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E_1940_Zeitung_Nr.021

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II AUTOMOBIL-REVUE

II AUTOMOBIL-REVUE DIENSTAG, 21. MAI 1940 — N° 21 vom Funker: « Standort drei Kilometer ostwärts B-Dorf!» — 2100 Meter. Es wird heller. Unter dem Flugzeug brodelt und kocht es im Wolkenmeer. Noch höher steigt die Maschine. 4000 Meter zeigt die zuckende Nadel des Höhenmessers, und in dieser Höhe geht es dem Ziele zu, ganz der Erdsicht entzogen. Ruhig zieht die Maschine ihre Bahn. Näher rückt der Augenblick, in dem es heisst, hineinzutauchen in die Wolkendecke, durchzustossen und Erdsicht zu bekommen. Bald wird in der Ferne schon deutlich der Absetzplatz erkennbar. Herunter geht es auf die richtige Absprunghöhe, Die Motoren verlangsamen ihren Lauf, und fast gleichzeitig damit ertönt das Signal zum Absprung. Blitzartig, Hals über Kopf, haben die Männer die Maschine verlassen, den Sprung ins Nichts wagend. Wie einzelne schwarze Punkte lösen sie sich vom Rumpf der Maschine schnell hintereinander. Gleich einer weissen Fahne flattert der Schirm hinter ihnen, bis die Luft ihn knallend zu seiner vollen Grosse entfaltet. Die aufregenden Sekunden zwischen Sprung und Oeffnen sind vorbei, zappelnd und schaukelnd sinken die Männer, wie an riesigen hellen Glocken, herab. Die Luft ist erfüllt von vielen fallenden Schirmen. Weisse Wattebausche glaubt man am Blau des Himmels zu sehen. Lautlos gleiten sie abwärts, ein wunderbarer Anblick. Doch nicht lange dauert dieses Schweben. Schon müssen sich die Männer auf die Landung konzentrieren, denn gespensterhaft und schnell kommt die Erde auf sie zu. Die ersten haben den Boden erreicht. Wo sie niederfallen, bleibt der Fallschirm als weisser Fleck liegen, und daraus hervor kriecht ein Schütze. Flink wie die Katzen sind sie auf den Beinen, blitzschnell lösen sie die Begurtung, ergreifen die Waffen und schon geht's im Laufschritt dem schützenden Walde zu. Nach und nach kommen die einzelnen Schützen heran, der Truppführer orientiert sich kurz nach Karte und Kompass und weist seine Leute ein. Lautlos tritt der Trupp in Reihe hintereinander den Marsch an. Jedes verdächtige Geräusch lässt sie aufhorchen und kurz in volle Deckung gehen, aber sofort geht es weiter. So schleichen sie ungesehen, unbemerkt, jede Deckung geschickt ausnutzend. Nach mehrstündigem Marsch sind sie an einem Waldsaum angelangt. Vor ihnen breitet sich ein weiter Wiesengrund mit Büschen aus, und dort ist auch die grosse Betonbrücke. Hier muss der Trupp hinüber, denn weit und breit ist kein anderer Uebergang, und auf der Brücke, hell von je einer Bogenlampe beschienen, patrouilliert langsamen Schrittes ein Posten mit umgehängtem Gewehr. Unmöglich, unter diesen Umständen ungesehen dorthin zu gelangen. Magisch beleuchtet das fahle Mondlicht die breite Strasse, weiter schleicht sich der Trupp heran. Zwei Mann verschwinden in verschiedener Richtung, während der Rest des Trupps in voller Deckung wartet. Nur im Schütze der langen Lastwagenkolonnen, die in kurzen Abständen über diese wichtige Verkehrsstrasse rollen, ist eine Annäherung möglich. Lange braucht der Trupp nicht zu warten, denn schon blitzen in der Ferne wie zwei glühende Augen die Scheinwerfer eines Autos auf, heran wälzt sich eine schier endlose Reihe von Transportfahrzeugen und rattert über die Brücke hinweg. Dies Geräusch ausnutzend konnten die Schützen ungehört und unbemerkt an den Damm der Brücke herankommen. Das letzte Fahrzeug hat die Brücke verlassen, immer schwächer wird das rote Schlusslicht, bis es schliesslich ganz verschwindet, und ruhig liegt die Brücke wieder da. Noch immer geht der Posten gemächlichen Schrittes seinen Streifengang. Wie eine Silhouette hebt er sich gegen den Horizont ab. Jetzt macht er kehrt, ein dunkler Busch entzieht ihn für Sekunden der Sicht des Truppführers. Da sind aber seine beiden Schützen schon an ihn heran, packen ihn im Sprung und nehmen ihn gefangen. Ein Pfeifsignal ertönt, und der Truppführer weiss: «Brücke frei! Alles in Ordnung! » Der Uebergang über den Fluss ist geglückt; der Trupp hat bewiesen und gelernt, wie man unterwegs auftretende Hindernisse überwindet, um ans Ziel zu gelangen. Die Uebung wird vom Schiedsrichter abgebrochen. Einige Kilometer Fussmarsch sind noch zurückzulegen, um an eine kleine abseits gelegene Bahnstation zu kommen, von der die Fahrt in die Heimatgarnison angetreten v/ird. Jetzt auf der Fahrt steht der Mund nicht still, und ein frohes Erzählen und Aus- Bahnhof ihrer Garnison stehen, die sie erwartauschen von Erlebnissen beginnt. Hier und tenden Wagen der Kompanie besteigen, um da überfällt den einen oder andern der Schlaf, wieder, um ein Erlebnis reicher, in die Kabis sie am frühen Morgen wieder auf dem serne einzurücken. Beschaffung von Kriegsnachrichten kann heute keineswegs mehr als ein «Kinderspiel » bezeichnet werden! Unter dem grossen Lesepublikum, das in den Zeitungen und Zeitschriften von Kriegen, erbitterten Kämpfen in Schnee und Eis im hohen Norden und von weitausholenden Fliegerraids liest, denkt wohl selten jemand daran, wie schwierig und mühsam es oft ist, diese Nachrichten zu erhalten. Man flicht dem Kriegskorrespondenten keine Kränze; und doch: wie viele hat es immer wieder gegeben, die sich durch Mut, Entschlossenheit und Tatkraft, durch Umsicht und Tapferkeit eines Siegeskranzes für würdig erwiesen haben! Dieser Tage ging die Meldung durch die Presse, dass beispielsweise das Organ der deutschen Journalisten mitgeteilt hat, dass seit dem Beginn des Krieges nicht weniger als dreiundzwanzig Kriegskorrespondenten gefallen sind. Bekanntlich sind alle deutschen Korrespondenten aktive Soldaten, Flieger oder Seeleute. Sie nehmen an den militärischen Operationen, über die sie dem Publikum berichten, aktiv teil. Zu gleicher Zeit wurde von den Kämpfen bei Trondheim in Norwegen gemeldet, dass der bekannte englische Schriftsteller und Mitarbeiter der « Times », Peter Fleming, gefallen sei. Fleming war kurz vorher als Hauptmann mit einem englischen Truppentransportschiff in Namsos eingetroffen. Das ist die Geschichte von Darja, der Kirgisin, die das Leben ihres Geliebten rettete und sich die verweigerte, väterliche Einwilligung zur Ehe ertrotzte. i*~vw Es ist schon eine alte Geschichte, zumindest aus dem vorigen Jahrhundert. Aber ich glaube, man erzählt sie noch immer bis hinauf zum Balchaschsee und in der ganzen Provinz Akmolinsk und hinunter an den Tschu, der das Land der «Kaisaken» (so nennen sie sich selber) gegen Turkestan zu abgrenzt. Sie begann so einfach und alltäglich, wie alle Liebesgeschichten auf der ganzen Welt. Darja, das Mädchen, war die Tochter eines Adeligen, eines «Tjure», der seit unzählbaren Sommern zu den «Weissknochen» gehörte, und Kari, der Mann, konnte es nicht leugnen, dass er nur ein «Karuschi», ein elender, untertäniger «Schwarzknochen» war. Kann ein «Weissknochenmädchen» einen Schon in früheren Kriegen haben viele Korrespondenten grosser englischer und amerikanischer Zeitungen und Nachrichtenagenturen Verletzungen davongetragen; einige unter ihnen haben beispielsweise im italienisch-abessinischen Kriege auch ihr Leben lassen müssen. Gleiches wäre auch vom spanischen Kriegsschauplatze zu berichten. Nicht weniger als zehn Korrespondenten büssten in den verschiedenen englischen Sudanfeldzügen ihr Leben ein. Im Burenkrieg fiel der Korrespondent der « Times » in einem Gefecht bei Modderspruit; der bekannte Vertreter der «Daily Mail» starb in Ladysmith, und einen dritten ereilte die tödliche Kugel in der Schlacht bei Mafeking. Der jetzige englische Premierminister, Winston Churchill, war im Burenkrieg ebenfalls als Korrespondent eines grossen englischen Blattes tätig, geriet dabei in Gefangenschaft und konnte sich durch eine abenteuerliche Flucht retten. Im spanisch-amerikanischen Krieg zerschmetterte ein spanisches Geschoss die Schulter des Korrespondenten Crelman. Halb ohnmächtig am Boden liegend, diktierte er seine Berichte dem amerikanischen Kollegen Hearst, dem heutigen, auch in der Schweiz bekannten Besitzer eines der grössten Zeitungstrusts in Amerika, in die Feder. Der schwarze Wolf Von Anme Franc6-Harrar. «Schwarzknochenjüngling» nehmen? Nein, natürlich kann sie es nicht, und sei er zehnmal so flink als Kari, und ein zehnmal so guter kirgisischer Schütze, Reiter, Hirte und Fischer und wer weiss was sonst noch. Damals hiess es: Ein Karuschi bleibt ein Karuschi •— und eine Tjuretochter verspricht man einem Sultan, aber keinem Untergebenen. < \ * Und ebenso wie in allen Liebesgeschichten waren die beiden nicht einverstanden mit diesem Entscheid. Ich frage, wann sind Liebesleute überhaupt mit der entgegengesetzten Meinung ihrer Väter einverstanden? Und darum ritt eines Tages Darja, ohne jemanden zu fragen, weit hinaus in die Steppe, dort, wo hinter den Sümpfen von Perowsk die Wüste Muhun-Kum beginnt. Es war heiss, die Staubwirbel tanzten wie Geister in weiten, grauen Mänteln, und sie murmelte den Namen Allahs, denn wer wusste, ob nicht böse Geister sich in ihnen verbargen? Weit draussen war die Jurte Karis, der mit seiner Herde edler Pferde dorthin gezogen war, weil eine Art schlechtes Brackwasser etwas mehr Gräser und dornigen Klee gedeihen Hess. Auch standen die Salzbäume hier dichter und waren grüner als anderswo. Darja ritt schnell. Ueberall sprangen Pfeifhasen und unzählige, graubraune Heuschrecken machten mit ihren gefrässigen Kiefern ein knirschendes Geräusch, das die Luft erfüllte. Darja fand den Geliebten nicht draussen. In der Dämmerung der Jurte entdeckte sie ihn endlich. Er lag auf seinem Lager von Filzdecken, stöhnend, fast bewusstlos, von eisigem Schweiss tropfend. Mit Mühe antwortete er ihr auf ihr geängstigtes Fragen nur eines: «Karakurt!...» Da musste sie, dass ihn der «schwarze Wolf» gebissen hatte. Und sie erschrak, wie sie nie in ihrem Leben vorher erschrocken war. Denn der «schwarze Wolf», der «Karakurt» heisst, ist eine Spinne, giftiger, als eine Schlange. Und er hat schon unzählige wilde und zahme Tiere getötet und viele Menschen dazu. Der Kranke kam etwas zu sich: «Durst!» stöhnte er, «Durst! Die Karakurte... sind... draussen ... Geh!» Sie reichte ihm die lederne Kumysflasche. Sie wickelte alle seine Pelze um ihn, der sich ächzend vor rasenden Schmerzen umherwarf. Dann trat sie beunruhigt vor das Zelt. In der flimmernden Hitze schien der Boden von fernher zu wallen und zu zittern. Die Luft war plötzlich stumm. Keine Heuschrecke, kein Pfeifhase. Aber das dürre Gras lebte und regte sich. Sie stiess einen Schrei aus. Sie begriff, was der Gebissene gemeint hatte. Ein Wanderzug der schrecklichen «schwarzen Wölfe» war unterwegs, wie das manchmal geschieht. Jawohl, das Wallen ging in einer Richtung, nach Süden zu, dort, wo die anderen Herden weideten, die aus dem ganzen grossen Aul zusammengetrieben waren. Sie musste etwas tun! Aber was? Sie, ein Mädchen? Ritt sie zurück, so war der Zug der Karakurte längst vor ihr da. Dann sprangen sie den Schafen und den Pferden an die Beine, bissen sich über den Hufen fest und nach Stunden würde die ganze Steppe voller Tierleichen sein, und der grosse Wolost musste weiterziehen, jetzt im Sommer, wo es so wenig Weide gibt, und all ihr Reichtum war dahin. Und vielleicht würden sie alle Hungers sterben, Kari und sie, sogar ihr hartherziger Vater. Etwas kam ihr wie. ein Gedanke der Rettung. Sie stürzte ins Zelt. Ihr Geliebter schlief, schwer atmend. Sie stellte ihm hin, was sie an vollen Kumysflaschen fand. Ein Bündel Stricke raffte sie an sich und lief hinaus. Sie holte ihre Stute und band ihr mit Fetzen ihres Schleiers eng und fest die Fesseln ein, so dass kein Karakurt sich dort festbeissen konnte. Dann brach sie Salzbaumzweige und band sie zu einem ungeheuer grossen Besen zusammen. Den befestigte sie mit langen Stricken am Bauchgurt der Stute, so dass diese ihn wie einen Schlitten hinter sich herschleppte. Wimmelnd kam der schwarze Spinnenzug heran. Wahrscheinlich hatten sie anderswo alle die unzähligen Heuschrecken getötet, von denen sie leben und suchten nun neue Nahrung. Und nun lenkte Darja ihr Pferd seitlich in das Gekrabbel. Die Stute stieg und wollte nicht.. Aber ein Kirgisenmädchen kann reiten, und kein Pferd ist so ungeberdig, dass es ihm gegenüber seinen Willen durchsetzt. Von der Seite her kehrte der gewaltige Salzbaumbesen die Tiere aus der eingeschlagenen Richtung. Immer wieder ritt Darja in sie hinein. Tausende wurden zerquetscht. Sie kamen gar nicht dazu, an den Stricken in die Höhe zu laufen. Rückwärtsschauend peitschte sie einzelne her* unter. Dennoch zitterte ihr Herz vor der Gefahr, dass sie oder die Stute gebissen werden könnten. Es war ein Kampf voll Angst und würgendem Ekel, aber es war ein tapferer und kluger Kampf und er wurde zu einem Sieg. Endlich gab es keinen «schwarzen Wolf» mehr in der Richtung gegen den Aul zu. Die noch übrige Masse hatte geschwenkt und zerstreute sich teils, teils rannte sie flüchtend gegen Osten zu. Darja trabte zurück zur Jurte. Sie riss Kari, den nun ganz Bewusstlosen, aus seinen Decken, sie zog ihn mit unsäglicher Mühe zu sich auf das Pferd und jagte in wilder Eile zurück zu den Ihrigen. Denn wer wusste, ob die Karakurte nicht zurückkehrten, ob nicht ein zweiter Zug dem ersten folgte. Und noch ein Biss würde den Vergifteten mit Sicherheit töten. Während auf ihres Vaters Befehl sofort ein Teil der Männer zu den Hirten sprengte, um die Tiere wegzutreiben und in Sicherheit zu bringen, machte sich ein anderer mit hohen Filzstiefeln, Stangen und Fellen zum Kampf mit den «schwarzen Wölfen» zurecht. Kari aber rieb und knetete ein alter Schamane und legte ihn zwischen erhitzte Steine, so dass aus den eisigen Schweissausbrüchen endlich ein «gesundes» Fieber wurde, in dem die schrecklichen Schmerzen dahinschwanden wenn auch erst nach Tagen. Wer auf den guten Gedanken gekommen sei, der Stute die Füsse einzubinden und mit einem Salzbaumbesen die Spinnen aus der Richtung zu kehren, wollte der alte Tjure von seiner Tochter wissen. Die schlug heuchlerisch die Augen nieder: «Kari hat es getan, Kari ganz allein. Ich bin ein ängstliches, unwissendes Mädchen. Ich fürchte die «schwarzen Wölfe» über alles. Nur hierher gebracht habe ich ihn, als er nicht mehr allein rei-

N° 21 — DIENSTAG, 21. MAI 1940 AUTOMOBIL-REVUE III ten konnte, weil ihn ein Karakurt endlich doch noch gebissen hat.» Der Alte war klug. Er fragte nicht nach den näheren Umständen, um so mehr, als der ganze Wolost in einer Zusammenkunft erklärte, Kari sei für seine Heldentat von nun an als «Weissknochen» anzusehen. Und da stand einer Heirat des Liebespaares ja wirklich nichts mehr im Wege. Irgendwie erfuhr man aber doch etwas von dem wahren Zusammenhang und ein endloses Gelächter ging durch alle Jurten. Da hatte Darja aber schon ihren ersten, unzweifelhaft echten «Tjuresohn». Was die gepflegte Frau Feuchte Hände sind sehr lästig und bringen die unglückliche Trägerin nicht selten in Verlegenheit. Die nachstehende Behandlung dürfte hier in den meisten Fällen Abhilfe schaffen oder doch zum mindesten eine Erleichterung bringen: Man halte die Hände bis zu den Handgelenken für 4 Minuten in so heisses Wasser, wie es nur irgend zu ertragen ist und tauche sie dann für eine halbe Minute in möglichst kaltes Wasser. Danach gut abtrocknen und mit einer nichtfettenden Hautcreme einreiben. Verweinte Augen erhalten sofort ihre alte Frische, wenn man sie mit heissen Kompressen behandelt, die in eine gekochte Salzlösung getaucht wurden. Fussblasen, die sich häufig nach einem längeren Marsch bilden, sind leicht zu heilen durch Einreiben mit einer Mischung aus einem Teil Arnikatinktur und drei Teilen Glyzerin. Bei empfindlichen Füssen kann man ihrer Entstehung vorbeugen durch Waschung mit einer Lösung aus 5 Gramm Glyzerin, 10 Gramm Formol und 150 Gramm 90%igem Lavendelalkohol und nachfolgendes Pudern mit Talkpuder. < Gänsehaut» am Ellbogen behandelt man durch häufiges, kräftiges Abbürsten mit einer harten Bürste, anschliessend in warmem Boraxwasser baden und mit Vaseline einreiben. Rote Ellbogen können gleichfalls den schönsten Arm verunzieren. Der beste Weg, um diesem Uebel abzuhelfen, ist folgender: Ein 5 Minuten langes Bad in sehr heissem Boraxwasser und Nachspülen mit eiskaltem Wasser, danach mit einer ausgepressten Zitronenschale abreiben und etwas Hautcreme einmassieren. Nachdem die überschüssige Creme fortgenommen ist, mit Körperpuder überstäuben. Wer Falten unter den Augen besitzt, sollte allabendlich ein längeres Augenbad mit abgekochtem, erkaltetem Wasser vornehmen. Die Feuchtigkeit leicht abtupfen und an den betreffenden Stellen eine dünne Vaselinschicht oder Fettcreme auftragen. Eine fettige Gesichtshaut verträgt oft Heine Seifenwaschungen. In solchen Fällen sine? Waschungen mit Mandelkleie oder Hafergrütze zu empfehlen. Man füllt einen Teelöffel voll in ein kleines Tüchlein aus Musselin oder einen ähnlichen durchlässigen Stoff und reibt hiermit, nach vorherigem Eintauchen in warmes Wasser, Gesicht und Hals gründlich ab. Brüchige Fingernägel dürfen nicht mit Nagellack überzogen werden, da dieser die Nägel noch mehr austrocknet. Die Brüchigkeit wird verursacht durch Kalziummangel in der Nahrung und kann also durch entsprechende Umstellung in der Ernährung behoben werden. Ausserdem massiere man die Nägel allabendlich mit Mandel- oder Olivenöl. Diagnose nach 3500 Jahren wissen muss Bei einer vor einiger Zeit im ägyptischen «Tal der Königsgräber» aufgefundenen Mumie befanden sich die in einem besonderen Gefäss in einer Salzlösung aufbewahrten Eingeweide in so gutem Zustande, dass es einem Arzt ohne besondere Schwierigkeiten möglich war, die Todesursache der Mumie bzw. des hier mumifizierten Mannes festzustellen. Der Betreffende war an einer durch eine Lungenentzündung komplizierten Rippenfellentzündung gestorben; auch die Bronchien waren in Mitleidenschaft gezogen. Vielleicht wäre der Patient mit dem Leben davongekommen, wenn er ein paar Tausend Jahre früher unter die Hände dieses begabten Diagnostikers geraten wäre... cpr. Wenn Bern, dann Casino Weihe Cartons 100 Tabl. 20 Cfs. rs SSukraft l'lt Pfund Zucker Oelbes Dösdien 300 Tabl. 65 Cts. •> SOuknft 4'lt Pfund Zucker , HERMESETAS M/t.. Saccharin Ohne Belgeichrnadc \vCM. Blaues Döschen 500 Tabl. Fr. 1.25 = Süukraft 7'lt Pfund Zucker Mode der zwei Gesichter: Die doppelseitige Kleidung! In modischen Dingen heisst es jetzt: praktisch sein und sich immer vorhalten, dass das Erstbeste nicht auch schon das Richtige sei. Jede einzelne Anschaffung will wohl überlegt sein, weil sie einen ja scnliesslich auch vor ein gewichtiges materielles Problem stellt. Längst sind sich die Frauen darüber klar, dass ein und dasselbe Stück verschiedenen Zwecken dienlich sein müsse; die unmittelbare Folge davon ist. dass die neuesten Entwürfe für monierenden Farbton gibt. Dieses Futter muss natürlich — wie bei allen Verwandlungsmodellen — tadellos gut eingearbeitet sein, um das Jäckchen bedenkenlos wenden und der «Zauber- Mode » zu ihrem Sieg verhelfen zu können. Im zweiten Bilde sehen wir die eben besprochene kleine Umhülle auf ihrer dunklen Seite und das Kleid diesmal mit einem gleichfarbigen Gürtel versehen, eine Einheitlichkeit unterstreichend, die auch Hut und Taschentuch umfasst. warme Tage weder ausgesprochenen Strapazstil, Die technische Durchführung solcher cWendbarkeit» ist bei den ganz kleinen Jäckchen von noch auch betont nachmittäglichen Charakter haben und sozusagen zwischen diesen beiden boleroähnlichem Charakter noch viel einfacher. Modeauffassungen die Mitte halten. Ein Beweis dafür ist das in der nächsten Damit entsteht jene neue und zeitgemässe Gruppe dargestellte helle Kleid mit von Sonnenfältchen durchsetzter Rockpartie, dessen breite, Kleidung, die an keine Tagesstunde und an keine bestimmte Gelegenheit gebunden Ist, eine Mode, von einem Gürtelbändchen unterteilte Passe für die immer und überall ihren Platz findet. die neueste Mode charakteristisch ist. Das kurzärmelige Bolero vervollständigt dieses Modell zu Weisse Frau als Köder im Dschungel Zur Vollkommenheit fehlt Ihr nur eine Kleinigkeit: die Möglichkeit der Verwa nd I u ng I Für einem kleidsamen Komplet, und die Buntseidenaufschläge, sowie das aus gleichem Materiale ursachte. Eine Fangmethode, die Herzklopfen ver- derlei kleine Modetricks hat jede Frau Verständnis und freut sich Immer, wenn irgend eines ihrer verfertigte Tamburinhütchen drucken dem Ganzen Der junge Amerikaner, H.Patricks, wird wohl Kleidungsstücke als etwas ganz Neues, wohl die Frische strahlender Jugendlichkeit auf.. nicht wieder seine Frau in den Assamdschungel eben erst Angeschafftes bewundert wird, aber Längst haben wir erfasst, dass sich auch dieses Jäckchen auf beiden Seiten zur Geltung brin- mitnehmen. Er hatte es für sehr abenteuerlich ge- im Grunde genommen doch nichts anderes ist, als dasselbe Stück, das der. Abwechslung gen lasse, und in der nächsten Darstellung beobachten wir, dass es — gewendet, also mit derHochzeitsreise übrigens. Und er schien auch Glück halten, dort einmal Tiger zu jagen — auf seiner wegen einfach auf seiner Rückseite getragen wird. «Innen > wird da zu «aussen > — und die Erklärung für das « w e n d b ar e M o d e 11 > ist ge-ansprechender sei, wobei nun die hellen Auf- gemusterten Seite nach aussen — womöglich noch geben. schläge der früheren Aussenseite den Kontrast Es stehen vorwiegend die Umhüllen Im Zeichen zu bilden haben. Eine Gürtelschärpe aus gleichem dieser Technik, und all die Buntmateriale verändert den Gesamteindruck von kleinen Jäckchen, gleichviel, ob in losem Schnitt Grund auf; man wird angesichts solcher Buntheit oder knapp anliegend, ob kürzer oder länger, und um das gemusterte Material noch stärker ob bolero- oder paletotähnlich, eröffnen mit ihrer hervortreten zu lassen, gut daran tun, sich für einen halbbreiten, dunklen Hut zu entscheiden. Verwandlungsfähigkeit neue Perspektiven. Wir werden uns über den Sinn und die Tendenz dieser Mode am raschesten •klar sein, wenn trischen Mustern > die Rede; unter diese Kategorie Bekanntlich ist heuer vielfach von «geome- wir die verschiedenen Phasen einiger Verwandlungsmodelle angesichts unserer Skizzen verfol- die Karos. Man arbeitet daraus grundeinfache, fallen die Pünktchen, die Kreise, die Streifen und gen: aber um so wirkungsvollere Jackenkleider^ wie Man beobachtet allgemein, dass heuer das wir eines im vorletzten Bilde zeigen. Jacke: längs-, waschbare Ronseidenkleid in Pastellfarbe im Rockpartie: quergestreift. Eine dunkle Bluse nicht Brennpunkte des Interesses steht; seine Vorzüge zu vergessen, die einen willkommenen Kontrast sichert. Schliesslich hätten wir noch von dem unter liegen auf der Hand; immer frisch, appetitlich und jugendlich, lässt es sich leicht reinigen, ein dem Jackenrande hervorkommenden Schärpen- Faktor, der gewiss zu seinem Erfolge beiträgt. Man könnte Keinen schlimmeren Fehler begehen, als derlei Kleidern eine komplizierte Form geben zu wollen. Jje einfacher, desto besserl Daraus erklärt es sich auch, dass vollkommen gefältelte Entwürfe [deren Faltenpartien des besseren Haltes wegen an der Innenseite des Kleides mit querlaufenden Waschbörtchen fixiert werden) allergrössten Beifall finden. Mit Vorliebe vervollständigt man derartige Modelle durch ein loses Jäck- gürtel zu sprechen, dessen sympathische Beschwingtheit sehr gefällt. Wird diese Jacke farbig gefüttert — man billigt hier sogar sehV kräftige Schattierungen, wie giftgrün oder siegellackrot — so nimmt sie sich — auf der Rückseite getragen — wunderhübsch aus in diesem Falle allerdings mit lichter Bluse und hellem Gürtel zusammengestellt. Dass mit der «Wendbarkeit > hier eine vollständige Verwandlung erreicht wurde, lehrt uns schon ein chen, wie wir es im ersten Bilde zeigen; mit einem dunklen Futter erhöht sich der Ausdruck, und Wenn auch sonst das Doppelgesicht, flüchtiger Vergleich der beiden Skizzen. die Prägnanz einer solchen kleinen Umhülle und der «Janus-Kopf >, nicht eben als schmeichelhafter Vergleich gilt, ist dies in Modedingen wesent- die Wirkung ist noch zu steigern, indem man dem Hutaufputz, den Handschuhen und dem Lack- lich anaers. Hier betrachtet man den «Stil der Mledergürtel des Kleides den mit dem Futter har- zwei Gesichter> als... EhrentitelI R.H. HOTEL STEINBOCK, CHUR RMtaurant am Bahnhofplatz. Aller Komfort. Zimmer mit fl. Wasser ab Fr. 5.—. Gilt« schätzen die leckeren Bundner Spezialitäten und die sehr gepfl. Weine. Mit höflicher Empfehlung: C. Meier, vormals Grand Hotel Altein, Arosa. Bunte Umschau Wie man einen treulosen Bräutigam zurückholt Eine Ladenbesitzerin der französischen Stadt Rochefort machte dieser Tage bei der Polizei die Anzeige, dass ein von ihr genau bezeichneter Kaufmann ihr den Betrag von 2000 Francs gestohlen und damit die Flucht nach Paris ergriffen habe. Da es der Frau möglich war, die wahrscheinliche Adresse des Diebes anzugeben, wurde derselbe noch am gleichen Tag von der Pariser Polizei gefasst und von zwei Gendarmen nach Rochefort zurückbefördert. Als man der Frau von dem Fang Kenntnis gab, bedankte sie sich vielmals und erklärte, eine weitere Verfolgung der Angelegenheit sei nicht notwendig, da es sich bei dem angeblichen Dieb nur um ihren durchgegangenen Bräutigam gehandelt habe, der selbstverständlich keinerlei Diebstahl begangen hätte. Daraufhin wurde der auf Staatskosten heimbeförderte Bräutigam natürlich sofort freigelassen, jedoch ebenso selbstverständlich gegen die allzu sehnsüchtige Dame ein Verfahren wegen Irreführung der Behörden eingeleitet. Darüber, ob der zwangsweise retournierte Liebhaber nun brav in Rochefort geblieben ist, weiss der Chronist nichts zu vermelden. Kleine Erfinder und grosse Projekte Edison hatte Jemandem, der ihn befragte, was man wohl tun müsste, um reich zu werden, folgende Antwort gegeben: — Edison hatte vollkommen recht, denn man findet eine viel grössere Anzahl von Beispielen, wo kleine Ideen grosse Reichtümer einbringen, als grosse Projekte, die von Erfolg gekrönt wurden. Der Erfinder der Nägel aus Kupfer für Schuhsohlen hatte eine halbe Million Dollars verdient; ebensoviel brachte die Sicherheitsnadel ihrem Erfinder ein. Die Zitronenpresse aus Glas gab ihrem Erzeuger die hübsche Summe von 25000 Fr. Renten; das Patent für das automatische Tintenfass wurde für 2500000 Fr. verkauft. Der Mann, der als erster die Idee hatte, einen Bleistift mit Gummiansatz zu fabrizieren, gewann mehr als 500000 Fr. Dann zählen auch zu den kleinen aber steinreichen Erfindern der Schöpfer der Rollschuhe, der nach seinem Tode drei bis vier Millionen hinterliess, und Harvey Kennedy, der Erfinder der Schuhlitzen, der-zirka zwölf Millionen Fr. Vermögen besass. R- B- Tomaten zeigen Giftgas an Im Laboratorium des New Yorker Professors Dr. Crocker wurde einwandfrei festgestellt, dass die Tomatenpflanze den empfindlichsten Anzeiger für das Vorhandensein von Giftgasen in der Atmosphäre darstellt. Sie verliert ihre Blätter bereits dann, wenn der Giftgasgehalt der Luft nur 0,6% dex Dichtigkeit beträgt, die für menschliche Organe wahrnehmbar ist. Da auch das empfindlichste chemische Aggregat nicht annähernd so stark reagiert! ist man in Amerika bereits dazu übergegangen, in Bergwerken, chemischen Fabriken usw. Tomaten zum Zwecke der Giftgaskontrolle zu halten. Neuerdings nun hat auch die Heeresleitung begonnen, sich für diese Frage zu interessieren und durchaus seriös die Ausrüstung der Truppen mit Tomatenpflanzen in Erwägung zu ziehen. zu haben. Jedenfalls kamen sie in eine Gegend, wo ein Tiger mehrere Opfer geholt hatte. Sechs Tage versuchte nun der Amerikaner den Tiger zu stellen. Aber der alte Dschungelbursche war schlauer als der Weisse aus USA. Nun entschlossen sich die Eingeborenen, den Tiger in einer Falle zu fangen. Darin hatten sie allerlei Erfahrung. Aber als sie die Falle fertig hatten und der Amerikaner nach dem Köder fragte, den man in die Falle setzen wollte, deuteten die Eingeborenen auf die Frau Patricks. Und ehe er etwas sagen konnte, hatte man ihn gefesselt und seine Frau in die Falle gesteckt. Sie schrie um Hilfe, sie raufte sich in ihrer Angst die Haare. Die Eingeborenen verloren jedoch nicht die Ruhe. Sie waren davon überzeugt, dass die weisse Frau den Tiger anlocken werde. Und wirklich war einen Tag später der Tiger in der Falle. Man hatte ihn durchbohrt und mit Pfeilen getötet, ehe er an den menschlichen Köder herankam. Aber die Aufregung des weissen Mannes nach seiner Befreiimg von den Fesseln und die Ohnmacht der weissen Frau — das waren Dinge, die die Eingeborenen nicht ganz erfassten^— wenden sich bei monatlichen Verspätungen unter Diskretion an AmrhtiHi Lakrcrtltldh H«UtBX7i. TaL.204.