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E_1940_Zeitung_Nr.032

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Eine Unterredung der

Eine Unterredung der «Äutomobil-Revue« mit Bundesrat Celio über die Benzinsteuer Er sähe gerne deren allgemeine Einführung Nach der Aussprache, welche am 3. Mai dieses Jahres zwischen dem neuen Chef des eidg. Post- und Eisenbahndepartements und den Vertretern der Via Vita stattfand, hatte man, wie damals an dieser Stelle dargelegt, den Eindruck, dass Bundesrat Cellos Ideenrichtung dahin tendiere, das System der Benzinsteuer auf die ganze Schweiz auszudehnen (jenes System also, das der Kanton Tessin auf 1. Januar 1940 als erster übernommen hatte, zu einer Zeit, da Herr Celio noch Staatsrat war und dem Tessiner Erziehungsund Polizeidepartement vorstand). Heute allerdings zieht dieser Besteuerungsmodus, wie das Vorgehen Luzerns und in allerneuester Zeit auch St. Qallens und des Aargaus beweist, immer weitere Kreise. Der Umstand, dass sich die Lage sowohl des einzelnen Automobilisten als auch der gesamten Automobilwirtschaft unseres Landes, nach der weiteren Verschärfung der Rationierung einerseits und der Benzinpreiserhöhung anderseits zusehends schwieriger gestaltet, hat uns bewogen, Herrn Bundesrat Celio über seine Ansicht zu befragen. Trotz seiner starken Arbeitslast gewährte er uns liebenswürdigerweise ein paar Augenblicke seiner kostbaren Zeit. Fassen wir kurz zusammen, was die Unterredung zutage förderte: Frage: Liegt es in Ihrer Absicht, Herr Bundesrat, die Benzinsteuer auf gesamtschweizerischem Boden einzuführen? Antwort: Wir möchten tatsächlich dahin gelangen, dass ein jeder seine Steuern nach Massgabe der Benzinmenge bezahlt, die er zugeteilt erhält. Frage: Würde das die Anwendung einer Benzinsteuer nach dem Vorbild des Tessiner Systems bedeuten? Antwort: Unser Programm gliedert sich in drei Punkte: 1. Zu verhindern, dass die Kantone während den gegenwärtigen schwierigen Zeiten die vor dem Krieg geltenden Steueransätze noch erhöhen, wie es für den Kanton Bern zutrifft. 2. Zu erreichen, dass kein Kanton Steuern erheben darf, deren Totalbetrag höher geht als eine Belastung von 15 Rappen pro Liter bezogenen Benzins. 3. Das ideale System bestände in der Beseitigung jeglicher festen Steuer und deren Ersetzung durch einen Zuschlag auf dem Benzin-Literpreis, entsprechend den zugeteilten Mengen. Die Bezahlung hätte monatlich oder alle zwei Monate zu erfolgen, je nach den Rationierungsperioden. Frage: Handelt es sich hier um das Programm des Bundesrates? Antwort: Das Problem ist von ihm noch nicht geprüft worden. Die Wahl Herrn Kradolfers, des früheren Chefs des eidg. Amtes für Verkehr, zum Generaldirektor der SBB und die erst kürzlich erfolgte Ernennung seines Nachfolgers, Herrn Dr. Cottiers, hat die Behandlung der Frage etwas verzögert, aber sie wird nun sofort in Angriff genommen. Frage: Beabsichtigt der Bundesrat, sofern er dem Programm zustimmt, den Kantonen Direktiven zu erteilen? « Die neunzigtausend sind der Maschinenfabrik Vulkan aus Monaco längst zugestellt •worden! Ich weiss das aus dem Munde Ihres Herrn Sohnes, der mir gleichzeitig bestätigte, dass die Angelegenheit hierdurch erledigt ist.» Römer, der das Verlangen fühlt, den frechen Burschen da mit der Faust zu zermalmen wie ein ekles Insekt, donnert Becker an : «Die neunzigtausend Franken sind — von "wem an den ,Vulkan' zurückgeschickt worden, Herr Becker ? > Der Kassierer krampft die Hände um den Tischrand: « Von demjenigen, der ein Interesse daran hat, dass die Oeffentlichkeit — bei meiner eventuellen Verfolgung durch die Kriminalbehörde — nicht von dem etwas seltsamen Doppelleben eines gesellschaftlich hochangesehenen bekannten Industriellen erfährt! » «Ich bitte um meinen Schein ! » Da sich in Römers wie vereistem Gesicht nichts rührt, und da Becker fühlt, dass, wenn der Mann da vor ihm nicht will, alles verloren ist... fällt alle Kraft von ihm ab. « Herr Direktor... ich bin kein Lump ! Glauben Sie mir !... Wenn ich den Schein zurückbekomme — äch fühle mich trotzdem als Ihren Schuldner... Ich werde Ihnen die Antwort: Mehr als bloss Direktiven, doch möchten wir ihnen nicht alle Kompetenzen entziehen, weil dafür keine Notwendigkeit besteht. Zu einer andern, nicht minder aktuellen Frage übergehend, richten wir an den Herrn Verkehrsminister noch einige Fragen über die St. Gallen fuhrt die Benz initeuer ein Der st. gallische Regierungsrat hat in semer Sitzung vom 2. August beschlossen, die Motorfahrzeuggebühren für die Dauer der Rationierung der flüssigen Kraft- und Brennstoffe nach Massgabe der Zuteilung des Treibstoffes in berechnen. Diese Gebühr beträgt für jeden zugeteilten Liter Benzin 15 Rappen und für den Liter iDieselöl 25 Rappen. Die bisherige Höhe des Steuerbetreffnisses wird in keinem Falle überschritten. Die Erhebung der Benzinsteuer erfolgt durch Verrechnung mit der bezahlten Verkehrssteuer. Wer diese Steuer bereits bezahlt hat, wird für die zugeteilten Benzinmengen mit 15 Rappen pro Liter belastet. Wenn mit der Benzinsteuer der bezahlte Betrag nicht erreicht wird, erfolgt Gutschrift der Differenz oder Auszahlung. Wer sein Fahrzeug neu in Betrieb setzt, hat die Steuer auf bisheriger Basis für drei oder sechs Monate zu entrichten und der bezahlte Betrag wird auf dem gleichen Verrechnungswege mit den erhaltenen Rationierungsscheinen für die Benzinsteuer verwendet. Während der Kanton Tessin seit 1. Januar 1940 an Stelle der Hubraumbesteuerung eine Bensinsteuer von 15 Rappen pro Liter bei der Abgabe der Rationierungsscheine erhebt, besorgt der Kanton St. Gallen diesen Einzug auf dem einfacheren, buchhaltungstechnischen Wege. Nachdem eine vernünftige Losung in der Besteuerung der Motorfahrzeuge und Anpassung an die ausserordentlichen Verhältnisse erreicht worden ist, muss eine entsprechendes Haltung auch von den Versicherungsgesellschaften erwartet werden. (Mite.) Auch der Kanton Aargau passt die Steuern dem Benzinverbrauch an Gestützt auf die vielfachen und wiederholten Bemühungen der Verkehrsverbände hat der Regierungsrat des Kt. lAaTgau soeben folgende grundlegende Aenderung der Motorfahrzeugbesteuerung beschlossen: Für die Dauer dieses Beschlusses tritt für Personenwagen folgende Abweichung von der durch den Grossen Rat im Anhang zur Vollziehungsverordnung vom 12. Dezember 1932 und im Grossratsbeschluss vom 14. Juli 1937 enthaltenen Gebührenordnung ein: 1. Bei ganzjähriger Vorauszahlung der Gebühren wird eine Grundgebühr von Fr. 75.— und an Stelle des Zuschlages nach Pferdestärken ein Zuschlag von 15 Rp. auf den Liter zugeteiltes Benzin erhoben. 2. Bei qnartalweiser Vorauszahlung beträgt die Grundgebühr Fr. 20.— per Quartal, bei monatsweiser Vorauszahlung Fr. 7— per Monat, neben dem gleichen Literzuschlag wie in Ziff. 1. Für Motorräder wird bei ganzjähriger Vorauszahlung eine Grundgebühr von Fr. 10.— bei monatsweiser Bezahlung von Fr. 1.— per Monat neben dem Zuschlag von 15 Rp. auf den Liter zugeteiltes Benzin erhoben. Die innert Jahresfrist bezogenen Gebühren dürfen die in der grossrätlichen Gebührenordnung festgesetzten Beträge nicht überschreiten, mit Ausnahme des Mehrbetrages für den quartals- oder monatsweisen Gebührenbezug. neunzigtausend Franken eines Tages zurückgeben ... ich werde es ! Ihnen persönlich s.. ich schwöre es Ihnen ! Bei ... meiner... Liebe zu meiner Braut!... Ich werde mir eine neues Leben aufbauen in Südamerika... ich habe schon mein Ticket in der Tasche... über Genua. Ich trete Ihnen nie mehr vor Augen... nie mehr ! » Römer fasst seinen früheren Kassierer scharf ins Auge : « Sie werden Grasse noch heute verlassen ... ? » c Ich werde Grasse noch heute verlassen, Herr Direktor ! » c Und reisen nach Genua ? ! » «Und reise nach Genua — und von da nach Brasilien ! » « Sie geben Ihr Ehrenwort als — der anständig© Mensch, der Sie früher waren ? » «Ich gebe Ihnen mein Ehrenwort darauf, Herr Direktor ! » Heinrich Römer nimmt den Schein, hält ihn einen Augenblick zwischen spitzen Fingern. Zerreisst ihn dann in vier gleiche Teile : «So !» Ein völlig anderer steht Becker jetzt vor Direktor Römer. « Haben Sie Geld für Amerika, Becker ? » Dunkelrot im Gesicht antwortet der ehemalige Kassierer : AUTOMOBIL-REVUE DIENSTAG, 6. AUGUST 19-50 — N° 32 Autotransportordnung. Frage: Ende Mi hat der Bundesrat die Inkraftsetzung des Bundesbeschlusses über den Transport von Personen und Sachen mit Motorfahrzeugen auf öffentlichen Strassen beschlossen... Antwort: Das stimmt, doch werden wir bei der Anwendung der neuen Ordnung den gegenwärtigen, sehr schweren Zeitumständen Rechnung tragen, namentlich was die Erhebung der Taxen anbelangt. Die Voraussicht verlangt, dass wir die Vorbereitungen für einen ausreichenden Automobilverkehr treffen und die Interessen der Automobilindustrie sowie jener Kreise berücksichtigen und fördern, welche vom Motorfahrzeug leben. Schon heute heisst es handeln, um jene Komplikationen zu vermeiden, die mit Sicherheit auf den Zeitpunkt zu erwarten stehen, da die gegenwärtig requirierten Fahrzeuge ins Zivilleben zurückkehren. Die Benzinsteuer macht Schute Dem Tessiner Beispiel folgen nach Luzern nun auch St. Gallen und Aargau Für Motorwagen, deren Triebstoffzuteilung durch die zuständige kantonale Amtsstelle nicht zuverlässig kontrolliert werden kann, ist die Gebühr nach der grossrätlichen Gebührenordnung zu bezahlen. , Dieser Beschluss tritt am 1. August 1940 in Kraft. Die Verrechnung der bereits bis Ende Jahr bezahlten Gebühren dürfte nicht vor dem 1. Oktober 1940 erfolgen. Der Kanton Schwyz folgt dem Zürcher Beispiel. Den veränderten Verhältnissen entsprechend hat der Regierungsrat des Kantons Schwyz die von ihm im Februar dieses Jahres erlassenen Bestimmungen über die Gewährung von Erleichterungen bei der Bezahlung der Verkehrssteuern aufgehoben und sie durch eine neue, auf 1. August in Kraft erklärte Regelung ersetzt, die sich in der Hauptsache an den kürzlich von der Regierung des Kantons Zürich eingeführten Steuermodus anlehnt. Abgesehen davon, dass die Schilderlösung nunmehr monatlich erfolgen kann, tritt eine Ermässigung der Verkehrssteuern ein. deren Umfang sich nach der Einteilung der Fahrzeughalter in Dringlichkeitskategorien richtet. Für Fahrzeughalter der Kat. A werden lO°/o, für solche der Kat. B 20 Vo, für die in Kat. G Eingeteilten 30 %> und für jene der Kategorie D 50 °/o Reduktion auf den bisherigen Steueransätzen gewährt. Ab 1. September steht jenen, welche die Taxen für das ganze Jahr entrichtet haben, ein Anspruch auf entsprechende Rückerstattungen zu. Treibsto?f-Rationieruna Ab 1. August gelten nur noch die befristeten Rationierungsscheine. Die Sektion für Kraft und Wärme des Kriegs- Industrie- und -Arbeitsamtes teilt mit: Die Verknappung der Zufuhr von flüssigen Brennstoffen hat neben einer Herabsetzung der Rationen auch eine Verschärfung des Rationierungsverfahrens und der Rationenkontrolle zur Folge. Flüssige Kraft- und Brennstoffe (Benzin, Petrol, White-Spirit, Diesel-, Gas- und Heizöl) können grundsätzlich nur gegen Rationierungsscheine verkauft und bezogen werden. Neben den Bewilligungen der Sektion für Chemie und Pharmazeutik und neben den Militärgutscheinen sind ab 1. August 1940 nur noch die für alle flüssigen Brennstoffe ausgegebenen einheitlichen und befristeten Rationierungsscheine gültig. Alle andern Rationierungsausweise verlieren mit dem 31. Juli ihre Gültigkeit, unbekümmert, von welchen amtlichen Stellen sie ausgegeben wurden. Die neuen Rationierungsscheine sind nur während der darauf vermerkten Periode gültig. Die Käufer von flüssigen Brennstoffen werden nur in dem Umfange nachbeliefert, als sie in der- Lage sind, ihrerseits die entsprechende Zahl von gültigen Rationierungs- Bons vorzuweisen. Wer flüssige Brennstoffe ohne Rationierungsschein verkauft oder entgegennimmt, macht sich nicht nur einer sträflichen Handlung schuldig; er schädigt sich selbst. «... Ich habe noch von dem Gefct... nicht alles... aber... genug...» und stösst dann hieraus : « Darf ich... meine Braut wissen lassen, dass Sie mir verziehen haben ? » Heinrich Römer, nur um sechs Jahre älter als der Mann, der vor ihm steht, schüttelt den Kopf: « Was sind das für Kleinekinderworte ... .verzeihen'... ? Aber wenn Ihnen das noch fehlt zu Ihrer — Ruhe... ja, ich verzeihe Ihnen.» Es fehlt nicht viel, und Becker würde Heinrich Römer in Dankbarkeit die Hand hinstrecken. So steht er nur und macht eine ungeschickte Verbeugung und geht Eine Minute nach Beckers Weggang tritt Römer im Verstibül des Hotels an die Portierschranke : « Wenn Direktor Mo'lignon kommt und nach mir fragt... sagen Sie ihm, ich wäre abberufen worden und hätte plötzlich abreisen müssen.» Er legt unaufgefordert einen angemessenen Betrag für das Konferenzzimmer auf das Portierpult und verlässt das Hotel. Er geht die Strasse hinab. Zum erstenmal nicht in der geraden, herrischen Haltung, die ihn vor allen auszeichnet. (Fortsetzung folgt.) Wenn am 15. August die Autotransportordnung in Kraft tritt... VERORDNUNGEN UND VERFÜGUNGEN. Im Zusammenhang mit seinem Beschluss, die Autotransportordnung auf 15. August in Kraft zu erklären, hat der Bundesrat am 30. Juli eine Verfügung erlassen, wonach der Vollzug von Art. 5 des Bundesbeschlusses vom 30. September 1938 bis auf weiteres ausgesetzt wird. Das heisst, dass Unternehmungen, welche gemischten Verkehr besorgen, bis zum Widerruf der Verfügung jenen gleichgestellt sind, die Werkverkehrstransporte ausführen. Am gleichen Tag hat der Bundesrat vier Verordnungen verabschiedet, welche die Organisation der Transportkommission, das Beschwerdeverfahren, das Bewilligungsverfahren und die Gebühren betreffen. Die Organisation der Transportkommission. Die vorgesehene Transportkommission besteht aus einem Präsidenten, einem Vizepräsidenten und höchstens 16 Mitgliedern, die den Wirtschaftsverbänden des Landes, dem Autotransportgewerbe, sowie den öffentlichen Transportanstalten zu entnehmen sind. Präsident und Vizepräsident werden wie die Mitglieder vom Post- und Eisenbahndepartement ernannt. Nach der Verordnung über das Beschwerdeverfahren können mit Beschwerde angefochten werden die Verfügungen der Bewilligungsbehörde über die Erteilung, Verweigerung, Nichterneuerung und den Entzug einer Transportbewilligung für den gewerBsmässigen Verkehr. Die Beschwerde muss an das Eidg. Post- und Eisenbahndepartement zuhanden der Transportkommission gerichtet werden. Wird die Beschwerde als begründet erklärt, so wird die angefochtene Verfügung aufgehoben. Wird die Beschwerde abgewiesen oder zurückgezogen, so hat der Beschwerdeführer eine Spruchgebühr von 10 bis 100 Fr., sowie eine Schreibgebühr zu entrichten. Bei leichtfertiger Beschwerdeführung kann dem Beschwerdeführer eine besondere Gebühr von 50 bis 500 Fr. auferlegt werden. Nach der Verordnung über das Bewilligungsverfahren haben die zum Erwerb einer Bewilligung verpflichteten Unternehmungen ein Gesuch um Erteilung der Bewiligung einzureichen. Die eingehenden Gesuche werden einer eingehenden Prüfung unterzogen. Namentlich hat sich der Gesuchsteller darüber auszuweisen, dass eT seinen finanziellen Verpflichtungen in genügender Weise nachzukommen vermag. Er ist verpflichtet, auf Begehren der Bewilligungsbehörde Auskunft zu erteilen über die Art und Hohe des in seiner Transportunternehmung angelegten Kapitals, sowie über seine Verpflichtungen andern Transportunternehmern oder Dritten gegenüber. Er hat sich auch über seine persönliche Unbescholtenheit und über die Eignung zur einwandfreien Führung seines Transportbetriebes auszuweisen. Das Verkehrsbedürfnis kann als gegeben erachtet werden,, wenn ein in der Schweiz ansässiger Gesuchsteller schon vor dem 1. Januar 1937 ausschliesslich gewerbsmässig Transporte mit Motorfahrzeugen ausgeführt hat. Die Gebührenordnung regelt die zu entrichtenden Gebühren und Abgaben» Bei der Festsetzung derselben für eine Bewilligung oder für die Eintragung in das Werkverkehrsregister soll dem Umfang und der Bedeutung des Betriebes angemessene Rechnung getragen werden. Die Gebühr für die Erteilung einer Bewilligung darf für jedes im Betrieb verwendete Fahrzeug 600 Fr. nicht überschreiten; die Registergebühr für jedes im Werkverkehr verwendete Fahrzeug darf höchstens 50 Fr. betragen. Die Kantone erhalten für die Erfüllung der ihnen auferlegten Verpflichtungen einen Fünftel der dem Bunde anfallenden Gebühren. Dieser Anteil wird auf die Kantone verteilt zur Hälfte nach dem Verhältnis der Zahl der im Werkverkehr, im gewerbsmässigen und im gemischten Verkehr verwendeten Fahrzeuge zur entsprechenden Zahl dieser Fahrzeuge in allen Kantonen und zur Hälfte nach den Strassenlängen, gemäss den prozentualen Ansätzen für die Verteilung des Benzinzolles. Zu diesen Verordnungen gesellt sich noch die Verfügung Nr. 1 des Eidg. Post- und Eisenbahndepartements, deren Inhalt der Gebührentarif bildet. Danach wird für die Eintragung im Werksverkehrsregister für die Liefer-, Last- und Spezialwagen nach Massgabe der Nutzlast ein Betrag von Fr. 25 bis 50 erhoben; zum Sachentransport verwendete Personenwagen mit mehr als sechs Sitzplätzen oder mit besonderen Vorrichtungen zur Beförderung von Gütern bezahlen Fr. 20. Sattelschlepper Fr. 25, Traktoren Fr. 10, Anhänger Fr. 10 bis 30, je nach Nutzlast. Ein weiterer Artikel bestimmt, dass bei der Einreichung von Gesuchen um Bewilligung für gewerbsmässige Transporte oder um Ermächtigung zum gemischten Verkehr pro Fahrzeug Fr. 20 für Personen- und Lieferwagen (unter 1 Tonne Nutzlast), Tra&toren und Anhänger und Fr. 50 für Cars, Lastund Spezialwagen, sowie für Sattelschlepper zu entrichten sind. Für die Erteilung oder Erneuerung einer Bewilligung für gewerbsmässigen Transport wird die Gebühr festgesetzt auf Fr. 50—200 für Personenwagen bis zu acht Sitzplätzen; Gesellschaftswagen haben je nach Sitzplatzzahl Fr. 100—600. Krankenwagen Fr. 25—100, Liefer-, Last- und Spezialwagen und im Sachentransport verwendete Personenwagen mit unter 1 Tonne Nutzlast je nach der Nutzlast Fr. 50—600, Sattelschlepper Fr. 50—200. Traktoren Fr. 20—80, Anhänger je nach Nutzlast Fr. 30 bis 360 zu entrichten. Was den gemischten Verkehr anbelangt, so bemisst sich die für die Erteilung oder Ernsuerung einer Ermächtigung zu bezahlende Gebühr je nach dem Umfang dieses Verkehrs; sie kann indessen bis zur Hälfte der eben genannten Ansätze betragen. Im übrigen umschreibt die Verfügung die Bedingungen, unter welchen eine Ermässigung der Bewilligungsgebühren eTfolgen kann, sie setzt die Gebühren für die Uebertragung der Bewilligung fest, die ein Viertel bis die Hälfte der Taxe für die Erteilung der entsprechenden Bewilligung betragen und unterstellt die Genehmigung von Erhöhungen des Fahrzeugbestandes einer bewilligten Unternehmung einer Gebühr von Fr. 20—150. Sämtliche der hier erwähnten Erlasse treten, entsprechend ihrem Charakter als Ausführungsbestimmungen zur Autotransportordnung, auf denselben Zeitpunkt wie diese selbst, das heisst auf 15. August 1940 in Kraft

N° 32 — DIENSTAG, 6. AUGUST 1940 AUTOMOBIL-REVUE 3 Das nun vorübergehend, also den ausserordentlichen Verhältnissen angepasste neue System sollte deshalb meines Erachtens nur der Vorläufer einer neuen Ordnung sein und den Behörden dazu dienen, die nötigen Erfahrungen zu. sammeln. Voraussetzung bleibt dabei selbstverständlich immer, dass die Steueransätze nicht übersetzt sind und auf jeden Fall keinen Autohalter höher belasten als es bisher der Fall war. Dazu kommt, dass alle Automobilisten, also auch die Ausländer, an die Kosten unseres Strassenbaues und Strassenunterhalts genau gleich beizutragen haben. Es muss, wie auf allen andern Gebieten, so auch im Verkehrswesen die ungleiche Behandlung der Bürger aufhören. Jeder soll vor dem Gesetze gleich sein. Wer viel im Ausland gereist ist, weiss ganz genau, dass das verbilligte Fremdenbenzin keine Ausländer nach der Schweiz gelockt hat. Er weiss aber auch, dass wir keinen fremden Automobilisten vom Besuch unseres Landes abhalten werden, wenn er sich bei einem spätem Wiederaufblühen des Fremdenverkehrs die Schweiz als Reiseziel erwählen will. Stehen wir also auf dem Standpunkt, dass durch den erwähnten Beschluss die luzernische Regierung ein Unrecht aufgehoben und ein sich für den Automobilisten angenehm aaswirkendes Recht geschaffen wurde, so vertreten wir weiter die Auffassung, dass es gilt, ein anderes, recht grosses Unrecht zu beseitigen. Es handelt sich um den Bezug der HaftpfHchtversicherungspramien. Wohl haben die Versicherungen gewisse Rückvergütungen zugesagt, aber diese stehen heute in keinem Verhältnis mehr zu den Fahrmöglichkeiten und den durch den reduzierten Autogebrauch stark verminderten Gefahrenquellen. Folgendes Beispiel möge dies erhärten: Für einen 7,5-PS-Wagen mit einer Schadenersatzleistung der Versicherungsgesellschaft bis zum Höchstbetrag von Fr. 100 000.— pro Unfallereignis, Fr. 50 000.— für eine verunfallte Pereon und Fr. 5000.— für Sachschäden, erreicht die Haftpflichtprämie bei Einrechnung der Rabatte rund Fr. 170.—, also PTO Monat rund Fr. 14.—. Erhalte ich, in die Kategorie D zugeteilt, 10 Liter Benzin, dann belastet mich die Versicherung pro Liter Benzin mit Fr. 1.40. In der Dringlichkeitskategorie B I erhalte ich 30 Liter; in diesem Fall ist der Liter Benzin mit der Versicherung belastet mit 47 Rp. Bei Zuteilung zur Dringlichkeitskategorie A 1 mit 45 Liter Benzin kommt mich die Versicherung pro Liter immer noch auf ca. 30 Rp. zu stehen. Diese Prämienbelastung ist unter den heutigen Verhältnissen untragbar. Sie wirkt sich bei der gegenwärtigen Benzinrationierung bedenklich aus. Warum soll der einzelne Automobilist, der wenig fahren darf eine Haftpflichtprämie von Fr. 1.40 für einen Liter Benzin bezahlen und der andere 30 Rp., ja, wenn er noch Zusatzbenzin erhält, vielleicht nur 10 Rp.? Rechnen wir mit dem Normalgelbrauch des Autos vor dem Kriege, also mit durchschnittlich 15 000 km und demzufolge bei dem angenommenen Beispiel eines 7,5-