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E_1940_Zeitung_Nr.016

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8 AUTOMOBIL-REVUE

8 AUTOMOBIL-REVUE DIENSTAG, tC. APRIL 1940 No 16 Die automatische Anhängerbremse über die wir in der letzten Nummer berichteten, arbeitet also durch Druckerniedrigung in der Verbindungsleitung und bremst den Anhänger automatisch, wenn derselbe vom Zugwagen abgerissen werden sollte. Dies ist ein grosser Vorteil, schliesst aber gleichzeitig einen grossen Nachteil ein, der in der Regel bis zum Eintritt des Ernstfalles unbeachtet bleibt und dann um so schwerwiegendere Folgen hat. Da nämlich die Verbindungsleitung im ungebremsten Zustand Druckluft führt, wird, falls der Anhänger abreisst wenn der Zugwagen nicht gebremst wird, der ganze Luftvorrat des Zugwagens ins Freie geblasen und dieser dadurch bremsenlos. Unser neues Steuerventil S 45 hat die Aufgabe, diesen Nachteil auszuschalten. Durch eine geschickte Differentialanordnung wird die Bremsleitung zum Anhänger im Zugwagen innert weniger Hundertstel von Sekunden abgeschlossen, wenn der Anhänger abreisst, ohne dass der normale Luftdurchgang für das Lösen der Bremsen irgendwie beeinflusst wird. Das Umkehrventil S 48 ist auf ganz neuen Prinzipien aufgebaut und von verblüffender Einfachheit. Es wird im Zugwagen und im Anhänger eingebaut und ersetzt alle bisher notwendig gewesenen Voreil- und Steuerventile. Dabei ist es wesentlich kleiner als alle bisher in Anwendung gewesenen Ausführungen. Anhängerbremsen SCHMUTZ-BREMSEN Aktiengesellschaft St-Aubin (Neuchätel) Tel. 6 7150 TEM PO- Pritschenwagen TEMPO- Kastenwagen für Backwaren TEMPO- Brückenwagen TEMPO, hoher Kastenaufbau TEMPO- Viehtransportwagen TEMPO- Langelsenwagen 3-Rad, 500 kg Nutzlast, ca. 67s Liter, 100 km 4-Rad, 800 kg Nutzlast, ca. 9 Liter, 100 km TEMPO- Lieferwagen bieten bestimmt rationellsten Transportbetrieb. 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BERN, Dienstag, 16. April 1940 Automobil-Revue • II. Blatt, Nr. 16 Hierin nun war Susis Herrin anderer nung und behielt ein standhaftes Herz, ihren Katzenliebling musste denn doch erlesenerer Gemahl ausfindig zu machen seinf* als er sich miaulend im Garten herumtrieb. Sie übernahm es also, sich auf Bräutigamsschau zu begeben. Das Telephon trug ihre Werbung hinaus, sie flatterte mit Briefen in die Nähe und Ferne und wurde von Mund zu Mund verbreitet. Vergeblich! Nirgends war ein mit allen edlen männlichen Tugenden des Katzentums behafteter Bräutigam aus dem wohlgeborenen Geschlecht derer von Chinchilla aufzuspüren. Einzig aus Paris kam gute Kunde. Dort war in einem Katzenklub der Ersehnte zu finden. So wurde denn nach vielen Ueberlegungen beschlossen — begreiflich, dass der Geldbeutel auch eine Rolle spielte — die Hochzeit in der französischen Metropole auszurichten. Daraufhin packten sorgende Hände das Kätzchen Susi in den Weidenkorb und der wanderte, wie irgendein Gepäckstück, zum Bahnhof. Die Reise bekam dem verhätschelten Tierchen übrigens gar nicht schlecht. Anfangs ein wenig verstört ob dem Ungewohnten des Schütteins und Rütteins, hatte es sich bald dem neuen Dasein angepasst. Mit Grazie und jenem Hauch von Unnahbarkeit umkleidet, der manchen gepflegten Katzen eigen ist, setzte es sich auf den Deckel seines Reisekorbes und • liess die Landschaft an den erstaunt blickenden Kugeln seiner Augen vorüberziehen. Für sein körperliches Behagen, war trefflich gesorgt. In einem appetitlichen Fressnäpfchen wurde ihm karmesinrote Kalbsmilke dargereicht. Im Katzenreisegepäck fehlte auch nicht das Tröglein, das jede Katze mit einer seltsam tastenden Vorsicht betritt. Als der Zug die Häuserschluchten der Pariser Vorstadt durcheilte, bekam Susi ihr Mäntelchen wieder übergestreift und musste zurück in das dunkle Verliess des Weidenkorbes, Ach, zu ihrem tiefen Missbehagen, den Klagelauten nach zu schliessen. Lf. Kurort Sankt Helena Susi fährt auf Hochzeitsreise Die Bekanntschaft mit Susi brachte mir eine Reise nach Paris. Sie wurde in einem hellbraun gebeizten Weidenkörbchen just in mein Abteil hineingetragen, von dem ich im stillen gehofft hatte, es allein zu bewohnen, um schlafend durch die winterbraune, eintönige Landschaft zu fahren. Kaum war das Körbchen auf die Bank gestellt, begann ein feines, eindringliches und trostloses Miauen. « Lasst mich heraus! Wenn ich schon reisen soll, will ich wenigstens sehen wohin », schien die traurige Kätzenstimme zu betteln. Und Susi wurde befreit, entstieg mit anmutigen Bewegungen dem weich gepolsterten Reiseetui. Trug ein kirschrotes gestricktes Mäntelchen, aus dem sein weisses Seidenfell in grossen Flocken hervorquoll. Liess sich mit runden, weichen Pfoten auf dem Schoss seiner Herrin nieder, die die warme Hülle mit mütterlicher Sorgfalt vom leise durchgrauten Schnee des Felles entfernte. Dann stand Susi da in all ihrer Schöne, eine Chinchillakatze reinsten Geblütes. Schmiegsam in all ihrem Bewegen, behende und zögernd, wild und dann wieder von einer innern Vornehmheit gezügelt. Das Schönste aber an ihr waren die Augen.. Ihr ganzes Tiergesicht schien fast nur Auge zusein. Lodernd in grünem Feuer, erfüllt von unruhig-irisierender Glut, ging ihr Blick hinaus in eine Ferne, die solch kleines Katzenhirn nie zu ergründen vermag. Ueber diesen Augen sassen ein paar Ohren, von muschelzartem Rosaton ganz durchleuchtet. Wie kleine Schmuckstücke nahmen sie sich aus und befühlten sich wie Samt, denn aus ihnen ringelte sich lang und schreckhaft ein Büschel des seidigen Vlieses hervor. Mitten im Gesicht aber, wie ein Schönheitspflästerchen, klebte das schwarze Dreieck der Nase, Das ist Susi, wie ich sie an jenem Morgen im Zwielicht des dahinfliehenden Wagens sah. Doch was ich nicht ahnen konnte, war, dass Susi, das reizende Katzenffäulein, sich auf ihrer Hochzeitsreise befand. Oder richtiger ausgedrückt, der Hochzeit entgegenfuhr. Sie selbst wusste es wohl ebensowenig und mochte sich schrecklich wundern, wo denn die ganze ihr vertraute Häuslichkeit, das weiche Körbchen, der herrliche Platz am Fenster mit Blick auf den Vogelkorso im Garten (wie wohltuend müsste es sein, sich einmal aus dem Hinterhalt mit. vollem Elan dazwischenzustürzen), der verbotene und immer wieder verlockende Küchentisch geblieben sei. Zwar der Zug in die Weite, er .lag ihr schon ein paar Wochen im Blut. Ihn zu stillen hätte es wahrhaftig genügt, ihr für ein paar Nächte die Freiheit zu schenken. Hinaus zu kommen aus dem engen Behältnis der Wände, Entdeckerfreuden und Kameradschaft zu finden. Im Jahre 1821 starb Napoleon auf Sankt Helena. In den folgenden Janren und Jahrzehnten fanden die Berichte seiner Leidensgenossen über die Gefangenschaft des Kaisers und seinen tragischen Tod Tausende von Lesern, die mit leidenschaftlicher Anteilnahme alles verfolgten, was mit dem Schicksal des grossen Korsen zusammenhing. Die kleine Insel im Atlantischen Ozeon stand im Vordergrund des Interesses. Nach den Berichten zu urteilen, war Sankt Helena eine Art Teufelsinsel mit einem mörderischen Klirrib. Es wirkte daher überraschend, als nach dem Weltkrieg die Kunde aus Südafrika kam, dass man plante, aus der Insel Sankt Helena einen Kurort zu machen. Für den Kenner der Verhältnisse öder der Literatur über die Insel war diese Ueberraschung weniger gross, denn die Insel galt schon vor der Deportation des Kaisers als gesund. Die Ostindische Gesellschaft hatte schon seit langem die Gewohnheit, fieberkranken Matrosen, die aus Indien kamen, einen Aufenthalt von einigen Wochen auf der Insel zu gewähren, um ihre Gesundheit wieder herzustellen. Wie ist. nun die Insel zu dem schlechten Ruf gekommen? Einzig und allein aus politischen Gründen. Jahrzehntelang haben die Historiker aller Länder, die Napoleon verehrten, die These aufrechterhalten, England habe den Kaiser nach Sankt Helena gesandt, damit er dort in dem mörderischen Klima zugrunde ginge. Der Kaiser selbst hat dies immer wieder behauptet. Gewiss, der Mann, der Europa zu Pferd und zu Fuss kreuz und quer durchstreifte, der Befriedigung nur in unermüdlicher Tätigkeit fand, der es an einem Ort nicht lange aushielt, dieser Mann musste sich auf einer kleinen Insel unglücklich fühlen, wo seine Bewegungsfreiheit bis aufs Aeusserste eingeschränkt war. Und noch schlimmer wurde es, als er sich entschloss, sein Haus überhaupt nicht mehr zu verlassen, um sich den Schikanen seines Gefangenenwärters zu entziehen. Aber die Insel selbst ist alles andere als ein Ort, den der Mensch fliehen muss. Man leidet auf Sankt Helena nicht unter der mörderischen Hitze, die z. B. die Küsten des Roten Meeres oder Teile der Küsten Afrikas und Indiens für den Europäer unerträglich machten. Die furchtbaren Fieber, die in vielen Gegenden der Tropen auftreten, fehlen hier so gut wie gänzlich. Man kennt auch nicht die grosse Plage der Tsetsefliege wie in grossen Tei- Napoleon auf Sankt Helena, nach einem Gemälde Ton Kartinet.