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E_1940_Zeitung_Nr.025

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Üi AUTOMOBIL-REVUE

Üi AUTOMOBIL-REVUE DIENSTAG, 18.- Juni 1940 — N° 25 Mallnitz an einem der nächsten Abende der Gesellschaft das Versuchsobjekt vorstellen sollte. So geschah es auch. Herr Piwonka entpuppte sich als ein kleiner, schmächtiger Mann mit einem Gesicht, das eine entfernte Aehnlichkeit mit der Physiognomie einer Ratte aufwies. Dr. Fabrizius machte sich mit grossem Ernst an die Arbeit. Er nahm in einem der schweren ledernen Klubsessel Platz, ersuchte den Taschendieb, sich ihm gegenüber zu setzen und begann, den Mann mit durchdringenden Blicken zu fixieren. Der Taschendieb blinzelte verlegen und fing an, unruhig auf seinem Platz hin und her zu rücken. Er machte den Eindruck eines hilflosen Huhns, das vergeblich dem bannenden Blick einer Schlange zu entfliehen suchte. Nach einigen Minuten, die unter atemlosem Schweigen vergingen,, nahm das Gesicht des Taschendiebes einen sonderbar geistesabwesenden, entrückten Ausdruck' an. «Aha, die Suggestion beginnt zu wirken, flüsterte der Maler Hochdorf seinem Nachbarn zu. Die Stimme des Doktors unterbrach die Stille. Sie klang scharf und gebieterisch. «Ladislaus Piwonka! Sie stehen jetzt vor Gericht und haben Ihre jüngsten Diebstähle zu verantworten!», Sofort setzte Piwonka die Miene gekränkter Unschuld auf. «Hoher Herr Gerichtshof», begann er mit einer Zungenfertigkeit, die auf langjährige Gerichtspraxis schliessen Hess. «Ich habe keine Ahnung, wie die fünf Geldbörsen in meine Tasche gelangt sind. Es muss sie mir jemand aus reiner Bosheit hineingesteckt haben. Ach, bitte, berauben Sie nicht eine arme Witwe und vier unschuldige Waisen ihres Ernährers ...» «Genug», winkte Fabrizius ab. Mit gedämpfter Stimme wandte er sich an die Anwesenden. «Sie sehen, meine Herren, welche Bewusstseinsveränderungen und Sinnestäuschungen die hypnotische Suggestion bewirken kann. Die Versuchsperson ist völlig meinem Willen Untertan.» Wieder erklang die befehlende Stimme, «Ladislaus Piwonka, du bist ein Hund, verstanden?» «Wau, wau, wau!» Der Dieb kroch plötzlich auf allen Vieren durchs Zimmer und bellte zur grossen Erheiterung der Gesellschaft. «Ein alter Scherz der Hypnotiseure», konstatierte der skeptische Mallnitz. Fabrizius Hess sich nicht beirren. «Und jetzt, meine Herrschaften, beachten Sie eine andere Zauberwirkung der Suggestion. Der Mann verwechselt auf meinen Befehl hin alle Gegenstände. Sie, Piwonka, sehen Sie diese Blumenvase?» Der Hypnotisierte nahm das Tintenfass, das ihm •FabTizius vom Schreibtisch des Rechtsanwaltes gereicht hatte, und roch daran mit grossem Behagen. «Wunderbar duften diese Blumen!» Der Doktor zog eine zerdrückte Zigarre aus der Tasche. «Hier ist ein schöner Goldcrayon. Möchten Sie ihn haben?» Der andere streckte begehrlich die Hand aus, aber Fabrizius Hess die Zigarre rasch wieder in seine Tasche gleiten. «Nichts da, mein Lieber! Aber sehen Sie einmal her! Wie gefällt Ihnen diese goldene Uhr?» Und Fabrizius hielt ihm mit der unverfrorensten Miene der Welt eine kleine Blechschachtel voll Hustenbonbons hin. Der Dieb schien die Kostbarkeit mit den Augen zu verschlingen. «Fabelhafte Uhr! Die bringt sogar unter Brüdern Geld ...» Wieder wanderte die Schachtel In die Rocktasche des Doktors. Dieser ging ein wenig abseits, zerriss eine Zeitung in mehrere gleiche Stücke, steckte sie in ein leeres Kuvert und zeigte sein Werk dem Taschendieb. «Hier sehen Sie meine Brieftasche. Sie ist voller Tausender. Stimmt?» «O, so viel Geld!» Man sah es dem armen Teufel an, dass ihm der Anblick dieser unerreichbaren Schätze das Herz brach. Fabrizius verwahrte die «Banknoten» sorgfältig in seiner Brusttasche, und erklärte der Gesellschaft mit'leiser Stimme: «Jetzt kommt die Hauptsache!» Wieder richtete er seinen magischen Blick auf den Langfinger. Seine Stimme klang hart, befehlend, keinen Widerspruch duldend. «Ladislaus Piwonka! Sie sind von heute ab ein anständiger Mensch. Sie werden nie mehr stehlen!» «Nie mehr!» echote der Taschendieb. «Wachen Sie aufl Ich befehle Ihnen, alles zu vergessen, was Sie hier soeben erlebt haben!» Mit einem tiefen Seufzer streckte sich der Dieb im Sessel. Er schien aus einer anderen Welt in die Gegenwart zurückzukehren. Der Hypnotiseur geleitete ihn noch bis zur Tür und drückte ihm befriedigt die Hand. Dann wandte er sich der Gesellschaft zu. «Nun, meine Herren?» Einige der Gäste äusserten sich im Tone der höchsten Bewunderung; selbst die Skeptiker hatten ernste und nachdenkliche Gesichter. Nur Rechtsanwalt Mallnitz, der unverbesserliche Zweifler, schüttelte den Kopf: «Ich kenne den Piwonka besser. Seine Vorliebe für fremde Taschen ist unheilbar. Ich glaube, der stiehlt sogar im Schlaf!» Zu Hause angekommen, leerte Ladislaus Piwonka gewohnheitsmässig seine weiten Taschen aus. Er warf einen Blick auf die Ausbeute, und sein Gesicht nahm den Ausdruck schmerzlicher Enttäuschung an. «Was soll das bedeuten?» fragte er sich bestürzt. «Ein zerdrückter Zigarrenstumpf, eine Blechschachtel und ein Kuvert mit Papierschnitzeln? Wo in aller Welt habe ich das Zeug aufgegabelt? Ich trinke doch seit Jahren nicht mehr...! Ja, ja, ich scheine alt zu werden. Meine Augen lassen mich im Stich. Höchste Zeit, dass ich mich nach einem tüchtigen, jungen Kompagnon umsehe!» Gesetze In den verschiedenen Staaten derU. S. Ä. sind noch rund 400,000 sogenannte «blaue» Eisenbahngesetze in Kraft, die entweder nie zur Anwendung gelangen, weil sie selbstverständlich, sind, oder einfach nie angewendet werden können f weil ihre Durchführung unmöglich wäre. Typisch sind folgende Verbote: In Alabama ist es ungesetzlich, auf den Zugführer zu schiessen. In Illinois kommt man ins Gefängnis, wenn man «aus eigennützigen Motiven» eine Lokomotive stiehlt. In Idaho dürfen, keine Vögel, in der Umgebung von Los ArigeÜeskeirle wilden Kaninchen vom Zug aus geschossen werden. Süd-Dakota verbietet, Ladungen mit Feuerwerksmitteln «ohne zwingenden Grund» abzusenden, während ein Zugführer, der in Illinois «wollüstig» Vieh mit der Dampfpfeife erschreckt, bis zu 21 Tagen ins Gefängnis kommen kann. In New Jersey dürfen am Sonntag keine Personenwagen, in Georgia am Samstag keine Frachtwagen verkehren. Zwischen dem. 15. Juli und dem 1. November darf auf Eisenbahnstrecke,n in Idaho kein Unkraut zu finden seih, wenn die Gesellschaft nicht die wir belächeln den Entzug der Konzession riskieren will. In Kalifornien, beträgt die Höchstgeschwindigkeit für Züge heute noch 28. Kilometer in der. Stunde. In Indiana müssen Lokomotiven Fenster, in Michigan Fenster Und Vorhänge, in- Montana Fenster, Vorhänge und Spucknäpfe haben. Texas gebietet den Eisenbahngesellschaften, immer einen gesonderten Speisewagen für Neger zur Verfügung zu halten, die nicht die Gesellschaft von Weissen beim Essen wünschen. Weissen ist es in Louisiana verboten, die Wartesäle zu benützen, die für Neger reserviert sind. Die Gesellschaften dürfen keineswegs jedes beliebige Gut zur Beförderung annehmen. Anstössige Bilder dürfen in Kalifornien nicht mit der Bahn verschickt werden. In Connecticut hat eine Eisenbahngesellschaft, die Eier von Braunschwanzmotten transportiert, 500 Dollar Busse zu bezahlen. Die Beförderung von Opium wird in Illinois sogar mit 5000 Dollar bestraft, und diese Summe ist auch von dem Reisenden zu zahlen, der weiss, dass ein anderer Reisender Opium bei sich führt. In Iowa darf weder ein Beamter noch ein Reisender mit Wissen von Beamten einen unfrankierten Brief bei sich tragen. Passagiere mit ansteckenden Krankheiten werden in Michigan nur dann zur Beförderung zugelassen, wenn sie sich zuvor im Stationsgebäude haben «desinfizieren» lassen. Texas legt augenscheinlichen Wert auf Sauberkeit: die Gesellschaften sind verpflichtet, die Bettwäsche in den Schlafwagen mindestens alle 90 Tage zu wechseln; je ein Spucknapf muss für 3 Reisende, in Raucherabteilen für 2 Reisende zur Verfügung stehen; alle Wagen müssen mindestens ein Mal täglich abgespritzt und «bei Anwesenheit von •Krankheitskeimen» ausgeräuchert werden. Hingegen ist es dem Zugspersonal bei Strafe verboten, die'beschmutzte Kleidung von Passagieren im fahrenden Zuge zu reinigen; nur wenn der Zug an einer Station hält, darf die Reinigung vorgenommen werden. Das Schiessen von Moschusratten vom Zuge aus ist den Bahnbeamten in Nebraska zur Pflicht gemacht. Lokomotivführer müssen in Arizona anhalten, wenn jemand am Bahndamm ein Schild hochhebt, auf dem steht: «Gebt mir Wasser!». Florida gestattet Aerzten, jeden fahrenden Zug zu stoppen und sich gratis befördern zu lassen. In Tennessee dürfen die Züge halten, wenn die Beamten es für richtig befinden, Bäume zu fällen, die so gross sind, dass sie bei einem Sturz über die Schienen zu liegen kommen könnten. § 1112 des Eisenbahngesetzes von Missouri untersagt, eine Lokomotive zu Vergnügungsfahrten zu missbrauchen, und in Idaho dürfen Stahlteile von Lokomotiven nicht gestohlen werden. In Arizona ist es strafbar, einen Frachtwagen hinter Personenwagen-fahren zu lassen, und ein Beamter in Mississippi, der einen Reisenden ins falsche Abteil setzt, hat ihm 500 Dollar zu zahlen - ebensoviel wie der Beamte in Neu-Mexiko, der einem Passagier einen zu hohen Preis abverlangt. Die buchstäbliche Anwendung der «blauen» Gesetze würde den Verkehr in den U. S. A. sofort lahmlegen. Ist ihr Inhalt nicht mehr zeitgemäss, so werden sie einfach stillschweigend nicht mehr befolgt, ohne dass den Gesellschaften deswegen Konzessionsentzug droht. Andernfalls würde sich beispielsweise in Kansas eine recht eigenartige Verkehrslage ergeben; denn dort heisst es: «Wenn zwei Züge sich an einer Wegkreuzung begegnen, so haben beide zu halten und dürfen erst dann weiterfahren, wenn der andere abgefahren ist.» Ernst Behrendt. Was nicht alle Tage passiert Die Dame mit den Schröpfgläsern. Eine junge Dame, die es wirklich versteht, die Männer zu schröpfen, ist augenscheinlich das bildhübsche Mädchen, das vor ein paar Tagen an der Autobushaltestelle mit einem stark verschnupften Herrn Bekanntschaft schloss. Sie begleitete ihn nicht nur in den Autobus, sondern stieg auch mit ihm aus und Hess sich schliessHch zu einem kleinen Besuch in seiner Wohnung überreden... Am nächsten Morgen stellte sie fest, dass der Schnupfen viel schlimmer geworden war, erklärte, gegen eine Erkältung gebe es nichts Besseres als eine Schröpfkur, und holte aus ihrer Handtasche eine Menge Schröpfgläser hervor, die sie zufällig dabei hatte. Die Gläser wurden sachgemäss angesetzt und das Fräulein flitze «nur rasch mal» davon, um an der nächsten Ecke einen Kaffee zu trinken. — Ein Stündchen später erschien auf der Polizeiwache ein Herr, eingehüllt in ein grosses Bettlaken, und ab und zu fiel klirrend ein Schröpfglas von ihm zu Boden. Der Herr beklagte den Verlust seines Portefeuilles, eines 5000 Fr. werten Ringes und diverser anderer Kleinigkeiten. Er sagte, er fühle sich ungewöhnlich gründlich geschröpft... cpr. RUM CORUß UNÜBERTROFFEN Der Blinddarm des Herrn Ober. Der seit einer Reihe von Jahren allen Stammgästen eines grossen Athener Cafes bekannte Oberkellner Georg Dieuthyntes brach dieser Tage plötzlich während des Servierens mit furchtbaren «Blinddarmschmerzen» zusammen und musste unverzüglich ins nächste Spital verbracht werden. AI» die besorgten Gäste sich am nächsten Tag nach seinem Befinden erkundigten, erfuhren sie zu ihrem nicht geringen Erstaunen, dass der Herr Ober in der Nacht — von einem gesunden Mädchen entbunden worden war. Elena Dieuthyntes war schon einige Jahre lang als Kellnerin tätig gewesen, als im Jahr 1937 in Griechenland ein allgemeines Verbot weiblicher Bedienung erlassen wurde. Kurz entschlossen zog sich die tüchtige Elena einen Frack an, erhielt sofort in einem um Bedienung verlegenen Lokal einen Posten und arbeitete sich dort rasch bis zum Oberkellner Tiinauf. Jetzt werden sich Wirt und Gaste wohl nach einem, anderen Ober umsehen müssen. cpr. Wohl bekomm'»! In der Redaktion einer englischen Zeitung wird eine gut verpackte Gans abgegeben mit der Aufschrift: «An die Redaktion der landwirtschaftlichen Zeitung - in Dingsda.» Schmunzelnd nimmt der Redakteur die Gans mit nach Hause. Es gibt doch noch Leute, die gute Journalistik zu belohnen wissen, denkt er. Mittags isst er die Gans. Nachmittags kommt ein Herr in die Redaktion. «Ich habe da heute morgen eine Gans 'reingeschickt.» «Ah, Sie sind das!» schreit der Redakteur. «Herzlich willkommen!» «Ja,» sagt der Herr, «ich bin das. Diese Gans, müssen Sie wissen, lief schon seit zwei Wochen immer so gedrückt herum, und heute morgen, wie ich den Stall aufmache, liegt sie tot drin. Und da wollte ich Sie nun mal fragen, woran das arme Tier wohl gestorben sein könnte ...»

N° 25 — DIENSTAG, 18. Juni 1940 AUTOMOBIL-REVUE "Mi WFI TCFWTHFHFTtf Rodolfo Graziani Oberkommandierender der italienischen Landarmee iiüS ms im Jahre 1914 der Weltkrieg ausbrach, erhielt der Kommandant eines französischen" Wachtpostens an der tripolitanischen Grenze von seinem italienischen Gegenüber ein paar Zeilen: « Falls Italien mit den Zentralmächten marschiert, greife ich Sie morgen an. Inzwischen sende ich Ihnen eine Flasche Asti, die ich soeben erhalten habe. » Die Unterschrift lautete: « Major Graziani ». Der Brief charakterisiert sowohl den Schreiber, den heutigen Oberbefehlshaber des italienischen Heeres, als auch den Geist, der in der Kolonialarmee gepflegt wird. Der tägliche Kampf gegen die Mühsale der Wüste, die Schäden des Klimas und die feindlichen Stämme erziehen den Soldaten zu einer rücksichtslosen Härte nicht nur gegen die andern, sondern auch gegen sich selbst und zu einer restlosen Ausschaltung der eigenen Neigungen und Gefühle, soweit es die militärischen Verhältnisse erfordern, ohne dass jedoch darüber das unsichtbare Band vergessen würde, das alle diese Vorposten europäischer Kolonisation verbindet. Wer diese tropische Schule erfolgreich bestanden hat, verfügt über ein besonderes militärisches Können, einen unbeugsamen Willen, eine selbstverständliche Hingabe an die .gestellten Aufgaben und — tief im Herzen doch jene Menschlichkeit, die bei den meisten zu finden ist, die viel erfahren und ertragen haben. Nicht umsonst stehen an der Spitze sowohl der italienischen wie auch in der französischen und englischen Armee fast ausschliesslich* Führer, welche mehrere Jahre in den überseeischen Besitzungen gedient und gewirkt haben. Graziani ist, wie seinerzeit Lyautey, einer ihrer typischsten Vertreter. Der am 11. August 1882 geborene Sohn eines Arztes war vorerst nicht der militärischen Laufbahn bestimmt. Seine Eltern wollten aus ihm einen Juristen machen und sandten ihn zu diesem Zweck an die Universität in Rom. Doch der junge Student spürte den Drang nach dem Waffenhandwerk in seinem Blut und besuchte insgeheim die Vorlesungen für Offiziersschüler. Im Jahre 1904 bestand er seinen obligatorischen Militärdienst und wurde als Unterlieutenant entlassen. 1907 suchen die Behörden Freiwillige nach Eritrea, wohin er sich für fünf Jahre verpflichtet. Nach seiner Rückkehr heiratet er und geht darauf als Hauptmann nach Tripolis, bis im Mai 1915 das Land an der Seite der Alliierten in den Krieg tritt und er auf die norditalienischen Kriegsschauplätze versetzt wird. Dank ausserordentlicher Tapferkeit wird er noch im selben Jahr Major, erhält im Dezember 1917 am Berettapass und im Juni 1918 am Monte Melago zwei schwere Verwundungen und beendigt den Krieg — kaum 37jährig — als Oberst. Im Frühjahr zieht er an der Spitze eines Infanterieregimentes nach Mazedonien, verlässt vorübergehend die Armee, um eine grössere Reise im Kaukasus zu unternehmen und meldet sich 1922 wiederum als Freiwilliger für die Unterwerfung von Libyen, wo sich, infolge des Weltkrieges, die eigentliche Oberherrschaft Italiens nur noch auf die Küstenstriche beschränkte. Binnen kurzem wird er General, schlägt in einer entscheidenden Begegnung bei Misurata die feindlichen Kräfte und unterwirft nach und nach das gesamte unendlich grosse Hoheitsgebiet vom Dschebel bis zum Tarbuna, vom Ben Ulid bis zum Fezzan. Ist es verwunderlich, dass der damalige Gouverneur von Libyen, Marschall Badoglio, auf den jungen hervorragenden Offizier je länger je mehr aufmerksam wurde und ihn am 11. Januar zum Vizegouverneur von Cyrenaika ernannte? Damit begann eine Zusammenarbeit, die bis heute immer enger wurde. Nach einer Riesensumme von Arbeitsleistung wird Graziani im Jahre 1931 zum Armeekorpskommandanten ernannt und in Udine stationiert, wo er verbleibt, bis die Spannung in Ostafrika zur Vorbereitung militärischer Massnahmen zwingt. Im März 1935 reist er nach Mogadischu ab, um den Posten eines Militärgouverneurs von Somaliland zu übernehmen. Die Verhältnisse sind alles andere als rosig. Nur ein einziger Hafen ohne jeglichen Schutz gegen die Meeresströmungen ist vorhanden. Er hat nur wenige Truppen zu seiner Verfügung, während ihm auf feindlicher Seite der Ras Nassibu und Ras Desta mit grossen Mengen Menschenmaterial gegenüberstehen. Trotzdem Somaliland ursprünglich als Defensivposition vorgesehen war, steht Graziani bald in der Offensive. Die beinahe zwei Meter hohe Gestalt gilt bei den mohammedanischen Eingeborenen als «tabu», als unverletzlich, da er doch während 15 Jahren in der Wildnis gefochten hat, ohne nur ein einziges Mal verletzt zu werden. Nach Erstarrung der eriträischen Front im Januar 1935 beginnt Graziani den Angriff auf Neghelli, nimmt die Stadt ein und dringt innert wenig mehr als einer Woche 450 km weit in das gegnerische Gebiet ein. Graziani ist der gefürchtetste Gegner der Abessinier; auf seinen Kopf wird eine Prämie ausgesetzt. Man legt ihm Fallen. Im April O IOO 200 J00 WO 500 MO KM , •«MURSUK - ..°i RHAT 1936 besucht er eine soeben eingenommene Stadt und betritt eine koptische Kirche. Wie er seinen Fuss auf einen Strohteppich setzt, fällt er plötzlich in die Tiefe. Mit grosser Geistesgegenwart gelingt es ihm, seine langen Arme und Beine gegen die Wände zu sperren und den Sturz aufzuhalten. Als man die Grube untersucht, findet man auf dem 6 Meter tiefen Boden zahlreiche Eisenspitzen von 80 cm Länge, die gegen oben gerichtet sind und dem Eroberer des Landes ein fürchterliches Ende hätten bereiten sollen. Vizekönig Badoglio kehrt nun nach Italien zurück, und Graziani wird an seiner Stelle zum Marschall und Vizekönig von Aethiopien ernannt. Noch einmal fällt er beinahe einem Anschlag zum Opfer. Im Jahre 1937 werden während eines Festes Bomben gegen ihn geworfen. Trotzdem er an rund dreihundertfünfzig Stellen getroffen ist, erholt er sich wieder und steht bald aufs neue auf seinem Posten. Nachdem er noch zum Grafen von Neghelli ernannt worden ist, übernimmt er am 1. September das Kommando einer der beiden italienischen Nordarmeen und wird endlich Anfang November zum Generalstabschef der italienischen Armee ernannt. Mit Eintritt in den gegenwärtigen Krieg beruft ihn Mussolini zu deren Oberkommandanten. (£ e^^^t^^^&^g.g.&^&^^^^L^^ Sie liest das Juniheft ANNABELLE Vierwaldstätter - See und Umgebung und ist entzückt. denn für jede Frau enthält es etwas Neues! Wir nennen nur einiges : Eine chinesische Judith Der Chinese weiss Rat Wie die schönen Frauen von Yueh sich für die Freiheit ihres Volkes opferten. Der Garten als Tröster Von Claudine Die neue Seite für lebenswichtige Probleme und Herzensangelegenheiten Zurück zum Webstuhl Neue Freundschaft mit einem alten Handwerk Die Schweizer Zeitschrift für die Schweizer Frau kostet Fr. 1.- ^ ^ ^ ^ ^ ^ ^ ^ ^ ^ ^ ^ ^ ^ ^ ^ ^ ^ ^ ^ ^ ^ ^ ^ ^ ^ ^ ^ ^ ^ ^ VITZNAU das frohe Strandbaddorf VITZNÄUERHOF HOTEL RIGI PARKHOTEL HOTEL TERMINUS im Zeichen voller Rosenpracht freuen sich immer wieder auf Ihren uns lieb gewordenen Autobesuch. Verpassen Sie nicht eine Rigi-Pfeilfahrt hinauf in die wundervolle Bergblumenpracht.