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E_1940_Zeitung_Nr.028

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ÄUTOMOBIL-REVUE

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BERN, Dienstig, 9. Juli 1940 Automobil-Revue - II. Blatt, Nr. 28 Die Haare des William Strickland In diesen Tagen ist es einem kleinen und ganz dünnen Friseur, John Budd, gelungen, einen Mörder zu verhaften, oder doch der Polizei in die Arme zu treiben. Der Verhaftete ist ein gewisser William Strickland, der für eine Untat an einer älteren Frau gesucht wurde. Er hatte die Frau erschlagen und nach einer raffinierten Vorbereitung die in der Wohnung befindlichen grossen * Barbeträge geraubt. Die Rundschreiben der Polizei, die Rundrufe waren ohne Erfolg geblieben, bis auf einmal John Budd genau sagen konnte, unter welcher Maske man William Strickland finden und verhaften könne. Der Unheimliche aus der Akazienstrasse. Der Betrieb des Friseurs John Budd kam nicht mehr richtig vom Fleck. Die Konkurrenz war zu gross und arbeitete mit Mitteln, die nicht in seiner Macht lagen. Er musste also mit Trauer zusehen, wie nach und nach seine Kunden abwanderten." Dabei war er ein Spezialist, ein Künstler in seinem Fach, ein Mann, der sich besonders für die Kunst der Haarfärbung interessiert hatte und diese in allen Einzelheiten studierte. In der Langweile eines untätigen Nachmittags las er alle Einzelheiten des Berichts über den Mord in der Akazienstrasse. Die Polizei hatte die Zeitungen gebeten, auch die Beschreibung des Täters zu verbreiten. Aber die ausgesetzte Belohnung konnte John Budd kaum in Aufregung bringen. Denn wie sollte es schon möglich sein, dass dieser Täter ausgerechnet in seinen Laden käme. Er hatte diesen Gedanken kaum zu Ende gedacht, als ein grosser Mann das Geschäft betrat, sich nach allen Seiten umsah und sich dann mit einem lauten Seufzer in einem Sessel vor dem Spiegel niederliess. Er erzählte eine umständliche Geschichte von seiner Braut, die nun auf einmal seine roten Haare nicht mehr leiden könnte. Er bitte also, seine Haare ganz schwarz zu färben. Und auch den Schnurrbart möge der Friseur abnehmen. Auch diesen hasse seine Braut auf einmal. Mr. Budd erinnert sich. Während der Fremde sprach, betrachtete ihn Budd aufmerksam von der Seite. Er stellte fest, dass dieser Mann die Goldplomben im Mund trug, von denen in der Personalbeschreibung der Polizei die Rede war. Auch der Typ, die Haltung, das laute Benehmen stimmten mit den Angaben der Personalbeschreibung in der Zeitung überein. Der Verdacht, der langsam in Budd aufkeimte, wurde immer stärker, als er die Haare näher betrachtete. Denn als alter Fachmann erkannte er doch sofort, dass diese Haare niemals von Natur aus rot waren. Vielmehr hatte hier jemand versucht, mit ganz primitiven Mitteln graue Haare auf Rot umzufärben. Ihm, als Fachmann, konnte man doch nichts in dieser Hinsicht vormachen. Natürlich sagte er nichts, präparierte sorgsam den Haarboden, während sein Kunde ununterbrochen über dies und das redete, jenes unruhige Reden eines Menschen, der durch seine Unruhe, durch seine Reden irgend etwas verdecken will, eine Angst, die im Hintergrund lauert. tWissen ist Macht I» Reberhaft arbeitete das Gehirn des kleinen Friseurs, der überlegte, wie er mit diesem doch immerhin gefährlichen Mann fertig werden konnte. Der Mann griff jetzt nach der Zeitung, die über einem anderen Sessel lag. Er breitete die Zeitung aus. Und nun sah Budd auch den verstümmelten Nagel des rechten Daumens, der in der Personalbeschreibung besonders angegeben war. Damit schwanden die letzten Zweifel. Budd hatte also den Täter aus der Akazienstrasse vor sich im Sessel. Die Stunde des Geschäftsschlusses rückte heran. Budd lauerte durch die Scheiben auf die Strasse hinaus, um vielleicht einen Polizeibeamten zu erblicken und diesen zu alarmieren. Aber wie es so oft im Leben geht — wenn man einen Polizeibeamten braucht, hat er gerade eine andere Route eingeschlagen. Budd überlegte, dass er diesem Mann auch sonst nicht irgendwie zu Leibe gehen konnte. Also musste er zu einer List greifen. Nicht umsonst war er Spezialist für Haarfärben. Er kannte sogar Farben, die erst im Laufe der nächsten Stunden einen anderen Charakter annahmen. Und darauf baute Budd seinen Plan. Eine halbe Stunde später war der Kunde zufrieden und verliess das Geschäft. Kaum war er fort, als Budd zum Polizeipräsidium eilte, um dort eine wichtige Mitteilung zu machen. Eine Ueberlegung war richtig. Kurze Zeit später spielte der Telegraph und der Polizeifunk nach allen Richtungen. Man suchte einen Mann mit — grünen Haaren. Budd hafte die Zusammensetzung der Haarfarbe so gemacht, dass die Haare sich im Laufe der nächsten drei Stunden in ein ganz grelles Grün verwandeln mussten. Man hafte 24 Stunden später eine Rückfrage aus New York. Hier hatte ein Mann einen Platz nach Südamerika belegt, ein Mann, der nicht aus seiner Kabine herauskommen wollte und nach einem Friseur verlangte. Das war der Mann mit den grünen Haaren, William Strickland, der Mörder aus der Akazienstrasse. Die geborenen Optimisten Mehr als zwölf Millionen Menschen sind heute in den USA ohne Arbeit, alle Anzeichen einer neuen, grossen Krise tauchen auf — und mitten in dieser traurigen Situation, die jeden Europäer nachdenklich stimmen muss, leben die Amerikaner in einer Sorglosigkeit, die uns, den Menschen «von drüben>, immer wieder unverständlich erscheint. Ein europäischer Freund, der in New York als Leiter einer grösseren Firma arbeitet, erzählt folgende verbürgte Geschichte: Er suchte einen Reisenden und auf ein Inserat hin meldeten sich einige Amerikaner. Einer darunter gefiel ihm besonders gut. Er erzählte, dass er sechzehn Jahre an seiner letzten Stelle gewesen und nur wegen der Krise abgebaut worden sei. Sechzehn Jahre ständiger Arbeit, Junggeselle — da müsse er doch eine Masse Geld erspart haben. Der Mann zuckte die Achseln. Er habe gerade ein paar hundert Dollar, «für drei oder vier Monate zum Leben», das sei alles. Mein europäischer Freund ent- "schlfesst sich, den Mann anzustellen. Man einigt sich über Gehalt, Arbeitszeit und die anderen Bedingungen. Plötzlich fragt der Amerikaner: «Muss ich auch auswärts Kunden besuchen, oder nur in New York?» Er vernimmt, dass er bis nach Pennsylvania werde fahren müssen. Worauf er spricht: «Dann tut's mir teid, aber das mache ich nicht», den Hut ergreift und das Zimmer verlässt, ohne «Good bye» zu sagen. Man stelle sich denselben Fall in Europa vor! Vor allem ist es selten, dass ein Mann sechzehn Jahre arbeitet und dann gerade soviel erspart, dass er ein paar Monate zu leben hat. Wenn er nach sechzehn Jahren Arbeit «über Nacht» entlassen wird (ohne Abfindung oder Pension), so ist er meist in Selbstmordstimmung, hat die düstersten Gedanken und wird bestimmt keine neue Stelle ausschlagen — und wäre sie auch viel schlechter als seine frühere. Er wäre wahrscheinlich glücklich gewesen, bloss wieder arbeiten zu können. Aber die Amerikaner sind eben anders als wir. Vielleicht leben sie vernünftiger, weil sie sorgloser sind. Sie kennen keine «Sicherheit», rast jeder Angestellte muss gewärtigen, am nächsten Tage entlassen zu werden. Man ist acht und zehn Jahre in einer Firma und es kann passieren, dass einem am Mittwochabend eröffnet wird, man solle am Donnerstagmorgen nicht wieder kommen. Deswegen ist kein echter Amerikaner unglücklich. Er nimmt seinen Hut und sucht wieder einen neuen «job». Wenn er nach ein paar Wochen nichts gefunden hat, so zieht er in eine billigere Wohnung. Statt für 50 isst er für 30 Cents. Schliesslich verkauft er sein Auto, um wieder ein paar Wochen «durchzuhalten». Und wenn alles nichts nützt, «stellt er sich um» und nimmt jede nur mögliche Arbeit an. Ein junger Buchhalter, der auf dem Pflaster liegt, kommt in einem grossen Hotel der «Amerikanischen Schweiz», den Rocky Mountains, unter. Er arbeitet dort nicht als Buchhalter, sondern als «Eis-Mann», und seine Aufgabe ist nicht das Jonglieren mit Zahlen, sondern mit Eiskübeln, die er dreimal täglich mit feingehacktem Eis füllen muss. Aber er ist durchaus nicht schlechter Laune und fühlt sich keineswegs unglücklich. Neben freier Station hat er 60 Dollar pro Monat und im September geht er mit 180 Dollar nach New York. Dort findet er bestimmt eine gute Buchhalterstelle, und allmählich wird er wieder eine hübsche Wohnung, ein Auto und vielleicht sogar seinen Wunschtraum — ein Klavier haben. Viele unserer amerikanischen Bekannten schlagen sich als Verwalter eines kleinen Hauses in New York durch. Sie haben ihr Gratiszimmer und beziehen ca. 15 Dollar Gehalt pro Woche. Mit 10 Dollar können sie alle Auslagen, Essen und Kleidung bestreiten. Die verbleibenden 5 Dollar aber werden nicht vielleicht «auf ein Sparbuch gelegt», wie wir Europäer erwarten würden, sondern am Samstag für Alkohol oder Kino oder einen Ausflug ausgegeben. «Wozu sparen?», sagen sie. «Es kommt nichts Vernünftiges dabei heraus. Wenn die Zeiten besser sind, werden wir beide etwas anderes auftreiben und dann fangen wir an zu sparen.» Und wenn jemand krank wird? Die Aerzte sind