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E_1940_Zeitung_Nr.020

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i AUTOMOBIL-REVUE

i AUTOMOBIL-REVUE DIENSTAG, 14. MAI 1940 — N° 20 gut kannten und sich gegenseitig volles Vertrauen entgegenbrachten. Der Zar ahnte, dass ein Komplott gegen ihn im Gange war. Sein Misstrauen verstärkte sich täglich. Ein blosser Verdacht reichte hin, um Verbannungen und Einkerkerungen auszusprechen. Alexander war von dem Plane unterrichtet, aber er schwankte noch, ob er sich den Verschworenen anschliessen sollte. Da griff Pahlen zu einem wirksamen Mittel, um ihn zu einer endgültigen Stellungnahme zu zwingen. Er schürte beim Zaren das Misstrauen gegen seine Söhne und trieb ihn so weit, dass Paul I. Pahlen in seiner Eigenschaft als Militärgouverneur die schriftliche Vollmacht anvertraute, die Grossfürsten falls nötig zur Sicherung seiner geheiligten Person verhaften zu lassen. Pahlen zeigte Alexander diesen Befehl und entriss ihm dadurch seine Einwilligung. Paul I. hatte in der ersten Zeit seiner Regierung mit dem Bau eines neuen Palais begonnen. In dreiundeinhalb Jahren wurde das riesige Gebäude, das Sankt Michaelspalais, errichtet und mit festungsartigen Hindernissen umgeben, um jede unerlaubte Annäherung sofort verhindern zu können. Das Innere war überaus reich ausgestattet und übertraf in der verschwenderischen Fülle des Marmors alles, was man bisher an Prachtentfaltung in Russland gesehen hatte. Der Zar bezog dieses Palais gegen Ende des Jahres 1800 mit seiner ganzen Familie. Die Verschworenen speisten am Abend des 11. März 1801 bei ihren Führern, wobei die starken Getränke zur Auffrischung des Mutes nicht gespart wurden. Alle trafen sich dann bei dem Generalleutnant Talizin, wo zuletzt auch Pahlen erschien und einige aufmunternde Worte an seine Genossen richtete, General Talizin begab sich nun in die Kaserne der Preobratzschenskoy-Garde und befahl einem Bataillon, unter die Waffen zu treten, da in der Stadt Unruhen ausgebrochen seien. Diese Truppe wurde zu dem kaiserlichen Palais geführt, um es einzuschliessen. Der Palast war an diesem Tage von einem Bataillon der Ssemenowskoy-Garde bewacht, während der Innendienst, also die Bewachung der Person des Zaren, von einer Abteilung der Preobratzschenksoy-Garde unter dem Befehl eines Leutnants versehen wurde. Die Palastwache wurde ohne Widerstand entwaffnet, und die Truppe, die bestimmt war, in die Gemächer des Kaisers einzudringen, benützte dazu eine Wendeltreppe im Innern des Palastes. Diese Abteilung bestand aus den drei Brüdern Zubow, dem General Bennigsen, dem General Tschitscherin und einer Menge unbekannter Männer. Zubow und Bennigsen begaben sich nach dem Schlafzimmer des Kaisers, ohne bei dem Durchschreiten des Vorzimmers aufgehalten zu werden. Erst auf der Schwelle des Zimmers, auf der ein Kammerhusar des Zaren schlief, wurde von diesem Widerstand geleistet. Er wurde misshandelt und lief davon, um Hilfe zu holen. Ein Flügeladjutant des Kaisers führte die Verschworenen und trat mit ihnen in das Schlafzimmer des Zaren ein. Zubow und Bennigsen waren in grosser Uniform, den Hut auf dem Kopfe, den Degen in der Hand. Sie begaben sich an das Bett Pauls I. und sagten zu ihm : « Sire, Sie sind verhaftet.» Der Kaiser setzte sich auf und fragte ganz bestürzt, was sie wollten, worauf sie ihm die Erklärung abgaben, dass er die Krone niederlegen müsse. Fürst Zubow und der Flügeladjutant gingen nun zur Türe, um die anderen Verschworenen herbeizurufen, und Bennigsen war eine ganze Zeit mit dem Kaiser allein, der schwieg und vor Zorn bald blass, bald rot war. Schliesslich sagte ihm Bennigsen: « Sire, es handelt sich um Ihr Leben. Sie müssen sich darein fügen, eine Abdankungsurkunde zu unterzeichnen.» In diesem Augenblick drangen mehrere Offiziere in das Zimmer. Bennigsen sagte ihnen, sie sollten den Kaiser im Auge behalten und wandte sich nach der Türe, um sie zuzuschliessen. Paul I. benützte diesen Augenblick, um aus dem Bett zu springen. Einer der Offiziere fasste ihn bei der Kehle. Der Kaiser machte sich los, sprang hinter einen Ofenschirm und fiel zu Boden. Bennigsen rief ihm zum letzten Male zu; « Sire, tun Sie nichts, es handelt sich um Ihr Leben.» Aber der Kaiser erhob sich wieder und wandte sich einem Tische zu, auf dem mehrere geladene Pistolen lagen. O ja, Madame rauchen. Madame rauchen wie ein Soldat am Wachtfeuer. Die Zeiten sind vorbei, da Madame die Pedale des Bicycle traten, in einem flatternden, schichtenweise gelegten Kostüm badeten, Lawn-Tennis in Bluse, hohem Stehkragen und mit breitem Girardihut spielten und das Schminken als unfein ablehnten. Damals rauchten nur russische Studentinnen und die echten und falschen Bohemiennes, Anarchistinnen rauchten und die Fürstin Pauline Metteraich, ebenso Frau Anna Sacher. Damit war aber auch schon die Galerie der Raucherinnen komplett. Was eine richtige Dame war, begann zu husten, wenn die Männer ihre Zigaretten auspackten, Hausfrauen warfen sich vor ihre Stores, um deren Gelbwerden durch den Tabakrauch zu verhindern, und die ersten Risse im Gemäuer einer Ehe zeigten sich, wenn die unverstandene Frau die Aschenreste nach ihrem Manne vom Teppich kehren musste. Inzwischen haben sich, wie vielfach bemerkt Wurde, die Zeiten geändert, und auch der Tabakrauch hat sich mit dem Winde gedreht. Der Rauch strömt jetzt vorwiegend aus dem Munde und der Nase der Dame, und diese völlig verweichlichten Männer frönen lüstern dem Schokoladegenuss. Die jungen Mädchen ziehen heute mit einer wohlassortierten Zigarettendose durch das Land, und ein herbstliches Gelb an den Fingerspitzen verrät ihre Nikotinleidenschaft. Die jungen Männer sehen diesem Treiben ohne Verständnis zu, missbilligend entfernen sie nach dem Besuch einer Dame Asche und Zigarettenstummel, um' nicht kompromittiert zu werden. Früher erwachte der Argwohn einer Frau, wenn sie auf dem Anzug ihres Gatten ein blondes Haar fand, während sie selbst brünett war. Heute muss der Anzug nur nach Rauch riechen, und sie ruft schon den Scheidungsanwalt an. Die züchtige Hausfrau waltet in der Küche nicht ohne Zigarette im Mundwinkel, und der Mann, der Ruhe haben will, fragt nicht, wohin sie die Asche gibt. Hauptsache ist, dass das Essen schmeckt. Während der Mahlzeiten muss Madame die Zigarette notgedrungen aus dem Mund nehmen, um die kärgliche Speise zwischen zwei Lungenzügen zu inhalieren. Um so hurtiger steigen die silbergrauen Wolken nach beendeter Mahlzeit gegen den Plafond, denn nach einer alten Sage beseitigt die Zigarette ebenso gründlich das Gefühl unangenehmer Sattheit nach dem Essen wie das Hungergefühl vorher. Ein Paradoxon, über das die Raucherin leicht hinwegkommt. In dem Augenblick, wo die Masse der Verschworenen sich auf ihn stürzte, hörte man ein Geräusch an der Türe. Es war ein Offizier mit einer Abteilung, der die Befehle Bennigsens einholen wollte und von diesem die Weisung erhielt, den Eingang zu bewachen und zu verteidigen. Mittlerweile wurde der Kaiser von den Verschworenen zu Boden geworfen. Man behauptet, dass ein gewisser Yeschwel, ein geborener Tartare, der erste war, der den Monarchen traf. Paul leistete kräftigen Widerstand, aber er wurde schliesslich überwältigt, zu Boden geworfen und mit der Militärschärpe eines Offiziers vom Regiment der Ssemonowskoy-Garde, der die Wachmannschaft des Palastes befehligte, erdrosselt. Die Schärpe hatte ursprünglich dazu dienen sollen, dem Kaiser die Füsse zu binden. So starb Zar Paul I. im 46. Lebensjahr des Todes von Mörderhand. Ein merkwürdiges Beispiel eines Souveräns, der, mit allen Tugenden begabt, im vorgerückten Alter Lebensgewohnheiten, Sitten und Charakter änderte und zum grausamen und ausschweifenden Tyrannen wurde. Grossfürst Alexander erwartete in seiner Wohnung das Ergebnis der Unternehmung. Als man ihm die Nachricht von der Ermordung des Zaren überbrachte, war er ganz verzweifelt. Erst jetzt erkannte er die unseligen Folgen des Absetzungsplanes und beklagte zu spät die Verbindung mit einer wilden und zügellosen Jugend, die eine für die Rettung des Staates unerlässliche Unternehmung mit einem Mord befleckt hatte. Sobald der Tod des Zaren bekannt war, riefen die Truppen den Grossfürsten Alexander zum Kaiser aus. Die kaiserliche Familie zog ins alte Winterpalais. Bereits zwischen 8 und 9 Uhr morgens hatte der neue Kaiser die Huldigung der ganzen Garnison, des Hofes und der vornehmsten Zivilbeamten empfangen. Am 28. März wurde die Leiche Pauls unter grossem Pomp in der Petersburger Festungskirche beigesetzt. Madame rauchen ?... Zu Hause. Sie hat sich auch über das Vorurteil hinweggesetzt, dass eine Frau in der Oeffentlichkeit nicht rauchen dürfe. Behaglich sitzen die vereinigten Raucherinnen in dem blauen Dunst, den sie sich selbst vorgemacht haben, in den Kaffeehäusern, Bars und Konditoreien und pflücken sich, während sie atemlos die neueste Geschichte über Frau X. erzählen, die kleinen Tabakreste aus den roten Mundwinkeln. Im Restaurant sind sie allerdings gezwungen, ihre Leidenschaft zu unterdrücken und die erste Zigarette erst nach der Mahlzeit gegen das Tischtuch zu klopfen. Fanatikerinnen holen sie schon nach dem Fleischgang heraus und zünden sich zum Mokka die zweite an. Fanatikerinnen und Aesthetikerinnen. Denn es gibt unter den Raucherinnen Fanatikerinnen und Aesthetikerinnen. Die Fanatikerin ist dem Nikotin Untertan. Sie raucht wirklich aus Passion und glaubt, den Tabak nicht mehr entbehren zu können. Ihre Leidenschaft ist stärker als ihre Eitelkeit. Sie opfert den Teint ihrer Fingerspitzen, sie opfert die Farbe ihres Gesichtes, ihrer Haare. Der Arzt weist in diesem Zusammenhang nicht nur auf den aschfahlen Teint und die Nachdunkelung der Haare der Raucherin hin, er bezeichnet das Nikotin als Gefässgift, das die Stimme rauher und tiefer macht, die bei der Frau ohnedies empfindlichen Schleimhäute des Mundes und des Halses reizt und chronische Katarrhe hervorruft, das Herz belastet, die Magensäure vermehrt, Bindehautkatarrhe und rote Lidränder erzeugt, müde und schläfrig macht. Schöner wird die, Raucherin also nicht. Die angeblich anregenden Wirkungen des Nikotins bezeichnet er als Einbildung, gibt aber zu, dass die Konstitution, allein über die Gefährlichkeit des Rauchens entscheide. Manche Menschen vertrügen das Rauchen fast ohne böse Folgen bis in ihr hohes Alter, anderewiederum erlitten schon in ihrer Jugend schwere. Störungen. Nur die gründliche, ärztliche Untersuchung der einzelnen Raucherin kann entscheiden, was und wieviel ihr gestattet ist. Es ist ein Trost, dass nicht alle Raucherinnen Sklavinnen des Nikotins sind. Die Damen, die eine so reizende Pose einnehmen, wenn sie aus einer glatten mattfarbigen Goldschachtel eine exotische Zigarette angeln, sie in eine lange Spitze aus blauem Achat mit schöner Zeichnung versenken und dann an einem verrucht geformten Feuerzeug anstecken, sind mehr eine Zierde des Salons als eine Gefahr für seine Atmosphäre, Gerade in Gesellschaft entwickelt die Frau das Rauchen zu einem modischen Requisit ersten Ranges. Die Aesthetikerin diktiert. Achtung! Schöne Hand! Begreiflicherweise muss sie eine Zigarettendose zeigen können, die zu ihrer Toilette passt. Sie darf «vom vorigen Jahr» sein, muss aber streng moderne Formen aufweisen, und neben Gold ist auch mattes Silber erlaubt, glänzend gebürstet, eventuell auch blaues Emaille mit Randstäben aus Korallen. Der lange Zigarettenspitz ist aus Elfenbein gleichfalls sehr hübsch, erfordert aber schöne gepflegte Hände, denn er ist mehr ein Ausrufungszeichen für diese Hände als ein Zigarettenhalter. Eine Frau, die das weiss, wird mit Hilfe dieses Instruments nicht nur ihre schöne Hand, sondern auch den daran angebrachten Schmuck zur Geltung bringen. Ganz raffinierte Herrenfahrerinnen haben an ihrem Volant eine Emhand-Tabatiere befestigt, die auf einen Fingerdruck eine Zigarette ausspeit. Im Auto lassen sich einstweilen kaum wichtigere Variationen des Aschenbechers verwenden, hingegen in der Wohnung, wo die Hausfrau ihre Qualität sehr bald durch die Schnelligkeit beweist, mit der sie den Aschenbecher vor den rauchenden Gast stellt. Von den Büsten Goethes und Bismarcks, in deren Schädel man die Asche abklopfen konnte, ist man ebenso radikal abgekommen wie von den keramischen Tierchen, an denen man erst die verwendbare Fläche suchen musste. Wenn man Optimist ist, kann man die gegenwärtige Bevorzugung echter und unmissverständlicher Aschenschalen als Renaissance der Ehrlichkeit bezeichnen, Das Kunsthandwerk hat bunte Schalen aus Kunststoff und aus Edelmetallen geschaffen, die gleichzeitig hübsch und praktisch sind, und einen Pinguin zum Beispiel, der eine Schale hält, lässt man sich gern gefallen, zumal sein Junges, eine verkleinerte Ausgabe des Papa, als Zigarettentöter verwendet werden kann. Rauchverzehrer werden nur mehr aufgestellt, wenn man sie von früher her besitzt. Im allgemeinen hat sich die Ueberzeugung durchgesetzt, dass ein geöffnetes Fenster den Rauch am schnellsten verzehrt. Flirt. Madame wäre nicht Madame, wenn sie mit der Zigarette nicht auch kokettieren könnte. Einem Manne tief in die Augen schauen ist ja schon prächtig, aber das Vergnügen wird noch grösser, wenn man dabei langsam eine Zigarette zwischen die Perlenzähne schiebt, wobei man je nach Absicht zauberisch lächeln oder vampisch stöhnen kann. Leichter Qualm steigt zwischen den beiden Gesichtern auf und ruft bei dem Manne jene leichte Benebelung hervor, die das erste Stadium des Flirts ist. Dann ein glockenhelles Lachen, wenn nicht ein'Raucherhusten zuvorgekommen ist, und Madame kann den armen Teufel um den Finger wickeln. Oder aber ein Mann erzählt ihr irgend etwas, das ihn schrecklich interessiert, ihr aber nicht nur unverständlich, sondern auch gleichgültig ist. Da er ihr aber wichtiger ist als seih Thema, so macht es sich immer gut, ihn kurz vor dem Augenblick, da ihr die Augen vor Langeweile zuzufallen drohen, mit angeregtem Augenaufschlag um eine Zigarette zu bitten. Während er diese sucht und dann Madame Feuer gibt, kommt sie wieder einigermassen zu sich und sammelt sich während des Rauchens vollends, so dass er seinen Vortrag mit dem Eindruck beenden kann, eine aufmerksame Zuhörerin gehabt zu haben. Und eine Frau, die aufmerksam zuhört, wenn ein Mann doziert, hat ihn schon halb erobert. Nicht erobern aber wird sie ihn wahrscheinlich, wenn sie mit der Zigarette im Mund spricht oder zerquetschte Zigarettenleichen zwischen Lippenstift und Taschentuch aus ihrem Handtäschchen holt, wenn sie mit langen Schritten rauchend auf und ab geht oder Stummel mit roten Schminkeflecken auf dem Mundstück liegen lässt, wenn sie den Rauch lärmend von sich bläst oder in der Skihütte Sportkameradschaft durch Kettenrauchen markiert. Wenn eine Frau Scharm hat, so wird er durch die geschickt gerauchte Zigarette noch erhöht werden. Fehlt ihr der Scharm, so wird sie ihn durch die Zigarette nicht herbeizaubern können. Aber Uebung vermag sehr viel, und wer die anziehenden Posen mancher Filmstars studiert, wird vielleicht doch das Geheimnis entdecken, wie man mit Rauchen Männer fesselt.

; 20 — DIENSTAG; 14. MAI 1940 AUTOMOBIL-REVUE III WF!I TCFWrHFHFlV Die italienische Fingwaffe In den Diskussionen um das Kriegspotential unseres südlichen Nachbars spielt die Luftwaffe fast immer die wichtigste Rolle. Diese Savoia Marchetti S. M. 79, dreimotoriger Bomber mit einziehbarem Fahrgestell, der vorwiegend in Spanien eingesetzt wurde. Erscheinung lässt sich nicht allein dadurch erklären, dass die «fünfte Waffe» gegenwärtig die Erwägungen der Strategen sowohl im positiven wie im negativen Sinn beherrscht. Sie ist vielmehr das Ergebnis mehrerer unter sich unabhängiger Faktoren. Breda 65, Kampfflugzeug iür Bodenangriffe. Die Fliegerei ist ohne Zweifel das «Enfant gäte» der italienischen Militärkreise und wurde es naturnotwendig aus dem einfachen Grunde, weil jene Menschen nach dem Weltkrieg ein neues Betätigungsfeld für ihre betont dynamische Einstellung suchten. Im weiteren sind die Italiener, wie sie durch ihre Leistungen im Automobilsport immer wieder bewiesen haben, Das Wasserflugzeug Caproni Ca 312 ist hauptsächlich zum Abwurf von Torpedos bestimmt. Bemerkenswert sind die zahlreichen Fenster des Rumpfes. Leute mit mechanischem Fingerspitzengefühl, wenn ihnen dabei vielleicht auch die Methodik der Deutschen abgeht. Die Vorliebe für die Fliegerei liegt darum schon im Wesen des modernen Italieners begründet. Dazu gesellen sich die besonderen strategischen Verhältnisse des Landes. Mit seinen langen, den Angriffen von der See aus besonders ausgesetzten Küsten eignet es sich sehr schlecht für die Landverteidigung, weshalb die massgebenden Köpfe immer wieder nach anderen Möglichkeiten Ausschau hielten. Sie wurden in der Theorie entwickelt durch den 1 inzwischen verstorbenen General Douhet, der die Maxime von der Ueberlegenheit des Bombenflugzeuges über die Marine lancierte, in- Flieger ihrer Epochen; die Geschwaderflüge nach Brasilien und Nordamerika sind in ihrer Leistung selbst heute noch nicht überboten, und endlich haben die Fliegertruppen im spanischen" Bürgerkrieg und im abessinischen Feldzug zum Teil in absolut entscheidender Weise in die Operationen eingegriffen. Wie die Flugwaffe jeder Nation, so hat auch die italienische ihre Eigentümlichkeiten. Da sind einmal die Jagdflugzeuge, die mit einer Ausnahme als Tiefdecker (analog den Messerschmitt, Spitfires, Moranes usw.) durchgebildet sind. Im Gegensatz zu jenen ist die Nase nicht zugespitzt, sondern birgt einen verschalten Sternmotor von 850 bis 900 PS (wie diese gedrängte und raumsparende Bauart übrigens fast ausnahmslos Verwendung findet). Die Maximalgeschwindigkeiten sind darum etwas geringer; sie bewegen sich zwischen 480 und 520 km/St.; allerdings sollen sie durch eine bessere Manövrierbarkeit kompensiert werden. Das Hauptgewicht der Waffe liegt, in Uebereinstimmung mit der Douhetschen Strategie, auf dem Bombenflugzeug. Im Gegensatz zu andern Ländern hat Italien besonders den dreimotorigen Bomber entwickelt, der ohne Ausnahme eine sehr starke Nutzlast aufweist, wie z. B. der Piaggio-Pegna, der bis 5 Tonnen Bomben aufnehmen kann Piaggio P. 50 II. neuer viermotoriger italienischer Bomber mit Doppelflügeln. dem er die auch heute noch umstrittene Be- Dazu kommen selbstredend noch Modelle hauptung aufstellte, dass jenes, besonders das -für Nah- und Fern-Aufklärung, für Training-, Sturzkampfflugzeug, in der Lage sei, selbst für Sturzkampf-, Torpedoabwurf- und maridie stärkste Schiffseinheit zu vernichten, Ita- time Zwecke. Welche numerische Stärke die lien, dessen Politik seit jeher mit der Ver- italienische Flotte aufweist, ist natürlich nicht wundbarkeit rechnen musste, konnte eine solche Ansicht nur mit einem grossen Seufzer der Befreiung von einem bislang als unabänderlich betrachteten Druck begrüssen. Auch das Flugwesen an sich hat sein redlich Teil zur allgemeinen Beliebtheit beigetragen. Konstruktionsmarken wie Savoia-Marchetti, Breda, Macchi, Fiat und Caproni finden sich ohne Ausnahme in den früheren und gegenwärtigen Rekordlisten; de Pinedo, de Bernardi, Balbo, Maddalena, Agello, Stoppani, Pezzi, standen mit Recht an der Spitze der A. U. T. 18 Jagdeinsitzer. bekannt. Zuverlässigen Schätzungen zufolge soll sie vor Ausbruch des Krieges etwa 6000 Apparate betragen haben, also ungefähr gleichviel wie die englische Luftflotte. Welcher Prozentsatz in die erste Linie eingereiht werden kann, wie viele zur Reserve gehören und wie viele als Rückwirkung des spanischen Bürgerkrieges noch revisionsbedürftig sind, bleibt natürlich ebenfalls Geheimnis. Sicher ist, dass Material und Ausbildung unter der Aegide der flugzeugfreundlichen Leiter Italiens eine sorgfältige Vorbereitung erhalten haben. 0 Der Bluff des „Verlorenen Bataillons" Ein unbekanntes Kapitel Weltkriegsgeschichte, Als amerikanische Nationalhelden gelten noch heute die 150 Ueberlebenden von den sechshundert Mann, die im Weltkrieg zum «Verlorenen Bataillon» gehörten. Die Angehörigen dieses Bataillons sind inzwischen in unzähligen Liedern und Gedichten gefeiert worden, und den Schulkindern erzählt man von dem heroischen Widerstand dieser Truppe, dieQünf Tage lang wie in einer Mausefalle in einem kleinen Talkessel der Argonnen eingeschlossen war, während die deutschen Geschütze und Maschinengewehre Tag und Nacht das Tal unter Feuer hielten. Jeder Amerikaner weiss, dass das «Verlorene Bataillon» sich hielt, obwohl weder Wasser noch Nahrung und nur ein sehr spärlicher Munitionsvorrat vorhanden war. Aber es war bisher unbekannt, wieso überhaupt ein einziger dieser Männer mit dem Leben davonkommen konnte! Ein entscheidender deutscher Massenangriff hätte mit der vollkommenen Vernichtung der Truppe Yankees enden müssen. Der unglaubliche Bluff, dem die Amerikaner ihre Rettung zu verdanken hatten, wird aus Dokumenten ersichtlich, die erst jetzt vom amerikanischen Kriegsministerium zur Veröffentlichung freigegeben worden sind. Am 24. September 1918, als die Belagerung der eingeschlossenen Truppe bereits vier Tage gedauert hatte, waren von den ursprünglichen 600 Mann nur noch 200 am Leben. Alle Versuche, Verstärkung herbeizurufen, waren gescheitert; die Meldegänger waren gefallen, die letzten Brieftauben abgeschossen, eine telephonische Verbindung existierte schon längst nicht mehr. Zwar brach jede deutsche Angriffswelle, die von den Höhen herunterkam, im Feuer zusammen; aber jeder Angriff kostete auch die Verteidiger neue Opfer — und viel' mehr Opfer konnten sie einfach nicht mehr bringen! In diesem kritischen Zeitpunkt wurde beschlossen, dass acht Amerikaner, darunter zwei Offiziere, sich — gefangennehmen lassen mussten. Sie brauchten nicht lang auf eine günstige Gelegenheit zu warten; beim nächsten deutschen Angriff Hessen sie sich «abschneiden» und ergaben sich. Zunächst wurden die beiden Offiziere den Deutschen vorgeführt und aufgefordert, nähere Angaben über die Stärke der Besatzung des Tales zu machen. Wenn die Deutschen über etwas im Unklaren waren, so war es über die zahlenmässige Stärke des Gegners, dessen erbitterter Widerstand alle Vermutungen offen Hess. Prompt weigerte sich der eine Gefangene unter Berufung auf die Haager Konvention, irgendwelche Aussagen zu machen; der zweite erklärte das gleiche, «versprach» sich aber und erwähnte zwei Bataillone. Zwar verbesserte er sich sofort, aber die Deutschen glaubten, aus seiner und seines Kameraden bestürzten Mienen erkennen zu können, dass er versehentlich die Wahrheit gesagt hatte. Ausserdem war aus einem Brief, den der eine der Offiziere «versehentlich» bei sich trug, ersichtlich, dass ein Major die Amerikaner befehligte — und ein Major befehligte immer zwei Bataillone, das heisst etwa 1250 Mann. Daraufhin nahmen die Deutschen an, dass die Yankees nicht in einer Falle sassen, sondern vielmehr eine solche vorbereitet hatten. Zweifellos wollten die Amerikaner versuchen, die Deutschen absichtlich über ihre Stärke zu täuschen und die Unterlegenen zu spielen. Aeusserste Vorsicht war also geboten. In diesem Augenblick meldeten deutsche Ordonnanzen, dass man bei den Gefangenen dreifache «eiserne Rationen» gefunden hatte; niemand konnte ahnen, dass die Essenspakete der sechs Mann etwa den gesamten Lebensmittelvorrat des «Verlorenen Bataillons» dargestellt hatten, und so wies der Fund auf die hervorragende Versorgung der Eingeschlossenen hin. Sicherheitshalber nahm man nun auch noch die sechs Gemeinen ins Kreuzverhör. Das waren lauter ausgesprochen helle Burschen, die ihre Lektion gut gelernt hatten; es ergaben sich nicht die geringsten Widersprüche. Nach ihren Aussagen warteten zwischen 1000 und 1200 wohlgenährte, ausgeruhte und mit Unmengen von Munition versehene Yankees nur auf den grossen deutschen Angriff, um die Deutschen kompagnieweise hinzuschlachten. Dieser deutsche Angriff, der bereits für die nächsten Stunden angesetzt gewesen war, unterblieb. Gleichzeitig gelang es einem der Eingeschlossenen als Meldegänger durch die Reihen der Belagerer zu schlüpfen. Neun Stunden später war der Entsatz zur Stelle. Ralph Harter. Zürich Empfehlenswerte Unterhaltungsstätten Stadttheater Abends 8 U* Sonntag nachmittags 3 Uhr. Theaterkasse Tel. 2 69 22 und 4 67 00, 10—12.30 und 15.30—19 Ohr. Kuoni Tel. 3 3613, 8—18.30 Uhr. Mi. abend 15. Mai Da. abend 16. Mai Fr ahend 17 Hai «'/»Uhr: Pique Dame, Oper von K. aneno w. mai p Tschaikowsky {A_ Ab 18)- c, . hpnl i io u.: Premiere: DER VETTER AUS Sa.ttenaiB.lll mNGSDA> Operette von Ed. Künnecke. Oper So. nachm. 19. Mai «g S ^ ^ v ° n So. abend 19. Mai Militär in Uniform bezahlt auf allen Plätzen die Hälfte. Schauspielhaus Abends 8 * ^v 8 ?" 11 - r tag nachm. ZYa Uhr. Abendkasse ML abend 15. ab Mai 18 19V,Uhr: (21111) Faust I. Do abend 16 Mai We § en Vorbereitung von Faust II Fr. abend 17. Mai Strassenmusik. 19 Uhr: Sa. abend 18 Mai Friere; Faust II. Teil von Goethe. So. nachm. 19. Mai 15 Uhr: Strassenmusik. So abend 19 Mai Steibruch, Spül i feuf Akte vom A. J. Welti. Militär auf allen Plätzen halbe Preise. 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