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E_1940_Zeitung_Nr.026

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6 AUTOMOBIL-REVUE

6 AUTOMOBIL-REVUE DIENSTAG, 25. Juni 1940 — N° 26 Occasions-Automobile 1 OPEL, Kapitain, neuestes Mod., 6 Zyl., Limousine, 4/5 PL, 12,7 PS. 1 OPEL, 2 Liter, 1935, Limousine, 6/7 PL, tadelloser Zustand, 9,8 PS. 1 OPEL, 1,8 Liter, 1932, Limousine, 4 PL, meehan. Teil revidiert, 9 PS. 1 PLYMOUTH, 1935, Limousine, ciel ouvert, 4/5 PL, 6 Zyl., 16,8 PS. 1 PLYMOUTH, 1934, Limous., 4/5 PL, 6 Zyl., 16,8 FS, in neuwertigem Zustd., erst 24000 km. 1 PLYMOUTH, 1933, 6 Zyl., Limousine, 4/5 PL, 15,8 PS, in rev. Zustand. 1 PLYMOUTH, 1933, 2 PL, Cabriolet. 1 FORD V8, 1934/35, Limous., 4/5 PL, 18,4 PS. in ruhiger, aussichtsreicher Gegend d. Kts. Frei- 1 CHRYSLER, 1933, 8 Zyl., Limous., 4/5 PL, 20 PS. 1 NASH, 1932, 8 Zyl., 4/5 PL, 19 PS, erst 30000 burg. — Anfragen unter km gefahren. Chiffre 0. F. 2823 B. an Orell Füssli - Annoncen, 1 CITROEN, 1933, Limous., 4/5 PL, 9 PS. Bern. 76979 1 CADILLAC, 1932, 7/8 PL, 8 Zyl., 27 PS. 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BERN, Dienstag, 25. Juni 1940 Automobil-Revue - II. Blatt, Nr. 26 s *** i».»,, Rings um Auto und Kamera Ich kenne einen Mann, der seinen Wagen, den unwiderleglichen Zeugen seiner Weitgereistheit, als ständige Staffage ins Bild bringt: vor dem Vesuv, der Cheopspyramide, am Louvre, am Landieingang. Ich kenne eine Dame, die ihr Auto so herzlich liebte, dass sie ein Tagebuch des benzingenährten Kameraden anlegte. Es erzählt vom Kaufabschluss über Schrammen und Pannen, den neuen Lack und die grosse Karambolage bis hinab zum Autofriedhof die ganze Lebens- und Leidensgeschichte (in Fotos natürlich) und darüber hinaus von einem Wiedererstehen in neuer, schönerer Form. — Und dann kenne ich einen älteren Herrn, der seit dreissig und mehr Jahren "Autofahrer ist und ebensolange Photoamateur. Er nimmt Wagen wie Kamera bloss als Mittel zum Zweck: das prächtige Beförderungsmittel soll ihn samt allem Photogepäck (und das ist bei ihm ziemlich umfangreich!) bequem zu den Motiven tragen. Das ist die übelste Aufgabe noch nicht, wenn Sie sich an einem schönen Tage vornehmen, den Wagen zu keinem andern Zweck aus der Garage zu holen, als: ein paar schöne Bilder aufzuspüren. Aber fahren Sie allein oder nehmen Sie nur jemand mit, der durchaus keine Eile hat; der Sinn für geniesserisches Verweilen und geduldiges Vertiefen in den Anblick schöner Natur kennt und Sie bei Ihrer Arbeit gar nicht stören wird. Sie mögen Strecken, die Sie nicht reizen, mit Schnellzugsgeschwindigkeit durcheilen. Nähern Sie sich aber dem Gebiet Ihrer Motive, so fahren Sie einmal ganz, ganz langsam und gemessen Sie Blick irgend etwas Interessantes zu erspähen, im die Gegend mehr wie ein Wanderer — die meisten Autofahrer haben das ganz verlernt! loszudrücken. Wozu im Schneckentempo fahren? gleichen Augenblick die Kamera zu ziehen und Vielleicht kommt bei solcher Fahrt auch die Wozu erst aussteigen? Was ihn reizt, muss man alte Mattscheibenkamera samt Stativ wieder zu im Fluge erhaschen. Es sind die flüchtigen, nicht Ehren. Lassen Sie die Leute lachen, die nur auf wiederkehrenden Momente, die er rasch erfasst Momentkameras möglichst kleinen Formats schwören: diese haben onne Frage ihre grossen Vorzüge — vor allem ihre Beweglichkeit und schnelle Aufnahmebereitscriaft. Wo aber nicht das Momentane, sondern das geruhsame Motiv in Frage kommt, .hat die ehrwürdige Mattscheibe ihre entschiedenen Vorzüge! Wer etwas mehr von der Verteilung der Schärfe versteht als ein Tiefenschärfenring ahnen lässt, will gerade bei Landschaftsaufnahmen am liebsten mit der Visierscheibe arbeiten. Die Unbequemlichkeit des umfangreicheren Gepäcks spielt wohl beim Fusswanderer eine Rolle, nicht aber beim Motorfahrer. Rüsten Sie sich reichlich aus, lassen Sie weder Filter, noch Vorsatzlinsen, noch Sonnenblende daheim: Ihr Wagen ist ein geduldiger Packesel, der das wenige an Mehrgewicht gar nicht spürt! Jener alte Herr bringt denn auch gewöhnlich einige wenige, aber gediegene Aufnahmen nach Hause. Er hat für Leute mit Kleinkameras kein Verständnis — und diese nicht für ihn. Denn das Auto kann auch ein feuriger Renner sein und sein Herr ein ungeduldiger Jäger, dem jedes längere Verweilen verhasst ist. Ein Mann, der sich etwas darauf zugute tut, mit scharfem und fixiert. Nur versuche er nicht — ohne Wechsel der Arbeitsweise — mit dem ersten Mann in Konkurrenz zu treten. Denn jede Arbeitsweise hat ihre Stärke und ihre Schwäche: wer mit der Mattscheibe und dem Stativ hantiert, hat den Vorteil, den Bildaufbau in allen Teilen sicher beurteilen und abwägen zu können. Bewegtes aber kann auf diese Weise nicht gut fixiert werden: jede Bewegung erstarrt zur Pose. Umgekehrt beim flüchtigen Erhaschen der Momente: hier ist keine sichere Beurteilung der Bildwirkung an sich möglich — dagegen kommt es auf die geschickte Abschätzung der Bewegungen an und auf die Erfassung der charakteristischen Phase. Manche Menschen haben hierfür einen erstaunlich sicheren Instinkt: eben diese mögen zum «motorisierten Motivjäger > werden. Aber sie mögen sich zähmen: die Fülle der flüchtigen Eindrücke verleitet rasch zur Massenknipserei, an der zuletzt niemand mehr Freude hat. Zur Technik des Photographierens aus fahrendem Wagen: selbstverständlich ist der «Jäger > nicht Fahrer zugleich. Er widmet sich— die schussbereite Kamera im Arm — bloss dem Aufspüren der Motive. Sobald er etwas wittert, bittet er den Fahrer, das Tempo auf 40, 45 km/Std. (oder weniger) herabzumindern, und wenn es die Beleuchtungsverhältnisse irgend erlauben, so belichtet er ca. V300 Sek. Höheres Tempo kommt nur auf recht glatter Strasse in Frage — andernfalls würden die Bilder verwackeln. In jedem Fall muss der Photographierende sich bemühen, die Kamera zwar fest, doch federnd zu halten. Die Abfederung geschieht mit dem Körper (Oberarme an die Brust gepresst; nicht sich anlehnen, auch die Arme nirgends aufstützen!). Die Kamera muss gut gefasst und der Verschluss ruhig durchgedrückt werden. Glaube niemand, dass bei Vsnn oder VÜOO Sek. ein Ver- wackeln durch unruhiges Verschluss-Auslosen nicht möglich sei: es ist bei jeder Geschwindigkeit möglich! Wo es nicht anders geht, kann man ruhig durch die (gesäuberte) Scheibe hindurch photographieren. Am besten, wenn Sie mit der Kamera recht nahe an die Scheibe heranrücken. Vorausgesetzt ist natürlich, dass sie im Augenblick der Dem einen liegt eine unstete, dem andern jene abwägende Arbeitsweise mehr (sehr wehige können beides!). Wenn Sie über Ihre Veranlagung im Klaren sind, so werden Sie auch entscheiden können, ob Ihnen (unter den modernen Kleinkameras) solche mit Durchsichtssucher oder etwa besser eine Spiegelreflex zusagt, die eine gute Beurteilung der Bildwirkung erlaubt. Wissen Sie übrigens, dass Sie in den Scheinwerfern ein sehr beachtliches Kunstlicht zur Verfügung haben, bei dem sich manche interessante Aufnahme machen lässt? Wer einen Belichtungsmesser hat, kann leicht feststellen, dass Personen nahe vor dem Scheinwerfer so gut beleuchtet sind, dass recht kurze Belichtungszeiten resultieren. Ich kenne sogar die Aufnahme einer nächtlichen Birkenallee, die nur von den Autolampen und einem Suchscheinwerfer beleuchtet war. Der Sucher wurde benutzt, um damit Stamm für Stamm nacheinander eine Zeitlang abzutasten: der Erfolg war ausgezeichnet! Zum Schluss noch etwas für Leute, die Photoalben der üblichen Art nicht lieben. Ich weiss jemand, der seine Ferienerinnerungen jeweils in Leporelloform niederlegt : das langgestreckte Faltblatt zeigt erst einmal als roten Faden die (sehr vereinfachte) Streckenkarte. Obenan eine Photo des Wagens und der Fahrtteilnehmer; Land- schaftsbilder, Architekturaufnqhmen, Volkstypen, Reisebekanntschaften und Erinnerungsphotos aller Art an passender Stelle links und rechts der Strecke. Der « Rote Faden » kehrt sich wenig an Nord und Süd: er läuft — nur wenig geschlängelt — ganz einfach von oben bis unten durch, gibt aber die Streckenlängen proportional leidlich richtig wieder. Der Mann — ein Amateur in jeder Beziehung — dilettiert auch ein wenig als Karikaturist: das kommt der Sache sehr zugute. Uebrigens ist die Fahrt gewöhnlich abgeschlossen durch die Aufnahme des leeren Portemonnaies — nur einmal vorzeitig durch den Scheck der Versicherungsgesellschaft: das vorletzte Bild zeigt das Autowrack... die Fahrer stehen verdutzt, aber heil daneben. Diese Leporelli — bei passender Gelegenheit entfaltet — geben, die anschaulichsten Fahrtberichte und sind lebendigere Erinnerungsblätter als es die üblichen Alben sein können.