostümen des Rokokos zu zeigen. 1739 ernennt ihn die Akademie zum Professor. Die künstlerische Persönlichkeit Bouchers kommt zum erstenmal in einem grossen Gemälde zum Ausdruck: der Venus, die einem von Tauben gezogenen Wagen entsteigt und sich anschickt, ins Bad zu gehen. Die französische Schule kannte noch nicht die Manier, dem Fleisch des Körpers leuchtende Töne von einer Intensität zu verleihen, dass sie fast durchsichtig erschienen. Eine derartige Wirkung der Nacktheit hatte man bis jetzt nur bei dem grossen Rubens gesehen. Dem Bild der Venus folgte « Aurora und Cephalus», das ebenfalls durch seine künstlerischen Qualitäten und • durch die Schönheit der Darstellung des Frauenkörpers wirkte. 1740 malte Boucher die «Geburt der Venus», ein Gemälde, das sich jetzt in Stockholm befindet, während die übrigen Bilder des Meisters grösstenteils in französischem Besitz (Louvre) geblieben sind. Der Käufer dieses Bildes war der schwedische Gesandte, Graf Tessin, der dem Meister noch weitere Bilder in Auftrag gab, so die berühmte «Marchande de Modes », die sich ebenfalls im Besitz des Stockholmer Museums befindet. 1742 folgt die Darstellung der das Bad verlassenden Diana (Louvre), eines der schönsten und reifsten Bilder des Meisters. Um diese Zeit ist Boucher bereits so beschäftigt, dass er Arbeiten ablehnen muss, um in den Dienst des Königs treten zu können. Er nimmt teil an der Ausschmückung der Bibliothek Ludwigs XV. und der königlichen Schlösser. Er tritt mit der Marquise von Pompadour in Verbindung, deren künstlerische Arbeiten er überwacht. Um diese Zeit entstehen die grossen Gemälde « Venus in der Schmiede Aurora und Cephalus. Vulkans » (1757), der « Raub der Europa», die « Drei Grazien », sowie einige Porträts der Pompadour. 1764 starb die Marquise von Pompadour, und mit dem Tod seiner Gönnerin scheint auch der Stern Bouchers zu sinken. Eine neue Generation tritt auf, und die Zeit der Schäfer und Schäferinnen neigt sich ihrem Ende zu. Während die Königin Marie- Antoinette sich noch an ländlichen Lustbarkeiten erfreut, grollt bereits der Donner der Revolution. Boucher hatte das Glück, die Zeit des Umsturzes nicht mehr zu erleben. Er starb bereits im Jahre 1770, also noch vier Jahre vor dem Regierungsantritt des unglücklichen Königs Ludwig XVI. An der Art, wie die Zeitungen den Tod des Meisters anzeigten, ersah man, dass seine Zeitgenossen den « Maler der Grazien und des Hofes von Kythera» als den Vertreter einer unmodern gewordenen Richtung ansahen. Eine Ueberraschung ergab noch die Versteigerung seiner Sammlung, die eine Fülle von Kostbarkeiten enthielt. Als dann in der Mitte des 19. Jahrhunderts das In teresse für die galante Zeit wieder wach gerufen wurde, als Schriftsteller vom Range der Gebrüder Goncourt die künstlerische Bedeutung dieser Zeit ins rechte Licht stellten, da wurde auch Boucher wieder modern, und die grössten öffentlichen und privaten Sammlungen stritten sich um den Besitz seiner Werke.