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E_1940_Zeitung_Nr.014

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BERN, Dienstag, 2. April 1940 Als der Wirt bald darauf wieder erschien,- das noch nie weiter als bis auf den Markt von war der junge Pedroli schon weit ausserhalb Lugano gekommen war, dazu, einen Abstecher des Dorfes, auf dem Wege nach Verscio. nach Mailand zu machen, Fluchend räumte der Geprellte den Tisch In Mailand kam er mit einigen Kupfersoldi ab. und einem zerknitterten Hundertlireschein an, Jahre waren vergangen. Giovanni Pedroli was für dazumal viel Geld war: dafür konnte hatte in Kalifornien ein bescheidenes Glück man sich schon einen guten Tag machen. gefunden, das er in erster Linie seinem Fleiss Nach eingehender Besichtigung des Domes, und seiner Sparsamkeit zu verdanken hatte, und war — nach dem Begriff dieser einfachen Bergbauern — als reicher Mann in sein geliebtes Heimatdorf zurückgekehrt. Der Wirt des Grotto Pedemonte in Cavigliano hörte auch davon. Er hatte den Streich mit den unbezahlten Eiern und dem Mezzo Nostrano nicht vergessen. Er beschloss, sich Ifeetasa© zu rächen, und klagte beim Gericht in Locarno einen hohen Betrag ein, den ihm Giovanni Pedroli schulden sollte. Die übersetzte Summe begründete er auf folgende Weise: Hätte er seinerzeit die fraglichen fünf Eier ausbrüten lassen, anstatt sie dem Pedroli vorzusetzen, wären fünf Kücken ausgeschlüpft. Der Eierertrag von diesen Hühnern war leicht zu errechnen. Die daraus erbrüteten Kücken gingen in die Hunderte, die der folgenden Generation in die Tausende — und so fort. Als der Postbote von Vergeletto dem Giovanni Pedroli die Klage zustellte, riss er die Augen auf und vergass den Mund zu schliessen, ob der stattlichen Summe, welche der schlaue Grottenwirt von Cavigliano aus den fünf schuldig gebliebenen Spiegeleiern errechnet hatte. Bestürzt lief er mit dem Schriftstück zu seinem Vater. Dieser setzte umständlich die Brille auf, nahm sie wieder ab, um sie zu putzen, setzte sie wieder auf, las weiter und pfiff leife vor sich hin. Endlich sagte er: «Lege dich ins Bettj ich gehe selbst nach Locarno hinunter und melde dich krank.» Am Tage der Verhandlung sass der alte Pedroli eine halbe Stunde nach dem anberaumten Termin noch gemütlich beim Frühschoppen im «Angelo» am Ende der Arkaden. Endlich machte er sich in Müsse auf den Weg nach dem Pretorio. Der Richter fuhr ihn wegen seiner Verspätung barsch an; aber der Alte Hess sich nicht einschüchtern. Er entschuldigte sich damit, dass er noch habe Bohnen kochen müssen, die er heute nach seiner Heimkehr stecken wolle. Verwundert sah ihn der Richter an, dem die Meinung aufkam, dem alten Pedroli fehle es ein bisschen im Oberstübchen, fragte er ihn: Favole Der achtzehnjährige Giovanni Pedroli von Vergeletto im Onsernonetal wanderte nach Kalifornien aus. Vater Pedroli gab ihm bis zum Ponte Oscuro das Geleit. Hier nahm er von seinem Jungen Abschied und wandte sich wieder heimwärts, seinem bescheidenen Häuschen zu, während Giovanni mit leichtem Gepäck talabwärts schritt. Im Grotto Pedemonte in Cavigliano kehrte der hungrige Bursche nach der langen Wanderung zu kurzer Rast ein und bestellte einen mezzo Nostrano und fünf Spiegeleier, Mit dem Imbiss und dem rubinroten Wein war er bald fertig und rief nach dem Wirt, um seine Schuldigkeit zu bezahlen. Er hatte es eilig, denn er wollte in Locarno den Anschlüss an die übrigen Auswanderer nicht verpassen. Da der Wir,t sich nach-mehrmaligem Rufen nicht blicken liess, nahm er kurz entschlossen seinen Reisesack auf die Schulter und empfahl die Begleichung der Zeche seinem Schutzheiligen San Giovanni. Von Johannes Vincent Venner. Schliesslich «Seit wann kocht man denn die Bohnen vor dem Stecken?» «Seit man die Eier kocht, bevor man sie ausbrütet...» erwiderte lächelnd der Bauer. Damit war der Prozess entschieden. Der Richter wackelte samt seinem ehrwürdigen Stuhl vor Lachen und der Grottenwirt von Cavigliano brauchte für den Spott nicht zu sorgen. * Die folgende kleine Begebenheit liegt etwa dreissig Jahre zurück. Damals gab es im Sottoceneri, als im untern Tessin, wenige, die nicht wenigstens einmal in ihrem Leben der nahegelegenen Großstadt Mailand, diesem verlockenden Babel der Lombardei, einen Besuch abgestattet hätten. Die Grenzen waren offen, man kannte weder Pass noch schwarze Listen, und'die Fahrpreise 1 ; waren billig. So entschloss sich eines Tages auch ein altes Bäuerlein aus dem hintersten Collatale, Unter den berühmten Frauen des Direktoriums, des Konsulats, des Kaiserreiches und der Restauration ist "vor-allem eine zu nennen, deren Namen die ganze Welt kennt, obwohl man eigentlich nur von ihr sagen kann, dass sie sehr schön war: Juliette Recamier. Sie hat weder eine ausschlaggebende politische Rolle der gegenüberliegenden Galleria Vittorio J nuela, der stattlichen Paläste und herrlichl Parkanlagen, der Burg und des Camposanto, schlenderte er durch die menschenreichen Gassen wieder dem Domplatze zu, wobei er fortwährend Umschau nach einem vertrauenerweckenden Ristorante hielt, da sein' Magen schon seit einiger Zeit beharrlich und ungeduldig knurrte. Er zögerte lange, ging unentschlossen hin und her, um schliesslich in einem nicht allzu vornehm aussehenden Lokal zu landen, wo er noch einen gemütlichen Platz fand. Da er sich sein Leben lang redlich von Polenta und Minestra, von Pasta al sugo und Sonntags etwa von einem Polio und Risotto ernährt hatte, war ihm die umfangreiche Karte, welche der Kellner vor ihn hinlegte, ein Buch mit sieben Siegeln. An den Markttagen ass man bei Nobile in Lugano stets eine Kuttelsuppe — die übrigens ebenso berühmt war wie sein guter, milder Nostrano — in die ein Quinto Wein gegossen und viel Brot und Käse eingebrockt wurde. Auf etwas anderes kam man gar nicht, denn sonst wäre man bald als Grosshans und Verschwender verschrien wor- env Aber hier in Mailand wollte er einmal etwas draufgehen lassen. Der Kellner hatte ihn mit der Speisekarte allein gelassen und sich andern Gästen zugewandt, aber unser Val-Colla-Bäuerlein wusste vorläufig noch nicht, wie es den Verschwender spielen sollte. Da letzte sich an den Tisch nebenan ein Herr, auf den der dienende Geist sofort eifrig zueilte. Es schien ein bevorzugter Gast zu sein. Ohne langes Besinnen bestellte er eine Anti- und die Sitten unter dem Direktorium Madame Recamier. l^L©@®sai®s* gespielt, noch als Schriftstellerin, Schauspielerin oder auf irgendeinem anderen Gebiet, in dem Frauen glänzen, Erfolge davongetragen. Und doch\ gilt sie als die Repräsentantin einer grossen Epoche, und die bedeutendsten Künstler ihrer Zeit haben es sich zur Ehre angerechnet, sie darzustellen. Sie hat die führenden Männer ihrer Zeit begeistert und von ihrem Salon aus Einfluss auf die wichtigsten Fragen der Politik, der Gesellschaft und des Geschmacks genommen. Juliette Recamier, geborene Bernhard, wurde im Jahre 1777 als Tochter eines Bankiers in Lyon geboren. Ihr Väter Hess sich 1784 unter der Protektion des Finanzministers Calonne in Paris nieder und gewann durch glückliche Finanztransaktionen ein beträchtliches Vermögen. 1793 heiratete sie den Bankier Recamier. Ueber diese Ehe ist viel gesprochen worden. Schon in der Zeit, als die Recamiers eine grosse Rolle in der Gesellschaft spielten, war es bekannt, dass die Gatten lediglich durch freundschaftliche Bande miteinander verbunden waren. Neuere Forscher vermuten, dass Recamier der uneheliche Vater Juliettes gewesen sei und sie nur geheiratet habe, um das beträchtliche Vermögen in der Familie zu erhalten. Ihr rätselhaftes. Verhalten anderen Männern gegenüber, die sie zu lieben behauptete, haben dann das Gerücht aufkommen lassen, dass ein physischer Mangel sie .verhinderte, Weib zu sein. War sie eine jener Frauen, die unter der scheinheiligen Maske der Tugendhaftigkeit die grössten Laster verbergen können? War sie, wie Arsene Houssaye von ihr sagte, «eine pasta. Einer momentanen Eingebung folgend, entschloss sich unser braver Ticinese, von der Weltgewandtheit dieses Gastes zu profitieren und es in allem ihm gleich zu tun. Er bestellte ebenfalls eine Antipasta; dann als diese verstaut war, Tagliatelli alla Bolognese, genau wie sein Vorbild. Der Herr nebenan hatte sich eine Flasche Cattinara bringen lassen, welchen Wein der gute Bürger von Maglio di Colla bald ebenfalls andächtig schlückelte. Einem leckern Polio alla cacciatore schloss er sich auch ohne Bedenken und beendete wie der andere sein Mahl mit Käse und Früchten. Nun ging es ans Zahlen. Das Bäuerlein spitzte die Ohren wie ein Teufel, als die Rechnung am Nebentisch überreicht würde: «Hundertzwanzig Lire, Signore.» Der Herr bezahlte und ging. Unserem alten Valcollesen war es übel geworden: die Antipasta, die Tagliatelli und das Polio lagen ihm zentnerschwer im Magen. «Poco d'un cane, sind die teuer in Mailand!» Er schaute verstohlen umher, schob dann seinen Hundertlireschein rasch unter den Teller und suchte eiligst das Weite. Als er die Türe eben hinter sich schloss, rief ihm der Kellner nach: «Ecco, Signore!» und wollte! ihm das Herausgeld übergeben. Aber der Bauer hatte seinen Rückzug beschleunigt, und schmunzelnd steckte der Kellner neunzig Lire in die Tasche. Der Herr am Nebentisch hatte seine Wochenrechnung bezahlt.,. jener Neugriechinnen, die sich halb nackt, aber von ihrer Schamhaftigkeit bekleidet, aus den Ruinen eines blutigen Pompeji erhoben?» Jedenfalls versagte sie sich in der Gesellschaft des Direktoriums und des Konsulats kein Ver- Kaiserin Josephine. gnügen und machte alles mit, was Mode war und Aufsehen erregte. Sie gehörte offiziell zu den «drei Grazien» des Direktoriums, und ihr Name wurde beständig mit dem der Theresia Tallien und der Josephine Beauharnais genannt, die als die schönsten und elegantesten Frauen des Direktoriums galten,. Alle drei machten die halbe Männerwelt von Paris verrückt mit ihren Kaprizen, ihren Extravaganzen und ihren Erscheinungen. Man sah sie überall, in den Konzerten, wo der berühmte Garat