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E_1940_Zeitung_Nr.028

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•L AUTOMOBIL-REVUE

•L AUTOMOBIL-REVUE DIENSTAG, 9. Juli 1940 — N° 28 sehr teuer, die Spitäler unerschwinglich und eine allgemeine Krankenversicherung gibt es nicht. Die Amerikaner zucken die Achseln. Dann werden sie eben in ein öffentliches Krankenhaus gehen, wo man genau feststellt, «ob sie wirklich nichts haben», und wo sie dann unentgeltlich behandelt werden. Aber wer wird denn gleich an solch traurige Dinge denken! * Zwei Drittel aller amerikanischen Autobesitzer — es laufen gegen 25 Millionen Wagen in den Vereinigten Staaten — haben nicht einmal die primitivste Art einer Haftpflichtversicherung. Wenn sie jemanden überfahren, so soll man sie nur ruhig verklagen! «Wo nichts ist, hat der Teufel sein Recht verloren!» Nur reichere Leute mit Vermögen schliessen eine Versicherung ab, damit sie nicht verurteilt werden können. Alle anderen sind seelenruhig — das Bewusstsein, nichts zu haben, macht sie frei und unbesorgt. Ein junger Mann, der vor acht Jahren Romane schrieb und dabei fast verhungerte, kriegte schliesslich, nachdem er mit einem seiner Bücher einen sozusagen mittelgrossen Erfolg davongetragen hatte, eine Stelle in Hollywood mit 75 Dollar pro Woche. Der junge Mann fühlte sich reicher wie J. P. Morgan. Heute bezieht er 2500 Dollar und steckt bis über den Kopf in Schulden... und morgen wird er vielleicht seine Stelle verlieren und seelenruhig als «Eis-Mann» in ein Hotel gehen, wo er vor einem halben Jahre die schönste Zimmerflucht bewohnte. Amerika ist ein optimistisches Land und deshalb ist es so reich und stark geworden. Nicht dass der Amerikaner leichtsinnig wäre, er hat nur eine leichtere Art zu leben und sich die paar Jahre nicht unnötig durch Sorgen zu verdüstern. Es ist keine Lebensphilosophie, sondern einfach die Ueberzeugung, sich das Leben so angenehm als möglich zu machen. j. w. englischen Damen in der Nachahmung der natürlichen Röte der Wangen. Ihre Parfüms und Seifen waren ebenso berühmt wie ihre kosmetischen Gesichtswasser. Die englische Industrie für kosmetische Mittel machte die schreiendste Reklame für ihre Erzeugnisse und verspracht fünfzigjährigen Damen die Jugendfrische Zwanzigjähriger. Indes gehörte in England bereits um diese Zeit die Pflege des Körpers, das tägliche Bad, zu den Grundbedingungen der Fraueneleganz. Man kannte den Gebrauch von türkischen Bädern und die Anwendung der Massage. Fürst Hermann von Pückler-Muskau schreibt über die englischen Bäder: « Nicht weit von Brighton hat ein Inder orientalische Bäder angelegt, wo man wie in der Türkei massiert wird, was sehr stärkend und gesund sein soll, auch bei der vornehmen Welt, besonders den Damen, sehr beliebt ist. Ich fand das Innere indes sehr europäisch eingerichtet. Die Behandlung gleicht der in den russischen Bädern.> Am besten indes verstanden es die Engländerinnen, auf ihren wundervollen Landsitzen die Genüsse des Lebens auszukosten. Hier bewegten sich ihre hohen, schlanken Gestalten in der freien Natur. Der Sport ist im 18. Jahrhundert bereits in England allgemein. Kricket, Tennis Reiten und die Gastfreundschaft nehmen die Gesellschaft auf dem Lande vollkommen in Anspruch. Die englischen Herzoginnen sind aus anderem Holz als die tändelnden, schäkernden Marquisen des Rokoko. Sie scheuen nicht Luft und' Sonne. In ihren Landhäusern fühlen sie sich erst richtig zu Hause. sJ'rauengeschichten aus fünf Jahrhunderten &mM$che jbiaueneteQanz Gainsboroughs graziöse Frauen, Reynolds reizende Gestalten und Romneys charaktervolle Typen haben in England die Herrschaft der Schönheit während dieser Epoche unsterblich gemacht. Frauen wie die Herzogin von Devonshire, eine Mrs. Siddons, eine Mrs. Robinson, eine Lady Anne Bingham und eine Lady Hamilton verkörperten das englische Schönheitsideal und galten als die typischsten Vertreterinnen englischer Eleganz und englischen Geschmacks. Zwar erhielten sie die Anregungen von Paris, denp erst am Ende des 18. Janrhunderts wurden die Engländerinnen mitbestimmend für die Mode. Luxus und Verschwendung waren indes an der Themse ebenso gross wie an der Seine. Die englischen Sitten sind eher noch verdorbener, wenn auch verfeinerter gewesen als im 17. Jahrhundert, wo man besonders eine Brutalität und absolute Missachtung der Männer den Frauen gegenüber beobachten konnte. Das änderte sich im 18. Jahrhundert. Erst von dieser Zeit an begann man in England den Frauen jene Aufmerksamkeit und Ritterlichkeit zu bezeugen, die auch heute noch so angenehm auffallen. Mit der bevorzugten Stellung, die man tier Frau einräumte, gewann sie geistig und körperlich. Man beschäftigte sich eingehender mit der Bildung der Mädchen, stellte die Frau in der Gesellschaft in den Vordergrund und huldigte ihrer Schönheit. Mehr und mehr sah man Fraueneleganz in der Oeffentlichkeit, auf den Promenaden, bei Empfängen, auf den Strossen. Die vornehmste Gesellschaft fand sich um jene Zeit im Hyde Park ein. Den schönsten Wagen und Pferden begegnete man auf dem berühmten Reit- und Fahrweg Rotten-Row, und man kann die Begeisterung eines zeitgenössischen Schriftstellers für die englischen Reiterinnen und Wagenlenkerinnen verstehen, die es von jeher verstanden, tadellos zu Pferd zu sitzen und den Reitsport nicht nur der Koketterie wegen betrieben, sondern wirklich aus innerstem Bedürfnis und Verständnis heraus. < Ein Hurra für Englands Amazonen! > schreibt Rodenberg im «Alltagsleben in London », t der Korso beginnt... So weit das Auge sehen kann, weit hinaus nach Kensington, wo die Perspektive des Weges sich in gefiederte Birken verliert, nichts als schäumende, bäumende Rosse, ihre Häupter schüttelnd, sich schwenkend, und die blauäugigen, blondhaarigen Mädchen von Alt-England darauf... Englands Mädchen solltet Ihr zu Pferde sehen! Wie lieblich, eine Hand zu küssen, die so ein Ross zu bändigen weiss .. Welch ein lustiges Gewimmel und Getrappel und Schnaufen und Lachen rings um mich!... Es ist ein gefährlich Geschlecht, diese schönen Pferdebändigerinnen — ,those pretty horsebreakers'. > im IS.Jxävthundext Auf der anderen Seite befindet sich die Fahrstrasse für den Korso auf Rädern. Die Müssiggänger und Dandies, die das Ende des 18. Jahrhunderts in England zur höchsten Entfaltung der Eleganz durch einen George Brummel brachte, stehen an das Eisengitter gelehnt und betrachten mit ihren Lorgnetten jede einzelne der vielen schönen, in ihren prächtigen Kutschen vorüberfahrenden Frauen. Es ist eine Schönheitsgalerie sondergleichen. Hauptsächlich spielt sich jedoch das High-life des 18. Jahrhunderts in Kensington-Garden ab, der sich westlich an den Hyde-Park anschliesst. Hier flanierte und promenierte die hohe Gesellschaft mit ihren Damen. Bisweilen sah man bis zu tausend Karossen auf der herrlichen Promenade von Kensington durch den Hyde-Park. Die Frauen sassen in ihren Wagen hinter den hellen Spiegelscheiben und wirkten wie schöne Gemälde unter Glas. Manche lenkten auch schon damals ihren Phaeton selbst mit weissen Zügeln. Auch im Herrensattel ritten damals schon die englischen Damen, was kontinentale Beobachter als « eigentümliche Sitte » bezeichneten. Aber dieses Leben und Treiben in den prachtvollen englischen Parks hatte seine « Season », wie auch heute noch. Nur im Sommer, von Mai bis August, traf hier die vornehme Welt zusammen. Herbst, Winter und das frühe Frühjahr verbrachte man meist auf den schönen Landsitzen oder in Modebädern und zum Teil auch in Paris. Das beliebteste englische Bad war, neben Tunbridge, Bath. Es entwickelte sich in der Mitte des 18. Jahrhunderts zu einem der vornehmsten und kostspieligsten Luxusbäder. Hierher ging man weniger des Badens, als der Eleganz, des Spiels und des Flirts wegen. Die vornehme Gesellschaft badete auch, aber man schwamm nicht. Man promenierte im Wasser, wobei man nur die Köpfe sehen liess, denn trotz der freien Sitten wäre es für englisches Empfinden anstössig gewesen, etwas mehr als den Kopf und den Hals blicken zu lassen. Das Wasser musste mindestens bis an den Halswirbel gehen. Und so sah es aus, als wenn die Köpfe der Badenden auf dem Wasser schwämmen. Für diese Prüderie entschädigte man sich durch allerlei Scherze, die man in unserer Zeit eher anstössig finden würde. Die im Wasser spielende Gesellschaft wurde von einer grossen Menge eleganter Zuschauer beobachtet, jeder Scherz, jedes lustige Intermezzo aufs lebhafteste beklatscht. Man unterhielt sich bis zum Einbruch der Dunkelheit. Dann Wurden die Bäder geschlossen, und die Damen Hessen sich, nass wie sie waren, in Sänften nach ihren Landhäusern oder Hotels tragen«- In London waren es besonders um die Wende des 18. und zu Anfang des 19. Jahrhunderts die « Routs », auf denen sich das galante Nachtleben des High-Life abspielte. Diese berühmten englischen Routs waren Abendgesellschaften in Privathäusern, wobei das Spiel und die Liebe die Hauptrolle spielten. Damen der Theaterwelt wurden bisweilen eingeladen, um ihren Gesang, ihre Schauspielkunst oder musikalische Talente in den Dienst der Geselligkeit zu stellen. Die Routs waren durch massloses Spiel berüchtigt. Auf diesen Gesellschaften kamen die Frauen besonders zur Geltung. Die englische Frau, deren Schönheit besonders am Abend in den tiefdekolletierten Toiletten wirkte, verstand es besonders, sich kunstvoll und diskret herzurichten. Obwohl man sich im England des 18. Jahrhunderts viel weniger schminkte als in den romanischen Ländern, beherrschten die Engländerinnen doch die Kunst, mit der feinsten Schminke ihrem zarten Teint zauberhafte Farben zu verleihen. Die Toilettenkunst der Engländerin aus hohen Kreisen entwickelte sich im 18. Jahrhundert zu einer wahren Meisterschaft, was man von den Damen des französischen Rokoko nicht immer behaupten konnte. Die englischen Kosmetika waren feiner, diskreter, raffinierter. Der Toilettentisch einer Lady sei ein wahres chemisches Laboratorium gewesen, meint ein Zeitgenosse. Besonders geschickt waren die In einer soeben erschienenen Sammlung «Der Völker Spiegel» hat Karl Leibs ein paar hundert kulturgeschichtlich bezeichnender Geschichtlein zusammengetragen, die nicht nur ausnahmslos amüsant sind, sondern auch den seltenen Vorzug gemessen, fast ausnahmslos auch abgebrühten Anekdotensammlungen unbekannt zu sein. Mit Erlaubnis des Gustav Kiepenheuer Verlags, veröffentlichen wir die folgenden Geschichten über Frauen aus fünf Nationen: Laura. Papst Benedikt XII. liess sich den Dichter Petrarca kommen und sagte ihm viel Schönes und Lobendes über jene Gedichte, in denen wir ein unvergängliches Zeugnis von des Dichters Liebe zu Laura besitzen. Aber, so fugte der Papst in wahrhaft väterlicher Meinung hinzu, eine so grosse und reine Liebe müsse nach seiner Meinung - und zwar recht bald - durch den Bund der Ehe geadelt und gefestigt werden. Petrarcas wirklichkeitsscheue Seele geriet in grosse Bedrängnis. Er fürchte sich davor, sagte er, dass seine Liebe in der Ueblichkeit der Heiratsbräuche und in der Nüchternheit des Familienlebens welken und sterben könne. Der Papst schüttelte den Kopf und lächelte erheitert: «Das ist doch wahrhaftig,» sagte er, «als ob einer sich weigern wollte, zu essen! aus Angst, sich den Appetit zu verderben.» Myfrouw van Bombell. Nüs van Bombell, Hollands volkstümlichster Admiral, diente als Knecht bei einem Gutsbesitzer in Bombell, Schleswig, schlug bei einem Raufhandel irgendwem die Knochen entzwei, riss aus, balgte sich fürchterlich mit den Feinden der Niederlande herum und wurde Admiral. Als es soweit war, setzte er sich hin und schrieb folgenden Brief: «Meine liebe Grete! Wenn Du noch so gesinnt bist, wie damals, als ich mit Dir zusammen in Bombell diente, so komm zu mir nach dem Haag und werde meine Frau. Ich bin gegenwärtig holländischer Admiral. Nils van Bombell, zuvor Nils Ipsen, Dein getreuer Bräutigam.» Die Grete packte sogleich zusammen, was sie just hatte, reiste nach dem Haag und wurde Admiralin. Prinzessin von Gonzaga. Der junge Herzog von Guise, Erzbischof von Reims, war mit besessener Hartnäckigkeit gewillt, auf Amt und Pfründe zu verzichten, weil er sich leidenschaftlich in die Prinzessin von Gonzaga verliebt hatte und sie heiraten wollte. «Ueberlegen Sie sich die Sache noch!» sagte Kardinal Richelieu väterlich. «Sie wollen 400 000 Livres Pfründe opfern, um eine Frau zu gewinnen. Manch einer würde 400 000 Frauen opfern, wenn er dafür Ihre Pfründe bekäme.» Mrs. Wingord. Wingord, Friedensrichter zu Gloucestershire in England, verlor - es ist anderthalb Jahrhunderte HOTEL RIGI VITZNÄUERHOF PARKHOTEL HOTEL TERMINUS her - sein geliebtes Weib durch den Tod. In verzweifelter Trauer ritt er auf dem Wege zum Friedhof hinter dem Sarge her, als plötzlich seine beiden Hetzhunde, die ihn überallhin begleiteten, am Wege einen Hasen aufstöberten. Wingord warf die Trauergewänder ab, soweit sie ihm hinderlich waren; preschte mitsamt seinen Hunden hinter dem Hasen her; erlegte ihn; kehrte zum Gefolge zurück; liess sich seine Trauergewandung wiedergeben; nahm wieder die Miene ehrlichen Schmerzes an und sagte: « - und nun, meine Freunde, lasset uns die traurige Zeremonie beenden, die mich auf immer von allem trennt, was mir auf Erden teuer war!» Madame de Stael. «Welch ein schöner Platz!» sagte der grosse Astronom Lalande, als er eines Tages bei Tisch zwischen der (hässlichen) Frau von Stael und der (schönen) Frau Recamier sass, «da sitze ich nun zwischen Geist und Schönheit.» « - ohne eines von beiden zu besitzen», ergänzte Frau von Stael. Verliebter Vagabund Ich liebe deinen warmen, herben Mund, wer weiss, wo wir schon morgen sind ... Du liebst mich dennoch, wunderliches Kind, und ich bin doch ärmer als ein armer Hund. Wir wollen bei der Haustür untersteh'n, der Wind weht sonst die Küsse weg wie Laub. Jetzt sind wir gegen alles andere taub, wir wollen küssen uns und die Augen seh'n. Wir lieben ... ach, was kümmert uns die Welt! Und an den Morgen wollen wir nicht denken. Ich möchte dir mein ganzes Leben schenken, nur meine Freiheit nicht, um alles Gut und Geld. Peter Kilian. lfierwaldstätter- See und Umgebung Das Strandbaddorf Vitznau lockt zu sonnenfrohem Sommersport! vier sorgfältig geführte Gaststätten, wo Sie nach der Hatz der Woche die so nötige Ausspannung und Anregung finden. Ein Vorzugsplatz im Tourenprogramm gehört der Rigi.

N° 28 — DIENSTAG, 9. Juli 1940 AUTOMOBIL-REVUE WH I TCFWT HFHF W Wenn die Schiffsgeschütze donnern sind, den Gang, die Flugbahn eines Geschosses zu beeinflussen — ganz abgesehen von dem momentanen Zustand der Kanonen und der Qualität des Pulvers. Auch diese letzteren Dinge sind sehr häufig von den atmosphärischen Bedingungen abhängig. Wir haben also mancherlei Komplikationen zu Oberwinden, wenn wir ein Kriegsschiff visieren, das sich mit 30 Knoten, das heisst mit 15 Metern in der Sekunde vorwärtsbewegt. Rechnet man mit der Zeitdauer von etwa 40 Sekunden, die das Geschoss braucht, um das Ziel zu erreichen, dann hat sich das Ziel zwischen dem Abschuss und dem Eintreffen des Geschosses um 600 Meter von dem ursprünglichen Standort entfernt. Auch diese Entfernung muss miteingerechnet werden. Empfindliche Geräte Aus diesen Andeutungen ergibt sich schon, mit welchen Instrumenten die Marine zu arbeiten hat, um wirklich ihr Ziel zu erreichen. Zuerst einmal muss die Entfernung gemessen werden. Das geschieht mit dem Telemeter. Dann aber bedarf es sehr empfindlicher Instrumente, um die Richtung zu kalkulieren, in welcher sich das Fahrzeug fortbewegt. Hat man diese Zahlenangaben, dann kann man die übrigen Fehlerquellen nach einem ganz bestimmten Schema in Rechnung stellen. Das geschieht in einem besonderen Turm, in welchem in der Regel Spezialisten untergebracht Doppelläufige, gekoppelte Flak. sind, die mit besonderen Rechenmaschinen ausgerüstet sind und im Laufe kürzester Zeit auf Grund — der Telepunkter und ein Offzier. Dort befindet, der erhaltenen Ziffern die nötigen Angaben zu sich auch eine sogenannte «falsche Kanone» — machen vermögen. Aber es geht noch viel schneller, wenn man sich der sogenannten Telepunktur aber in Wirklichkeit nichts anderes ist, als ein also ein Gerät, das wie eine Kanone aussieht, bedient. Dieses Verfahren ist in jüngster Zeit auf riesiges Fernrohr, mit welchem der Gegner sofort visiert werden kann. Ist erst einmal auf Grund der Angaben des Offiziers diese «falsche Kanone» in Position gebracht worden, dann ist im Laufe weniger Sekunden alles an Zahlen ermittelt, was man benötigt. Und durch elektrische Vermittlung gehen die Positionsangaben sofort zur «Rechnungsstelle», wo man die nötigen Korrekturen macht und dann die Angaben den verschiedenen Kanonen zuleitet. Bei den Kanonen hat man nun verschiedene Richtscheiben angebracht, die gleichfalls heute in den meisten Fällen elektrisch arbeiten. Man kann mit Hilfe von zwei übereinander geschalteten Zeigersystemen genau ermitteln, ob sich das Schiffsgeschütz nun in der richtigen Position befindet, oder nicht. Dann erst kracht der Schuss, der vermutlich dem Feind Unheil bringt. Sitzt nicht der erste Schuss, versagt auch der zweite Schuss — dann sitzt aber in der Regel der dritte Schuss. Man hat dann die letzten Fehlerquellen ausgeschaltet und mit den entsprechenden Zahlenwerten eingesetzt. Tief unten im Schiffsraum warten blind — den Feind nicht sehend — die Seeleute auf das Kommando von oben, um ihre Pflicht für ihr Land zu erfüllen — auch wenn sie dem Gegner nicht ins Auge schauen. Wenn man in diesen Tagen von einem Seegefecht hört und vernimmt, dass irgendwo zwei Kriegsschiffe sich auf viele Kilometer Entfernung beschossen haben — dann fragt man sich natürlich (vor allem als Landratte), wie es eigentlich möglich ist, auf See auf so weite Entfernung Treffer zu erzielen. Aber die Praxis lehrt, dass in den letzten Jahrzehnten grosse Fortschritte erzielt worden sind, die eine fast automatische Regulierung der Treffsicherheit ermöglichen. Alles bewegt sich... Dem Laien ist ein Seegefecht mit Treffern schon deshalb so unheimlich und so unverständlich, weil man schliesslich auf ein sich bewegendes Ziel schiesst, wobei die Schusswaffe selbst sich gleichfalls bewegt. Man hat also gewissermassen zwei Fahrzeuge vor sich, die sich zueinander in einer sogenannten relativen Geschwindigkeit 1 befinden. Genau genommen, ist gar nichts stabil auf dem Meer. Alles ist in Bewegung und in irgendeiner Richtung im Begriff sich zu nähern, sich zu entfernen, nach rechts oder links abzubiegen. Aber diese einfachen Bewegungsmomente sind nur ein Teil der Störungsfaktoren, mit denen man rechnen muss. Wichtig ist ferner die Atmosphäre, die ein Geschoss durchjagen muss. Denn es ist immer zu bedenken, dass nicht nur die Dichte der Luft, sondern auch zum Beispiel der Wind in der Lage Am Telemeter eines britischen Schlachtschiffes. allen modernen Kriegsschiffen bis zur höchsten Vollkommenheit entwickelt worden. Es handelt sich dabei um das folgende Verfahren: Visierung mit der Fernseh-Kanone Bei den meisten Kriegsschiffen befinden sich auf der höchsten Mastspitze ein kleiner drehbarer Turm in welchem zwei Mann untergebracht sind Wissen Sie.., Dass sich die stärksten Schiffsgeschütze auf den englischen Schlachtschiffen Nelson und Rodney befinden und ein Kaliber von 40,6 cm haben, dass das Rohrgewicht 107 Tonnen, dasjenige eines Geschosses 907 kg beträgt und dass dieses beim Verlassen der Mündung eine Geschwindigkeit von 808 Metern in der Sekunde besitzt? Dass die stärkste Panzerung bei den Schlachtschiffen bis 431 mm misst? Macht Ferien, schafft Arbeit! Der Heimat zu dienen ist heute unsere schönste Pficht. Jeder von uns kann sie an seinem Platz erfüllen, um so besser, je stärker seine Nerven, je größer seine Arbeitskraft ist. Ferientage, die uns neue Energie schenken, sind darum auch dieses Jahr kein Luxus, sondern mehr denn je eine Notwendigkeit. Mit dem neuen Ferienabonnement für halbe Billette werden Reisen und Ausflüge verbilligt, wird Erholung zum doppelten Genuß. Wer Ferien macht, nützt aber nicht nur sich selbst. Er schafft Arbeit für die Bergbevölkerung undfür die vielen Zehntausende, die in der Hotellerie tind bei unsern Transportunternehmungen beschäftigt sind. Von uns Schweizer Feriengästen hängt diesen Sommer der Erfolg der Saison und damit die wirtschaftliche Existenz ganzer Landesgegenden ab., Berner Oberland, Graubünden, Wallis, Westschweiz, Zentralschweiz, Tessin, Jura, Nordostschweiz halten zahlreiche Hotels aller Preiskategorien offen. Sie erwarten uns; sie zählen auch jetzt auf uns. Darum ergeht an uns alle der Ruf: Macht Ferien, schafft Arbeit 1 Alle Auskünfte erteilen dieHotels, Verkehrsvereine und Reisebüros! Der Pamier eines modernen Groaakampfschiffs. A) Maschinenraum, B) •wasserdichte Schotten. Dass die Sprengwirkung eines Geschosses viel mehr von seinem Gewicht als von seiner Geschwindigkeit abhängt? Dass auf den englischen Schiffen die 40-mm-Flakgeschätze meist zu zweien oder vieren gekoppelt sind? 0 Spanen Saceharin-Tabletten sind viel billiger und können Zucker fiberall ersetzen / / Weil}© Cartons 100 Tabl. 20 Cts. \S e* Süttkraft /«/t Pfmi Zucker G*lb«s Dösdien 300 Tabl. 65 Cts.- ^ ^ es SOukraft 4 V» Pfund Zucker HERMESEiAS Saccharin ohne Beigeschmack \üa.. Blaues Döschen 500 Tabl. Fr. 1.25 = SOtskraft 7V> Pfund Zucker In («der Menge frei erhältlich in Apotheken, Drogarien und Lebensmittelgeschäften. Schweizer Produkt/A.G. .HERMES* Zürich 2 Saccharin tit garantiert unschädlich