Aufrufe
vor 3 Monaten

E_1940_Zeitung_Nr.033

E_1940_Zeitung_Nr.033

II AUTOMOBIL-REVUE

II AUTOMOBIL-REVUE DIENSTAG, 13. AUGUST 1940. — N° 33 Die Pointe Groteske von Alfons Biland Als Lacoster erstmals eine 10-Piundnote wechselte und auf 5 setzte, achtete noch niemand auf ihn. « Le Num6ro cinq » rief der Croupier. Lacoster wurde von den Zuschauern ein gönnerhaftes Lächeln zuteil, während die Routiers mit Behagen, das jedoch nicht sichtbar war, zu sich, * zahlte mit zehn Prozent Trinkgeld und wanderte im gemächlichen Tempo eines Morgenspaziergängers erneut in den Spielsaal. Sein Erscheinen brach das Gemurmel der eleganten Gesellschaft jäh ab, und sogar der mit den melancholischen Gesichtszügen seinen immerfort rauchende Tommie Walsh aua Gewinn registrierten, wie Derbylords, deren Stalljungen auf einem aussichtslosen Pferde fünf Schilling gewinnen. Lacoster setzte sein ganzes Geld erneut auf Schottland vergass seine Zigarette anzuzünden. Lacoster trat an die Bank und lächelte etwas müde. Hier lehnte der Kriminal- und Abenteuerschriftsteller Kasimir Winkelmann, der unter fünf. Er gewann. Diesmal musterten die Damen seine Erscheinung erstmals, wobei sie seinen dem Pseudonym Jones Faller bekannt werden Frack für tadellos fanden und sein Ge- wollte, weit in seinen Schaukelstuhl zurück. den grössten römischen Redner Marcus Tullius Cicero. Guillotine: Der französische Arzt Josephe- Ignace Guillotin hat nicht, wie vielfach angenommen wird, diese Maschine erfunden, sondern lediglich dem französischen Konvent den Vorschlag unterbreitet, das Köpfen künftig mit Hilfe einer humanen Maschine durchzuführen. Konstruiert hat die Guillotine ein deutscher Mechaniker namens Schmitt unter Aufsicht und Beihilfe des Arztes Antoine Louis. Mansardet Der französische Architekt Francois Mansart baute um die Mitte des 17. Jahrhunderts zum ersten Male nutzbare Räume in ein von ihm neuartig konstruiertes Dachgeschoss ein. Morse: Ursprunglich war der Amerikaner Samuel Morse Maler gewesen. Jedoch erfand er im Jahr 1837 den ersten brauchbaren Telegraphenapparat und später zu dessen Bedienung das Punkt-Strich-Alphabet. Sandwich: Der im 18. Jahrhundert lebende vierte Earl of Sandwich, ein leidenschaftlicher Kartenspieler, liess, um nicht durch die Mahlzeiten beim Spiel gestört zu werden, den kaltgewordenen Braten tranchieren und sich und seinen Mitspielern zwischen Brotschnitten servieren. Silhouette: Etienne de Silhouette, ein Finanzminister Ludwigs XV., war wegen seiner Sparmassnahmen so unbeliebt, dass die dadurch hervorgerufene Mode «ä la Silhouette» getauft wurde. An Stelle der teuren Miniaturmalere! begünstigte er die billigere Kunst der Schattenrisse, die er auch selber mit Geschick ausübte. (Oh Mcmitu!» WARUM RAUCHT DER INDIANER EINE FRIEDENSPFEIFE? sieht als typisch amerikanisch einschätzten. Wahrscheinlich Long Island, Manhattan, Die Routiers aber, die Spieler, widmeten seinem Platze schon etwas erhöhte Aufmerksamkeit, lächelten aber mitleidig, als Lacoster unbeweglich nochmals auf fünf setzte. Die Kugel rollte in lockendem auf und ab über die .dunkel polierte Bank, und. Lacoster war vielleicht der einzige, den die Bewegungen der Kugel an einen Betrunkenen erinnerten. Sie schien auf vier stehen zu bleiben. Aber wie ein Clown fiel sie schwer gegen die neun, warf sich mit letzter Kraft über den Ziffernrand und blieb gleichsam zufrieden und geborgen auf fünf liegen. Zuerst hob Lacoster seinen Gewinn ab. Die Frauen, von denen bereits viele bereit waren, ihm fünf Jahre Fremdenlegionsdienst aus Liebeskummer zuzumuten, stellten befriedigt fest, dass die Art, wie er seine Cigarette ansteckte, typisch amerikanisch ist. Die Spieler aber verfolgten sein Tun mit einer Aufmerksamkeit, wie sie etwa Journalisten aufbringen, die im Vorzimmer des Ministers ein Gespräch durch die Türe dringen hören. Aber Lacoster bot weiter keinen Anlass mehr, zu Sensationen. Er zog seine Ellenbogen hoch, fuhr sich mit den Händen glättend über die Weste und verschwand durch eine der vielen Glastüren. Die Spieler, die bereit gewesen wären, ihre Systeme und Inspirationen auf einen Typ dieses stoischen Gewinners über Bord werfen, setzten zerstreut das Spiel fort. Lacoster mit seinen zweihundertdreissigtausend Francs in der Brusttasche setzte sich indessen in die Bar und wählte ein billiges Getränk. Er nahm es ESST Er sann darüber nach, ob es wohl ratsam wäre, Lacoster weitere hunderttausend Francs gewinnen zu lassen. Denn Kasimir Winkelmann alias Jones Faller war krampfhaft bemüht, die Pointe zu seiner ohne Zweifel fesselnden Spielernovelle zu finden. Da ihn aber weitere hunderttausend Francs der Lösung keineswegs nähergebracht hätten, suchte er einen andern Ausweg. Als seine Wirtschafterin, die rundliche Missis Lunch, wie sie Winkelmann zu nennen pflegte, in sein Zimmer trat, um ihm seinen Philosophenkaffee zu bringen, kam er auf die gewiss naheliegende Idee, sie um ihre Meinung zu fragen. Missis Lunch wischte sich die Hände an ihrer gewürfelten Schürze ab, bevor sie das Manuskript in die Hände nahm, und begann dann umständlich zu lesen. Als sie geendet hatte, lächelte sie Herrn Faller treuherzig an und sagte schüchtern: «Warum, Herr Winkelmann» — «Faller», korrigierte sie Herr Winkelmann. «Warum, Herr Win... Faller, gewinnt dieser Lacoste denn immer auf fünf?» Diese Frage war tatsächlich einfältig. Es konnte deshalb nicht überraschen, wenn Herr Faller Missis Lunch nervös anfuhr; «Diesmal wird Lacoste nicht mehr gewinnen, das kann ich Sie versichern.» Und der Kriminal- und Abenteuerschriftsteller Kasimir Winkelmann alias Jones Faller beendigte seine Story folgendermassen: «Aber was die wenigsten erwartet hatten, traf ein. Lacoste setzte zweihunderttausend Francs auf sieben. «Le numöro cinq» rief der Croupier in aufmunterndem Tonfall. «Faites vos jeux, marquez vos jeux...» Vor einiger Zeit hat ein Indianer-Häuptling verschiedenen europäischen Regierungen den Rat erteilt, mit ihm zusammen eine Beratung zu veranstalten, um eine Friedenspfeife zu rauchen. Dann würden sich alle Kriegswolken über Europa zum Verschwinden bringen lassen. Denn Friedenspfeifen werden auch heute noch bei den Rothäuten geraucht. Die Friedenspfeife hat einen sehr tiefen und mystischen Sinn. Nur nach einer Opferung. Wenn man mit einem Indianer — selbst in Zentral- oder Südamerika — zusammenkommt und ihm eine Zigarette anbietet, dann beobachtet man in der Regel ein seltsames Schauspiel. Der Indianer beginnt nicht sofort zu rauchen, sondern wendet sich erst einmal (wenn auch nur mit einer einfachen Geste) nach den vier Himmelsrichtungen, raucht dann die Zigarette an und bläst ganz vorsichtig, ganz langsam, nochmals den Rauch nach vier Seiten. Das ist für den Indianer die Opferung, zu der er verpflichtet ist, weil schliesslich für ihn das Feuer ein heiliger Vorgang ist und auch der Rauch in diese Gruppe der heiligen Dinge hineingehört, die in einer uralten Tradition mit vielen Zeremonien umgeben werden. Der Rauch und das Feuer sind für den Indianer Naturelemente, mit denen man nicht spassen oder spotten darf. Für ihn ist eben das Rauchen in allen Fällen eine Art Gebet, eine Form des Gottesdienstes. Für ihn wäre es eine Gotteslästerung, so zu rauchen und vielleicht gar eine Zigarette an der andern anzuzünden, wie es oft bei den Europäern und Amerikanern, bei den Bleichgesichtern, der Fall ist. Unter dem Schutz der dicken Decke. Die Indianerstämme veranstalten von Zeit zu Zeit sogenannte grosse «Reinigungen der auf die Stimmen des «Grossen Geistes i. Je nach dem, was dieser grosse Geist flüstert, richtet der junge Indianer sein weiteres Leben ein. Aber auch hier ist das Rauchen der Pfeife ein sehr wichtiger Vorgang, ohne den die Götter und die Götterstimmen sich vermutlich nicht einstellen würden. Die drei Arten der Seele. Der Indianer hat sich sein System ganz genau zurechtgelegt. Er behauptet, er sei nur dann vollkommen in Ordnung und gesund, wenn seine Körperseele, wenn ausserdem die Orenda und die eigentliche Seele in richtiger Verfassung seien. Die Orenda scheint die sog. magische Kraft des Menschen zu sein. Orenda ist für den Indianer auf dieser Welt eine sehr wichtige. Angelegenheit, ohne die man überhaupt nicht weiterzuleben vermag. Das Gleichgewicht der Orenda aber wird wiederum durch den ganz genau abgestuften Genuss von Tabak erzielt. Deswegen behauptet der Indianer ja auch, der Weisse — Amerikaner und Europäer — sei aus dem Gleichgewicht gekommen, weil er den Genuss des Tabaks übersteigert habe und damit das Gleichgewicht ihrer Seele erschütterte. Das Geheimnis der Friedenspfeife. Damit haben wir denn auch schon das Geheimnis der eigentlichen Friedenspfeife berührt. Wenn die Indianer nach einem Streit, nach einer Auseinandersetzung, Vorgänge die immer auf eine Störung eines Orenda zurückzuführen sind, nachher in feierlichen Zeremonien die Friedenspfeife rauchen, dann wird das Gleichgewicht der Seelen wieder hergestellt und einem vernünftigen Friedensschluss steht nichts mehr im Wege. Woher stammen diese Worte? Wir leben in einer Zeit der neuen Wortbildungen, auf die wir, da sie ein jeder von uns mit scher Güterverwalter in Irland, den die irische B o y c o f 11 Charles Boycott war ein engli- Interesse verfolgt hat, hier nicht näher eingehen Landliga wegen seiner Härte gegen die Pächter wollen. Als letzte Wortneuerung kann man wohl im Jahr 1879 zur Auswanderung zwang, Indem die «Ironsides» betrachten, den Namen, den die sie alle Arbeiter von seinen Gütern fernhielt, die Engländer den Angehörigen der von General die Geschäftsleute verhinderte,- ihm Lieferungen zu Ironside ins Leben gerufenen Ortswehren beigelegt machen, und jeden gesellschaftlichen Verkehr mit haben. Aber alle Zeiten haben derartige Identifizierungen von Objekten mit Personen gekannt, die Chauvinismus: Nicolas Chauvin aus Ro- ihm verunmögfichte. derart populär geworden sind, dass heutzutage chefort war ein abgedankter napoleonischer Veteran, der wegen seiner übertriebenen Schwär- jedermann wohl den Namen des Gegenstandes kennt, ohne oft auch nur zu ahnen, dass es sich merei für den Kaiser allgemein verspottet wurde. eigentlich um einen Personennamen handelt. Wir Cicerone: eine mehr spöttische als rühmende Bezeichnung für einen übermässig bered- wollen im folgenden einige wenige Namen «identifizieren»samen Fremdenführer, natürlich in Erinnerung an Seelen». Diese Reinigungen spielen sich in der Art ab, dass ein Zelt mit ganz dicken Decken vollkommen verschlossen wird. Im Innern des Zeltes zündet man dann zahlreiche Pfeifen an und erzeugt auf andere Weise Rauch, der eine erhabliche Transpiration hervorruft. Die Götter werden in diesem Zelt angerufen. Das Blut beginnt schneller zu zirkulieren. Die Hitze wird erstickend. Man beginnt Trommeln zu schlagen. Lärm und Rauch machen den Menschen nach und nach schläfrig. In dem Schlafzustand, der sich dann einstellt, gibt es Träume, die von den Indianern später ausgelegt werden und für das Verhalten in der nächsten Zukunft von Bedeutung sind. Eine derartige Reinigung erinnert an den Vorgang, der von allen jungen Indianern bei Erreichung eines bestimmten Alters durchgemacht werden muss. Diese Indianer ziehen sich auf den Gipfel eines Berges zurück, rauchen dort Pfeifen, die mit einer ganz bestimmten Tabakmischung angefüllt wurden und lauschen Die oft erwähnte planierende Wirkung eines sehr massigen Tabakgenusses scheint sich hier aus alten indianischen Traditionen heraus zu bestätigen. Jedenfalls behauptet der Indianer, dass ein Frieden nur dann ein wirklicher Frieden sei, wenn die Friedenspfeife herumgereicht worden sei und jeder einen Zug aus dieser Pfeife nahm, um sein Orenda dem Orenda des Verhandlungspartners anzugleichen. Qepfl. Haus tn bester Lage gegenüber Hauptbahnhof. Im beliebten Stadtrestaurant zu Jedem Spezlalelnen offenen Spttztnweln. J. Qauer.

N° 33 — DIENSTAG, 13. AUGUST 1940. AUTOMOBIL-REVUE r in WFI TßFKf 1 HFHF W Gianni Caproni Die italienische Flugzeugkonstruktion un- kategorie beschränkt — wir betrachten z. B. terscheidet sich von der deutschen, englischen einen «Messerschmitt» oder einen «Hurricane» und französischen in einer eigenartigen Weise: ohne weiteres als Jagdflugzeug, einen «Blenheim» oder «Dornier» als Bomber —, so ist das Bauprogramm der einzelnen italienischen Werke viel reichhaltiger. Fiat z. B. liefert sowohl Bomben- wie Jagdmaschinen, Breda Sturzkampf- und Mehrzweckmaschinen. Am Caproni-Maschine, wie sie während des letzten Weltkrieges weitgehend Verwendung fand. Während hier jeder Konzern seine Tätigkeit mehr oder weniger auf eine einzige Flutjzeug- zeugbau gekommen. Sein Ingenieur-Diplom, das er 1908 an der Kgl. Technischen Hochschule in München erwarb, bezieht sich allerdings auf das Baufach, doch hat er daneben auch elektrotechnische Studien betrieben. Schon 1910, also kaum zwei Jahre nach Abschluss seiner Studien, sehen ihn seine Nach- ausgeprägtesten ist diese Tendenz aber bei den Caproni-Werken, deren « CA »-Modelle sowohl Bomber wie Torpedoträger und Beobachtungsflugzeuge umfassen, wobei nicht ausser Acht gelassen werden darf, dass Caproni als eigentlich typischer Vertreter des Grossfluözeuöbaues gilt und daneben vor ug einigen flugzeu Jahren ein erfolgreiches Spezialmodell für Höhenflüge herausgebracht hat. Gianni Caproni ist, im Gegensatz zu manchen der gegenwärtig berühmten Konstrukteure, aus der Mechanik heraus zum Flug- Ankunft des Caproni-Apparates nach dem ersten Flug Mailand-Rom. Disentis DISENTIS Hotel Post A. C. S. T.C.S. Klosters Hotel Bündnerhof Sedrun 1450 zn Wiesen (Graub.) Hotel Krone T. C. S. Gutgeführtes, bürgerliches Hans. Aussichtsreiche Restaurationsterrasse. Kaltes und warmes Wasser. Bad. Garage. Tel. 6. Ä. Gadolla, Bes. Altbekanntes, neurestaunertes Haus. Fliessendes Kalt- und Warmwasser. Zentralheizung. Gutgeführte Küche und Keller. Bündner Spezialitäten. Auto- Garage. Benzinstation. Telephon 10 Geschw. Huonder. Bes. T. C. S. Direkt an dar Strana. Gutbfirgerlichei nnd billigstes Haus am Platze. Zimmer mit fliessend. Wauer Ton Ft. 3.— bia Fr. 3.80. Sehr -geeignet für kleine und giosse Gesellschaften. Bündner Spezialitäten. ReBtaurationsgalten und Parkplatz. Telephon 63.50. Jos. Jann, Bes. Hotel Kurhaus Oberalp T.C.S. Route Ändermatt - Oberalp-Sedrun-Dlsentis. Günstige Mittags- und Uebernachtstation. Zimmer mit messendem Kalt- und Warmwasser. Cafe- Restaurant, Bündnerstube. Forellen, Tavetscher Schinken, Bindenfleisch, Geisskäse. Ia. Veltlinerweine. Grosse Garage, auch für Gesellschaften. Telephon 1. H. Decurtins-Ägosti, Bes. Hotel und Pension Sonnenhalde Gutgeführtes Haus an der Stxasse Daros-Lenzerheide. Alle Zimmer mit fliessendem Wasser Ton Fr. 3.— an. Pension von Fr. 8.50 an. Veranda. Das ganze Jahr geöffnet. Garage. Telephon 3.35. S. Marngg-Plattner. barn im Arco di Trento einen mit eigenen gen» lässt Caproni die übrigen Forschungsgebiete nicht aus den Augen. Besonders reizt Händen angefertigten Doppeldecker auf das ebene Feld hinausschleppen PP und zum Flugg ihn der Höhenweltrekord. Am 30. Juni 1937 starten. Zweihundert Meter weit geht die Ge- wer derselbe durch den britischen Leutnant schichte gut, dann aber senkt der Apparat Adam auf 16 440 m gebracht worden. Am seine Nase erdwärts und zerschellt. Wie jeder 22. Oktober 1938 setzt sich der italienische andere jener Fanatiker, denen unser Flug- Oberst Mario Pezzi in eine Caproni-Spezialwesen seine Entstehung und anfängliche För- konstruktion, die durch einen Piaggio-14-Zyl.- derung verdankt, beginnt Caproni wieder von vorn, indem er die gemachten Erfahrungen auswertet. Bereits im Jahre 1912 gelingt seinem Piloten Cobioni bereits einen «Langstreckenflug » von über 42 Minuten, eine für die damaligen Verhältnisse unglaubliche Leistung, die weite italienische Kreise allen Ernstes als Teufelswerk betrachten. Damit ist die Oeffentlichkeit auf den jungen «CA» aufmerksam gemacht. Die österreichischungarische Regierung macht ihm eine glänzende Offerte, um ihn nach Wien zu ziehen und für die Konstruktion von Militärapparaten zu verwenden. Doch «CA» lehnt ab. Bereits wirft der Weltkrieg seine Wolken voraus. Der Ausbruch der Feindseligkeiten stellt «CA» vor neue Aufgaben. Bereits 1915 stellt er der italienischen Armee seinen «CA 152» zur Verfügung, der sich im Laufe der Kampfhandlungen hervorragend bewährt. Im folgenden Jahr fliegen zwei Caproni-Geschwader 5000 km weit und werfen 170 000 Kilo Explosivstoff ab. Die Leistung war für jene Zeit so aussergewöhnlich, ja revolutionär, dass die alliierten Regierungen sich auf Caproni stürzten, ihm 50 000 Arbeiter zur Verfügung stellten und alle denkbaren Erleichterungen zur Förderung der Produktion gewährten. Das Kriegsende brachte notwendigerweise eine völlige Umstellung der Industrie. Der romantische und oft abenteuerliche Geist, der die Kriegsflieger beseelt hatte, wich einer nüchternen und zweckbedingteren Lebensanschauung und Lebensweise. Wer sich über Wasser halten wollte, musste nach neuen Möglichkeiten Ausschau halten. Von diesem Zeitpunkt an datiert die Spezialisierung Capronis auf Grossflugzeuge, Caproni mit seiner Mutter im Jahre 1910. Nach kurzer Zeit war ein fünfmotoriges Mo- Doppelsternmotor angetrieben wird und stellt dell mit einem Aufnahmevermögen von 22 einen neuen Höhenrekord von 17 074 m auf. Passagieren fertiggestellt — eine Dimension, Im Gegensatz zu früheren Versuchen, bei welchen der Ausgleich der Druckunterschiede an die vorher kaum jemand in der Welt zu denken gewagt hatte. 1921 folgt darauf der durch eine Art Taucheranzug erfolgte, war «Capronissimo», der 8 Motoren von 2880 PS diesmal eine luftdichte Kabine in das Flugzeug eingebaut worden, 'die die Beibehaltung Leistung und drei übereinanderliegende Tragflächen besitzt und nicht weniger als 100 Passagiere eines erträglichen Luftdrucks ermöglichte. aufnehmen kann. (Allerdings geht er auf der ersten Versuchsfahrt auf dem Langensee zugrunde.) 1930 folgt das Modell «C 90 PB» von 49 m Spannweite und 28 m Totallänge. Das letzte Erzeugnis des Trentiner Ingenieurs ist der < CA 310 », ein zweimotoriges Bombenflugzeug, das die Tradition der Firma und ihres Konstrukteurs in den zweiten grossen Krieg hineinträgt, an welchem sie durch Trotz aller Vorliebe für die cGrossmotori- ihre Arbeit aktiv beteiligt sind. 0 Locarno I Schloss-Hotel Der «CA 310», das neueste Bombenflugzeug I _nrjiriin MIELWMI01 BEAU-RIVAGE ET D'AHGLETERRE LUwdl HU BEAU-RIVAGE ET PARK-HOTEL Locarno Das vornehme Familienhotel L Ranges in grossem Park mit wunderbarer Aussicht linksseitig der Zufahrtsstrasse nach Locarno. Zimmerpreise von Fr. 5.— an. Tel. 5SS. Grossgaiage. Bes. M. Hagen. Gediegenes, heimeliges Haas mit allem modernen Komfort, Lift. 40 Betten. Grosser Garten. Eigene Gazage. Locanda Ticinese ans dem 18. Jahrhundert, Gartenrestaurant. Volle Pension von Fr. 8.- an. Zimmer mit fliess. Wasser ab Fr. 3.80. Prima Küche und Keller. TeL 11.60. F. Helbllng-Zwald. der Caproni-Werke.