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E_1940_Zeitung_Nr.031

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8 AUTOMOBIL-REVUE

8 AUTOMOBIL-REVUE DIENSTAG, 30. JULI 1940 — N° 31 Fabrikneue .«»'»"" BUICK OLDSMOBILE Letzte Gelegenheit - Ausnahmepreise! AGENCE AMERICAINE A.-G. - ZÜRICH VO1TURE ot TOURISMC REMORQUC Der fortschrittlich eingestellte Werkstättechef fordert die stets betriebsbereiten, bekanntlich unübertroffenen für sämtliche Wagenmodelle passend, nach dem Servo-Prinzip arbeitend. Eine Konstruktion, die sich seit Jahren bewährt und des Namens Westinghouse würdig erwiesen hat. Verlangen Sie unverbindlich nähere Details WESTINGHOUSEBREMSEN & SIGNALGESELLSCHAFT A.-G., BERN, Effingerstrasse 35 Ankauf von am Gießen 49/53 verunfallten und allen Automobilen EDUARD IFANGER, USTER Werkzeugfabrik AUTO-ABBRUCH ZÜRICH-HÖNGG Telephon 67.299 Ersatzteil lagsi BEI VERGASERSTORUNG ODER HOHEM BENZINVERBRAUCH -ALTSTADT-GARAGE • TEL; 44516 UNTERE ZÄUNE 18 -ZÜRICH 1 ROLLSYNOL MOTOR OIL entspricht allen Anforderungen höchste Schmierkraft rassiger Antrieb Liefer- und Leichtlastwagen 3- und-4-Rad-Modelle vorzügliche Obenschmierung TEMPO- Pritschenwagen 3-Rad ERNST HÜRLIMANN, WÄDENSWIL ABTEILUNG: OELE und BENZINE Reparaturen, Sprengen Kürzeste Lieferfrist K. Zehnder, Zürich 8 Feilengasse 7 >> Telephon 44.128 T E M P O - Brückenwagen 4-Rad Aaxau H. Bruggisser Auto-Garage TeL 2.24.88 Affolterna.A. Alb. Dubs Auto-Garage u. Rep.-Werkstätte Tel. 946.201 Meister im •rueröe Bern-Kehrsatz Fritz Baumann Rössli-Garage TeL 4.40.22 TEMPO- Kastenwagen für Bäckerelen und Konditoreien, 3-Rad. Der kleinste Transport mit TEMPO ist lohnend, denn 500 kg Nutzlast von Zürich nach Aarau spedieren Sie mit nur Fx. 1.60 Betriebsßtoffkosten. TEMPO-Lieferwagen sind billig in Anschaffungskosten. Grosse; Nutzlast. Grosse Ladeflächen. Unverwüstlich, zuverlässig und schnell. Wir haben bis heute über 40 verschiedene Arten, von Carrosserie - Aufbaotea geliefert Sofort ab Lager lieferbar. Generalvertretung: AG. für Automobile, Zürich 4 Pflanzschulstrasse 9, Ecke Badenerstrasse 190 Telephon 727 33 Lenzburg G.Wirthlin Sarnen Garage TeL 66 Cl.Sidler Zürich Tel. 8.62.02 X. Perrot Neue Capitol-Garage, beim Central Tel. 4.26.24 Zürich 3 Fritz Schleith Auto-Rep.-Werkstätte Schwendengasse 8 Tel. 5.61.16 Ausser Gesch.-Zeit Tel.74.8.08 Luzern J. Doggwiler Kleinmattstrasse Reparaturwerkstätte für Personen- u. Lastwagen - Tel. 2.71.37 Sursee O.R.Wyder FORD MERCEDES- BENZ Telephon 36 Zürich 1 City-Garage A.G. Uraruastr. 31 J. F. Düger dipl. Chefmechaniker TeL 3.93.64 Zürich Walche-Garage Hans Schenkel bei der Motorfahrzeugkontrolle Tel. 4 55 70 Meiringen Christian Boss Auto-Garage u. Rep.-Werkstätte Tel. 180 Zofingen Lüthy & Co. Garage Tel. 8.17.77 Zürich 3 Emil Horber Tnemh-Garage Birmensdorferstr. 494 Tel. 7.29.60 Wir garantieren für prompte und fachgemässe Ausführung sämtl. Reparaturen Verlag, Druck und Cliches: HALLWAG A.-G., Bern. Für wirkungsvolle Inserate: Hallwag-Cliches I

BERN, Dienstag, 30. Juli 1940 Automobil-Revue - II. Blatt, Nr. 31 n n IV IV ßuntotftkt 1940 ssen sie ftef?t bas i?aus auf feftem (Srunfc, fcas uns fcte alten Vätev bauten, als tjctltö fte fcen eto'gcn Sunfc befdjtooren unb auf «Sott vertrauten; fte grün&eten's 3U Sdjutj unb Sruij, bamtt Me #reifjeit eine Siätte unb 8ru5erftnn ^tatt ettf?in füefjt i»es Krieges Slut unö mädjt'ge Völtev furchtbar ftreiten — tDob.1 wütet voilbet SdfiadiUn ©raus, unö eine työlle brennt fjienie&en... HJeb.rb.afier (Stögcnoffcn jefcodn es Ijütet treu ben © Sdiwet$et, el?r' bies fjaus un5 ^cint, Iaj? «ginißfett unb it)eb.r fraft malten, r - öcn Sruöerftreii erftitf' im Keim, lern in 5er Xlot sufammcnfjalten! JTtaa fjeut bas £eftgeläui 6idj mafjnen wie auefe. bev ^öf?enfeuer Schein, bev alten, opferfreudigen 2lb.nen voütbia — ta, ibnen «leid? *u fein» Kennst Du Dein Land? Das Trient-Tal zum Beispiel? Automobilisten pflegen in der Geographie besonders bewanderte Leute zu sein. Von derVallee de Trient mögen sie schon gehört haben, diesem von Vernayaz nach Südwesten ausstrahlenden Seitenthal der Rhone, wo sich Liebliches mit Majestätischem und Wildem paart. Ja, sie sind vielleicht mit ihrem Wagen darin eingedrungen, sei es von Martigny aus über Salvan, sei es über den Col de la Forclaz, dessen Strasse bei Finhaut hinten an die Ufer des Trient hinabsteigt, um über Chätelard nach Chamonix zu streben. Hat der welsche Automobilist den Reiz dieses Tales und die überströmende Gastfreundlichkeit seiner Bewohner schon lange entdeckt, so möchte man nur wünschen, dass auch sein Kollege diesseits der Saane den Weg dorthin häufiger finde, in diese stille Welt abseits der Hast und Unruhe der Stadt. Beängstigend hat sich seit dem Kriegsausbruch der Horizont für unser Gastgewerbe verfinstert. Versiegt ist der Strom der Fremden. Die Lücke, die sich dadurch aufgetan, lässt sich nur ausfüllen, wenn es gelingt, den Puls der Inlandstouristik zu erhalten. Ferien machen ist heute nationale Pflicht. Und wenn das Wallis ruft, wer könnte da nein sagen? Dort am Knie der Rhone, wo sie plötzlich nach Norden umbiegt, um etwa 40 km weiter unten ihre Fluten in den Leman zu ergiessen, dort liegt Martigny, eingebettet auf flachem Talgrund zwischen Fluss und Bergen, überragt von einer römischen Turmruine. Es will nicht mehr scheinen als es ist, dieses Martigny: ein beschauliches Städtchen, das auf eine bedeutsame Geschichte als Verkehrsbrennpunkt zurückblickt, der es übrigens heute noch ist, ein Städtchen auch, darin sich leben lässt. Herrlich munden an gastlicher Tafel die Walliser «Eigengewächsei: köstliches rotes Tröckenfleisch, Spärgeln, zart wie Butter, leckere Forellen aus der Rhone und das alles begossen mit einem feurigen Walliser Tropfen. Ist Ihnen übrigens schon einmal eine Kostprobe dessen, was unsere Walliser Sonnenstube an edlen Weinen hervorbringt, beschert gewesen? Mit 1 ten in Martigny, durch eine Haustüre, die sich in nichts von jeder anderen unterscheidet, steigt man hinab in die riesigen Keller des Hauses Orsat, in deren Labyrinth an die vier Millionen Liter lagern, teils in Fässern von respektgebietenden Ausmassen, teils in eingebauten Behältern. An Spül- und Abfüllmaschinen vorbei, die Tausende von Flaschen in der Stunde «erledigen >, geleitet uns der ebenso liebenswürdige wie fachkundige Cicerone in die Degusfationsstube, deren Gästebuch ausser beschwingten Versen zahllose grosse Namen zieren. Der Wein erfreut des Menschen Herz, aber dass Pflege und Behandlung des Rebensaftes sozusagen eine Wissenschaff für sich darstellen, oder vielleicht besser gesagt eine Kunst, die erworben sein will, das ward hier neuerdings offenbar. Und als dann die Herrlichkeit der Walliser Weine in etlichen Varietäten aufmarschierte, die Fendant, Molignon, Hermitage, Amigne und wie die klangvollen Bezeichnungen alle heissen, da erstand auch Herkunft und Geschichte dieser «crüs», man vernahm, dass der Johannisberger vom Rhein, der Döle aus Frankreich stammt, dass z. B. die Molignon-Rebe um 1840 herum ins Land kam. So ungewöhnt es für einen gewöhnlichen Sterblichen auch klingen mag, es spricht daraus nichts anderes als ein hochkultivierter Sinn für Wesen und Eigenart eines Tropfens, wenn der zünftige Kenner nicht etwa fragt: welchen Wein trinken wir zu diesem Gericht, zu jener Speise? sondern umgekehrt: was essen wir zu diesem Wein? Also sass man bei munterer Rede, schlürfte die Erzeugnisse des Walliser Weinbäuernfleisses und der unbändigen Sonne, der Geruch der Heimaterde stieg auf, Visionen von mühselig dem Boden abgerungenen, kunstvoll in Terrassenform angelegten Rebbergen wurden wach, ein Blick in die Organisation des Weinhandels und dessen Bedeutung für dieses gesegnete Land tat sich auf. Vall6e du Trient ist das Ziel, das am folgenden Morgen lockt. Beschaulich zuckelt der Wagen der Martigny-Chätelard-Bahn durch die grünende, fruchtbare Rhoneebene hinab, vorüber an liebevoll gehegten Aprikosenpflanzungen, an blitzsauberen Baumgärten und Spargelkulturen. Bei Vernayaz Wendet sich das Geleise jählings an die felsige Talflanke, die Zahnräder knirschen und grollen, ein Tunnel schluckt uns und wie er uns wieder freigibt, da klettern wir durch eine voralpine Landschaft, zwischen Lärchen und Primeln. Unter uns versinkt die Zentrale Vernayaz zum Spielzeug, drüben aber, am rechten Talhang, entdeckt der Blick schmale Zickzackweglein, die einzige Verbindung genügsamer Bergbauern mit der Welt. Und ja — dort, auf einem kleinen Anger zwischen Geröll und Gefels haben sie ihre schlichten Behausungen hingebaut. Ein hartes Leben führen sie, aber ob sie auch jetzt ihrem Tagewerk nachgehen können? Denn an den Grenzen tobt der Krieg und die Gehöfte sind der starken Arme irgendwo. beraubt, die heute Wache halten, Einen kurzen Diensthalt gönnt sich jetzt die Bahn, das Rollen des Zahnrades verstummt und erleichtert summt nun der elektrische Motor. Das Fahren tut dem Menschen gut, wenn er es nämlich selber tut. Mitleidig fast, auf jeden Fall aber aufmunternd, winken wir jenem einsamen Wanderer zu, der auf dem hellen Band des vielfältig geschlungenen Saumsträsschens— dem Motorfahrzeug bleibt es unzugänglich — geruhsam einherschreitet. Die Steilstufe ist überwunden, von 460 sind wir auf 925 m emporgetragen worden. Vor uns kuscheln sich die Häuser von Salvan in eine voa Kirschbäumen umsäumte Mulde, hinge- schmiegt an die Sonnenseite des Trienttales: Silbern gleisst das Licht auf den grauen Schieferdächern, drüben aber, im waldbestandenen Steilabhang jenseits der tief eingefressenen Schlucht, serbeln die letzten kümmerlichen Schneeresten dahin. Sanfter wird jetzt die Steigung, an steilem Hang schlängelt sich der Schienenstrang über wilde Schluchten talaufwärts über Les Marec Ott es und Le Tretien, stille, verträumte Orte, deren Reize von ruhesuchenden Menschen längst entdeckt worden sind. Heute allerdings ist der Zustrom der ausländischen Stammkundschaft, wozu vor allem Engländer und Holländer zählten, versiegt. In Finhaut, auf 1250 m Höhe, erklimmt die Bahn ihren Kulminationspunkt, die enge Schlucht, worin der Trient brodelt, erweitert sich und nimmt aus dem Seitental, darüber die zerklüftete Zunge des Trientgletschers gleisst, die Strasse von der Forclaz her auf. Hurtig huscht die Bahn jetzt, wie beflügelt, über schwellende Matten, vorbei an a'em granitenen Koloss der Zentrale des Barberine-Kraftwerkes (von wo sich das Seilbähnchen wie eine kühne Himmelsleiter durch Wald und Fels zum Barberine-See hinaufschwingt), der Grenzstation Chätelard entgegen. Wohl blicken von «drüben» die Zacken und Firne des Montblanc-Massivs herein, wir aber wenden uns wieder Finhaut zu, das sich, umrahmt von duftendem Hochwald, in einer Flut von Sonne badet. Gemählich steigend führt uns der Weg — einer nur aus dem dichtgewobenen Netz, das dem Wanderer so viele lockende Ziele erschliesst — hinauf nach Les Lecherettes. Ferienhäuschen hier und dort, aber noch dösen sie hinter geschlossenen Fensterläden. Eines hingegen ist zum Leben erwacht, ein feines, verheissungsvolles Räuchlein und eine fröhlich flatternde Fahne weisen uns den richtigen Pfad. Mit dem Räuchlein aber hat es seine ganz besondere Bewandtnis. Weil es nämlich einem Freiluft-Rost entstammt, darauf am Spiess Koteletten lieblich brutzeln. Zufrieden mustert der Koch sein Werk, denn ein richtiggehender Koch ist da, mit blendend weisser Mütze und Schürze und allem, was dazu gehört. Er macht mit welschem Temperament nicht nur die honneurs, nein, er versteht sich auch drauf, die Köstlichkeiten aus seiner improvisierten Küche mit sprühendem Witz