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E_1940_Zeitung_Nr.018

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IV AUTOMOBIL-REVUE

IV AUTOMOBIL-REVUE DIENSTAG, 30. APRIL 1940 — N° 18 Zu den Qaieexeti oexwUetft Schluss von Seite I Einblick in das Leben dieser Galeerensklaven. Der Verfasser, ein französischer Protestant, war wegen seines Glaubens zu den Galeeren verurteilt worden. Nach einer längeren Haft in verschiedenen Gefängnissen Frankreichs wurde er mit einer sogenannten «Kette» nach Dünkirchen gebracht. Die bedauernswerten Sträflinge wurden sämtlich mit dem Hals an eine lange Kette gefesselt und mussten sich in dieser Lage zu Fuss zu ihrem Bestimmungsort — in diesem Fall dem Hafen Dünkirchen — begeben. Da sich auch schwache und kranke Gefangene an der Kette befanden, dauerte der Marsch natürlich monatelang, denn der schwächste Sträfling bestimmte das Tempo des Marsches. Unterwegs wurden die Armen durch rohe Aufseher mit Peitschenhieben zu schnellerem Marsche angefeuert, und manche unterlagen bereits den Strapazen auf der Hinreise. Nach Eintreffen in Dünkirchen wurden die Sträflinge auf die Galeere « L'Heureuse » gebracht, die ein Herr de la Pailleterie befehligte, unter dessen Kommando sechs im Hafen liegende Galeeren standen. Die Gefangenen wurden sofort an die Ruderbank angeschmiedet. «Man setzte jeden von uns», heisst es in diesem Bericht, «auf eine besondere Bank, so dass ich seitdem von meinem lieben Gefährten getrennt war. Noch am selben Tage unserer Ankunft gab man einem armen Ruderknechte um irgendeines geringfügigen Versehens willen die Bastonade. Ich war entsetzt, als ich sah, wie diese Strafe vollzogen wurde, ohne dass ein Verhör vorausgegangen war. Am nächsten Tag war ich selbst nahe daran, dieselbe Strafe zu erhalten, die mich eben erst mit solchem Schauder erfüllt hatte. Ich sollte sie durch die Schlechtigkeit eines schurkischen Sträflings erhalten, der wegen Diebstahls auf der Galeere war. Dieser elende Mensch kam zu der Bank, wo ich mit sechs anderen angefesselt war und beschimpfte mich auf die gröbste Weise. Dann verlangte er von mir Geld, um meine Ankunft zu feiern. Glücklicherweise hatte ich auf alle seine Schmähungen nichts geantwortet. Aber auf sein Ansinnen erwiderte ich, dass ich nur denen einen Wilikommenstrunk spende, die ihn nicht von mir forderten. Ich hatte tatsächlich den andern auf meiner Bank fünf oder sechs Flaschen Wein gegeben. Der grässliche Mensch aber — er hiess Poulet — ging zum Unteraufseher der Galeeren und sagte ihm, ich hätte die abscheulichsten Lästerungen gegen die Jungfrau Maria und alle Heiligen ausgestossen. Der Unteraufseher, ein grausamer, roher Patron wie alle seinesgleichen, glaubte dem Bericht Poulets. Er kam zu meiner Bank und befahl mir, mich sofort zu entkleiden, um ausgepeitscht zu werden. Man kann sich meine Aufregung denken. Ich wusste nicht, dass Poulet mit ihm gesprochen hatte. Uebrigens hatte ich ja auch nichts gesagt und getan, was mir diese Züchtigung zuziehen konnte. Der Oberaufseher aber wollte sich nicht auf die Aussage Poulets verlassen. Er fragte die sechs Sträflinge meiner Bank und alle sagten aus, dass ich nicht ein einziges Wort dieser Art geäussert habe. Nach dieser Untersuchung gab der Oberaufseher dem gemeinen Poulet eine tüchtige Tracht Hiebe, worauf er "ihn doppelt gefesselt und angekettet auf die Verbrecherbank setzen Hess. So war ich denn mit der Angst vor der furchtbaren Prügelstrafe davongekommen. Man geht bei dieser rohen Züchtigung folgendermassen zu Werke: Man lässt den verurteilten Unglücklichen sich vom Gürtel bis oben ganz nackt ausziehen. Darauf legt man ihn mit dem Bauch quer über den Köker der Galeere, so dass die Beine nach seiner Bank, die Arme nach der gegenüberliegenden herabhängen. Beine und Arme werden von je zwei Sträflingen gehalten, so dass der Rücken ganz entblösst ist. Hinter dem Verurteilten steht ein Aufseher, der mit einem Seil auf einen robusten Türken loshaut, damit dieser angefeuert wird, nun seinerseits aus allen Kräften mit einem dicken Seil auf den Rücken des armen Delinquenten zu schlagen. Dieser Türke ist ebenfalls ganz nackt, und da er weiss, dass man ihn nicht schonen würde,, wenn er den armen Verurteilten auch nur im geringsten schonte, so führt er seine Hiebe mit aller ihm zu Gebote stehenden Kraft, so dass jeder Schlag, den er dem Unglücklichen versetzt, eine zollhohe Schwiele verursacht. Selten vermögen die zu dieser Strafe Verurteilten mehr als zehn oder zwöif Schläge auzuhalten. Dann können sie sich nicht mehr rühren und keinen Laut mehr von sich geben. Das hindert natürlich nicht, dass man auf den armen Körper weiterschlägt, bis die vom Major verordnete Anzahl Hiebe erreicht ist. Zwanzig oder dreissig Hiebe sind für kleine Vergehen. Ich habe 'jedoch gesehen, dass man deren fünfzig, achtzig oder sogar hundert verabreicht. Doch kommt dann kaum einer mit dem Leben davon. Nachdem nun der arme Mensch die festgesetzte Zahl Hiebe erhalten hat, kommt der Bader oder «Frater» der Galeere und reibt ihm den völlig zerfetzten Körper mit scharfem Essig und mit Salz ein, damit er wieder empfindlich wird, und um zu verhindern, dass der Brand hinzukommt. Ich war ungefähr vierzehn Tage auf der Galeere, auf die man mich anfänglich versetzt hatte. ^ Wie man weiss, sind nicht alle Menschen gleich gut oder schlecht. So sind auch unter den Aufsehern die einen schlechter und grausamer als die andern. Neben der Galeere, auf der ich mich befand, lag eine andere, deren Aufseher schlimmer als der leibhaftige Teufel war. Er veranstaltete die Reinigung der Galeere jeden Tag, während die anderen sie nur jeden Sonnabend ansetzten. Während der Reinigung des Schiffes hagelten die Peitschenhiebe auf die Sträflinge, und das dauerte meist zwei bis drei Stunden. Ich war oft Augenzeuge dieser grausamen Behandlung, weil die Entfernung von einer Galeere zur andern nicht sehr gross ist. Immer wieder sagten die Sträflinge meiner Bank zu mir: «Bitte Gott, dass du bei der Verteilung, die man bei euch Neuangekommenen nun bald vornehmen wird, nicht auf die „Palme" kommst.» So hiess die betreffende Galeere, die unter dem bösen Aufseher stand. Ich zitterte vor Angst. Aber die Verteilung von sechzig neuangekommenen Sträflingen, unter denen auch ich mich befand, rückte näher. Man führte uns in den Arsenalpark. Hier liess man uns völlig nackt auskleiden, um uns an allen Teilen des Körpers zu untersuchen. Man betastete uns überall, wie man bei einem feisten Ochsen zu tun pflegt, den man auf dem Viehmarkt kauft. Nachdem die Untersuchung beendet war, teilte man uns in Starke und Schwache. Hierauf machte man sechs Abteilungen, und die Aufseher zogen das Los, damit jeder seinen Anteil empfinge. Man hatte mir zur ersten Abteilung versetzt, und ich befand mich an der Spitze eines Trupps. Der Aufseher, dem ich zugefallen war, befahl uns, ihm zu folgen. Da ich neugierig war, mein Los zu erfahren und nicht wusste, dass derselbe Mann mein Aufseher war, so bat ich ihn, mir zu sagen, zu welcher Galeere ich durch das Los zugeteilt sei. «Der Palme», antwortete er. Ein Schrei der Klage über mein Unglück entfuhr mir. «Warum», fragte er, «bist du unglücklicher als die andern?» «Deshalb», antwortete ich, «weil ich in eine Hölle von einer Galeere gerate, deren Aufseher schlimmer als der Teufel ist.» Ich wusste nicht, dass ich mit dem Aufseher selbst sprach. Er aber sah mich ernst an, runzelte die Stirn und sagte: «Wenn ich diejenigen erwische, die dir das gesagt haben, so werde ich schon mein Mütchen an ihnen kühlen.» Der Aufseher wollte mir nun aber beweisen, dass er nicht so schlecht sei als sein Ruf. Er bezeugte mir sein besonderes Wohlwollen, liess mir eine besonders leichte Kette anlegen und wählte mich für seine persönliche Bedienung aus. Es blieb mir nun die schwere Ruderarbeit erspart, und ich hatte es eine Zeitlang besser, als ich es auf einer Galeere je hätte erwarten können. Volksglauben am Anffahrtstag Der Auffahrtstag, zehn Tage vor Pfingsten, ist aus ältester Zeit als Siegesfest bekannt. An die verschiedenen Bräuche christlichen Ursprungs haben sich die Reste altheidnischen Glaubens angelehnt. Der Auffahrtstag -ist ein Frühlingsfeiertag. Wie Tacitus anlässlich einer solchen Feier den Umzug der Göttin Nerthus schildert, wurde in verschiedenen anderen Gegenden der ebenso in inniger Vereinigung mit der Natur stehende Gott Freya in einem reich mit Blumengewinden geschmückten Wagen durch die Felder gefahren, damit er Segen bringe. Im Wechsel der Zeiten gingen aus diesen älteren mythologischen Vorstellungen der germanischen Völker die am Auffahrtstage gebräuchlichen Flurprozessionen hervor, deren Zweck ist, Ackersegen zu erflehen. Viele Sitten des Auffahrtstages beziehen sich auf Donar, den germanischen Donnergott, dem der Donnerstag geweiht war. Donar waren im heidnischen Glauben alle Tieren zu eigen, die eine rote Farbe an sich trugen (Rotkehlchen, Storch usw.) und selbst die Menschen trugen früher an diesem Tage vorab rote Kleidung. Um den gefürchteten Wettergott günstig zu stimmen, werden neun Kräuter zu einem Strauss gewunden, dieser auf dem Altar gesegnet, um dann, bei Ausbruch eines Gewitters auf den Herd gelegt zu werden, was das Einschlagen des Blitzes verhüten soll. Aehnlich ist an diesem Tage der Brauch, rote und weisse Blumen an die Stalltüren zu hängen, die vor Blitzschlag schützen sollen. Im sportliebenden England herrschte noch im letzten Jahrhundert der seltsame Brauch eines Frauen-Wettrennens am Auffahrtstag. Die Siegerin erhielt als Preis ein teures Hemd aus allerfeinstem holländischem Linnen. Am Auffahrtstag soll nach »Item Volksglauben überall die Arbeit ruhen, da man sonst Gewitter heranziehe. Näht man am Auffahrtstag, so fürchtet man, dass der Blitz denjenigen erschlage, der dies genähte Kleidungsstück trägt. Für das Waschen gilt der gleiche Aberglaube. Die schönste Sitte an der Auffahrt ist wohl die der gemeinsamen Frühlings-Ausfahrten. Die Katholiken löschen an diesem Tage zum Zeichen, dass die Osterzeit abgelaufen ist, die sogenannte Osterkerze, die in der Kirche brannte, aus. Ferd. Bolt. Eine kleine Maschine aber «ZÄMMESTAH!» Wenn diese Parole gilt, dann heute I Heute, wo es auf jeden Einzelnen-auf jedem einzelnen Gebiet in hohem Masse ankommt. 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N° 18 — DIENSTAG, 30. APRIL 1940 AUTOMOBIL-REVUE Was nicht im Geschichtsbuch steht Ein uHzeiiqemässes JutMäunt: $üHßzi