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E_1940_Zeitung_Nr.014

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BERN, Dienstag, 2. April 1940 Nummer 20 Cts. 36. Jahrgang — Na 14 ERSTE SCHWEIZERISCHE AUTOMOBIL-ZEITUNG Zentralblatt für die schweizerischen Automobil- und Verkehrsinteressen ABONNEMENTS-PREISE: Ausgabe A (ohne Versicherung) halbjährlich Fr. 5.—, jährlich Fr. 10.— Axisland mit Poriozuschlag, wenn nicht postamtlich abonniert Ausgabe B (mit gew. Unfallversich.) vierteljährlich Fr. 7.50 Ausgabe C (mit Insassenversicherung) vierteljährlich Fr. 7.75 Verkehrsunterricht in der Schule Vor einiger Zeit hat der Chef des Eidg. Justiz- und Polizeidepartements, Bundesrat Baumann, im Nationalrat bei der Behandlung einer Motion betreffend Motorfahrzeugverkehr u. a. ausgeführt: « Wir müssen die kommende Generation durch entsprechende Belehrung in der Schule zu richtigem Verhalten im Strassenverkehr erziehen.» Damit ist die Frage nach der Zweckmässigkeit und Wünschbarkeit der Einführung des Verkehrsunterrichtes in der Schule bereits beantwortet. Es hiesse eine der Forderungen unserer Zeit verkennen, wollte man die Notwendigkeit bestreiten, die Schulkinder auf die ständig wachsenden Gefahren im Strassenverkehr aufmerksam zu machen. Die Kinder von heute sind die Strassenbenützer von morgen. Die Jugend in den Städten ist natürlich infolge der grösseren Verkehrsdichte stärker gefährdet als die Kinder in verkehrsarmen Gegenden. -Mit Jammern über die stets steigende Zahl der Verkehrsunfälle wird jedoch nichts erreicht. Die Erfahrung zeigt, dass es oft altern Leuten sehr schwer fällt, sich im immer dichtef-werdenderi Verkehr zurechtzufinden. Anders verhält es sich mit den Schulkindern. Sie gewöhnen sich «von klein auf» an den motorisierten Strassenverkehr. Für sie bedeutet es nichts Besonderes, wenn Dutzende, ja Hunderte von Motorfahrzeugen in verhältnismässig kurzer Zeit an ihnen vorbeirollen. Die Jugend von heute wächst mit dem modernen Strassenverkehr auf, sie findet sich daher auch mit den Verkehrsgefahren ab und stellt sich entsprechend dazu ein. Aber die Schule muss auch hier nachhelfen, wenn sie ihrer Aufgabe, die Kinder zu tüchtigen Menschen zu erziehen und sie in jeder Beziehung mit dem Leben vertraut zu machen, gerecht werden soll. Dazu gehört unbedingt der Verkehrsunterricht in der Schule. In Erkenntnis dieser Tätsache ist man während der letzten Jahre in verschiedenen Ländern dazu gekommen, das Fach « Verkehrsunterricht » nach und nach in den Schulen einzuführen. Die Städte der Tschechoslowakei z. B. nahmen ihn schon vor 6 Jahren in den Stundenplan auf. Auch England bezog dieses Fach mit in den Schulplan ein. Merkwürdigerweise hat man in Amerika bis jetzt von einem allgemeinen Verkehrsunterricht in den Schulen Umgang genommen. Dagegen wurden besondere Organisationen geschaffen, in denen sowohl Erwachsene, als auch grös- « Also denn... schlafen Sie recht gut, Fräuleinchen. Und wohl bekomm's ! » Die beiden anderen Wagen sind davongefahren. Die Mutter quält sich mit ungeschickten Fingern, den Schlüssel in die Haustüre zu schieben. Gerda steht knapp vor dem blauen Wagen, mit grossen, bittend aufgeschlagenen Kinderaugen. Ein Mann entlaufen! Roman von Vera Bern. 15; Fortsetzung M-»I*>] « Herr Chauffeur... ich hätte eine grosse Bitte .... ich möchte so gerne, wissen, ob Herr Römer schon zu Hause ist, wenn Sie kommen ... Ich weiss nicht, ich bin ein. bisschen bange um ihn.» O weh ! denkt der Chauffeur, das ist eine Gefährliche... die macht in Gefühl. Die wird der junge Herr so bald nicht wieder los ! Aber sie sieht so bildhübsch und dabei verängstigt aus, wie sie da zu ihm aufblickt, dass er knurrt: Erscheint jeden Dienstag REDAKTION u. ADMINISTRATION : Breitenrainstr. 97, Bern Telephon 28.222 - Postcheck III 414 -Telegramm-Adresse: Autorevue, Bern Geschäftsstelle Zürich! Löwenstrasse 51. Telephon 39.743 I sere Schulkinder tätig sind. An besonders gefährlichen Stellen in der Nähe der Schulhäuser postieren sich zu Beginn und- bei Schluss des Unterrichts « Schülersicherheitsposten ». Sie sorgen dafür, dass kleinere Kinder sicher über die Fahrbahn geleitet werden. Herrschen über die Zweckmässigkeit des Verkehrsunterrichts in der Schule kaum irgendwelche Zweifel mehr, so gehen in der Frage, wer ihn erteilen solle, die Meinungen auseinander. In Betracht fallen der Lehrer oder ein Verkehrspraktiker (Polizeimann). Vertreten die einen die Auffassung, die Polizei gehöre nicht in die Schule, so fehlt es anderseits nicht an Verfechtern der Ansicht, die es für richtig und durchaus zweckmässig hält, dass der Verkehrsunterricht geeigneten Polizeileuten anvertraut werde. Tatsächlich spricht sehr vieles für diesen Standpunkt. Ohne den Pädagogen irgendwie nahetreten zu wollen, darf angenommen werden, dass es im Interesse der Sache liegt, wenn Fachleute zum Verkehrsunterricht beigezogen • werden. Allein schon das Erscheinen z.B. eines Verkehrspolizisten in Uniform im Schulzimmer dürfte das Interesse und die Aufnahmebereitschaft der Schüler erhöhen. Sicher ist es auch vom psychologischen Standpunkt aus zu begrüssen, wenn das Verhältnis zwischen Polizei und Schülern bei dieser Gelegenheit eine Besserung erfährt. Die Kinder lernen einsehen, dass der Polizist nicht der Feind, sondern im Gegenteil der Freund des Publikums,, dass er nicht der Spielverderber, sondern der Helfer sein will. Als wesentlicher Faktor fällt ausserdem der Umstand ins, Gewicht, dass der Unterrichtende die Materie auf Grund seiner praktischen Erfahrungen beherrscht, dass er sich nicht in theoretischen Erläuterungen ergeht, sondern sozusagen ein Stück « praktischen Lebens » auskramt. Auch vom Standpunkt des Lehrers aus mag es wünschenswert erscheinen, wenn er nicht der alleinige Vermittler allen Wissens sein muss, sondern wenn, gerade wie beim Verkehrsunterricht, ein Praktiker aus seinen reichen Erfahrungen schöpft. Der Polizist in der Schulstube Auf einer Sperrholzplatte kann er dank einer sinnreichen Einrichtung alle möglichen Verkehrssituationen « konstruieren^. «Ich kann doch nun wirklich nicht die ganze Tour bis zu Ihnen zurückfahren, um Ihnen zu melden, dass unser junger Herr zu Hause ist.» « Nein », entgegnet Gerda hastig. « Aber hier an der Ecke ist eine Wirtschaft, sehen Sie, da können Sie mich anläuten... Sie brauchen nur nach Fräulein Manz zu fragen. Em—a—n—zet!... Ich setz mich solange hin und warte auf Ihren Anruf. Nur sagen : Zu Hause oder nicht zu Hause — das genügt ! » « Na ja. Schön... Aber ich muss den Wagen noch vorher in die Garage fahren,... ein bisschen gedulden müssen Sie sich.» Gerda bringt die ärgerlich schimpfende, übermüdete Mutter die Treppe hinauf, hilft ihr beim Auskleiden und steckt sie ins Bett. Kaum dass die Mutter liegt, ziehen schon rasselnde gleichmässige Atemzüge durch das Zimmer. Gerda schlägt ein Tuch um ihre Schultern und schlüpft die Treppe hinunter. Läuft bis zur Ecke. Die Wirtschaft ist voll von rauchenden Arbeitern im Sonntagsstaat. Lange sitzt Gerda auf der Kante des Stuhles. Gerda steht auf. Sie fühlt, dass sie einige Stunden sehr, sehr glücklich gewesen ist... und dass nun alles vorbei ist. « Zahlen, bitte.» Und sie schiebt ein Geldstück über die biernasse Holzfläche. Da schrillt das Telephon auf dem Büfett. Gerda zuckt zusammen. Er !... Er selbst telephoniert !... Entschuldigt sich ! Erklärt! ... Fragt besorgt, ob es ihr gut bekommen ! Zankt sie aus, dass sie sich in Sorge um ihn die halbe Nacht um die Öhren geschlagen ! «Kenne kein Fräulein Mänz !» sagt der Wirt muffig. Doch schon ist Gerda am Büfett, entreisst dem Wirt den Hörer. «Ja ? ... Ja ?... hier Gerda !... ich war ja so ängstlich um Sie... und auch beleidigt ... ich war wirklich gekränkt...» « Tja, Fräulein... », klingt da die Stimme des Chauffeurs an ihr Ohr. «'s tut mir ja sehr leid.... aber es ging so lange in der Garage... und dann auf meinem Zimmer hab ich noch einen Brief nach Hause geschrieben ... und da hab ich. ganz vergessen, INSERTIONS-PREIS , Dt« aehtgespaitene 2 mm hohe Grundzeile oder deren Raum 45 Rp. Grossere Inserate nach Spezialtarif Inseratensehluss 4 Tage vor Erscheinen der Nummer (Schluss Seite 2.) Passiert jetzt etwas? Höchste Spannung und Aufmerksamkeit malt sich auf den Gesichtern dieser Schulbuben, vor deren Augen die Polizisten gerade eine Verkehrsszene « vorführen >, und zwar eine Demonstration dafür, wie man es nicht machen.soll. WIE KÖNNEN WIR UNS DIE REDU- ZIERTE HAFTPFLICHTPRÄMIE AUCH ÜBER 1940 HINAUS ERHALTEN ? DURCH metirie uorsrcht auf der Sfrasse Mit Rücksicht auf die Treibstoffrationierung, die jedenfalls bis zur Beendigung der Mobilisation in Kraft bleibt, haben die schweizerischen Versicherungsgesellschaften allen Motorfahrzeugbesitzern ab 1. Januar 1940 eine generelle 20prozentige Reduktion der Haft- •pflichtprämien pro 1940 zugestanden. Gleichzeitig wurde dem Versicherten aber erklärt, es handle sich um ein Entgegenkommen, das bedingt sei durch die verminderte Benützungsmöglichkeit und dessen zeitlicher Geltungsbereich auf das Jahr 1940 beschränkt bleibe. Wir sind aber der Ansicht, dass diese voll berechtigte Reduktion zum mindesten solange bestehen sollte, bis die heutige Situation eine bedeutende Erleichterung erfährt. Sofern eine gewisse Lockerung der Rationierung eintreten kann und die Lage unseres Landes sich nicht verschlimmert, werden in den nächsten Monaten viele Motorfahrzeugbesitzer von dieser Vergünstigung Gebrauch machen, wodurch sich andernfalls zu befürch- dass Sie da in der Wirtschaft sitzen und auf meinen Anruf warten.» « Ja, und er ?...» ruft Gerda ganz verzweifelt ins Telephon. « Ja, Gott ... der ist nicht zu Hause, der junge Herr. « Noch nicht ?... Noch immer nicht ? Ja, In dieser Nummer: Um die Zürcher Verkehrssteuer- Senkung. Vom Kaderkurs der Rotkreuzfahrerinnen. Die Automobilindustrie an der Basler Mustermesse.