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E_1940_Zeitung_Nr.028

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BERN, Dienstag, 9. Juli 1940 Nummer 20 Cts. 36. Jahrgang — No28 ERSTE SCHWEIZERISCHE AUTOMOBIL-ZEITUNG Zentralblatt für die schweizerischen Automobil- und Verkehrsinteressen ABONNEMENTS-PREISE: •ufab« A (ohne Versicherung) halbjahrlich Fr. 5.-, Jährlich Fr. Autland mit Portozuschlag, wenn nicht postamtlich abonniert Ausgabe B (mit gew. Unfallversich.) vierteljährlich Fr. 7.50 Ausgabe C (mit Insassenversicherung) vierteljährlich Fr. 7.75 Seit dem 8. Juli:' 64 Rp. pro Liter Benzin Verteuerung dieses lebensnotwendigen Stoffs seit Sept. 1939: mehr als 50% — Wo bleibt die Zollsenkung durch den Bund? «Amtlich wird bekanntgegeben, dass mit Wirkung ab 8. Juli, 0 Uhr, d. h. Mitternacht von Sonntag, den 7. auf den 8. Juli der Tankstellen - Literpreis von Benzin um 9 Rp. auf 64 Rp. erhöht wird. Ab gleichem Zeitpunkte werden auch die Verkaufspreise von Heizöl und Dieselöl, sowie Petroleum und White - Sprit erhöht. Die für diese Produkte höchstzulässigen Ansätze werden dem Handel von der Eidg. Preiskontrollstelle vorgeschrieben. Sämtliche Erhöhungen sind auf die auch in den letzten Monaten anhaltende Steigerung der Warenwerte, sowie auf den durch die Veränderung der internationalen Lage entstandenen weitern Anstieg der See- und Landtransport- und Versicherungskosten zurückzuführen. » Also lautet das offizielle Communique 1 , womit den Motorfahrzeugbesitzern der Schweiz in lakonischer Form kuhdgetan wird, dass sie sich vom 8. Juli an mit eüner neuerlichen Verteuerung des Benzinpreises abzufinden haben^ deren Ausmass mit 9 Rp. pro Liter die Aufschläge vom September 1939 und vom Februar 1940 noch übertrifft. Binnen zehn Monaten ist damit der Tanksäulenpreis um mehr als 50% emporgeschnellt, eine Entwicklung, welche die Gefahr schwerer Rückschläge auf Erscheint jeden Dienstag REDAKTION ^ADMINISTRATION: Breltenralnstr. »7, Bern Telephon 28.222 - Postcheck III414 - Telegramm-Adresse: Autorevue, B*rn Geschäftsstelle Zürich: Löwenstrasse 51, Telephon 30.743 unsere Wirtschaft in ein akutes Stadium hineindrängt, heute mehr denn je. Man braucht nicht zu den geborenen Pessimisten zu gehören, um nach der neuesten Verfügung der Preiskontrolle am ohnehin düstern Horizont des schweizerischen Automobilwesens noch schwärzeres, unheilverkündendes Qewölk sich zusammenballen zu sehen, man braucht nicht der Sucht ewigen Lamentierens verfallen zu sein, um die Bestürzung zu verstehen, welche das zwar nicht völlig überraschende, in solcher Schärfe jedoch kaum erwartete Anziehen der Benzinpreisschraube an den Kreisen der Fahrzeugibesitzer wie des Autogewerbes hervorgerufen hat. Nach der rund 30—50prozentigen Kürzung der Benzinrationen für den Julü, die noch keineswegs verschmerzt ist, musste die im buchstäblichen Sinn des Wortes .«über Nacht» dekretierte Verteuerung einen um so stärkeren Schock erzeugen. "Wovon die nicht durchwegs auf Dur abgestimmten Telephonanruie bei unserer Redaktion beredtes Zeugnis ablegten. Dass dabei die Bekanntgabe des Aufschlages am 8. Juli, also eine Woche nachdem mancher seine Verkehrssteuer für den nächsten Monat oder das nächste Quartal berappt hatte, deutliches Unbehagen und Missfallen erregte, sei nebenher als Symptom der herrschenden Stimmung und der Auslegungen, welche die Massnahme der abermaligen Preissteigerune erfuhr, immerhin festgehalten. Woher rührt der Aufschlag? Wenn auch die amtliche Mitteilung erkennen lässt, dass die Ursache der Verteuerung in einer weiteren Aufwärtsbewegung der Weltmarktnotierungen einerseits, der Frachtund Versicherungskosten anderseits zu suchen ist, so erhebt sich doch der Wunsch nach genauerer Aufklärung über das Wieso eines behördlichen Schrittes, der in den davon betroffenen Kreisen zunächst nicht anders denn konsternierend wirken konnte. So mögen die nachstehend resümierten, ergänzenden Informationen aus zuständiger Quelle die Hintergründe aufdecken helfen, auf denen das neue Kapitel der Benzinpreisgestaltung im Inland spielt: Seit dem 12. Februar 1940, da der Detailpreis des Benzins von 50 auf 55 Rappen pro Liter hinaufging, sind die Importpreise weiter angestiegen. Dieser Vorgang vollzieht sich fliessend, so dass seither alle paar Wochen einmal eine Heraufsetzung des — manipulierten — Inlandpreises erforderlich gewesen wäre, sofern man ihn jeweilen sofort den Veränderungen des Importpreises hätte anpassen wollen. Die Behörden sahen jedoch davon ab, der gleitenden Hausse der Weltmarktnotierungen, der Fracht- und Versicherungsansätze mit der Festsetzung des Inlandpreises unmittelbar zu folgen. Sie halben die hier seit dem Februar eingetretene Teuerung mit einem einzigen Schritt, in einer einzigen Stufe wettgemacht, eben durch den Aufschlag des Säulenpreises auf 64 Rappen pro Liter. Mit dieser Massnahme musste man angesichts des Zwangs, die Inlandpreise nach den erhöhten Gestehungskosten auszurichten, schon seit geraumer Zeit rechnen; sie gleicht die nach dem 12. Februar erfolgte Steigerung dieser « Grenzpreise » aus, die bewirkte, dass die vorhandenen Lagerbestände entsprechend teurer eingekauft werden mussten. Es wäre somit — immer nach den Darlegungen der Behörden — ein Irrglaube, anzunehmen, dass die heutige Heraufsetzung des Literpreises den Ausfluss einer plötzlichen Verteuerung des Gestehungspreises bildete und dass irgendwer die Differenz zwischen den zum < alten» Preis angelegten Re- INSERTIONS-PREIS IM* aehtfopattene 2 mm hohe Grundzeile oder deren Raum 45 R». Grössere Inserate nach Spezlaltaril InaeratonschluH 4 Tag« vor Erscheinen der Nummer In dieser Nummer: Arbeitsbeschaffung — durch Benzin. Demobilmachung und Treibstoffrationierang. Zeichengebimg bei Strassengabelungen. Technische Notizen. Feuilleton: Seite 2. Beilage: serren und dem neuen Detailpreis für sich einstecken könnte Eine derartige Differenz existiert gar nicht, weil der Import seit dem Februar laufend höhere Preise zu entrichten hatte, mit denen der Inlandpreis nicht mehr Schritt hielt. — Soviel über das, was aus den Amtsstellen herauszubringen war. Bei alledem berührt es merkwürdig, dass auf Anfragen hin, die noch in den letzten Tagen wegen der Möglichkeit eines Preisaufschlags an sie gerichtet wurden, niemand mit der Sprache so recht herausrücken wollte. Man hüllte sich einmal mehr in Geheimnistuerei. Noch seltsamer jedoch mutet es an, dass die CIA (Commission Interassociation) auch jetzt wieder, entgegen dem früher abgegebenen Versprechen, erst post festum — auf heute Dienstag nämlich — einberufen wird, offenbar lediglich, um von einer voll- Auf dem Flugplatz Belpmoos bei Bern fand am letzten Sonntag die feierliche Uebergabe der Fahnen an die Fliegerabteilungen der Schweizer Armee durch den General statt. Generalstabschef Oberstdivisionär Huber und Oberstdivisionär Bandi, der Chef der Fliegerwaffen, wohnten dieser eindrucksvollen und würdigen Feier bei. 1) Einsegnung der Standarten durch den Feldprediger. (NF/1304) 2) Der General übergibt einem der Abteilungskommandanten die Fahne. (NF/1311) 3) Der General und Oberstdiv. Bandi grüssen die vorbeimarschierende Fahne (NF/1300) Stramm stehen Fähnriche und Fahnenwachen nach der Uebergabe. (NF/1303) Photos Tieche.