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E_1940_Zeitung_Nr.017

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8 AUTOMOBIL-REVUE

8 AUTOMOBIL-REVUE DIENSTAG, 23. APRIL 1940 — N° 17 SOMMEROL Zu verkaufen Cabriolet 2-P lätzer PEUGEOT 202 6 PS, Modell 1939, sehr wenig gefahren, in tadellosem. Zustande. Fritz Ramseier & Cie., Karosserie, Worblaufen. Zu verkaufen Limousine, 2 Türen, 6 PS, erstklassiger Zustand, wie neu 1 , wegen Nichtgebrauch bei sofortiger Wegnahme zu nur Fr. 1550.—. Offerten unter Chiffre 17186 an die DODGE- VICTORY 1929, 6 Zyl., 4/5pl., Limou- D. K. W. sine, 17 PS, 6fach bereift, 78 000 km gefahr., in sehr gutem Zustande. — Preis Luxus-Cabriolet Fr. 1000.-. — Offert unt. Chiff. 21133 an d. (16-18 wie neu, billig. Offerten unter Chiffre 17185 an die Automobil-Revue, Bern. ••••**••«•««•« WOLSELEY Zu verkaufen FORD Eifel, 1936 Automobil-Revue, Bern. Zu verkaufen Aufomobil-Revue, Bern. Zu verkaufen schwarze Limousine 6 Zyl., 7 PS, Schiebedach, Lederpolsterung, 4türig, in bestem Zustand, aus Pri-sehvathand preiswert abzu- wenig gefahren. elegant präsentierend, geben. Offerten unter Chiffre A. Schürch, Dietikon-Zch. 21170 an die (17-19 Automobil-Revue, Bern Zu verkaufen Peugeot 10 PS, Modell 1938/39, 4/5-Plätzer, geschlossen, mit elektr. 4^Ganggetriebe und allen Schikanen, noch wie neu, ganz billig abzugeben. (17) 21166 Offerten an K. J. Keller, Velos, Rosentalstrasse 5, Basel. Zu verkaufen zwei (17,18 Kleinwagen OPEL OLYMPIA, 7 PS, Cabriolet, noch wie neu. D. K. W. Meisterklasse, 3,5 PS, Mo-Modeldell 1937, ganz wie neu, gef., neue Pneus u. Brem- 1935, 47 000 km zu sehr günstigen Preisen. sen, Limousine, billig, bei G. Hofmann, Burg 6 (Aargau). 21167 Zu verkaufen guterhaltener (17)21172 FORD BABY Walter Hänsli, Tann- Rüti (Zürich). Zu verkaufen "9C BUICK 1930, Limousine, 6/7-P1., 27 PS. (17,18)21151 STEYR Cabriolet, 1931, 3/4-P1., 10,6 PS. Beide noch sehr gut. D. Flütsch-Gianutt, Bahnbofstr.. Schiers. Wenn Sie noch zu ganz vorteilhaften Speziaipreisen in Wasch - Schwämmen etwas kaufen wollen, auch auf spätere Lieferung, dann tun Sie es jetzt. Hch. Schweizer Schwammhandlung en gros Basel, Itelpfad 1 F. B. W., 5 T., Diesel LASTWAGEN, mod. Konstruktion, mit 3-S.-Wirz- Kipper, Motor generalrevidiert, mit Garantie, sofort lieferbar, sowie amerik. 3—4 T. Diesel fabrikneu, sof. lieferbar, mit oder ohne Kipper. Berna, 5 T. Typ G5, mit 3-Seiten-Wirz-Kipper. Preise günstig. Anfragen an Postfach 80, Oerlikon/Zch. meter-ZähJlrri aller Systeme, ARB BASEL D C D Kl HORGEN Karosserie Dietrich Aktiengesellschaft Güterstr./Delsbergerallee 50 Telephon 2.68.51 P.Kupferschmid Erlachstrasse 7 Tel. 2.36.95 Gebr. Keller Stockerstrasse 19 Telephon 92.46.22 BERN • r RllDfinrtDc I II T C B Kl W.Garbani Söhne & Co. Greyerzstrasse 80 Telephon 2.24.17 Fr. Born ^ Auto-Lackiererei Telephon 680 Amrein&lmbach Malergeschäft und Autolackiererei. Schriftenmalerei. Schlagfeste Etnaülierungen im Ofen. vonmattstr. 28 u. 30 Telephon 2.SS.00 Zur Verfolgung der Kampfhandlungen in der Nordsee und in Skandinavien empfehlen wir unsere neue fünffarbige Karte DER NORDSEE-RAUM Skandinavien, Dänemark, Norddeutschland, Grossbritannien, Belgien, Holland. Massstab 1:3000000, Blattgrösse 80x90 cm Preis Fr. 2.80 In allen grösseren Buchhandlungen ST. GALLEN TUIIKI Müller & Häne Bogenstrasse 9a Telephon 45.75 Äuto-Spntzlackier- Werkstätte E. Huber Aarestrasse-Speditionsweg Telephon 13.78 Wohnung 39.16 Gallmann&Wagner Carrossene Winterthur Schaffhauserstr. 67 Telephon 2 23 40 ZÜRICH Gebr. Bosshart Alfr.-Escherstr.76-78 Jos. Widmer Gasometerstrasse 9 Telephon 3.93.35 Autospritzwerk Schriften. Monogramme etc. SCHAFFHAUSEN WINTERTHUR Frauengasse 1 Telephon 851 Bianco & Bindnagel A. Wehle Dörflistrasse 4 Telephon 6.80.81 -ZÜRICH Wir garantieren Gebr.J.&C.Abegg Th. Waibel Tösstalstrasse 29 b Telephon 2.27.58 Duf ourstr. 60 Telephon 4.74.69 für prompte und fachgemasse Ausführung sämtl. Reparaturen Bringen Sie Ihren Wagen direkt zu uns! Es ist Ihr Vorteil! VERLAG HALLWAG BERN Verlag, Druck und Cliches: HALLWAG A.-G., Bern. Für wirkungsvolle Inserate: Hallwag-Cliches I

BERN, Bienstag, 23. April 1940 Automobil-Revue - II. Blatt, Nr. 17 M»|utsi T@^l^@m|»dl@tis* Die Herrschaft der Marquise von Pompa- geistige Errungenschaft dieselbe Wirkung, die dour ist das goldene Zeitalter der schönen sie auch in unserer Zeit hervorgerufen hat: sie Künste in Frankreich. Wie keine zweite ihres führte einen grossen Aufschwung in den Kün- Geschlechtes hat sie die Kunst des 18. Jahr- sten und im Kunstgewerbe herbei. Und das hunderts gefördert und beschützt. Sie liebte war nicht zum kleinsten das Verdienst der die Kunst in wirklich reiner Liebe, so wie der Marquise von Pompadour. Künstler wünscht, dass man seine Werke liebt. Aber dieses Mäzenatentum, das sie so hoch Sie heuchelte nicht, wie so viele Fürsten und erhebt über alle Frauen, die sich in gleicher mehr noch viele Frauen in ihrer Lage, ein Lage wie sie befanden, hatte auch, seine wenig Kunstverständnis, weil das nun einmal Schattenseiten. Ihr Kunstsinn war gleichzum guten Ton und zu einer derartig bevor- bedeutend mit einem unersättlichen Luxuszugten Stellung gehörte, sondern sie besass bedürfnis und einer ungeheuren Verschweneinen wirklich feinen, schöpferisch wirkenden dungssucht. Während das französische Volk Geschmack, der mit einer überaus fruchtbaren Hunger litt, verfügte die Geliebte des Königs Phantasie und einem sogar mehr als mittel- über Millionen, um immer neue Schlösser, massigen Talent Hand in Hand ging. Ihre neue Gebäude, neue Kunstwerke erstehen zu ganze Persönlichkeit trug auch äusserlich den lassen, oft auch nur, um eine kostspielige Stempel des zierlichen Rokoko, das diesem Künstlerlaune zu befriedigen. Und doch unter- Zeitalter den Namen gegeben hat. schied sie sich wesentlich von anderen ver- Die Tätigkeit der Marquise auf künstleri- schwenderischen königlichen Maätressen. Sie gab schem Gebiet ist eine ungeheure. Vor allem das Geld nicht nur für ihre Launen aus. Die Milüberrascht dabei die erstaunliche Vielseitigkeit lionen flössen nicht nur für ihre Kleider und Judieser Frau. Sie, die Maitresse, Schauspielerin welen durch ihre Hände, wie es im allgemeiund Staatsmann in einer Person war, ver- nen bei Favoritinnen der Fall ist. Madame de einigte in ihrem schwachen, zarten, kränk- Pompadour hatte bei alledem die Kunst und liehen Körper auch noch die Kraft künstleri- den Fortschritt im Auge. Sie baute künstleschen Schaffens. Alles, was sie umgab, ihre risch wertvolle Schlösser, sie legte grosse, Schlösser, die Gärten, ihre Möbel, ihre Klei- herrliche Parks an, sie kaufte Kunstgegender, bis hinab zum kleinsten und unscheinbar- stände aller Art: Gemälde, Statuen, kostbare sten Gegenstand, trug den Stempel ihrer Ei- Vasen, Kameen, Stiche, wertvolle und seltene genart, ihres ureigenen Empfindens und Erfin- Bücher, alte Werke der Buchdruckerkunst, dens. Ihre ganze Umgebung musste zu einem Handschriften und seltene Funde aller Kuleinzigen grossen Kunstwerk gestaltet werden, turen. Als aufrichtige Verehrerin der Künste So führte die geniale Frau also bereits das war sie eine fleissige Sammlerin, und Frankaus, was die moderne Zeit in breiterem Masse reich verdankt dieser Neigung und diesem oft erstrebt, nämlich die Umgebung des Menschen masslos erscheinenden Sammeleifer einen grosso zu verschönern, dass jeder Gegenstand, den sen Teil seiner Kunstschätze, er gebraucht, ein Kunstwerk an sich darstellt. Am Ende des Waldes von Senart, wo die Bereits im 18. Jahrhundert zeigte diese grosse Seine so breit fliesst, dass sie die Häuser des Dorfes Corbeil umspült, lag das schöne Schloss Etioles. Es war ein geschmackvoller Renaissancebau, im Innern mit dem raffinierten Luxus des 18. Jahrhunderts ausgestattet. Charles Guilleaume Lenormand war der glückliche Besitzer. Er hatte den Vorteil, der Neffe muss einfach von Zeit zu Zeit um ihn sein, in sei'] ner Nähe; und mich mit ihm abgeben. Er schien zu schlafen. Leise fuhr ich mit Hand über sein hübsch gerundetes, straff gespanntes Verdeck und schüttelte etwas wehmütigsten Kopf. Ja, ja —! Da schien mir, ich hörte seine Federn quietschen, und im nächsten Augenblick vernahm ich seine sympathische Stimme. Natürlich war es seine Stimme! Ich kenne doch den angenehmen Timbre von ungezählten gemeinsamen Fahrten her genau. So furchtbar angenehm war die Stimme aber diesmal nicht. Im Gegenteil! Er sagte Worte zu mir, und das in einem Ton, den man nicht gerne hört. «Sag mal, du (wir duzen uns schon lange!), sag mal, was ist denn eigentlich los? Früher kam das niemals vor, dass du abends davonläufst und mich Das musst du begreifen. Er meckert einfach hier stehen lässt! Was soll das?» «Nur ruhig Blut, mein Bester!» gab ich zurück. «Ich will dir alles erklären.» Von Fridolin. «So? Erklären?» kam es giftiglich. «Wenn du schon so anfängst, kann es ja gut werden! Kommst du ins Trinken? Ausgerechnet du! Immer warst Es war wieder einmal spät geworden, reichlich ken, schritt ich meiner Klause zu; na, ich kann du gegen den Beimischungszwang, und jetzt — spät! Ganz harmlos setzt man sich noch zusammen mir s ja leisten. Wenn nur der Tramwagenführer schau dich an! Quod licet jovi, non licet bovi? mit ein paar Freunden; und dann reicht die Zigarre nüchtern ist! Ich brauche ja nicht zu fahen. Früher Was?, doch weiter, als man ursprünglich meint. Zu war das eben auch anders. Da Hiess es «aufhören, Gebildet war das Möbel auch noch. Meine reden und zu disputieren gibt es ja wahrhaftig mein Lieber! Du steuerst noch deine eigene besten Redewendungen stahl er mir und kramte allerlei in diesen Tagen, Ein Whisky kommt zum Droschke nach Haus!» gar nicht in der Plunderkiste meiner automobilandern, und zuletzt reicht es noch knapp auf den ,q**polit»schen Schlagzeilen. Eine nette Ueberraschung «Lumpensammler», auf den aller-, allerletzten Ich weiss nicht mehr, aus welchem unerfindlf- das; und dazu noch nach Mitternacht! Bevor ich Tramkurs. Dann kommt noch eine kleine Wanderung chen Grunde ich noch zur Garage ging, anstatt etwas sagen konnte, fing er wieder an: von etwa zehn Minuten, und dann wäre ich direkt ins Haus und zu Bett. Eine gewisse Zärt- «Passe ich dir nicht mehr? Wozu habe ich endlich daheim. Mitternacht vorbei. Wenn ich so lichkeit für den Wagen? So wie man ein schlafendes überhaupt noch eine Nummer vorn und hinten? denke, dass diese Reise nun je nach Anschluss Kind nochmal ansieht, bevor man selbst sich Wozu ruht eine Verkehrsbewilligung in meiner gute Dreiviertelstunden in Anspruch nimmt, wo hinlegt? Seitentasche, hä? Die Versicherung hast du jedenfalls ich früher — ja früher! — in acht bis zehn Minuten Jedenfalls betrat ich den Raum, in dem es bezahlt, du Krösus. Aber gefahren wird nicht) daheim war. Mit dem Wagen... so hübsch nach Automobil zu riechen pflegt. Licht Das passt mir nicht! Verstehst du? Machst du Sei- Die beiden letzten Whiskys wären vielleicht machte ich nicht. Ich konnte auch so sehen, dass tensprünge mit Taxi und Tram?» nicht mehr absolut notwendig g gewesen. gewesen, schlag Schlagseite er friedlich dastand; sauber und gepflegt. Ich verwende eine unheimliche Sorgfalt auf sein Aeusse- gute Kerl gar nicht so unrecht mit seiner Rekla- Ich wurde ganz konfus. Eigentlich hatte der ist viel zu viel gesagt, und stocknüchtern doch wieder zu wenig. Leicht beschwingt, wie auf Wolres, seitdem sich die Dinge so geändert haben. Ich mation. Hm — mal überlegen, Tja — wie sag ich's meinem Kinde? Ich sammelte mich, da er sich einstweilen in eisiges Schweigen hüllte und legte ungefähr folgendermassen los (Whisky löst gottlob die Zunge und beschwingt das Wort!): «Sieh mal, mein Lieber, die Sache ist so. Rings um unsre Grenzen ist Krieg. Und da ist es gar mörderisch schwer, Benzin ins Land zu bekommen. Und bis es da ist, kostet es viel mehr, wie früher. Madame de Pompadour. Es ist nicht mehr so schön, wie es im letzten August noch war, dass man einfach zur Tankstelle gondelte, deinen Bauch füllte und losfuhr, wohin man eben Lust hatte. Heute ist das ganz was anderes. Wenn man Schwein hat, bekommt man gerade genug Benzin zugeteilt, dass es einen reut, ganz auf den Wagen zu verzichten. Viele, leider zu viele Leute haben zwar trotzdem verzichtet, die Nummern zurückgegeben und den Wagen aufgebockt. Aber so im allgemeinen war die Spekulation der Herren, die einem, wie ein Milchmann mit seinem Litermass, das Benzin zumessen, doch nicht so schlecht. Eine gewaltig grosse Zahl derer, die mit ihrem Wagen in reiner Liebes-Ehe leben, hatten doch so Viel zärtliche Anhänglichkeit an ihre Wagen, dass sie sich sagten: «Lieber nur ein ganz klein wenig, als gar nicht.» In den automobilistischen Vernunftehen, das heisst da, wo die Besitzer ihre Vehikel dringend und nur zu geschäftlichen Zwecken brauchen — und das ist ja schliesslich die grosse Mehrzahl? — da tröpfelt der Most doch etwas reichlicher. So ganz und vollständig kann man da den Hahnen doch nicht zudrehen; das hat man eingesehen. Bei uns ist das nun aber etwas anderes. Gerade eines nicht nur reichen, sondern auch sehr kunstverständigen Mannes zu sein, der ihm diesen reizenden Familiensitz schenkte. Der alte Herr Lenormand de Turneheim war als königlicher Generalpächter der Steuer unter Ludwig XIV. eine ziemlich einflussreiche Per-