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E_1940_Zeitung_Nr.030

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ß AUTOMOBIL-REVUE

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BERN, Dienstag, 23. Juli 1940 Automobil-Revue - II. Blatt, Nr. 30 / vv e ' ts ">sch e he n . i\ ine ttUsekeidunq- «Sag mal, du bist wohl übergeschnappt, was? Weisst nicht, ob du Fred Coopers Einladung annehmen sollst?! Na, da hört doch alles auf! Was hast du denn an ihm auszusetzen? Er sieht aus wie ein Filmstar auf Urlaub, hat einen fabelhaften Wagen, gute Manieren, hat einen Vater, der vor lauter Dollars nicht mehr weiss, wie viele er eigentlich hat und du - weisst nicht, ob du am Samstag nachmittag mit ihm zum Tee ins Hotel du Lac fahren sollst! Na, weisst du, das ist dann schon Dummheit in der dritten Dimension. Die schönsten Frauen hier in der Runde würden mit Freuden ja sagen, ich eingeschlossen. Er verfällt ausgerechnet auf dich und du weisst nicht ... Spukt dir immer noch der Walter im Kopf? Schlag' ihn dir aus dem Sinn, Ruth, der denkt nicht mehr an dich. Hat er je ein bindendes Wort gesagt, auch nur eine Andeutung gemacht, als er einrückte? Also! Natürlich, er steht erst im Anfang, aber eine Frau ernähren könnte er schon und wenn er dich wirklich lieb hätte, hätt' er was gesagt. - Also, sei kein Frosch, und verscherz' dir nicht dein Lebensglück - wegen einem, der gar nicht mehr an dich denkt!» «Der gar nicht mehr an dich denkt?!» Immer wieder geht Ruth der Satz der Freundin im Kopf herum. Denkt er wirklich nicht mehr an sie? Gewiss, lange hat er nicht geschrieben, der da irgendwo in den Bergen auf einsamem Wachtposten steht. Und es ist wahr, dass er nie irgendein Wort gesagt hat, dass ein Versprechen gewesen wäre an ein Später. - Aber kann man das heute, wo niemand weiss, was der nächste Tag bringt?! Sie kannte Walter doch gut genug. Er wollte ganz fest auf eigenen Füssen stehen, bevor er eine Frau an sich fesselte. Würde nicht ans Heiraten denken, bevor er nicht seiner Frau ein einigermassen sorgloses Leben bieten konnte. Die Mobilmachung hatte einen Strich durch alle Pläne gemacht. Und Walter war zu gewissenhaft und zu stolz gewesen, sie durch ein Versprechen an sich zu binden für eine Ungewisse Zukunft. Sie hatte auf ein Wort, eine Frage gehofft, als er ihr die Hand zum Abschied gereicht. Aber nichts war gekommen, nichts - nur seine Augen hatten geredet, gebeten, eine warme, eindringliche Sprache. War das nicht genug? - War das nichts? War dies Verstehen, dies Wissen und Denken und Fühlen des anderen nicht viel mehr, als Worte geben können!? Und doch - manchmal in vielen, einsamen Stunden - war es nicht genug. Dann kamen die Zweifel, die Fragen - und die wenigen, kurzen Briefe, die den Weg aus den Bergen in die grosse Stadt fanden, brachten sie nicht mehr Unruhe und Sehnsucht als Freude? Er denkt nicht mehr an dich - und du bist ihm nicht verpflichtet. So ungefähr hatte die Freundin gesagt - und hatte sie nicht eigentlich recht? Sollte sie sich jede Zerstreuung, jedes fröhliche Zusammensein mit netten Menschen entgehen lassen - nur weil - - vielleicht ... Warum sollte sie die Einladung nicht annehmen? Schliesslich verpflichtete sie das zu nichts. Fred Cooper war ein netter Junge, lustig und unterhaltend, und wenn man eine ganze Woche eingespannt gearbeitet hat, dann hatte man wohl auch eine kleine Abwechslung, einen Ausgleich zum Alltag, verdient! Die leise, gute Musik, die über die Terrasse am I See streicht, die gut angezogenen Menschen, das bunte Treiben ringsum, das fast vergessen lässt, dass Krieg ist da draussen, nimmt Ruth gefangen. Der junge Amerikaner, dessen trockener Humor, dessen heiteres Plaudern ihre Aufmerksamkeit gefangen nehmen und ihr mehr als einmal ein Lachen entlockten, diese Welt voll Luxus und Reichtum, die Ruth bisher nur aus der Ferne gekannt hat, tut sich auf einmal vor ihr auf - und verdrängt ein fernes Bild, das bis vor kurzem noch seltsam stark vor ihrer Seele gestanden hat. Sie sind von nun an oft zusammen, die beiden. Der helle, schnittige Wagen überwindet spielend Entfernungen, die eleganten Fremdenorte sind Ruth bald vertraut - und es macht Spass, einen Mann an der Seite zu haben, um den man beneidet wird - und der das Interesse, das seiner Person entgegengebracht wird, nicht beachtet, weil er nur Augen hat für sie. - O, sie sind gute Kameraden geworden, aber wenn Ruth sich die Frage vorlegt: «Liebe ich ihn eigentlich» so weiss sie keine Antwort darauf. Wenn sie mit ihm zusammen ist, so glaubt sie es, aber dann gibt es Augenblicke, da verlischt das Bild des Amerikaners, und ein schmales, gebräuntes Antlitz mit ernsten Augen, die zu fragen scheinen, taucht in ihren Gedanken auf. - •' Aber der, dem es gehört, ist fern - und sie weiss kaum etwas" von ihm - und er - denkt vielleicht - nicht mehr an sie?! Sie schiebt die Gedanken fort, die sie quälen - sie beantwortet sich beide Fragen nicht, sie lässt sich treiben und fürchtet sich vor der Entscheidung, die doch kommen muss. Und sie kommt bald. Wieder sitzen sie auf der Terrasse des Hotel du Lac und schauen über den See. Ganz unvermittelt und fast kurz fragt da Fred Cooper: «In vier Wochen muss ich nach Haus, Ruth, kommst du mit? Wir heiraten hier - und dann geht es über den Ozean, in ein Land, wo es keinen Krieg gibt. Wo die Frauen nicht die Arbeit der Männer tun müssen - wo du keine Sorgen mehr hast und alles, was du dir wünscht. Wo man fröhliche Gesellschaften feiert, Unterhaltung hat und Sport und Spiel. Wir können reisen, wohin wir wollen, tun und lassen, was wir mögen. Drüben Liselotte von der Pfalz am Hofe Ludwigs XIV Zu den wervollsfen Geschichtsquellen, die wir über den Hof des Sonnenkönigs besitzen, gehören neben den Memoiren des Herzogs von Saint- Simon die Briefe der Liselotte von der Pfalz, Herzogin von Orleans. Sie geben ein ungeschminktes Bild der Zustände am französischen Hofe und sind von einer Derbheit, die selbst die Zeitgenossen übertrieben fanden, obwohl man damals der Ansicht war, dass Zimperlichkeit Personen von Stande nicht gut anstünde. Unter Ludwig XIV. war Frankreich zum herrschenden Staat in Europa geworden; französische Sprache und französische Kultur galten auch an den deutschen Höfen als unerreichbares Vorbild. In manchen Kreisen wollte man allerdings die kulturelle Ueberlegenheit Frankreichs nicht anerkennen. Man sah in der Verfeinerung der Franzosen nichts anderes als Dekadenz, in ihrer Höflichkeit Falschheit, in ihrer Eleganz Tünche. Liselotte von der Pfalz gehörte zu denjenigen, die sich zeit ihres Lebens nie mit französischem Wesen vertraut machen konnten. Nie ist der Gegensatz zwischen deutscher und französischer Art so aufeinandergeprallt als in der Ehe zwischen der Pfälzerin und dem Spross der Orleans. Dessenungeachtet muss aber doch betont werden; dass Liselotte von der Pfalz sich am Hofe des Sonnenkönigs nicht unglücklich gefühlt hat, wie manche Historiker behauptet haben. Sie hat die Gunst Ludwigs XIV. während ihres ganzen langen Lebens unverändert genossen, und nichts hat sie mit solcher Befriedigung erfüllt, als gerade von diesem mächtigsten Manne seiner Zeit ausgezeichnet zu werden. Gewiss hat es an Leid nicht gefehlt. Liselotte hat unter der Verwüstung ihrer Heimat, der Pfalz, unendlich gelitten, und auch ihre Ehe ist alles andere als glücklich gewesen. Die Pfalz hatte während des Dreissigjährigen Krieges furchtbar gelitten. Die Hauptstadt Heidelberg lag halb in Trümmern. Ein grosser Teil der Dörfer und Flecken war vom Erdboden vollkommen verschwunden, die Bevölkerung durch Krieg und Seuchen aufgerieben. Am Hofe ihres Vaters, des Kurfürsten Karl Ludwig von der Pfalz, war Liselotte in Sorglosigkeit und Natürlichkeit aufgewachsen. Ihre Tante, die Herzogin Sophie von Hannover, «die herzliebe Tante Sophie», wie Liselotte sie nannte, hatte dann die Erziehung des jungen Mädchens übernommen. Es ist jene Frau, an die die ergötzlichen Briefe der späteren Herzogin von Orleans gerichtet sind, jene Fürstin, der Liselotte bis zu ihrem Tode eine schwärmerische Liebe bewahrte. Die Ehe der jungen Pfälzerin mit dem Herzog Philipp von Orleans wurde aus rein politischen Gründen-geschlossen. Der Kurfürst versprach^ sich - von diesem Bunde mit dem grössten Monarchen der Zeit grosse Vorteile für sein Land, das dem mächtigen Nachbarn schutzlos ausgeliefert war. Liselotte hat zeitlebens schwer darunter gelitten, dass ihr Vater in dieser Beziehung eine grosse Enttäuschung erlitt, da sie das Schicksal ihres Vaters nicht ändern, ja nicht einmal mildern konnte. Am 28. Oktober 1670 war Liselotte als Braut des Herzogs von Orleans in Strassburg angekommen. Vorher hatte sie, die Protestantin, zur katholiscKeri Kirche übertreten müssen. Für die Pfälzerin, die mit 64000 Franken barem Gelde und etwa für 10000 Franken an Schmuck, Kleidern, Wäsche und Toilettegegenständen nach Frankreich kam, war der " Herzog von Orleans eine glänzende Partie. Ausser dem Palais-Royal und Saint-Cloud besass er eine ganze Reihe von Schlössern. Seine Apanage belief sich auf eine Million Franken, und ausserdem bezog er vom König eine Rente von 560 000 Franken und einen weiteren Zuschuss von jährlich 100000 Franken. Diesen für die damalige Zeit recht ansehnlichen Summen wurden bald darauf npch 200000 Franken hinzugefügt, so dass sich eine Jahresrente von nahezu 2 Millionen ergab. Philipp von Orleans stand im 31. Lebensjahr, als er sich mit der neunzehnjährigen Liselotte von der Pfalz vermählte. Er war ein kleiner, dicker, untersetzter Herr, der hohe Stöckelschuhe trug, um grösser zu erscheinen. Stundenlang konnte er vor dem Spiegel stehen, wenn er sich ankleidete; denn er war eitler und putzsüchtiger als eine Frau. Wenn er dann parfümiert, geschminkt, über und über mit Edelsteinen behangen, mit bunten Bändern und Federn geschmückt durch die Prunkgemächer seiner Schlösser schritt, kam er wie ein Liselotte von der Pfalz.