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E_1940_Zeitung_Nr.026

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9$eii Madame Juliette

9$eii Madame Juliette sieht sich um — nein, ihr Mann hat sich schon aus dem Staube gemacht... er steht drüben neben dem Schlangenmenschen. (ForUtUuno folgt)

N°26 — DIENSTAG, 25. Juni 1940 AUTOMOBIL-REVUE Aum den Kanfltonen Das neue bernische Verkehrssteuerdekret teilweise in Wirksamkeit Einzelne Erleichterungen treten bereits auf 1. Juli in Kraft Am letzten Donnerstag empfing der Polizeidirektor des Kantons Bern, Regierungsrat Seematter, wie wir bereits gemeldet hatten, die Vertreter der Strassenverkehrsverbände zu einer orientierenden Aussprache über die Frage der Inkraftsetzung einzelner Bestimmungen des neuen Verkehrssteuerdekretes auf 1. Juli. Ganz von ungefähr kam es nicht, dass sich die Diskussion dabei in erster Linie dem Thema Steuerskala zuwandte, denn darin liegt für den ACS wir für den TCS noch immer so etwas wie der < neuralgische Punkt» des neuen Erlasses. Für normale Zeiten könnten sich die Automobilisten mit der vom Grossen Rat gutgeheissenen Skala abfinden, unter den heutigen Umständen aber und bei der Unmöglichkeit, die weitere Entwicklung der Benzinrationierung vorauszusehen — bereits auf den 1. Juli tritt ja eine Reduktion der bisherigen Zuteilung ein — hält es für den Motorfahrzeugbesitzer schwer, Verständnis für eine Erhöhung der Steueransätze aufzubringen, wie sie nunmehr für die grosse Mehrzahl unter ihnen beschlossene Sache ist. Bei den Verbänden hofft man deshalb, die Regierung werde je nach der künftigen Gestaltung der Rationierung mit sich reden lassen und gegebenenfalls ein Entgegenkommen in dem Sinne gewähren, dass sie auf der neuen Steuerskala gewisse Rabatte einräumt. Aehnlich wie in andern Kantonen bemühen sich auch die Berner Automobilisten, genauer gesagt die Organisationen der Personenwagenbesitzer, darum, eine Relation zwischen Rationierung und Steuer herzustellen, um eine tragbare Grundlage für die Besteuerung während der Dauer der Rationierung zu finden. Und die Regierung scheint die Türe nach dieser Seite hin noch nicht ganz hinter sich geschlossen zu haben, so dass Aussicht auf die Möglichkeit weiterer Verhandlungen besteht. Entsprechend der Ermächtigung, die ihr der Grosse Rat erteilt und gemäss ihrer Zusicherung, ihr möglichstes hiefür zu tun, lässt die Regierung eine Reihe der im Dekret vorgesehenen Erleichterungen vorzeitig, d.h. auf 1. Juli, in Kraft treten. Die Abstimmung über das Gesetz, wovon die Inkraftsetzung des Dekretes abhängt, kann nämlich kaum vor Ende des Jahres erfolgen. Worauf sich diese Erleichterungen erstrecken? Zum ersten auf die Einführung der Wechselnummern, zum andern auf die monatliche Steuerberechnung, die namentlich dem mobilisierten und vorübergehend aus dem Dienst zurückkehrenden Wehrmann zustatten kommt und schliesslich auf die — bisher fehlende — Schaffung der Möglichkeit einer Uebertragungdes Fahrzeugs von Halter zu Halter oder des Halters von Fahrzeug zu Fahrzeug ohne steuerliche Mehrbelastung. Personenwagen auch die Motorräder, die Lieferungs- und Lastwagen in eich schlieosen, ferner die Wechselschilder und Tagesbewilligungen. Wenn sich vielleicht, angesichts der neuen gekürzten Benzinrationen, der eine und andere Motorfahrzeughalter zur Schilderrückgabe versucht fühlen sollte, Der Gedanke, sich für die Beförderung von Truppen nach den Kampfplätzen des Flugzeugs zu bedienen, ist alles andere denn neu. Man brauchte sich ja nur die Bedeutung des Flugzeugs als Kriegswaffe zu vergegenwärtigen, um die Möglichkeit zu erkennen, kleinere oder grössere Truppenbestände auf schnellstem Weg und über grosse Distanzen dorthin zu bringen, wo sie die Konsolidierung von den Landtruppen bereits eroberter Positionen oder die Errichtung vorgeschobener Posten in Feindesland erforderte. Wenn die Verwirklichung dipser Idee anfangs auf Schwierigkeiten stiess, so deshalb weil damals die Entwicklung des Flugzeugs noch nicht auf einer Stufe angelangt war, welche die ihm innewohnenden Möglichkeiten voll auszuschöpfen gestattete. Trotz der raschen Fortschritte, deren Triebfeder in den Erfordernissen der Kriegsführung lag, existierten auch am Ende des grossen Völkerringens von 1914/1918 noch keine Luftfahrzeuge, deren Grosse und Leistungsfähigkeit den Transport von Truppenteilen zuliess. Und als in der Nachkriegszeit die Grossraum-Maschinen die Welt in Staunen versetzten, da standen der Konstruktion dieser Luftriesen Erwägungen zu Gevatter, die mit Krieg nichts zu tun hatten. Als Erster unternahm in den Nachkriegsjahren der Italiener Caproni den Versuch, ein Grossflugzeug zu bauen. Viel Glück war ihm dabei allerdings nicht beschiedan. Zwar der hundertplätzige (!) Gigant, ein Wasserflugzeug, blieb keineswegs etwa im Stadium des Projektes stecken, er verliess tatsächlich die Werkstätten, aber beim ersten Start ging er in Trümmer. Caproni hatte seinerzeit zu weit vorauseilen wollen. Trotzdem aber fand das Problem seine Lösung, du roh die zivile Luftfahrt nämlich, die eine wahrhaft ungeahnte Entwicklung erlebte. Die grosse Verkehrsmaschine aber verkörpert den Stammvater des modernen Truppentransporters. Allem Anschein nach gehen die ersten Experimente mit fliegenden Truppen auf die Russen und Engländer zurück. Was weiter nicht verwundert, wenn man sich vor Augen hält, dase gerade diese Länder die Frage der Ueberwindung grosser Distanzen beschäftigen inusste, eine Frage, die häufig genug noch erschwert wurde durch Verkehrsschwierigkeiten, welche bei andern Nationen zu den unbekannten Dingen gehören. Als Werkzeug für die Truppenbeförderung indessen wurde das Flugzeug in grossem Ausmass erstmale von Italien so wird er sich's möglicherweise angesichts der fühlbaren Steuerermässigung doch nochmals überlegen, denn allerdings bedeutet die Schilderrückgabe eine Beeinträchtigung vor allem des Autogewerbes und der gesamten Verkehrs- und Volkswirtschaft. V Flugzeuge für den Truppentransport während seines albessinischen Feldzuges eingesetzt. Die dabei gesammelten Beobachtungen und Erfahrungen führten zur Anwendung dieses Mittels auch in Albanien. Erst der Masseneinsatz in Polen, Holland und Belgien jedoch hat die Augen der Welt auf dieses neue Kriegsinstrument hingelenkt. Sämtliche Grossflugzeuge des deutschen Verkehrsnetzes wurden dabei in den Kampf geworfen und landeten Tausende von Soldaten hinter den feindlichen Linien. Für militärische Sachverständige konnte darin von jenem Augenblick an keine Ueberraschung mehr liegen, da Fallschirabsprin'ger und Luftinfanterie bei militärischen Uebungen in Erscheinung getreten waren und ihre Wirksamkeit auch bei kriegerischen Aktionen unter Beweis gestellt hatten. Immerhin zog die deutsche Wehrmacht nicht bloss die VerkehrsluftfloUe heran, vielmehr •»•erstärkte sie deren Durchschlagskraft durch den in bedeutendem Umfang erfolgten Bau des dreimotorigen Junkers «Ju. 53—3», der einen direkten Abkömmling des bekannten Verkehrstyps « Ju. 52 » darstellt. Um eine Maschine modernster Prägung handelt es sich beim Ju.*52 nicht, war er doch 1930 für Warentransporte gebaut und 1932 in ein 17- plätziges Verkehrsflugzeug umgewandelt worden. Einige Jahre später, 1935, erschien der Ju. 52 als dreimotoriger Bomber in Hunderten von Exemplaren in der deutschen Luftwaffe. Nicht mehr schnell genug, wurde der «Ju. 62—3» von der Luftwaffe zwar ausrangiert, nicht aber etwa ganz beseitigt Durch Unterbringung von Sitzgelegenheiten im Rumpf der ehemaligen Bomber und der «Ju. 52», für die infolge der fast völligen Stillegung der Luftverkehrslinien keine Verwendung mehr bestand, gelang es, das Fassungsvermögen auf 25 bis 30 Mann mit vollständiger Ausrüstung zu erhöhen. Mehrere hundert solcher Truppentransportmaschinen standen damit bereit. Und sie wurden schonungslos eingesetzt Auch die italienische Luftwaffe Terfügt über moderne Transportflugzeuge. Die Gebart der «Stuka». Unter den verschiedenen Werken, die «ich mit der Lösung des schwierigen Problems eines Sturz- Kampfflugzeuges befassten, befanden sich auch die Junkers-Werke. Hier war es Dipl.-Ing. Hermann Pohlmann, der die Konstruktionsarbeiten übernahm. Für die Entwicklung «dnea Sturzkampfflugzeuges war, wie dieser Ingenieur in einem Interview berichtet, die Tatsache massgebend, dass es mit einer Bombenlast von 400 ig in der Lage sein sollte, Punktziele anzugreifen. Für die Grosse der konstruktiven Aufgabe ist der Hinweis bezeichnend, dass damals für ein kleines einmotoriges Flugzeug mit grosser Wendigkeit schon mit einem Bombengewicht von 200 kg fast das Maximum der zu tragenden Last erreicht schien. Nach den ersten Vorarbeiten wurde mit der praktischen Entwicklung des neuen Baumusters begonnen. Technisch kam es in erster Linie auf besonders gute Flugeigenschaften im Sturzflug und auf grösste Festigkeit des Materials an. Diese Forderung war an sich von der deutschen Flugzeugindustrie leicht zu erfüllen. Schwierigkeiten bot jedoch die Sicherung der Flugeigenschaften im Sturzflug. Denn je grösser die Sturzfluggeschwindigkeit sein sollte, um so grösser musste die Entfernung vom Erdboden sein, in der das Flugzeug vom Lenker abgefangen wurde. Anderseits musste ein sehr schneller Sturz möglich sein, um die Einwirkung der Bodenabwehr herabzumindern. So wurden bereits die ersten Muster mit der Sturzflugbremse ausgestattet, die eine Anpassung an die jeweils erforderlichen Sturzgesohwindigikeiten ermöglichte. Nach vielen tausend Konstruktionsatunden konte an den Bau der ersten Versuchsmaschine gegangen werden. Die Probeflüge gaben dann die Möglichkeit zu wesentlichen Verbesserungen. Auch hier waren wiederum überaus schwierige Konstruktionsarbeiten erforderlich. Zeitweise traten Schwierigkeiten in solchem Umfange auf, dass der Einsatzwert dieses Musters überhaupt fraglich erschien. Immer neue Versuchsmuster wurden fertiggestellt, bis endlich ein vollkommenes Modell geschaffen "war, da« allen Anforderungen genügte. Damit war zugleich der Zeitpunkt erreicht, in dem die Serienfabrikation in grossem Umfange aufgenommen werden konnte. Der Spanien-Krieg bot die erste Gelegenheit «u einer kampfmässigen Erprobung der < Ju. 87», und es zeigte sich, dass grössere Verbesserungen nicht mehr durchgeführt zu werden brauchten. «kt Balkan-Rallye abgesagt Nach einer Mitteilung des Automobil- undTouring-Clubs von Griechenland ist das Balkan-Rallye mit Rücksicht auf die gegenwärtigen Verhältnisse abgesagt worden. Attillo Marinoni f. Auf der Autostrasse Mailand - Varese verunglückte in den frühen Vormittagsstunden des vergangenen Mittwoch bei einer Probefahrt mit einem 1,5-Liter-Alfa-Romeo-Rennwagen Attilio Marino n i von der Rennabteilung der Mailänder Automobilfabrik. Der Unfall ereignete sich hei Kilometer 22 auf der Höhe einer Strassenüberführung, als Marinoni ein Fahrzeug überholte und eich plötzlich einem Camion geigenübersah, dem er, mit Rücksicht auf die eigene hohe Geschwindigkeit, nicht mehr ausweichen konnte. Der Zusammenstosi blieb unvermeidlich, der Pilotn wurde auf der Stelle getötet wnd der kleine Alfa echwer beschädigt, um alsdann in Flammen aufzugehen. Nach der Zürcher Abstimmung vom 16. Juni Nachdem von Seiten des Regierungsrats aus die Zusicherung des Inkrafttretens der Anpassung der Verkehrssfeuern an die Benzinrationierung auf den 1. Juli 1940 gegeben worden war, blieb nicht mehr viel Zeit übrig, um die Vollziehungsverordnung und vor aPem die Skala der vorgesehenen Steuerreduktionen festzulegen. Unverzüglich nahm denn auch die kantonale Polizeidirektion die Verhandlungen mit der Kantonalen Strassenverkehrsliga auf, welche in Anbetracht der Bedeutung der Sache den grossen Vorstand zu einer dringenden Sitzung auf den 18. Juni einberief. Verschiedene Wege öffnen sich, um das gesteckte Ziel, die Anpassung der Verkehrssteuern an die Benzinrationierung, zu erreichen. Eine generelle Ermässigung, wie eie in Baselstadt (12 °/o) -und Waadt (10 %>) , vorgenommen worden ist, yermag aus dem Grunde nicht voH zu befriedigen, weil eie auf die Benzinzuteüung überhaupt keine Rücksicht nimmt. Eine Abstufung zwingt eich von diesem Standpunkte aus auf, wobei wohl die nächstliegende Lösung darin besteht, auf die Benzinkategorien (Dringlichkeits- und Quantitätskategorien) abzustellen. Immerhin wäre daneben noch ein anderes S'yetem denkbar, das auf der Benzinmenge, unter Einbezug des Zueatzbenzins, basiert. Allein es erfordert fast für jede Rationierungsperiode eine neue Skala, sofern die Benzinrationen ändern. Dazu gestaltet sich die monatliche Ausrechnung der Rückvergütung für 15 000 Motorfahrzeuge eehr kompliziert. Da diese grundsätzliche Frage noch genauer Abklärung bedarf, war es dem Regierungsrat nicht möglich, sich bereits an der letzten Sitzung vom 20. Juni mit dem Entwurf der Vollziehungsverordnung zu befassen. Es wurde erneut mit der Strassenverkehrsliga Fühlung genommen und diese neuen Beratungen dürften nun das Gute haben, dass man zu einer Lösung gelangt, welche nicht nur den Kanton, sondern auch die rund 16 000 Automobilisten und Motorradfahrer zu befriedigen vermag. Der Regierungsrat wird am 27. Juni den Entwurf für die Vollziehungsverordnung behandeln, sie tritt mit dem 1 Juli in Kraft, so dass sich die zugestandenen Erleichterungen mit diesem Tage auszuwirken beginnen, und zwar auch für diejenigen Motorfahrzeughalter, die ihre Verkehrssteuer bereite bis zum 30. September resp. 31. Dezember bezahlt halben. Die Vollziehungsverordnung wird ausstr den Bis einen Fünftel der Ankaufssumme macht die Vergütung aus, die Ihnen dei Bund durch die Rückerstattung der Auto mobflsteuem während fönf Jahren und Vergütung für die armeetaug« Rehe Ausrüstung gewährt Dazu sind neugekaufte Lastwagen, Kriegsfall vorbehalten, während eines Jahres von der Requisition befreit MOTORWAGENFABRIK BERNA AG. ÖLTEN jQt Marinoni, der im 49. Lebensjahr stand, verliert die internationale Automobilsportwelt eine ihrer bekanntesten Figuren. Er war einer der ältesten und fähigsten technischen Mitarbeiter der Alfa-Romeo-Werke. Schon sehr früh war er in deren Werkstätten tätig und wechselte bald in die Rennabteilung über, wo er an der Seite Giuseppe Camparis die Mailänder Farben während einigen Jahren an internationalen Rennen mit wechselndem Erfolg vertrat Seine beiden letzten Rennen bestritt er im Jahre 1938, wo er im Groesen Preis von Mailand für 1,5-Xiter-Wagen vorzeitig ausschied, während er im Grossen Preis von Brasilien den zweiten Platz belegte. Seine Rennnfahrereigenschaften, sein feines Gefühl für die Mechanik der modernen Boliden prädestinierten ihn geradezu für den ihm in der Folge sowohl bei der Fabrik als auch später im Ferrari- Stall anvertrauten Posten als Einfahrer. Er war der Vertrauensmann und Ratgeber von Piloten und Mechanikern, die er von Rennen zu Rennen begleitete, um ihnen allüberall mit seiner reichen Erfahrung zur Verfügung zu stehen. KLEINE CHRONIK AmerJkakaleldoskop. Nach 1 einer amtlichen Schätzung besitzen von den rund 330 000 vagabundierenden Familien in den U. S. A. mindestens 250 000 ihr eigenes Auto. Jedes Jahr kommen mindestens 25 000 Kinder in diesen Wagen ohne ärztliche Hilfe zur Welt. 11 °/o aller Autoalarme in den U. S. A. betreffen Autobrände. Ford baut einen neuen Flugmotor. Wie Henry Ford bekanntgegeben hat, arbeiten die Fördwerke an der Entwicklung eines neuen Flugmotors vom Rolls-Royce-Typ. Durch Vereinfachung der Konstruktion werde eine Verbesserung gegenüber den bestehenden Motortypen erreicht Auf die Frage nach näheren Einzelheiten »rweizerte.Ford Jedoch die Auskunft.