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E_1940_Zeitung_Nr.036

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Rue du Rhone 61 —

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Im Stadtverkehr bis 7% Liter. Aber ausschlaggebend ist für mich, dass viele DKW bereits Ober 100*000 km fahren, ohne wesentliche Reparatur. Also doppelt sparsam! Begreiflich, denn ein Motor mit 4 mal weniger beweglichen Teilen hat auch entsprechend weniger Abnützung, weniger Verbrauch. Und der Fahrkomfort? Jeder, der froher grosse Wagen fuhr, fühlt sich im Landi-DKW ebenso wohl und ermüdungsfrei, wegen der ganz einzigartigen Strassenhaltung und Federung. Jetzt laute ich dem Vertreter an! AMRISWIL Ritzi & Wagner, Automobile Tel. 600 BASEL K.Scheidegger,Tourlng-GarageTel.43908 BERN Ritzi & Wagner, Gar. Kaslnopl. Tel. 3 77 77 GENF Perrot, Duval & Cle., S.A. Tel.41605 LAUSANNE Autoport S. A., 2, Av. L&nan Tel.31764 LUZERN P. Erismann, Obergrund«tr.«0-42Tel.2 72 72 NEUENBURQ Th. Hirschy.Gar.dela Balance Tel. 52989 ST. GALLEN Ritzi & Wagner, Centralgarage Tel.26525 SCHAFFHAUSEN F. Hübscher, Rhein-Garare TeL 1200 SOLOTHURN E. Schnetz & Cie., Gar. Central Tel.21266 WINTERTHUR Eu lachgar. A.-G.,Techntkum«tr.67Tel. 2 23 33 ZÜRICH Amag, Kreuzstrasse 4 Tel. 41620 Altstätten (Rheintal-St. Gall.) Nun schläft er mit rahigem Gewissen, denn ei hat soeben allen Stellensuchenden, die auf sein Inserat Offerten einreichten, die Zeugnis* Kopien, Photos usw. zurückgesandt Herr Prinzipal, die Stellensuchenden, die auf Ihr« Inserate eingeben, sind meistens arbeitslos und rechnen mit den letzten Rappen — auch mit jenen, die sie an die Offerte verwenden) Eine prompte Rucksendung der Beilagen — besonders wenn ein frankiertes Retourcouvert mit eingereicht wurde — bedeutet für sie deshalb eine Erleichterung. Wir bitten Sie, Ben Prinzipal, daran zu denken, wenn Ihnen die Offerten zuströmen und danken Ihnen im Namen der Offertstelle» nun roraa» für Ihre Aufmerksamkeit. Zukaufen aeöucfof Schreibmaschinen Portahle Rechenmaschinen ti (Gestetner, elektr.). E. J. Walter, Zürich 1, Talstr. 41. Tel. 53.253. 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BERN, Dienstag, 3. September 1940 Automobil-Revue - II. Blatt, Nr. 36 4 Räder - 2 Räder Mein Feuerzeug liegt in der Schublade und macht einen Kopf. Ich zünde mir meine Zigaretten mit Zündhölzern an. Hier habe ich also auf Holzbetrieb umgestellt. Mein lieber vierrädriger Freund, mein treues, graues Auto aber steht in der Garage, und mit Zündhölzern ist ihm nicht zu helfen. Wenn ich so zurückdenke, wie ich es einst tauftel Das kreuzgute iWesen, immer freundlich und zuverlässig. Mir ging damals immer der Vers im Kopf herum: «Ein treuer Knecht war Fridolin zur Freude seines Herrn. - » Ich glaube, so heissen doch die Zeilen. Und deshalb taufte ich ihn damals «Fridolin », den guten Kameraden. (Dass ich ihm später den Namen wieder stahl, sei hier nur nebenbei bemerkt.) Der gute «Fridolin»! Aufgebockt ist er noch nicht. Ich bringe es nicht übers Herz. Aber es wird nun wohl doch einmal sein müssen. Er wird schrecklich kahl aussehen ohne seine Nummernschilder. Ich werde es nachts tun müssen, während er schläft. Vielleicht schläft er dann gleich weiter in den Winter hinein und wacht gar nicht mehr auf. Jedenfalls weiss ich heute schon, dass ich mich nicht mehr in die Garage getrauen werde, wenn er erst auf den Böcken hängen wird. Mit dem Tramfahren ist es so eine Sache. Bei Regenwetter mag es ja noch angehen, aber so für alle Tage wird die Sache auch recht kostspielig. Was bleibt? Ich werde mir statt der aufgebockten vier, eben zwei Räder anschaffen. Zwei Räder sind ein Rad. Zicken macht die Sprache! Aber es ist schon so. Ein Rad ist ein Velo. Es ist viele, viele Jahre her, dass ich nicht mehr auf einem solchen Ding oben sass. Ich kann mich noch erinnern, wie ich damals vom Velo zum Motorrad hinüberwechselte. Tief am Boden unten sass ich mit einem Male. Man fuhr sozusagen im Erdgeschoss und dünkte sich viel sicherer dort unten. Und dann kam einmal der erste Wagen. Das war nun etwas völlig anderes. Die Füsse wanderten von hinten nach vorn und übernahmen grösstenteils die bisherigen Funktionen der Hände. Es war fremd und angenehm. Und nun werde ich eben wieder von vorne anfangen. Wie der treuloseste Finsterling kam ich mir vor, als ich das Velogeschäft betrat. Ich musste einen Augenblick warten und setzte mich auf einen Stuhl; um mir etwas Haltung zu geben, schlug ich die Beine übereinander und wippte mit dem Fuss. « Aha, gewesener Automobilist? » bemerkte der Velohändler frech, wie mich dünkte, und blickte auf meine Füsse. Mein Gesicht muss ein Fragezeichen gewesen sein, denn er erklärte: « Diese metallisch schwarzen Flecken unter der rechten Schuhsohle kennen wir. Man sieht sie oft hier, in letzter Zeit! » Damit hatte er die Oberhand und ich einen roten Kopf. Und nun ging es ans Wählen. Was ich wünsche, wollte er wissen. Eine Rennmaschine? Ein Allwetterrad? Ein Militärvelo? Rennmaschine? Ha, ha! Sah ich so aus? Ich langte nach meinem Kravattenknopf und schüttelte scheu de Kopf. Also ein Tourenvelo? Ein Gebrauchsrad mit Komfort, Es blitzte und blinkte nur so in der Runde. Ich musste mich recht zusammennehmen. Nur jetzt nicht auf Chrom und Nickel hereinfallen, sagte ich mir immer wieder. Praktisch muss das Ding sein. Und bequem — wenn möglich. Der Gedanke an rote Reifen war mir peinlich, Von Fridolin. aber der Mann meinte, Halbballonreifen seien so riesig angenehm. Bei einem Velo mit ganz wenig Chrom und viel schwarzem Lack blieb ich stehen und streichelte den neu duftenden Sattel, der weit und breit und bequem aussah. Spannfedersattel, das sei das Beste. Mir war es recht. Das Beste ist immer noch das Billigste, dachte ich. Wenn schon, denn schon. Und man muss diesen zweirädrigen Notbehelf auch wieder einmal losschlagen. Drei Uebersetzungen waren da vorhanden. Das war zu meiner Zeit der Gipfel von Luxus! Von so etwas hatte ich als Jüngling höchstens zu träumen gewagt. Jetzt war es eigentlich an jedem Velo schon dran. «Natürlich, einen Rückwärtsgang brauchen wir ja nicht! », versuchte ich zu scherzen. Der Mann wollte verkaufen und strich über den Halbkettenkasten und rühmte die Qualität., der Kette. Die Bremsen waren fabelhaft, und das beeinflusste mich stark. Und ein Kilometerzähler: war auch da. Die Lampe war der reine Scheinwerfer. Ich dachte an meine Kerze zurück. Alles elektrisch natürlich und zum Abblenden. Abblenden, jawohl; das musste ich haben! Ich wollte nicht so ein gemeiner Blender werden, wie die Vögel, die mich immer so wütend gemacht hatten auf der Landstrasse. Zwei Velo = ein Auto) Ein Velo = ein Motorrad. Und nachher war die ganze Angst immer umsonst gewesen! Nein; ich musste eine Lampe zum Abblenden haben. Auch ein schöner Gepäckträger war da. Nur die Pumpe beäugte ich mit Misstrauen; die Pumpe und das Flickzeug. Ja, eben: Ersatzräder, die man einfach auswechseln konnte, gab es hier nicht Das war der wunde Punkt. Sozusagen die Krücke, die der Vollendung noch entgegenstand. Die Romantik des Strassenrandes, das auf den Kopf gestellte Velo und der in den nächsten Brunnen getauchte Schlauch — sie stiegen wieder vor meinem Auge auf; aber solche Reifen brachte man wenigstens wieder allein und ohne allzu grosse Opfer an Fingernägeln in die Felgen. Das Geschäft war perfekt, und ich hatte eine schöne Quittung in der Tasche. Zum weiteren Beweis, dass ich bezahlt hatte, besass ich nun überdies auch noch ein schönes Gebrauchsrad. « E schöns Reedli! » sagte der Mann und wiefte den Kopf. Er schickte dem Stahlrösslein ejjfen väterlichen Blick nach, als ginge sein Kind nifti in die Fremde. Und dabei hatte er so viele ^Kinder ». Eine kurze Versuchsfahrt zur Polizei, und nun war ich einer von 62 0001 Entsetzlich fremd kam mir alles vor. Ich hatte das Gefühl, in schwindelnder Höhe herumzuturhen. Es gab furchtbar viele Velos. Noch viel, viel mehr als ich je vom Auto aus bemerkt hatte. Und sie bedrohten mich neuen Verkehrsteilnehmer viel unmittelbarer, seit ich auch mittat. Es war neu und peinlich, an jeder bewachten Kreuzung anhalten zu müssen und auf das Signal der weissen Hand wieder dort hinaufzuklettern und davonzufahren als wäre das gar nichts anderes. Das Fahren ging ja noch, wenn auch etwas unsicher zu Beginn. Man rostet eben doch schneller als man meint. Und die Radfahrerwege waren mein heller Schrekkenl Du liebe Zeit, sind diese Wege schmal! Ich kam mir vor wie eine Zirkusnummer. Ich musste grosse Denkarbeit leisten. Auf alle Verkehrsregeln musste ich achten; das sass mir in den Knochen. Aber eben: Dazu immer noch die Zirkusnummer! • Ich glaube, ich machte mich ziemlich unbeliebt bei den andern 61999 Velofahrern. Ich hielt getreulich jede Regel ein; denn ich wusste, wie sehr "Tede - Uebertretung innerhalb der Automobile mit Flüchen quittiert zu werden pflegte. Ich fuhr immer hinter den andern, damit nie zwei nebeneinander kämen. Ich fuhr nachts abgeblendet, liess den Autos immer und überall den Vortritt, denn sie mussten schliesslich Benzin sparen; und jedes Anhalten und Wiederanfahren schluckt Most. Ich wusste das. Kurz, ich fuhr überall so, als sässe ich selber in dem Auto hinter mir. Es wäre zu studieren, ob nicht ein «Veloclub ehemaliger Automobilisten » zu gründen sei? Vielleicht würde das Grosses zur Verkehrserziehung der Velofahrer beitragen. Das gute Beispiel färbt ab. Wenn jeder Velofahrer erst eine Autofahr-; Prüfung machen musste, ehe man ihn auf den Verkehr loslässt, wäre manches besser!-Aber diese Strassenflöhe müssen ja nicht einmal eine Velofahrprüfung machen. Man lässt sie einfach auf die Menschheit los, wenn sie ein Katzenauge und eine Lampe haben. Und das Aergste sind die Kleinen, die Buben und Mädchen, die noch nicht auf dem Sattel sitzen können, weil das Velo zu gross ist! Sie stehen in den Pedalen, fahren unsicher im Zickzack und sind eine Gefahr. Und eine Fahrbewilligung haben sie meistens auch nicht. Aber die Polizei hat keine Zeit, sie zu pflücken. Falsch geparkte Automobile sind wichtiger! Und nun bin ich selber ein Velofahrer. Die Erde hat mich wieder. Ich mache grosse Umwege, um lästige Steigungen zu vermeiden, die ich zuvor, mit dem Auto gar nicht gekannt hatte. Ich weiss, wo der Strassenbelag gut ist und wo er weh tut am — am... dort, wo man auf dem Velo sitzt. Ich kenne jeden Rank und- Schlich in der Stadt und gucke meinen Kollegen noch manch wertvollen Kniff ab. Aber so ganz habe ich den Automobilisten doch noch nicht ausgezogen. Ich ärgere mich über de* Verkehrspolizisten, der ein Auto anhält, um ein Velo, eines, ein einziges, zuerst über die Kreuzung fahren zu lassen. Schliesslich braucht der andere wieder unnötig Benzin, um anzufahren nach dem so unnötig erzwungenen Stop. Der Polizeimann wurde aber unangenehm, als ich abstieg, um ihm das zu erklären: «Fahren Sie weiter und mischen Sie sich nicht in Dinge, die Sie doch nicht verstehen!» Ja, ja —i wir Velofahrer. Faraday und der Strassenverkehr Im Jahre 1823 hatte der berühmte Gelehrte Michel Faraday in einer Liverpooler Zeitung einen Artikel erscheinen lassen, worin er die Gefahren voraussah, die durch den ungeregelten Strassenverkehr entstehen werden und wies auch gleich auf ein Mittel zur Abhilfe dieses Zustandes. Nachdem er verschiedentliche Schritte in dieser Hinsicht unternommen, schrieb er, vor 113 Jahren, zu einer Zeit, wo der Verkehr noch nicht die Gefahren und Verwicklungen der Gegenwart" zeigte, folgendes: Der Fussgänger auf der Strasse: Man hat Schwierigkeiten, die Bürger in Liverpool anzuhalten, die allbekannte und nützliche Vorschrift innezuhalten, die verlangt, dass sie die rechte Seite der Strasse benützen, wenn sie zu Fuss gehen. Da sie aber durch Vernunftgründe nicht dazu angehalten werden konnten, versuchte man sie zum Gehorsam zu bringen, indem man sie beschämte, und zwar erreichte man das dadurch, dass man an die Mauern der Stadt folgenden, in höflicher Form gehaltenen Anschlagzettel anbrachte! «Die achtbaren Bürger werden gebeten, die rechte Seite der Strasse, auf der sie gehen, zu benützen; die gemeinen Bürger können links gehen! (Faraday — berühmter englischer Phyiker und Chemiker 1791—1867). R. B.