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E_1940_Zeitung_Nr.014

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tende neue Stillegungen

tende neue Stillegungen vermeiden lassen. Ausserdem hilft diese Prämienreduktion, v^iele schwer mit der heutigen Zelt ringende Existenzen zu erhalten. Bei der Erleichterung, welche den Motorfahrzeugbesitzern mit der Senkung der Haftpflichtprämien gewährt worden ist, darf es sein Bewenden jedoch nicht haben. Mit allen Mitteln müssen wir vielmehr versuchen, sie uns auch für die Zukunft zu erhalten. Hiezu ist aber unbedingt die tatkräftige Unterstützung und Mithilfe aller Fahrzeugbesitzer nötig. Trachten wir danach, die Zahl der Verkehrsunfälle im Jahre 1940 soweit als möglich zu vermindern, damit auf Ende des Jahres der klare Beweis erbracht werden kann, dass die Reduktion gerechtfertigt war. Jeder Automobilist muss es sich heute zur ersten Pflicht machen, die Vorsicht auf der Strasse zu verdoppeln und nie mehr aus den Augen zu lassen. In den Clubs und Verbänden sollte ein kräftiger Feldzug für diese. Sache einsetzen. Schädlinge müssen rücksichtslos gebrandmarkt, aüssenstehende Draufgänger streng: verwarnt wefderi, im Wiederholungsfall kannnur eine^Verzeigung Erfolg bringen. Das.-; Interesse unserer Landesverteidigung forderte dass möglichst viele Fahrzeuge in Verkehr gesetzt Werden und ihm erhalten bleiben. Gleichzeitig retten wir damit aber auch das Autogewerbe vor dem drohenden Ruin. Und was die Steigerung der Vorsicht auf der Strasse betrifft, so liegt sie im ureigensten Interesse des Fahrers selbst, denn je nach den Ergebnissen der Schäden im Jahre 1940 ist ja auch eine Erhöhung der Rückvergütungen für schadenfreien Verlauf in Aussicht gestellt. In unserer Hand steht es, ob sich diese Hoffnung erfüllt oder nicht, bildet doch gerade die Rückvergütung die verdiente Quittung des vorsichtigen und anständigen Fahrers. Kampf gegen die Verkehrsunfälle, muss also die Parole lauten, heute mehr denn je. An Möglichkeiten der Aufklärung fehlt es nicht. Im übrigen nehme sich jeder Fahrer allen Ernstes vor: «Ich will und darf keinen Unfall verursachen, da ich sonst nicht nur meine Kameraden, sondern in erster Linie mich selbst schädige.» Bei der Notwendigkeit rationellen Verbrauches des knappen Brennstoffes sollten unverantwortliche Schnelligkeiten gänzlich verschwinden; damit fiele schon eine wesentliche Ursache dahin,, die leider auch mitgeholfen hat, die Prämien in die Höhe zu schrauben. Und nun noch ein Vorschlag, der 'geeignet sein könnte, die Verkehrsdisziplin bessern zu helfen und einen jeden einzelnen von uns vor Schaden zu bewahren: Wie wäre es, wenn wir mit Anbruch der Fahrsaison wieder einmal das M.F.G. unter die Lupe nähmen? Das würde sicher ebenfalls mithelfen, uns die Haftpflichtprämien von 1940 auch in Zukunft unverändert zu erhalten. USA Kanada j. Total . . Oesterreich Belgien .... Tschechoslowakei . . . . Dänemark Frankreich Deutschland Ungarn * Italien Japan Polen Kussland Spanien Schweden Schweiz England und Irland Total (ohne U.S.A. und Kanada) Welt-Total * Inbegriffen in Deutschland. Wer zu Ostern über Land fuhr, dem fiel wohl trotz des herrlichen Wetters am Karfreitag und Ostersormtag der nicht allzustarke Autoverkehr auf. Die Benzinrationierung .{Schränkt eben solche Tourenfahrten ganz erheblich ein und es ist verständlich, wenn'sich'der Aktionsradius der Osterreisen in •,engen (Jrenzen ; hielt vnd z. B. im sonnigen Tessin dieses^Jahr nur 5 wenige Zürcher und Basier* Automobile'^anzutreffen waren. Wenn so die-Intensität'des österlichen Automöbilverkehrs keinen ^Anlass zu Verkehrserschwerungen und Stockungen gab und sich daher auch die Zähl der "Moförfahrzeugunfalle diesmal in sehr engen Grenzen hielt, so haben sich anderseits im Strassenyerkehr gewisse Auswüchse gezeigt, denen es mit aller Strenge zu begegnen heisst, wenn die sich anbahnende Entwicklung nicht zu ganz unhaltbaren Zuständen führen soll, * • , AUTOMOBIL-REVUE DIENSTAG, 2. APRIL 1940 — N° A propos Verkehrs disziplin .Die in den letzten Jahren erfolgte, urigeahrtf rasche Zunahme des Fahrradbesraftdes brachte es mit sich, dass der Anteil der Radfahrer am Tourenfahren von Jahr zu Jahr Wächst. Das, prächtige Österwetter sorgte dafür, dass auf gewissen, von den Velofahrern bevorzugten Strassen Rekordfrequenzen zu konstatieren waren. Nun schreibt das M.FG nicht das Fahren in Einerkolonnen für Radfahrer vor, wie es z.B. in Deutschland der Fall ist, sondern es gestattet auch das Fahren zu Zweien. Wenn schon diese Toleranz bei Strassen ohne Radfahrerwege und ungenügend breiter Fahrbahn eine Gefahrenquelle bedeutet und eine reibungslose Verkehrsabwicklung ausserordentlich erschwert, so führt es zu unhaltbaren Zuständen, wenn sich die Radfahrer nicht einmal an diese elementarste Vorschrift halten und zu dritt und viert nebeneinander fahrend die eine Hälfte der Strasse für sich in Anspruch nehmen und Autos, die überholen wollen, die Vorfahrt erst nach wiederholtem Signal freigeben. Aber nicht nur Der Motorfahrzeugbestand in Europa 1939. 4 Millionen neuer Fahrzeuge im letzten Jahr. Die Motorfahrzeugproduktion der Welt von 1930-1938 ? Land Total -Autos Lastwagen Autobusse Motorräder Azoren . . . . . . . . . . . . 880 : 740 140 — 125 Belgien 225 445 151917 71488 2 040 65 200 Bulgarien 4 500 2 750 1750 ** 1500 Dänemark 164 350 ' 118 350 44 200 1800 30 100 Irland 67110 56000 10200 910 2700 Estland 6 559 3 672 2 600 287 3 558 Färoer-Inseln 91 19 72 ** 6 Frankreich 2 268 985 1817 641 451344 ** — Finnland 53 000 30 000 23 000 ** 6 350 Deutschland . . . . . . . . . 1 951 789 1 486 451 442 036 23 302 1 860 722 Gibraltar 1155 925 190 40 — Grossbritannien 2 6Ö8 501 2 039 921 481871 86 709 411593 Griechenland 15 500 7 000 6 000 2 500 1500 Holland 156 150 98 000 53 800 4 350 60 000 Ungarn 25 200 19500 5 000 700 1100 Island . . .-••: 2 075 835 1120 120 150 Italien 475 000 350 000 115 000 10 000 100 000 Lettland . . . . . . . . . . 6687 ' 3399 2'946 342 3357 Litauen . s 3116 .. = 2 026 770 320 2 717 Luxemburg ;'. 10 709 7 045 3 474 190 3 379 Malta : 5 259 3 800 833 626 400 Monaco . 2 000 1500 500 ** 150 Nordirland 50 000 38 000 12 000 ** 2 900 Norwegen ............. 99777 61126 • 35118 3533 - 20876 Portugal . -.;•.;,. . 49 320 -.-. 35 800 . 11810 ,171Q 4 950 Rumänien,.. ... ,-....;•,. . . . 29 000 j 20 000 , 5 500 -3 500 2600 Spanien. ,-„.•;•»(,. . y,:. ,'•-.. : : . -- -70000- ,,-,; 1930 1931 1932 1933 1934 1935 1936 1937 3 655 986 2 389 738 1370 678 1920 057 2 753111 3946 934 4454115 4 808 974 154192 86261 60816 65 852 116 852 172 877 162159 207 463 1938 1939 2489 085 3 677058 166086 155 316 3 510178 2472 359 1431494 1985 909 2 869 963 4119 811 4 616 274 5016 437 2 655171 3 200 4100 2 364 1575 1355 2509 5276 6043 * 4700 3 200 2 225 1400 740 753 534 2 383 1665 - S 16 840 16 980 13 580 10 000 10 000 9 978 12141 13 813 13 000 230 193 148 140 182 148 250 250 308 230700 196860 170 955 191929 201644 179 270 201737 201934 214 989 70044 77 225 50 417 105 832 173 014 242 934 297 512 331894 352 369 841 237 121 143 222 111 465 615 790 42 685 29 280 29100 42000 43 416 45 208 43 600 66000 69118 371 531 675 1808 2 845 6 800 9 632 14 430 24100 '« 288 200 175 780 800 788 2400 2 200 2 920 p 7 972 20500 26 849 49 675 72466 97 000 138 400 199123 210 731 u 450 250 435 375 830 591 — — — £ 2400 2 444 2 995 2 975 3122 3 404 4 451 6 626 7 046 1000 107Q 996 480 436 460 296 700 600 g 234 571 233 219 244434 280526 347 856 416 915 466 335 507 749 447 561 g> 616 292 576 289 545 469 689 638 858928 1006 869 1183 028 1353 760 1345197 ^ 4126 470 3 048 648 1976963 2 675547 3 728 891 5126 680 5 799 302 6 370197 4000 368 ! •'•'"• ~i-'- !! - ; v "> «- "'' -'w •iL?V:'cv v •.•>."•,,• !U_ , Spitzbergen .'.'. . 2 •> i •*" 1 '"" 'K T - -*' •••' : **•: ' ' * -^ Schweden, ......... 217500, " i 159,600 , 52 700, ,,,„5200, .,44000 Schweiz. . . . . . . . . . . '. 94850 72500 ' 20 65Ö 1700 26000 UdSSR (Russland). . . , . . . • 750000 «100000 - 650000 = ... ** -~ — Jugoslawien . 21 873 15 768 5 009 1006 11279 Total 1939 ~ 9 436 293 *6 704 286 *2 511 122 * 150 885 *2 771 112 Total 1938 (revidiert) . . 9 093 555 *6 419 990 *2 362 482 »186 083 *2 510 877 * Nicht vollständig für alle Länder. ** In den Lastwagen inbegriffen. NB. Wie sich voraussehen liess, fehlen die Zahlen für Albanien, das Protektorat Böhmen und Mähren, Danzig und Polen. < , 3 732 374 II •s «.f 'S .SB a 23 das: man beobachtete über Ostern immer und immer wieder, wie Radfahrergruppen von 15, 20 und 25 Mann zusammengeschlossen und in Dreier- und Viererkolonnen und in oft unvernünftig schnellem Tempo Kilometer für Kilometer abspulten und dabei auf den übrigen Fahrverkehr überhaupt nicht achteten, d. h. ein « Rennen » für sich fuhren. Wer z. B. am Ostersonntag gegen Abend von Zug über Sihlbrugg und durch das Sihltal nach Zürich strebte, der konnte solche Trupps alle paar Kilometer feststellen. Und da es gleichzeitig ziemlich viel Radfahrervolk zu kreuzen galt, war es oft fast ausgeschlossen, in diesem Gemenge überhaupt passieren zu können, ohne andere Strassenbenützer in Gefahr zu bringen. Wohl geben sich die Radfahrerverbände alle Mühe, um die « Ritter des Stahlrosses » zu vernünftigem, rücksichtsvollem Verhalten im Strassenverkehr zu erziehen. Da aber Tausende von Fahrern nicht in Verbänden organisiert sind, werden sie von diesem « Arm der Ermahnung » nicht erreicht. Es muss daher Sache der Verkehrspolizei sein, inskünftig den Tourenradfahrerverkehr namentlich an Sonn- und Feiertagen mit scharfem Auge zu überwachen und Auswüchse wie die oben beschriebenen abzustellen. Sorgt man hier nicht für rasche und durchgreifende Remedur, so werden wir eine Verwilderung der Verkehrsdisziplin erleben, die nicht nur zahlreichen Unfällen ruft, sondern sich auch nur sehr schwer wieder beseitigen lässt. V Verkehrsunterricht in der Schule (Schluss von Seife 1.) Wie liegen nun die Dinge in bezug auf die Verkehrserziehung in der Schule bei uns in der Schweiz ? Ein Obligatorium für das Fach «Verkehrsunterricht» besteht noch nicht. Immerhin wird in vielen Schulen die Jugend durch die Lehrer mit den elementarsten Verkehrsregeln und -Vorschriften einigermassen vertraut gemacht. Als Anschauungsmaterial dient zum Teil eine Serie von Verkehrsbildern, rwelche dank der grosszügigen Finanzierung durch den ACS den schweizerischen Schulen gratis zur Verfügung gestellt wurden. Ferner existieren eine Anzahl sog. Verkehrsfibeln, von Lehrern oder Polizeileuten herausgegeben, die sich unter Umständen als geeignete Hilfsmittel zum Verkehrsunterricht verwenden lassen. In letzter Zeit sind übrigens einige mehr oder weniger gute Verkehrsfilme entstanden. Und Filmvorführungen finden besonders bei Schulkindern immer Anklang. Freilich, es hält ziemlich schwer, im Film gefährliche Verkehrssituationen zu demonstrieren. Zu diesem Zweck eignet sich das Lichtbild ungleich besser. Die Projektion bietet die Möglichkeit, allerhand « heikle Situationen » zu stellen und vorzuführen. Ganz abgesehen davon besitzt sie gegenüber andern Darstellungen besonders den Vorteil, dass die einzelnen Bilder beliebig lang gezeigt und gründlich erklärt werden können, während z. B. der Film rasch abläuft. Als geeignet für den Verkehrsunterricht in den Schulen erweisen sich ferner Verkehrsspiele und Verkehrsübungen auf Turnplätzen, in Turnhallen usw. Auch praktische Belehrungen auf einer Strassenkreuzung, einem verkehrreichen Platz, in einer gefährlichen Kurve usw. haben sich manchenorts bereits eingebürgert. (Schluss folgt.) mein Gott, das ist ja entsetzlich !... Was sagt denn seine Mutter dazu !... Da muss doch etwas geschehen ! » « Tja», sagt der Chauffeur und lacht. «Das sind die Mütter wohl gewöhnt, dass die jungen Herren sich mal eine Nacht um die Ohren hauen!.,. Wenn sie da jedesmal gleich die Polizei alarmieren wollten!... Na gehn Sie mal ruhig schlafen, Fräulein; ist immer besser, der junge Herr findet sein Vergnügen irgendwo anders als bei einem anständ'gen Mädel... Und dass Sie das sind, weiss der junge Herr. Sonst hätte er nicht die ganzen Verrückten, die da zu Ihnen gehören, mit eingeladen... also denn, gut' Nacht! » Hans Römers Chauffeur hat längst abgehängt, als Gerda, den Hörer noch immer am Ohr, auf die Gläser starrt, die der Wirt mit geschickten Händen durch das spülende fliessende Wasser dreht. « Ist wohl einer krank ? » sagt der Wirt, der immer froh ist, wenn einer von den Gästen sich verzögert und er noch Gesellschaft hat beim Aufräumen vor Wirtschaftsschluss. « Ja, ja... mit der Influenza ist's ja nun vorbei durch die Aerzte, aber dafür haben sie uns die Grippe gebracht... Die Hauptsache, sagt meine Frau, ist gurgeln und feste Wickel!» «Ja», sagt Gerda und schleicht hinaus. Aus irgend einem Fenster klingen die dumpfen Schläge eines Regulators. Aus einem zweiten Fenster auch. Aus einem dritten dann... Ein Beamter der« Securitas» hat den Gebäudeblock mit seinem Hund umkreist.« Er bemerkt Gerda, die kraft- und Willenlos vor ihrer Haustür steht, und tritt hinzu. « Sie wohnen hier ? » und schliesst ihr auf. Gerda kriecht die Treppe hinauf. Die Notbeleuchtung versagt. Beinahe fällt sie über eine Kartoffel. Sie denkt an das vornehme Haus des Direktors. Darin liegt sie in ihrem Bett. Das Fenster steht offen. Auch andere Fenster stehen offen, die auf den Hof hinausgehen. Irgendwo weint; ein Kind. Ein Mann — der wohl betrunken ist — schinipft, und eine 'Frau schluchzt. Eine Mädchenstimme lacht. Von irgendwoher kommt der Klang einer Harmonika. -Gerda weint. Nein, Gerda Manz ist nicht mehr das schöne Mädel, das sie war, als sie zum « Vulkan » kam, denkt Fehling, der am nächsten Morgen inspizierend durch die Telephonzentrale geht. Alle paar Tage sieht sie hundsmiserabel aus, auch heute wieder ! Als ob sie kein Auge zugetan hätte: müde, blass. Hatte doch, weiss Gott,, keinen Grund dazu ! War mit dem anständigen Kerl, dem Becker, verlobt, der hoch im Ansehen stand bei der Direktion, würde zur Hochzeit vom Alten ein grösseres Geldgeschenk bekommen, wie's üblich war in der Firma — was hatte das Mädel nur?... Im Vorbeigehen legt er ihr die Hand auf den Kopf. « Na, kleine Strohbraut ? ... Zehrt die Sehnsucht nach dem Bräutigam ?... Wird ja bald wiederkommen! Da wird's wieder fideler Sonntag !... Gerda sitzt mit brennenden Augen vor ihrem Telephonschrank, Wo mag er nur gewesen sein die ganze Nacht — ? Und heute den ganzen Tag — ? Er war nicht ins Büro gekommen ! Eine halbe Stunde vor Büroschluss. Ein Anruf aus der Stadt. Sie greift zum Hörer. « Hier Maschinenfabrik Vulkan ! » « Hier Hans Römer.» Ihr Herzschlag setzt beinahe aus. «,Fräulein Manz, sind Sie's ?... Es tut mir leid, Sie zu bemühen... ich muss Sie zu einer Unterredung bitten. Zu mir nach Hause. Meine Mutter und meine Schwester sind verreist ... aber ich meine. Sie werden keine Bedenken haben, sich unter unserm Dach meinem Schütze anzuvertrauen.» «Ja... nein. Ich komme.» Ihr ist schwindelig. « Halt, warten Sie doch !...» So unpersönlich ist sein Ton, als spräche er mit dem Ausläufer. «Ich wünsche nicht, dass Sie zu Fuss kommen oder mit dem Tram. Ich habe meinen Wagen geschickt. Lassen Sie sich in der Zentrale vertreten und machen Sie rasch.» (Fortsetzung folgt)

N° 14 — DIENSTAG, 2. APRIL 1940 AUTOMOBIt-REVUE Tlach dem Jiadexhvts Wie unsere Leser und Leserinnen wissen, fand vom 10.—21. März in der Kaserne Basel ein Kaderkurs der Rotkreuzfahrerinnen statt, die im vergangenen November auf dem selben Waffenplatz ihre « Rekrutenschule » absolviert hatten. 27 Frauen, davon 20 Deutschund 7 Welschschweizerinnen waren dazu aufgeboten worden und alle 27 kehrten sie nach bestandener Ausbildung mit dem Grad eines Wachtmeisters und dem Rang einer Kolonnenführerin nach Hause zurück. Ueber das Arbeitspensum, das sie während dieser zwölf Tage zu bewältigen hatten, kann man sich kurz fassen : neben die Vervollkommnung dessen, was sie sich in der «Rekrutenschule» an Können und Wissen angeeignet, trat die Ausbildung in den höheren Funktionen als Kolonnenführerin. Die beschränkte Teilnehmerinnenzahl ermöglichte es dem Kommandanten des Kurses, Am Ende ihres Kaderkurses sind 27 Rotkreuz- Fahrerinnen zu Kolonnenführerinnen mit dem Wachtmeistergrad befördert worden. Unser Bild zeigt eine dieser Frauen mit den Grababzeichen. Major Isler und seinen Offizieren, sich den Einzelheiten der Ausbildung, namentlich der Soldatenschule zu widmen. Daneben umfasste das eigentliche militärische Programm die Instruktion im Kartenlesen, in der Rekognoszierung, in der raschen Anfertigung von Croquis, in der Abfassung von Rapporten, ganz abgesehen davon, dass die Teilnehmerinnen auch mit den Elementen des Turnens und der körperlichen Ertüchtigung weitgehend vertraut gemacht wurden. Der zweite Programrrapunkt bestand in der Wiederholung und Auffrischung der Kenntnisse im Gebiete des Sanitätswesens. Weil die Aufgabe der Rotkreuzfahrerinnen entgegen einer weitverbreiteten Auffassung nicht etwa darin besteht, Verwundete zu pflegen, sondern sie nach rückwärts zu befördern, erstreckte sich der Unterricht auch auf die Anlegung von Notverbänden, auf die künstliche Atmung usw., damit die Fahrerinnen gegebenenfalls auch hier helfend eingreifen können. Uebrigens haben manche unter ihnen die vom Roten Kreuz organisierten Samariterkurse absolviert. Einen breiten Raum dagegen nahm — soweit es das gedrängte Arbeitsprogramm gestattete — die Schulung in autotechnischen Dingen dei Jtotk>teuz#afvte>iutaeif ein, namentlich was die Entstehung und die Behebung von Pannen anbelangt. Zahlreich waren die praktischen Uebungen, wobei man die Frauen vor knifflige Situationen stellte, um ihnen Gelegenheit zu bieten, ihr Können zu zeigen. Vom einen Tag auf den andern, wurden mündliche Prüfungen angeordnet, wobei es z. B. galt, die Funktionen des- Vergasers, der Zündung, der Zylinder und Kolben zu erklären. Zu behaupten, dass dabei alles geklappt hätte, wäre übertrieben, und es lässt sich nicht leugnen, dass noch allerhand hinzuzulernen bleibt. Was nun aber beileibe nicht nur für die Frauen, sondern ebensosehr auch für Männer am Volant zutrifft. Deshalb sollten in jeder Sektion der Rotkreuzfahrerinnen autotechnische Kurse unter kundiger Leitung zur Durchführung gelangen, womit übrigens Genf und Lausanne bereits einen Anfang gemacht haben. Nebenbei bemerkt waren sechs der Kursteilnehmerinnen zum Fassen der Waeen nach Thun beordert worden, um sie von dort nach Basel zu fahren. An sich wäre das durchaus nichts Ungewöhnliches gewesen, hätte es sich dabei nicht (Zufall oder Absicht?) um ausgesprochen ältliche Vehikel gehandelt, deren Führung ungleich viel mehr Geschick erfordert als die kinderleichte und einfache Handhabung eines modernen Autos. Trotzdem, das Sextett erreichte seinen Bestimmungsort durchaus wohlbehalten. Praktische Ausbildung in einem Grade, der die neuen Kolonnenführerinnen instand setzt, die Führung einer Gruppe zu übernehmen, so lautete die Aufgabe für die Instruktoren. Die beiden letzten Tage ständen denn auch im Zeichen einer Reihe von Feldubungen, die gemeinschaftlich mit in der Nähe kantonnierenden Truppen stattfanden. Zur Tageswie zur Nachtzeit wurden die Schülerinnen von ihrem Kantonnement aus nach einem auf der Karte bezeichneten Punkt im Gelände befohlen, wo sie « Verwundete » mitnehmen und nach dem Kantonnement zu verbringen hatten, eine Uebung, welche sowohl die Fertigkeit im Kartenlesen als auch das Orientierungsvermögen und die Beherrschung des Wagens in jeder Art von Gelände auf Probe stellte und die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen Fahrerin und Hillsfahrerin offenbarte. Dabei liest die Hilfsfahrerin die Karte, sie gibt die Richtung an, sie überwacht kurz gesagt die ganze Expedition, dieweil s.ich die Arbeit der Fahrerin mit derjenigen bei einem Rallye vergleichen lässt. Ganz zufällig kommt es auch tatsächlich wohl nicht, dass verschiedene Sektionen bereits den Gedanken hegen, im Zivilleben ein regelmässiges Training zu organisieren, dessen Grundlage die Regeln sportlicher Wettbewerbe bilden sollen. Nach dem Abschluss des Kaderkurses ist es nun möglich, jeder Rotkreuzkolonne der Grenzschutzeinheiten eine oder mehrere Führerinnen zuzuteilen. Weil für die Erledigung der administrativen Angelegenheiten dieser Kolonnen eine Anzahl « Fourierirmen » not- In welchem GeneraAM Wagen läuft der Motor der Ruhe einer Uhrl „mikro-balanciert" und darum 8 x vibrationsloser Basel, Bern, Blei, Chur, Freiburg, Genf, Chaux-de-Fonds, Lausanne, Lugano, Zürich Die Teilnehmerinnen am Rotkreuzfahrerinnen-Kaderkurs mit ihren Instruktoren. In der vordersten Reihe der Dritte von links: der Kurskommandant Major Isler. wendig sind, haben die zuständigen Stellen der Aufgebote für einen im Lauf dieser Woche beginnenden Fourierkurs erlassen. Aus den Kanfonen Um die Zürcher Verkehrssteuersenkung Die vom Kantonerat eingesetzte Redaktionskommission hat nun die Vorlage für das Ermächtigungsgesetz zur Anpassung der Verkehrssteuern an die Benzinrationierung soweit bereinigt, dass der definitive Gesetzestext vom Kantonerat am 1. April behandelt werden konnte. Da sich voraussehen Hess, dass das Gesetz nun frühestens Mitte Mai vor die Volksabstimmung gelangt, hat die Kantonale Strassenverkehreliga letzte Woche in einer Eingabe an die kantonale Polizeidirektion erneut das dringende Gesuch gestellt, die Gesetzesvorlage mit rückwirkender Kraft auf 1. Januar 1940 auszustatten. An der Kantonsratssitzung vom 1. April schlug Qos Neueste wn^£ou£lkyid in Offizielle Fabrikvertretungen in: GENERAL MOTORS SUISSE S.A., BIEL •II 3*51 ~l WlodM i .s.v.*»: $• Herr Hafne^ vor, Art. 3 der Gesetzesvorlage in der Weise abzuändern, dass dem Gesetz rückwirkende Kraft per 1. April 1940 zukommt. Die Verschleppung der Gesetzesvorlage hat zur Folge, dass die Abstimmung erst im Mai oder Juni vorgenommen werden kann. Da aber für das Autogewerbe die Sommermonate die Hauptsaison bilden und durch ein Inkrafttreten der Gesetzesvorlage erst im Juli drei wertvolle Monate verloren gehen, ist es unerlässlich, die den Motorfahrzeughaltern in Aussicht gestellten Steuerreduktionen schon mit dem Beginn des zweiten Quartals in Kraft treten zu lassen. Diesem Antrag widersetzte sich Regierungsrat Dr. Briner in kategorischer Weise, wobei er erklärte, er könne ihn « unter keinen Umständen » annehmen. Eine Aenderung sei nicht notwendig, da die Lage im zürcherischen Automobilwesen nicht so « bös > sei. 15 000 Ausweise seien bereits wieder eingelöst, wobei der kantonale Polizeidirektor allerdings vergass, beizufügen, dass der Kanton Zürich bereits Ende 1938 über 22 415 Motorfahrzeuge verfügte, so dass heute mehr als 30 % nicht mehr im Verkehr stehen. Regierungsrat Briner war der Ansicht, das • Neuausrechnen > der Verkehrssteuern bedeute für die kant. Verwaltung eine enorme Arbeit und erweise sich in der Praxis als unmöglich (!). Völlig unzutreffend war auch seine Behauptung, dass nur der Kanton Basel den Automobilisten Steuerermässigungen gewähre. Nach den Angaben Regierungsrat Briners findet die Abstimmung über das Ermächtigungsgesetz im Juni statt; die Inkraftsetzung erfolge auf den 1. Juli 1940. Auf eine Anfrage von Kantonsrat Zuppinger, ob die zugehörige Vollziehungsverordnung noch vor der Volksabstimmung veröffentlicht werde, erklärte der kantonale Polizeidirektor, dass dies erst nach dem Inkrafttreten der Fall sein könne. Wohl habe man mit der Kant. Strassenverkehrs-Liga über die grundsätzliche Lösung bereits verhandelt, die definitiven Details der Steuerermässigung stehen aber noch nicht fest. Dr. Bosshardt (Winterthur) setzte sich für den Wiedererwägungsantrag Hafner ein, der grundsätzlich berechtigt sei, weil die Anpassung der Verkehrssteuern auf Beginn der Fahrsaison zu erfolgen habe. Die Automobilisten haben ihre Ausweise wieder eingelöst, weil man ihnen durch das Ermächtigungsgesetz eine Steuerreduktion in Aussicht gestellt habe und man dieses Risiko auf sich nahm. Kantonsrat Hafner erklärte sich von der Antwort von Regierungsrat Briner in keiner Weise befriedigt, da ihr die nötige Sachlichkeit fehle. Regierungsrat Dr. Briner versuchte die Schuld für den verspäteten Termin der Volksabstimmung auf den Kantonsrat abzuwälzen, der es in der Hand gehabt habe, die redaktionelle Erledigung der Vorlage so vorzunehmen, dass die Abstimmung früher hätte stattfinden können. Er betonte nochmals, dass sich die mit der Steuerreduktion verbundene Mehrarbeit und Belastung nicht lohne und beantragt Ablehnung des Antrages Hafner. In der Abstimmung wurden Art. 1 und 2 des Ermächtigungsgesetzes einstimmig genehmigt. Der Wiedererwägungsantrag von Kantonsrat Hafner, wonach das Gesetz rückwirkend mit dem 1. April 1940 in Kraft treten sollte, erhielt dia Unterstützung durch mehr als 20 Mitglieder des Rats. In der definitiven Abstimmung wurde der Antrag aber mit 72 gegen 45 Stimmen abgelehnt. Das zürcherische Ermächtigungsgesetz, das nun im Juni, gemeinsam mit der eidgenössischen Finanzvorlage, zur Abstimmung gelangen und mit dem 1. Juli 1940 in Kraft treten wird, hat nun folgende definitive Fassung erhalten: Art. I. Der Regierungsrat wird ermächtigt, während der Dauer der Rationierung der flüssigen Brennstoffe und nach deren Aufhebung, längstens bis zum Beginn des folgenden Kalenderjahres, die in den §§ 5 und 6 des Gesetzes über den Verkehr mit Motorfahrzeugen und Fahrrädern festgesetzten Verkehrsgebühren zu ermässigen. Art. II, § 5, letzter Absatz, des in Art. I erwähnten Gesetzes erhält folgende neue Fassung: Trolleybusse sind von der Entrichtung von Verkehrsgebühren befreit. Für Holzgas- und Klärgasfahrzeuge setzt der Regierungsrat besondere ermässigte Gebühren fest. Die zuständige Direktion des Regierungsrates kann ferner für Motorfahrzeuge, die gemeinnützigen Zwecken dienen (Krankenwagen, Feuerwehrmotorwagen, Motorsprengwagen und Kanalreinigungsmaschinen, Fahrzeuge der Polizei und dergl.), die Verkehrsgebühr ermässigen oder erlassen. Art. IM. Dieses Gesetz tritt nach seiner Annahme durch die Stimmberechtigten am Tage nach der amtlichen Veröffentlichung des Erwahrungsbeschlusses des Kantonsrates in Kraft.