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E_1940_Zeitung_Nr.017

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und Wärme — auch das

und Wärme — auch das darf einmal hervorgehoben werden — keineswegs etwa nach dem Schema F. Vielmehr stuft sie diese Supplemente nach der wirtschaftlichen Struktur der einzelnen Kantone ab, wobei ihr als Basis die Ergebnisse der Verarbeitung der Fragebogen durch die Experten dienen, ein Fundament also, an dessen Errichtung die Fahrzeughalter unmittelbar mitgewirkt haben und das dem System der Verteilung der Zusatzmengen die erforderliche Elastizität sichert. Der Schweizerische Autogewerbeverband fordert Anpassung der Verkehrssteuern und Lockerung der Rationierung. • Anlässlich seiner Generalversammlung in Solothurn, die unter dem Vorsitz von Präsident Moosmann tagte, hat der schweizerische Autogewerbeverband einstimmig folgende Resolution gefasst: « 1. Der Autogewerbeverband der Schweiz anerkennt und unterstützt alle Massnahmen, die im Interesse der Freiheit, Unabhängigkeit und Neutralität des Landes getroffen werden müssen. 2. Er dankt dem Lande und der Armee für alles, was bis anhin zur tatkräftigen Unterstützung des schweizerischen Autogewerbes und damit zur Erhaltung der durch das Autogewerbe ernährten 50 000 Personen getan wurde. 3. Er nimmt des bestimmten an, dass auch in Zukunft Land und Armee alles tun werden, was zur Erhaltung des für die schweizerische Wirtschaft und die Armee unentbehrlichen Autogewerbestandes notwendig ist. Im besonderen fordert er: a) dass die Ausgleichskasse für die Wirtschaftshilfe an Selbständigerwerbende ungesäumt ins Leben gerufen werde; b) dass die kantonalen Automobilsteuern auch ihrer Höhe nach der beschränkten Verwendungsmöglichkeit des Fahrzeuges nötigenfalls durch den Bund (ausserordentliche Vollmachten) während der Moöilisationszeit angepasst werden; c) dass das Urlaubswesen in einer Weise gehandhabt wird, dass die einzelnen Betriebe zum mindesten aufrecht erhalten werden können; d) dass die Rationierung der Treibstoffe sobald als möglich gelockert wird; e) dass die Outsider im Benzinhandel, welche mit ihren Machenschaften die bestehende Marktordnung stören und ernstlich gefährden, den Vorschriften dieser Marktordnung unterstellt werden. Das Autogewerbe erachtet es als Pflicht eines jeden Autogewerbetreibenden, seinen Bedarf an Brennstoffen ausschliesslich bei Firmen einzudecken, die sich zur Marktordnung bekennen.» Aus den bundesrätlichen Geschäftsberichten. In seinem Geschäftsbericht für das Jahre 1939 weist das eidg. Volkswirtschaftsdepartement darauf hin, dass die Fälle von Widerhandlungen gegen die im Interesse der Verkehrssicherheit erlassenen Schutzbestimmungen für die Chaufseien. Dabei komme es bedauerlicherweise stets teure noch immer verhältnismässig zahlreich wieder vor, dass Chauffeure selbst diese Bestimmungen übertreten, weil sie ihr Anstellungsverhältnis dazu nötige. Besondere Beachtung der Behörden erheischte wiederum das Nachtfahrverbot für Lastwagen zum Gütertransport. Das Bundesamt für Industrie, Gewerbe und Arbeit ist erneut an die zuständigen kantonalen Instanzen gelangt und hat sie ersucht, während der Reifezeit der Beeren- und Steinobstfrüchte in der Bewilligung von Ausnahmen grösste Zurückhalturig zu üben und die Bedürfnisfrage, das Vorhandensein anderweitiger passender Transportmöglichkeiten wie auch die Rückwirkung von Bewilligungen auf die Bewilligungspraxis mitinteressierter Kantone in Erwägung zu ziehen. Zollrückvergütungen für die Karosserie-Industrie. Wie im weiteren dem Bericht des Finanz- und Zolldepartements zu entnehmen ist, hat es für die im Inland zu Personenwagen karossierton 456 Chassis und für die Montage von 2457 in zerlegtem Zustand eingeführten Chassis den Importeuren einen Betrag von 1562 242 Fr. gutgeschrieben (gegen 1593 217 Fr. im Jahr 1938). Um die Arbeitsbeschaffung innerhalb der schweizerischen Karosserie-Industrie zu fördern, erteilte der Bundesrat, wie der Bericht in Erinnerung ruft, der Zollverwaltung am 28. Juli 1939 die Ermächtigung, auch für im Inland zu Lieferwagen bis zu 800 kg Nutzlast karossierte Chassis 20"/o des Einfuhrzolles zurückzuerstatten. Zum Abschnitt Benzinzoll bemerkt der Bericht, die Rückvergütungen auf dem « Ausländerbenzin » seien auf 462 417 Fr. gesunken (gegen 634 939 Fr. im Jahre 1938). Darin spiegle sich der Rückgang des Reiseverkehrs. Aus Sdiwe »n Kantonen Wieder eine Warnung an die Radfahrer. Es ist noch gar nicht lange her, dass sich im aargauischen Kantonsrat Klagen über die seit der Mobilisation namentlich bei den Radfahrern zu beobachtende Verlotterung der Verkehrsdisziplin erhoben. Heute nun sieht sich der Kanton Luzern veranlasst, ihnen ins Gewissen zu reden und darüber hinaus ein unnachsichtliches Vorgehen gegenüber Sündern anzudrohen. Wenn wir den Warnungsruf des luzernischen Polizeikommandos hier in extenso wiedergeben, so geschieht es beileibe nicht aus hämischer Schadenfreude, oder kleinlicher Ranküne, sondern weil uns auch diese Warnung eine Bestätigung dafür liefert, dass es mit unserer Kritik an der Verwilderung der Verkehrssitten einer gewissen Kategorie von Velofahrern, einer Kritik, womit wir uns schon vor Monaten hervorgewagt, seine Richtigkeit hat. Der Appell des luzernischen kantonalen Polizeikommandos lautet: Die vorgeschrittene Jahreszeit und der durch die Mobilisation und Benzinrationierung stark zurückgegangene Motorfahrzeugverkehr hat eine starke Zunahme des Veloverkehrs mit sich gebracht Es muss festgestellt werden, dass die Strassendisziplin der Velofahrer eine sehr schlechte ist. Schwere Strassenverkehrsunfälle, wobei Menschenleben zugrunde gehen und grosse Schäden an Gesundheit und Gut verursacht werden, sind an der Tagesordnung. Durch den verminderten Motorfahrzeugverkehr fühlen sich die Velofahrer die alleinigen Herren der Strasse und verhalten sich dementsprechend. Wir möchten daher alle Strassenbenützer, insbesondere die Velcfahrer, in ihrem eigenen Interesse zu vermehrter Aufmerksamkeit und besserer Innehaltung der Verkehrsvorschriften auffordern. Viele Unfälle entstehen immer wieder durch unvorsichtiges Einfahren in Ueberlandstrassen, sowie durch Abbiegen aus der Fahrrichtung ohne oder durch verspätetes Zeichengeben. Mit Nachdruck rufen wir auch Art. 70 VV zum BG Mfz. in Erinnerung, wonach nicht mehr als zwei Radfahrer nebeneinander fahren dürfen, ausser beim Ueberholen. Die Organe der Strassenverkehrspolizei haben Auftrag zu strenger Kontrolle und zu unnachsichtlicher Beanzeigung in Uebertretungsfällen. Wichtige Volksabstimmung in Zürich. Der Zürcher Regierungsrat hat die Volksabstimmung über das kantonale Ermächtigungsgesetz für Anpassung der Verkehrssteuern an die Benzinrationierung durch den Regierungsrat nun endgültig auf Sonntag den 16. Juni angesetzt. Am gleichen Tag werden der Kantonsratsbeschluss für Staatsbeiträge an zusätzliche Gememdeleistungen für Wehrmänner und das Gesetz betreffend Abänderung der gesetzlichen Besoldungen der Lehrer an der Volksschule und der Pfarrer dem Zürchervolk zur Abstimmung vorgelegt. Der vom Regierungsrat verfasste «beleuchtende Bericht » zum Ermächtigungsgesetz betreffend Verkehrssteuern lässt nochmals all die Argumente Revue passieren, die für die unerlässliche und dringende Ermässi- Ganz allgemein müssen Schriftsignale ohnehin als wahrnehmüngspsychologisch unbefriedigend betrachtet werden. Ihr Bedeutungsinhalt ist selten auf diejenige Entfernung verständlich, auf die sie rein opt : sch sichtbar sind, da die Bestanz leserlich ist. Gerade im Falle der Bezeichnung schriftung erst auf verhältnismässig geringe Dieiner Sackgasse wird der Fahrzeugführer daher häufig zu spät den Sinn der für ihn schon längst Abb. 5. Verbessertes Signalbild für das Fahrrichtungszeichen (im Vordergrund). Dahinter, etwas verdeckt, das Signalbild laut Verordnung. sichtbaren Tafel zu erfassen imstande sein, um rechtzeitig und ohne unnötige Manöver und die daraus entstehende Störung des übrigen Verkehrs auf die Einfahrt in die Sackgasse verzichten zu können. Auf alle Fälle erfordern Schriftsignale eine ungünstig lange Hinwendung der Aufmerksamkeit auf ihr Schriftbild, worunter die Beachtung des Verkehrs und der Straese leidet und daher die Gefahr von Unfällen steigt. Aus diesen Erwägungen ergibt sich die Wunschbarkeit eines neuen Verkehrszeichens zur Kenntlichmachung der Einfahrt in eine Sackgasse. Da die Zeitumstände einer solchen Erweiterung des Signalkodex jedoch nicht günstig sind, soll. hier von der Diskussion des Bildes eines solchen neuen Zeichens Umgang genommen werden. Einen freilich bedeutend krasseren Fall von Ergänzung eines Verkehrszeichens durch zusätzliche schriftliche Erläuterung zeigt Abb. 3 von der Strassenunterführung unter dem Bahnhof in Freiburg. Die langatmige Beschriftung der dortigen Tafel würde für die richtige Lektüre einen längeren Aufenthalt jedes Fahrzeugführers bedingen, der praktisch einfach nicht möglich ist und daher die im Signaltext enthaltenen Mitteilungen an die Verkehrsteilnehmer praktisch illusorisch macht. Freilich enthält die Aufechrifttafel auch hier wiederum eine ganze Reihe von polizeilichen Mitteilungen an die Strassenbenützer, für die kein offizielles Signal- AUTOMOBIL-REVUE DIENSTAG, 23. APRIL 1940 — N° 17 gung der Verkehrssteuern sprechen und die man im Votum von Polizeidirektor Briner an der Kantonsratssitzung vom 1. April so sehr vermisste. Es wird da auf die Unwirtschaftlichkeit der Motorfahrzeughaltung be den heutigen ungenügenden Benzinmengen verwiesen sowie auf die ungenügende Beschäftigung im Autogewerbe. Dabei stöss man, nachdem der kantonale Polizeidirektor am 1. April noch behauptet hatte, die Lage im zürcherischen Automobilwesen sei « nicht so bös », auf das Eingeständnis des Gesamtregierungsrates, dass Ende Dezember 1939 im Kanton Zürich 2000 Fahrzeuge mehr stillgelegt waren als bis zum gleichen Zeitpunkt 1938. , Nach diesem regierungsrätlichen Bericht hat der Kanton Zürich bereits im Jahr 1939 ©inen Ausfall an Verkehrssteuern von rund Fr. 100 000 zu verzeichnen; für 1940 rechnet der Regierungsrat mit einem bedeutend stärkeren Rückgang (im Budget sind nicht weniger als 1,5, Mill. Fr. vorgesehen !), wenn es nicht gelinge, die zunehmende Ausserbetriebsetzung der Fahrzeuge durch geeignete Massnahmen (lies Senkung der Verkehrssteuern) herabzusetzen. Besonders betont wird auch, dass durch die Stillegung der Motorfahrzeuge die Heeresmotorisierung und dan ganze Landesverteidigung ernstlich bedroht sind. Man hat in den letzten Wochen gemunkelt, dass der Monat Mai eine starke Lockerung der Benzinrationierung bringen und daher die Steuerermässigung nicht mehr so aktuell sein werde. Die neuen Litertabellen zeigen, dass die geänderten politischen und kriegerischen Verhältnisse diese Absichten völlig unterbunden haben und die Fahrzeughalter mit Ausnahme ganz vereinzelter unterer Kategorienklassen mit den bisherigen Quantitäten in den nächsten zwei Monaten vorlieb nehmen müssen. Um so unerlässlicher ist eine Senkung der kantonalen Verkehrssteuern, weshalb man erwartet, dass das Zürcher Ermächtigungsgesetz vom Volk angenommen und spätestens am 1. Juli in Kraft gesetzt werde. V Signal-Pathologie Fortsetzung von Seite 1. bild hesfeht (Verbot der Durchfahrt von Anhangerzügen, Langholztränsporten und anderweitigen Fuhren mit über die Ladefläche hinausragender Last), „SO ,dass, Ä mit Inbegriff der Beschränkung des Gesamtgewichtes und der Ladehöhe, insgesamt fünf verschiedene Weisungen bzw. Verbote auszudrükken waren, ungerechnet die durch das allgemeine Vorsichtssignal signalisierte Aufforderung zu behutsamer Fahrweise. Angesichts solcher Anforderungen mues freilich jeder Signalkodex versagen, und es zeigt sieh gerade hier die Notwendigkeit, . i Abb. 6. Verbesserung der Signalwirkung durch TJeberdimensionierung des Verkehrszeichens (Zürich, Limmatquai). bei der'Aufstellung einer Signalordnung zwischen der Beschränkung auf die allgemeinsten Begriffe und. einer kasuistischen Berücksichtigung einer Unzahl von immer wieder anders gelagerten Einzelfällen die richtige Mitte zu halten. Es wäre, wahrlich interessant, wenn das Bundesgericht einmal einen Verkehrsunfall zu beurteilen hätte, der aul die Nichtbeachtung eines solchen unübersichtlichen Signals zurückzuführen wäre, damit Klarheit darüber geschaffen würde, wie solche, durch kein reglementarisches Verkehrszeichen auszudrückende Verbote den Strassentrenützern überhaupt bekanntzugeben sind und wie weit die Pflicht der Verkehrsteilnehmer geht, Signalhäufungen wie die vorliegende zur Kenntnis zu nehmen. Ein,en «leichteren Fall» von Ausweitung des Bedeutungsinhaltes eines Verkehrszeichens bzw. von Äenderung des Zeichens selber zeigt Abb. 4. Hier ist mit Geschick versucht worden, eine nicht gerade einfache Verkehrssituation zu klären. Es handelte sich um die Notwendigkeit der Anordnung des Rechtsverkehr© um einen Turm in einem engen Winkel der Altetadt von Lausanne. Die Verwendung des ordonnanzmässigen geraden Richtungspfellers Nr. 19 der Signalverordnung hätte die Fahrzeugführer zweifellos in die auf unserem Bilde nicht sichtbare nach rechts führende Gasse gewiesen. Dies war jedoch nicht beabsichtigt; denn das Abbiegen in die nach links führende Gasse sollte erlaubt sein, und es war nur nötig, dafür zu sorgen, dass dies auf dem Wege der Umfahrung tischer Den Rollschuh in den Dienst des Autos gestellt hat der Besitzer einer grossen Tankstelle in Oklahoma. Er hat seine sämtlichen Angestellten mit Rollschuhen ausgerüstet, so dass sie letzt mit ungewohnter Flinkheit zwischen den zu bedienenden Autos, den Benzin- und Oelzapf stellen, dem Bureau usw. hin und her flitzen. Alle Automobilisten sind von dieser Neuerung so begeistert, dass sie überall davon erzählen und eifrig dafür Propaganda machen. In Indianapolis Hess sich der 106jährige Neger Jerry Patterson seinen Führerschein erneuern. Seine erste Fahrbewilligung hat er vor elf Jahren, also im Jünglingsalter von 95, erworben. Bienenzüchter, motorisiert euch ! Natürlich stammt er aus Amerika, der Vorschlag, Bienenstöcke auf speziell dafür konstruierten Wagen einzubauen und sie dergestalt fahrbar zu machen, damit die Imker während der Blütezeit gewisser Pflanzen grössere Landstriche «abklopfen» können. Verdunkelung hilft dem Malergewerbe. In London sind über 2000 Mann mit dem Bemalen der Randsteine und der Kennzeichnung der Strassenübergänge mit weisser Farbe beschäftigt. Seit Kri msbruch sind für diesen Zweck über 2 Millionen Gallonen Farbe drauf gegangen. Luftkonditionierte Wagen statt Gasmasken. In englischen Autofabrikantenkreisen soll man festgestellt haben, dass die neuen Modelle der luftkonditionierten Wagen jede Gasmaske überflüssig machen. Wird in das Luftzuführungssystem ein Gasfilter eingebaut, so bleibt, wie Versuche in gasgefüllten Tunnels ergeben haben, die Luft innerhalb des Wagens vollkommen rein und atembar. Laternengaragen auch in New-York. Eine in New York durchgeführte Zählung hat ergeben, dass nicht weniger als 150 000 Wagen die Nacht im Freien verbrachten. Obligatorische Reifenkontrolle in Pennsylvanien. Der Gouverneur von Pennsylvanien hat ein Gesetz unterzeichnet, das den Autofahrern die Instandhaltung der Reifen zur Pflicht macht. Wer vorsätzlich oder fahrlässig ein Auto fährt, bei dem ein Reifen nicht mehr in einwandfreiem Zustande ist, wird mit 10, im Wiederholungsfalle mit 50 Dollar Geldstrafe oder Gefängnis bestraft. In Zweifelsfällen gilt das Gutachten eines staatlichen Verkehrsfachmannes als ausschlaggebend. Das Gesetz ist von um so grösserer Bedeutung, als 16% aller tödlichen Autounfälle in diesem Bundesstaate auf schadhafte Bereifung zurückzuführen sind des Turmes geschehe. Die leichte Äenderung des •etreckten in einen gebogenen Pfeil war die ebenso einfache, wie elegante und ohne weiteres verständliche Lösung des Problems — fürwahr eine glückiche «Umbiegung» eines Signalbegriffes. In gewissen Fällen besteht der Wunsch, ein an 6ich verständliche« und eindeutiges Signalbild durch rgendwelche Massnahmen noch deutlicher zu machen, als es in seiner obligatorischen Form, Grosse und Aufstellungsart an eich schon ist. Auch in dieser Beziehung epielt das Fairtrichtungssignal Nr. 19, der welsse Pfeil auf blauem Grunde, iine -wichtige Rolle. Diesem Zeichen haften seit eher verschiedene Mängel an. Infolge des stumpfen Tones der offiziellen Farbe «SignaMau» hebt sich dieses Zeichen sehr häufig äusserst schlecht von seinem Hintergrunde ab und wird schon deswegen vor allem nachts vielfach übersehen. Schlimmer ist jedoch, dass der Utnriss des Pfeiles selber nach vorschriftsmässiger Zeichnung so wenig prägnant ist, dass er schon auf kurze Entfernung zu inem blossen weissen Querstrich verschwimmt und die Spitze nicht mehr vom Ende unterschieden werden kann, so dass die Verkehrsteilnehmer über die ihnen vorgeschriebene Fahrtrichtung allzulange im Ungewissen bleiben. Dae kantinale Tiefbauamt Zürich verwendet daher bei Verkehrsumleitungen infolge Bauarbeiten mit guten Gründen ein weitaus klareres Pfeilbild, wie es Abb 5 zeigt, trotzdem von einem streng rechtlichen Standpunkt aus diese Umrissform als unstatthaft bezeichnet werden müsste. Auf eine ndere Art wieder hat die Stadt Zürich an der Gabelung zwischen Limmatquai und Sonnenquai in der Nähe des Bellevueplatzes die Sichtbarkeit des dortigen Fahrtrichtungszeichens zu verbessern geucht (Abb. 6). Sie hat die betreffende Signaltafel gegenüber der Norm stark vergrössert und damit eine gewisse Erhöhung der «Reichweite» des Signals zustandegebracht. Sehr gross ist der Erfolg dieser Ueberdimensionierung freilich nicht, weil die Erfassung eines Gegenstandes nicht einfach durch seine Grosse und Farbe bestimmt wird, sondern in erheblichem Mass durch eine Art Auslose nach der Interessenlage desjenigen, an den sich die lildmässige Mitteilung richtet. Man «sieht» ja in 'at und Wahrheit längst nicht alles, was man rein ptisch sehen kann, und gerade im Strassenverkehr ist es vielfach so, dass das Verkehrsgetriebe es den Fahrzeugführern gar nicht ermöglicht, gewiseermassen auf weite Sicht zu disponieren und daher mit ihrer Wahrnehmung dem Vehikel allzuweit vorauszueilen. (Schluss folgt.)

N°17 _ DIENSTAG, 23. APRIL 1940 AUTOMOBIL-KEVUt 3 Die Berner Tagung der AIACR. 10.—13. Mal. Mit der Wahl Berns als Ort ihrer diesjährigen Frühjahrstagung scheint die AIACR eine glückliche Hand gehabt zu haben. Tatsächlich umfasst die Liste der Delegierten, welche sich dafür beim ACS angemeldet haben — in dessen Händen die Organisation des Kongresses liegt — nicht weniger als 42 Namen aus 15 Ländern. Bei den 15 Länder-Clubs, welche bis zum 12. April die Entsendung von Delegierten in Aussicht genommen hatten, handelt es sich um : Albanien, Belgien, Frankreich, Grossbritannien, Italien, Monaco, Niederlande, Portugal, Rumänien, Schweiz Spanien, Türkei, Ungarn, Vereinigte Staaten und Jugoslawien. DAS ALLGEMEINE PROGRAMM bietet sich in seinen Grundzügen wie folgt dar : Freitag, 10. Mai: Empfang der Delegierten, wahrscheinlich im Hotel Bellevue. Samstag, 11. Mcff, vormittags: Sitzung der Int. Touristikkommission. Nachmittags: Sitzung der Int. Verkehrsund Zollkommission. Sonntag, 12. Mai: Ausflug (voraussichtlich nach dem Berner Land). Nachtessen, offeriert vom ACS. Montag, 13. Mai, vormittags: Sitzung der Int. Sportkommission. Gemeinsames Mittagessen des Vorstandes. Nachmittags: Sitzung des Vorstandes der AIACR. Generalversammlung der AIACR. Das Datum des Diners, das aller Wahrscheinlichkeit vom Bundesrat offeriert wird, ist noch nicht bestimmt. \KTUELLES Keine Karten, Landschaftsaufnahmen usw. ins Ausland schicken ! Der Armeestab teilt mit: Wie bekannt, wird, erhalten Behörden und Pri- Tatpersonen aus dem Ausland Anfragen um Zusendung von topographischen Karten, Ortsplänen, Landschaftsaufnahmen, Bildern aus der Vogelperspektive und Postkarten mit Landschaftsbildern. Es •wird darauf aufmerksam gemacht, dass der Versand von Gegenständen dieser Art ins Ausland der Sicherheit unseres Landes schaden kaun .und daher verboten ist. Empfänger von solchen Anfragen werden gebeten, diese an die Abteilung Presse und Funkspruch im Armeestab weiterzuleiten. Allzu kokett... Nationalrat Schirmer (Baden) hat am 9. April 1940 folgende Kleine Anfrage an den Bundesrat gerichtet: Ist es dem Bundesrat bekannt, dass die allzu koketten Uniformen, wie sie von den Rotkreuzfahrerinnen getragen werden, in der öffentlichen Meinung Anstoss erregen? Ist der Bundesrat bereit, dafür zu sorgen, dass diese Uniformen mit den in der Armee allgemein gültigen Vorschriften und Sitten in Einklang gebracht werden? Vom Bau der Strässe über den Rapperswiler Damm. Der strenge Winter hat den Fortgang der Arbeiten an der neuen Strasse über den Rapperswiler Seedamm nicht aufzuhalten vermocht. Schon im letzten Herbst wurden riesige Faschinenbündel an Ort und Stelle gebracht, und beim niedrigen Wasserstand während der Wintermonate ist nun ein Teil der Stützmauern erstanden. Bereits zeichnet sich auch die Gestaltung des Durchlasses für die Schifffahrt vom unteren zum oberen Zürichsee ab, doch dürfte bis zur Vollendung des grossen Werkes noch geraume Zeit verstreichen. Mit der Verkehrsumleitung beim « Durchstich > hat es allerdings sein eigenes Bewenden. Auf einer kaum vier Meter breiten Fahrbahn müssen sich an verkehrsreichen Tagen Autos, Radfahrer, Fuhrwerke und Fussgänger aneinander vorbeischlängeln und dabei besteht fast keine Möglichkeit, ausserhalb der Fahrbahn auszuweichen. In ihrem eigenen Interesse wie mit Rücksicht auf die andern sollten Eich deshalb Automobilisten, Radfahrer usw langsames Passieren dieser Stelle angelegen sein lassen. Ein Nachtragskredit für den Zuger Strassenbau. In seiner Sitzung vom vergangenen Donnerstag behandelte der Zuger Kantonsrat den bereits in erster Lesung durchgenommenen Kantonsratsbeschluss über den Ausbau der Kantonsstrassen nach Aegeri und Menzingen in zweiter Lesung. Diskussionslos wurde die Vorlage angenommen und zugleich als dringlich erklärt, womit den kantonalen Baubehörden ein Nachtragskredit von 350000 Fr. für den Ausbau der erwähnten Strassen bewilligt wird. Hotellerie und Autotourismus. An der Vorstandssitzung des Schweiz. Hoteliervereins kam u. a. die Frage der Förderung des innerschweizerischen Reise- und Ferienverkehrs zur Sprache. Was den Autotourismus anbelangt, so erwartet die Hotellerie dabei, dass er, soweit es die Landesversorgung gestattet, durch zusätzliche Benzinzuteilungen während der Pfingsttage und der Sommersaison gefördert werde, eine Anregung, womit die c A. R. > schon vor geraumer Zeit an die Oeffentlichkeit getreten war. Spont im Ausland Nächsten Sonntag: Das Auflodern der «Kriegsfackel hat zwar den europäischen Automobilsport sehr stark eingedämmt. Erloschen jedoch ist er nicht; davon zeugt der internationale Sportkalender 1940 mit seinen immerhin 14 Veranstaltungen, die sich auf Italien, die U.S.A., Rumänien und Spanien verteilen, wobei aber unser Tage ist auch der neue 3-Liter-16-Zylinder erstmals in Erscheinung getreten, freilich nur «*zu Versuchszwecken >, Und diesem sportlich so regsamen Italien fällt es nun am nächsten Sonntag zu. die internationale Rennsaison 1940 mit den Mille Miglia zu eröffnen, Das Strassendreieck Breecia - Cremona - Mantua - Brescia, der neue Schauplatz der Mille Miglia, die am nächsten Sonntag zum Austrag gelangen. südliche Nachbar allerdings die grösste Aktivität entwickelt, steuert er doch nicht weniger als zehn Rennen bei, ein sprechender Beweis für die Unentwegtheit, womit das nichtkriegführende Italien den Gedanken des Autosports weiter pflegt und fördert, malgre tout. « Rasten wir, so rosten wir >, sagen sich die Organisatoren wie Konstrukteure. Und dieser Ueberlegung ist die Tat gefolgt: der neue lH-Liter-Alfa-Romeo, der am 12. Mai in Tripolis gegen die Deutschen antraten soll, hat seine Probefahrten bereits hinter sich, und eben dieser IntM ihrzttt Mnutn ItiMni nr tikiriliif tn (•Itialiiffllclii. tUwton Mf tk Wataa ntehrt. •MWtücit f-fflimir Hir IrtnUii hrblko. Altruist nttluk Mille Miglia - ganz neu einem Langstreokenrennen, dem das oft missbrauchte Attribut « klassisch » nun wirklich gebührt. Zwölf Auflagen erlebte es bisher, die letzte im Jahr 1938, wobei die Mannschaft Biondetti - Stefani am Alfa Romeo die 1621,3 km Gesamtdistanz in 11 St. 58 Min. 29 Sek. durchfegte und mit einem Stundenmittel von 135,391 km einen neuen Streckenrekored schuf, der volle 14 Km/St, über der früheren Bestleistung stand. Indessen legte sich ein dunkler Schatten über das Rennen: in Bologna und in Ferrara ereigneten sich schwere Unglücksfälle. Zwei der Konkurrenten gerieten in die Menschenmauern hinein, die den Parcours säumten, wobei es nicht nur Verletzte, sondern auch Tote gab. Aus diesen Katastrophen zogen die Sportbehörden ihre Konsequenzen. 1939 wurden die Mille Miglia abgesagt und an deren Stelle eine Fernfahrt Tobruk-Tripolis ausgetragen. Aber so kräftig hatte das Tausendmeilen-Rennen Wurzeln geschlagen, dass die Frage nach einer Wiederaufnahme nie mehr zur Ruhe kam. Zwar, die schmerzlichen Lehren von 1938 blieben nicht vergessen. Sie heischten Berücksichtigung und fanden sie auch, als der R.A.C.I. sich entschloss, die Veranstaltung auf einer abgeänderten Strecke wieder erstehen zu lassen. Von den Mille Miglia früherer Jahre ist neben der Hauptsache, dem Reglement, noch der Titel mit übernommen worden, der allerdings zusehends mehr von der neuen Bezeichnung « Grosser Preis von Brescia » zurücktritt. Völlig neue Wege dagegen sind die Veranstalter heuer bei der Wahl der Strecke gegangen. Berührte sie früher Dutzende von Städten und Hunderte von Ortschaften, wobei sie bis nach Rom vorstiess und die zweimalige Durchquerung der Appenninen einschloss, so ist sie nunmehr auf das Strassendreieck Brescia-Cremona-Mantua- Brescia zusammengeschmolzen, das gerade noch 165 km misst. Der Charakter der Langstreckenprüfung indessen bleibt auch dabei durch und durch gewahrt, haben doch die Teilnehmer diesen Parcours neunmal zu absolvieren, was einer Totaldistanz von zirka 1485 km entspricht. Wie man übrigens die neue Streckenführung bei den Leuten vom Bau beurteilt, dafür sei als Kronzeuge der italienische Rennfahrer Gonte Lurani zitiert. Seiner Auffassung nach darf die Piste als der schnellste Sportwagen-Rundkurs der Welt angesprochen werden. Und wenn es ihr auch an Steigungen und Gefällen, an gemischten Abschnitten und an Kurven unterschiedlichen Charakters fehle, wenn sie eher leicht sei (sofern man bei einer Distanz von nahezu 1500 km, wobei der Wagen ständig mit höchster Geschwindigkeit davonjage, überhaupt die Qualifikation « leicht» gebrauchen dürfe) und weder die Bremsen noch die Federung bis an die äusserste Grenze beanspruche, so hätten doch die Motoren, denen nicht ein Augenblick zum Verschnaufen bliebe, eine wahrhaftige Zerreissprobe zu bestehen. Ausserdem spreche bei der Beschaffenheit der Strecke auf die aerodynamische Liniengebung als Faktor der Leistungsfähigkeit ein gewichtiges Wort mit und man werde dabei aufschlussreiche Vergleiche zwischen wirklicher und « Auch-Stromlinie » anstellen können. Als grösstes und am härtesten umkämpftes Sportwagenrennen unseres Kontinents' trugen die Mille Miglia, was die Beteiligung anbelangt, von jeher ein internationales Gepräge, wenn auch das italienische Moment immer deutlich überwog. Ganz von ungefähr kommt es denn wohl auch nicht, dass es bisher erst einem einzigen Ausländer, Caracciola, im Jahr 1931 gelang, den Sieg an sich zu reissen; im übrigen jedoch bildeten die- bisherigen 12 Ausgaben dieses Rennens eine fast ununterbrochene Erfolgsserie Alfa Romeos. brachte doch die Mailänder Firma das Unwahrscheinliche fertig, zehnmal den absoluten Tagessieger zu stellen. Ob sie auch dieses Jahr wieder den Vogel abschiessen wird, darüber zu prognostizieren ist eine ebenso delikate wie undankbare Aufgabe. Als Favorit steht Alfa nämlich ausgerechnet im Kriegsjahr 1940 nicht allein auf weiter Flur. In den B.M.W, und den beiden Delage von Watney erwachsen ihm ebenbürtige Gegner, so dass möglicherweise die bessere Vertrautheit der Italiener mit der Piste den Ausschlag gibt. Aber auch die Deutschen sind nicht untätig geblieben und haben den Parcours schon vor Wochen gründlich in Augenschein genommen, so dass in dieser Hinsicht der Vorsprung der italienischen Mannschaften etwas geschwunden sein dürfte. Alfa Romeo, BMW oder Delage? Bei dieser Lage der Dinge mag es nicht ohne Interesse sein, etwas näher auf die konstruktiven Einzelheiten der drei Favoriten-Marken einzugehen. Alfa Romeo schickt sein 2,5-Liter-Sportmodell, das sich schon voriges Jahr in Tobruk- Tripolis bewährte und über das Stadium der Kinderkrankheiten hinaus ist, ins Feuer. Entwickelte der vorjährige Motor zwischen 116 und 122 PS, so trifft die Annahme wohl kaum daneben, dase es mit einer minutiösen mise-ä-point, mit der Ausprobierung anderer Brennstoffe und der Aenderung dea Kompressionsverhältnisses möglich sein sollte, die Leistung auf etwa 130 PS zu steigern, d. h. auf 52 PS per Liter Zylinderinhalt. BMW bringt seinen Zweiliter-6-Zylinder an den Start, der echon bei den Mille Miglia 1938 mit von der Partie war und eich in Tobruk - Tripolis den dritten Platz sicherte. Inzwischen aber dürften sowohl der Motor als auch das Chassis erhebliche Verbesserungen erfahren haben, geht doch die Rede davon, dase der ganze Wa.gen nur noch ein Gewicht von 750 kg besitze. Allem Anschein nach haben sich also die Deutschen die Vorteile des Leichtbaues zunutze gemacht, auch bei der Karosserie, die nur 42 kg wiegen soll. Vom Motor heisst es, er gebe bei 5500 Touren 120 PS her, also etwas um die 60 PS pro Liter. Der 3-iLiter-D e 1 a g e schliesslich greift zwar zum erstenmal in ein Rennen auf italienischem Boden ein, aber was «drin» ist, davon hat er am Grossen Preis von Antwerpen und bei den 24 Stunden von Le Mans beredtes Zeugnis abgelegt. In Le Mans errang er sich hinter dem 8-Liter-Bugatti Wimilles den zweiten Platz, wobei er eine Distanz von 3312 Kilometer mit einem Durchschnitt von 138.009 km erledigte. Bei 5150 Touren leistet der 6-Zylindermotor 135 PS, d. h. 45 PS pro Liter. Auf jeden Fall erblickt man im italienischen Lager in den beiden Delage, an de,nen zweifellos verschiedene «Retouchen» vorgenommen worden sind, Gegner, die ein ernstes Wort mitreden werden. Und man gibt sich keinen Illusionen darüber hin, dass ihnen weder die Alfas noch die BMW an Geschwindigkeit über sein werden. Nebenbei bemerkt sind die Zünftigen davon überzeugt, dass das Rennen, günstige Wetterverhältnisee vorausgesetzt, einen wesentlich schnelleren Rhythmus anschlagen wird als die bisherigen Mille Miglia, rechnet man doch mit Durchschnitten um die 200 St/km herum.