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E_1940_Zeitung_Nr.022

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AUTOMOBIL-REVUE

AUTOMOBIL-REVUE DIENSTAG, 28. MAI 1940. — N° 22 Französische Vorschläge über Projektierung von Nachkriegs-Automobilen Wir wiesen bereits in Nr. 14 unseres Blattes auf die von Ingenieur Prevost in einem Vortrag vor der « Societe des ingenieurs de l'Automobile», Paris, gemadnten Anregungen hin, die darauf abzielen, nach Abschluss des Krieges einen möglichst reibungslosen Uebergang zur Friedenswirtschaft und zur zivilen Autoproduktion zu sichern. Seine Ausführungen sind von beträchtlichem, allgemeinen Interesse, weshalb wir im folgenden die wichtigsten Gedanken aus dem nunmehr in gebundener Form vorliegenden Vortrag wiedergeben. Zunächst macht Herr Prevost einige allgemeine sowie verkehrswirtschaftliche Anregungen, um sodann auf die technischen Richtlinien einzugehen, die nach seiner Meinung für das jetzt schon aufzunehmende Studium von Nachkriegsmodellen in Aussicht genommen werden sollten. Als erster Vorschlag wird den massgebenden Stellen das Problem Schiene—Strasse ebenso wie die Frage der Besteuerung des Motorfahrzeugs nach dem Krieg zum Studium empfohlen. Es sollte ferner untersucht werden, was für Wagentypeh sich am besten für den Export eignen und wohin sie exportiert werden können. Denn die wirtschaftliche Lage wird nach dem Krieg alle beteiligten Länder zwingen, ihern Export — und wäre es nur nach den Kolonien — zu steigern. Es muss bei der Konstruktion dieser Automobile schon jetzt darauf Rücksicht genommen werden, wie weit sie sich unter Benützung des für die Kriegsbedürfnisse aufgestellten Produktionsapparates herstellen lassen, um zu vermeiden, dass wertvolle Werkzeugmaschinen nachher einfach verschrottet werden müssen. Damit die Konstrukteure in der Lage sind, diesen Bedürfnissen und denen der Werkstatt überhaupt besser Rechnung zu tragen, muss bei der Ausbildung der Ingenieure und Techniker vermehrtes Gewicht auf die vorausgehende Werkstattpraxis gelegt werden. Die Entwicklung von Nachkriegs-Personen- und -Lastwagen-Modellenist jetzt schon aufzunehmen, weil solche Arbeiten erfahrungsgemäss Jahre in Anspruch nehmen, bevor ein in jeder Beziehung produktionsreifer Typ vorliegt. Da die zivile Automobiltechnik vor allem in den neutralen Ländern dauernd Fortschritte macht, muss bei der Planung hierauf Rücksicht genommen werden. Prevost schlägt vor, die Gesellschaft der Automobilingenieure sol'lte ihren Mitgliedern in vermehrtem Masse die amerikanische Fachpresse zugänglich machen, um ihnen zu ermöglichen, sich ungeachtet der gegenwärtigen Ereignisse dauernd auf dem laufenden zu halten. Bei den Personenwagen sieht der Verfasser nach dem Krieg vor allem Möglichkeiten für den Absatz billiger Fahrzeuge voraus. Sie dürfen sowohl in der Anschaffung als auch im Unterhalt nur bescheidene Kosten verursachen. Diese Forderung lässt sich natürlich technisch nicht ad absurdum führen, ohne schliesslich zu einem Wagen zu kommen, der mehr einem fahrbaren Untersatz als einem Automobil gleicht. Prevost glaubt jedoch, dass es durch eine Organisation des Altwagenmarkts, eine Herabsetzung der Garagemieten, Steuern, Versicherungsprämien, sowie Keparaturkosten möglich sein sollte, weitere Einsparungen im Budget des Wagenbesitzers zu erzielen. (Ob dies freilich so ohne weiteres und ohne tiefe Eingriffe des Staates in die Wirtschaft, rein auf Grund freier Abmachungen, gelingt, bleibt eine offene Frage.) Die Auslagen für Reparaturen und Ueberholarbeiten Hessen sich durch geeignete Organisation der in Frage kommenden Vertretungen verbilligen. Maschinelle Arbeiten würden ausschliesslich noch von gut eingerichteten, zentralen Werkstätten besorgt, während die Lokalvertreter sich auf die Untersuchung der vorhandenen Schäden, Montage und Demontage, sowie Wagenservice und Verkauf von Betriebsstoffen beschränken würden. Die serienmässigen Ersatzteile müssten nach Ansicht des Verfassers im Rahmen dieser Organisation zu bescheideneren Preisen angeboten werden, und die Ueberholarbeit sollte derart vorgenommen werden, dass sie die Abgabe einer Garantie erlauben. Bei der Konstruktion der Wagen wird auf äusserste Beschneidung des Gewichts ein besonderes Augenmerk zu richten sein. Da die Produktion von Leichtmetallen im Krieg einen starken Aufschwung erfährt, wird es nachher möglich sein, sie zu billigeren Preisen zu erhalten und in vermehrtem Masse im Automobilbau anzuwenden. Die setzt eine etwas andere Ausführung als bei Stahlkonstruktion voraus, da die Schweissung leider noch nicht so weitgehend herangezogen werden kann. Man wird die Karosserien vor allem sehr leicht machen und sie elastisch an steifen Zentralrahmen aufhängen. Am leichtesten lassen sich nach den Erfahrungen mit dem deutschen Volkswagen, der trotz seiner vier Sitzplätze nur 700 kg wiegt, Fahrzeuge mit Heckmotor gestalten. (Inzwischen hat allerdings Lancia mit dem von uns unlängst beschriebenen Modell « Ardea > bewiesen, dass dieses Gewicht auch bei leistungsfähigen Wagen mit vornliegendem Motor durchaus nicht überschritten zu werden braucht.) Neben Vierplätzern sollten aber auch ganz billige Zweiplätzer entwickelt werden, für die bestimmt ein Markt vorhanden wäre. Im Motorenbau wäre ebenfalls auf weitere Erleichterung des Gewichts eventuell unter Aufgabe der klassischen Motorform, sowie ferner auf die Verminderung des Verschleisses, des Brennstoffverbrauchs und der Russbildung* ein Augenmerk zu richten. Die letzten beiden Forderungen setzen eine noch vollkommenere Verbrennung voraus. Weiter kann durch Anwendung von Schnellgängen die Abnützung und der Brennstoffverbrauch eingeschränkt werden. Ueberhaupt sollte die Möglichkeit einer Weiterentwicklung der Getriebe zu halbautomatischen oder ganzautomatischen Bauarten studiert werden. Aehnliches trifft auf den Lastwagen der Zukunft zu. Die toten Gewichte sind immer noch viel zu gross und Hessen sich bestimmt stark reduzieren. Auch die vermehrte Automatisierung oder mindestens Synchronisierung ist bei den Lastwagen mit ihren 5—8 Gängen durchaus kein Luxus, wie die in Frankreich seit Beginn der Mobilisation eingetretene Verdreifachung der Zahl von durch ungewohnte Fahrer vermurksten Getrieben, Kupplungen und Hinterachsantrieben beweist. Es Hesse sich dadurch zweifellos einiges an Reparaturkosten sparen. Ebenso gehört in das Lastwagengetriebe ein Schnellgang, um mindestens bei Leerfahrten den Brennstoffverbrauch auf das Minimum herabzusetzen. Schliesslich bricht der Verfasser noch eine Lanze für die bessere Anpassung der Motorgrösse an das Wagengewicht. Nach seiner Meinung ist die Leistungsreserve vielfach zu gering bemessen, so dass das Reparaturkonto übermässig belastet wird und die Betriebskosten den mit einem etwas grösseren Motor möglichen Optimalwert übersteigen. Diese Frage bedarf allerdings noch eines eingehenden Studiums. Herr Prevost schliesst seine Ausführungen mit den Worten Allein die Technik ist in der Lage, uns nach dem Krieg den Wohlstand zu bringen... Ich hoffe, dass die Gesellschaft der Automobilingenieure daran wesentlichen Anteil haben wird. -b-. Tedbnische Notizen Steuerrad für dicke Leute. Eine Fabrik in Minneapolis hat ein neues Lenkrad herausgebracht, das besonders für « behäbige » Automobilisten gedacht ist. Es besitzt nur eine einzige Speiche, die quer vor dem Fahrer verläuft und über ihre ganze Länge ein Scharnier hat, dank dem sich die untere Hälfte des Steuerrades zurückklappen lässt, um Platz für den Einsteigenden zu schaffen. Dass jetzt auch in Japan die Holzgasgeneratoren gefördert werden, wozu man die Steuer für die damit ausgerüsteten Fahrzeuge um 50 % gesenkt hat. In Russland seien gegenwärtig Versuche über die Verwendbarkeit des beim Verkoken von Torf anfallenden Gases als Motorbrennstoff im Gange. Tatsächlich soll sich das Gas für diesen Zweck als geeignet herausgestellt haben. Dass in Deutschland wegen der Knappheit an Taschenlampen gegenwärtig empfohlen wird, an Stelle der vorhandenen 3.5-Volt-Lämpchen, die 0.3 Amp. Strom brauchen, solche mit einem Verbrauch von nur 0.04 Amp. in die Taschenlampen einzusezten. Ihr Licht soll gerade noch genügen, um in der verdunkelten Eisenbahn eine Zeitug zu lesen. Dabei wird die Batterie natürlich mächtig geschont. Ihre Lebensdauer soll sich ganz erheblich verlängern. Fiat arbeite an einem italienischen Volkswagen mit 700-ccm-Motor. Dass zu den in Schweden durchgeführten Versuchen mit Terpentinöl als Brennstoff normale Benzinmotoren benützt wurden, deren Zylinder köpfdichtung man durch eine ca. 4 mm dicke Kupferplatte ersetzte, welche rundum ein Stück weit in den Zylinder hinein vorsteht. Dieser Rand erhitzt sich beim Warmlaufen des Motors mit Benzin so stark, dass man danach unbedenklich auf den schwereren Brennstoff umschalten darf, da er am Kupferkragen verdampft. Dass in Birmingham jetzt mit Leuchtgas betriebene Taxi laufen. Von einem neuartigen Bowdenkabel,das in beiden Richtungen wirksam ist. Bisher konnten demgegenüber solche Kabel nur auf Zug beansprucht werden und die Rückbewegung musste durch Federkraft erfolgen. Haben Sie den neuen ANGLIA 5 PS schon gesehen? Polsterüberzüge schonen die Ofiginal'Polstenmg and sind waschbar. 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N°22 — DIENSTAG, 28. Mai 1940. AUTOMOBIL-REVUE Tedi Neue amerikanische Autoerfindungen Stoßstangen, die sich heben und senken lassen, wenn sie sich in den Stoßstangen eines andern Wagens verfangen, bilden den Gegenstand eines neuen Patentes. Ein diebstahlsicherer Oelbehälter ist mit einem gezahnten, aufgelöteten Deckel versehen, der nicht ohne wesentliche Beschädigung entfernt werden kann; das Entfernen hochwertigen Oels aus dem Behälter und ein Ersetzen durch billigeres Oel ist hierdurch unmöglich gemacht. Bremsenbetätigung durch blosses Herunterpressen des Lenkrades mit der Hand ist nach einer Konstruktion möglich, die Jose R. Vergera Jr. aus Barranquilla (Colombia) patentieren Hess. Die Bremsen treten wieder in den Ruhezustand, wenn durch ein Pedal eine Feder ausgelöst wird. Eine neue Schneeschmelzsalzlösung wird von staatlichen Säuberungswagen auf den Autostrassen des Staates Washington benutzt. Grosse Trommeln, die die Salzlösung mit Sand mischen, streuen während der Fahrt Salz auf den Schnee; wenn die Schneeverwehungen tiefer sind, werden die Trommeln an Schneepflügen angebracht. Mit Hilfe dieser Trommeln ist es gelungen, zum erstenmal in der Geschichte von Washington einige Hochpässe auch im Winter völlig schneefrei zu halten. Kugelsichere Reifen. Washington teilt die Erfindung eines absolut kugelsicheren Autoreifens mit, der in Zukunft bei allen Armeewagen verwendet werden soll. Versuche haben ergeben, dass die Reifen selbst minutenlanger Beschieesung mit Maschinengewehren widerstehen und nachher in 30 Minuten nur 16 % des Luftdrucks eingebüsst haben. Gleichzeitig wird aus Washington die Herstellung eines Auto- und Flugzeugöls gemeldet, das auch bei Temperaturen bis zu minus 40 Grad C noch flüssig bleibt. An beiden Erfindungen sind die Heereslaboratorien ebenso wie die Privatindustrie beteiligt. Ein neuer Brennstoff, der nach Angaben seines Erfinders die Reduzierung von Automotoren auf die Hälfte ihrer bisherigen Grosse möglich macht, ist Stemäss einer Mitteilung des American Petroleum Institute nunmehr fabrikationsreif, wenn auch die Herstellungskosten erst von 3600 auf 50 Dollar pro Gallone gesenkt werden konnten. Der technische Name des Brennstoffs ist «Triptan». Radioaktive Zündkerzen werden von einer namhaften Zündkerzenfabrik auf den Markt sebracht. Sie enthalten Spuren des radioaktiven Elementes Polonium in ihren Elektroden. Da das Polonium, das 4000 Mal so viel Alphastrahlen aussendet als Radium, die Luft stark ionisiert, überwindet der Funke den Luftwiderstand leichter, wodurch wiederum der Zündungsprozess beschleunigt wird. Eine ständig durch Propeller aufgeladene Batterie ist von G. W. Waine aus Los Angeles patentiert worden. Der Erfinder glaubt, den Luttwiderstand ebenso wie den Wind, der den stillstehenden Wagen trifft, hierdurch nutzbringend verwenden zu können. •»»«••«tisch«» nke „Sealed Beam", das neue amerikanische Beleuchtungssystem. Ein grosser Teil der diesjährigen, amerikanischen Wagenmodelle sind mit dem unter dem Schlagwort «Sealed Beam» lancierten, neuen Scheinwerfer-System ausgerüstet. Sein wesentliches Merkmal besteht darin, dass Linse und Hohlspiegel miteinander ein luftdicht verschlossenes Gehäuse bilden, das die Glühfäden für Femund Abblendlicht genau in der richtigen Lage Bei der Verbrennung gewöhnlichen Kohlenstaubs entstehen beträchliche Mengen von Asche, und dies war auch einer der Hauptgründe, welche der Entwicklung brauchbarer Motoren zum Betrieb mit Kohlenstaub bisher im Wege standen. Darüber hinaus ist es denkbar, dass bei Verwendung von allzu grobem Kohlenstaub an Stelle einer vollständigen Verbrennung, eine teilweise Verkokung der Kohle eintritt und die' entstehenden Koksteilchen ebenfalls schmirgelnd wirken. Der dem Kohlenstaub anhaftende Nachteil könnte also selbst bei Verwendung aschefreier, zu grob gemahlener Qualitäten auftreten. Daneben hat die Feinheit des Kohlenstaubs auch auf den Zündverzug einen beträchlichen Einfluss. Je geringer die Körnchengrösse, desto rascher entflammt der Staub in der Verbrennungslüft. Aus all diesen Gründen muss eine möglichst feine Ausmahlung der Kohle gefördert werden. Hinsichtlich der Herstellung von fast aschefreiem Kohlenpulver sind in letzter Zeit bedeutende Fortschritte erzielt worden. Das Verfahren besteht zunächst in einer Hydrierung der Kohle bei beträchtlichem D'r u c k. Hiebei wird Wasserstoff an die Kohlemoleküle abgelagert, was mit einer Depolymerisation verbunden ist. Die Moleküle spalten sich also in kleinere Materie-Bausteine auf, und dabei entsteht ein Druckextrakt genanntes Produkt, das schon bei 200° C erweicht und bei 250° G flüssig ist. Sein Zündpunkt liegt im Sauerstoffstrom bei 550 ° C, d. h. genau so unerwünscht hoch wie etwa beim Steinkohlenteeröl. Der Aschegehalt dieses Druckextraktes allerdings beträgt nur 0.1 °/o gegenüber 6 "h bei der nichtbehandelten Kohle. Zur Herabsetzung des Zündpunkts- wird der Druck- enthält. Es ist also von der Fabrik aus dafür gesorgt, dass erstens der Spiegel weder verschmutzt noch zerkratzt werden kann, was eine erhebliche Beeinträchtigung der Lichtintensität zur Folge hätte, und zweitens die Glühfäden von selbst stets im Brennpunkt stehen. Ist ihre Lebensdauer zu Ende, so wird das ganze Aggregat inklusive Spiegel und Linse ersetzt. Der scheinbare Nachteil einer Verteuerung des Ersatzes wird teils durch die längere Verwendbarkeit der Glühfäden, teils durch die dauernd gute Lichtleistung mehr als aufgewogen. Die neuen Lampen halten deswegen länger, weil sie über dickere Glühfäden verfügen, die weniger empfindlich sind. Gleichzeitig hat man ihre Leistungsaufnahme um ungefähr 50 % erhöht, was die Beleuchtung ganz wesentlich verbessert. Gegenwärtig werden zwei Haupttypen der «Sealed Beam »-Lampe hergestellt. Bei der einen besteht der Reflektor ebenfalls aus Veredlung des Kohlenstaubs als Motorbrennstoff. •extrakt mit Salpetersäure oder«nit rasen Gasen nitriert. Hiebei tritt im Gegensatz zur Hydrierung eine Polymerisation ein. Die Moleküle vereinigen sich also wieder zu grösseren Komplexen, und dabei erhöht sich der Erweichungspunkt von 200° G auf über 1000° G. Der entstandene, nitrierte Druckextrakt ist somit ein fester Stoff, der sich zu Staub vermählen lässt. Interessanterweise konnte damit eine zirka 20% höhere Leistungsausbeute erhalten werden als bei Betrieb des gleichen Versuchsmotors mit Gasöl. Auch die auf Kalorien umgerechneten Verbrauchszahlen lagen günstiger als beim flüssigen Brennstoff. Durch die Nitrierung nimmt zwar der Heizwert von 8500 auf 7220 kgKal/kg ab. Da jedoch mit dem Prozess gleichzeitig eine Gewichtserhöhung von 14 %> verbunden ist, beläuft sich der Netto Verlust an Wärmeenergie auf nur 3,5 "In. Dieser wird schon durch die Tatsache "wettgemacht, dass der nitrierte Druckextrakt nicht zuletzt dank dem angelagerten Sauerstoff besser und vollständiger verbrennt als gewöhnliches Kohlepulver. Ueber die chemische Veränderung bei der Nitrierung des Druckextrakts gibt nachstehende Tabelle Auskunft: Analyse eines Druckextrakts vor und nach der Hydrierung. vorher nachher Gehalt an C in °/o 88.6 77.0 * » H > » 5.1 4.5 i » 0 > » 4.1 14.5 » » N • » 2.2 4.0 C/H-Verhältnis 1000 : 5.8 1000 : 6.7 Asche in %> 0.1 0.1 Heizwert in kgKal/kg 8500 7220 :.y •- -b- Glas und die Glühfäden sitzen für sich allein in dem durch Spiegel und Linse gebildeten Glasgehäuse. Bei der zweiten wird ein Metallspiegel verwendet und eine ganze Glühbirne fix eingebaut. Die Parklampe ist weder im einen noch im andern Modell enthalten, -h- Dampfmotor mit Leichtmetallkolben. In Deutschland soll gegenwärtig ein für den Antrieb von Schiffen gedachter Dampfmotor durch Dr. Ing. Lentz entwickelt werden. Sein.Aufbau lehnt sich in wichtigen Teilen an den von Automobilmotoren an, handelt es sich doch um einen kreuzkopflosen Schnelläufer, mit Leichtmetallkolben, der eine Platzersparnis von 30 % bringen soll. Als Dampfverbrauch werden 31,7 kg/ PSh angegeben. Vorgesehen ist angeblich vorderhand der Bau von 3-, 6- und 9-Zyl.- Maschinen dieser Bauart. Schriftliche Antworten: Frage 1395. Metallisieren. Können Sie mir einige Firmen bekanntgeben, • die das Metallisieren von Gegenständen besorgen? R. in Z. Frage 1396. MG-Vertretung. Können Sie mir die Adresse des Generalagenten der MG-Wagen mitteilen? K. in G. Frage 1397. Preis eines gebrauchten Wagens. Ich ersuche Sie um freundliche Mitteilung, zu welchem Preis ich ungefähr meinen Wagen, Modell 1934, verkaufen könnte. E, in T. PRAKTISCHE MOTORPHYSIK, von Dipl.^Ing. Egon Mühlner. Prancksche Verlagshandlung, Stuttgart. Bücher über den Automobilmotor, dessen Aufbau und Wirkungswelse sind zahlreich wie der Sand am Meere. Die vorliegende tPraktische Motorphysik» ist nun nicht vielleicht eines der vielen Sandkörner, sondern ein Werk, das einzigartig sowohl im Themenaufbau wie auch in der Behandlung der ganzen Materie ist. Es stellt keine Aneinanderreihung der Einzelteile eines Motors dar, vielmehr vermittelt es die physikalischen Grundlagen der Arbeitsweise des Verbrennungsmotors und dessen inneren Vorgängen. Der Verfasser dieses sowohl dem Laien wie auch dem praktischen Motorenmann gewidmeten Buches ist nicht nur ein" Fachmann, sondern auch ein souveräner Beherrscher der Sprache, der auch die schwierigsten Vorgänge in einer bisher kaum gekannten Klarheit sogar dem nicht Vorgebildeten leicht verständlich zu machen versteht. Die Tatsache, dass sich mit der einfachen und klaren Sprache wissenschaftlich einwandfreie Darstellung paart, erhebt dieses Buch weit über den Rahmen der bisher üblichen fachliterarischen Erzeugnisse. Wer über das Grundwesen des Motors sich genau und ohne Schwierigkeiten unterrichten will, der muss dieses Werk in die Hand nehmen! .. S..S. Eine neue Karte von den Kriegsschauplätzen Vorseite: nordlrankreich und Belgien Rückseite: England und Nordsee Beidseitig 5farbig, Format 50 x 100 cm Basel: Freiburg: Genf: Lausanne: Neuchätel: Zürich: Vertreter in der ganzen Schwell Krähenbühl & Co. Brulhardt freres Fleury & Cie. W. Zweigart W. Segessemann & fite, Franz AG. 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