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E_1940_Zeitung_Nr.019

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N° 19 —' DIENSTAG, 7.

N° 19 —' DIENSTAG, 7. MAI 1940 AUTOMOBIL-REVUE 10 Lancia „Ardea Ein sparsames und rassiges Gebrauchsfahrzeug von nur 5 PS. Mit der Schöpfung des Modells «Ardea> ist es der Firma Lancia gelungen, ein Gebrauchsfahrzeug zu schaffen, das hohe Leistungsfähigkeit mit ungewöhnlicher Sparsamkeit vereint, Obwohl sein 0,9-Lifer-Motor mit einer Bremsleistung von 29 PS keineswegs besonders poussiert ist, vermag er dem Wagen doch in der Ebene eine gestoppte Höchstgeschwindigkeit von 103,5 km/St, zu erteilen. Und ähnlich günstig liegen die ermittelten Werte für die Beschleunigungs- und Steigvermögen. Wir verweisen diesbezüglich auf die untenstehenden Diagramme über die Geschwindigkeitszunahme beim Beschleunigen des Fahrzeuges mit Vollgas sowie die Steigfähigkeit in den verschiedenen Gängen. Symptomatisch für die ungewöhnlichen Eigenschaften dieses Kleinwagens ist die Tatsache, dass sein Geschwindigkeitsmesser bemerkenswert ehrlich zeigt. Man hat es gar nicht nötig,vdie erreichten Leistungen in irgendeiner Weise zu beschönigen, denn sie sprechen genügend für sich selbst. Nach unseren Messungen liegen die Angaben des Geschwindigkeitsmessers nur 3 Prozent zu hoch, was schon deswegen verzeihlich ist, weil ja die Hinterräder infolge des natürlichen Radschlupfs tatsächlich ungefähr um diesen Betrag rascher laufen, als der Geschwindigkeit, des Wagens entspricht, so dass sich eine Fehlanzeige in diesem Ausmass selbst bei theoretisch richtiger Uebersetzuna. im Antrieb des Instruments ergibt. Die gleiche Ehrlichkeit kennzeichnet übrigens auch die Leistungsangaben in dem — nebenbei gesagt sehr schön ausgestatteten und wirklich vollständigen — Instruktionsbuch. Aufgefällen ist uns sodann die für einen solch kleinen Motor recht- ungewohnte Läufruhe bis hinauf zu etwa 75 km/St. Erst von etwa 80 km/St. weg wird man seiner Existenz neben dem Rauschen des Fahrwindes durch sein leises Summen gewahr. Ganz erstaunlich günstige Resultate lieferte unsere Brennstoffverbrauchsprüfung über den abgestecken Kilometer mit fliegendem Start bei konstanter Fahrgeschwindigkeit (Mittel aus je einer Fahrt in beiden Richtungen). Bei einer Fahrgeschwindigkeit von 30 km/St, verbraucht der Wagen nur 4,8 Lit./lOO km, und bei 50 km/St, 5,8 Lit./lOO km. Leider verhinderte uns ein kleines Missgeschick an der Ermittlung des Brennstoffkonsums bei noch höheren Fahrtempi, doch geht schon aus den genannten Zahlen hervor, dass der normale Verbrauch im praktischen Betrieb sich um die 7 Lit./lOO km bewegen dürfte. • Von der Wendigkeit des Fahrzeuges zeugt der geringe Lenkradius von nur 4,45 m nach beiden Seiten. Der Wagen lässt sich also auf einer 9 m breiten Strasse ohne weiteres in einem Zug Wenden. Die hydraulische Vierradbremse zog bis hinauf zu den höchsten Verzögerungen absolut gerade. Die Abfederung ist so ausgeglichen und angenehm, dass man vergisst, in einem Kleinwagen zu sitzen. Was für Mitte! hat nun der Konstrukteur zu Hilfe genommen, um diese erstaunlichen Resultate zu erzielen? Durchgehen wir einmal kurz den Aufbau der «Ardea» von vorn bis hinten. Der Motor ist ein Vierzylinder ähnlicher Bauart wie beim Modell < Aprilia >. Seine Zylinder sind also zueinander leicht V-förmig geneigt angeordnet, wodurch er sich besonders kompakt und kurz baut. Eine durch eine Kette angetriebene, öbenliegende Nockenwelle betätigt die schräg in den halbkugeligen Verbrennungsräumen sitzenden Ventile direkt durch Kipphebel. Die Antriebsleistung gelangt über eine Einscheiben-Trockenkupplung sowie ein viergängiges Wechselgetriebe mit drei geräuschlosen Gängen an die mit Gleason-Kegelrädern ausgestattete Hinterachse. Unterbau und windschlüpfige Ganzstahlkarosserie bilden eine Einheit, und hierin liegt wohl nicht zuletzt eines der wesentlichen Geheimnisse, die zu dem erstaunlich niedrigeri Gewicht von nur 725 kg im fahrbereiten Zustand führen. Dank der säulenlosen Konstruktion der Karosserie, deren Seitenwände ausschliesslich durch die vier Türen gebildet Werden, ist das Ein- und Aussteigen recht bequem. Die Einzelabfederung der Vorderräder geschieht nach dem von Lancia an sämtlichen Modellen benützten, bewährten System, wobei senkrechte Teleskoprohre die Führung und Schraubenfedern zusammen mit hydraulischen Stossdämpfern die Federung übernimmt. Ein automatisches Schmiersystem sorat für regelmässigen Zufluss von Schmieröl zu den Führunqszylindern der Vorderradabfederünq. Die-starre Hinterachse stützt sich auf weiche Halbelliptikfedern, die vorn in einer Gummilagerung und hinten in rollengelagerten Federlaschen aufgehängt sind. Die mit den Federn kombinierten, grossen Reibungsstossdämpfer besitzen kleine Hebel zur Verstellung von Hand. Neben der schon erwähnten, hydraulischen Vierradbremse verfügt der Wagen natürlich auch noch über eine mechanische, auf die Hinterräder wirkende Handbremse. Das Lenkgetriebe enthält eine Schnecke nebst liegendem Zahnsegment. Die Gelenkverbindungen im Lenksystem werden durch Silentblöcs hergestellt. Die Ausstattung des Wagens ist ungewöhnlich reichhaltig. So enthält das Instrumenfenbreff neben Geschwindigkeitsmesser, Oelmanometer und Benzinstandsmesser auch eine Zeituhr. Als besondere Annehmlichkeiten registrieren wir ferner den Blinkapparat, der das Blinken mit den Scheinwerfern bei Nachtfahrten automatisch besorgt, sobald man ihn einschaltet, ferner den Rückfensterstoren-Zugknopf an der Decke in Wagenmitfe und das zugfreie Entlüftungssystem mit den sonst hauptsächlich an englischen Wagen angetroffenen, schmalen Glasschildern am obern Fensterrand welche ein Eindringen von Regentropfen durch das leicht geöffnete Fenster verhindern. Wir gestehen offen, dass uns das neue Modell in jeder Beziehung einen vorzüglichen Eindruck macht und werden uns nicht wundern, wenn dieser ebenso sparsame wie rassige Wagen gerade in der heutigen Zeit sich bald einen grossen Kreis begeisterter Freunde erwirbt. -b- Technische Merkmale und Messresultate. (Sämtliche Messungen wurden mit unseren eigenen Präzisions-Messeinrichtungen vorgenommen. Zur Feststellung der Geschwindigkeitszunahme beim Beschleunigen sowie des Bremsweges diente unser registrierendes Messgerät, das alle Vorgänge auf einen Papierstreifen- aufzeichnet und durch ein eigenes, neben dem Fahrzeug herlaufendes Rad angetrieben wird.) Motor: Vierzylindermotor mit obenliegender Nockenwelle und halbkugeligen Verbrennungs^ räumen; Zylinder leicht V-förmig gegeneinander a 33 aus Gusseisen. Einstelldaten: Einlass öffnet in o. T., Einlass scbliesst 50 ° nach u. T., Auspuff öffnet 40° vor u. T., Auspuff schliesst 10° nach o. T., normales Ventilspiel bei allen Ventilen 0.25 mm; Zenithvergaser 30 VIML mit Startvorfichtung und Ansauggeräuschdämpfer, Lufttrichter 21, Hauptdüse 0.85, Kompensationsdüse 0.60, Leerlaufdüse 0.65, Düse der Startvorrichtung 1.10, Venül IO 15 20 85 30 35 40 45 5O 55 O 5 IO 15 20 25 30 35 40 See, —•** Diagramm Ober die Fahrleistungen des Lancia «A rdea» bei Besetzung mit zwei Personen. Links: Geschwindigkeitszunahme des Wagens beim Beschleunigen in den einzelnen Gängen. Mitte: Geschwindigkeitszunahme beim Anfahren aus dem Stillstand und Durchgehalten aller Gänge. Innenbild: Die Steigfähigkeit in den einzelnen Gängen in Abhängigkeit von der Fahrgeschwindigkeit. geneigt; Bohrung 65 mm, Hub 68 mm, Hubraum 903 ceni; Kompressionsverhältnis 1 :6, Bremsleistung 28.8 PS bei max. Drehzahl; 5 Steuer-PS; Motorgewicht 80 kg;. Motorblock und Zylinderblock Gesamtansicht des Lancia - «Ardea» - Innenlenkers. 100» i --j— U V 1 I 1 U.—l 1 • . I _^_ 8 - ^ ~ ~ / ^ 50 ^T* 7&*i i i i i i 40 ~;^ 7-rJt -v hl Ar £ü o«—'—«—i—r---L , 10 t L±.-%"> 0 ,20 40 60 QO 100

BERN, Dienstag, 7. Mai 1940 ZJSr '"•' -* Km. Ein Postwagenführer /7r>^/7 Romantik. Unsere Welt ist die Strasse. Längs und quer schlängelt sich ihr Band durch die Alpen. Auf ihrem geduldigen Rücken summen unsere «Hundert-Pferder» von Land zu Land. Von Norden und Süden führen unsere Wege ins Engadin, um sich hier — kaum vereint — in alle Winde zu trennen, entweder ins Tessin nach Lugano und Locarno, oder dann mitten ins Herz der Schweiz, nach Luzern. Bald geht es in wiegender Fahrt durch die Hügellandschaft von Oberbayern, bald klettern wir mit Hilfe von fünfzig Spitzkurven an die Dreitausendergrenze des Stilfserjochs; am Comersee wiederum fährt der Postwagen ebenen Wegs auf nur 200 Meter ü. M. Wir sind überall und nirgends. Unsere Heimat ist die Strasse, führe sie nun an hohen, schlanken Pinien oder am eisigen Hauch der Gletscher vorbei, sei sie breit und eben, oder erklimme sie in unzähligen Kehren die Regionen ewigen Schnees. An tiefblauen Seen entlang lässt sie uns eilen, hoch über spiegelndem Wasser, dann wieder durch Galerien und finstere Tunnels. Seen und Berge sind unsere treuen Begleiter. Am Morgen huscht der Schatten deines Wagens um die Felsen; am Abend, wenn die Sonne Zacken und Zinnen der Berge mit Gold überflutet, hämmert der Motor sein ehernes Lied, nur leise, ganz fein, um ja die Ruhe und den Frieden der erhabenen Landschaft nicht zu stören. Sogar das Posthorn muss schweigen. Wenn sich Sänger unter den Fahrgästen befinden, ist dein Glück voll. Fast lautlos gleitest du zwischen silberglänzenden Bergseen in die träumerische Nacht hinein. Ja, es gibt noch eine Romantik der Landstrassel Aus trabenden Pferden wurden hundert summende Pferdekräfte. Von Fels zu Fels, vom Hospiz bis hinunter ins Tal, hallt in melodischem Dreiklang unser Posthorn. Der Geist des Gewesenen umwittert die alten Heerstrassen. Hörst du die dröhnenden Schritte der alten Eidgenossen, wie sie durch die Tore der Alpen — über die Pässe —' ein- und auszogen, um zu erobern oder — zu verlieren? Denk' ans Veltlin und an Chiavennal Unsere gelben Wagen sind keine ausdruckslosen Maschinen. Von Menschen erdacht und erbaut, besitzen auch sie eine Seele. In fremdem Land sind sie uns ein Stück Heimat. Wenn dein Wagen dir fast tagtäglich neue Eindrücke und Erlebnisse vermittelt, dann lernst du ihn lieben, und er wird dir zu einem treuen, dankbaren Kame-a raden. Wir zwei sind Teilhaber und Mitkämpfer des Fortschrittes, einer Mechanisierung, die uns zu den Wundern und der Schönheit der Natur führen will. Aber im Bergell erlebten wir den Bergfrühlingj die weisse Landschaft wich grünschwellenden, blumenübersäten Matten. Bunte Schmetterlinge lösten den Tanz der Schneeflocken ab. In Lugano erfrischten wir uns bei einem Bad im See; vergessen, unvorstellbar war jetzt das morgendliche Schneegestöber im Engadin. Und doch ao jagen wir wieder zurück, um noch vor Morgengrauen den heimatlichen Stall zu erreichen. Nachtfahrten sind seltsam erregend. Nie spürst du den Atem deines Motors besser, als wenn du ganz allein durch die geheimnisvolle Nacht steuerst, wenn die Scheinwerfer immer wieder neue Wunder offenbaren. Als einziges menschliches Wesen wähnt man sich auf der Welt, bis verspätete Nachtbummler dich in die Werklichkeit zu all dem noch die Bemühung um einen reibungs- lösen Uebertritt. Die «gute alte Zeit», wo noch zurückrufen, oder ein schlafendes Dorf gespenstisch Pöstillon und Kondukteur auf dem Bock der Postvorbeihuscht. Gleichmässig dumpf lässt der Motor J ist vorbei. k sein Lied erklingen. Wir halten "Zwiesprache. v Ge* fSogäFinSröller Fahrt achten wir im Rückblick- meinsame Abenteuer rufen wir einander in Erin- Spiegel, ob sich alle a Passagiere wohl fühlen. Vieleinzelne im offenen Wagen zu nerung, träumen von kommenden Taten* und jagen leicht ist es für neuen Erlebnissen entgegen. kalt. Dann wird eine Wolldecke helfen, oder wir Mitternacht ist längst vorüber. Wir sind noch drücken auf den «Knopf», und ein Elektromotor weit drunten in Italien; doch schon tauchen im schiebt das Rollverdeck etwas nach vorn. Manchmal kommt es auch vor, dass irgendein Gesicht fahlen Lichte des Mondes die stolzen Bündner Schneeberge aus der dunklen Ferne auf. Die Heimat kündigt sich an und weist dir den Weg! Wie zu meistern, denn es sind ja solide Papiersäcke — ein mächtiger Spuk rasen wir durch die Ebene, bis wie im Flugzeug — vorhanden. bleich wird. Aber auch diese Situation wissen wir mit seinen schmalen, düsteren Gassen Nicht immer herrscht eitel Freude hinter dem und schon halten uns die Alpen in Rücken des Wagenführers. Es kann hin und wie- ihrem Banne. Ueber den Klopfsteinpflaster der Bergeller Dörfchen rumpeln die beiden Postwagen, und nach einem halbstündigen Hakenschlagen in den Ser- pentinen des Malojapasses haben wir die Höhe/erreicht. Auf den Firnen und Spitzen der Bergriesen meldet sich der neue Tag. Ein letztes Auraeulen der Motorbremse, und zwischen silberflinze Bergseen nimmt die nächtliche Fahrt ein Ende. Passagiere. Es wird für den Postwagenführer immer ein glückliches Erleben sein, frohe Menschen zu den Schönheiten unserer Heimat zu führen. Auf all den Fahrten lernen wir unsere Passagiere kennen und finden den Weg, ihr Vertrauen zu gewinnen. Gottlob sitzen wir nicht getrennt von den Fahrgästen; so bleiben wir mit ihnen in ständigem Kontakt. Wir knipsen nicht nur die Fahrkarten, wir sind stets auch ein wenig Reiseführer. Es gibt ja so viel Wissenswertes! «Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen...» Zudem verrät uns die Uniform als Postillon. Als solcher haben wir auch für die Beförderung der Postsäcke und Pakete, des Reisegepäcks und was der Siebensachen mehr sind, zu sorgen. Geht es über Landesgrenzen, so kommt der stürmen auf unsern Alpenpässen. Seltsame Stille umgibt dich, wenn dein Wagen sich durch Nebel und Schnee vorwärts kämpft, wenn Felsen und Mauern haarscharf an den Scheiben entlang- streichen. Gefahr? Bestimmt nicht! Die Insassen haben von unserer «Fahrkunst» oft ganz unrichtige Vorstellungen. Sie sehen Gefahr, wo gar keine ist. Unser Dienst am Steuer hat nichts mit Hexerei zu tun, er beruht nur auf Uebung und Erfahrung. Der Postwagenführer ist mit seinem Gefährt und der Strasse so innig verbunden, dass er auf schmaler Bergstrasse mit dem ersten Blick sehen wird, wo und wie eine Kreuzung mit einem andern Fahrzeug möglich, ist. Es wird nichts herausgefordert. Auch «ninimt» der Postwagen kitzlige Haarnadelkurven, wo kleine Vierplätzerautos rückwärts manövrieren müssen, mit der grössten Selbstverständlichkeit in einem Zuge. Es handelt sich oft wohl nur um Zentimeter, aber diese genügen ja vollauf. Routine! Vom Bergell nach Soglio hinauf windet sich ein enges Strässchen, «auf dem gerade noch unser kleinster Wagen — immerhin fasst er 22 Personen— Platz findet. Ausserdem weist die Strecke eine Anzahl «giftige» Kehren auf, die alle Aufmerksamkeit erfordern. Der Führer muss sie genau «anvisieren», sonst «erwischt» er sie nicht auf den ersten Anhieb. Während eines Sommers führte ich den Kurs St. Moritz^-Soglio. Es war lustig, wie meine Fahrgäste reagierten. Einmal erscholl es im vollbesetzten Wagen wir aus einem Munde: «Bravo! Bravo!» Ich glaubte mich eher an einem Fussballmatch, als am Steuer des Postautos. Dann wieder konnte eine Frau gar nicht begreifen, dass meine Hände — so nahe dem Tode! — nicht zitterten; oder ein Mann suchte rings an meinem Gefährt nach «Kratzern» in der Karosserie. Doch auch auf andern Routen erging es mir nicht besser. Der Gipfel war dann allerdings, als eine ältere Dame mit dem Hinweis, sie stamme aus Aerztekreisen, unbedingt neben mir sitzen und Nachtfahrt Die Bucht von Lugano strahlt im Lichte des Vollmondes. Glühwürmchen gleich tanzen die Lampen der Gondeln und Barken auf der spiegelglatten, schimmernden Fläche des Sees. Geisterhaft ragen die Silhouetten des Monte Bre und San Salvatore in den Sternenhimmel; auf ihren Rücken klettern die leuchtenden Schlangen der Bergbahnen zur Höhe. Ein Märchen aus Tausend und einer Nacht. Im Lichtermeer von Lugano herrscht festliche Stimmung — es ist Sonntag. Oben, über die Kunstbauten der Gandriastrasse, tauchen zwei Postautomobile auf. Weit voraus zucken die Kegel der Scheinwerfer, tasten um Zacken und Ecken der Felsen, bohren sich in die Finsternis. Eine frohe Schar Reiselustiger haben wir heute in den Süden geführt — vom Winter in den Sommer. Im Engadin wirbelten noch Schneeflocken an die Scheiben. Auf der Fahrt nach Soglio, Graubünden. (Photo: Pedrett, St. Moritz.)